Türkei will in die Steinzeit zurück

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Danke, Laurin. Der türkischen Bevölkerung scheint die Bedeutung der Frau als gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft, auch auf politischer Ebene, noch nicht bewusst geworden zu sein. Der von mir eingestellt Film spiegelt dies ebenso.

Die Sozialwissenschaftlerin Zühal Yeşilyurt Gündüz nennt in ihrem WerkDie Demokratisierung ist weiblich. Die türkische Frauenbewegung und ihr Beitrag zur Demokratisierung der Türkei folgende Gründe für die geringe politische Präsenz von Frauen in der Großen Nationalversammlung:
„Die klientelistische Struktur der Politik in der Türkei neige ihrer Meinung nach zur Bildung von Männerbündnissen, die den Informationsfluss kontrollieren und Frauen den Zugang zu hohen politischen Ämtern erschweren. Außerdem sind die Konsequenzen des Jahre langen Ausschlusses von Frauen auf allen Ebenen der offiziellen Politik, gestützt auf die Begründung, dass die weibliche Natur zu hoher politischen Arbeit nicht geeignet sei, noch immer stark spürbar, was sich einerseits auf das Wahlverhalten der Türkinnen und Türken andererseits aber auch auf den Willen zur politischen Partizipation der Frauen selbst auswirke. Diese arbeiten oft (auch auf Grund des erlebten Ausschlusses) lieber auf der Ebene nicht-staatlicher, kleinerer politischer Organisationen.“
Die Politikwissenschafterin Şirvan Ekici zeigt darüber hinaus auch noch das Problem der Doppelbelastung auf: obwohl der türkischen Frau formell der Zugang zu politischen Ämtern frei steht, wird sie noch immer hauptsächlich dem privaten, familiären Bereich zugeordnet und für die Erziehung der Kinder und die Führung des Haushaltes als allein verantwortlich angesehen. Außerdem hängt ihre Handlungsfreiheit durchgehend durch alle Einkommensschichten und Altersklassen oft noch von der Zustimmung der männlichen Verwandten, insbesondere der des Ehemannes und Vaters, ab.

Referenz: Frauenrechte in der Türkei

Im Jahr 2011 waren von 550 Abgeordneten des türkischen Parlaments 79 weiblich!

Referenz: Women deputies constitute 14.3 pct of Turkish parliament | Politics | Worldbulletin News
 

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Der türkischen Bevölkerung scheint die Bedeutung der Frau als gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft, auch auf politischer Ebene, noch nicht bewusst geworden zu sein.

Nach welchem Maßstab ? Aus Sicht der türkischen Bevölkerung der Türkei hat man vermutlich ein differenzierteres Bewusstseinsempfinden als die türkische / deutsche Bevölkerung der BRD. Daher ist es immer problematisch, ein Urtiel zu fällen, wenn man die lokalen begebenheiten nicht kennt. Weiterhin stellt sich auch die Theorie auf, ob den alles aus Sicht der BRD (Europa) auch so stimmig ist. In der BRD (Europa) ist auch nicht immer alles Gold was glänzt.
 

Kleeblatt

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Da sollte man vielleicht auch mal genauer in D nachsehen.
Ein Bekannter, - wohnt seit vielen Jahren im Wedding - erzählte mir mal Folgendes:

gegenüber seiner Genossenschaftswohnung steht ein typischer Neubau-Wohnblock in welchem die Bewohner bunt gemischter Nationen leben.
Ihm fiel auf das in der 2. Etage des Hauses plötzlich alle Fenster Tag und Nacht mit dicken Vorhängen IMMER verschlossen waren.
Wenn an den Vorhängen gezuckelt wurde, dann sah er stets einen Mann um die 50 und anscheinend türkischer Abstammung. Das ging einige Monate so.
Eines Tages sieht er diesen älteren Mann mit einer dicht verschleierten schlanken und sichtlich sehr jungen Frau aus dem Hause kommen. Später noch einige Male. Sie ging immer 3-5 Schritte hinter ihm, stets gesenktes Haupt, mit einer Hand ein Tuch vor Mund und Nase haltend, bodenlanges Gewand.
So ca. 1 Mal aller 14 Tage geht er mit ihr die Straße runter um etwas einzukaufen. Sie hat immer eine Hand mit Tuch vor dem Gesicht, in der anderen mehrere Tüten mit Einkäufen, er läuft immer vor ihr ohne Tüten.

