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Trinkgeld als Einkommen?

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Essi16v

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#1
Hallo

Ich bekomme ALG II und verdiene mir bei einem großen deutschen Pizza-Bringdienst als Fahrer etwas dazu. Ist auch alles im Rahmen der Legalität (ordentliche Abrechnung u.s.w....).

Was ist nun mit den Trinkgeldern? Im Fortzahlungsantrag wurde nach so etwas gefragt.
Muss ich so was angeben? Oder werden Trinkgelder pauschalisiert? Ich meine, belegen kann ich es sowieso nicht.
Habe auch einen Termin beim PAP demnächst und der wir wissen wollen was ich zur Zeit mache. Wenn dann solch eine Frage kommen sollte was antworte ich ihm dann?
In der Verdienstabrechnung steht aber auch nicht drin das ich ausliefere, könnte also genau so gut im Innendienst arbeiten und Bestellungen annehmen.

Was meint ihr?:icon_rolleyes:
 

challenger2

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#2
genau genommen ist trinkgeld einkommen und als solches anzugeben. da du ja sicher nicht nur deinen arbeitsvertrag vorlegst, sondern dein ag im weiterbewilligungsantrag was ausfüllen muss, solltest du etwas vorsichtig sein, was du angibst. man geht logisch davon aus das du trinkgeld erhältst, aber bis dato muss dir das erstmal einer nachweisen. also bekommst du keines basta.
 
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#3
Was ist nun mit den Trinkgeldern? Im Fortzahlungsantrag wurde nach so etwas gefragt.
Muss ich so was angeben?
Trinkgeld ist Einkommen und damit anzugeben.

Wenn dann solch eine Frage kommen sollte was antworte ich ihm dann?
Z.B. ich habe im Monat durchschnittliche Trinkgeldeinnahmen von 100,31 €

Oder (mein Favorit :icon_party:) : Die Leute sind heutzutage so knauserig, dass sie einfach nur ihre Pizza bezahlen. Trinkgeld gibt es kaum. Neulich gab mir doch glatt jemand 5 Cent Trinkgeld mit den Worten "ich solle nicht gleich alles auf einmal ausgeben".
Dem habe ich dann seine 5 Cent vor die Füße geworfen.
 

Essi16v

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#4
Im Wieterbewilligungsantrag muss der Arbeitgeber nichts ausfüllen. Die Dame vom Amt will halt lediglich jeden Monat eine Einkommensbescheinigung vom Arbeitgeber augefüllt haben da der Verdienst immer unterschiedlich ist.
 

challenger2

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#5
hm bei uns muss arbeitgeber immer noch die arbeitgeberseite mit ausfüllen, das man also beschäftigt ist etc. aber ok...
wenn du nur deine lohnbescheinigungen abgeben musst, dann gibst du die halt eh schon monatlich ab. wenn du ehrlich bist, dann gibst du eben den ungefähren betrag des trinkgeldes mit an, aber vergiss das finanzamt dann nicht auch ncoh dabei.

@vater flodder: finde die bemerkung des kunden dämlich, aber den leuten sitzt das geld halt viel tiefer in der tasche. ich habe beispielsweise noch nie irgendjemanden trinkgeld gegeben: weder taxi, noch kellner, noch pizzafahrer. einfach davon ausgehend: die leute bekommen gehalt.
sei mal in der heutigen zeit vorsichtig, das ein kunde sich nicht mal massiv beim chef beschwert-.
 

Essi16v

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#7
...nun mal angenommen ich sage "Ich bekomme keins."
und dann darauf die Antwort: "Sie lügen!"

Dann ist das doch eine Unterstellung, oder?
Wie gesagt, belegen kann ich es nicht....

Wie gesagt brauche nur die passenden Antworten falls unangenehme Fragen fallen würden.:icon_pause:
 
E

ExitUser

Gast
#8
Die Leute sind heutzutage so knauserig, dass sie einfach nur ihre Pizza bezahlen. Trinkgeld gibt es kaum.

