Trennung von Amtswegen?

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Vierkorn

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Hallo!

Uns steht vermutlich Hartz IV ins Haus, mein Mann hat seinen Job verloren und ich frage mich jetzt, wozu uns das Amt zwingen darf.

Dürfen sie meinen Mann zwingen, eine Arbeit in einem entfernten Ort anzunehmen, so dass er die Woche dort verbringen muss und wir zur Wochenendehe gezwungen sind?

Vor etwa anderthalb Jahren war mein Mann (der damals noch nicht mein Mann war) bereits einmal auf Hartz IV angewiesen, und er wurde genötigt, sich in einem mehr als 600 km entfernten Ort zu bewerben. Kann das Arbeitsamt das jetzt immernoch verlangen, wo wir verheiratet sind?

Ich selbst bin aufgrund einer psychischen Erkrankung an unseren Wohnort gebunden und könnte unter keinen Umständen umziehen und eine Wochenendehe wäre für mich auch nicht verkraftbar.

Kann mir bitte jemand zu dieser Frage Auskunft geben, die Angst davor macht mich grade ziemlich verzweifelt.

Danke und liebe Grüße, Vierkorn
 
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Vierkorn meinte:
Hallo!

Uns steht vermutlich Hartz IV ins Haus, mein Mann hat seinen Job verloren und ich frage mich jetzt, wozu uns das Amt zwingen darf.

Dürfen sie meinen Mann zwingen, eine Arbeit in einem entfernten Ort anzunehmen, so dass er die Woche dort verbringen muss und wir zur Wochenendehe gezwungen sind?

Vor etwa anderthalb Jahren war mein Mann (der damals noch nicht mein Mann war) bereits einmal auf Hartz IV angewiesen, und er wurde genötigt, sich in einem mehr als 600 km entfernten Ort zu bewerben. Kann das Arbeitsamt das jetzt immernoch verlangen, wo wir verheiratet sind?

Ich selbst bin aufgrund einer psychischen Erkrankung an unseren Wohnort gebunden und könnte unter keinen Umständen umziehen und eine Wochenendehe wäre für mich auch nicht verkraftbar.

Kann mir bitte jemand zu dieser Frage Auskunft geben, die Angst davor macht mich grade ziemlich verzweifelt.

Danke und liebe Grüße, Vierkorn


Wenn dir dein Artzt attestiert, daß du dies oder das nicht kannst bzw darfst oder es nicht gut für dich ist (auch deinen Mann betreffend) dann muß die ARGE den Einzelfall prüfen...

ich weiß, es ist schwer, aber mach dir nicht zuviel Sorgen!

Notfalls geht zum Anwalt... man muß sich wehren...

Gruß aus Ludwigsburg
 

Vierkorn

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Danke für deine Antwort!

Nun. Meine psychische Erkrankung ist attestiert, aber ich bezweifle, dass mir irgendein Arzt attestieren wird, dass ich ne Trennung nicht aushalten werde. Meiner Ansicht nach ist das zwar Teil meiner Krankheit, aber das ist nur mein sujektives Empfinden.

Und abgesehen von der Attestiererei: die Arge darf meinen Mann wegschicken?
 
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Vierkorn meinte:
Und abgesehen von der Attestiererei: die Arge darf meinen Mann wegschicken?

jein...man muß alles tun, um aus dem ALG II Bezug heraus zu kommen, wobei: das heißt ja nicht, daß er allein gehen muß...
ihr könntet ja umziehen. Und wenn das nicht für dich in Frage kommt: ärztliches Attest...

Gruß aus Ludwigsburg
 

Vierkorn

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Meine Güte. Obwohl wir noch nichtmal in Hartz IV drin sind, was aber wohl nur noch ne Frage der Zeit ist, komme ich mir jetzt bereits völlig rechtlos vor. Und nachdem ich hier im Forum bissel rumgelesen habe, umso mehr.

Ich habe den Eindruck, Hartz IV hat nur den einzigen Zweck, Leute so lange zu schikanieren und zu quälen, bis die die absolute Mittellosigkeit dem Bezug von Hartz IV vorziehen. Echt zum :kotz:
 

Arwen

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Hallo!

das Amt richtet sich hier evtl. nach SGBIII, § 121:

(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

(5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.

Wie ich in einem anderen Forum gelesen habe, richten sich viele ArGen danach. Ich weiß, Du schreibst, dass Dein Mann sich schon einmal 600km weit entfernt bewerben sollte... ich hoffe hier mal für Euch, dass durch Eure Heirat der Punkt Familienbindung mehr Gewicht erhält!

Gruß, Arwen
 

Arwen

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Und nachdem ich hier im Forum bissel rumgelesen habe, umso mehr.

Es ist ja nun mal so, dass so Mancher sich hier erst meldet, wenn "Land unter" angesagt ist und es dramatisch ist/wird...

Ich denke auch, dass viele hier - so wie ich - noch nie Ärger mit ihrer Arbeitsgemeinschaft gehabt haben. Die Sorge, bald aber auch den Schikanen ausgesetzt sein zu können, bleibt natürlich.

Kopf hoch! ;)

Gruß, Arwen
 

Vierkorn

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Danke. Aber im letzten Absatz deines Zitats steht auch folgendes: (5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.

Also ist der Zwang zur getrennten Haushaltsführung wohl grundsätzlich zulässig... Schöner Mist.

