Ü 50 freigestellt, Wohnung gekündigt (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

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jesamine

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Hallo,

ich bin 53, habe bis jetzt immer gearbeitet. Seit dem 1.4. bin ich - nach 2 Jahren Mobbing im Job freigestellt, bis 31.9. , mit 30 Stundengehalt als Erzieherin. Ab 1.10. arbeitslos.
Heute nun kam mein Vermieter, und sagte mir, das er die Wohnung, in der ich seit 10 Jahren lebe, für seinen Sohn braucht. Habe alles selber eingebaut. Fiel ihm nicht leicht, und er stellte in Aussicht, Kündigungsfrist bis 1.1. , und für das was ich investiert habe, Erstattung.

Ganz davon abgesehen, das das finanziell und privat eine Katastrophe ist - unter welchen Kriterien suche ich mir denn nun eine Wohnung??? Bekomme ca. 700 Euro Arbeitslosengeld, wenn ich keinen Job finde. Oder gleich Harz IV Kriterien?
Bin dankbar für Hilfe.

Ute
 

Tinka

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Willkommen im Club! :icon_sad:

Da du vermutlich leider nie wieder eine Arbeit finden wirst als ältere Frau in diesen Zeiten, wäre es bestimmt sinnvoll gleich eine Wohnung entspechend der KDU und ALGII-Bezug zu suchen.

Ob du dich gegen die Kündigung wg. Eigenbedarf wehren kannst, weiss sicher die Verbraucherzentrale oder ein Mieterverein.
 

Seehase

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Hallo Ute,
willkommen hier in diesem Forum. Schön dass Du gepostet hast, ist manchmal der erste Schritt die Psyche bei Problemen ein wenig zu entlasten und Du wirst sehen, der eine oder andere ehrliche Hinweis von hier; hilft manchmal auch ein Stückchen weiter.

Wenn ein Hauseigentümer für eine Vermietete Wohnung „Eigenbedarf“ anmeldet, wird man letztendlich wohl nicht viel machen können.
Persönlich scheint mir der Vermieter mit seiner Bereitschaft der langen Kündigungsfrist und Ablöseangebot doch sehr fair und das zeugt von einem bislang harmonischen Mietverhältnis.


Pauschal gesehen glaube ich bekommst Du für 24 Monate Dein Arbeitslosengeld I. Das ist zwar nicht unbedingt und fianziell gesehen wirklich toll, aber es ist auch nicht die Zwangsjacke von Hartz IV. Primär und mit allem Nachdruck solltest Du Dich jedoch nach einem für Dich geeignetem neuen Job bemühen.

Die Situation wie die Chancen auf einen neuen Job für Dich stehen wirst Du aber erstmal nur selber realistisch beurteilen müssen. Auf Grund fehlender Kenntnisse über Dein Umfeld wie persönliche Situation, Infrastruktur, regionale Arbeitsmarktlage, berufliche Qualifikation, Mobilitätsmöglichkeiten oder Mobilitätsbereitschaft kann Dir ein Außenstehender schwerlich einen konkreten Rat geben, mußt Du aber auch nicht unbedingt preisgeben, wenn Du es nicht möchtest.:icon_evil:


Persönlich glaube ich aber, gibt es immer einen Weg, auch wenn er sich manchmal als sehr schwierig darstellt. Ein erstmal gefundener Weg muss aber auch nicht immer gleich die Endlösung sein, gelegentlich muss man auch mal einen Umweg gehen um ans Ziel zu kommen.

Beruflich kann ich das jedenfalls aus eigener Erfahrung sagen. Ich bin froh, dass sich mein Wohnungsproblem bislang immer relativ positiv und leichtgängig gelöst hat.:icon_smile:

Ich wünsche Dir viel Glück und lass den Kopf nicht hängen, auch wenn’s manchmal schwer fällt. Ich bin sicher, dass wenn man die Situation realistisch angeht, wird sich auch ein Weg für einen neuen Job und letztendlich auch eine Problemlösung für die Wohnung finden. Zeitlich gesehen hast Du ja doch ein bisschen Luft durch den Vermieter bekommen.

Viele Grüße vom Seehasen
 

Seehase

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Hallo Tinka,
Da du vermutlich leider nie wieder eine Arbeit finden wirst als ältere Frau in diesen Zeiten, wäre es bestimmt sinnvoll gleich eine Wohnung entspechend der KDU und ALGII-Bezug zu suchen.
Es ist nicht Grundsätzlich meine Art bei Beiträgen meine "Nettikette" zu verlieren. Jedoch fällt mir es sehr schwer, wenn ich Deine Zeilen lese.:icon_twisted:

Auf welcher Grundlage nimmst Du die Berechtigung solche Prognosen und Zukunftsdiagnosen für Jesamine zu stellen?

Kaputtreden ist natürlich leicht und eine Verallgemeinerung Deiner Güte wird wohl kaum zur Selbstmotivation für Jesamine förderlich sein. Somit ist Dein Beitrag mehr als flüssig. Sondern wirklich überflüssig weil völlig daneben und nicht hilfreich.:icon_kotz:

Ich bin sicher, wenn Jesamine den ersten "Hammer" der Eigenbedarfsanmeldung überwunden hat. Ihre Gedanken wieder ordnen konnte, wird Sie für sich einen Weg finden, um Ihre Situation neu zu ordnen.

