U25 kann ich ausziehen und eine Wohnung mieten plus ALG II beantragen, kommt eventuell eine Härtelfallreglung zur Anwendung?

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gnaaaw

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Hallo,
Ich habe folgende Frage und hoffe, auf jemanden zu treffen, der vielleicht schonmal in der selben Situation steckte oder Ähnliches.
Ich bin 20 Jahre alt und aktuell aufgrund psychischer Krankheiten (Depressionen, Borderline Persönlichkeitsstörung, Angst- und Panikstörung) teilweise erwerbsunfähig. Ich bekomme noch ALG I, jedoch läuft mein Anspruch im April aus. Dann bräuchte ich eigentlich Hartz IV, jedoch bekommt mein Vater laut ARGE noch "zu viel" Geld, als dass er mich nicht versorgen könnte.
Meine primäre Frage ist nun:
Kann ich ausziehen und Hartz IV bekommen, (unter der Voraussetzung, dass ich natürlich wieder als erwerbsfähig gelte) wenn es um einen möglichen Härtefall geht?

Denn meine Mutter ist vor Kurzem verstorben und ich leide stark unter der Trauer und den Depressionen meines Vaters, die bei mir immer wieder Rückschläge auslöst. Das, in Verbindung mit meinen Krankheiten, macht ein Leben für mich zu Hause fast unaushaltbar. Dazu setzt er mich psychisch unter Druck, so schnell wie's geht wieder Arbeit zu finden, obwohl ich mich dazu noch nicht bereit fühle. Denn ich befürchte, dass mir der Leistungsdruck in einer potentiellen neuen Ausbildung NOCH (!) zu viel wäre.
Ich hoffe, ich habe mein Anliegen nicht zu komplex geäußert. Liebe Grüße
 

Seepferdchen 2010

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gnaaaw :welcome:

Ich war so frei und hab' den Titel Deines Fadens mal etwas griffiger gestaltet.


ich möchte dir noch mal in Erinnerung bringen die Forenregel 11, bitte immer eine aussagekräftige Überschrift

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11

Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!! oder "U 25 Hartz IV und Wohnung" sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 150! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

und im Texteingabefeld bei der Überschrift findest du dazu auch den Hinweis.


Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:



Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 

Gaestin

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Dann ist Dein Vater Dir zu Unterhalt verpflichtet, entweder bis Du eine Ausbildung hast oder
bis zum 25, Geburtstag. Wenn Du ausziehst, wird man vermutlich an ihn herantreten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Nein, der Vater ist nur zum Unterhalt verpflichtet, so lange der Nachwuchs ernsthaft einer Ausbildung nachgeht.
Da das aktuell nicht der Fall ist, ist er auch nicht zu Unterhalt verpflichtet.

Mit U25 ausziehen geht, ist aber schwierig.
Am einfachsten (wobei das natürlich immer noch relativ ist...) wäre es, wenn der Vater dich "rauswirft", ihn kann ja niemand zwingen, dich bei ihm wohnen zu lassen.

Würde dein Vater denn bzgl des Auszugs mit dir an einem Strang ziehen oder wird das schon problematisch?
 

Doppeloma

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Hallo Caye,

Nein, der Vater ist nur zum Unterhalt verpflichtet, so lange der Nachwuchs ernsthaft einer Ausbildung nachgeht.
Da das aktuell nicht der Fall ist, ist er auch nicht zu Unterhalt verpflichtet.

Ich widerspreche dir ja sehr ungerne aber wo genau kann man das bitte nachlesen ???

Schon im SGB II ist ja klar geregelt, dass man die Eltern in die Pflicht nimmt bis die Kinder 25 Jahre alt geworden sind, dafür ist völlig irrelevant ob der Nachwuchs eine Ausbildung macht oder nicht und welche gesundheitlichen Gründe vielleicht dafür vorliegen könnten.

Im Familienrecht (lt. BGB) heißt es dazu, dass man bis zum Abschluss einer Erstausbildung (mindestens) Unterhaltspflichtig ist (das kann bei einem Studium sogar deutlich länger dauern als bis 25) und mit gerade 20 Jahren dürfte es schwierig werden für den Vater sich auf "Ausbildungs-Unwillen" herausreden zu können.

Mit U25 ausziehen geht, ist aber schwierig.
Am einfachsten (wobei das natürlich immer noch relativ ist...) wäre es, wenn der Vater dich "rauswirft", ihn kann ja niemand zwingen, dich bei ihm wohnen zu lassen.

