Übergang Altersteilzeit in Rente/Arbeitslosigkeit und Sperrzeit

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HaGe

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Guten Tag,
benötige bitte mal euren Rat:
Ich habe 2013 aufgrund von Mobbing und anderen Schikanen in meinem ehem. Unternehmen einen Altersteilzeit-Vertrag unterschrieben, mit folgendem Inhalt:
Bezahlte Freistellung bis zum 31.032017 und dann im Anschluß ab 01.04.2017 in die Rente mit 63 mit Abzug.
2014 kam dann das neue Rentengesetz, man kann mit 63 Jahren und 45 Arbeitsjahren in Rente gehen.
Die Rentenversicherung informierte mich, dass das für mich ab 01.08.2017 zutrifft.
Der BR meiner ehem. Firma riet mir, für die dafür fehlenden Monate mich arbeitslos zu melden.
Das tat ich sofort. Nun kam vom Jobcenter eine Sperrfrist von 12 Wochen, da ich die Arbeitslosigkeit selber "verschuldet" hätte.
Der Witz daran ist, dass es schon viele Klagen beim Sozialgericht gab, da das wohl viele Altersteilzeitler traf und die Richter auch die Meinung vertraten, dass die Arbeitnehmer nicht darunter leiden dürften, dass es ein neues Gesetz gab.
Nun liegt das Thema bereits beim BGH zur endgültigen Entscheidungsfindung.
Ich laufe nun von einer Stelle zur Anderen und wollte Unterstützung.
Meine ehm. Firma sieht sich nicht mehr verantwortlich. BR läßt sich verleugnen, obwohl sie mir immer zurieten, wie getan zu handeln.
IG Metall Rechtsanwältin kam mit dem Spruch: " ... selber Schuld", das war alles dazu.
Hat hier vielleicht jemand das Gleiche durch und kann raten?
Vielen Dank!
 

Doppeloma

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Hallo HaGe,

Ich habe 2013 aufgrund von Mobbing und anderen Schikanen in meinem ehem. Unternehmen einen Altersteilzeit-Vertrag unterschrieben, mit folgendem Inhalt:
Bezahlte Freistellung bis zum 31.032017 und dann im Anschluß ab 01.04.2017 in die Rente mit 63 mit Abzug.

Für deine Abmachung gelten die Gesetze die zum Zeitpunkt dieser Abmachung verbindlich waren, es wird wohl immer Einige treffen, die dann später durch neue Gesetze benachteiligt werden ...

Andererseits gibt es inzwischen auch eine allgemeine gesetzliche Regelung für Altersteilzeit nicht mehr ... und Sinn dieser Gesetze war ja, dass man anschließend DIREKT in den Ruhestand geht und keinen Anspruch mehr auf ALGI haben wird.

2014 kam dann das neue Rentengesetz, man kann mit 63 Jahren und 45 Arbeitsjahren in Rente gehen.
Die Rentenversicherung informierte mich, dass das für mich ab 01.08.2017 zutrifft.

Du hast aber eine andere Vereinbarung getroffen, als es diese gesetzliche Regelung noch nicht gegeben hat, ich denke nicht, dass man dir ALGI zahlen wird, das sollte ja dadurch gerade vermieden werden.

Du kannst es ja weiter versuchen das durchzusetzen aber ist es dir nicht möglich diese 4 Monate anders zu "überbrücken", kann schon verstehen dass es (vermutlich) ein Unterschied wäre die Rente dann OHNE Abschläge zu bekommen.

Wenn du ALGI bekommst, dann musst du dich auch der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen wollen ... sonst hast du generell keinen Anspruch auf ALGI und das war schon immer so.

Der BR meiner ehem. Firma riet mir, für die dafür fehlenden Monate mich arbeitslos zu melden.
Das tat ich sofort. Nun kam vom Jobcenter eine Sperrfrist von 12 Wochen, da ich die Arbeitslosigkeit selber "verschuldet" hätte.

Du solltest schon wenigstens wissen bei welchem Amt du ALGI beantragen willst, das JobCenter ist für Hartz 4 zuständig, damit hast du nichts zu tun wenn du ALGI haben möchtest (Agentur für Arbeit = AfA).

So ganz verstehe ich auch diese Rechnung gerade nicht, wenn du bereits 63 Jahre alt bist, warum geht das erst ab dem 01.08.2017 dann fehlen dir doch noch diese 4 Monate (an den 45 Jahren ???) um den Anspruch auf diese Rente überhaupt zu haben oder liegt das schon an der gesetzlichen "Verschiebung" ???

Im Prinzip haben die aber Recht bei der AfA, denn du hast dich ja 2013 vertraglich und freiwillig entschieden nach Ablauf der Freistellungsphase in Altersrente zu gehen ... mich überrascht es eher, dass man trotzdem gewillt wäre danach noch ALGI zu zahlen.