Als es meinem Bekannten irgendwie zu macaber wurde begann er - so er das sah - zu fotografieren. Pünktlich jeden 2. Freitag am Nachmittag / Abend kommen die aus der Haustür.
Die Fenster sind weiterhin ununterbrochen dicht verhängt.

Also was sagt uns das ?
Man muß sichtlich nicht in einem antatolischen Bergdorf leben um den uralten Lebensstil beibehalten zu können. Mitten in der deutschen Hauptstadt geht auch.
 
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Nach welchem Maßstab ? Aus Sicht der türkischen Bevölkerung der Türkei hat man vermutlich ein differenzierteres Bewusstseinsempfinden als die türkische / deutsche Bevölkerung der BRD. Daher ist es immer problematisch, ein Urtiel zu fällen, wenn man die lokalen begebenheiten nicht kennt. Weiterhin stellt sich auch die Theorie auf, ob den alles aus Sicht der BRD (Europa) auch so stimmig ist. In der BRD (Europa) ist auch nicht immer alles Gold was glänzt.

Ich meine damit die Männer und die Frauen und deren Bewusstsein und deren Gleichstellung innerhalb ihrer Gesellschaft.

Es ist in diesem Fall vollkommen unerheblich, ob man nun die Türkei bereist hat, oder nicht, denn das Gleiche passiert(e) in anderen Ländern auf andere Weise ebenso! Es sind die gleichen Prozesse! Frauenbewegungen in der Türkei | Amargi Istanbul


Diese Kritik ist weder personenbezogen noch greift sie jedweder Ehre an. Ich werde allerdings das Gefühl nicht los, dass Du Dich pers. angegriffen fühlst. Falls ich damit richtig liegen sollte, liegt es an Dir dies zu korrigieren, weil unbegründet.

(Du würdest jetzt schreiben: Ich krieg schon wieder Hals)
 

Laurin1957

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espps, ich glaube dir das du am Thema interessiert bist und nicht die Türkei nicht verunglimpfen willst. Und sicher gibt es noch genug zu tun! Aber im Vergleich zu den meisten islamischen Ländern ist die Türkei Lichtjahre im voraus was die Gleichstellung betrifft. Dennoch wird gerade von Leuten die die Türkei wohl eher nicht persönlich kennen auf sie mit der antidemokratischen Keule gespickt mit dem sharia Vorwurf eingedroschen. Hier werden ohne Kenntnis der wirklichen Situation lieb gewonnene Vorurteile in Stellung gebracht, die dann als höhere Wahrheit verkauft werden. Das das jemanden der die Türkei wirklich kennt und auch trotz vorhandener Probleme schätzt gegen den Strich gehen kann, finde ich verständlich und nachvollziehbar.
 
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espps, ich glaube dir das du am Thema interessiert bist und nicht die Türkei nicht verunglimpfen willst.
Danke, dem ist so!

Und sicher gibt es noch genug zu tun! Aber im Vergleich zu den meisten islamischen Ländern ist die Türkei Lichtjahre im voraus was die Gleichstellung betrifft. Dennoch wird gerade von Leuten die die Türkei wohl eher nicht persönlich kennen auf sie mit der antidemokratischen Keule gespickt mit dem sharia Vorwurf eingedroschen. Hier werden ohne Kenntnis der wirklichen Situation lieb gewonnene Vorurteile in Stellung gebracht, die dann als höhere Wahrheit verkauft werden. Das das jemanden der die Türkei wirklich kennt und auch trotz vorhandener Probleme schätzt gegen den Strich gehen kann, finde ich verständlich und nachvollziehbar.

Wenn Du mich hier einreihst, dann zeig mir Textstellen in denen ich diese Keule geschwungen habe und in den Schmähgesang mit eingestimmt habe.
 