Doch, aktuell kann ihn das Gesetz zwingen das eigene Kind weiter im Hausahalt wohnen zu lassen, schließlich ist nicht der Staat (zwangsweise) dann für den Unterhalt "haftbar" zu machen, weil der Vater nicht mehr will und mit seinen eigenen Problemen beschäftigt und offenbar überfordert ist.

Sorry, aber Eltern können auch ihre volljährigen Kinder nicht einfach "vor die Türe setzen" (jedenfalls NICHT U 25), weil sie (selbst und die Kinder) krank sind und sich sonst nicht zu helfen wissen ... da sollte man vielleicht andere (besonders medizinische / psychologische) Hilfe in Anspruch nehmen. :sorry:

Würde dein Vater denn bzgl des Auszugs mit dir an einem Strang ziehen oder wird das schon problematisch?

Kann er ja gerne machen aber im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten, wird er dann auch die neue Bleibe bezahlen und den Unterhalt trotzdem leisten müssen, aktuell kann der TE (wahrscheinlich) sogar noch familienversichert werden (wenn ALGI abgelaufen ist), da muss das JC nicht mal dafür "einspringen".

Ich finde die geschilderte Situation echt sehr traurig aber in Anbetracht des gemeinsamen Verlustes sollten doch diese Beiden wenigstens zusammenhalten und nicht die "Flucht" voreinander ergreifen wollen ... ich sehe da eher die Reaktion des Vaters als "Härtefall" ... im SGB II gibt es besondere Regelungen für solche bedauerlichen Sonderfälle NICHT ... :icon_evil:.

Erst ab 25 Jahren KANN den TE auch das JC nicht mehr zwingen im gleichen Haushalt (weiter) mit dem Vater zu leben, dann ist es übrigens auch völlig EGAL, ob schon eine Ausbildung abgeschlossen wurde oder nicht.
Dann besteht nach dem SGB II generell ein gesetzlicher Einzel-Anspruch auf ALGII und dazu gehört dann auch die Bezahlung einer eigenen Wohnung, da braucht man auch keine Erlaubnis für den Umzug aus der Wohnung der Eltern.

Es dürfte also nicht nur schwer sondern fast unmöglich sein, der aktuellen Situation mit Hartz 4 und einem "demonstrativen" Auszug zu entgehen ... wer soll dem TE denn bitte eine eigene Wohnung geben wollen mit 20 Jahren, ohne eigenes Einkommen und ohne Leistungen vom Amt "in Sicht" ...

Wenn Eltern das selber bezahlen können, dürfen natürlich auch 20-Jährige (oder sogar Jüngere) einfach zu Hause ausziehen ... dann wird man die Eltern gerne als "Bürgen" oder Hauptmieter in den Mietvertrag aufnehmen.
Für den sonstigen Lebensunterhalt haben natürlich (in solchen Fällen) auch weiter die Eltern zu sorgen.

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo gnaaaw, :welcome:

Ich habe folgende Frage und hoffe, auf jemanden zu treffen, der vielleicht schonmal in der selben Situation steckte oder Ähnliches.

Ich denke mal hier wirst du nicht besonders viele andere User finden, die in deinem Alter das gleiche Schicksal erleben mussten.
Zumindest möchte ich hoffen und annehmen dürfen, dass der Zusammenhalt der Väter und "Kinder" dann ein Anderer ist und solche Gedanken und Überlegungen überflüssig macht.

Dass es bei dir anders ist tut mir persönlich sehr leid (ich habe selbst 2 Erwachsene Kinder), denn für mich wären meine Kinder immer "wichtiger" gewesen als die eigene Trauer so in den Vordergrund zu stellen, dass man das eigene Kind darüber vernachlässigt (praktisch aus dem Hause treibt) und sich für die Probleme gar nicht interessiert.

Ich bin 20 Jahre alt und aktuell aufgrund psychischer Krankheiten (Depressionen, Borderline Persönlichkeitsstörung, Angst- und Panikstörung) teilweise erwerbsunfähig.

Wer hat das festgestellt, dass du bereits teilweise Erwerbsunfähig sein sollst, dafür wäre (rechtlich verbindlich) NUR die Rentenkasse zuständig, dann wäre ja auch über eine eventuelle Teilrente deswegen nachzudenken.
Ich nehme an, das wurde bei der AfA (Agentur für Arbeit) so "begutachtet" (von deren Med. Dienst), das nützt dir allerdings wenig, denn daraus ergeben sich ja keine besonderen Geldleistungen für dich.