Wenn Deine Beiträge nicht konstuktiver sind wie der letzte hier auf dieser Site, ist es hilfreicher wenn Du Dich mit Beiträgen bei hilfesuchenden zurück hälst. Weniger ist manchmal mehr!

Viele Grüße vom Seehasen
 

jesamine

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Lieber Seehase,

danke für Dein hilfreiches Posting. Stimmt, ich bin zur Zeit sehr angeschlagen, nicht "nur" durch das alles, sondern oder klar auch gesundheitlich.

Danke auch für Deine Fragen.. ich bin Erzieherin mit Leitungserfahrung, Zusatzausbildung in Gestalttherapie, zeitweise tätig in Erwachsenenbildung ( Frauenselbsterfahrung), Heilpraktiker Psychotherapie. Wollte eigentlich in meinem Zimmer innerhalb der Wohnung praktizieren, schon Korkboden auslegen lassen etc.
Arbeitsmarktlage - habe schon viele Bewerbungen abgeschickt, immer Absagen. Hab aber zu Kindertagesstättenbereich nicht mehr so die Nerven.

Infrastruktur ist gut, Wohnungen teuer.

Lebe alleine, Familie ist 500 - 700 km weit weg. Freunde habe ich.
Morgen wollte ich zur Gewobau, mal gucken, was es für Wohnungen gibt.
Und zum Mieterschutzbund. Gott sei Dank habe ich mir in der Zeit ein Netz aufgebaut, wie Mobbingberater, Nervenarzt etc. War auch beim Arbveitsamt.
Hartz 4 eine Zwangsjacke? Ich fürchte auch, da darf man glaub ich gar nichts, ausser ehrenamtlich oder diese blöden 1 Euro Jobs haben.
Umschulen, ach ich weiss im Moment gar nichts. Es ist alles sehr viel. Zudem Tinnitus etc.

Ein Auto habe ich nicht, und möchte es mir auch nicht anschaffen.

Erst einmal danke, das entlastet wirklich und ist mir eine Hilfe.
Liebe Grüße Ute
.
 

blattkaktus

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Hallo jesamine,
also hier bei uns in der Gegend suchen sie auch wieder vermehrt ältere Erzieherinnen, weiß ich von einer Bekannten. Es ist also nicht völlig aussichtslos. Und Du hast ja gute Voraussetzungen. Auch gibt es sicher noch gute Kollektive, wo man mit leben kann.
Ich wünsche Dir auch alles Gute, dass es wieder aufwärts geht.
lg
 

Berenike1810

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Hallo jesamine,

wenn mich nicht alles täuscht, hast Du nach einer Mietzeit von 10 Jahren eine ganz andere "Kündigungszeit". Informiere Dich unter www.frag-einen-Awalt.de (wenn der Link so nicht stimmt bitte google'n)

Dort bekommst Du für einen geringen Einsatz die Antwort.

Die Kündigungsfristen sind nach meinem Wissen nach Dauer der Mietzeit gestaffelt und das könnte in Deinem Fall auf jeden Fall mehr als ein volles Jahr bedeuten (bis 5 Jahre!).

Somit hättest Du genug Zeit neuen Wohnraum zu suchen.

Schöne Grüße
Berenike
 

Tinka

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Auf welcher Grundlage nimmst Du die Berechtigung solche Prognosen und Zukunftsdiagnosen für Jesamine zu stellen?

Kotzen
@Seehase, könnte ich wenn ich an die Situation älterer arbeitsloser Frauen mit viel Berufserfahrung in diesem Land, in dieser Zeit denke und die Berechtigung zur Prognose entnehme ich meiner eigenen Erfahrung und der von 100.000en anderen älteren Frauen, von denen ich (ebenfalls Erzieherin mit Leitungserfahrung + ausserdem kaufmänn. Laufbahn) sehr viele in banalen & nutzlosen 50+ Maßnahmen getroffen habe.

Da gibts auch nichts schön zu reden und zu motivieren, wie es in den Medien und Maßnahmen immer wieder versucht wird: es ist eine Tatsache, dass wir als weibliche 50+ Gruppe nicht wieder eingestellt werden, wenn wir mal entlassen wurden. Wenn es mal eine schafft, dann landet sie höchstens mal im Callcenter oder an der Kasse,

Und da lass' ich mir von dir garantiert nicht den Mund verbieten!
:rolleyes:

@Jesamine hat gefragt, was für eine Art von Wohnung sie anmieten soll und ich habe ihr meine Erfahrung/Meinung mitgeteilt.

Wozu Illusionen verbreiten, wenn die Situation es nicht hergibt und es besser wäre -ohne langes Hin-und Herdenken - die Gegebenheiten in diesem Land anzusehen.

Gerade dazu dient dieses Forum ebenso, den neuen Usern (und gerade den älteren Frauen) die Wahrheit zu sagen und ihnen den langen Weg über polit. gewollte Selbstzweifel, Minderwertigkeitskomplexe,Schein-Selbstständigkeiten, Umschulungen, Bewerbungstraining, 1€-Jobs usw., usw. die wir hier im Forum schon gemacht haben, zu ersparen und ihnen klar zu machen, dass es bestimmt nicht an ihnen liegt, wenn sie im H4-Bezug bleiben, sondern dass es einfach nicht genug Arbeit für alle gibt und für ältere Frauen schon gar nicht.

