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U25 ausziehen wegen Schule

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Cherie10

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#1
Hallo erstmal an alle!

Bevor ich meine Frage stelle, kurzes zu meiner Person:

- Ich bin 21 Jahre alt
- Schülerin
- beziehe Schüler BAföG von 389€
- Kindergeld von 164 €
- lebe mit meiner Mutter, die Arbeitslosengeld II bekommt
(somit sind wir bei der Arge)

Undzwar muss ich aus der jetzigen Wohnung ausziehen, weil ich sonst mein Abi nicht packe. Ich muss jeden morgen kurz nach 6:30 Uhr aus dem Haus, damit ich zur Schule komme, bin also ca 1 1/2 Stunden unterwegs. Die Verbindung zwischen der Schule und meinem derzeitigen zu Hause ist wirklich seeehr schlecht. Und da ich auch lange Unterricht habe, bin ich erst gegen 17 und 18 Uhr zu Hause! Mein Essen koche ich mir selbst, meine Lebensmittel kaufe ich mir selbst (meiner Mutter und mir bleiben 300€ monatl. zur Verfügung, das wir teilen und so sich jeder selbst finanziert, da sie anderes isst als ich und umgekehrt)
Ich habe eine riesen Menge an Hausaufgaben, Facharbeiten zu schreiben und zu lernen, aber nicht die Zeit, um alles unter einem Hut zu bringen, weil ich ja früh schlafen gehen muss, um kurz nach 5 Uhr aufzustehen....die Konzentration ist gleich NULL, Schlaf habe ich nicht, leide total daran, wurde 6 Mal hintereinander Krank, u-a. durch zu viel Stress. Wenn ich zum Arzt will, muss ich früher vom Unterricht und durch eine Operation an der Hüfte, musste ich schon am Anfang des Schuljahres oft früher gehen. Dadurch sammelte sich noch mehr Stoff (das, was im Unterricht besprochen wurde, also abgesehen von den Hausaufgaben, die man nachzeigen muss) zum Nacharbeiten, das vorgezeigt werden muss, da man sonst 6en kassiert. Das heisst für mich nach der Schule: nix essen, nicht einkaufen gehen, nicht zum Arzt gehen (oder wohin auch immer), sofort (ohne Konzentration und völlig übermüdet wegen Schlafmangel und erschöpft von dem 3-4maligen Umsteigen und der langen Fahrt) an den Schulsachen arbeiten bis 2 Uhr nachts und 3 Stunden später wieder aufstehen.
Dazu werde ich zu Hause ständig genervt, auch wenn ich mein Zimmer abschliesse werde ich nicht in Ruhe gelassen. Auch dann nicht, wenn ich heulend darum flehe, mich zu ignorieren.

Mit den Nerven bin ich sowieso völlig am Ende.

Einige von euch werden sagen, dass ich die Schule wechseln soll. Aber das geht nicht, weil ich das Vollabitur nicht im normalen Sinne mache, sondern innerhalb eines Schuljahres im Bildungsgang Grafik- und Mediendesign. Dies wird sonst nicht in der Nähe angeboten.
Mit dem Auto dauert es bis zur Schule 20 Minuten:icon_neutral:
Habe weder Führerschein, noch ein Auto, noch das Geld. Habe auch sonst niemanden, der mich jeden Tag zur Schule hin und zurück fährt.
Letzte Woche hatten wir in der Schule Beratungstag.
Weil ich so häufig gefehlt habe, sind die schriftlichen Noten dementsprechend. Habe zudem auch viele gesundheitlichen Beschwerden, um die ich mich aber nicht kümmern kann. Dies wiederum bildet einen Teufelskreis.
Meine Lehrerin hat mich an diesem Tag sofort für die nächsten Tage beurlaubt, damit ich a) einen neuen Arzt finde und auch zu ihm gehe und b) ich unbedingt ausziehen soll und c) einen Psychologen finden soll (leide echt extrem unter den Umständen und habe Depressionen)
und dann das Jahr wiederhole.

