Ü25 HartzIV Antrag abgelehnt (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

nairod

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Hallo,
ich bin neu hier und habe einige Fragen, die ich mir so selber nicht durch googeln beantworten konnte.

Ich bin Anfang des Monats 25 geworden. Meinen Antrag auf Hartz4 bzw "Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)" habe ich auch Anfang des Monats gestellt.

In einer sehr unfreundlichen Art und Weise wurde mir erklärt, dass mir sowieso gar nichts zusteht. Damals ging ich von der Situation aus, dass ich bei meinen Eltern wohne, die aber so nicht richtig ist. Die Androhung auf Ablehnung erfolgte prompt.

Die aktuelle Situation ist wie folgt:

Ich, über 25, bewohne ein kleines Zimmer im Hause meines Bruders. Ich zahle keine Miete, jedoch muss ich für mich selber aufkommen. Ich besitze keinen Mietvertrag, Wohnrecht oder ähnliches. Das ganze beruht lediglich auf Kulanz meines Bruders, der mich Anfang des Winters eben nicht auf die Straße werfen will. Für meinen eigenen Unterhalt muss ich sorgen. Geheizt wird mit Holz und auch hier habe ich die Kosten zu uebernehmen, wenn ich es warm will. Meine Eltern wohnen über mir. Bad/Dusche/Wc/Küche/Kühlschrank ist mir erlaubt mitzunutzen.

Heute erklärte ich der (sehr unverschämten) Sachbearbeiterin telefonisch diese Situation und mir wurde gesagt, dass ich Grundsätzlich in einer Haushaltsgemeinschaft mit meinen Eltern und Geschwistern lebe (auch wenn ich meine eigene Bedarfsgemeinschaft bin) und meine Eltern einen Finanzstatusbericht offen legen müssen, ehe ich etwas bekomme.
Sie berief sich hier auf den berühmten Artikel § 9 Abs. 5.
Zudem erklärte sie mir, dass mir grundsätzlich nichts zusteht, weil ich keinen eigenen Kühlschrank/Küche/Bad besitze und meine "Wohnung" nicht "absperrbar" sei und somit die Unterhaltsvermutung gegeben ist.

Hartz IV: Älter als 25 bedeutet eigene Bedarfsgemeinschaft

Arbeitslose, die über 25 Jahre alt sind, bilden grundsätzlich keine Bedarfsgemeinschaft mehr mit den Eltern.

Wie das Bundessozialgericht in Kassel entschieden hatte, gilt das auch, wenn sie noch immer in der elterlichen Wohnung leben.

Aktenzeichen zum Urteil

Az.: B 7b AS 6/06 R

In dem konkreten Fall hat ein über 25 Jahre alter Hilfsbedürftiger immer noch zusammen mit seiner Mutter gelebt. Das Gericht traf die Entscheidung, dass der junge Erwachsene eine eigene Bedarfsgemeinschaft für sich allein bildet. Nach eindeutiger und bewusster gesetzgeberischer Entscheidung gilt er im Sinne des Gesetzes als “allein stehend”. Demzufolge hat er Anspruch auf den vollen HARTZ-IV-Regelsatz, der 345 Euro beträgt.

Das Einkommen sowie auch das Vermögen der Mutter findet nur im Rahmen einer Haushaltsgemeinschaft Berücksichtigung.
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Diesen Absatz versuchte ich der guten Frau zu erklären, aber das interessierte sie gar nicht.

Ich wirtschafte alleine für mich, kriege keine finanzielle Unterstützung von meinen Eltern. Mein Bruder stellt mir lediglich das Zimmer zur Verfügung. Meine Wäsche darf ich bei meinen Eltern waschen, das Waschmittel ist von mir. Bis jetzt konnte ich die Heizkosten, Wasserkosten und Essen und meine Krankenversicherung durch das, was ich noch vom Kleinstgewerbe an Geld übrig hatte decken. Das ist allerdings aufgebraucht und ich besitze lediglich eine Matratze, zwei Schränke und meinen alten Pc sowie Stereoanlage.

