Trotz AU zum Termin (zusätzliche ärztliche Bescheinigung) (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

briska

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Hallo Ihr Lieben, ich bin seit Anfang Februar krank geschrieben, leide an Colitis Ulcerosa und Depressionen. Ich bin bisher immer zu jedem Meldetermin erschienen, auch 1x als ich Krank war. (Weil mir erzählt wurde, dass ich trotz AU dort hin müsste, da ich sonst Sanktioniert werde und habe mich deshalb dort krank hingeschleppt)
Der letzten Aufforderung, zum Meldetermin zu erscheinen, habe ich widersprochen und auf meine AU verwiesen. Woraufhin meine SB sehr Zickig reagierte und endlos mit mir eine Diskussion führen wollte.
Sie schrieb:"Ich habe angenommen, dass Sie trotz AU einen Termin mit Vermittlungsgesprächen bis zu 30 min - 1h führen können."
Hier wird mir, durch das einmalige erscheinen bei Krankheit, wohl ein Strick draus gedreht.

Nun habe ich den nächsten Termin schriftlich erhalten und soll, wenn meine AU verlängert wird (was definitiv passieren wird), eine zusätzliche ärztliche Bescheinigung ausfüllen lassen und diese meiner neuen AU beifügen.

In meiner EGV ist nichts diesbezüglich geregelt, dass ich so eine Bescheinigung zusätzlich ausfüllen lassen muss. Dort wird lediglich festgehalten, dass eine AU als wichtiger Grund, bei nicht erscheinen, anzuerkennen ist.

Wie genau soll ich mich nun verhalten? Dem Schreiben widersprechen und weiterhin nur die AU vorlegen oder muss ich die Bescheinigung von meinem Arzt ausfüllen lassen, um weiteren Stress zu entgehen? (Über eine Kostenübernahme diesbezüglich wurde nichts kommuniziert)

Ich muss nächste Woche Montag wieder zum Arzt.
Ich hoffe, dass man mir in diesem Fall helfen kann.

Liebe Grüße
 

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erwerbsuchend

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Das Ausfüllen dieser Bescheinigung ist lt. dem Schreiben des JC eine Bitte. Einer Bitte muss man nicht folgen. Ansonsten wäre das Einlesen zu dem Thema "Wegeunfähigkeitsbescheinigung" zu empfehlen.
 
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Auch wenn sie es in roter Farbe geschrieben hat, entsteht dadurch keine Pflicht diesen Wisch auch auszufüllen.
 

Larsson

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Auch wenn sie es in roter Farbe geschrieben hat, entsteht dadurch keine Pflicht diesen Wisch auch auszufüllen.
Und jeder weiß, das Rot die Warnfarbe ist. Das ist schon echt Wahnsinn, was sich so manch einer da erlaubt.
Ich würde nach der Rechtsgrundlage dazu fragen.
Und wenn ich Arzt wäre und einer meiner Patienten käme mit einem solchen Wisch an, dann würde ich mir tatsächlich die Mühe machen, mal etwas entsprechendes zu Schreiben an den SB.
 

briska

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Und jeder weiß, das Rot die Warnfarbe ist. Das ist schon echt Wahnsinn, was sich so manch einer da erlaubt.
Ich würde nach der Rechtsgrundlage dazu fragen.
Und wenn ich Arzt wäre und einer meiner Patienten käme mit einem solchen Wisch an, dann würde ich mir tatsächlich die Mühe machen, mal etwas entsprechendes zu Schreiben an den SB.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Dass der Arzt ein kurzes bezahltes Schreiben aufsetzt, indem man festhält dass eine AU vollkommen ausreichend ist und man anhand dessen auch keine Vermittlungsgespräche oder desgleichen wahrnehmen kann, da es den Genesungsprozess stört.

Ich habe allgemein das Gefühl, dass meine SB völlig deplatziert ist.

