Trotz Einschränkungen einen Vermittlungsvorschlag für nicht passenden Job erhalten. Muss ich ihn annehmen ?

MichaBlend

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Guten Tag,

ich habe einen Vermittlungsvorschlag. Allerdings kann ich diese Arbeit aufgrund meiner Krankheit nicht machen. Laut des amtsärztlichen Gutachten habe ich genau diese Erwerbseinschränkungen.
Kann ich das ablehnen, oder kann das sanktioniert werden ?

Oder etwas ausführlicher:

Muss der Sachbearbeiter des JC sich an das Gutachten halten und dies bei seinen Vermittlungsvorschlägen berücksichtigen, oder liegt das in seinem Ermessen ?


Vielen Dank vorab
 

ZynHH

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Muss der Sachbearbeiter des JC sich an das Gutachten halten und dies bei seinen Vermittlungsvorschlägen berücksichtigen
Ja.
Oft wird da aber auch von fremden SB oder von einem Arbeitgeber ein Suchlauf gestartet, die deine Einschränkungen nicht kennen.
Da die Einschränkungen nicht im Profil der Stellensuche hinterlegt werden können, kommen dann solche VV zustande.

Dem VV liegt ja ein Bogen bei, auf dem du dokumentieren kannst, warum du dich nicht bewirbst.
Wenn deine festgestellten und dokumentierten Einschränkungen mit dem Stellenvorschlag mit RfB kollidieren, teilst du das schriftlich nachweislich mit. Da darf dann keine Sanktion erfolgen.
 

MichaBlend

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Leider ist mein Gutachten nicht klar definiert.
Ich habe den VV für ein Callcenter. Im Gutachten steht "kein erhöhter Druck über den üblichen Berufsdruck hinaus" und "kein grosser Publikumsverkehr".
Das kann ja willkührlich interpretiert werden ? Wenn ich ablehne, könnte der AG mir erzählen, das bei ihm eben kein "Druck über dem üblichen Berufsdruck hinaus" und auch kein so grosser Publikumsverkehr herrscht. Wie soll man sich da verhalten ?
 

ZynHH

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Was steht denn sonst so, zu überwiegend sitzenden Tätigkeiten?
Ich weiss ja nicht, woher deine Einschränkungen kommen.
Ich könnte mir vorstellen, das der Druck im Callcenter schon höher ist.
Ich habe dort aber noch nie gearbeitet. Kommt ja auch auf den Auftrag des Callcenters an, also was dort für Dienstleistungen erbracht werden, sicherlich sind nicht alle Callcenter gleich.

Ich würde mich mal über das Callcenter informieren und dann anhand meiner Einschränkungen entscheiden.
Manchmal erfährt man die Details auch erst beim Vorstellungsgespräch, dann sagt man halt dann ab und bewirbt sich erstmal " Leiharbeitsmässig" .

Abnehmen kann dir das keiner. Du kennst dich am besten.
 

MichaBlend

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dann sagt man halt dann ab und bewirbt sich erstmal

Ich werde erstmal hingehen.
Ich könnte denen allerdings meine Diagnose und Einschränkungen nennen, mal sehen ob die mich dann wirklich noch wollen.
Eigentlich bin ich ein Fall für die EMR, aber über den Antrag wurde noch nicht entschieden.
 

hansklein

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Leider ist mein Gutachten nicht klar definiert.
Ich habe den VV für ein Callcenter. Im Gutachten steht "kein erhöhter Druck über den üblichen Berufsdruck hinaus" und "kein grosser Publikumsverkehr".
Das kann ja willkührlich interpretiert werden ? Wenn ich ablehne, könnte der AG mir erzählen, das bei ihm eben kein "Druck über dem üblichen Berufsdruck hinaus" und auch kein so grosser Publikumsverkehr herrscht. Wie soll man sich da verhalten ?
Für mich wäre die Frage, was soll kein grosser Publikumsverkehr sein und wie wird in einem CC sichergestellt, das die Hygienemaßnahmen greifen. Wer ein CC kennt, der weiß, das dort i.d.R. viele Menschen in einem Raum sitzen, evtl.mehrmals pro Schicht wechseln, je nachdem wieviel Teilzeitarbeitnehmer dort beschäftigt sind, entsprechend hoch ist das Risiko , sich etwas nach Hause mitzubringen - z.B. Corona, sofern dort keine Maßnahmen wie teilweise Heimarbeit, angemessene Sicherheitsabstände zwischen den Ma., gute Lüftung usw. eingehalten werden.

