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Überprüfungen und Controlling von bestehenden Selbstständigkeiten im SGB II-Bezug

tachchen

Neu hier...
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hier habe ich mal einen Auszug aus einem Geschäftsbericht:

viel Vergnügen beim Lesen:

Die Maßnahme, die im Auftrag des Kommunalen Job-Centers Odenwaldkreis (KJC) seit 01.01.2014 durchgeführt wird,
lief auch im Jahr 2017 nach wie vor sehr erfolgreich. Insgesamt wurden 37 Fälle bearbeitet,
von denen 19 Fälle im Berichtsjahr abgeschlossen werden konnten.
Nur für eine der überprüften Selbstständigkeiten konnte eine Tragfähigkeit bescheinigt werden
(Leistungsbezug konnte kurzfristig nach der Beratung beendet werden).
Für keine der weiterhin überprüften Selbstständigkeiten konnte eine positive Fortführungsprognose gegeben werden.
In der Regel bedeutet dies, dass die betroffenen Personen ihre Selbstständigkeit aufgeben
und sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen müssen.

Nach einer Auswertung der Maßnahme für den Zeitraum 01.02.2016 bis 31.01.2017
durch das Kommunale Job-Center Odenwaldkreis konnten bei insgesamt 37 überprüften Selbstständigkeiten
in 15 Fällen (= 40,5 %) ein Ende des Leistungsbezugs sowie in zwei eine Reduzierung des Leistungsanspruchs
durch Arbeitsaufnahmen (= 5,4 %) erzielt werden. Dies ergibt eine Quote von 45,9 %
bei denen die Maßnahme eine Reduzierung oder Beendigung des Leistungsbezugs zur Folge hatte.
Dies bedeutet eine Kostenentlastung der Sozialleistungen in Höhe von 287.160 Euro.
Grundlage der Berechnung sind die für die betreffenden Hilfebedürftigen
(in einigen Fällen auch: Bedarfsgemeinschaften) zuletzt vom Kommunalen Job-Center gezahlten
Leistungen der Grundsicherung, der Kosten für die Unterkunft und die Beiträge zur Sozialversicherung.

Diese wurden auf zwei Jahre des weiteren Verbleibs im Leistungsbezug hochgerechnet,
aber mögliche Erhöhungen der Leistungen nicht mit berücksichtigt. Der Ansatz von zwei Jahren
ist dabei sehr konservativ angesetzt, da nahezu alle der betreffenden Selbstständigen vor Maßnahmenbeginn
durchgehend über mehrere Jahre, in der Spitze seit 2005, im Leistungsbezug waren.
Seit Beginn der Maßnahme zum 01.02.2014 ist unter diesem Berechnungsansatz bis zum 31.01.2017
insgesamt eine Kostenentlastung der Sozialleistungen in Höhe von 682.466 Euro erreicht worden.

Aufgrund der guten Erfolge der Maßnahme wurde bereits eine Verlängerung der Maßnahme
bis 31.01.2019 zwischen dem Kommunalen Job-Center und dem Wirtschafts-Service vereinbart.

2017 - Das Wichtigste im Überblick
(Bau) Genehmigungsverfahren
Negative Fortführungsprognose für 18 Unternehmen = i.d.R. Arbeitsaufnahmen
Kostenentlastung: 287.160 Euro

Quelle: Geschäftsbericht – Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH
 

Linuxfan

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Für keine der weiterhin überprüften Selbstständigkeiten konnte eine positive Fortführungsprognose gegeben werden. In der Regel bedeutet dies, dass die betroffenen Personen ihre Selbstständigkeit aufgeben und sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen müssen.
Hurra, das Jobcenter hat gesiegt indem sie Selbständige geplättet hat. Zumindest hört sich das für mich so an.
 

Ottokar

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Das ist nicht unrealistisch. Viele Solo-Selbstständige schaffen auch bei extremer Selbstausbeutung kaum Einnahmen die den gesetzlichen Mindestlohn entsprechen würden, geschweige das sie Ihre soziale Vorsorge erwirtschaften.
 

