TV-Tipp 23.01.2014 23.15 Uhr bei Beckmann mit Inge Hannemann als Gast

Stuhoy

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
14 Dezember 2011
Beiträge
173
Bewertungen
48
Das Thema dieser Sendung ist:

Eingreifen, aufklären, aufdecken – wie viel Mut braucht Zivilcourage?

Immer wieder sorgen Gewaltexzesse auf der Straße für Schlagzeilen. Manche Bürger handeln beherzt und mischen sich in solchen Notsituationen ein, andere schauen aus Angst oder Bequemlichkeit lieber weg. Auch Missstände in Unternehmen oder politische Skandale wie die NSA-Affäre wären unentdeckt geblieben ohne Menschen, die Verantwortung übernehmen, eingreifen und ihre berufliche Existenz riskieren. Wann ist der richtige Moment einzugreifen? Sind zum Beispiel Whistleblower Helden oder Nestbeschmutzer? Und wo verläuft die Grenze zwischen Zivilcourage und Leichtsinn, zivilem Ungehorsam und Denunziantentum?

Darüber diskutieren bei "Beckmann":


Andreas Responde (Koch aus Berlin, der einer Frau, die angegriffen wurde, helfen wollte und beinahe ums Leben kam)

Sein Mut kostete ihn beinahe das Leben. Am 3. Juli 2010 ist Andreas Responde auf dem Heimweg, als er im Berliner S-Bahnhof Treptower Park Hilferufe einer jungen Frau hört und einen Streit zwischen Jugendlichen bemerkt. Trotz vieler Augenzeugen schreitet er als Einziger ein – und wird brutal zu Boden getreten und schwer verletzt. Während der 32-Jährige bis heute an den Folgen leidet, kommen die Täter mit geringen Strafen davon.


Sara Dahlem (als Angestellte in einem Fotofachgeschäft zeigte sie einen Kunden wegen kinderpornographischer Fotos an)
Vor einem Jahr entdeckte die Krefelder Fotolaborantin bei der Bearbeitung eines Kundenauftrags kinderpornographische Motive und informierte darüber ihren Chef. Gegen dessen Willen alarmierte sie die Polizei – und verlor durch ihr entschiedenes Handeln ihren Arbeitsplatz.


Inge Hannemann (Jobcenter-Mitarbeiterin, die als "Hartz-IV-Rebellin" bekannt wurde)
Immer wieder kritisierte sie Willkür und ungerechtfertigte Sanktionen von Hartz-IV-Empfängern im Jobcenter Hamburg-Altona. Als Inge Hannemann ihre Vorwürfe dann öffentlich machte, wurde sie von ihrem Arbeitgeber freigestellt. Bis heute kämpft die Hamburgerin um ihren Job.


Dr. Reiner Erlinger (Jurist, Mediziner und Kolumnist des "SZ"-Magazins)
Jede Woche beschäftigt er sich in seiner Kolumne mit Gewissensfragen. Warum bringen manche mehr und andere Menschen weniger Mut auf, wenn es darum geht, sich einzumischen oder Missstände aufzudecken? Und wie weit darf man für das eigene Gerechtigkeitsverständnis gehen?


Dr. Anne Frey (Psychologin)
Seit zwölf Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema Zivilcourage und gibt Kurse für Kinder und Jugendliche. Anne Frey ist überzeugt, dass Zivilcourage lernbar ist.
Quelle: Wie viel Mut braucht ... - Eingreifen, aufklären, aufdecken
 

kirschbluete

Neu hier...
Mitglied seit
25 Juni 2013
Beiträge
1.513
Bewertungen
677
hab grad eben kurz vor Schluss zufällig reingezappt... fühle ein absolut beklemmendes Gefühl im Magen... erfahre eine nervöse Frau H., in absolut defensiver Haltung, die "aus der Enge" wild rumhampelt und als wenig überzeugend ´rüberkommt....