Mir wäre sehr geholfen, wenn das Amt mir nur den Hartz IV Regelsatz auszahlt und die Krankenversicherung übernimmt. Ich bin kein Mensch der auf kosten anderer leben will, weswegen ich es auch nicht als sinnvoll erachte mir jetzt zwangsweise eine eigene Wohnung zu nehmen, nur damit ich an das Geld komme. So spart sich das Amt immerhin miete, umzug etc pp. Zumal das Ganze auch maximal bis Mitte nächsten Jahres ist, weil ich guter Dinge bin, eine schulische Ausbildung beginnen zu können und dann eventuell Bafög kriege.

Meine Eltern werden den Finanzstatusbericht aus Prinzip nicht abgeben, weil sie mit dem Amt nichts zu tun haben wollen und sowieso keine Pflicht mir gegenüber haben, mich zu unterhalten.

Meine konkrete Frage lautet:
Hat jemand Urteile, Passagen im SGBII oder ähnliches die ich denen vorlegen kann, damit ich meinen Antrag durchkriege?
Reicht ein formloser schrieb meines Bruders, dass er mich nicht finanziell unterstützt oder müsste auch er einen Finanzstatusbericht mir aushändigen, damit ich irgendetwas bekomme?

Links zu Passagen zur Definition von HG/BG wären auch hilfreich, ich glaube man versucht mir hier einen Bären aufzubinden um mir garnichts zahlen zu müssen.
 

gelibeh

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Hast Du schriftlich einen Antrag gestellt? Auf Mündliches solltest Du Dich nicht verlassen. Bestehe auf einen schriftlichen Ablehnungsbescheid mit Nennung der Rechtsgrundlage.

Die haben Dich belogen. Dein Bruder ist nicht verpflichtet Dich zu unterstützen und damit seid Ihr keine HG. Auch in einer WG hat nicht jeder alles, da wird auch vieles geteilt.
 

nairod

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ja schriftlich habe ich die Ablehnung bekommen. Schriftlich gestellt auch.

Allerdings bin ich damals beim Antrag davon ausgegangen, dass ich bei meinen Eltern wohne. Weil ich eben "unter" diesen wohne. Tatsächlich wohne ich aber bei meinem Bruder und meine Eltern wohnen eben auch da, über mir.

Das ist inzwischen berichtigt, trotzdem wollten sie das ganze gedöns.
 

gelibeh

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Dann musst Du Widerspruch einlegen gegen die Abehnung. Ist ja wohl noch keine 4 Wochen her, oder. Und gleichzeitig eine EA beim Sozialgericht machen.
Ich hoffe, hier schaut noch jemand rein, der Dir dabei helfen kann. Etwas Geduld noch.
Am besten Du scannst die Ablehnung ohne persönliche Daten ein und stellst das hier ein oder schreibst das ab.
 

Rechtsverdreher

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L9AS239/05ER

Grundsätzlich besteht keine Ermittlungspflicht des Leistungsempfängers gegenüber Dritten. Er braucht sich keine Erkenntnisse zu verschaffen. Daraus folgt, dass auch keine Verpflichtung besteht, Beweismittel - etwa Urkunden - von einem privaten Dritten zu beschaffen und vorzulegen. Der Antragstellerin steht nicht die Rechtsmacht zu, eine gemeinsame Antragstellung mit Herrn G. oder dessen Einkommens- und Vermögensnachweise zu verlangen beziehungsweise diesen zur Ausfüllung der entsprechenden Antragsformulare veranlassen zu können (vgl. Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 29. Juni 2006 - L 9 AS 239/05 ER -).
 

Wutbuerger

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Da ich ja fast die gleiche Situation hatte ... kannst du mal genauer beschreiben wie die Lebensumstände sind ? Wem gehört was ? ist der Bruder Eigentümer der Wohnung oder gehört das Haus den Eltern ?
Bedarfsgemeinschaft Ü25 kommen sie nicht mit durch , also entweder
Haushaltsgemeinschaft oder Wohngemeinschaft .
Soweit ich informiert bin gehört zur HG ein gemeinsames wirtschaften , was bei dir ja nicht der Fall ist .
Es gibt bei wikipedia eine recht hilfreiche Seite
Haushaltsgemeinschaft
Vielleicht hilft dir das weiter ..meine Sachbearbeiterin lehnte jeden kommentar ab als ich ihr die Seite zu lesen gab ..gg
Also bitte noch ein paar Fakten dann geb ich dir gern ein paar Tips --oder du liest mal in meinen Threads --klingt vergleichbar
 
G

gast_

Gast
Hole dir beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein und geh zu einem Fachanwalt für Sozialrecht - der sollte dir weiterhelfen können.