Davon abgesehen glaube ich, dass es an anderen Orten Deutschlands ebenfalls genügend Erwerbslose gibt. Als ob es da Sinn hätte, einen weiteren hinzuschicken *aufreg*

:dampf:
 

Arania

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Davon abgesehen glaube ich, dass es an anderen Orten Deutschlands ebenfalls genügend Erwerbslose gibt

Dein Mann würde dort ja nicht als Erwerbsloser hingeschickt sondern nur wenn er dort Arbeit bekommen würde, aber ich verstehe schon was Du meinst
 

Vierkorn

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Naja. Als man ihn vor anderthalb Jahren wegschicken wollte, handelte es sich dabei um eine Stelle, die er - mit Logik betrachtet - ohnehin nie bekommen hätte. Es hatte rein gar nichts mit seiner Qualifikation zu tun und es war eigentlich klar, dass diese Firma ihn niemals nehmen würde, nichtmal geschenkt...

Als er das mit seinem Sachbearbeiter besprach, kam die lapidare Antwort "Ja das müssen Sie schon dem Chef überlassen, ob er sie für qualifiziert hält."

:|


Aber immerhin besteht ja die "Gefahr", dass man ihm auch was in großer Entfernung anbietet, das seiner Qualifikation entspricht.

Ich bin Euch dankbar für die Antworten, ich komme mir jetzt wenigstens nicht mehr so alleine mit meinen Ängsten vor.
 

Arwen

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Vierkorn meinte:
Danke. Aber im letzten Absatz deines Zitats steht auch folgendes: (5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.

Also ist der Zwang zur getrennten Haushaltsführung wohl grundsätzlich zulässig... Schöner Mist.

Davon abgesehen glaube ich, dass es an anderen Orten Deutschlands ebenfalls genügend Erwerbslose gibt. Als ob es da Sinn hätte, einen auch gedacht...[/color]weiteren hinzuschicken *aufreg* Genau das hab' ich auch gedacht...
:dampf:

Aber in Absatz 4 steht auch:

Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

Arwen
 
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Arwen meinte:
Aber in Absatz 4 steht auch:

Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

Arwen

Eben... und wenn man dann noch mit seinem Arzt sprichjt und der zustimmt, daß ein Umzug für die Frau zur Zeit nicht zumutbar ist, weil...

schon könnte man wieder beruhigt schlafen!

Gruß aus Ludwigsburg
 

Arwen

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schon könnte man wieder beruhigt schlafen!

Und damit Vierkorn das bald wieder gut bzw. etwas besser kann... was spricht dagegen, wenn Du's Dir bei Deinem nächsten Arztbesuche mit attestieren lässt, Vierkorn? Ich würd's schon jetzt machen lassen, damit Du nicht in die Bedrouille kommst von wegen "oh, so kurz vor Antragsabgabe... seltam"... da wird der Arzt schon etwas schreiben bzgl. Erhaltung des sozialen Umfelds, Nähe zum Partner, Hilfe im Haushalt etc. pp.; gerade bei einer psychischen Erkrankung ist das doch wesentlich.

Und weißt Du was? Du schreibst ja eventuell müsst Ihr AlgII beantragen... eventuell ist soooooooo :hug: unsicher... ich drück' Euch auf jeden Fall die Daumen, dass nicht!

Gruß von Arwen
 

egjowe

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von wann bis wann war dein mann denn dort (600 km entfernt) beschäftigt ?
war er denn in den letzten 2 jahren 360 tage lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt ?
 

Seebarsch

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Zumutbarkeit

Die Zumutbarkeit für Alg 2 Bezieher richtet sich nach § 10 SGB II.
Dieser ist viel schwammiger als die Regelungen des SGB III!
:?
 

Arwen

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Re: Zumutbarkeit

Seebarsch meinte:
Die Zumutbarkeit für Alg 2 Bezieher richtet sich nach § 10 SGB II.
Dieser ist viel schwammiger als die Regelungen des SGB III!
:?

Ich sagte "evtl." ... und das ändert auch nichts daran, dass ich in anderen Foren gelesen habe, dass sich viele ArGen daran orientieren und vor allen Dingen:

Was hilft Deine Aussage jetzt Vierkorn?!

Gruß, Arwen

@ egjowe: Er hat ja die Stelle nie angetreten, wie sie schreibt und er ist gerade erst arbeitslos geworden.
 

egjowe

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@ arwen

vierkorn hat geschrieben:
Vor etwa anderthalb Jahren war mein Mann (der damals noch nicht mein Mann war) bereits einmal auf Hartz IV angewiesen, und er wurde genötigt, sich in einem mehr als 600 km entfernten Ort zu bewerben. Kann das Arbeitsamt das jetzt immernoch verlangen, wo wir verheiratet sind?

meine frage galt der vergangenheit, nicht der gegenwart.
 

Arwen

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Ja, egjowe, das weiß ich, dass Deine Frage den Vorfall damals betraf. Sie sagt ja auch dazu:
Naja. Als man ihn vor anderthalb Jahren wegschicken wollte, handelte es sich dabei um eine Stelle, die er - mit Logik betrachtet - ohnehin nie bekommen hätte. Es hatte rein gar nichts mit seiner Qualifikation zu tun und es war eigentlich klar, dass diese Firma ihn niemals nehmen würde, nichtmal geschenkt...

Gruß, Arwen
 
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