U25, Trennung - Zwang zurück zu den Eltern? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Hallo, folgende Situation.

Kindsvater (24) und Kindsmutter (25) und Kind (3)

Vor 4,5 Jahren ist Kindsmutter aus der elterlichen Wohnung ausgezogen, der Zusammenzug mit Kindsvater ist stattgefunden.

Nicht verheiratet, eheähnliche Bedarfsgemeinschaft. Kindsmutter trennt sich von Kindsvater, und lässt Kind bei Kindsvater.

Kindsmutter will aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und alleine in einem neuen Landkreis ca 50km vom alten Leistungsträger entfernt Leistungen beantragen, dort eine Wohnung suchen und fortan dort leben.

Kindsmutter ist U25. Ist die Mutter verpflichtet sie wieder aufzunehmen in ihrem Haushalt? Da Kindsmutter das gemeinsame Kind beim Kindsvater lässt und auch abhängig vom Jobcenter ist.

(Mutter von Kindsmutter bezieht selbst Leistungen vom JC - Wohnung wäre NICHT zu klein und es wäre potentiell möglich die Tochter wieder aufzunehmen)

Muss die Mutter weiterhin Unterhalt leisten und die Tochter wieder aufnehmen da es für die Allgemeinheit günstiger ist eine Wohnung zu bewohnen anstatt die KDU für zwei Wohnungen zu bezahlen?

Oder greift diese Regelung nicht da Kindsmutter vor 4.5 Jahren durch eigene Familiengründung die Auszugsgenehmigung aus dem Elternhaus erhalten hat?

Nur jetzt steht Kindsmutter ja alleine da, ohne Kind und ist U25 und will weiterhin eigene Wohnung bei neuem Leistungsträger.

Wie ist das für den Kindsvater, gibt es alleinerziehend für ihn was wichtiges zu beachten? Mehrbedarfe, Leistungen oder auch ähnliche Situationen da auch U25?

Danke, und liebe Grüße!
 

Steckrübe

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
21 Februar 2019
Beiträge
529
Bewertungen
831
Im ersten Satz steht, die Kindesmutter ist 25. Weiter unten wird sie zu U25. Was ist korrekt?
 

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Sorry, Tippfehler meinerseits. Kindsmutter ist 23, Kindsvater 24.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Die Mutter ist nicht verpflichtet, irgendwen in ihren Haushalt aufzunehmen, und die junge Frau kann, da sie einmal ausgezogen ist, nicht auf die Wohnung der Eltern verwiesen werden.

Der Unterhaltsanspruch von Kindern, die selbst Kinder kriegen, ist ziemlich kompliziert.
Aber da das Kind über 3 ist und beim Vater verbleibt, ist die Mutter nicht daran gehindert, zu arbeiten. Im Gegenteil, da der Vater ja Unterhaltsvorschuss beantragen wird, wird der Mutter bald das Jugendamt aufs Dach steigen.

Ein Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern wird vermutlich wieder aufleben, wenn die junge Frau eine Ausbildung beginnt bzw fortführt. Aber wo kein Geld ist, kann auch keins geholt werden, von daher ist das nicht das Problem der Mutter.
 

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Ein Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern wird vermutlich wieder aufleben, wenn die junge Frau eine Ausbildung beginnt bzw fortführt. Aber wo kein Geld ist, kann auch keins geholt werden, von daher ist das nicht das Problem der Mutter.
Gut, das bedeutet es ist ausgeschlossen das der neue Leistungsträger die Kindesmutter abweisen wird, und sie auffordert bei ihrer Mutter unterzukommen / einzuziehen. Korrekt?

Was bedeutet es konkret das der Unterhaltsanspruch gegenüber die Eltern eventuell wieder aufleben wird? Mit welchen Konsequenzen für Kindesmutter und Eltern der Kindesmutter? Was bedeutet das langfristig für beide?

Das Jugendamt wird ihr auf den Kopf steigen? Da der Kindesvater ja vermutlich verpflichtet ist Unterhalt geltend zu machen weil es eine vorrangige Leistung ist, selbst wenn es bei der Kindesmutter nichts zu holen gibt? (Unterhaltsvorschuss)

So wird das Jugendamt Druck machen möglichst schnell in Arbeit zu kommen? Mit welchen Mitteln und Konsequenzen? Oder nur regelmäßige schriftliche Aufforderungen?

Thema Unterhaltsvorschuss, so wie der Name es schon sagt handelt es sich wohl um einen reinen Vorschuss der rückwirkend zurückgezahlt werden muss sobald die Kindesmutter wieder Arbeitstechnisch eingebunden ist?