Und dein Bruder solte es sich anders überlegen und mit dir einen Untermietvertrag schließen.
Dann darf JC deine Miete übernehmen.
 

mertenshom

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hier wird eine haushaltsgemeinschaft vermutet und die ist ja auch gegeben. dein bruder lässt dich mietfrei wohnen, deine eltern waschen deine wäsche, du hast keine strom- und wasserkosten und wirst von deiner familie ernährt.

eigentlich ganz einfach: geh in widerspruch gegen den bescheid des jobcenters. lass dir von deinen eltern als auch von deinem bruder einen "zettel" unterschreiben das sie dich nicht in geld und geldeswert unterstützen. die idee mit dem untermietvertrag kannst du versuchen, wird aber nicht durchgehen, da du auch bis dato mietfrei gewohnt hast.
einen anwalt brauchst du dafür nicht. zudem sind die meisten anwälte eh schrott, selbst die die angeblich schon sozialrecht machen.
 

nairod

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Die Lebensumstaende sind so: Meine Eltern wohnen bei meinem Bruder, genauso wie ich dort wohne. Im Keller ist ein Zimmer frei, das er freundlicherweise mir überlässt. Ich habe auch schon versucht, der Sachbearbeiterin das zu erklaeren allerdings bestehen die auf tonnenweise Auskünfte, wo ich der Meinung bin dass sie kein Recht dazu haben.

Im Prinzip müsste doch ein Schreiben reichen wo drinsteht:

hiermit erklaert nairods Bruder, dass er nairod zwar kostenfrei bei sich wohnen laesst, aber ihn nicht weiter unterstützt.

Wenn das Amt das so nicht einsieht, bin ich gezwungen, mir eine Wohnung zu Mieten. Ich kann niemandem hier aufzwingen, zich Amtsgänge und sämtliche Auskünfte über Finanzen etc offen zu legen nur damit ich was zu essen habe.

Prinzipiell habe ich ein normales Verhältnis zu Bruder und Eltern, die mich nicht auf die Straße setzen werden, aber mir mit Nachdruck erklärt haben, dass ich für mich selber aufkommen muss und schauen wie ich über die Runden komme.

Was ich nicht verstehe, dass das Amt so einen Aufstand macht. Mir geht es vorrangig um die Krankenversicherung und darum, dass ich mir was zu essen kaufen kann und Strom/Wasser/Holz (zum Heizen) zahlen kann. Wobei ich die Nebenkosten noch nicht einmal beantragt habe, einfach weil kein getrennter Wasserzähler und Stromzähler da ist, um meinen tatsächlichen Eigenverbrauch exakt messen zu können(Zumal ich da nicht wirklich viel verbrauche da kaum Elektrogeräte). Die Heizkosten sind diesen Winter auch bereits von meinem ersparten gedeckt. Das geht auch aus meinen abgegebenen Kontoauszügen hervor, dass ich nach Abzug aller anfallenden Kosten noch lediglich 100 Euro übrig habe.

Ist es normal, dass das Amt sich so quer stellt?
Mir scheint es, dass ich mit der Schiene: Zahlt mir eine eigene Wohnung, Umzug, Einrichtung und sonstiges besser gefahren wäre.
Ich habe sämtliches Erspartes (obwohl man ja einen Freibetrag haben darf, wenn ich das richtig verstehe) verlebt und bin jetzt wirklich dringend darauf angewiesen, dass sie mich unterstützen. Von mir aus auch mit Essensmarken.

Irgendwie ist das echt arm von denen, ich bin bemüht sämtliche Kosten so niedrig wie möglich zu halten, keine Wohnung, keine extra von ihnen gezahlten Nebenkosten, lediglich Krankenversicherung und den Regelsatz haette ich gewollt, um bis Anfang/Mitte nächsten Jahres über die Runden zu kommen.
 