Druck herrscht natürlich im CC, wie in jedem anderen Beruf auch. Ob das "erhöhter Druck über den üblichen Berufsdruck" hinaus ist, wäre wohl eine Sache der Definition und des Umganges des Betriebes mit den Mitarbeitern. Bestehen denn keine weiteren Einschränkungen? Soweit es im rechtlichen Rahmen liegt, würde ich in einem pers. Gespräch, auf jeden Fall die Einschränkungen ansprechen, die in dem Berufszweig neg. Auswirkungen haben können. Einschränkungen zu benennen, die nicht auf die Berufsausübung in dem Bereich zutreffen, könnten evtl. als "Negativbewerbung" ausgelegt werden. Da würde ich mir zeitig ein Konzept überlegen, was ich wie am besten anspreche.
 

xj3Qr1nL7ys

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Gilt das nicht nur für die Verhandlung eines EGV?

Meines Wissens schon. Leistungen für (noch) Erwerbsfähige werden ja bezahlt...

Alles tun um seine Bedürftigkeit zu verringern und so...

Was mich, den TE und Andere in dem Kontext seiner Frage vielleicht noch interessiert: An welche Gutachten muss sich das JC eigentlich halten. Nur an die vom ÄD und DRV, oder auch an weitere private ärztliche Atteste? 🤔

LG xj3Qr1nL7ys
 
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MichaBlend

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An welche Gutachten muss sich das JC eigentlich halten. Nur an die vom ÄD und DRV
DRV ist die oberste Instanz, habe ich gelernt. Die haben das letzte Wort.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Dürfen die Dir dann überhaupt VV schicken? Momentan ist Deine Erwerbsfähigkeit doch gar nicht geklärt.
JC weiss noch nichts von dem Rentenantrag. Für die bin ich noch erwerbsfähig, solange die DRV nicht entschieden hat.
 

xj3Qr1nL7ys

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Ja bei DRV und ÄD müssen die sich auf jeden Fall dran halten, ich frage mich ob das auch für "private Atteste" gilt...
 

xj3Qr1nL7ys

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Stimmt schon, aber meine Logik sagt mir, wenn ein Antrag auf EU-Rente läuft, ist TE aus Sicht des JC wohl nicht erwerbsfähig und damit braucht sich nicht beworben zu werden. Ist aber nur mein Gedankengang.

Vielleicht kann das hier noch aufgeklärt werden.

Der Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung mit fraglicher Erwerbsfähigkeit des Leistungsberechtigten verstößt gegen den elementaren Leistungsgrundsatz des § 7 Abs. 1 Nr. 2 SGB II. Zugleich wären unter diesen Umständen eine Eingliederungsvereinbarung nach § 58 SGB X und ein ersetzender Eingliederungsvereinbarungs-VA gemäß 15 Abs. 1 S. 6 SGB II nach § 40 SGB X nichtig (vgl. LSG Hessen vom 17.10.2008, AZ: L 7 AS 251/08 B ER).

Quelle: 📂 Eingliederungsvereinbarung

Ich habe so gedacht, Betonung liegt auf EGV, mal schnell Paragraph 7 SGB I lesen. Ne ist wohl 44 in SGB2 definiert, frei Ärzte sind da nicht erwähnt aber wenn der TE dies aus seiner Erfahrung raus bestätigen kann, ist das ja auch schon mal was . .

LG xj3Qr1nL7ys
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Die ausgestellten Atteste haben auch Gültigkeit, das reicht denen, das du eine Maßnahme oder Job kündigen kannst. So war es bei mir.

Also auch für Atteste von freien Ärzten?
 
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hansklein

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Ich werde erstmal hingehen.
Ich könnte denen allerdings meine Diagnose und Einschränkungen nennen, mal sehen ob die mich dann wirklich noch wollen.
Eigentlich bin ich ein Fall für die EMR, aber über den Antrag wurde noch nicht entschieden.
Hatte ich überlesen. Bis zur Entscheidung bist du normalerweise nicht Arbeitsfähig oder nur in zeitlich begrenztem Umfang? , keine AU? Wenn nicht, dann würde ich mir überlegen entweder den Zettel, ob man sich beworben hat oder nicht, mit Begründung... Geht aus gesundheitlichen Gründen nicht... EMR Antrag läuft... mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Oder - wenn EMR Antrag läuft, etwa nicht krank geschrieben? Ansonsten wie schon erwähnt wurde Attest, wenn das der Arzt ausstellt und vom äD klären lassen, was angeblich noch geht, bis die DRV mal entscheidet. Kann ja dauern.
 

