Trickserei Branchenzuschläge?

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Leonidas

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Um die Situation mal kurz zu umreißen, bin LA in Sachsen und seit längerem in einem Betrieb in der Pappen- und Papierindustrie tätig.

Habe diese Woche mit anderen LAs unseres Standortes erfahren das wir die neu ausgehandelten Branchenzuschläge nicht erhalten werden, da das Vergleichsentgelt der Stammbelegschaft zu gering wäre (Aussage Zeitarbeitsfirma) Es gibt ja eine Klausel die besagt das LA maximal 90% des Lohnes der Stammbelegschaft bekommen dürfen.

Mein Verdacht besteht darin, dass hier im Haustarifvertrag der Entleihfirma eine fiktive niedrige Lohngruppe eingezogen wurde die nun als Referenz für die Leiharbeiter dient. Das wäre "genial" ausgedacht, die 90% Regelung wäre dann damit verletzt und man müsste den geschätzten 80 LA keinen cent mehr Lohn bezahlen.


Nun ist es der Stammbelegschaft natürlich verboten über ihren Stundenlohn zu spechen, aber im laufe der Zeit bekommt man einiges mit. Das geringste entgelt von dem ich bisher erfuhr belief sich auf etwa 9,60€. Die LA bekommen 7,50€. Demnach müsste diese Referenzlohngruppe unter 8,25€ liegen und ich kan mir beim besten Willen nicht vorstellen wer im Unternehmen das dort bekommen soll.

Möglich wäre auch das uns die Leihbude mit einer falschen Bgründung abspeißt, aber ich frag mich ehrlich ob das mit rechten Dingen zugeht..


Gibt es irgendwelche Ideen wie man sich dazu verhalten kann?
 
H

hass4

Gast
das würde ich auch empfehlen, denn dein verleiher wird bestimmt den DGB/BZA tarifvertrag anwenden. eine anfrage an den DGB kann man online abschicken.

hatte ich vor 3 tagen auch gemacht, eine antwort habe ich leider noch keine erhalten! vielleicht persönlich vorsprechen?
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Nun ist es der Stammbelegschaft natürlich verboten über ihren Stundenlohn zu spechen
Nein, ist es nicht.
Arbeitnehmer dürfen über die Höhe des Gehalts trotz Verbot im Arbeitsvertrag miteinander reden
Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 21.10.2009, 2 Sa 237/09 (Volltext)

Möglich wäre auch das uns die Leihbude mit einer falschen Bgründung abspeißt, aber ich frag mich ehrlich ob das mit rechten Dingen zugeht..

Gibt es irgendwelche Ideen wie man sich dazu verhalten kann?
Als erstes mal das oben verlinkte Urteil bekannt machen. Und dann versuchen Infos zu bekommen.
 

Leonidas

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wende dich an die Gewerkschaft die können dir weiterhelfen


Ich bin leider in keiner Gewerkschaft. Wüsste auch ganz ehrlich gar nicht welche für mich denn zuständig ist. Könnte natürlich schauen ob ein anderer von unseren LA in einer Gewerkschaft ist, hab aber auch nicht vor dort "Interviews" zu führen die mir unter Umständen schaden können.


das würde ich auch empfehlen, denn dein verleiher wird bestimmt den DGB/BZA tarifvertrag anwenden. eine anfrage an den DGB kann man online abschicken.


Ja wird angewandt, es handelt sich bei unserer Leihfirma um den Branchenprimus Randstad. Würde mir denn bei einer onlineanfrage überhaupt geantwortet wenn ich kein Gewerkschaftsmitglied bin?


Nein, ist es nicht.
Als erstes mal das oben verlinkte Urteil bekannt machen. Und dann versuchen Infos zu bekommen.