Wutbuerger

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Was ich nicht verstehe, dass das Amt so einen Aufstand macht. Mir geht es vorrangig um die Krankenversicherung und darum, dass ich mir was zu essen kaufen kann und Strom/Wasser/Holz (zum Heizen) zahlen kann. Wobei ich die Nebenkosten noch nicht einmal beantragt habe, einfach weil kein getrennter Wasserzähler und Stromzähler da ist, um meinen tatsächlichen Eigenverbrauch exakt messen zu können(Zumal ich da nicht wirklich viel verbrauche da kaum Elektrogeräte). Die Heizkosten sind diesen Winter auch bereits von meinem ersparten gedeckt. Das geht auch aus meinen abgegebenen Kontoauszügen hervor, dass ich nach Abzug aller anfallenden Kosten noch lediglich 100 Euro übrig habe.

Ist es normal, dass das Amt sich so quer stellt?
Wie schon mal angedeutet bin ich in einer vergleichbaren Situation -Anfang August ALG2 beantragt , Ende Aug Ablehnungsbescheid bekommen und erst nach Intervention ( bei mir DGB Rechtschutz)
Zahlung des Regelsatzes .6 Wochen hatte ich garkeine Leistung , trotz dreimaliger beantragung von Vorschuss .Über KDU bzw Nebenkosten ist noch nicht entschieden .Da war man aber in der
Lage dies vom Lebensunterhalt getrennt zu bearbeiten .
Ich würde sagen du hast Anrecht auf den Regelsatz zzgl einen Teil Nebenkosten . Dies geht zum Teil auch pauschal , zb beim Wasserverbrauch gibt es Urteile das bis zu 108 L / Tag pro Person angemessen sind .
Was ich denke ist die Jobcenter von falschen Annahmen ausgehen um die grundsätzliche Hilfsbedürftigkeit in Frage zu stellen .
Da hift entweder der Rechtsweg- einen Beratungsschein bekommst du auch ohne Harz4 Bescheid , du mußt nur Nachweisen das du bedürftig bist ( Kontoauszüge mitnehmen etc) ,Auskunft erteilt ein Rechtspfleger beim Amtsgericht.
Der zweite Weg ist Hartnäckigkeit ... Schreiben aufsetzen mit Frist zur Antragsbearbeitung bzw Zahlung und auf Vorschuss bestehen ..so lange bis SB zum Teamleiter rennt und dir ein Lebensmittelgutschein gibt .
Zur Krankenversicherung hoffe ich für dich das du bis jetzt deine Beiträge selbst zahlen konntest , sonst Erwartet dich da eine Nachzahlung aus eigener Tasche . Ich war drei Jahre nicht Krankenversichert und bekam immer nur zu hören das man ohne eine Bescheinigung der Vorkasse nicht aufgenommen werden kann .Die Nachzahlungen belaufen sich auf ca 6000 Euro .Es scheint bei dieser Pflichtversicherung Krankenkasse von 2007 keine Härteklausel zu geben - echt unfassbar.
Solltest du in den Genuß von Harz4 kommen haste warscheinlich gleich einen Termin beim Arbeitsvermittler , der dich in Maßnahmen stecken will oder dich mit tollen Arbeitsangeboten versorgt und dir eine EGV vorlegt schneller als du gucken kanst .
Fakt ist eigentlich hast du ein Anrecht auf etwas , aber das Recht mußt du auch durchsetzen können . Und du mußt dich mit dem Gedanken vertraut machen das du unrichtige oder halbwahre Auskünfte im JC bekommst , das Post verschwindet , das man dir unterstellt dieses oder jenes schon früher angefordert zu haben , du die Pflicht zu dies oder dem hättest - das mit deinen Rechten fällt entweder unter den Tisch oder sehr knapp aus .
Dranbleiben --härtere Gangart wählen.
 

gila

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Ihr spielt viel zu häufig bei den SBs die "Erklär-Bären" :biggrin:

Nicht so viel beschreiben - geht keinen was an.

Du bist ü25, versorgst dich eigenständig, hast ein Zimmer, für das machst du einen UNTERMIETVERTRAG mit deinem Bruder.
Ihr seid keine Haushaltsgemeinschaft - es gibt keine Unterstützung.
Somit auch KEINE Daten der anderen Hausbewohner.

Sei nicht dumm! Würdest du außerhalb des Haushaltes wohnen, müsste man deine angemessene Miete inkl. NK bezahlen. Warum mietfrei wohnen? Macht einen Pauschbetrag aus - du musst ja schließlich auch heizen etc. und das bissel mehr Geld für Miete kannst du neben dem Regelsatz schon gebrauchen.
Dauerauftrag an den Bruder nicht vergessen.