Warum sollten sie? Das Essen kostet schließlich das Doppelte als früher. Kann mich nicht daran erinnern, früher für ein Kindermenue, ein Wasser und einmal Pommes 20 DM bezahlt zu haben.
Neulich gab mir doch glatt jemand 5 Cent Trinkgeld mit den Worten "ich solle nicht gleich alles auf einmal ausgeben".
Dem habe ich dann seine 5 Cent vor die Füße geworfen.
Da hat sich wohl jemand etwas von Cindy aus Mahrzahn abgeschaut. :icon_twisted:
 
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#9
...nun mal angenommen ich sage "Ich bekomme keins."
und dann darauf die Antwort: "Sie lügen!"

Dann ist das doch eine Unterstellung, oder?
Wie gesagt, belegen kann ich es nicht....

Wie gesagt brauche nur die passenden Antworten falls unangenehme Fragen fallen würden.:icon_pause:

Ich würde etwas angeben, z. B. 10 Euro/Monat, dann können sie Dir auch nichts anhaben, selbst wenn sie einen finden der Dir mal was gegeben hat.
 

RudiRatlos

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#10
aber bis dato muss dir das erstmal einer nachweisen. also bekommst du keines basta.
Das sehe ich auch so. Die spinnen doch, woher soll einer wissen, wie viel Trinkgeld er bekommt. Hellseher oder was?
Ich würde etwas angeben, z. B. 10 Euro/Monat, dann können sie Dir auch nichts anhaben, selbst wenn sie einen finden der Dir mal was gegeben hat.
Nun last mal die Kirche im Dorf. Nichts angeben und fertig ist.:cool:
 

physicus

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#11
Nun last mal die Kirche im Dorf. Nichts angeben und fertig ist.
auch hier gilt der spruch: gehe nie zu deinem fürst, wenn du nicht gerufen wirst.
 

Arania

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#12
nun bei Strassenkünstlern wird eingeschätzt, nicht das dann auch beim Trinkgeld so ist
 

FrankyBoy

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#13
Ich erinnere mich an diverse Debatten von Politikern in dieser Frage; die genaue Rechtsgrundlage kenne ich nun auch nicht aber eines ist sicher: Eine Pauschalsteuer etc. auf Trinkgelder wurde gekippt - mehr dazu: Trinkgelder

Und übrigens - wer garantiert denn, dass kein ARGE-Mitarbeiter etc. nicht einmal eine Falle stellt? Also so ein paar Prozentchien würde ich da doch angeben - könnte sonnst ein böses Erwachen geben.
 

Arania

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#14
das Urteil gilt für Steuerfreiheit bei Erwerbseinkommen, ob das bei Sozialleistungen auch gilt?
 

FrankyBoy

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#15
das Urteil gilt für Steuerfreiheit bei Erwerbseinkommen, ob das bei Sozialleistungen auch gilt?
Nein, die Regelungen hier, denke gerade an die (50,-- €/Jahr) sind ja bekannt - ich wollte nur eine praktische Hilfe geben, wie ich mich verhalten würde, da ich nicht möchte, dass Leistungsempfänger ins offene Messer rennen - hier treffen halt mal wieder komplexe Rechtsthemen aufeinander und so einfach ist die Sachlage aus meiner Sicht nicht.

Ich stelle mir also im Umkehrschluss die Frage der "Problemvermeidung" etc.
 

avalon

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#16
Ein bißchen was würde ich auch angeben! Man schläft einfach ruhiger! Sonst reicht wirklich ein nachgewiesenes Trinkgeld, um Dich zu überführen. Ist unwahrscheinlich, aber man weiss ja nie, wer der ARGE so alles Tips gibt!
 

35StGB

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#17
Trinkgeld ist kein Einkommen, redet hier nicht solchen unsinn hinein.
Der Gast / Kunde ist nicht verpflichtet dir Trinkgeld zu geben, ich gebe niemals Trinkgeld, weil ich ein armer Harz IV Empfänger bin, dazu kommt noch das ich niemals auswärts essen gehe und so eh nicht in die verlegenheit komme.

Es gab vor einigen Jahren den lächerlichen Versuch Trinkgelder versteuern zu lassen, da aber niemand so blöde war sein Trinkgeld anzugeben wurde das ganze wieder gekippt. Demzufolge Trinkgeld brauchst du nicht versteuer und nicht als Einnahmen angeben. Wer dich nach Trinkgeld fragt, dem sagst du ganz einfach es geht niemanden etwas an.