Ich bekomme noch ALG I, jedoch läuft mein Anspruch im April aus. Dann bräuchte ich eigentlich Hartz IV, jedoch bekommt mein Vater laut ARGE noch "zu viel" Geld, als dass er mich nicht versorgen könnte.

Auch wenn du es nicht gerne lesen magst, ist ALGI ein persönlicher Anspruch für den du mal Beiträge aus Arbeitseinkommen gezahlt hast und darum musste dir das auch bewilligt und gezahlt werden.
Hartz 4 ist aber eine reine staatliche Sozial-Leistung und die bekommt man generell nur wenn sonst Niemand dafür zuständig ist deinen Lebensunterhalt zu sichern, bis 25 sind dafür vorrangig immer die Eltern zuständig.

Offenbar bist du beim JobCenter (JC) schon gewesen (die ARGE gibt es schon seit vielen Jahren gar nicht mehr), leider hat man dich dort auch nicht komplett und richtig dazu beraten, denn in deinem Alter ist es (eigentlich) völlig EGAL wie viel Einkommen die Eltern haben, man ist gesetzlich verpflichtet vorrangig selber für die eigenen Kinder aufzukommen (lt. SGB II UND lt. BGB-Familienrecht).

Ein gesetzlicher Einzel-Anspruch auf ALG II besteht überhaupt erst ab dem vollendeten 25. Lebensjahr.
Bis dahin könnten dein Vater und du nur zusammen (als Bedarfsgemeinschaft = BG) ALGII / Hartz 4 bekommen, wenn es wirklich finanziell gar nicht reicht, für euch beide und die nötigen Wohnkosten (also die Miete für die aktuelle gemeinsame Wohnung).

Da war man leider überhaupt nicht ehrlich zu dir oder hat Niemand nach deinem Alter gefragt und wo du wohnst, das kann ich mir kaum vorstellen, die kontrollieren ja auch den Ausweis.

Meine primäre Frage ist nun:
Kann ich ausziehen und Hartz IV bekommen, (unter der Voraussetzung, dass ich natürlich wieder als erwerbsfähig gelte) wenn es um einen möglichen Härtefall geht?

Es gibt keine "Härtefälle" im SGB II, du kannst auch nicht einfach ausziehen und hoffen die werden dann schon zahlen ... wohin stellst du dir denn vor auszuziehen, jeder Vermieter möchte wissen, wie du die zukünftige Miete bezahlen kannst ...

Du kannst natürlich versuchen über eine psychosoziale Beratungsstelle zunächst irgendwie in eine Art "betreutes Wohnen" zu kommen aber damit kenne ich mich nicht genauer aus, welche Bedingungen es dafür gibt und wer dir konkret dabei helfen könnte.
Meiner Kenntnis nach haben die Krankenkassen einen solchen Dienst oder frage mal deinen behandelnden Arzt, ich nehme doch an du bist in Behandlung, von alleine wird das ja auch nicht besser werden ...

Denn meine Mutter ist vor Kurzem verstorben und ich leide stark unter der Trauer und den Depressionen meines Vaters, die bei mir immer wieder Rückschläge auslöst. Das, in Verbindung mit meinen Krankheiten, macht ein Leben für mich zu Hause fast unaushaltbar.

Hast du mal über Abstand und Stabilisierung durch einen längeren Klinik-Aufenthalt nachgedacht, sprich doch mit deiner KK mal über die Möglichkeiten eine Reha zu machen, ich denke mal die DRV wird bei dir noch nicht zuständig sein.
Das tut mir furchtbar leid mit deiner Mutter aber man kann nicht sein eigenes Leben völlig aufgeben und radikal ändern wollen (ohne sich das auch finanziell leisten zu können), weil ein lieber Mensch verstorben ist ... natürlich muss man die Chance haben die Trauer zu durchleben und zu verarbeiten, dafür gibt es auch bei Bedarf spezielle Reha-Kliniken / Akutkliniken ...

Was davon für dich in Frage kommen könnte vermag ich nicht zu beurteilen ...

Dazu setzt er mich psychisch unter Druck, so schnell wie's geht wieder Arbeit zu finden, obwohl ich mich dazu noch nicht bereit fühle. Denn ich befürchte, dass mir der Leistungsdruck in einer potentiellen neuen Ausbildung NOCH (!) zu viel wäre.