Leider gleich vorbei, hoffe dat kommt gleich nochmal als Wiederholung oder/und in der Mediathek.....:icon_sad:
 

gismo41

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2010
Beiträge
731
Bewertungen
222
hab grad eben kurz vor Schluss zufällig reingezappt... fühle ein absolut beklemmendes Gefühl im Magen... erfahre eine nervöse Frau H., in absolut defensiver Haltung, die "aus der Enge" wild rumhampelt und als wenig überzeugend ´rüberkommt....

Leider gleich vorbei, hoffe dat kommt gleich nochmal als Wiederholung oder/und in der Mediathek.....:icon_sad:

Also , ich habe die ganze Sendung gesehen und Frau Hannemann hat überhaupt nicht wild rumgehampelt , sondern kam sehr überzeugend auch gegen der Argumente von Herr Erlinger rüber. Den kurzen Ausschnitt den du zum Ende gesehen hast ,ist die Antwort /Reaktion auf Herr Erlinger , der versucht hat Sie aus der Reverse zu locken .
Sogar die Frau Frey war ihrer Meinung . Vielleicht schaust du dir die ganze Sendung an ,damit du dir dann ein Bild machen kannst ? Ich denke von 2 min Ausschnitt ,kann man sich noch keine richtige Meinung bilden !
Das ist meine persönliche Meinung dazu .

Vieleicht solltest du Sie mal live erleben , damit du dir eine eigenes Bild machen kannst ? :icon_smile:
 

kirschbluete

Neu hier...
Mitglied seit
25 Juni 2013
Beiträge
1.513
Bewertungen
677
Also , ich habe die ganze Sendung gesehen und Frau Hannemann hat überhaupt nicht wild rumgehampelt , sondern kam sehr überzeugend auch gegen der Argumente von Herr Erlinger rüber. Den kurzen Ausschnitt den du zum Ende gesehen hast ,ist die Antwort /Reaktion auf Herr Erlinger , der versucht hat Sie aus der Reverse zu locken .
Sogar die Frau Frey war ihrer Meinung . Vielleicht schaust du dir die ganze Sendung an ,damit du dir dann ein Bild machen kannst ? Ich denke von 2 min Ausschnitt ,kann man sich noch keine richtige Meinung bilden !
Das ist meine persönliche Meinung dazu .

Vieleicht solltest du Sie mal live erleben , damit du dir eine eigenes Bild machen kannst ? :icon_smile:
Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt... das passiert mir hier anscheinend in letzter Zeit öfter *räusper*. Mit keinem Wort habe ich Frau H. kritisiert. Ich kenne sie persönlich, mache Dir da mal keine Sorgen. Ich frug lediglich nach einer Wiederholung der Sendung. Und was DU daraus machst, bleibe beileibe dir selbst überlassen....

manmanmannn:icon_neutral:
 

kirschbluete

Neu hier...
Mitglied seit
25 Juni 2013
Beiträge
1.513
Bewertungen
677
Jo geht los, det Männeken mit der Mütze, bin auf NDR HH:icon_smile: wird ´ne lange Nacht :icon_mued:
 

kirschbluete

Neu hier...
Mitglied seit
25 Juni 2013
Beiträge
1.513
Bewertungen
677
...so mir reichts, muss mich übergeben gehen... den Rest habe ich vorhin schon gesehen.

Wenn ich überlege, dass bis vor ca. 15 Jahren die SZ noch meine Lieblingszeitung war und anschliessend noch für paar Jahre zumindest noch das SZ-Magazin, da frage ich mich heute und hier welcher Teufel mich damals geritten haben kann... wird Zeit dass die beiden Dr.Dr. des HERREN akribisch untersucht werden, mit denen er sich schmückt. Der hat definitiv Dreck am Stecken, der Dreck strahlt aus jeder Geste, jedem Blick, jedem Wort von dem Mann. Der ist gefährlich.

Hannemann - fru hat wie immer ihr Bestes gegeben in dieser Situation und ich bin stolz auf sie :icon_klatsch:

Kein Wunder, dass es bei diesem eitlen DrDr-Pennäler mit ösi-Einschlag (sorry) ein wenig die Sprache verschlägt.... ich hätte wahrscheinlich meine Selbstbeherrschung verloren und dem knallhart eins auf seine Glatze gedöhnst....