Und was diesen Unsinn angeht mit Nachgewiesenen Trinkgeldern, Leute wo zieht ihr eure Gedanken her ? Wenn jemand zu dir sagt, ich habe dir gerade ein Trinkgeld gegeben damit habe ich dich nun in der Falle, dann sagst du einfach, zeigen sie mir bitte den Beleg darüber.

Gib auf keinen Fall auch nur einen einzigen Cent Trinkgeld an, es ist deine Privatsache und wer dir da hineinreden möchte lügt dich an.

Es gibt in Deutschland nur ein einziges Beispiel für Trinkgelder als Gehalt, das ist im Bereich der Kasinos, doch auch hier geschieht dies rein freiwillig auf volles Risiko der Mitarbeit und nach wie vor Steuerfrei.
 

avalon

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#18
Trinkgeld ist kein Einkommen, redet hier nicht solchen unsinn hinein.
Der Gast / Kunde ist nicht verpflichtet dir Trinkgeld zu geben, ich gebe niemals Trinkgeld, weil ich ein armer Harz IV Empfänger bin, dazu kommt noch das ich niemals auswärts essen gehe und so eh nicht in die verlegenheit komme.

Es gab vor einigen Jahren den lächerlichen Versuch Trinkgelder versteuern zu lassen, da aber niemand so blöde war sein Trinkgeld anzugeben wurde das ganze wieder gekippt. Demzufolge Trinkgeld brauchst du nicht versteuer und nicht als Einnahmen angeben. Wer dich nach Trinkgeld fragt, dem sagst du ganz einfach es geht niemanden etwas an.

Und was diesen Unsinn angeht mit Nachgewiesenen Trinkgeldern, Leute wo zieht ihr eure Gedanken her ? Wenn jemand zu dir sagt, ich habe dir gerade ein Trinkgeld gegeben damit habe ich dich nun in der Falle, dann sagst du einfach, zeigen sie mir bitte den Beleg darüber.

Gib auf keinen Fall auch nur einen einzigen Cent Trinkgeld an, es ist deine Privatsache und wer dir da hineinreden möchte lügt dich an.

Es gibt in Deutschland nur ein einziges Beispiel für Trinkgelder als Gehalt, das ist im Bereich der Kasinos, doch auch hier geschieht dies rein freiwillig auf volles Risiko der Mitarbeit und nach wie vor Steuerfrei.

So blöd, und so eine grosse Schnauze!:icon_kotz: Wir reden hier nicht über Steuern!
Es ist vollkommen egal, ob Trinkgelder Einkommen sind! Wichtig ist, dass es Geldzuflüsse sind, die zum Lebensunterhalt eingesetzt werden können.

Kommunionsgeschenke und Mittagessen bei Verwandten sind auch kein Einkommen! Geschenke müssen auch angegeben werden! :icon_neutral:

Also, bevor Du hier rummaulst und Leute anpöbelst, nimm die Frikadelle aus dem Kopp und schieb das Gehirn wieder rein, sofern Du eins hast. Oder troll Dich am besten gleich ganz!
 

Sprotte

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#19
Es gibt in Deutschland nur ein einziges Beispiel für Trinkgelder als Gehalt, das ist im Bereich der Kasinos, doch auch hier geschieht dies rein freiwillig auf volles Risiko der Mitarbeit und nach wie vor Steuerfrei.
Da muss ich Dich enttäuschen,35StGB,dieses Geld ist NICHT steuerfrei.

Nach einer am 21.01.2009 veröffentlichten Entscheidung des Bundesfinanzhofs sind die aus einem Spielbanktronc finanzierte Zahlungen an die Arbeitnehmer der Spielbank keine steuerfreien Trinkgelder. Der Begriff des Trinkgelds setze grundsätzlich ein Mindestmaß an persönlicher Beziehung zwischen Trinkgeldgeber und Trinkgeldnehmer voraus. (BFH AZ.: VI R 49/06)

Quelle : Trinkgelder aus Spielbanktronc nicht steuerfrei · Alle Meldungen · News/Fachartikel ·