Ich habe aus diesem Forum eine PDF Datei geladen, welche ebenfalls besagt, dass eine AU vollkommen ausreicht.
Sollte das Jobcenter jedoch einen gerechtfertigten Verdacht haben (z.B durch ein Arbeitsverhältnis trotz AU) dass die AU nicht rechtmäßig ist, kann lediglich der MDK hinzugezogen werden. Bei meinem Fall ist es jedoch so, dass ich bereits letztes Jahr im Oktober beim MDK war und er auch einige Leistungseinschränkungen festgestellt hat.
Ich denke, dass ich ihr das ganze mit zuschicken werde, damit sie nochmal etwas dazu lernt.

@Tria
Ich habe dieses Schreiben auch zum ersten Mal gesehen und konnte Online nichts darüber finden, kannte bislang nur die WUB.

Das Ausfüllen dieser Bescheinigung ist lt. dem Schreiben des JC eine Bitte. Einer Bitte muss man nicht folgen. Ansonsten wäre das Einlesen zu dem Thema "Wegeunfähigkeitsbescheinigung" zu empfehlen.
Habe mich da schon ein wenig belesen, aber irgendwie behauptet jeder etwas anderes.
Soweit ich das nun verstanden habe, basiert diese WUB auf keiner rechtlichen Grundlage und ist eher als eine "Fantasie Bescheinigung" des Jobcenters anzusehen.
Komisch finde ich jedoch, dass es tatsächlich Fälle gibt wo die Sanktionen trotzdem verhängt wurden und diese vom Gericht, als Rechtmäßig, anerkannt wurden. Ziemlich verwirrend das ganze.


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MichaelBelek

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Dem Wunsch der SB bitte auf keinen Fall nachkommen! Gerade weil, eine ähnliche Vorgehensweise, gewünscht von der AfA, bei der Ausstellung von AU-Bescheinigungen für ALGII Bezieher, in der Vergangenheit von den gesetzlichenen Krankenversicherungen, stellvertretend für die Ärzteschaft, abgelehnt worden ist. Ablehnungsgründe waren etwa, Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen ALGII Beziehern und Ärzten und auch Diskriminierung .

Ich denke, die Situation solltest Du auf sich beruhen lassen. Auf Diskussionen oder Gespräche, in dieser Angelegenheit, solltest Du Dich nicht einlassen oder konkret fragen, auf welcher Rechtsgrundlage, dass Schreiben erstellt worden ist und wo das konkret in den Gesetzestexten steht? Bitte um ein Kopie! SB wird dann einknicken! Basta. VG
 
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briska

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Dem Wunsch der SB bitte auf keinen Fall nachkommen! Gerade weil, eine ähnliche Vorgehensweise, gewünscht von der AfA, bei der Ausstellung von AU-Bescheinigungen für ALGII Bezieher, in der Vergangenheit von den gesetzlichenen Krankenversicherungen, stellvertretend für die Ärzteschaft, abgelehnt worden ist. Ablehnungsgründe waren etwa, Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen ALGII Beziehern und Ärzten und auch Diskriminierung .

Ich denke, die Situation solltest Du auf sich beruhen lassen. Auf Diskussionen oder Gespräche, in dieser Angelegenheit, solltest Du Dich diesbezüglich nicht einlassen. Basta. VG
Sofern sie mir drohen sollte, was ich mir gut bei ihr vorstellen könnte, wie könnte ich am besten ein Schreiben formulieren um sie diesbezüglich gänzlich zu entkräften?

Diese PDF würde ich ihr dann nämlich zusätzlich noch zukommen lassen.

Wenn trotz AU, für einen Meldetermin beim Jobcenter, eine Absage nur mit WUB akzeptiert wird, sollte man der Forderung des JC nachkommen. Die Gerichte sind mittlerweile überwiegend der Ansicht, dass die Forderung des JC, eine WUB zu verlangen, in Ordnung ist. VG
Dann könnte ich, rein theoretisch, das kurze Schreiben von meinem Arzt anfertigen lassen?

"Dass der Arzt ein kurzes bezahltes Schreiben aufsetzt, indem man festhält dass eine AU vollkommen ausreichend ist und man anhand dessen auch keine Vermittlungsgespräche oder desgleichen wahrnehmen kann, da es den Genesungsprozess stört. "

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MichaelBelek

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Dann könnte ich, rein theoretisch, das kurze Schreiben von meinem Arzt anfertigen lassen?