Umsomehr Respekt Frau Hannemann, das haben Sie großartig gemeistert!!! Vielen vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz, für Ihre Kraft und für Ihr Engagement! Danke!!!
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
Mitglied seit
2 Juli 2008
Beiträge
12.837
Bewertungen
6.303
hab grad eben kurz vor Schluss zufällig reingezappt... fühle ein absolut beklemmendes Gefühl im Magen... erfahre eine nervöse Frau H., in absolut defensiver Haltung, die "aus der Enge" wild rumhampelt und als wenig überzeugend ´rüberkommt....

Leider gleich vorbei, hoffe dat kommt gleich nochmal als Wiederholung oder/und in der Mediathek.....:icon_sad:
Kann mich dem nur vollumfänglich anschließen. Spätestens als Beckmann auf ihr Statement in ihrer Webseite (wieviele Tote wollen sie noch.....) hätte sie einhaken müssen und auf die vielen REALEN TOTEN hinwiesen müssen, die sie nicht konstruiert hat, nur um nur medial gehört zu werden. Da sie schon etwas Medienerfahrung hat, frage ich mich, warum sie sich nicht besser vorbereitet?
==> H4: Eine Liste von Leichen - Quergedacht! v 2.0

Edit:

In diesem Zusammenhang war auch erstaunlich, dass sie die alljährlichen Planungsbriefe nicht angesprochen an, in denen JC ganz klar zu Einsparungen gefordert werden, die - wie sie in ihren Videos auch x mal bestätigt hat -, nicht anderes als versteckte Sanktionsaufforderungen sind. Hinzu kämen dann auch noch die daraus resultierenden "Anreize" für JC-Mitarbeiter
==> https://www.elo-forum.org/soziale-politik-politisches-zeitgeschehen/115946-4000-euro-praemie-harte-jobcenter-chefs.html

Ganz zu schweigen von der explodierenden Kosten einer nicht effektiven Behörde
==> Kosten für Hartz IV um 700 Millionen Euro gestiegen

und die damit einhergehende Zweckentfremdung der Mittel zum Zwecke des Selbsterhalts
==> 09.01.2014: Einfach umschichten (neues-deutschland.de)

Ich mein hey. Das sind Evergreens, die man einfach unterbringen muss.
 

kirschbluete

Neu hier...
Mitglied seit
25 Juni 2013
Beiträge
1.513
Bewertungen
677
Kann mich dem nur vollumfänglich anschließen. Spätestens als Beckmann auf ihr Statement in ihrer Webseite (wieviele Tote wollen sie noch.....) hätte sie einhaken müssen und auf die vielen REALEN TOTEN hinwiesen müssen, die sie nicht konstruiert hat, nur um nur medial gehört zu werden. Da sie schon etwas Medienerfahrung hat, frage ich mich, warum sie sich nicht besser vorbereitet?
==> H4: Eine Liste von Leichen - Quergedacht! v 2.0

Edit:

In diesem Zusammenhang war auch erstaunlich, dass sie die alljährlichen Planungsbriefe nicht angesprochen an, in denen JC ganz klar zu Einsparungen gefordert werden, die - wie sie in ihren Videos auch x mal bestätigt hat -, nicht anderes als versteckte Sanktionsaufforderungen sind. Hinzu kämen dann auch noch die daraus resultierenden "Anreize" für JC-Mitarbeiter
==> https://www.elo-forum.org/soziale-politik-politisches-zeitgeschehen/115946-4000-euro-praemie-harte-jobcenter-chefs.html

Ganz zu schweigen von der explodierenden Kosten einer nicht effektiven Behörde
==> Kosten für Hartz IV um 700 Millionen Euro gestiegen

und die damit einhergehende Zweckentfremdung der Mittel zum Zwecke des Selbsterhalts
==> 09.01.2014: Einfach umschichten (neues-deutschland.de)

