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TV-Tip: Ein Fall für Dietrich S.

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dr.byrd

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#1
Läuft gerade in der ARD

Streitfall Hartz IV – Ein Fall für Dietrich S.

Reportage, D 2009, 43 Min."Arbeitsloser randaliert im Arbeitsamt"; "Tisch der Sachbearbeiterin mit Axt zertrümmert" das sind Zeitungsschlagzeilen, wie man sie Woche für Woche immer wieder liest. Vier Jahre nach der Zusammenführung von Sozialämtern und Arbeitsamt in die Arbeitsgemeinschaften klemmt es an allen Ecken. Das Klima in den Behörden wird aggressiver, immer wieder kommt es zu Übergriffen. Viele Mitarbeiter sind überfordert, denn die Zahl der schwer zu vermittelnden Langzeitarbeitslosen steigt. Die Stadt Duisburg gehört zu den Spitzenreitern in der NRW-Arbeitslosen-Statistik und hat sich auch aus Verzweiflung eine besondere Lösung einfallen lassen: den Ombudsmann für Hartz IV, der Mann für die schnelle Schlichtung. Seine Fälle klingen wie kleine Abenteuer in der verfahrenen Welt zwischen Hartz-IV-Empfängern und Vermittlern: So wurde ein Analphabet von der zuständigen Arge aufgefordert, mindestens 15 schriftliche Bewerbungen pro Monat nachzuweisen. Als er das nicht leisten konnte, wurden ihm die Bezüge gekürzt. Der Mann sei seinen Pflichten nicht nachgekommen. Der Mann kochte vor Wut über die Arge. Ein Fall für Dietrich Schoch. Er ist Deutschlands einziger Obmann bei einer Arge. Seit Anfang des Jahres kümmert er sich um diese Streitfälle. Nicht immer geht es dabei gewalttätig zu, aber selten sanft. Dietrich Schoch macht seine Arbeit ehrenamtlich. Der Mann aus Duisburg ist 66 Jahre alt, Fachmann für Sozial- und Verwaltungsrecht und pensioniert. Jetzt trifft das pralle Leben auf ihn: Er muss vermitteln, Konflikte lösen, bürokratische Fallstricke entfernen. Über einen längeren Zeitraum begleitet die Reportage die Arbeit des ehrenamtlichen Ombudsmanns. Vor allem aber zeigt der Film, weshalb ehrenamtliches Engagement unverzichtbar ist.
Regie: Edeltraud Remmel
 

Arania

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#3
AW: Ein Fall für Dietrich S.

Wiederholung am Mittwoch 3 Uhr 20 ARD, das ist eine noch bessere Urzeit, aber ich denke in der Mediathek wird es rund um die Uhr abrufbar sein
 

ethos07

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#4
Gab es diesen Film nicht schon mal?
Jedenfalls hat Dietrich Schoch,der Ombudsmann aus Duisburg inzwischen dieses "Ehrenamt" endlich geschmissen - auch das habe ich bereits mehrfach anderswo gelesen.

Schoch, ein Protestant, der schon sein Leben lang ehrenamtlich arbeitet, verhalf diesen Klienten zu ihrem Recht. Doch dabei beließ er es nicht. Seit der Experte der Behörde dezidiert ihre strukturellen Mängel vorhielt und diese auch an die Öffentlichkeit brachte, herrschte mit der Duisburger ARGE-Führung Funkstille. Auch die Mehrheit im Stadtrat wollte den 'Nestbeschmutzer' nun loswerden, der sich erst auf gutes Zureden der Wohlfahrtsverbände zum Weitermachen entschied. Doch als dem Ombudsmann im März zwei weitere ehrenamtliche Schlichter an die Seite gestellt werden sollten - unter zentraler Direktive -, war es genug. Mit dem ursprünglich einmal als unabhängig vereinbarten Gremium hatte das nicht mehr viel zu tun. Schoch schmiss endgültig hin und coacht nun - natürlich ehrenamtlich - die überforderten Berater bei den Verbänden.
So ein einsamer goodwill-Mensch ist m.E. auch kein sinnvoller Weg ein Repressionsinstrument wie HartzIV madig zu machen - oder doch vielleicht?
 

Neo1

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#5
Hab die Sendung gesehen. Wieder einmal ein Lehrstück mit welchen Mitteln solche StaatsDIENER (im besonderen der ARGE-Leiter) ihr System verteidigen.
Auch interessant, die Kommentare einzelner ARGE- Mitarbeiter. Konsens - Null Ahnung, selbst unter Druck den Arbeitsplatz zu verlieren, mit ständig neuen Gesetzen konfrontiert.