Dein persönl. Beispiel von neuer Arbeit in Bayern ist ein absoluter Einzelfall und für 100.000 de ältere, arbeitslose Frauen kaum anwendbar.


@Blattkaktus: Die Idee mit den Kollektiven und Wohngruppen ist gut und wird auch hier im Norden schon unter Älteren und Alleinstehenden mit wenig Einkommen praktiziert. :icon_daumen:

Auf jeden Fall erfordert diese neue, gesellschaftl. noch nie dagewesene Ausgrenzung unserer Gruppe ein Umdenken und Neustrukturieren ausserhalb der jahrelangen Erfahrungen der Einbindung in Berufsleben und Gesellschaft, das unsere volle Kreativität und Weitsicht erfordert und ich wünsche jeder älteren Frau in dieser Situation alles Gute dabei.
 
Y

Yogy

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Hallöchen Seehase,

wie schreibst Du so nett:

Hallo Ute,
willkommen hier in diesem Forum. Schön dass Du gepostet hast, ist manchmal der erste Schritt die Psyche bei Problemen ein wenig zu entlasten und Du wirst sehen, der eine oder andere ehrliche Hinweis von hier; hilft manchmal auch ein Stückchen weiter.

Nichts anderes hat Tinka gemacht, als einen ehrlichen Hinweis gegeben. Nämlich den Hinweis, dass Frauen 50+ mehr als schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und dass es ratsam ist, sich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen.

Das ist nicht kaputt reden, das ist die Realität, mit der sich jede Frau über 50 auseinander setzen muss, die nun zum Heer der Arbeitslosen gehört.

Wer das noch nicht realisiert hat und glaubt, mit netten Worten ala "ach, das wird schon wieder" "alles wird gut" "Du hast Chancen wieder einen Arbeitsplatz zu finden", tja, der hat nicht erkannt, wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für arbeitlose 50+ sind.

Die Aussage, dass Ute shr wahrscheinlich keine regulär bezahlte Arbeit mehr finden wird ist Deiner Meinung nach eine Verallgemeinerung, womit kannst Du das belegen?

Die Realität ist, dass es Realität ist, dass 50+ die denkbar schlechtesten Aussichten haben, wieder in den "normalen" Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden.

Wenn ich richtig informiert bin, hast Du das sagenhafte Glück gehabt wieder Arbeit gefunden zu haben. Dieses Glück haben nur ganz wenige. Aber Du hast natürlich insoweit recht, dass nicht ganz unmöglich ist.

50+ ist ein Vermittlungshemmnis, dass weder durch Geld noch durch gute Worte aus der Welt zu schaffen ist.

Das Schicksal von Ute ist schwer, ohne Frage. Aber das ist das Schicksal aller 50 +, die entsorgt wurden von einer Gesellschaft, in der nur noch eines zählt, nämlich Profit und Jugendwahn.

Meiner Meinung nach war es ein ehrlicher und konstruktiver Beitrag von Tinka, wenn Sie dazu rät, sich möglichst bald nach einer Wohnung umsieht, die sich Ute ggf. auch dann leisten kann, wenn Sie nicht das Glück hat, eine neue Arbeit zu finden. Ihr falsche Hoffnungen zu machen halte ich für nicht hilfreich.


Es grüßt
Yogy



Hallo Tinka,


Es ist nicht Grundsätzlich meine Art bei Beiträgen meine "Nettikette" zu verlieren. Jedoch fällt mir es sehr schwer, wenn ich Deine Zeilen lese.:icon_twisted:

Auf welcher Grundlage nimmst Du die Berechtigung solche Prognosen und Zukunftsdiagnosen für Jesamine zu stellen?

Kaputtreden ist natürlich leicht und eine Verallgemeinerung Deiner Güte wird wohl kaum zur Selbstmotivation für Jesamine förderlich sein. Somit ist Dein Beitrag mehr als flüssig. Sondern wirklich überflüssig weil völlig daneben und nicht hilfreich.:icon_kotz:

Ich bin sicher, wenn Jesamine den ersten "Hammer" der Eigenbedarfsanmeldung überwunden hat. Ihre Gedanken wieder ordnen konnte, wird Sie für sich einen Weg finden, um Ihre Situation neu zu ordnen.

Wenn Deine Beiträge nicht konstuktiver sind wie der letzte hier auf dieser Site, ist es hilfreicher wenn Du Dich mit Beiträgen bei hilfesuchenden zurück hälst. Weniger ist manchmal mehr!

Viele Grüße vom Seehasen
 
Y

Yogy

Gast
Eine Bemerkung noch zum Thema Selbstmotivation sei mir erlaut. 2007 als der sog.Aufschwung der Konjunktur ja auch schon uns 50+ nicht erreichte schrieb jemand zum Thema Motivation und Chancen für ältere Arbeitnehmer u.a. folgendes:

Solche Aussagen sind hochmotivierend
Hallo hier im Forum,

habe ja schon einiges hier im Forum von den Nöten und Zustände von Arbeitssuchenden über 50 gelesen.
Trotzdem gebe ich die Suche nach einem Job noch nicht so ohne weiteres auf und habe mich bundesweit und in unsere benachbarten Länder Österreich und Schweiz im Hotel- und Gastronomiebereich beworben. Bislang leider erfolglos und nur mit Kosten verbunden.

Nun habe ich ein Telefongespräch mit einem Institut für private Arbeitsvermittlung in der Schweiz gesucht und mich ausführlich über reale Chancen einer Jobvermittlung erkundigt und war verblüfft über die offene Information des Sachbearbeiters.