Beispielsrechnung, Unterhaltsvorschuss liegt glaube ich bei 150€, das auf einem Jahr gerechnet sind wir bei 1800€ an Unterhaltsvorschuss welches dem Kind/Kindesvater zukommt? Ist Kindesmutter dann für die gezahlten 1800€ voll haftbar und muss dieses zurückzahlen sobald sie in (ausreichend vergüteter) Arbeit ist?

Ist der Kindesvater verpflichtet der Kindesmutter gegenüber Unterhalt geltend zu machen? Kann das JC den Kindesvater dazu auffordern/zwingen?

Viele Fragen, viel Unklarheiten. Primär geht es mir darum ob Kindesmutter zurück zur Mutter muss, oder selbst Leistungen beantragen kann mit eigener Wohnung und damit verbundenen KDU Kosten.

Liebe Grüße
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Solange die Mutter Geld vom JC bekommt, wird sie auch bei einer Ausbildung keinen Unterhalt leisten können. Da würde es dann BAB, Bafög oder ALG II geben, je nach Art der Ausbildung.

Der Unterhalt, den die junge Frau ihrem Kind schuldet, ist da eine andere Sache. Ein Kind unter 18 ist privilegiert, d.h. der Elternteil, der das Kind nicht erzieht, muss sich besonders bemühen, seiner Verpflichtung nachzukommen.

Mit dem Unterhaltsvorschuss geht der Anspruch in der Höhe des Vorschusses auf das Jugendamt über, und das wird sich dieses Geld bei der Mutter zurückholen und sie am liebsten noch verpflichten, Unterhalt in Höhe des tatsächlichen Anspruchs zu zahlen.
Das JC, das für Vater und Kind zuständig ist, wird selbst auch prüfen, ob die Mutter Unterhalt leisten kann.

Beim Kindesunterhalt reden wir hier nicht nur von regelmäßigen Briefen, sondern davon, dass eine verstärkte Pflicht besteht, sich um Arbeit zu bemühen. Das kann bedeuten, dass man dem Jugendamt 20-30 Bewerbungen im Monat nachweisen muss, da ansonsten Unterhalt auch unter dem Selbstbehalt und vom ALG II eingefordert wird.
 

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Danke für diese aufschlussreichen Antworten, diese helfen enorm weiter.

Gibt es am Ende noch für den Kindesvater irgendwas ganz wichtiges zu beachten?

Liebe Grüße
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ihm wird das Jobcenter schon sagen, was die von ihm wollen.
Er als alleinerziehender Mann wird vielleicht ein wenig durchs Raster fallen, er sollte darauf achten, dass er den ihm zustehenden Alleinerziehendenzuschlag auch bekommt.
Da das Kind schon über 3 ist, wird das JC auch erwarten, dass er sich um einen Betreuungsplatz für das Kind bemüht (sofern nicht schon vorhanden) und der Vermittlung zur Verfügung steht.

Die Mutter kann übrigens die Kosten für den Umgang mit dem Kind geltend machen - anteiligen Regelsatz für die Zeit, die das Kind bei ihr ist, eine größere Wohnung (mind. 2 Zimmer) und Fahrtkosten um das Kind abzuholen und zurückzubringen.

Je nachdem welches Besuchsmodell gewählt wird, kann es sein, dass das JC mit dem Alleinerziehendenzuschlag des Vaters oder der größeren Wohnung der Mutter rumzickt.
Wenn du da ausreichend nah dran bist, um weiter zu helfen, kannst und solltest du dich dann mit konkreten Behauptungen oder Bescheiden der JC hier melden, dann wird dir geholfen.
 

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Da das Kind schon über 3 ist, wird das JC auch erwarten, dass er sich um einen Betreuungsplatz für das Kind bemüht (sofern nicht schon vorhanden) und der Vermittlung zur Verfügung steht.

Die Mutter kann übrigens die Kosten für den Umgang mit dem Kind geltend machen - anteiligen Regelsatz für die Zeit, die das Kind bei ihr ist, eine größere Wohnung (mind. 2 Zimmer) und Fahrtkosten um das Kind abzuholen und zurückzubringen.
Betreuungsplatz ist sichergestellt, Kindesvater steht also zur Vermittlung zu Verfügung was sich auf die Betreuungszeiten beschränkt. Kann das Jobcenter zwingen eine Ganztagsbetreuung zu haben? Derzeit 7:45 Uhr bis 13:45 Uhr.

Umgangsrecht wurde von Kindesvater und Kindesmutter einvernehmlich geregelt. Primärer Aufenthaltsort ist beim Kindesvater. 4 Umgangstermine im Monat.

Wochenende 1:
Einen Tag vorzugsweise am Samstag.