Trage eine angemessene Miete ein zzgl. Nebenkosten - besser als "Pauschale" (Zusatz: damit sind alle Nebenkosten, Betriebskosten, Heizkosten abgegolten).
Dann kann auch keiner bei den jährlichen Kosten rumfieseln.

Vertrag könnte beinhalten: vermietet wird 1 Zimmer, XX qm, Mitbenutzung Bad, Küche. Ansonsten Selbstversorgung.

Gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen - oder mit den neuen Fakten einen neuen Antrag stellen :icon_twisted: - die Bedingungen haben sich eben verändert - willst du nicht auf der Straße wohnen, musst du dem Bruder Miete zahlen.

Andere hier wissen sicher konkreter, ob ein 2. Anlauf machbar ist.
 

nairod

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hallo, nachdem es jetzt wieder hin und herging will das Amt folgende Punkte von mir haben:

1) Schriftliche Erklärung von Ihrem Bruder, dass er sie nicht unterstützt
2) Schriftliche Erklärung wann genau Sie von Ihren Eltern zu Ihrem
Bruder gezogen sind, wenn sie Leistungen vor dem Umzug möchten sind die Einnahmen und Ausgaben Ihrer Eltern vorzulegen.
3) Name, Vorname, Geburtsdatum, Verwandtschaftsverhältnis und Anschrift aller unterhaltspflichtiger Angeöriger außerhalb Ihrer Haushaltsgemeinschaft (Bruder, Eltern)
4) Erklären Sie bitte, ob in den Landkreis xxx zugezogen sind, wenn ja erklären sie bitte, ob Sie dort ALG II bezogen haben.

zu 1:

Hiermit erkläre ich, name, geb. xxx, dass ich meinen Bruder, name, geb. xxx momentan kostenfrei ein Zimmer in meinem Haus zur Verfügung stelle, Ihn aber nicht weiter finanziell oder sachbezogen Unterstütze.

zu 2:
Ich bin eine Woche vor meinem 25. Geburtstag auf die Stadt gegangen und habe mich umgemeldet. Ich will auch keine Leistungen, vor dem Umzug. Das einzige was ich will, dass sie mir jetzt endlich Hartz4 zahlen, ab dem Tag wo ich 25 wurde.

zu 3:
Meine Eltern sind mir doch nichtmehr unterhaltspflichtig genauso wenig wie mein Bruder oder?

zu 4:
Ich bin nicht zugezogen und habe nie ALG II bezogen.


Ich muss sagen, langsam drängt es, ich habe kaum mehr Geld vom ersparten und wenn das Amt so weiter macht, kann ich entweder Hungern oder im nächsten Aldi klauen gehen. Ich bin heilfroh, dass ich nicht im Winter auf die Straße gesetzt werde und ein Dach über dem Kopf habe aber das Amt lehnt systematisch meinen Antrag ab. Wenn ich meinem Bruder ständig irgendwelchen Mist für das Amt absegnen lassen muss, worauf der gar keine Lust hat, schmeisst der mich raus und macht die Tür zu.

Es wird wie immer rein gar nichts begründet, wieso ich diese Fragen beantworten soll/kann/muss und mir das Messer vom Amt auf die Brust gesetzt. Totale Friss oder stirb Manier. Ich habe nurnoch bis 13. Zeit, dass zu erklären.

Meint Ihr ich sollte zu einem Fachanwalt? Wenn ja habe ich das Recht auf einen Beratungsschein? Mit meinem ersparten Geld das mir zur Verfügung steht, kann ich mir keinen Anwalt leisten.
 
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gast_

Gast
AW: Antrag auf Vorschuß

3) Name, Vorname, Geburtsdatum, Verwandtschaftsverhältnis und Anschrift aller unterhaltspflichtiger Angeöriger außerhalb Ihrer Haushaltsgemeinschaft (Bruder, Eltern)
Seit wann muß ein Bruder Unterhalt leisten?

Ich als dein Angehöriger würde dir untersagen, meine Daten ans JC zugeben!

Meine Eltern sind mir doch nichtmehr unterhaltspflichtig genauso wenig wie mein Bruder oder?
Nein.