Zitat Anfang sinngemäß:
"Sehen Sie, sie sind 56 Jahre alt. Gegen eine Gebühr könnte ich Sie in unsere Vermittlungskartei aufnehmen. Aber unsere Kunden (Hotels u. Restaurant nehmen nur unsere Vermittlungshilfe für den Mitarbeiterkreis in Anspruch, die sonst nicht oder nur schwer zu bekommen sind. Mit älteren Mitarbeitern ist die Schweiz wie Deutschland überlaufen und es besteht keinerlei Bedarf, schon garnicht aus Fremdlländern.
Als seriöse Vermittlungsagentur nehme ich Sie deshalb erst gar nicht an, weil nach unseren Erkenntnissen eine Vermittlung unmöglich erscheint.

Wenn Sie es aber dennoch versuchen wollen, bewerben Sie sich direkt in den Hotels, vielleicht hat ja jemand Mitleid und gibt Ihnen eine Chance." Zitat Ende

Diese offenen Worte haben mich tief getroffen und auch ein paar mal kräftig schlucken lassen.

Bewerbungserfahrungen mit negativem Resultat und der Standard-formulierung
...nichts mit Ihrer Qualifikation oder Persönlichkeit zu tun, aber bitten um Verständnis das wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben...
kennt man ja schon zur genüge und weiß auch, dass die wahren Gründe der Ablehnung auch aus juristischen Gründen nicht ausgedrückt werden.

Aber so offen hat es mir auch noch keiner gesagt.


Tja, Seehase, wer das wohl schrieb. Diese Erfahrungen, die der Schreiber schon 2007 machen musste, stehen in Zeiten der Wirschaftskiese noch vielen älteren Arbeitnehmern bevor. Wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mir ist es jedenfalls lieber, wenn mir ehrlich und offen auf meine Fragen hier geantwortet wird und mir nicht nach dem Mund geredet wird.

Und ja, manchmal tut es sehr weh, was man sich so anhören oder lesen muss (hiermit ist nicht dieses Forum gemeint, sondern Aussagen von Politikern, potentiellen Arbeitgebern, ARGEN und sonst.) , wenn es darum geht, dass man als 50+ doch tatsächlich noch Anspruch auf einen Arbeitsplatz erhebt, der den eingenen Qualifikationen und Neigungen entspricht . Ende
 

jesamine

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Hallo ,

danke für die vielen Anworten. Ich nehme mir, was für mich grad hilfreich ist. Tinka, Deine Antwort hat mich schon getroffen, weil getroffen bin ich im Moment heftig.
Vermutlich ist es aber so, Tinka, oder verläuft oft so. Was Du schreibst, ist zum großen Teil sicher Realität. Ich stehe noch am Anfang, und hoffe, ich habe noch ein paar Chancen.

Heute war ich bei der Gewobau, die mir sagten, ohne Arbeit keine Wohnung.
Bei der Stadt gibt es die Verfügungswohnungen ( auch Harz 4 ). In dem Bereich habe ich gearbeitet. Sozial schwache Familien, und ich bete , das ich dort nicht lande.
Tja, nach dem Mobbing im Job ( das neue Team wollte mich als alte Leitung dazu mit Psychotherapie Ausbildung nicht. Wäre ich dort gebleiben, hätte ich das nicht überlebt - meinte mein Nervenarzt.) nun das. Ich bin wahnsinnig angespannt, fühl mich reichlich angeschlagen, auch von den zwei Jahren Sress vorher. Zwei Jahre Mobbing und Angst, die Arbeit zu verlieren. Nun ist sie weg - gut das ich dort raus bin Einerseits.
Und würd gern mal ausruhen. Also, innerlich.
Hab Termin mit Mieterverein - w. Kündigungsfrist usw.
Nun geht die Jobsuche weiter.Gibt bei uns auch Erzieherstellen. Aber die Absagen, die ich bekommen habe..... ich würd auch in der Lebkuchenfabrik arbeiten. Wenns okay ist und das Geld stimmt.

Vielleicht geh ich morgen zur 1. Mai Demo. Viele haben Angst vor Harz 4 ( allein der Name ), mal sehen.

Das schlimmste ist , alleine zu sein. Mit allem, darum danke fürs Teilen.

Euch allen einen guten 1. Mai, nie aufgeben. Ute

.
 

Philas

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Da du vermutlich leider nie wieder eine Arbeit finden wirst als ältere Frau in diesen Zeiten...
Welch eiskalte Begrüßung. Da bittet jemand um Hilfe, im Schockzustand der erst erfolgten Kündigung, im zweiten Schockzustand des kommenden
Verlustes der Wohnung, mit angeknackster Psyche nach 2 Jahren Mobbing
und bekommt einen solch eiskalten Satz vor den Latz geknallt. :icon_evil: Sorry, dass ist wirklich daneben!! - Das ist mangelnde Empathie und daran gibt es nichts schön zu reden.

Ich glaube kaum, dass Ute sich irgendwelche Illusionen über ihre Chancen am Arbeitsmarkt macht. Wie keiner der über 50 ist. Es ist nicht nötig, Hilfesuchende noch zusätzlich in ein tiefes Loch zu stürzen. Selbst mich, bereits seit 10 Monaten arbeitslos und auch 50+ hat dieser Kommentar so runtergezogen, dass mich Suizid-Gedanken, die mich sowieso seit meiner Arbeitslosigkeit begleiten, die ganze Nacht gequält haben. Die Kälte, die auf dem Arbeitsmarkt und in dieser Gesellschaft herrscht, müssen wir hier im Forum nicht noch verstärken.