"Dass der Arzt ein kurzes bezahltes Schreiben aufsetzt, indem man festhält dass eine AU vollkommen ausreichend ist und man anhand dessen auch keine Vermittlungsgespräche oder desgleichen wahrnehmen kann, da es den Genesungsprozess stört. "
Ich persönlich, würde mir oder meinem Arzt, auf keinen Fall die Arbeit machen, eine Stellungnahme zu verfassen. Ich würde, die Angelegenheit auf sich beruhen lassen. Da kommt nix mehr, schon gar nicht schriftlich. Und wenn mündlich nachgefragt wird, dann würde ich wie oben von mir beschrieben, konkret nachfragen, wozu und wo das steht und um eine Kopie bitten. Abgesehen davon, versuche, auch wenn es schwer fällt, cool zu bleiben. Die Reaktion der SB kannst Du ja mal bei Gelegenheit mitteilen, wenn Du magst.

Noch ein wichtiger Nachtrag. Die AU sagt nix darüber aus, ob Du Vermittlungsgespräche oder desgleichen wahrnehmen kannst, weil es den Genesungsprozess stört, wie Du schreibst. AU im SGB II ist ein Leistungsbezieher, der wegen Leistungsunfähigkeit, weniger als 3 h am Tag arbeiten kann. Ohne Prüfung der Leistungsunfähigkeit durch Agenturärzte/Gutachter, kann nicht gesagt werden, ob Du 3 h am Tag etwas tun kannst oder nicht. Von daher gehen die auch davon aus, dass man trotz AU, einen Meldetermin wahrnehmen kann, oder sich abmeldet durch WUB. VG
 
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briska

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Ich habe gerade noch einen ähnlichen Fall gefunden:

In Ordnung, dann werde ich das ganze erstmal so handhaben.
Jedoch müsste ich ihr (vorerst) so oder so schreiben, da ich meinen Weiterbewilligungsantrag noch einsenden muss. Da werde ich meine Krankschreibung gleich hinzufügen mit der Anmerkung, den Termin nicht wahrnehmen zu können.

Die Reaktion teile ich euch gerne anschließend mit. =)

Das ist schon recht komisch geregelt, ein Angestellter muss ja auch nicht zu Teambesprechungen erscheinen, weshalb muss man es dann beim Jobcenter, trotz AU!? Ich finde es schon recht suspekt, wie sich die Jobcenter Angestellten jedes Recht rausnehmen dürfen, nur um den ALG2 Bezieher das Leben noch schwerer zu machen. (Zumal ich Vermittlungsgespräche in dieser Form recht unvorteilhaft finde, vor allem wenn man bereits länger AU ist und es höchstwahrscheinlich auch noch länger sein wird.) Habe auch gelesen, dass manche einen solange aus der Wertung heraus nehmen und auch keine Einladungen mehr versenden, bis die AU nicht mehr verlängert wird. Aber Menschlichkeit und Verstand kann man leider nicht bei jedem SB verlangen...
 
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briska

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Prima, viel Erfolg!!!!!
Vielen lieben Dank für alle Antworten! =)
Ich wünsche Euch einen schönen Abend und werde, sobald ich etwas neues erhalten habe, mich hier wieder melden.

Nachtrag:
bevor ich es noch vergesse, sollte sie die WUB verlangen, reicht es hier sie einmal einzusenden (dauerhafte Gültigkeit bis ende AU) oder muss sie für jeden weiteren Termin extra neu ausgestellt werden?
 
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humble

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Die Gerichte sind mittlerweile überwiegend der Ansicht, dass die Forderung des JC, eine WUB zu verlangen, in Ordnung ist
Und zu dieser Feststellung kommst Du auf Grundlage welcher Erfahrung?