Unterhalt müssen Eltern zahlen, bis du eine abgeschlossene Berufsausbildung hast oder, falls du dich nicht ausreichend um eine Ausbildung bemühst, bis zum 18. Geburtstag. (Danach kannst du keinen Unterhalt mehr einklagen, das JC muß zahlen.)

Ich muss sagen, langsam drängt es, ich habe kaum mehr Geld vom ersparten und wenn das Amt so weiter macht, kann ich entweder Hungern oder im nächsten Aldi klauen gehen.
Warum stellst du keinen Antrag auf Vorschuß?

§ 42 SGB I

(1) Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßen Ermessen bestimmt. Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags.

(2) Die Vorschüsse sind auf die zustehende Leistung anzurechnen. Soweit sie diese übersteigen, sind sie vom Empfänger zu erstatten. § 50 Abs. 4 des Zehnten Buches gilt entsprechend.

(3) Für die Stundung, Niederschlagung und den Erlaß des Erstattungsanspruchs gilt § 76 Abs. 2 des Vierten Buches entsprechend.
Antrag auf einen angemessenen Vorschuss auf die zu erwartenden Leistungen nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gem. § 42 SGB I

Bedarfsgemeinschaftsnummer:




Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe meinen Antrag für Leistungen nach dem zweiten Sozialgesetzbuch mit allen erforderlichen Unterlagen am ........bei Ihnen eingereicht. Leider kann bis zum heutigen Tag keinen Zahlungseingang verzeichnen. Auch fehlt der dazugehörige Leistungsbescheid.

Aus diesem Grund beantrage ich einen Vorschuss (Barauszahlung) auf die zu erwartenden Leistungen gem. § 42 SGB I.
Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass ich weder die Miete bezahlen kann, noch über irgendwelche Mittel zur Ernährung verfüge. Deshalb ist meinem Antrag sofort statt zu geben. Eine Kopie meines letzten Kontoauszuges anbei.

Mit freundlichen Grüßen

Abgabe gegen Empfangsbestätigung auf einer Kopie – Beistand mitnehmen der Protokoll schreibt.
 

alexander29

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Genau, Vorschuß; danach (falls abgelehnt) umgehend eine einstweilige Anordnung an das Sozialgericht machen.
Verstehe nicht, weshalb du so lange gezögert hast.
 

gila

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hallo, nachdem es jetzt wieder hin und herging will das Amt folgende Punkte von mir haben:

1) Schriftliche Erklärung von Ihrem Bruder, dass er sie nicht unterstützt

Dies fordern sie wohl, um sich von der "Vermutung" der Unterstützug durch Familie "freizukaufen".

2) Schriftliche Erklärung wann genau Sie von Ihren Eltern zu Ihrem
Bruder gezogen sind, wenn sie Leistungen vor dem Umzug möchten sind die Einnahmen und Ausgaben Ihrer Eltern vorzulegen.

Hierzu keine Angaben - denn du willst das eh nicht.

3) Name, Vorname, Geburtsdatum, Verwandtschaftsverhältnis und Anschrift aller unterhaltspflichtiger Angeöriger außerhalb Ihrer Haushaltsgemeinschaft (Bruder, Eltern)

Darauf haben sie KEIN RECHT - dies ist nicht Grundlage für deinen Antrag! Rechtsgrundlage geben lassen!
Außerdem gibt es für dich keine unterhaltspflichtigen Angehörigen mehr.
Wer das so formuliert hat, ist eine Nulpe in seinem Fach.

4) Erklären Sie bitte, ob in den Landkreis xxx zugezogen sind, wenn ja erklären sie bitte, ob Sie dort ALG II bezogen haben.

zu 1:

Hiermit erkläre ich, name, geb. xxx, dass ich meinen Bruder, name, geb. xxx momentan kostenfrei ein Zimmer in meinem Haus zur Verfügung stelle, Ihn aber nicht weiter finanziell oder sachbezogen Unterstütze.

WARUM kostenfrei? Somit könnte man ihm unterstellen, dass er in dieser Weise für dich "einsteht". Schafft KLARE Verhältnisse und macht einen monatlichen Untermietbetrag aus samt Nebenkosten!

zu 2:
Ich bin eine Woche vor meinem 25. Geburtstag auf die Stadt gegangen und habe mich umgemeldet. Ich will auch keine Leistungen, vor dem Umzug. Das einzige was ich will, dass sie mir jetzt endlich Hartz4 zahlen, ab dem Tag wo ich 25 wurde.

zu 3:
Meine Eltern sind mir doch nichtmehr unterhaltspflichtig genauso wenig wie mein Bruder oder?