Wahrheiten kann man auch anders formulieren - es geht nicht darum, jemanden den Mund zu verbieten.

@ Ute - herzlich willkommen im Forum, das wirklich sehr hilfreich ist. Ich empfehle Dir neben dem Forum auch vom Arbeitslosenprojekt TuWas den "Leitfaden für Arbeitslose" anzuschaffen. Er hilft Dir in vielen Fragen weiter.

LG
Philas
 

Tinka

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Hallo ,

danke für die vielen Anworten. Ich nehme mir, was für mich grad hilfreich ist. Tinka, Deine Antwort hat mich schon getroffen, weil getroffen bin ich im Moment heftig.

.
Das glaube ich gern und bedaure es, weil wir alle 50+ und womöglich noch alleinstehenden, erwerbslosen Frauen hart getroffen sind und fast alle hatten wir ähnliche Erlebnisse wie du mit Mobbing & Entlassung, daraus folgende psychische oder physische Erkrankungen, Stress und Anspannung, 1000mal beworben und gehofft, selbst von "Lebkuchenfabriken" abgelehnt worden oder keine Antwort erhalten, bittere finanzielle Einschränkungen, Unverständnis im Bekanntenkreis, an die Rente besser gar nicht denken, dazu noch der unbeschreibliche Arge- und MaßnahmenTERROR von meist dümmlichen Jüngeren...usw., usw.

Und da gibt es leider nichts zu beschönigen, besser der Tatsache ins Auge sehen: Wer wird uns in diesen Zeiten einen Arbeitsplatz geben, der über CC oder Kassentätigkeit hinausgeht, wenn anderswo 100.000 entlassen werden?

Das Mediengewäsch von den hochmotivierten, gut ausgebildeten und kompetenten 50+ Kräften greift nicht mehr, die will nämlich Niemand, auch nicht in Kurzarbeit...

Wir älteren, erwerbslosen, eventl alleinstehenden Frauen müssen zwangsläufig umdenken, uns ein ganz neues, anderes Leben gestalten, neu erfinden, im H4, Grundsicherungs- oder Frührentenbezug neben/mit den Transferleistungen eine neue Beschäftigung & Geldeinnahme finden, die nichts mit Erwerbsarbeit zu tun hat, weil es die für uns nicht mehr gibt und bei der wir mit all der Power, Erfahrung und Kreativität, die in uns steckt nicht als frühzeitige Rentnerinnen zu Hause versauern.

Willkommen nochmal im Club (der Nachdenklichen) :icon_wink:

P.S. Eine gaaanz billige Wohnung (oder Wohngruppe) ist in jedem Fall sinnvoll.
 

Seehase

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Hallo hier im Forum,

schön dass sich die Beiträge nach den ersten überzogenen Sätzen doch schon gemäßigter anhören.

@ Tinka, es kann nicht meine Absicht sein hier jemanden den Mund zu verbieten weil:
  • Ich es nicht kann!
  • Weil es keinen Sinn machen würde!
  • Ein Forum von guten Beiträgen lebt!
Jedoch hilft es wirklich keinem, wenn Beiträge so unsachlich wie # 2 verfasst werden. Sicherlich ist mir die berufliche Situation von älteren Arbeitssuchenden und auch insbesondere Frauen sehr wohl bekannt.

Meine Frau (53) sucht seit 2,5 Jahren einen adäquaten Job und hat bis heute kein seriöses Angebot bekommen welches sich lohnte angenommen zu werden. Uns ist also die Marktlage auch für junggebliebene Frauen mit 50+ geläufig und deren Chancen in der Arbeitswelt durchaus bewust.


Auch weiß ich, das ich in meiner Situation der Jobsuche, ein sehr großes Glück gehabt habe und dafür bin ich auch allen dankbar. Am meisten aber mir selber, dass ich nicht aufgesteckt habe und Beiträgen, wie deinem ersten Posting hier zu diesem Thema, aufgesessen bin.
Auch ich habe nächtelang nicht schlafen können. In depressiven Zuständen gegrübelt und mir Gedanken um einen neuen Job gemacht. Ohne Unterstützung vom geeigneten Medikamenten weiß ich nicht wie ich da durch gekommen wäre. Das geht leider vielen Arbeitssuchenden über 50+ aber auch jüngeren Personen mit Verpflichtungen für die Familie Haus u. Hof so. Das hat nichts mit dem Alter zu tun.