TazD

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Hurra, das Jobcenter hat gesiegt indem sie Selbständige geplättet hat.
Vielleicht gab es in den besagten Fällen auch tatsächlich keine tragfähige Selbstständigkeit. Das ließe sich aber nur am jeweiligen Einzelfall beurteilen, verwundern würde es mich aber nicht.
 

Archibald

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Diese Berichte sind reine Nebelkerzen um Rückhalt in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Da fehlt mir insbesondendere die Gegenüberstellung der Kosten, die dadurch erzeugt wurden dass die ehemals wenigstens geringfügige Einkommen erzeugenden in teure Maßnahmen umgelagert wurden und damit letztlich sogar mehr Kosten erzeugt als vormals eingespart wurden.

Derlei Schminktricks für Statistiken sind in ArGen an der Tagesordnung und sind die Delinquenten erstmal aus der Statistik in der sie nicht auftauchen sollen spielen Kosten plötzlich keine Rolle mehr.
Ich kann das Behaupten weil ich es fast täglich mitbekomme da meine Partnerin selbst involviert ist.

Schaut man dann noch genauer nach war die nicht tragfähige Selbstständigkeit sogar nützlicher weil die Betroffenen dort ihre Motivation behielten die sie in den Massnahmen völlig aufgeben. Und selbst wenn so eine Massnahme in einer Versicherungspflichtigen Arbeit mündet ist diese zuallermeist nur von kurzer Dauer. ...
 

Couchhartzer

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Vielleicht gab es in den besagten Fällen auch tatsächlich keine tragfähige Selbstständigkeit.
Für die beurteilende Gesellschaft sicherlich tatsächlich nicht.
Insbesondere wenn man mal betrachtet, wer insgesamt so an der Gesellschaft beteiligt ist und dass es sich dabei offenbar auch schonmal um Maßnahmeträger handelt, die dann ja eher davon profitieren, wenn sie mal wieder ein paar neue Teilnehmer zugewiesen bekommen.

Aber auch die Tatsache, dass offenbar einige der Beteiligten "Firmen" selber wirtschaftlich nicht tragbar sind (siehe z.B. auch: https://www.odenwaldkreis.de/fileadmin/odenwaldkreis/pdf/Beteiligungsbericht/Beteiligungsbericht_2014.pdf ) ist schon irgendwie bezeichnend dafür, dass dann diese Gesellschaft anderen die Tragfähigkeiten absprechen will.

Wenn da mal nicht eventuell ganz spezielle Verquickungen vorliegen, die möglicherweise als beeinflussendes Leitmotiv für diese Einschätzungen über nicht vorhandene Tragfähigkeiten herhalten. ;)
 

TazD

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Mir ist durchaus bewusst, wie hier mit Statistik-Tricks und sonstigen Haken & Ösen gespielt wird. Es ist aber nunmal auch so, dass Selbstständigkeit heutzutage nicht gerade ein Zuckerschlecken ist und man sich auch nicht mal ebenso Selbstständig macht und dann läuft das schon.
Habe es selbst im Familienkreis erlebt. Dauerstress, dadurch gesundheitliche Probleme, Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zum Umsatz, Zahlungsmoral der Auftraggeber, .... Alles Dinge, die einem in der Selbstständigkeit ganz schnell das Genick brechen können. Auch ohne Zutun selbsternannter JC-Experten.
 

Archibald

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@TazD Vollste Zustimmung, ich kenne das irgendwoher. Trotz alledem und bei alldem kann so ein Stress auch ein Positiver sein und dem Betroffenen allemal lieber als sinnloses in zig Maßnahmen versauern und sich dem Weh und Ach des JC ausgeliefert zu wissen. Da bleibt dann zumeist nur Resignation oder Absturz.
Das hat auch etwas mit Würde zu tun selbst bestimmt zu leben ohne dass die JCs - wie auch hier vorliegend - scheinheilige und halbgare Berechnungen anstellen dürfen um einen zu rein statistischem Nutzen gängeln zu können.

Diese Vorgehensweisen stehen "Feislerschen" Interpretationen zu ähnlichem Zweck und Nutzen nur wenig nach.
 

Matt45

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Vorsicht bei Statistiken, gerade bei Firmen oder Solo Selbständigen! Die Einzelfälle vom JC kann wohl keiner beurteilen.