Die Lehrer und ich sehen es als dringend nötig. Ich will ja nicht aus Jucks von zu Hause ausziehen:icon_evil:

Weiss einer, ob die Arge mir eine Wohnung in der Nähe der Schule, das die Anforderungen an die Mietkosten etc. erfüllt, genemigen würde?
Was mache ich denn, wenn die Arge Nein sagt?
Ich habe wirklich nirgens anders die Möglichkeit, diese Schulform zu besuchen und ich brauche mein Vollabi, um auf Lehramt studieren zu können:icon_sad:

Bitte um Ratschläge:confused:
 

rosemarie

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#2
Tja, meine Gute, Du kannst ausziehen, denn Du bekommst ja Bafög und das Kindergeld. Das Befög kann evtl. auf Antrag erhöht werden. Kindergeld soll es ja auch demnächst 20,00 Euro mehr gegen. Du musst Dir eine Wohnung suchen, die Du Dir von den 553,00 Euro leisten kannst. Deine Mutter ist ALG II-Empfänger, Du nicht - Du hast ja für Dich Befög und Kindergeld. Die ARGE wird Dir natürlich keinen Umzug und auch die Wohnung nicht finanzieren, denn Du müsstest ja auch noch Unterhalt von Deinen Eltern erhalten, weil Du Dich ja noch in der Ausbildung befindest. Falls beide Elternteile nicht zahlen können, kann sich evtl. eben das Bafög erhöhen. Also sehe ich hier kein Problem, dass Du nicht ausziehen kannst. Du hast doch nicht den Antrag auf ALG II gestellt, sondern wohl Deine Mutter. Und weil Du ja noch bei ihr wohnst, zählst Du halt mit dazu. Such Dir also eine kleine Miniwohnung oder eine WG und zieh aus. Deine Mutter muss dann eine Änderungsmitteilung an die ARGE schicken und bekommt dann eben nur noch für sich das ALG II-Geld plus die ihr zustehenden Kosten der Unterkunft. Du könntest nur nicht ausziehen, wenn Du ausschließlich von ALG II leben würdest. Jetzt eben nicht - Bafög, Unterhalt, Kindergeld.
 

Cherie10

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#3
Hey Rosemsrie. Danke dir für deine Antwort:icon_daumen:
Leider kein Elternteil kann mir Unterhalt zahlen, oder sonst irgendwie unterstützen, da Mama kein Geld verdient und mein Vater der sich selbst kaum finanzieren kann, lebt im Ausland.
Kann es denn einen höheren Schüler-BAföG als 389€, den ich derzeit bekomme, denn geben?
 

Gaestin

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#4
ich glaube wir waren in England zäher.
Ich bin zehn Jahre lang (8 bis 18)
mit zwei U-Bahnen und zwei Bussen
anderthalb Stunden zur Schule gefahren.
Abends anderthalb zurück, Schule ging
bis halb fünf. Um sechs zu Hause, gings
los mit den Hausaufgaben.
Und so war es für alle. Klingt hart,aber
mit 21 ist das Ende wirklich absehbar.
Und in fast allen anderen Ländern ist Schule
ganztags oft mit langen Fahrten.

Mit 553 Euro ein Zimmer in der Nähe der
Schule und selbst wirtschaften?
 

Gaestin

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#6
Du hast vollkommen recht. Aber wenn es im ganzen
Land nicht anders ist und in Frankreich bei den meisten
ja auch.......
 
E

ExitUser

Gast
#7
Du hast vollkommen recht. Aber wenn es im ganzen
Land nicht anders ist und in Frankreich bei den meisten
ja auch.......
Und gerade da wollen wir ja nicht hin. Das man hunderte Kilometer und stundenlang durch die Gegend kurvt und ausgelaugt ist.

wenn wir immer sagen: guckt euch die anderen Länder an wie schlimm es da ist und das es da normal ist, werden wir bald genauso dastehen.
 