Der Witz daran ist, dass es schon viele Klagen beim Sozialgericht gab, da das wohl viele Altersteilzeitler traf und die Richter auch die Meinung vertraten, dass die Arbeitnehmer nicht darunter leiden dürften, dass es ein neues Gesetz gab.

NaJa, davon bin ich noch nicht überzeugt, denn diese Arbeitnehmer "leiden" ja nicht unter der Gesetzes-Änderung, sie wussten ja bei Übergang in die Alters-Teilzeit bereits worauf sie sich bewusst einlassen.

Es "leidet" so Mancher tatsächlich darunter, dass es neue Rentengesetze gibt und gab, das wird immer wieder so sein, es gibt einen Stichtag und ab da gilt die neue gesetzliche Regelung.

Ich musste wegen Krankheit um die EM-Rente kämpfen und bekomme sie nun seit 2012, generell mit Abschlägen belegt (bis zum seeligen Ende auch später die Altersrente) und 2014 wurden die Berechnungszeiten "verbessert" aber auch nur für zukünftige EM-Rentner (ab 01.07.2014) und nicht für die EM-Bestandsrentner ...

Dabei konnte ich mir nicht mal aussuchen krank zu werden und deswegen nicht mehr arbeiten zu KÖNNEN ... :icon_evil:

Als du dich 2013 entschieden hast in Altersteilzeit zu gehen, war dir doch klar, dass du mit Abschlägen in Rente gehst mit 63 Jahren, da bist du doch freiwillig mit einverstanden gewesen. :idea:

Immerhin konntest du dadurch schon einige Jahre "Vorruhestand" genießen, die Niemand hat der tatsächlich 45 Jahre am Arbeiten ist und dann mit 63 (endlich) in die neue Altersrente gehen darf ... wobei sich das ja auch schon wieder nach hinten verschiebt, je nach Geburtsjahrgang.

Nun liegt das Thema bereits beim BGH zur endgültigen Entscheidungsfindung.

Ich denke nicht, dass es sich lohnen wird darauf zu warten, wenn du es finanziell kannst (Krankenversicherung vielleicht über den Ehepartner möglich?), dann überbrücke diese 4 Monate und stell direkt den Antrag auf die ungekürzte Rente, das kann dir ja Keiner verbieten.

Ich laufe nun von einer Stelle zur Anderen und wollte Unterstützung.
Meine ehm. Firma sieht sich nicht mehr verantwortlich.

Was bitte hat deine Firma damit noch zu tun, die haben doch die neuen Gesetze auch nicht gemacht und der BR genauso wenig ...

BR läßt sich verleugnen, obwohl sie mir immer zurieten, wie getan zu handeln.
IG Metall Rechtsanwältin kam mit dem Spruch: " ... selber Schuld", das war alles dazu.

Ist zwar alles so nicht besonders nett aber so ist das Leben, neue Gesetze gelten (in der Regel) immer erst für die Zukunft und haben keinen Einfluss auf Verträge die nach alten gesetzlichen Regelungen abgeschlossen wurden ...

Ich denke mal dein BR war da auch etwas voreilig ohne darüber nachzudenken, dass es so nicht funktionieren wird ...
Ich denke nicht, dass du wirklich nochmal ALGI bekommen wirst, es sei denn du möchtest unbedingt noch mal Bewerbungen schreiben müssen, denn davon muss dich die AfA dann auch nicht verschonen ... :idea:

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 24666

Gast
Hallo HaGe
Mein Mann ist gerade in der gleichen Situation. Aber da wir seit der Gesetzänderung 2014 davon wissen, haben wir uns darauf vorbereitet.

ALG1 steht Dir zu, allerdings mit einer Sperre von 3 Monaten. Wir haben deshalb früh angefangen, zu sparen, um die 4 Monate zu überbrücken. (Mein Mann bekommt die abschlagsfreie Rente mit 63 und 4 Monaten, die Altersteilzeit endet 4 Monate früher)

Wir wollen uns nicht auf unsere alten Tage vom Arbeitsamt gängeln lassen für den einen Monat, den sie dann noch bezahlen würden.

Du hast entweder die Möglichkeit, in der KK Deiner Frau familienversichert zu werden, oder Dich freiwillig in Deiner KK zu versichern für etwa 190 Euro pro Monat oder Du meldest Dich arbeitslos, dann übernimmt das Arbeitsamt ab dem 2. Monat die KK, den 1. Monat bist Du dann noch nachversichert bei Deiner KK.

Evtl. kommt für die Zeit ja ein Bankkredit infrage, zum Glück sind die Zinsen im Moment minimal.
Alles Gute Dallith
 
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