Kleeblatt

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Ob wir hier und jetzt darüber diskutieren oder nicht, - schlußendlich müssen die Frauen in den jeweiligen Ländern selbst das Heft in die Hände nehmen und ihre Rechte bei den Kerlen einklagen.

Wir können für sie von hier aus D nicht auch noch deren Rechte versuchen zu bekommen.
Soweit ich weiß sagt der Koran schlielich nichts darüber aus das die Kerle ihre Frauen mißhandeln dürfen, sondern eigentlich das Gegenteil.
Selbst für die vorsintflutlichen "Züchtigungen" ist genau vorgeschrieben wofür welche "Strafe" mit welchem Stöckchen aus welchem Material und mit welcher Dicke und wieviele "Hiebe" "angebracht" WÄREN.
Theoretisch - laut Koran - ist eine andauernde Pflichtverletzung des Ehemannes gegenüber der Ehefrau ein guter Grund dafür das die Frau beim Imam die Scheidung einreicht, ihr Braugeld samt Zinsen vom Ehemann zurück bekommt und der Typ dann für sie und die Kinder weiterhin sorgen muß.

Prinzipiell hat die Frau im Koran einen Sack voller Rechte. Dumm nur wenn das Weib nicht lesen kann / es nicht lernen durfte.
Besonders blöd wenn ein dusseliger Imam den Koran nach eigenem Gutdünken auslegt und den meist ebenfalls analphabetischen Kerlen solchen Müll erzählt.

Nirgendwo im Koran steht etwas von Vollverschleierung. Überhaupt nicht. Das ist lediglich Brauchtum, nicht mehr.
Zugleich sagt der Koran das man zwar eine Frau auch im Kindesalter heiraten darf, allerdings der Vollzug der Ehe erst dann erfolgen darf wenn diese "mannbar" sei, also frühestens mit 14 Jahren.
Das die Kerle zu doof sind um sich nach den eigenen Korangesetzen zu richten und Imame da schlichtweg mitmachen, weil sie diesen Kerlen - mit denen sie oftmals gemeinsam im Dorf leben müssen - gefällig sein möchten, - geschenkt.

Würden die Männer sich wirklich an den Koran so halten wie es geschrieben steht, dann hätten die Frauen dort bereits wesentlich mehr Rechte als heute.

Die beiden Großstädte in der Türkei bilden doch nicht die gesamte Bevölkerung wieder.
Fakt ist doch das es überwiegend dort zugeht im Lande - noch immer und Tendenz steigend - wie VOR dem Koran.
Einerseits dauernd erzählen man halte sich an die Inhalte der Suren, dann allerdings eben Jene auslegen wie sie es gerade gerne hätten.
Mohammed würde im Grabe routieren wenn der die heutigen Muslime so sehen und erleben würde. Eine echte Schande.
Schämen sollten sich diese Männer.
 

Kleeblatt

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Übrigens, - die erste Frau des Mohammed war, - eine angesehene Händlerin. Also nix da mit Hinterm im Hause behalten, Verschleierung, nicht in die Schule gehen dürfen (lesen und schreiben und rechnen können).
Nichts da mit "dürfen ihr Vermögen nicht selbst verwalten" oder "dürfen ohne Zustimmung des Mannes keine Rechtsgeschäfte abschließen" usw. usf.

Die Frauen hatten damals VOR dem Koran mehr Rechte als ihnen heute von den Männern - nach über 1600 Jahren - zugestanden werden. Und Mohammed selbst hat die Frauen sehr geachtet und ihnen weitreichende Rechte gesichert.
ich habe es satt mir von irgendwelchen selbsternannten "Korankennern" hier irgendwelchen Mist erzählen zu lassen.
 

Laurin1957

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Kleeblatt das stimmt sogar für eine längere Zeitperiode. Die Rolle der Frau, wie wir sie heute gern den Islam zu schreiben, entwickelte sich erst einige Zeit später, als der Islamische Kulturkreis in Interaktion mit dem Christlichen Glauben eintrat.
 

Laurin1957

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Lieber verdienter Harzer, ich kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Aber glaube mir eins. Jedes Land hat seinen Anteil an Idioten. Die Kunst besteht darin, diese zu vermeiden und sich Freunde dort zu suchen, wo man, so wie man ist, akzeptiert wird.