Andere Trinkgelder sind nach §3 Nr.51 EStG von der Steuer befreit.
Der jährliche Freibetrag liegt bei 1224 € .Ales was darüber liegt,muss der AN versteuern.Da der AG grundsätzlich für Steuerschulden aus freiwilligen Trinkgeldern mithaftet,kann er Vorkehrungen treffen,die ihn von der Haftung gegenüber dem Finanzamt und dem Sozialversicherungsträger freistellen.
Das ist z.B. die monatliche Trinkgelderklärung.Aber Vorsicht,sollte die Unglaubwürdig sein,kann der Fiskus schätzen (Beispiel Kellnerumsatz,
1.5-3.5% können der Schätzung zugrundegelegt werden,Bundesfinanzhofvom 23.10.1992,AZ 6 R 62/88 )

Ich hoffe es hilft Euch ein bißchen weiter.....

Gruß Sprotte
 

Maryland

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#20
Es gibt genug Urteile im SGB II-Bereich, in denen klargestellt worden ist, dass Trinkgeld als Einkommen anzurechnen ist. Und dass es ok ist, dass die Arge die Höhe des Trinkgeldes schätzt, wenn der Antragssteller keine oder unglaubwürdige Angaben macht, oder behauptet er bekommt nichts.
Also am besten mal durchrechnen, was so der Schnitt war die letzten Monate, und das angeben. Wenn es dann wider Erwarten doch weniger ist, kann man das ja im Nachhinein auch mitteilen.
 
E

ExitUser

Gast
#21
Es gibt genug Urteile im SGB II-Bereich, in denen klargestellt worden ist, dass Trinkgeld als Einkommen anzurechnen ist. Und dass es ok ist, dass die Arge die Höhe des Trinkgeldes schätzt, wenn der Antragssteller keine oder unglaubwürdige Angaben macht, oder behauptet er bekommt nichts.
Es ist schon klar, dass Trinkgeld als Einkommen gerechnet wird, so wie jede Art von Geldzufluß, nur, wo steht, dass es in Ordnung ist, wenn die Arge die Höhe des Trinkgeldes schätzt?
Auf welcher Bemessungsgrundlage?
Meiner Meinung nach kann die Arge nicht einfach irgendeinen Betrag als Trinkgeld vermuten und dann als fiktives Einkommen einsetzen.
Schließlich ist eine Vermutung kein Beweis!
Und ich würde ein solches Verhalten meines SBs nicht einfach akzeptieren, sondern ihm sehr deutlich klarmachen, dass er mir ein Trinkgeldeinkommen einschließlich der genauen Höhe nachweisen müsste.

LG
 

avalon

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#22
Ich weiss auch nicht, wo das stehen könnte, aber erlaubt könnte es dennoch sein, sofern
keine eigenen Angaben gemacht werden:

"Nürnberg (D-AH) - Trinkgelder in Höhe von 5 bis 10 Prozent sind in den Wirtshäusern und Restaurants hierzulande durchaus üblich. Wobei selbst bei der Zahlung mit Kreditkarten ein Trinkgeld nicht von vornherein ausgeschlossen ist. Das hat das Finanzgericht München festgestellt (Az. 10 K 2212/03). Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (Deutsche Anwaltshotline - telefonische Rechtsberatung : Rechtsanwalt Hotline) berichtet, halten die Finanzrichter damit eine Schätzung des Fiskus für zutreffend und unanfechtbar, die auch in weniger etablierten Speiselokalen 2,5 Prozent für die Trinkgeld-Einnahmen eines Kellners annimmt.

In der Gaststätte, um die es in diesem Fall ging, finden in erheblichem Umfang Großveranstaltungen statt, bei denen wenig Trinkgeld gegeben wird, weil nur eine Rechnung für viele Personen erstellt und meist noch per Kreditkarte beglichen wird. Da schien es den Steuerprüfern angemessen, einem dort beschäftigten Kellner zumindest die Hälfte des unteren Erfahrungswertes als Trinkgeld in seiner Einkommenserklärung anzurechnen - nämlich 2,5 Prozent vom Umsatz. Das war dem Mann aber auch noch zuviel, er wollte höchsten 1 bis 1,5 Prozent berücksichtigt wissen.