Ich mein hey. Das sind Evergreens, die man einfach unterbringen muss.
Ja, ich fand ihre Darstellung auch auffallend lückenhaft... was war denn da bloss los? Vermute, dass sie nen fetten Maulkorb umhatte und dass viel geschnitten wurde. Vielleicht bilde ich´s mir nur ein aber ich hatte das Gefühl, ihre Angst und Eingschüchtertheit förmlich greifen zu können, das war nicht schön. Ich denke, sie wurde massiv unter Druck gesetzt und für diese Umstände hat sie sich mE wacker geschlagen... ob ich ihr allerdings sowas nochmal empfehlen würde, weiss ich nicht... mich würde mal ein Statement von ihr selber interessieren zu der Sendung...
 
E

ExitUser

Gast
Ja, ich fand ihre Darstellung auch auffallend lückenhaft... was war denn da bloss los? Vermute, dass sie nen fetten Maulkorb umhatte und dass viel geschnitten wurde. Vielleicht bilde ich´s mir nur ein aber ich hatte das Gefühl, ihre Angst und Eingschüchtertheit förmlich greifen zu können, das war nicht schön. Ich denke, sie wurde massiv unter Druck gesetzt und für diese Umstände hat sie sich mE wacker geschlagen... ob ich ihr allerdings sowas nochmal empfehlen würde, weiss ich nicht... mich würde mal ein Statement von ihr selber interessieren zu der Sendung...
Viele Insider berichten und befürchten, dass Frau Hannemann
auseinander genommen werden soll. Die Mechanismen sind jetzt schon greifbar!

Frau Hannemann bräuchte mehr Unterstützung innerhalb von Organisationen.
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.562
Bewertungen
1.945
mit erlinger ist sie auf einen juristen getroffen, der ihr den unterschied erklärt hat, zwischen legal und legitim.

größter fehler war gewesen, dass sie sich auf das glatteis der "verfassungswidrigkeit von hartzIV" begeben hat. in das eis eingebrochen ist sie dadurch, dass sie dann auch noch ins spiel gebracht hat, dass sie-bis hinauf zum bundespräsidenten-es besser weiss.

und dieses "ich weiss es aber besser" hat sie dann auch noch-geschickt lanciert von erlinger-in die position eines weiteren berühmten hamburger gerückt: ronald barnabas schill.

zum ersten mal wurde also klar, dass die frau nicht annähernd über die "brillianz" verfügt, die man ihr andichtet. völlig unglaubwürdig-für das publikum(!)- wurde sie dann dadurch, dass erlinger wußte, dass sie gar nicht ihren job verloren hat, sondern-voll bezahlt-suspendiert wurde.
einen martin behrsing hätte man nicht so kaltlächelnd matt setzen können.

interessant wäre, ob die 80.000 unterstützer der petition, auch mehr machen würden, als mit der computermaus auf dem bildschirm herumzuklickern.
 
E

ExitUser

Gast
Solange hier Wertesysteme aufgebaut werden und man dadurch politisch verhindert, dass sich endlich die vielen kleinen und größeren (Interessens)Grüppchen vereinigen, erweist man den Erwerbslosen einen Bärendienst!

Das kann den Hintergrund haben, dass deren Führer-innen ihre eigenen Felle wegschwimmen sehen.

Was wären diese ohne die Betroffenen?
 

Hamburgeryn1

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 April 2011
Beiträge
3.021
Bewertungen
3.815
mit erlinger ist sie auf einen juristen getroffen, der ihr den unterschied erklärt hat, zwischen legal und legitim.

größter fehler war gewesen, dass sie sich auf das glatteis der "verfassungswidrigkeit von hartzIV" begeben hat. in das eis eingebrochen ist sie dadurch, dass sie dann auch noch ins spiel gebracht hat, dass sie-bis hinauf zum bundespräsidenten-es besser weiss.
Persönlich stehe ich dem Engagement I. Hannemanns ambivalent
gegenüber - konnte aber nicht erkennen,
dass ihr dieser unerträgliche Erlinger "etwas erklärt hat".