Und ja in der Türkei kann man gut leben und vieles ist dort nicht nur anders sondern auch besser! Und klar eine Türkei unter Sultan Erdogan reizt nicht wirklich zum Umzug. Aber wenn die Türkei diese Hürde in absehbarer Zeit meistert dann würde ich an deiner Stelle auch umziehen. Die Türkei hat eine junge Bevölkerung und einen großen Binnenmarkt. Es gibt dort Gelegenheiten, die es in der Art heute in Deutschland nicht gibt. Ich drücke Dir und der Türkei die Daumen!
 

Kleeblatt

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Kleeblatt das stimmt sogar für eine längere Zeitperiode. Die Rolle der Frau, wie wir sie heute gern den Islam zu schreiben, entwickelte sich erst einige Zeit später, als der Islamische Kulturkreis in Interaktion mit dem Christlichen Glauben eintrat.
Ach ja ?
Wann und wo war denn das ?
Etwa in Südspanien, im Goldenen Zeitalter als alle dort versammelten Religionen sich gegenseitig geistig, vor allem philosophisch und wissenschaftlich befruchteten ?
Da haben die dann zusammen die Hetze und Unterdrückung gegen die Frauen ausbaldovert ?

Also ich an deiner Stelle würde zu diesem Punkt lieber nochmals in einschlägigen Geschichtbücher nachschlagen. Die Nummer kenne ich ein wenig anders.

Und so ganz nebenbei, - die z.B. katholische Kirche hatte mal eine sog "Reformation", ist auch schon ein paar Tage her. Seitdem gehts um Längen besser, auch in der katholischen kirche.

Wann genau war doch gleich die Reformation bei den Muslimen ?
Oder meinetwegen auch eine echte Rückbesinnung auf die Wetvorstellungen des Gründers zu diesem Thema ?

Na ups, gar nicht, niemals. Och sooo.
 
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Und so ganz nebenbei, - die z.B. katholische Kirche hatte mal eine sog "Reformation", ist auch schon ein paar Tage her. Seitdem gehts um Längen besser, auch in der katholischen kirche.

Pruuuust, die ganze großen sogenannte Reformation fehlt in der katholischen Kirche aber noch.
Ich bin froh, dass ich aus diesem Laden ausgetreten bin.
Denn scheinheiliger und heuchlerischer wie in der Katholischen Kirche geht es echt nicht mehr.
 

Kleeblatt

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Pruuuust, die ganze großen sogenannte Reformation fehlt in der katholischen Kirche aber noch.
Ich bin froh, dass ich aus diesem Laden ausgetreten bin.
Denn scheinheiliger und heuchlerischer wie in der Katholischen Kirche geht es echt nicht mehr.
Also soweit mir bekannt ist - und DARUM geht es in diesem Tröt - hat sich die Stellung ZUR Frau innerhalb der katholischen Kirche im Vergleich zur Stellung der Frau VOR der Reformation um Längen verbessert.
Soweit ich weiß gabs es schon eine Weile keine Hexenverbrennungen mehr, Steinigungen sind auch nicht mehr angesagt worden, ... und irgendwie kann ich mich auch nicht erinnern das in letzter Zeit die katholische Kirche zur Züchtigung durch die Ehemänner aufgerufen hat. Das Frauen dieselbe Bildung haben sollen hat die kath. Kirche bisher auch nciht in Abrede gestellt ect. pp.

DEINE privaten Empfindlichkeiten gegenüber und mit der kathol. Kirche im Hinblick auf abartige Verhaltensweisen einzelner Priester ect. pp, ist u.a. der tatsache geschuldet das dort derselbe Querschnitt an Rechtsbrechern zu finden ist wie in der Gesellschaft außerhalb der Kirche. Schäfchen bleiben Schäfchen, mal schwarz und mal weiß, - daran kann auch die kathol. Kirche innerhalb nix ändern. Bezüglich deren Aufarbeitung und Offenlegungen - naja, ist noch Einiges verbesserungswürdig. Sind scheinbar noch in der Findungsphase, vor allem mit dem alten Personal an den Spitzen des "Vereins".
Immerhin- ob mit oder ohne Druck - in dem Verein bewegt sich etwas, wenn auch nur langsam, vielleicht zu langsam.
Aber in puncto Frauen sind die um Lichtjahre weiter als die Muslime.