Nein, hat Kiwi schon beantwortet.

zu 4:
Ich bin nicht zugezogen und habe nie ALG II bezogen.

"Nulpe" sollte das eigentlich wissen.

Ich muss sagen, langsam drängt es, ich habe kaum mehr Geld vom ersparten und wenn das Amt so weiter macht, kann ich entweder Hungern oder im nächsten Aldi klauen gehen. Ich bin heilfroh, dass ich nicht im Winter auf die Straße gesetzt werde und ein Dach über dem Kopf habe aber das Amt lehnt systematisch meinen Antrag ab. Wenn ich meinem Bruder ständig irgendwelchen Mist für das Amt absegnen lassen muss, worauf der gar keine Lust hat, schmeisst der mich raus und macht die Tür zu.

Es wird wie immer rein gar nichts begründet, wieso ich diese Fragen beantworten soll/kann/muss und mir das Messer vom Amt auf die Brust gesetzt. Totale Friss oder stirb Manier. Ich habe nurnoch bis 13. Zeit, dass zu erklären.

Meint Ihr ich sollte zu einem Fachanwalt? Wenn ja habe ich das Recht auf einen Beratungsschein? Mit meinem ersparten Geld das mir zur Verfügung steht, kann ich mir keinen Anwalt leisten.
Mach es wie Kiwi vorgeschlagen hat: Stelle Antrag auf Vorschuß und gib an, dass du keine Rücklagen mehr hast und bedürftig bist.
Nicht abweisen lassen, dass du zuerst die geforderten Punkte erfüllen muss. Dann könntest du sagen: SIE wissen GANZ GENAU, dass ihre Forderungen nicht rechtmäßig und Voraussetzung für meine Antragstellung sind.

Zum Amtsgericht gehen, Beratungsschein holen. Hier musst du nachweisen, dass du KEINERLEI Einkommen und Vermögen hast.
Wenn du noch Ersparnisse hast und angibst, wird es schwieriger und kann dauern.

Der etwas schnellere Weg wäre, einen Anwalt für Sozialrecht anrufen und direkt fragen, ob er dich auf Grundlage der Kosten für den Beratungsschein berät, wenn du selbst bezahlst (falls das für dich noch machbar ist)

Ich habe mehrmals die Erfahrung gemacht, dass sich ein Anwalt darauf einlässt, denn er erhält eh nicht mehr als ca. 50 Euro für eine Erstberatung.
 

nairod

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die Sache liegt nun beim Anwalt.

Nachdem ich das jetzt nochmal hingeschrieben habe wieder abgelehnt gekriegt habe, weil ich angeblich Punkt2 und 3 angeben MUSS, habe ich mir einen beratungsschein geholt und die Sache darf nun der Anwalt regeln. Auskunft nach welchem Recht sie das einfordern habe ich auch nicht gekriegt.

Eine Unverschämtheit so etwas.
 

gila

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:icon_daumen: Guter Anfang - man muss sich nicht alles bieten lassen.
Toi toi
 

nairod

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also ich war heute beim Anwalt.

Aus diesem Gespräch ging folgendes hervor:

Ich bekomme garnichts. Eltern sind grundsätzlich unterhaltspflichtig. Da ich nie eine "richtige" Arbeit hatte und keine eigene Wohnung wird es grundsätzlich daraus hinauslaufen, da ich mit meinem Eltern unter einem Dach wohne (auch wenn ich bei meinem Bruder wohne der mir ein Zimmer zur Verfügung stellt, meine Eltern wohnen auch dort).

Prinzipiell müsste man erst vor das Familiengericht gehen und dort müssten meine Eltern klagen, dass sie mir nicht mehr unterhaltspflichtig sind.

Alternativ muss ich eine Arbeit ausüben, ausziehen und wenn ich die Arbeit dann verliere, dann käme eventuell Hartz IV in Frage.

Wirklich rechtens kann ich mir das Ganze nicht vorstellen.