Vielleicht habe ich auch einen Beruf, der auf dem Arbeitsmarkt noch gesucht und „nur“ das Lebensalter sich immer häufiger als Bremse darstellt. Jedoch wie ich, hin und wieder eine Chance bekommt, weil. langsam der Nachwuchs rückläufig wird. Alles zusammengenommen passte es halt für mich.:icon_smile:


@ Jogy, danke dass Du diesen Beitrag von mir aus der Versenkung geholt hast. Ich hatte ihn schon fast vergessen, aber das ist doch genau die Situation warum man nach solchen Kommentaren wie die der Schweizer Agentur, nicht aufstecken darf, egal wie brutal sie formuliert werden, denn sie stimmen einfach nicht wenn sie Pauschal gehalten sind!
Es gibt in jeder noch so hoffnungslos aussehender Situation die Ausnahmen. Und warum sollte ausgerechnet Jesamine nicht von einer solchen Ausnahme heimgesucht werden? Das wird ihr aber nur dann widerfahren wenn sie sich selber nicht aufgibt und weiter an sich selbst glaubt. Dann wird sich Ihr sicherlich auch beruflich Möglichkeiten bieten mit der Sie evtl. leben kann, wenn auch erstmal nur vorübergehend. Aus einem Job heraus eine berufliche Veränderung suchen ist jedenfalls leichter als mit einem Berufsstatus „Arbeitssuchend“.


Es hilft keinem, durch Jobverlust und drohendem Wohnraumverlust, z. Zt. seelisch tief unten liegenden Menschen mit unqualifizierten Pauschaläußerungen zu beharken. Auch wenn es Eure persönliche Meinung in der Betrachtung eines mit dürftigen Informationen aufgemachten Erstposting wie in diesem Fall von Jesamine gesandt wurde.

@ Jesamine, ich wünsche Dir, dass Du für Dich Beiträge aus diesem Forum entsprechend filtern kannst. :icon_daumen: Im Grunde genommen ist dieses Forum hilfreich. Nicht direkt um an einen neuen Job zu kommen, jedoch so mancher gut gemeinte Tipp kann manchmal recht nützlich im Umfeld und der augenblicklichen Situation sein.

Allen hier im Forum ein schönes, sonniges Wochenende vom

Seehasen
 

jesamine

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Hallo Philas,

für Tips bin ich dankbar. Die Gefahr besteht, in Depression abzurutschen. Suizid - irgendwie geht es ja immer weiter. Und solange Hoffnung besteht, kann man sich bewegen. Am schlimsten ist, handlungsunfähig zu sein. Illusionen, vielleicht hab ich die noch, bzw. Hoffnungen. :icon_party:
Ich bin noch nicht bereit, die Perspektive, die Tinka bereit stellt, zu übernehmen. Noch bin ich kreativ, noch habe ich Ideen. Mag sein, das alles so schief läuft :icon_kotz2:, aber ich brauche gute Energien. :icon_smile:
.......
@ Ute - herzlich willkommen im Forum, das wirklich sehr hilfreich ist. Ich empfehle Dir neben dem Forum auch vom Arbeitslosenprojekt TuWas den "Leitfaden für Arbeitslose" anzuschaffen. Er hilft Dir in vielen Fragen weiter. -
.......
Der Leitfaden müsste ja auch in der Stadtbücherei sein, hoffe ich mal. Guter Tip.

Danke Yoga, Marsipulami, Berenike, Blattkaktus , Tinka, Seehase :icon_stern:
 

jesamine

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Hy Seehase,

jetzt habe ich doch Dein Posting erst zum Schluss gelesen. Das treibt mir ja direkt die Tränen in die Augen. Echt lieb. Ich möchte hier nicht bewerten, aber es tut mir sehr gut, die Aufmunterung, kann ich gebrauchen.

Ja, und nun in den 1. Mai, ich geh echt demonstrieren. Da kann man sich einfach mal Luft machen :icon_motz:. Und vielleicht Leute treffen.

Liebe Grüße und viel Sonne Ute
 

Tinka

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Weisst du @Seehase, wenn du dich hier als selbstgefälliger Hüter des 50+ Forums siehst, der - weil er als einer der Wenigen hier wieder eingestellt wurde - sich das Recht rausnimmt, die Beiträge und Erfahrungen Anderer zu beurteilen bzw. ab-urteilen zu müssen, dann tu das nur.

Verstanden hast du das Thema immer noch nicht, kannst du auch gar nicht, denn es geht um ältere, ausgegrenzte, häufig alleinstehende Frauen.

Dass du deinen neuen Job nur erhalten hast, weil du ein Mann bist, mit einer Ehefrau, die dir vermutlich den Rücken freihält, noch dazu mit einer höheren Gehaltsklasse, wenn ich mich recht erinnere Hausbesitzer und dass bei dieser Art von Jobs bei Männern das Alter untergeordnet ist, scheint dir dabei entgangen zu sein.

Konstruktive, praktische Vorschläge für @Jesamine, die über das übliche "wenn wir es nur wollen, wird es schon" hinausgehen, vermisse ich bisher bei dir.

Alles Gute
 

Seehase

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Hallo Tinka, jetzt ist es endlich raus

Dass du deinen neuen Job nur erhalten hast, weil du ein Mann bist, mit einer Ehefrau, die dir vermutlich den Rücken freihält, noch dazu mit einer höheren Gehaltsklasse, wenn ich mich recht erinnere Hausbesitzer und dass bei dieser Art von Jobs bei Männern das Alter untergeordnet ist, scheint dir dabei entgangen zu sein.

Alles Gute
und ich kann Dich nun besser verstehen. Anscheinend hast Du ein Problem mit Männern, und blickst zudem auch noch neidisch solche die ein Haus oder andere materielle Güter besitzen, diese sich dann auch noch auf Grund von umfangreicher Berufsausbildung und knüppelharter Arbeit, unter verzicht auf manch ander schönen Dinge des Lebens, wie Urlaubsreisen, freie Wochenenden usw. erworben haben.

