Trotz anstehendem, bereits durch das Jobcenter genehmigten Umzug, habe ich ein Angebot zur Zwangsmaßnahme "Lichtblick" erhalten. Ein Nutzen ist nicht erkennbar. Wie sollte ich dagegen vorgehen?

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L432D

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Hallo an alle und vorweg schon einmal Danke für die investierte Zeit.

Ich habe am 19.02. per PZA ein "Angebot" zu einer Maßnahme erhalten welches ich als äußerst Dubios empfinde.

In dem Angebot der Maßnahme "Lichtblick", des Trägers SBH Nord wird mir kein Ziel, Inhalt, oder etwas ähnliches beschrieben. Selbst ist es auch schwer an Informationen dazu heranzukommen, da weder eine Suche beim Träger, noch beim Jobcenter unter Kursnet irgendwelche Treffer ergab (unter Berücksichtigung der Maßnahmennummer, den Namen der Maßnahme und der Liste aller Kurse beim Träger).

Die einzigen auffindbaren Informationen zu eben dieser Maßnahme, habe ich gestern in diesem Forum gelesen und bin darüber sehr besorgt. Es handelt sich dabei um diesen Threat
Ich werde später auch eine anonymisierte Kopie Hochladen, bis dahin reicht der Link aber hoffentlich, denn der Ersteller hat fast exakt das selbe Schreiben wie ich erhalten, nur mit der Ausnahme dass mir tatsächlich noch weniger Information zur Verfügung gestellt wurde.

Nun zum Einzelfall, am 19.02. habe ich per PZA das "Angebot" zur "Maßnahme Lichtblick inkl. Rechtsmittelbelehrung erhalten. Start der Maßnahme wäre ebenfalls der 19.02. bei einer Zuweisungsdauer von 30 Wochen erhalten. Dieses Angebot kam nicht durch meine zuständige Betreuerin (die ich leider aufgrund der Pandemie noch nicht persönlich kennenlernen durfte), sondern von einer anderen Dame, mit der ich bis jetzt noch auf keinem Kanal kontakt hatte. Der Zeitpunkt ist auch äußerst ungünstig und merkwürdig gewählt, da ich gerade den Umzug in einen anderen Zuständigkeitsbereich vorbereite (voraussichtlich in der ersten Märzwoche) und dieser sowohl der aktuell noch zuständigen Betreuerin, als auch von der Leistungsabteilung bereits "genehmigt" ist. Anschließend muss ja sowieso am neuen Wohnort ein vollständiger Neuantrag ausgefüllt werden. Dadurch sieht es stark danach aus als ob hier einfach eine Statistik geschönigt werden soll.
Durch die anschließende Recherche auf Google, Xing, hier im Forum und auf einschlägigen Mitarbeiterbewertungsportalen mache ich mir nun noch mehr Sorgen und möchte mich natürlich nicht auf eine derartige Maßnahme zu einem so ungünstig gewähltem Zeitpunkt und ohne jeglichen erkennbaren Nutzen für meine berufliche Zukunft einlassen.
Da sowohl mein Ansprechpartner beim Träger ein "Sozialpädagoge" ist und der Träger für genau diese Örtlichkeit mehrere "Sozialpädagogen mit Ausbildung oder ohne Erfahrung als Quereinsteiger" sucht, habe ich außerdem erhebliche Bedenken ob deren Eignung mir bei meinem beruflichen und sozialen Hintergrund überhaupt neue bzw. einschlägige und zielführende Kenntnisse zu vermitteln.

Ich habe bereits eine Ablehnung, bzw. einen Widerspruch erstellt und wäre sehr dankbar für Tips und Anregungen dazu und auch über Empfehlungen zu meinem weiteren Vorgehen.

Beste Grüße und vielen Dank schon einmal im voraus.
 

L432D

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@Draisine
Wow, Vielen Dank. Nein, sowas habe ich noch nie gesehen, oder gehört und würde ich auch niemals unterschreiben.
Mir wird die Tragweite des ganzen dadurch noch ein wenig mehr bewusst, was mich wütend macht.
Als jemand der sich mit Vertragswerk dank seiner Ausbildung jetzt nicht komplett schlecht auskennt, würde ich sowas als eine Vorstufe von Entmündigung ansehen. Immerhin ist hier kein Rahmen und eine Einschränkung zu den Hausbesuchen festgehalten.

Nicht nur auf meinen Fall bezogen, ich empfinde es als unglaublich unverschämt überhaupt Jemanden sowas unterschreiben zu lassen, sogar bzw. erst recht wenn man um dementsprechende Hilfe gebeten hätte ist es fraglich dem Hilfesuchenden dafür so weitreichend Rechte zu entziehen und sie somit sich selbst anzueignen.
 