Stattdessen sah ich eine müde, abgekämpfte, und streckenweise auch überforderte Frau.
Die fehlende mediale Routiniertheit einer Sahra Wagenknecht oder Jutta Dittfurth nutzte Erdinger,
um sie durch empathiefreie Wortakrobatik mit neoliberalen Plattitüden an die Wand zu schwallen.
zum ersten mal wurde also klar, dass die frau nicht annähernd über die "brillianz" verfügt, die man ihr andichtet. völlig unglaubwürdig-für das publikum(!)- wurde sie dann dadurch, dass erlinger wußte, dass sie gar nicht ihren job verloren hat, sondern-voll bezahlt-suspendiert wurde.
einen martin behrsing hätte man nicht so kaltlächelnd matt setzen können.
Brillianz?

I. Hannemann hat eine schlichte Botschaft, die sie mit ebenso schlichten Worten zum Ausdruck zu bringen versucht.
Leider verhaspelt sie sich in Allgemeinplätzen, bringt zu wenig Fakten oder schweift gänzlich von der Frage ab.

Unglaubwürdig wurde sie für mich durch die seltsame Anekdote eines arbeitslosen U-25igers,
der durch die Totalsanktion - die eine Kollegin I. Hannemanns zu verantworten hatte - obdachlos gemacht wurde.
Frau Hannemann kontaktierte den jungen Mann unmittelbar nachdem sie seinen Fall übernommen hatte,
stellte fest, dass die Sanktion rechtlich so nicht haltbar war, und brachte alles wieder ins Lot.

Bei dieser Story schoß mir spontan eine Frage durch den Kopf:
"Fördert die BA neuerdings mobile Briefkästen,
damit den obdachlosen U-25igern JC_Vorladungen zugestellt werden können?"

Persönlich bedauere ich es sehr, dass I. Hannemann häufig mit solchen Geschichten zu punkten versucht,
statt mit Fakten die oft sehr dünnen Argumente der Gegenseite zu entkräften.

Aber bei aller Kritik war sie es nicht selbst,
die sich zur Wistleblowerin, Hartz-IV-Rebellin oder BA-Ikone erhoben hat.

Das waren andere.
 
E

ExitUser

Gast
Persönlich stehe ich dem Engagement I. Hannemanns ambivalent
gegenüber - konnte aber nicht erkennen,
dass ihr dieser unerträgliche Erlinger "etwas erklärt hat".

Stattdessen sah ich eine müde, abgekämpfte, und streckenweise auch überforderte Frau.
Die fehlende mediale Routiniertheit einer Sahra Wagenknecht oder Jutta Dittfurth nutzte Erdinger,
um sie durch empathiefreie Wortakrobatik mit neoliberalen Plattitüden an die Wand zu schwallen.
Brillianz?

I. Hannemann hat eine schlichte Botschaft, die sie mit ebenso schlichten Worten zum Ausdruck zu bringen versucht.
Leider verhaspelt sie sich in Allgemeinplätzen, bringt zu wenig Fakten oder schweift gänzlich von der Frage ab.

Unglaubwürdig wurde sie für mich durch die seltsame Anekdote eines arbeitslosen U-25igers,
der durch die Totalsanktion - die eine Kollegin I. Hannemanns zu verantworten hatte - obdachlos gemacht wurde.
Frau Hannemann kontaktierte den jungen Mann unmittelbar nachdem sie seinen Fall übernommen hatte,
stellte fest, dass die Sanktion rechtlich so nicht haltbar war, und brachte alles wieder ins Lot.

Bei dieser Story schoß mir spontan eine Frage durch den Kopf:
"Fördert die BA neuerdings mobile Briefkästen,
damit den obdachlosen U-25igern JC_Vorladungen zugestellt werden können?"

Persönlich bedauere ich es sehr, dass I. Hannemann häufig mit solchen Geschichten zu punkten versucht,
statt mit Fakten die oft sehr dünnen Argumente der Gegenseite zu entkräften.

Aber bei aller Kritik war sie es nicht selbst,
die sich zur Wistleblowerin, Hartz-IV-Rebellin oder BA-Ikone erhoben hat.