Die jc berufen sich gerne auf das Urteil des BSG (B 4 AS 27/10 R) mit der Behauptung, ein solches Abverlangen einer zusätzlichen WUB wäre grundsätzlich rechtmäßig. Das BSG hat aber klar festgehalten:
Entsprechend ist auch die mit einer Arbeitsunfähigkeit regelmäßig verbundene Vermutung, dass ein Meldetermin aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrgenommen werden kann, im Streitfall von den Sozialgerichten zu überprüfen
Sollte eine solche Geschichte mit solch zickigem SB eskalieren, muss eben jeder ELO entscheiden, ob er sich den Kampf zutraut und die, möglicherweise volle, Distanz durchmachen will. Pauschal einfach aufgeben ist gerade bei langfristiger AU wohl nicht der richtige Weg.

Sollte das Jobcenter jedoch einen gerechtfertigten Verdacht haben (z.B durch ein Arbeitsverhältnis trotz AU) dass die AU nicht rechtmäßig ist, kann lediglich der MDK hinzugezogen werden. Bei meinem Fall ist es jedoch so, dass ich bereits letztes Jahr im Oktober beim MDK war und er auch einige Leistungseinschränkungen festgestellt hat.
Ich denke, dass ich ihr das ganze mit zuschicken werde, damit sie nochmal etwas dazu lernt.
Ich vermute, dass Du nicht beim MDK, sondern beim ärztlichen Dienst warst. Ein solches Gutachten sollte Deiner Akte längst beiliegen. Allerdings nur Teil B, in dem nur Einschränkungen und keine Diagnosen festgehalten sind. Teil A, das vollständige Gutachten geht den SB gar nichts an und sollte das Dir vorliegen, bloß nicht dem SB zeigen/zuschicken.

Da Du weiter AU sein wirst, stellt Dich vorsichtshalber eben auf die Eskalation ein. Nach dieser "Bitte" um eine WUB, wird wahrscheinlich eine Forderung mit Sanktionsandrohung kommen. Deswegen kann ich nur empfehlen, sich in das Thema "Wegeunfähigkeitsbescheinigung" gründlich einzulesen und auf Abwehr vorbereiten. Falls Du Dir das zutraust.

Ansonsten mit dem Arzt reden und absprechen, ob er Dir in Zukunft solche Bescheinigungen ausstellt, natürlich gegen ordentliche Bezahlung, die man dem jc erst per Kostenantrag vorlegt.

Dass die SB nicht einmal die lächerlichen 5,xx Euro anbietet, die für die Bezahlung solcher Bescheinigungen vorgesehen sind, ist eine Frechheit. Deswegen wohl die "Bitte", um sogar auf diesem Weg um diese Kosten rumzukommen. So nach Motto: "Man kann es mit dem dummen ELO ja versuchen".

Ansonsten kannst Du Dich in meinem Thread (vor allem letzte 3 Seiten) einlesen, wie so ein Kampf (erfolgreich) aussehen kann, trotz mehrfacher Sanktionen und ständiger Drohungen.

P.S. Sollte tatsächlich die Forderung nach einer WUB kommen, auf keinen Fall die vorgefertigten Formulare und Schweigepflichentbindungen verwenden.
 
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Mia-S

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Huhu Briska,

also ich habe so eine extra Aufforderung noch nicht gesehen. Es heißt das man auch mit AU seine Termine beim Jobcenter wahnehmen soll. Es sei denn du kannst absolut nicht hingehen. Ob es so stimmt das die wirklich verlangen können bei einigen Erkrankungen trotz Au hinzugehen ist eher zweifelhaft da die Sachbeatbeiterin ja nicht wissen kann was du hast und du es ihr ja auch nicht sagen musst. Wenn ich eine AU hingeschickt habe wurde das auch akzeptiert fertig. Gerade bei Depressionen braucht man Ruhe und nicht noch mehr Aufregungen vom Jobcenter.
Du schreibst das du dir von deinen Arzt ggf etwas schreiben lässt für wenig Geld, Hallo wieso solltest du es machen? Du lebst vom Hartz4 wenn die was brauchen und es kostet Geld dann sollen die das auch bezahlen oder dich zum ärztlichen Dienst schicken die den Arzt anschreiben.