Wochenende 2:
Einen Tag vorzugsweise am Samstag

Wochenende 3:
Drei Tage von Freitag bis Sonntag

Wochenende 4:
Einen Tag vorzugsweise am Samstag

Zusatztermine sind immer nach Absprache.

Kindesmutter kann Fahrtkosten geltend machen? Klingt sehr interessant. Sie ist weder mobil noch hat sie PKW und Führerschein, wäre also auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Wie sieht die Grundlage für die größere Wohnung aus? Hebt sich der generelle Anspruch für die KDU das sie alleinstehend auch eine Wohnung anmieten kann die für 2 Personen ausgelegt ist? Also auch eine teurere, oder muss sie sich eine suchen die für eine Person ausgelegt ist? (Richtlinien für die KDU, statt eine Person für 2 - ergo teurer)

Wenn ja, gibt es dazu bereits Rechtssprechungen?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Die JC versuchen wohl teilweise, bzgl Ganztagsbetreuung zu nerven, haben dafür aber keine Grundlage.
Ganztagesplätze bekommt man ja auch nicht hinterher geworfen.

Die Mutter würde dann wohl die teuren Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erstattet bekommen.
Wenn das Kind hauptsächlich beim Vater ist, dürfte es bzgl des Alleinerziehendenzuschlags kein Problem geben, da gibt es nur manchmal Probleme, wenn das Kind sehr viel beim anderen Elternteil ist.
Flexible Besuchszeiten könnten fürs JC schwierig werden, zum einen für die Fahrtkosten, zum andren für die temporäre BG, für die sich die Zahlung fürs Kind ja nach den Zeiten richtet, die das Kind bei der Mutter ist.
Vielleicht wird hier das JC auch versuchen, hineinzureden, z.B. fordern, dass man das Kind nur 14-tägig, dann aber fürs ganze Wochenende nimmt, um Fahrtkosten zu sparen, aber für sowas gibt es keine Rechtsgrundlage.

Bzgl. Wohnungsgröße müsste die Mutter wie eine Zwei-Personen-BG, eher noch wie eine Alleinerziehende berücksichtigt werden.
Die passenden Rechtsgrundlagen müsste dazu noch wer anders nachliefern, da bin ich nicht so fit drin.
 

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Bzgl. Wohnungsgröße müsste die Mutter wie eine Zwei-Personen-BG, eher noch wie eine Alleinerziehende berücksichtigt werden.
Die passenden Rechtsgrundlagen müsste dazu noch wer anders nachliefern, da bin ich nicht so fit drin.

Wenn dazu jemand was genaueres hat und entsprechende Rechtsgrundlagen vorliegen hat würden mir das extremst weiterhelfen. Habe zwar eben mal versucht zu recherchieren aber habe diesbezüglich nichts gefunden.

Dankeschön Caye!
 

Beli1

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2015
Beiträge
77
Bewertungen
7
Hat Kindesvater Anspruch auf Umzugskosten da die Trennung nicht von ihm ausging er also unverschuldet ausziehen wird da die Wohnung 60€ zu teuer ist?

Wann muss er das beantragen?

Wie schaut es aus mit Mietkaution bei neuer Wohnung? Lief derzeit über eine Kautionsbürgschaft (Versicherung, Betrag jährlich, dazu Kaution abgedeckt) aber wird in der neuen Wohnung nicht möglich sein.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wenn der KV vom JC dazu aufgefordert wird, die Kosten der Wohnung zu senken, muss und wird das JC diese Kosten auch tragen.

Die Kosten für die Wohnungssuche (Fahrtkosten zu Besichtigungstermin, Ausdrücke von Mieterselbstauskünften usw) sollte er direkt erstmal "blanko" beantragen, wenn er die Kostensenkungsaufforderung kommt, und die angefallenen Kosten dann zeitnah nachweisen.
Wenn er eine Wohnung findet, muss er sich die vor einer Unterschrift auf dem Mietvertrag genehmigen lassen. Das ist dann auch der richtige Zeitpunkt für die Umzugskosten.

Bedenke dabei, dass die neue Wohnung so gestaltet sein muss, dass sowohl Elternteil als auch Kind eine Rückzugsmöglichkeit haben und der KV z.B. geltend machen kann, nur in einem kleinen Umfeld zu suchen, wenn der Kiga sonst nicht mehr erreichbar wäre.
Die Wohnungssuche muss dokumentiert werden (Anzeigen ausdrucken / kopieren, Protokolle von Telefonaten und Besichtigungen), wenn sie erfolglos ist, muss das JC die unangemessene Miete länger bezahlen.
 
Oben Unten