"Dann hätten Sie eine lückenlose Dokumentation über all Ihre Trinkgelder führen müssen", wiesen ihn die Richter zurecht. Zwar sei ein Arbeitnehmer wie der Kellner nicht zur Führung einer Buchhaltung oder anderen Aufzeichnungen verpflichtet, bestätigt Rechtsanwältin Tanja Leopold (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1867800-0 für 1,99 Euro pro Minute): "Doch durch die fehlenden Aufzeichnungen über die Trinkgelder hat er die Ungewissheit über die Höhe der Einnahmen selbst geschaffen und so selbst den Anlass für die Schätzung gegeben." Damit treffe ihn auch der Nachteil aus der bei einer solchen Schätzung immer verbleibenden Unsicherheit."

Hier gehts es zwar um Steuern, aber ich wüsste nicht, wieso ein vergleichbares Vorgehen im SGB2 ausgeschlossen sein sollte!
 

FrankyBoy

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#23
Ich weiss auch nicht, wo das stehen könnte, aber erlaubt könnte es dennoch sein, sofern
keine eigenen Angaben gemacht werden:

"Nürnberg (D-AH) - Trinkgelder in Höhe von 5 bis 10 Prozent sind in den Wirtshäusern und Restaurants hierzulande durchaus üblich. Wobei selbst bei der Zahlung mit Kreditkarten ein Trinkgeld nicht von vornherein ausgeschlossen ist. Das hat das Finanzgericht München festgestellt (Az. 10 K 2212/03). Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (Deutsche Anwaltshotline - telefonische Rechtsberatung : Rechtsanwalt Hotline) berichtet, halten die Finanzrichter damit eine Schätzung des Fiskus für zutreffend und unanfechtbar, die auch in weniger etablierten Speiselokalen 2,5 Prozent für die Trinkgeld-Einnahmen eines Kellners annimmt.

In der Gaststätte, um die es in diesem Fall ging, finden in erheblichem Umfang Großveranstaltungen statt, bei denen wenig Trinkgeld gegeben wird, weil nur eine Rechnung für viele Personen erstellt und meist noch per Kreditkarte beglichen wird. Da schien es den Steuerprüfern angemessen, einem dort beschäftigten Kellner zumindest die Hälfte des unteren Erfahrungswertes als Trinkgeld in seiner Einkommenserklärung anzurechnen - nämlich 2,5 Prozent vom Umsatz. Das war dem Mann aber auch noch zuviel, er wollte höchsten 1 bis 1,5 Prozent berücksichtigt wissen.

"Dann hätten Sie eine lückenlose Dokumentation über all Ihre Trinkgelder führen müssen", wiesen ihn die Richter zurecht. Zwar sei ein Arbeitnehmer wie der Kellner nicht zur Führung einer Buchhaltung oder anderen Aufzeichnungen verpflichtet, bestätigt Rechtsanwältin Tanja Leopold (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1867800-0 für 1,99 Euro pro Minute): "Doch durch die fehlenden Aufzeichnungen über die Trinkgelder hat er die Ungewissheit über die Höhe der Einnahmen selbst geschaffen und so selbst den Anlass für die Schätzung gegeben." Damit treffe ihn auch der Nachteil aus der bei einer solchen Schätzung immer verbleibenden Unsicherheit."

Hier gehts es zwar um Steuern, aber ich wüsste nicht, wieso ein vergleichbares Vorgehen im SGB2 ausgeschlossen sein sollte!
Die passende Antwort zu der ursprünglichen Frage könnte also lauten:
Ein "Trinkgeld-Underkonto" nach CDU-Vorbild führen und dort die Trinkgelder der jüdischen Gönner nicht erwähnen... mehr dazu: Das Affären-Lexikon: Von Anderkonto bis Zerreißprobe - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
 

biddy

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#24
Wissensdatenbank der BA zum SGB II - Trinkgeld:

Paragraph: § 11

Nr.: 10066

Eingestellt am: 13.01.2005

Geändert am: 06.05.2008



Anliegen:

Für verschiedene Berufe im Dienstleistungsbereich (z.B. Friseure) wurden im Rahmen des BSHG 10 % des Einkommens nach Gehaltsbeleg zusätzlich als Trinkgeld angerechnet, da in diesen Berufen erfahrungsgemäß Trinkgeld einen nicht unerheblichen Anteil des Einkommens ausmacht. Ist im SGB II entsprechend zu verfahren?