Da hast du aber auch völlig falsche Vorstellungen was dich beim JC erwartet wenn man dir wirklich was bewilligen und zahlen würde (ich kenne nicht alle Möglichkeiten was bei dir eventuell doch möglich wäre, lt. Gesetz hast du aktuell gar keinen Anspruch) ...
Das ist "Sozial-HILFE" für Arbeitslose und dort erwartet man auch, dass du dich intensiv um Arbeit (sinnvoller in deinem Alter um eine Ausbildung) kümmerst, damit dieses Geld nicht zu lange für dich gezahlt werden muss ...

In Ausnahmefällen (Gewalt zu Hause oder sie waren schon vorher in einer eigenen Wohnung bis sie Hartz 4 bantragen mussten usw.) wo mal U 25 die Leistungen bewilligt bekommen, da übt man auch jede Menge Druck aus, damit sie irgendeine Arbeit annehmen (meist bei ZAF) und das Amt nicht mehr zahlen muss.

Wenn sie eine angebotene Stelle oder eine Maßnahme (zur angeblichen Schulung) nicht annehmen wollen kann direkt das ganze Geld gestrichen werden ... so erstrebenswert wie du anzunehmen scheinst, ist das auch nicht davon abhängig zu werden, als es vom Vater zu sein...

Ich hoffe, ich habe mein Anliegen nicht zu komplex geäußert.

Ist schon in Ordnung so, aber du wirst dir vor Ort sachkundige Hilfe und Unterstützung suchen müssen und / oder mit deinem Vater einen Weg suchen und finden, wie es möglichst erträglich mit euch beiden im gleichen Haushalt weitergehen kann ...
Gesetzlich gesehen gibt es leider keine "einfachen" Lösungen für so spezielle persönliche Schicksale ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Fabiola

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Natürlich muss man die Chance haben die Trauer zu durchleben und zu verarbeiten, dafür gibt es auch bei Bedarf spezielle Reha-Kliniken / Akutkliniken ...
In meiner sehr tiefen Trauer nach dem Tod meiner Mutter habe ich sehr gute Hilfe in einer 'professionellen' Trauergruppe bekommen. Die gibt es eigentlich in jeder etwas größeren Stadt/Gemeinde. Diakonie und Caritas können dazu auch Auskunft geben.
 

axellino

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Guten Morgen gnaaaw,

ich habe jetzt mal bei einer Tasse Kaffee, ein paar passende Themen zu dein Anliegen rausgesucht, lese dich in diesen mal ein und wenn es daraufhin weitergehende Fragen gibt, dann mal los ;)


Das nachfolgende Thema beinhaltet auch eine interessante PDF-Datei die Du mal lesen solltest.

 

Gaestin

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wie Doppeloma schon schrieb, das JC würde viel größeren Druck auf Dich ausüben, sofort Arbeit zu finden, als Dein Vater. Und der Vater würde zu Unterhalt herangezogen werden. Besser wäre es, die hier gegebenen Ratschläge anzunehmen, Reha, Trauergruppe etc.
 

Helga40

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Der Vater würde nur zu Unterhalt herangezogen werden, wenn der TE erwerbsunfähig wäre oder eine Ausbildung absolviert oder zur Schule ginge. Es gibt im BGB keine Unterhaltspflicht bis 25 oder 27, was gern geschrieben wird. Nach dem BGB sind Verwandte 1. Grades ein Leben lang gegenseitig zu Unterhalt verpflichtet.

Aber, es gibt zum einen eine gesteigerte Unterhaltspflicht (bei Minderjährigen) bzw. eine Privilegierung dieses Personenkreises und es gibt zum anderen den Vorrang der Erwerbsobliegenheit, d.h: ein volljähriges Kind, das weder eine Schule besucht noch eine Ausbildung macht, muss vorrangig arbeiten gehen. Nur, wenn es das z. B. wegen Erkrankung nicht kann, wären die Eltern wieder in der Pflicht.

Da der TE hier ALG 1 bekommt, scheint er aber erwerbsunfähig zu sein, es sei denn, es wäre ALG wegen Nahtlosigkeit.

Ansonsten sehe ich es genauso, dass ALG 2 garantiert nicht die Lösung ist, wenn der TE meint, dass sein Vater ihn drängt, eine Arbeit zu suchen und er aber mehr Ruhe braucht. Das Jobcenter wird da noch mehr drängen und noch weniger Verständnis haben.
 