Das waren andere.
:danke:

für diese brillante Kritik Hamburgeryn1, der ich nur noch hinzufügen kann, dass Frau Hannemann es ausdrücklich ablehnt in den, ihr unterstellten Status der Ikone erhoben zu werden. Und das spricht für sich!
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.562
Bewertungen
1.945
Persönlich stehe ich dem Engagement I. Hannemanns ambivalent
gegenüber - konnte aber nicht erkennen,
dass ihr dieser unerträgliche Erlinger "etwas erklärt hat".

Stattdessen sah ich eine müde, abgekämpfte, und streckenweise auch überforderte Frau.
Die fehlende mediale Routiniertheit einer Sahra Wagenknecht oder Jutta Dittfurth nutzte Erdinger,
um sie durch empathiefreie Wortakrobatik mit neoliberalen Plattitüden an die Wand zu schwallen.
sehe ich anders.

hannemann war schon erstaunlich ruhig und sachlich.das problem ist/war, dass sie behauptet hat, dass die SGB verfassungswidrig seien. und da muß man unterscheiden, dass sie schon der meinung sein kann, wegen artikel 5 GG.
aber, sich hinzustellen und zu behaupten, dass parlament hätte verfassungswidrige gesetze beschlossen, die dann der "grüßaugust" abgesegnet hätte, dieses recht hat sie in einer sendung nicht.

stellt sie sich auf diesen standpunkt, ist sie auch als staatsangestellte/beamtin überhaupt nicht mehr tragbar.

außerdem sind dem juristen dann die hände gebunden, wenn eben gesetze dieses und jenes vorschreiben und es keinen ermessensspielraum gibt.
und das ist ja auch der grund, weswegen @martin und auch andere, immer und immer wieder darauf hinweisen, dass man hartzIV nur politisch abschaffen kann->also entweder durch andere wahlergebnisse oder durch öffentlichen widerstand !!
 

Hamburgeryn1

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 April 2011
Beiträge
3.021
Bewertungen
3.815
sehe ich anders.

hannemann war schon erstaunlich ruhig und sachlich.
Ich empfand sie eher unsicher und leicht derangiert.
das problem ist/war, dass sie behauptet hat, dass die SGB verfassungswidrig seien. und da muß man unterscheiden, dass sie schon der meinung sein kann, wegen artikel 5 GG.
aber, sich hinzustellen und zu behaupten, dass parlament hätte verfassungswidrige gesetze beschlossen, die dann der "grüßaugust" abgesegnet hätte, dieses recht hat sie in einer sendung nicht.
Grundsätzlich hat I. Hannemann - genau wie jeder andere auch - das Recht zu sagen, dass das Parlament mit den sog. "Hartz-Gesetzen" verfassungswidrige Gesetze erlassen hat, die vom präsidialen Grüßaugust abgenickt wurden.

Nur - wenn man derartige Thesen aufstellt - sollten diese auch durch Fakten belegt werden.
Doch genau daran scheitert I. Hannemann leider nicht zum ersten Mal.

Statt in solchen Momenten darzulegen dass bsw. Existenzminimum und Sanktionen miteinander unvereinbar sind;
sie in Relation zum Art. 20 GG zu stellen; Beispiele anzubringen, welches Interesse die Wirtschaft an den Sanktionen hat;
darauf hinzuweisen dass Sanktionen in Wahrheit auf die noch arbeitende Bevölkerung abzielen und in welchem Zusammenhang Sanktionen mit dem Prämien - und Quotensystem der BA stehen - verfängt sich I. Hannemann in banalen Geschichten und nimmt sich bedauerlicherweise so einen Gutteil ihrer Glaubwürdigkeit.
stellt sie sich auf diesen standpunkt, ist sie auch als staatsangestellte/beamtin überhaupt nicht mehr tragbar.
Meiner Ansicht nach ist diese Frage ohnehin überflüssig.

Hannemanns Kampf gegen die BA wurde zum Politikum - nicht von ungefähr verschiebt das HH-Arbeitsgericht einen Termin nach dem anderen.