Gaestin

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#8
es ist nur merkwürdig, daß
England und Frankreich nicht weniger Abiturienten
haben (allerdings eher mit 18 als 21) und nicht weniger
Studenten. Deshalb sage ich, vielleicht ist man ein
wenig zäher??? Nicht BESSER.
 

Cherie10

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#9
Will mich ja selbst finanzieren:icon_evil:, nicht dass ihr da was falsch versteht.
Aber wie mache ich das denn mit dem BAföG?
Ich kann ja schlecht erst ausziehen und DANN erst den Antrag für die Erhöhung des BAföGs stellen.
Weiss jemand von euch, wie die Kriterien der Wohnung ist bezüglich m² und Kosten?
Es werden leider nicht unendlich viele kleine Wohnungen in der Nähe der Schule angeboten. Nichtmals einfache Zimmer. In der Nähe gibt es grad nur 3 zur Auswahl, die unter 45m² groß sind (suche im gesamten Netz) Habe vorhin für eine Wohnung eine Absage bekommen, weil die schon vergeben wurde:icon_sad:
 

Erolena

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#10
Deine Mutter muss nach dem Auszug dein Kindergeld an dich weiterleiten.

Falls dir das unsicher erscheint, dann kannst du auch bei der Familienkasse den Antrag auf Auszahlung des Kindergeldes auf dein Konto beantragen.
Adresse siehe im Internet auf den Seiten der Bundesagentur oder auf dem Kindergeldbescheid.

Zuständig für Schülerbafög ist das Amt für Ausbildungsförderung (oder ähnlicher Name) beim Landratsamt bzw. bei einer Großstadt Rathaus.

Leider hast du die Schulart nicht genau benannt.
Von der Schulart hängt der Bafög-Anspruch ab.

Die Bafög-Summe zu Hause wohnend ist 383 Euro (du schreibst 389?)
§ 12 Bedarf für Schüler
(1) Als monatlicher Bedarf gelten für Schüler

1. von Berufsfachschulen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, 212 Euro,

2. von Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen und von Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, 383 Euro.
....
Wenn du ausziehst, gelten § 12 Absatz 2 + 3:
(2) Als monatlicher Bedarf gelten, wenn der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnt , für Schüler

1. von weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, 383 Euro,

2. von Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen und von Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, 459 Euro.

Satz 1 Nr. 1 gilt nur, wenn die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1a Satz 1 oder einer nach § 2 Abs. 1a Satz 2 erlassenen Verordnung erfüllt sind.

(3) Soweit Mietkosten für Unterkunft und Nebenkosten nachweislich einen Betrag von 57 Euro übersteigen, erhöht sich der Bedarf nach Absatz 2 um bis zu monatlich 72 Euro.
Also 459 Euro (wenn die Schulart stimmt, siehe oben)
+ max. 72 zusätzlich f. Wohnung
________
531 Euro über Bafög-Gesetz

Gehe zum Amt für Ausbildung und mach eine Veränderungsmeldung, dass du ab xx.xx.2009 in eigener Wohnung wohnst und um Neuberechnung/Änderung bittest.
Den Mietvertrag reichst du nach, wenn du ihn hast.
Füge schriftlich hinzu, dass die Neuberechnung sehr dringend ist.
Gib den Antrag falls möglich selber dort ab oder telefoniere ausführlich mit den Mitarbeitern. Sie sind gewöhnlich sehr nett und hilfsbereit.

Für einige Schüler gibt es auch einen Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft nach SGB 2 Absatz 7.
Je nach Schulart unterschiedlich - die ich bei dir nicht herauslesen kann.
Die Schulart steht im Bafög-Bescheid. Dort ist genau aufgeführt, nach welchem Paragrafen, Absatz und Nummer du Bafög bekommst.
 
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