G

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Auch bei einer ErwerbsUNfähigkeit besteht keine Unterhaltspflicht der Eltern mehr, zumindest nicht über die Regelungen des SGB XII hinaus.

Meiner eigenen Erfahrung nach tut ein Auszug einer belasteten Beziehung zu den oft Eltern ziemlich gut, von daher kann ich den Wunsch verstehen.

Was ich weiter oben mit Rauswurf durch den Vater meinte, war nun nicht, dass der den TE spontan vor die Tür setzen soll, sondern eher, dass der Vater ihm fürs JC schriftlich gibt, dass er bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezogen sein soll und das auch vertritt.
Ich könnte mir vorstellen, dass es daran haken könnte, weil der Vater ja offenbar so schon relativ wenig Verständnis zeigt.

Alternativ könnte man, da das ALG I ja noch läuft (ich gehe mal bei einem Alter von 20 und einem vorhandenen ALG I-Anspruch nicht von einer Aussteuerung aus) auch eine AU ausstellen lassen (die in der aktuellen Situation wohl auch berechtigt wäre), damit in 6 Wochen bzw mit Ende des ALG I-Anspruchs ins Krankengeld gehen (das wäre dann in Höhe des ALG I) und dann in Ruhe ausziehen, ohne dass das Jobcenter was zu melden hat.
Das geht natürlich nur unter der Voraussetzung, dass ALG I bzw dann Krankengeld hoch genug sind, um sich damit in der eigenen Wohnung ggfls mit Wohngeld (Kindergeld ist ja auch noch möglich) allein zu unterhalten.
Außerdem brauchts dafür einen Arzt, dem man die Situation schildern kann und der da mitmacht.

Wenn man die AU dann irgendwann beendet, könnte das Jobcenter immer noch stressig werden, aber wenn ein eigener Hausstand besteht, kann das JC da rein rechtlich nichts mehr machen.
 

Gaestin

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Nach dem BGB sind Verwandte 1. Grades ein Leben lang gegenseitig zu Unterhalt verpflichtet.

Aber, es gibt zum einen eine gesteigerte Unterhaltspflicht (bei Minderjährigen) bzw. eine Privilegierung dieses Personenkreises und es gibt zum anderen den Vorrang der Erwerbsobliegenheit, d.h: ein volljähriges Kind, das weder eine Schule besucht noch eine Ausbildung macht, muss vorrangig arbeiten gehen. Nur, wenn es das z. B. wegen Erkrankung nicht kann, wären die Eltern wieder in der Pflicht.
Ansonsten sehe ich es genauso, dass ALG 2 garantiert nicht die Lösung ist, wenn der TE meint, dass sein Vater ihn drängt, eine Arbeit zu suchen und er aber mehr Ruhe braucht. Das Jobcenter wird da noch mehr drängen und noch weniger Verständnis haben.

Nach einer Reha wäre der TE womöglich in der Lage zu arbeiten.
 

Helga40

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Ich nehme an, dass Du erwerbsfähig meinst?!

Ja, natürlich.

Nach einer Reha wäre der TE womöglich in der Lage zu arbeiten.

Wenn er ALG 1 bekommt, ist er es eigentlich jetzt schon. Von daher wäre es sowieso erforderlich, dass der TE sich nochmal zu “teilweise erwerbsgemindert“ erklärt.

@Caye: die gesetzlichen Vorschriften des SGB XII haben erstmal gar nichts mit denen des BGB zu tun. Nur, weil im SGB XII der Unterhaltsübergang gesetzlich begrenzt wurde, bedeutet das nicht, dass er nach dem BGB nicht mehr besteht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Nach dem BGB besteht der Anspruch aber eben nur, wenn der Nachwuchs einer Ausbildung nachgeht (oder sich in einer berechtigten Pause zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet o.ä.).
Das SGB XII ist relevant, weil seine Leistungen bei tatsächlicher Erwerbsunfähigkeit dem elterlichen Unterhalt vorrangig wären.

Wie auch immer, ich finde die Überlegung, mit ALG I und Krankengeld auszuziehen und das JC irgendwann vor vollendete Tatsachen zu stellen, ganz gut. Erstmal abwarten was der TE dazu sagt, ob sich das finanziell ausgehen würde. Dann wäre auch Zeit und Ruhe für Reha oder eine Therapiesuche, bevor es zum JC geht.
 

gila

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....
Wie auch immer, ich finde die Überlegung, mit ALG I und Krankengeld auszuziehen und das JC irgendwann vor vollendete Tatsachen zu stellen, ganz gut. Erstmal abwarten was der TE dazu sagt, ob sich das finanziell ausgehen würde. Dann wäre auch Zeit und Ruhe für Reha oder eine Therapiesuche, bevor es zum JC geht.