Buerosklave

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Leider ist mein Gutachten nicht klar definiert.
Ich habe den VV für ein Callcenter. Im Gutachten steht "kein erhöhter Druck über den üblichen Berufsdruck hinaus" und "kein grosser Publikumsverkehr".

Das mit dem "üblichen Berufsdruck hinaus" ist m.E. eine Gummibandklausel und ohne Referenz, worauf es bezogen ist, keinen Pfifferling wert. Wenn z.B. eine durchschnittliche Sekretärin 30 Anrufe am Tag entgegennimmt und damit schon gut ausgelastet ist, wäre ein neuer Job im gleichen Beruf mit 50 Anrufen nach meiner Definition ein "erhöhter Druck". Beginnt man jedoch einen Job im Callcenter, so ist nicht selten eine 3stellige Anrufzahl die Norm und diese bilden die Basis. Dann gibts keinen "erhöhten Druck" zum normalen Callcenter-Job, da Callcenter prinzipiell auf ein Maximum an zu leistenden Anrufen ausgelegt sind, womit die Klausel im Gutachten keinerlei Schutzwirkung mehr entfalten kann.

Mich würde interessieren, wie "kein großer Publikumsverkehr" gemeint ist. Publikumsverkehr werden zwar oft nur mit physisch anwesenden Kunden assoziiert, das könnten aber auch Anrufer sein. Und in gewisser Weise auch die eigenen Kollegen.Je nach Art der Einschränkung schließen sich also hier unterschiedliche Tätigkeiten aus. Jemand, der eine Immunschwäche hat und sich daher nicht den Keimen von Kunden o.ä. aussetzen sollte, für den mag ein Job im Callcenter zumutbar klingen....aber was ist denn mit den Kollegen, die im Callcenter oft kaum eine Armlänge entfernt sitzen ? Die zählen streng genommen nicht zum Kundenverkehr, sind aber ebenfalls Gefahrenquellen. Jemand, der psychische Probleme hat, für den sind Anrufer oft ein genauso großes Problem wie Kunden aus Fleisch und Blut, die ihm gegenüber stehen.
 
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MichaBlend

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Das mit dem "üblichen Berufsdruck hinaus" ist m.E. eine Gummibandklausel und ohne Referenz, worauf es bezogen ist, keinen Pfifferling wert.
Sehe ich auch so. Mit diesem Gutachten, hatte ich schon etliche Probleme weil ich immer Jobs gehabt habe, die dem Gutachten und den Empfehlungen immer widersprachen.
 

Buerosklave

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Sehe ich auch so. Mit diesem Gutachten, hatte ich schon etliche Probleme weil ich immer Jobs gehabt habe, die dem Gutachten und den Empfehlungen immer widersprachen.

Das Schlimme ist, dass einen insbesondere das JC gerne mal in die Jobs zurückschickt, die man schonmal gemacht hat, obwohl sie eigentlich dem Gutachten und den Empfehlungen widersprechen. Besonders gerne machen sie das bei Jobs, die einen hohen Personalverschleiß haben (wie eben Callcenter). Wenn man dann also so gutmütig ist,entgegen dem Gutachten so einen Job als "Zeichen des guten Willens" wenigstens zu probieren, dann hat man sich womöglich selbst "ein Ei gelegt", weil man aus dieser Schleife nicht wieder rauskommt. Ich hab früher mal in einem Callcenter gearbeitet und kriege noch immer Angebote für solche Bimmelbuden.
 

MichaBlend

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Wenn man dann also so gutmütig ist,entgegen dem Gutachten so einen Job als "Zeichen des guten Willens" wenigstens zu probieren, dann hat man sich womöglich selbst "ein Ei gelegt"
Ja, so blöd war ich immer, das ärgert mich am meisten. Weil man auch eingeschüchter wird. Meine Einstellung hat sich dazu aber geändert. Sollte es naochmal dazu kommen, werde ich ein erneutes Gutachten verscuhen zu erwirken. Das hier ist ja bereits 7 Jahre alt.
 
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