Liebe Grüße und gute Genesung
 

humble

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Es heißt das man auch mit AU seine Termine beim Jobcenter wahnehmen soll. Es sei denn du kannst absolut nicht hingehen. Ob es so stimmt das die wirklich verlangen können bei einigen Erkrankungen trotz Au hinzugehen ist eher zweifelhaft da die Sachbeatbeiterin ja nicht wissen kann was du hast und du es ihr ja auch nicht sagen musst. Wenn ich eine AU hingeschickt habe wurde das auch akzeptiert fertig. Gerade bei Depressionen braucht man Ruhe und nicht noch mehr Aufregungen vom Jobcenter.
Zum Glück sehen das Gerichte vernünftiger, wie man im Beitrag #77 im Anhang hier im link lesen kann...
 

Caye

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Was mir am meisten aufstößt ist dass das JC den Wisch nicht bezahlen will.

Ich habe seinerzeit den Kampf um die WUB nicht ausgefochten, musste aber meinen Arzt beinahe dazu nötigen, die 5,nochwas € auch in Rechnung zu stellen.

Natürlich kann man das durchklagen, dass es keine Berechtigung für eine WUB gibt. Aber die Sanktionen hat man dann erstmal für ein paar Jahre, da das SG halt Zeit braucht, und wenn man Pech hat, verliert man sogar.

Inhaltlich ist der "Fragebogen" okay, da wird ja nicht nach Diagnosen gefragt. Hätte ich jetzt erwartet, man kennt JC ja.

Bzgl. der Dauer sollte der Arzt am besten, entweder auf dem Fragebogen oder in einem eigenen Einzeiler, "bis auf Weiteres" als Zeitrahmen angeben, dann reicht das erstmal ne Weile.

Andrerseits, wenn du Lust drauf hast, kannste dir auch für jeden Termin einzeln was ausstellen lassen und jedes Mal die Rechnung einreichen... Mal sehen wie lange der SB das mitmacht. ;)

Auf das aktuelle Schreiben würde ich - auch - erstmal antworten, dass du nix ausstellen lassen kannst, solange du vom JC keine Zusicherung für die Kostenübernahme hast.
Bis die nicht geklärt ist wäre jede Sanktion leicht zu kippen.

Darüber hinaus... joah. Wie gesagt, ich kann beide Seiten verstehen, sowohl diejenigen, die die WUB verweigern, als auch diejenigen, die sie ausstellen lassen.
Vor allem vor dem Hintergrund, dass es tatsächlich nicht sicher ist, wie diese Sache vor dem SG ausgeht, weil es wohl einige Richter gibt, die so eine WUB für richtig halten.
Einerseits ist es richtig, gegen diesen Schmarrn zu kämpfen, andrerseits finde ich lohnen sich andre Kämpfe - solange die Ärzte für den Wisch bezahlt werden - mehr.
 

MichaelBelek

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Und zu dieser Feststellung kommst Du auf Grundlage welcher Erfahrung?
Die jc berufen sich gerne auf das Urteil des BSG (B 4 AS 27/10 R) mit der Behauptung, ein solches Abverlangen einer zusätzlichen WUB wäre grundsätzlich rechtmäßig. Das BSG hat aber klar festgehalten:
Sollte eine solche Geschichte mit solch zickigem SB eskalieren, muss eben jeder ELO entscheiden, ob er sich den Kampf zutraut und die, möglicherweise volle, Distanz durchmachen will. Pauschal einfach aufgeben ist gerade bei langfristiger AU wohl nicht der richtige Weg.
Danke, für Deine Nachfrage. Festzustellen ist, dass der Bewertungsmaßstab der Arbeitsunfähigkeit für Arbeitslose im SGB II Bezug die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien (vgl. Beschluss vom Bundesausschuss vom 21.06.2012 + Ergänzungen) sind. Auf dieser Grundlage, werden gegenwärtige Gerichtsentscheidungen maßgeblich beeinflusst. Mithin ist Arbeitsunfähigkeit bei SGB II Bezieher nicht gleichzusetzen mit AU im ALG I + oder Arbeitsverhältnis!