Es geht hierbei nicht allein um die Frage ob ein AN des ÖD ein Recht auf eine eigene Meinung hat, oder ob seine Treuepflicht gegenüber dem Dienstherrn eine eindeutige Positionierung verlangt - es geht darum ob Hartz IV in der bisherigen Form Bestand haben wird.

Sollte nämlich das HH-Arbeitsgericht zu dem Ergebnis kommen,
dass die Treuepflicht nicht automatisch die grundgesetzlich verbriefte persönliche Meinungsfreiheit aufhebt - könnte die Luft
in der BA argumentativ sehr dünn werden, sollten sich dann mehr systemkritische JC-MA aus ihren Bürohöhlen trauen
um mit dem Licht der Wahrheit den Geist der unwissenden Öffentlichkeit zu erhellen.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen mit welchen juristischen Finessen
sich die hamburgische Jurisprudenz aus diesem Dilemma winden wird.

außerdem sind dem juristen dann die hände gebunden, wenn eben gesetze dieses und jenes vorschreiben und es keinen ermessensspielraum gibt.
und das ist ja auch der grund, weswegen @martin und auch andere, immer und immer wieder darauf hinweisen, dass man hartzIV nur politisch abschaffen kann->also entweder durch andere wahlergebnisse oder durch öffentlichen widerstand !!
Weder diese noch andere Wahlen werden an den herrschenden Verhältnissen etwas ändern.

An den entsprechenden Stellschrauben wird schon dafür gesorgt dass
dieses System so geschmiert wird, damit es wie gewünscht läuft.

Ich bin mir ganz sicher:
Wenn den "Eliten" die gewünschte Regierung nicht per Wahlzettel geliefert wird,
dann kaufen sie sich diese eben zusammen.

Was den öffentlichen Widerstand angeht:
Unabhängig wie ich persönlich über den "Kampf um die Flora" denke - hier in Hamburg haben wir kürzlich einen Vorgeschmack darüber erhalten, wie ohne richterlichen oder irgendeinen anderen demokratischen Beschluss binnen Stunden innerhalb einer Großstadt großflächig Polizeirecht gilt.

Das war nichts anderes als ein Testlauf für das gesamte Bundesgebiet.

Seit Jahren wird die Bevölkerung systematisch an die Beschneidung seiner Freiheit gewöhnt. Es wird zur Normalität.
Wo das nicht reibungslos funktioniert, werden Bedrohungen eben künstlich heraufbeschworen.

Bis vor kurzem kam der extrem wandelbare Feind noch als bärtiger Kofferträger daher,
dessen bombige Fracht nur durch die omnipräsente Gegenwart des allgegenwärtigen Verfassungsschutzes
auf jedem maroden Provinzbahnhof gerade noch rechtzeitig gefunden wurde.
Aktuell versteckt er sich steinewerfend und tief vermummt in schwarzen Blöcken,
wo er im Schutz der Anonymität grundlos öffentliches und privates Eigentum zerstört, Wachen angreift, Polizisten zusammenschlägt.

Es werden methodisch Gründe zur Einschränkung elementarer Grundrechte konstruiert und geschickt in die Öffentlichkeit lanciert. Zweifler als Verschwörungstheoretiker verlacht.

Am Ende nimmt das Volk - dankbar und erleichtert über soviel staatliche Fürsorge - unter lauter medialer Dauerbeschallung und viel pompösen politischen Aktivismus die staatliche Fürsorge von Dauerüberwachung, Kennkarten, RFID-Chips und anderen Segnungen moderner Fussfesseln entgegen.

Öffentlicher Widerstand?
So weit sind die Deutschen noch lange nicht.

Und sollte der Tag tatsächlich kommen an dem das deutsche Volk endlich aus seinem Trash-TV-Koma erwacht um wieder selbstständig denken zu wollen, werden sein Hirn, Hände, Füße nebst Behausung in Stacheldraht gewickelt sein.

Strassensperren, Personenkontrollen und Wasserwerfer werden genauso zu seinem Alltag gehören,
wie Gesinnungsüberwachung, Denkverbote und Hausdurchsuchungen.
 
Oben Unten