Kann es sein, dass Deine negative Einstellung zu Männern und Besitzstand aus einem gescheiterten Selbstverwirklichungstraum entstanden ist? Das wäre wirklich Schade, aber eine Erklärung. Lass Dir sagen, Neid ist ein schlechter Ratgeber. :icon_evil:

Wenn es Dich aber beruhigen sollte, ich bin kein Hausbesitzer mehr, weil ich dieses Haus für die Aufnahme einer Arbeitstelle, die ich nunmehr 1000 Km davon entfernt genommen habe. Aber das war ja hier nicht das Tema.

Für Dich persönlich glaube ich, hast Du Dein Leben voll im Griff und findest Dich mit Deiner Lebenssituation so ab wie sie ist, oder auch weil sie so ist, wie sie denn auch immer sein mag.:icon_smile:

Viele Grüße vom Seehasen
 
E

ExitUser

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Liebe Tinka,
aus eigener Erfahrung (56, männlich) stimme ich Deinen Äußerungen absolut zu.
Ich selbst kann den Psychokram schon nicht mehr hören. Bewerb dich schön, sei flexibel, mache Abstriche, immer schön optimistisch usw.
Die Realität ist aber so, wie Du sie beschrieben hast!
Wenn ein Mensch erkennt das er chancenlos ist, sollte er sich damit arrangieren.
Es hat keinen Sinn irgendwelchen Heilversprechern nachzulaufen.
Mit 56 Jahren ist eine Beschäftigung, in einem ganz normalen Rahmen, nicht mehr gewollt und nicht möglich.
Warum sich also Stress machen ?
Ich spreche nur von meinen Erfahrungen, schließlich war ich 36 Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Jetzt nach 4 Jahren Arbeitslosigkeit und Hartz IV immer noch der "Alte" geblieben.
Ich habe mir einen 1 € Job (was viele hier im Forum verdammen) besorgt und habe so etwas mehr Geld für meine geliebten Enkel.
Ich lebe im Osten von Deutschland, wo die Arbeitsmarktkriterien, noch viel schlimmer sind.
Ich exkrement auf Geld (war einst viel vorhanden) und bin froh gesund mein Leben zu leben.
 

bellchen

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Hallo, das ist genau was die da Oben wollen.
Wir sollen selbstgefällig unser Los ertragen.
Ein Zustimmer zu Hartz denkt so: "Wo geht es eigentlich in der Welt einem Arbeitslosen besser als in Deutschland. Laßt doch die Neider, Nörgler links liegen. Sie sind nur unzufrieden mit sich selbst, deshalb verstehen sie unsere Politik nicht.
Zugegeben es gärt ein wenig in der Republik.
Da wir aber schlau sind, stecken wir jetzt in der Wirtschaftskrise ersteinmal alle in die Kurzarbeit :icon_daumen:, in der Hoffnung, das in zwei Jahren diese Gruppe teilweise wieder in Arbeit ist und nicht nach Hartz IV abrutscht (so wirklich Gut ist Hartz ja nicht).
Eine verdoppelte Hartz IV Gruppe sorgt garantiert für Unruhe. Also muß nun die Zahl der Hartzler kleingehalten werden.
Auch brauchen wir sympathisch klingende Mitarbeiter, die in den Internet Hartz Foren entsprechend positiv auftreten und mit ihrer Lage zufrieden sind. :icon_twisted:
Somit sind wir in der Lage, alles im Griff behalten zu können, damit wir weiterhin wie die Made im Speck leben können.

Gruß bellchen :icon_klatsch:
 

jesamine

Neu hier...
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Hallo Ihr,

heute war ich auf der 1.Mai Demo bei uns. Ich fand sie gut besucht. Bald sind Wahlen, und wir können sie beeinflussen, in dem wir abstimmen.
Am Montag ist Stadtratssitzung der Grünen Liste, ich möchte sie mir anhören. Das kann ich jetzt, ich habe Zeit. Seltsamerweise hat niemand ausser den linken Parteien Harz 4 auf dem Programm, aber seis drum. Wichtig ist sich zu engagieren, im Widerstand und meinetwegen auch in der Partei.
Werde wieder bei Amnesty in der Gruppe mitmachen, wie früher. Jetzt habe ich Energie dazu. Fast finde ich das alles genauso wichtig , wie arbeiten zu gehen. Arbeiten muss ich für die Kohle, wenn alles gut läuft, kann ich es sogar aus Engagement machen. Aber - was wichtig ist, außerdem noch, das kann ich jetzt.
Ehrlich - wenn ich so eine Art Grundgehalt hätte, würde mit nem zusätzlichen Job auskommen, würde ich mich um die kümmern, denen es noch beschissener geht. Aussiedler, Demenzkranke , Alte, etc.
Das ist mein vorläufiges Statement zu der Diskussion.
Auch wenn ich ab und zu das Gefühl habe, das wars jetzt. Und reichlich niedergeschlagen bin. Einen Hass auf meinen Vermieter habe, und meinen Korkfussboden einzeln mit nehmen werde, so wie meine Ikea-Küche, und meine Rosen und Beeren im Garten. Den Garten grabe ich einfach um, es wachsen Blumen von meiner Mutter drin, Maiglöckchen, etc. Nehm ich alles mit. Bin kein Spiesser, im Gegenteil. Aber mir tut das schon weh, wächst alles so schön.
Am 16. ist ja eine grosse Demo in Berlin, vielleicht fahre ich mit, es fährt ein Sonderzug dorthin.
Euch allen viele Grüße Ute
 

Tinka

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Wochenenden usw. erworben haben.