Zugleich ist es, aus meiner Sicht, unnötig, wegen einer WUB, sanktioniert zu werden und/oder mit dem JC, vor dem SG, zu streiten. Persönlich bin ich seit Oktober 2016 im SGBII-Bezug und Arbeitsunfähig geschrieben (Depression) und bei ärztlichen Gutachten, initiiert durch das JC, wurde mir 2 x Leistungsunfähigkeit bescheinigt. Heute steht das dritte Gutachten an. Während meiner 2,5 jährigen AU bekam ich lediglich einmal eine Aufforderung mit WUB. Diesen Termin habe ich wahrgenommen.

VG

Inhaltlich ist der "Fragebogen" okay, da wird ja nicht nach Diagnosen gefragt. Hätte ich jetzt erwartet, man kennt JC ja.

Bzgl. der Dauer sollte der Arzt am besten, entweder auf dem Fragebogen oder in einem eigenen Einzeiler, "bis auf Weiteres" als Zeitrahmen angeben, dann reicht das erstmal ne Weile.

Andrerseits, wenn du Lust drauf hast, kannste dir auch für jeden Termin einzeln was ausstellen lassen und jedes Mal die Rechnung einreichen... Mal sehen wie lange der SB das mitmacht. ;)

Auf das aktuelle Schreiben würde ich - auch - erstmal antworten, dass du nix ausstellen lassen kannst, solange du vom JC keine Zusicherung für die Kostenübernahme hast.
Bis die nicht geklärt ist wäre jede Sanktion leicht zu kippen.
Bei vielen Punkten die Du konkret ansprichst, bin ich ganz bei Dir. In einem Punkt jedoch, bin ich völlig anderer Meinung. Wieso ist der Fragebogen o.k.? Wozu sollte der überhaupt ansatzweise vom Arzt ausgefüllt werden? Auf welcher Rechtsgrundlage? Vorsicht! Bitte vgl. die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien für Arbeitslose im SGB II Bezug, vom Bundesausschuss.

Die genannten Punkte (Arbeitsgelegenheit, etc.) sind durch den ärztlichen Dienst der Arbeitsagentur festzustellen und nicht durch eigene Ärzte (s. AU-Richtlinien und (Thematik Leistungsunfähigkeit) für SGB Ii-Bezieher). Abgesehen davon, wie häufig wird man wohl vom SB zu Gesprächen eingeladen, wenn der Arzt einen 30-minütigen Gesprächstermin beim Jobcenter bestätigt?

Mit dem Einverständnis des Arztes, zum 30 Min Gesprächstermin, dokumentiert auf dem Fragebogen, würde dem SB die Möglichkeit eröffnet, rechtskonform, einen regelmäßigen, evtl. täglichen Meldetermin, zur Gestaltung und Strukturierung des Tagesablaufs einzuführen und festzusetzen? Eigentor!

LG
 
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Caye

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Ich ging davon aus, diesen Fragebogen als Alternative zur selbst geschriebenen WUB zu verwenden, und dass der Arzt natürlich ankreuzt, dass man zu solchen Gesprächen nicht in der Lage ist. Ansonsten wäre das natürlich total sinnfrei. ;)

Ob man das nun im Fragebogen ankreuzt oder der Arzt selbst schreibt, dass Herr/Frau x aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, Termine im JC wahrzunehmen, ist dann egal, wenn man sich entscheidet, den Weg mit der WUB zu gehen, kann man auch diesen Wisch nehmen - aber natürlich erst und nur, wenn der Arzt es bezahlt bekommt.
 

briska

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@Mia-S da habe ich mich wohl ein wenig unschicklich ausgedrückt, ich würde in meinem Fall erst einmal die normale AU zusenden mit der Frage einer Kostenübernahme (5-10€), die hier nicht aufgeführt ist. Außerdem würde ich (davor) noch hinzufügen, auf welcher Rechtsgrundlage das verlangen dieser Bescheinigung basiert, außerdem möge sie mir den Gesetzestext ausgedruckt zusenden.