Antwort:

Bei Trinkgeldern handelt es sich ebenfalls um Erwerbseinkommen. Sie sind zum Arbeitsentgelt hinzuzurechnen. Eine pauschale Berücksichtigung kann nicht stattfinden, da nur Einkommen berücksichtigt werden kann, das dem Antragsteller tatsächlich zufließt. Daher muss die konkrete Höhe des Trinkgeldes den Angaben in der Anlage EK (Einkommenserklärung zur Feststellung der Einkommensverhältnisse jeder in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Person) Punkt 1f, letzter Spiegelstrich entnommen werden.
Bei den o.g. Berufen ist ggf. gezielt nach dem gezahlten Trinkgeld zu fragen.
Quelle: wdbi - Trinkgeld
 

avalon

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#25
Ja, so weit, so gut. Das klärt zuminsets diesen Punkt, danke! Aber was soll er jetzt machen? 0 Euro angeben?
 

avalon

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#26
Die passende Antwort zu der ursprünglichen Frage könnte also lauten:
Ein "Trinkgeld-Underkonto" nach CDU-Vorbild führen und dort die Trinkgelder der jüdischen Gönner nicht erwähnen... mehr dazu: Das Affären-Lexikon: Von Anderkonto bis Zerreißprobe - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Richtig, da war was! Beim Ausfüllen der Meldung des nebeneinkommens braucht man dann nur noch einen Blackout wegen Unterzuckerung...schwupps...fertig! Dä Hälmud hat nüsch gälogge, dä wa krank! :icon_twisted:
 

FrankyBoy

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#27
Die Wissensdatenbank finde ich nicht schlecht nur finde ich, dass es eine solche auch für Millionäre, Milliardäre und Bananenbieger geben müsste.

Ich werde jedenfalls erst dann mit Genugtuung Steuern und Abgaben zahlen, wenn ich auch sicher sein kann, dass die oberen 10.000 dieses auch entsprechend tun - die 96.000 Steuervorschriften etc. gehören endgültig in die :icon_tonne: aber bis es soweit ist muss ich bestimmt noch sehr viel :icon_kotz2: .
 

FrankyBoy

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#28
Richtig, da war was! Beim Ausfüllen der Meldung des nebeneinkommens braucht man dann nur noch einen Blackout wegen Unterzuckerung...schwupps...fertig! Dä Hälmud hat nüsch gälogge, dä wa krank! :icon_twisted:
Die Unterzuckerung ist doch bei Thilo Sarrazins Speiseplan vorprogrammiert - ich habe mal Programmierer gelernt und bin mir da ganz sicher, klar sind wir alle unterzuckert, was denn sonnst?
 

biddy

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#29
Ja, so weit, so gut. Das klärt zuminsets diesen Punkt, danke! Aber was soll er jetzt machen? 0 Euro angeben?
Ich werde niemanden mitteilen, was er machen soll ... Kann nur sagen, was ICH tun würde: Ich würde - da alles andere unglaubwürdig wäre - mir einen Mittwert der z.B. letzten sechs Monate bzw. auch noch aus länger zurückliegenden Zeiträumen, wenn möglich, errechnen und diese schön "be-rei-nig-te" Summe angeben.
 

RudiRatlos

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#30
Es gibt genug Urteile im SGB II-Bereich, in denen klargestellt worden ist, dass Trinkgeld als Einkommen anzurechnen ist....
Es gibt auch genug Urteile, wo Sanktionen oder andere Aktionen seitens der Arge ungerechtfertigt sind. Und.... wer hält sich daran?:cool:
 

Essi16v

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#31
hmmm.... also da gibt es ja ein Wirrwar an Denkweisen, Paragraphen,Urteilen u.s.w.. Danke euch erstmal für die Denkansätze. Hab am 2ten einen Termin beim Anwalt meines Vertrauens wegen den ganzen ARGE-Geschichten....
Mal sehen was der so sagt.
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ela1953

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#32
Dann soll er doch mal überlegen, wie viel Trinkgeld er tatsächlich im letzten Monat erhalten hat und dann selbst entscheiden, wie viel er angibt.
 
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