Okay danke, sicher eine Argumentationshilfe ;-)



Zum Thema Stundenlohn gibt es auch Neuigkeiten. Hab von zwei Festangestellten welche qualitativ die selbe Arbeit wie ich verrichten folgende Antworten erhalten. Einer bekommt etwa 9,70€ die Stunde, er ist aber bereits seit 15Jahren in der Firma. Ein anderer war erst LA und wurde übernommen, er hat mir zumindest bestätigt das er mit mehr als den fraglichen 8,25€ die Stunde angefangen hat. Noch dazu hat mir ein Maschinenführer noch gesagt das er sich absolut sicher ist, dass im ganzen Produktionsbereich keiner der Stammbelegschaft unter 8,25€ verdient.

Heißt also im Klartext: Bin mir nun also sehr sicher das der Stundenlohn der Stammbelegschaft, genau wie ich auch vermutet habe, hoch genug ist, das wir zumindest anteilig den Branchenzuschlag erhalten müssten.


Ansich kann meiner Auffassung also nur folgendes abgelaufen sein
a) Der Entleihbetrieb hat Randstad eine falsche, also zu niedrige Referenzlohngruppe übermittelt
b) Randstad behählt die Differenz einfach ein oder tätigt ohne mehr zu kassieren eine Falschaussage
c) Hier wurde gemeinsam gekungelt..


Einer mit denen ich sprach, war sich sicher das Randstad die treibende Kraft dahinter ist und mir geraten, mir deren Aussage von denen schriftlich geben zu lassen und damit mal zum großen Chef vor Ort zu gehen. Sollte dieser aber doch da iwie dran beteiligt sein, denke ich würde mir das dann recht schlecht bekommen.


Ideen wegen weiterem vorgehen?
Kann erst So Abend wieder antworten, halte euch aber hier bis zum Ende auf dem laufenden, was hier nun herrauskommt. Danke schonmal für die Beteiligung.
 
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Keine Ahnung, wie du auf 8,25 kommst. 7,50:0,9=8,33€/Std.

Sprich: Der Referenzlohn müsste über 8,33 liegen, damit ein anteiliger Branchenzuschlag gezahlt wird.

Du kannst davon ausgehen, dass du vom Kunden abgemeldet wirst, wenn du dein Maul aufmachst und zu viele Fragen stellst. Die Kündigung seitens Randstad folgt dann sicher recht schnell, falls man nichts anderes für dich findet.

Ist bei lächerlichen 7,50 aber vermutlich sowieso egal. Recht viel weniger hast du mit ALG I bzw. II auch nicht und kannst morgens ausschlafen. :biggrin:
 

Holger01

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Ich würde mich allein an die ZAF wenden, denn die ZAF ist mein alleiniger Vertragspartner.

Und ich würde den Branchenzuschlag schriftlich anmahnen und darf dann eine schriftliche Antwort erwarten.

Fällt die schriftliche Antwort negativ aus, würde ich auf Vorlage von entsprechenden Belegen bestehen und diese gegebenenfalls auch einklagen.

Klar, die ZAF kann dich daraufhin im Kundenbetrieb abmelden und dir kündigen. Allerdings bezweifle ich stark, dass sie damit vor dem Arbeitsgericht durchkäme!
Hinzu käme auch deren Scheu vor kritischer Publicity.

Dein Risiko. Deine Chance.

...
 

Leonidas

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@JohnThompson

Ja ist korrekt- nungut die 8cent machen den Braten jetzt auch nicht fett.

Ich denke auch das es immo recht riskant ist sich offen aus der Deckung zu wagen. Nur wenn hier Recht gebrochen wird, wonach es ja immo aussieht, finde ich nicht das es irgendjemanden weiter bringt wenn alle immer schweigen und das dultsam hinnehmen.

Hab eben auch nicht vor die nächsten Jahrzehnte Sozialleistungen zu beziehen, auch wenn ich nachvollziehen kann was du meinst.


@Holger
Danke- werde es in Erwägung ziehen. Am Schluß hast du ja schon ein sehr treffendes Fazit gezogen. Bleibt eben ein erhebliches Risiko, zumal ich erst in ein paar Wochen einen unbefristeten Vertrag bekommen werde. Zumindest dieser wurde mir letzte Woche schon ansich verbindlich zugesagt.
 
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