Ein besonderes Glanzstück und an Inkompetenz kaum zu übertreffen war die s.g. "Pressesprecherin". Solch ein Gestammel hab ich selten gehört.

Herr Schoch, ein Urgestein des deutschen Beamtentums, der seinen Amtseid wohl noch richtig verstanden hat und mit Leben füllt. Leider eine aussterbende Gattung.

Das "öffentlich" rechtliche Fernsehen hat wieder einmal wenig Öffentlichkeit hergestellt zu dieser nachtschlafenden Sendezeit.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
 

Berenike1810

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#6
AW: Ein Fall für Dietrich S.

Da habe natürlich schon geschlafen. Hat jemand einen Link für mich? Wo ich das noch ansehen kann?
 

Neo1

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#7
Wer EINS EXTRA empfangen kann, da läuft es heute abend um 20.15 Uhr.
 

Atlantis

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#9
Hab es mir auch noch Angesehen und durchgehalten die Augen sind ab und zu schon am zuklappen gewesen.


Streitfall Hartz IV – Ein Fall für Dietrich S.

Reportage, D 2009, 45 Min."Arbeitsloser randaliert im Arbeitsamt; "Tisch der Sachbearbeiterin mit Axt zertrümmert das sind Zeitungsschlagzeilen, wie man sie Woche für Woche immer wieder liest. Vier Jahre nach der Zusammenführung von Sozialämtern und Arbeitsamt in die Arbeitsgemeinschaften klemmt es an allen Ecken. Das Klima in den Behörden wird aggressiver, immer wieder kommt es zu Übergriffen. Viele Mitarbeiter sind überfordert, denn die Zahl der schwer zu vermittelnden Langzeitarbeitslosen steigt. Die Stadt Duisburg gehört zu den Spitzenreitern in der NRW-Arbeitslosen-Statistik und hat sich auch aus Verzweiflung eine besondere Lösung einfallen lassen: den Ombudsmann für Hartz IV, der Mann für die schnelle Schlichtung. Seine Fälle klingen wie kleine Abenteuer in der verfahrenen Welt zwischen Hartz-IV-Empfängern und Vermittlern: So wurde ein Analphabet von der zuständigen Arge aufgefordert, mindestens 15 schriftliche Bewerbungen pro Monat nachzuweisen. Als er das nicht leisten konnte, wurden ihm die Bezüge gekürzt. Der Mann sei seinen Pflichten nicht nachgekommen. Der Mann kochte vor Wut über die Arge. Ein Fall für Dietrich Schoch. Er ist Deutschlands einziger Obmann bei einer Arge. Seit Anfang des Jahres kümmert er sich um diese Streitfälle. Nicht immer geht es dabei gewalttätig zu, aber selten sanft. Dietrich Schoch macht seine Arbeit ehrenamtlich. Der Mann aus Duisburg ist 66 Jahre alt, Fachmann für Sozial- und Verwaltungsrecht und pensioniert. Jetzt trifft das pralle Leben auf ihn: Er muss vermitteln, Konflikte lösen, bürokratische Fallstricke entfernen. Über einen längeren Zeitraum begleitet die Reportage die Arbeit des ehrenamtlichen Ombudsmanns. Vor allem aber zeigt der Film, weshalb ehrenamtliches Engagement unverzichtbar ist.
Regie: Edeltraud Remmel
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Der Bericht ist auch nicht Schlecht
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klaus1233

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#10
Der Ombudsmann soll ja die Prozesskosten beim SG und Presseskandale verhindern und den größten Bockmist der ARGE unter den Teppich kehren. Dass macht er dann auch noch ehrenamtlich.

Die Rolle als verlängerte Arm der ARGE hat er nicht verstanden sondern spielte die Rolle des Volkstribunen. Das konnte nicht gut gehen. Wir brauchen keinen Ombudsamnn, wir haben Widerspruchsrecht, wir haben die Gerichte, Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde, wir können Skandale an die Medien melden und den den Politiker zumailen.