Kann es sein, dass Deine negative Einstellung zu Männern und Besitzstand aus einem gescheiterten Selbstverwirklichungstraum entstanden ist? Das wäre wirklich Schade, aber eine Erklärung. Lass Dir sagen, Neid ist ein schlechter Ratgeber. :icon_evil:
Siehste, das ist genau die Antwort, die dann immer von euch kommt und die ich bereits erwartet habe, ich danke dir für die Bestätigung! :biggrin:,

Dass Frauen ebenfalls

noch auf Grund von umfangreicher Berufsausbildung und knüppelharter Arbeit, unter verzicht auf manch ander schönen Dinge des Lebens, wie Urlaubsreisen, freie Wochenenden usw.
all diese Dinge getan haben, aber als Ältere trotzdem vor dem NICHTS stehen und obendrein NIE wieder eine Erwerbsarbeit finden werden, hast du immer noch nicht begriffen, aber sei`s drum...mach' was du willst...:icon_rolleyes:



Ich grüße alle älteren Frauen, die jetzt umdenken müssen wie @Jesamina:

Glückwunsch, du/ihr bist auf dem richtigen Weg!

(Aber Vorsicht bei den Grünen, die haben den Sozialabbau und H4-Terror mitverantwortet,)

und ich wünsche uns viel Kraft und Kreativität um neue Wege zu gehen, uns unsere Erfahrung und Lebensfreude zu bewahren und uns nicht von der Gesellschaft und auch gerade männlichen Mitmenschen "unsichtbar" machen zu lassen bzw. als neidisch und frustriert abgetan zu werden.

Viele Grüße :icon_klatsch:
 

Philas

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@ Tinka

Ich verstehe, dass man nach jahrelanger Suche, H4, 1-Euro-Jobs etc. desillusioniert ist. Wenn ich das alles hinter mir hätte/habe, werde ich es wahrscheinlich auch sein - Ansätze sind jetzt schon vorhanden. Trotz allem glaube ich nicht, dass man gleich nach der Kündigung aufgeben und resignieren sollte.

Meine Kollegin, 54 Jahre alt wurde mit mir gekündigt und hat - ohne Vitamin B - nach 3 Monaten eine neue - gut bezahlte - Stelle bekommen.
Kleine Abstriche musste sie finanziell in Kauf nehmen, aber sie waren akzeptabel.

Ich selbst habe bei 80 Bewerbungen auf "gute" Jobs, 22 Einladungen zu einem Bewerbungsgespräch bekommen und von diesen bei 3 auch ein 2. Gespräch durchlaufen. Alter war also nicht das Hindernis. Ich bin ziemlich sicher, dass ich heute bereits eine neue Stelle hätte, wenn ich neben meinem Alter - ich werde 52 Jahre - nicht noch das Handicap hätte, dick zu sein. Altersdiskriminierung ist schon schlimm, aber mit Übergewicht potenziert sich das Ganze. :icon_kotz:

Dass Frauen es allgemein im Arbeitsleben schwerer als Männer haben - dem stimme ich zu. Denn wir Frauen müssen neben unserer - besseren -Qualifikation auch noch äußerlich "passen". Danach wird bei Männern nicht gefragt.

Genausowenig wie Jesamine möchte ich aber jetzt schon resignieren. Ich will noch hoffen und ich will kämpfen! Und ich wünsche uns allen - Männern/Frauen, Jung/Alt, Arbeitsloser/Arbeitnehmer - dass die Wut beim einzelnen immer stärker wird, um unsere Politik/Wirtschaft auf den rechten Weg zu bringen/zwingen. Und "unsichtbar" will ich ganz sicher nicht werden.

Grüsse
Philas
 

Tinka

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Genausowenig wie Jesamine möchte ich aber jetzt schon resignieren. Ich will noch hoffen und ich will kämpfen! Und ich wünsche uns allen - Männern/Frauen, Jung/Alt, Arbeitsloser/Arbeitnehmer - dass die Wut beim einzelnen immer stärker wird, um unsere Politik/Wirtschaft auf den rechten Weg zu bringen/zwingen. Und "unsichtbar" will ich ganz sicher nicht werden.


Die Lage politisch zu verstehen, wie ihr auch @Philas + @Jesamina und nicht als selbstverschuldetes Einzelschicksal finde ich richtig und wichtig. :icon_daumen:


Und (wie ich) klar die Tatsachen zu erkennen und zu sagen "Ich werde NIE wieder angemessene eine Erwerbsarbeit finden" heißt noch lange nicht resignieren, wenn frau umdenkt, sich nicht mehr über den Job definiert, neue Wege erfindet, sich andere Einnahmequellen ausdenkt, usw., usw.

Es dauert einige Zeit, bis diese Einsicht kommt aber es bedeutet keine Resignation oder ein Sich-einrichten, geschweige denn ein passives Hinnehmen. Das ist nicht immer leicht...

Ich habe keineswegs depressiv resigniert, ich suche nur woanders und was anderes, allerdings nicht mehr in Stellenangeboten.

Hier im 50+ Forum ist irgendwo ein netter Beitrag von @Jimmygrille, der genau diese Situation beschreibt und der mir sehr gut gefiel.

LG
 
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