Der lapidare Satz des Anwalts "Dann muessen sie halt arbeiten" stieß mir sauer auf. Ich habe hunderte Absagen, wenn es keine Arbeit gibt, gibt es keine, ich kann nicht mehr machen als mich auf jede Stelle die es gibt zu bewerben.
Insgesamt wirklich toll, mit einem Fachabitur dann wenn mein Bruder mich nichtmehr duldet, auf der Straße zu sitzen und gegebenfalls dann die eigenen Eltern verklagen damit man nicht verhungert.
Nicht einmal die Krankenkasse wird übernommen, die ich jetzt auch abmelden werde und dann eben nicht versichert bin.
Anrecht auf eine Lehrstelle hat man anscheinend sowieso nicht und jetzt mit 25 sind meine Chancen eh gleich 0, dass ich da noch etwas finde.
So kann man natürlich auch billige Arbeitskräfte für Zeitarbeitsfirmen schaffen.
 

Purzelina

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Hast Du eine abgeschlossene Berufsausbildung und wovon hast du bisher gelebt?
 

Schneider80

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So wie ich das kenne:

Bist 25 sind deine Eltern (wenn sie Geld haben) unterhaltspflichtig. Du darfst nicht ausziehen. (U25)
Ab 25 sind deine Eltern nur noch unterhaltspflichtig wenn sie Geld haben. (Ü25)
Du kannst nun allerdings mit Ü25 ausziehen. Was mit U25 nicht geht. Am besten wäre es wenn du dir eine eigene Wohnung suchst.
Jetzt Geld zu bekommen geht nur wenn dir deine Eltern schriftlich geben das sie mit dir nix mehr am Hut haben wollen (Geld) Da gibt’s hier schon vordrucke.


Am besten gehst du zu einem Sozialberater in deiner Gemeinde die kennen sich da eigendlich ganz gut aus.
 
X

xyz345

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@nairod: Klar kannst du ne Lehre antreten. Kanzlerin Murksel ist doch gerade auf Werbetour in Italien, um die dortigen Jugendlichen mit schönen Lehrstellen zu beglücken. Du siehst, wir haben Lehrstellen in Massen zu vergeben. :icon_daumen:


***Nix für ungut, aber mein Zynismus lässt sich leider nicht bremsen. Sorry. ***
 
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Mit Fachabitur sollte doch eine Lehrstelle zu finden sein,man hört doch andauernd das Lehrstellen nicht besetzt werden können weil es an Bildung mangelt. :cool:
Also weiter suchen.:icon_daumen:
In welche Richtung soll es denn gehen?
 

nairod

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Die bittere Realität ist ein großer umzugskarton mit 200-500 Absagen. Wieviele es wirklich sind kann ich nicht sagen, weil ich nachdem ich ins dreistellige kam aufgehört habe zu zählen.
Ich hatte im Fachabitur einen 2,8er Schnitt, nachdem ich fast ein halbes Jahr versäumt habe aufgrund eines Unfalls. Die Schule damals hat mich nicht wiederholen lassen und mit 1 Punkt in Mathe sieht das ganze halt echt nicht toll aus...

Richtung? Ich habe mich auf jede Lehrstelle beworben die ich bisher gefunden habe. Vom Pommesschüttler bis zum Maurer über Bürofutzi.

Aber ich verstehe das schon, jemand der krankheitsbedingt einen schlechten Schulabschluss hat ist wertlos. Dann lieber einen 15 jährigen Inder oder sonstwas, der schon 5 Doktortitel hat. Auch wenn diese Doktortitel von einem Stammesschamanen oder afghanischem War-Lord ausgestellt wurden, das ist erstmal zweitrangig.
 

Wutbuerger

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Studium anfangen ? Den Gedanken hatte ich im Sommer auch mal ,als Alternative zum JC .Bisher hatte ich auch höchstens Aussicht auf Probearbeiten - wobei mich das Gefühl beschleicht es geht drum möglichst viel Kohle abzugreifen ... Maßnahme bezahlen lassen , auf Kosten des JC arbeiten lassen , dann evtl noch mit Zuschüssen einstellen .
Es gibt so viele die passen nicht ins Raster - und viele sagen dir nicht mal ab -von den letzten 5 : 2 Absagen , 2 ohne jeden Kommentar , 1 noch in der Schwebe .
Nun weiß ich nicht was dich so interessiert oder wie du weiter planen willst , aber Fachabi bietet schon die ein oder andere Option
 
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