Ruhrpottmensch

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sogar bzw. erst recht wenn man um dementsprechende Hilfe gebeten hätte ist es fraglich dem Hilfesuchenden dafür so weitreichend Rechte zu entziehen und sie somit sich selbst anzueignen.
Und genau deswegen sollte man -Gebetmühlenartig- an allen geeigneten Stellen und immer wieder, davor warnen sich als LE mit solchen "Hilfsgesuchen" auch nur im geringsten an das JC zu wenden! Dafür gibt es zahlreiche andere Stellen, die bei "Lebenskrisen" helfen können und nichts mit dem JC zu tun haben...

Meiner Meinung nach helfen solche "Maßnahmen" den LE (bzw. Betroffenen von welch vielschichtigen "Beeinträchtigungen" auch immer) in den allerwenigstens Fällen. Ganz im Gegenteil... Sie richten wahrscheinlich mehr Schaden an, als das sie eine langfristige Perspektive bieten...

Es wäre durchaus interessant, welche "Hemmnisse" das JC bei Dir so sieht...
So "Fachkundig" wie sie ja offenbar sind... ;)
 
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Draisine

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Die Möglichkeit dessen, was das JC als solches sehen könnte, das hatte ich mit Abgleich der mir vorliegenden Massnahmebeschreibung hier schon vorher skizziert. Bei genauerer Betrachtung dessen könnte auch nur einfache Statistikbereinigung der Grund sein, wobei von der SB hier wenig Gegenwehr vermutet wird und/oder jemand dafür gesucht wurde und zufällig zugewiesen wurde,weil man sich so vielleicht nebenbei Infos beim JC erhofft??? Was die angeblichen Hemmnisse als solche betrifft, so sollen die durch und in einem Entwicklungsplan enthalten sein, die der Träger für jeden Teilnehmer erstellen soll. Darin sollen alle Gesprächsinhalte mit dem Teilnehmer und Dritten verzeichnet werden. Dies beeinhaltet dann die daraus gewonnen Erkenntnisse zu den konkreten Eingliederungshemmnissen im Detail. Dazu soll die konkrete Strategieauswahl zu deren Beseitigung empfohlen werden. Ergänzend sollen Aussagen Leistungsfähigkeit, zum beruflichen Potential und zur Bereitschaft des Teilnehmers, seine Perspektiven zu verändern, getroffen werden.

Wenn ich das so in der Beschreibung der Massnahme lese, dann kann der Träger und das JC auch im Dunkeln ttappen und muss erst dann etwas "finden" 😤.
 
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Ruhrpottmensch

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Die Möglichkeit dessen, was das JC als solches sehen könnte, das hatte ich mit Abgleich der mir vorliegenden Massnahmebeschreibung hier schon vorher skizziert.
Nicht falsch verstehen... ;)
Aber das ist so ein bisschen wie als wenn man eine fette "Streubombe" wirft und nach Einschlag mal guckt, was alles getroffen worden ist.

Das ist von "Zielgerechter" (Potenziel)Analyse so weit weg wie Donald Trump Duck von Ehrlichkeit & Aufrichtigkeit... ;)
 

Draisine

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Das ist die ganze Massnahme auch. Und am besten passt nur die Sache mit dem Ignoriertem Flyer von @L432D bisher vordergründig dazu. Die letzten Sätze aus dem letzten Post stammen sinngemäss aus der Beschreibung der Massnahme, bis auf den letzten Absatz. Der Soz Päd soll ja vorzugsweise seine Analyse mittels Beobachtungen, Befragungen Aufzeichnungen und dem Verhalten des Teilnehmers generieren. Und im besten Fall den Teilnehmer für mindestens 6 Wochen a 15 Stunden vermitteln oder den Teilnehmer dann am Arbeitsort 6 Monate stabilisieren. Das soll nach Möglichkeit und an den Problemlagen erfolgen.
Für den Teil bräuchte der Träger auch eine gesonderte Zustimmung des Teilnehmers und des AG.dann. Der Träger soll dabei dann für die Konfliktintervention sorgen und die Motivation aufrecht erhalten.

@L432D. Wenn der Typ sich als Therapeut vorgestellt hat, so ist das ungenügend. REGULÄR hat der sich vorrangig mit Namen und Ausweis als Beauftragter auszuweisen. Und dann ist der Beschreibung der Massnahme zu entnehmen, dass keine Therapie durchgeführt werden soll. Es soll jedoch eine Therapieeinsicht erzielt werden. 😳. Und der Teilnehmer dorthin weitergeleitet und begleitet werden.??? Frag den doch mal gleich: welche Einsicht?, für welche Therapie?
 
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