Diese Behörde ist dazu da, uns zu bekämpfen, die Arbeitslosigkeit wird dadurch bekämpft, dass der Arbeitslose bekämpft wird. Das ist politisch gewollt mit dem Credo, Arbeitslosigkeit zu individualisieren, statistisch unsichtbar zu machen und als sozial defizitären Verhalten zu interpretieren. Der nächste Schritt ist die Pathologisierung. Wer keine Arbeit hat, muss krank sein, der tickt nicht richtig ...
 

Neo1

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#11
Der trifft es ziemlich anlog zum Fernsehbericht. Ergänzend sollte man noch erwähnen, dass der ARGE Leiter dem Ombudsmann einen Maulkorb verpassen wollte, als immer mehr durcheinander ans Tageslicht kam.

Ganz im Brustton der Überzeugung, er alleine bestimme welcher Mitarbeiter in seiner Behörde vor die Presse tritt.
 

Neo1

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#13
Der nächste Schritt ist die Pathologisierung. Wer keine Arbeit hat, muss krank sein, der tickt nicht richtig ...
Wer lange schläft wird später wach...

Der erste Schritt ist längst getan. Der schöne Begriff : "Multiple Vermittlungshemmnisse" läßt sich sicher um einiges ergänzen.
 
E

ExitUser

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#14
Ein ziemlich oberflächlicher Bericht, ich habe mich da gestern Abend auch durchgequält.

Viel interessanter wäre mal zu erfahren, ob diese Security-Typen, die ja offensichtlich in vielen Argen rumstehen, wirklich irgendwas bringen oder ob die die Atmosphäre, die ja eh schon angespannt ist, noch zusätzlich aufheizen - einfach durch bloße Anwesenheit.
 

Neo1

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#15
Ein ziemlich oberflächlicher Bericht, ich habe mich da gestern Abend auch durchgequält.

Viel interessanter wäre mal zu erfahren, ob diese Security-Typen, die ja offensichtlich in vielen Argen rumstehen, wirklich irgendwas bringen oder ob die die Atmosphäre, die ja eh schon angespannt ist, noch zusätzlich aufheizen - einfach durch bloße Anwesenheit.
Für uns "alte Hasen" vielleicht ein Tick zu seicht, aber für die breite Öffentlichkeit fand ich den nicht oberflächlich behandelt.

Ich empfinde das als reine Provokation und billige Propaganda für die Massen.
Anwesenheit von Security bedeutet ja in erster Linie Prävention. Damit wird ja schon eine Bedrohung suggeriert.
Wenn's dann irgendwann einmal unweigerlich zur Konfrontation kommt - na wunderbar. Kann man dann medial ausschlachten und damit wieder einmal ein Vorurteil mehr bestätigen.

Für so perfide Gedankengänge haben die Dumpfbacken Zeit und Muse. Über Geld müssen wir ja nicht reden.

Mich würde nur einmal interessieren, für welchen Hungerlohn sich dann die Security mit den Hartzlern die Köppe blutig schlägt. Not gegen Elend. :icon_neutral:
 
E

ExitUser

Gast
#16
Ich empfinde das als reine Provokation und billige Propaganda für die Massen.
Anwesenheit von Security bedeutet ja in erster Linie Prävention. Damit wird ja schon eine Bedrohung suggeriert.
Da ist was dran. Im Ernstfall könnte vor allem die Security auch erst NACH einem Vorfall eingreifen.

Außerdem gibt es auf den Desktops der Mitarbeiter ja diesen hübschen ARE-Button.
 

ethos07

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#17
Der Ombudsmann soll ja die Prozesskosten beim SG und Presseskandale verhindern und den größten Bockmist der ARGE unter den Teppich kehren. Dass macht er dann auch noch ehrenamtlich.

Die Rolle als verlängerte Arm der ARGE hat er nicht verstanden sondern spielte die Rolle des Volkstribunen. Das konnte nicht gut gehen. Wir brauchen keinen Ombudsamnn, wir haben Widerspruchsrecht, wir haben die Gerichte, Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde, wir können Skandale an die Medien melden und den den Politiker zumailen.

Diese Behörde ist dazu da, uns zu bekämpfen, die Arbeitslosigkeit wird dadurch bekämpft, dass der Arbeitslose bekämpft wird. Das ist politisch gewollt mit dem Credo, Arbeitslosigkeit zu individualisieren, statistisch unsichtbar zu machen und als sozial defizitären Verhalten zu interpretieren. Der nächste Schritt ist die Pathologisierung. Wer keine Arbeit hat, muss krank sein, der tickt nicht richtig ...
sehr gut auf den Punkt gebracht!
 
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