ABER wir reden hier über den Zustand von Frauen bei den Muslimen.
Nicht über deine Empfindlichkeiten in der kath. Kirche.
Also, - bitte beim Thema bleiben.
 
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Nö eigentlich nicht. Ich persönlich befinde mich in einem Neuorientierungsprozess und lerne die Türkei selbst gerade kennen.

[gekürzte Fassung]

Du hast die Deutsche Fremdenfeindlichkeit sehr human beschrieben, das ehrt Dich und dafür danke ich Dir! Was Dir aber in der Türkei entgegenströmen wird, ist das Gleiche!
Dort wirst Du dann als Deutscher angesehen werden. Woher ich das weiß? Aus Erzählungen anderer.

Nichts destotrotz würde ich in Deiner Situation mein Glück dort versuchen, gesetzt den Fall, Herr Erdogan wird entmachtet und eine liberalere Regierung gewählt.

Ich kann mich nur den Worten Laurins anschließen, der schrieb:

Jedes Land hat seinen Anteil an Idioten
:icon_daumen: Kommt darauf an wie hoch dieser Anteil ist, weil der Rest bei einer bestimmten Höhe kontaminiert wird.

Ich hatte übrigens auch so eine Phase. Damals wollte ich in die USA auswandern. Um nicht vollends 'Bauchzulanden' hatte ich mich vorab dazu entschlossen für drei Monate dorthin zu reisen (ich konnte dort auch in dieser Zeit jobben). Vielleicht geht das bei Dir ebenso? Die Zeit könnte man nutzen um sich einen Job zu suchen.

In dieser Zeit kann man sich ein realistisches Bild seines Umfelds machen und ist dann auch nicht (mehr) in 'Urlaubsstimmung'.

Die Sprache wirst Du dort spielend lernen, denn ich glaube ja nicht wirklich, dass Du erhebliche Defizite hast. :icon_eek:

Ich bin sicher, dass Du Deinen Weg finden wirst! Nur in einem Punkt bin ich mir nicht sicher und das ist der, wo Du über das Aussehen der Frauen referierst!:icon_mrgreen:

Ich drück Dir die Daumen - Du schaffst das! :icon_klatsch:
 

Laurin1957

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kleeblatt, ich sprach nicht vom siglo de oro sondern vom Gedankenaustausch der sich zur Zeit der Kreuzzüge entwickelte. Zu der Zeit war das Frauenbild im christlichen glauben eindeutig schlechter als das im Islam . Zu der Zeit konnten Frauen im Islam noch als gelehrte wirken.

während die Stellung der Frau im Christentum so aus sah:


Die Stellung der Frauen im Christentum
Die Stellung der Frauen in der Bibel
Ein besonderes Thema der Menschenrechte im
Christentum ist die Stellung der Frauen.
Eigentlich dürfte das Christentum keine weib
lichen Anhänger haben, da die Frau dort bis
heute permanent als Mensch zweiter Kla
sse angesehen wird. Das beginnt schon im
Schöpfungsbericht. Im Gegensatz zur Wirklic
hkeit wird da nicht der Mann von der Frau
geboren, sondern die Frau aus dem Manne gesc
haffen (1 Mose 2,22). Eva, die aus Adam ge-
schaffene erste Frau, ist es dann auch, die
durch das Essen der Frucht vom Baum der
Erkenntnis die Erbsünde in die Welt bringt. Da
für straft Gott die Frau mit Geburtsqualen und
der Unterordnung unter den Mann: ,,Ich will di
r viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger
wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. U
nd dein Verlangen soll nach deinem Mann
sein, aber er soll dein Herr sein“ (1 .Mose
3,16). Oder lesen wir das Neue Testament: Nach
katholischer Lehre soll ja die Wahl der „Jungfra
u“ Maria als ,,Mutter Gottes" alle Frauen vor
Gott erhöht haben. Der biblische Jesus sprich
t ziemlich geringschätzig über seine Mutter und
fährt sie bei jeder Gelegenheit hart an, so
z.B. im Johannes-Evangelium 2,4, wo er sagt::
„Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?". Auch
Paulus ist nicht besser. Im ersten Brief des
Paulus an Timotheus heißt es: „Eine Frau le
rne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer
Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, au
ch nicht, dass sie sich über den Mann erhebe,
sondern sie sei stille. Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva" (1.Tim.2,11-12). Im er-
sten Brief des Paulus an die Korinther steht:
„Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken,
denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau
aber ist des Mannes Abglanz" (1 .Kor.1 1,7).
Und: ,,Wie in allen Gemeinden der Heiligen la
sset die Frauen schweigen in der Gemeinde;
denn es soll ihnen nicht zugelassen werde
n, dass sie reden, sondern sie sollen sich
unterordnen, wie auch das Gesetz sagt" (1.Kor
.11,7). Im Brief des Paulus an die Epheser
heißt es: ,,Die Frauen seine untertan ihren Männern als dem Herrn" (Eph.5,22). Und wq