Das ist es sicherlich - in der Theorie - aber in der Praxis stehen psychische Erkrankung und allgemeine Wohnungsnot dem schon auch entgegen.
Denkbar wäre es, er sucht sich ein WG-Zimmer - oder er stellt sich zunächst mal seinen Problemen und versucht diese mit professioneller Hilfe in den Griff zu bekommen.

Da ich das alles selbst auch durch habe mit Tochter Borderline, Depressionen etc. etc. ... und frühem Auszug, kann ich mir schon vorstellen, dass er/sie (?) zwar derzeit ALGI erhält - aber vielleicht hier durch die AfA etwas über den ÄD festgestellt wurde, teilweise eben "nicht einsetzbar" oder mit Einschränkungen - um das Wort "erwerbsunfähig" mal nicht zu gebrauchen.

Ein gangbarer Weg wäre über eine "Hilfe für psychisch kranke junge Erwachsene"
Dies mal in Deiner Stadt mit verschiedenen Suchworten googeln!
CARITAS haben auch oft Anlaufstellen oder Listen - es gibt hier verschiedene Hilfen über Wohngruppen, Wohnheime, betreutes Wohnen, Einzelbetreutes Wohnen etc. -
dort hilft man auch bei einer Wohnungssuche ......................... wenn es mal soweit ist!
Das KANN nun noch teilweise über das Jugendamt laufen (Hilfe für junge Volljährige)
hier mal Info aus Bayern: Hilfe für junge Volljährige

Ebenso kann die Unterstützung später auch über Teilhabeleistungen laufen.

So eine Institution hat den Vorteil: die kennen sich üblicherweise aus und wissen, wie die ganze Situation auf finanzielle Beine gestellt werden kann!

Evtl. so wie Caye sagte: ALG I und nun parallel mit längerer AU ins Krankengeld - sofern möglich - und dann aber auf jeden Fall KLINISCHE HILFE -
denn mal eben so wieder in den Ausbildungs- und Arbeitsprozess ist je nach Intensität deiner derzeitigen "Erkrankung" nicht unbedingt ratsam ...
oft ist das durch Schübe oder ungutes Zusammenwirken von Medikamenten mit viel "Scheitern" begleitet - was für dich nicht wirklich "motivierend"
ist.
Erstmal ist es wohl wichtig, den Ursachen deiner verschiedenen Befindlichkeiten auf die SPur zu kommen (ich hab das Wort Krankheit oder Störung üüüüberhaupt nicht gerne in dem Zusammenhang! Man ist "anders" und oft ... über ein paar "Umwege" ... findet man auch in so einer schwierigen Persönlichkeitslage wieder zu sich selbst)

Viel kommt es auch auf deine EIGENE BEREITSCHAFT an, dir helfen zu lassen - nicht alles mit Tabletten zustopfen - das hat meine Tochter in den
letzten 17 Jahren in NEUN Kliniken gebracht. Gerade Borderline hat oft Schwierigkeiten mit der nötigen "Einsicht" und Vertrauen - ganz besonders,
wenn jetzt noch eine wichtige Bezugsperson fehlt und der Vater derzeit wohl auch keine sooo große Unterstützung zeigen kann.

Aber ich bin durch eigenes jahrelanges "Irren und Wirren" mit Töchterlein sehr zuversichtlich, dass DU das schaffst! (y)
Sie hat es auch geschafft, MIT ihren Einschränkungen und Eigenheiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen ...
 

Kaputtunknown

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Ohje ich habe so ein ähnliches Problem nur dass alle in meiner Familie glauben dass es für mich einfach /locker wäre. Aber nichts ist einfach und ich kann mich mit Worten auch immer so schlecht ausdrücken bin unkommunikativ..wünsche dir jedenfalls viel Erfolg
 

gila

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Ohje ich habe so ein ähnliches Problem nur dass alle in meiner Familie glauben dass es für mich einfach /locker wäre. Aber nichts ist einfach und ich kann mich mit Worten auch immer so schlecht ausdrücken bin unkommunikativ..wünsche dir jedenfalls viel Erfolg

Nun hast du dich hier ausgedrückt und dich getraut (y)
Das ist ein guter Anfang!
 
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