Was ich außerdem noch gefunden habe ist, dass es auch ausreicht wenn es einen Zeugen gibt, der schriftlich bestätigen kann, dass ich zu dem Meldetermin, aus gesundheitlichen Gründen, nicht erscheinen kann. Das soll wohl oft vom Jobcenter vertuscht werden, da diese wohl auch auszureichend ist und als "extra" Bestätigung ebenfalls akzeptiert werden muss. :icon_kinn:
@humble
Ja, dann war es doch nur der ärztliche Dienst. Ich habe dort schon bzgl der Schweigepflichtsentbindung ein eigenes Schreiben aufgesetzt, da die anderen Schreiben immer beinhalteten, dass sie über alles bescheid wissen dürfen ohne weitere Einwilligung, das habe ich damals sofort abgewürgt.
Falls das noch relevant sein sollte, ich habe auch eine Gleichstellung erhalten, gibt es hier irgendwelche Vorteile?

Vielen Dank, ich werde mir das ganze mal durchlesen! =)


Bzgl. der Dauer sollte der Arzt am besten, entweder auf dem Fragebogen oder in einem eigenen Einzeiler, "bis auf Weiteres" als Zeitrahmen angeben, dann reicht das erstmal ne Weile.

Andrerseits, wenn du Lust drauf hast, kannste dir auch für jeden Termin einzeln was ausstellen lassen und jedes Mal die Rechnung einreichen... Mal sehen wie lange der SB das mitmacht. ;)

Auf das aktuelle Schreiben würde ich - auch - erstmal antworten, dass du nix ausstellen lassen kannst, solange du vom JC keine Zusicherung für die Kostenübernahme hast.
Bis die nicht geklärt ist wäre jede Sanktion leicht zu kippen.

@Caye ich denke, wenn sie nicht aufhört diesbezüglich zu drängeln, werde ich jede Bescheinigung nochmal extra bezahlen lassen. Jeweils 10€ pro Schreiben, das würde denen mehr weh tun, als nur 5€. Zumal sich das mit der Dauer arg Staffelt. :D Bleibt abzuwarten, was sie darauf sagen wird, vllt belässt sie danach auch dabei, was ich mir wirklich wünschen würde, kann den Stress momentan eig überhaupt nicht gebrauchen. (Geht mir momentan auch wieder schlechter und einen Termin beim Psychologen habe ich erst ende November)

@MichaelBelek genau deshalb, würde ich es gänzlich neu verfassen lassen, da ich nicht weiß wie mein Arzt darauf reagieren würde.
Er kennt grob meinen Situation, aber da ich Anfang des Jahres erst gewechselt bin, da mein alter Arzt in Rente gegangen ist, möchte ich das ganze nicht herausfordern.


Ein Freund von mir hatte noch nie solche Probleme mit seinem SB..
Er hatte zwar früher auch jmd der ihn (willkürlich wöchentlich) einlud und ihm, bei jedem Gespräch, fertig gemacht hat, sofern er dort überhaupt erschienen ist, aber sobald er auf seine AU verwies, war erstmal Ruhe. Er ist bereits seit 5 Jahren durchgängig AU geschrieben und weder beim ärztlichen Dienst, noch beim MDK gewesen. Ist sowas üblich? Eine EGV hat er auch noch nie unterschrieben, finde das ganze recht suspekt. Die SB handeln alle wie es ihnen in den kram passt. Kurz angemerkt, dass er in den meisten Fällen nicht wirklich krank ist, sondern einfach keine Lust zum arbeiten hat und das meiste nur simuliert beim Arzt.
Und Menschen denen es wirklich schlecht geht, müssen dann ständig um ihre Rechte kämpfen..
 

Caye

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Im Normalfall sichern die JC die Übernahme vom GOÄ-Posten für einfache Atteste zu. Das sind eben die 5,nochwas €, ich glaube 5,36€ oder so.
Mehr ist da für einen Einzeiler oder ein Kreuz auch nicht drin, die Ärzte müssen sich ja an ihre Gebührenordnung halten.
 
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