Nur ein paar "große" Beispiele :

Umgekehrt müsste man hier auch fragen: Ist Spotify tragfähig oder verdienen nur im Hintergrund die "Geldgeber"?

Bei Zalando ähnlich:

Hier "stecken" allerdings große Investoren dahinter, damit kann der "kleine" Selbständige natürlich nicht "dienen".

Mal eine Gegenfrage, allerdings provokant zu der JC Statistik: Wenn der Selbstständige ein Geschäft hat(Kiosk) hat und täglich einen Lakritz für 10 Cent verkauft, soll er dann jahrelang so weiter machen?
 

Archibald

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Mal eine Gegenfrage, allerdings provokant zu der JC Statistik: Wenn der Selbstständige ein Geschäft hat(Kiosk) hat und täglich einen Lakritz für 10 Cent verkauft, soll er dann jahrelang so weiter machen?
Wie willst du ein solches Szenario diskutieren? Glaubst du der Inhaber würde so überhaupt noch weiter machen wollen?

Mal abgesehen davon, dass er bereits nach dem ersten Monat Mietschulden hätte und das JC keine Schulden finanzieren "kann". Geht es real dich eher um jene Fälle die auf dem ersten Arbeitsmarkt sogut wie keine Chance mehr haben und mit der Selbstständigkeit zumeist versuchen dem Arge- und sinnlos entwürdigendem Massnahmeterror zu entfliehen....
 

Zeitkind

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viel Vergnügen beim Lesen:
Mit der schlechten Formatierung war das absolut kein Vergnügen.
Ich habe Deinen Beitrag in eine lesbare Form gebracht und auch den Link
auf den tatsächlichen Geschäftsbericht (welcher in PDF Form vorliegt) geändert.

Abgesehen davon; was ist denn Deine eigene Meinung dazu?
 

tachchen

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Meine Meinung ist, dass ich dagegen bin wie hier verfahren wird.
Der Wirtschaftsservice soll ja eigentlich hier Existenzgründer bzw. Selbstständige unterstützen und Ihnen helfen.

Das Jobcenter will ja, dass die Selbstständigen nicht dauerhaft Aufstocker sind,
egal wieviel sie letztendlich bekommen, ob 200 € oder sagen wir mal 700 € je nach persönlicher Situation.

Selbst wenn jemand dann z.B. eine geringfügig sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat mit
z.B. 500 € brutto und bekäme noch Aufstockung ist dies dem Jobcenter lieber.

Ich behaupte sogar dass der Betrag dann gar nicht mal entscheidend ist:
z.B. Aufstockung als Selbstständiger: 250 € inkl. Krankenversicherung,
danach vielleicht das doppelte.


Die Massnahme dient mit der Quote von ca. 95 % (2017) nicht bescheinigter Tragfähigkeit dazu
die Menschen von der Selbstständigkeit in Verbindung mit Aufstockung abzubringen.
Diese Spezies ist nicht erwünscht.
Meine Kritik richtet sich konkret nicht dagegen dauerhafte Aufstockung bei Selbstständigkeit zuzulassen,
weil das aktuell keine Chance hat,
sondern dass hier der Wirtschaftsservice, der fördern soll, beauftragt wird zu prüfen,
wie soll da eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen?
 
Zuletzt bearbeitet:

Werkler

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Vielleicht könnten sich die Jobcenter mal bemühen, die vielen wirtschaftlich nicht tragfähigen ANGESTELLTE-Verhältnisse zu verbieten? Also die, bei denen der wirtschaftliche Nettolohn (auch unter Beachtung von Fahrt- bzw. Mietkosten, Kinderbetreuungs-,Haushaltskosten) ungenügend ist! Weg mit Niedriglohn, dann haben wir endlich wieder zahlungsfähige Kunden, und die Jobcenter ersparen sich den Riesenaufwand mit den Selbständigen.
Mal ganz abgesehen davon, was auch ein aufstockender Selbständiger an Wirtschafts- und Steuerleistung produziert (Betriebskosten, Mehrwertsteuer, Spritsteuer.....)! Aber dazu müsste man erst mal denkfähig sein und Ahnung von Arbeit haben.
 
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