Karlheinz Deschner schreibt: ,,Kirchenlehrer
Augustinus [...] erklärte das Weib für ein
minderwertiges Wesen, das Gott nicht nach se
inem Ebenbild geschaffen [...] - eine
schwerwiegende Diffamierung, di
e bis ins Hochmittelalter, bis zu den Rechtssammlungen
des lvo von Chartres und Gratian, bei maßgeblichen Theologen wiederkehrt. Nur dem Manne
attestierte man Gottesebenbildlichkeit; sie der Frau
zuzusprechen galt als ,,absurd". Nach Au-
gustinus entspricht es sowohl der ,,Gerechti
gkeit“, als auch der natürlichen Ordnung unter
den Menschen, dass ,,die Frauen den Männern
... dienen". „Die rechte Ordnung findet sich
nur da, wo der Mann befiehlt, die Frau gehorcht“


Und was die Neuzeit angeht:

So zwang noch bis 1918
das Corpus Iuris Canonici, das katholische Ge
setzbuch, ,,die Frau, ihrem Gatten überallhin zu
folgen, er durfte ihr Gelübde für unwirksam
erklären, konnte sie schlagen, einsperren, binden
und fasten lassen"

Also wie war das mit dem der ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein...

Die Katholische Kirche hat keinen einzigen Schritt freiwillig gemacht. immer nur unter Zwang.

Ich denke wir sollten dem Islam auch seine Zeit der Anpassung zu gestehen. Unsere liegt ja nicht wirklich lange zurück.
Was nicht heißt das ich alles billige, was im Namen des Islams geschieht
 

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Das kenne ich. Nennt man in der türkischen Sprache "Almanci". Allerdings stört mich das weniger, da ich dahinten Familie habe. 3 Cousinen (3x Ehemann), 1 Cousin (1x Ehefrau), 8 Neffen ... Sind also ca. 20 Personen ... Das hat ein vollkommen anderes Erscheinungbild nach außen. Wenn's schlecht läuft, kann man ja wieder in die BRD einreisen und HartzIV beantragen.

Hier ein Link von jemandem, den ich auf Xing kennengelernt habe. Ist auch türkischer Abstammung mit deutschen Papieren. Er ist vor einigen Jahren in die Türkei ausgewandert und geht dort einem Job nach, welchen er hier in der BRD (als Deutscher) nie bekommen hätte.

Scuvol | Auswanderer Blog Leben und arbeiten in der Türkei
Exodus von Mustermigranten: Abschied aus Almanya - SPIEGEL ONLINE
Bye Bye Almanya | Aktuelle Ereignisse | Türkei - Deutsch-Türkische Community - turkish-talk.com
 

Nimschö

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Nur die Frage ob ich dort als Projektmanager verheizt werde, indem ich monatelang die Aufgaben vom Service Ingeneering erledige und wie das Management so drauf ist, das erfährt man dort nicht.

Das erfährst Du im Vorfeld auch bei nem AG in Deutschland nicht...
Arbeitsbeschreibung und Arbeitswirklichkeit gehen auch hier gern mal getrennte Wege...
 
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