Trennung vom Ehegatten - wie jetzt vorgehen?

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MamamitHerz

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Hallo,

ich möchte mich von meinem Ehegatten trennen und mich davor weitesgehend vorbereiten, was alles auf mich zukommt.
Fakten:
- 8 gemeinsame Kinder zwischen 7 Monaten u 13 Jahren
- er ist Arbeitnehmer, ich bin Hausfrau
- stehen beide im Mietvertrag
- ich bekomme Wohngeld u KiZ

Ich weiß, dass ich erst H4 beantragen kann, wenn er oder ich eine neue Wohnadresse angeben kann. Da würde ich aber wohl auf Granit beißen. Eher zieht er in den Garten in die Laube oder zu seinen Eltern. Ich hätte es den Kindern zuliebe sehr sehr gern ohne Rosenkrieg über die Bühne gebracht, doch das scheint mir fast aussichtslos.
Was wären meine 1. wichtigsten Wege, die ich erledigen muss?
Ich danke schonmal für eure Hilfe,
Steffi
 

Hartzeola

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Hallo,

Was wären meine 1. wichtigsten Wege, die ich erledigen muss?

Du gehst zum Finanzamt (oder Bürgerbüro, je nach Ort) und gibst eine Getrenntlebenderklärung ab. Mit dieser kannst Du beim JC anfangen.

Das Trennungsjahr kann man auch u.U. in einer gemeinsamen Wohnung verbringen, was allerdings nicht empfehlenswert wäre.
 

Badener

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Hallo,
ich würde zuerst zu einem Anwalt gehen!
Dann muss geklärt werden wer mit wem (Kinder?) in der gemeinsamen Wohnung bleiben "darf" wer das Auto (bis auf weiteres hat) normalerweise ist das die Frau mit den Kindern.
Wenn das geklärt ist würde ich aufs Amt gehen und einen Antrag stellen bzw. mich beraten lassen (insbesondere wenn zukünftiger Harz4 Bezieher umziehen muss/will)
Dann muss sich der (schreibe jetzt mal so rum (alternativ die Frau) eine neue Wohnung suchen.
Eigentlich muss der, der verdient Unterhalt zahlen (u.a. die hälftige Mieter weiter)
Viel Glück!
 

Doppeloma

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Hallo MamamitHerz, :welcome:

ich möchte mich von meinem Ehegatten trennen und mich davor weitesgehend vorbereiten, was alles auf mich zukommt.

Dazu kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen, du solltest einen Anwalt aufsuchen (Beratungs-Hilfeschein beim Amtsgericht solltest du dafür bekommen können) und offiziell die Scheidung einreichen.

Das Trennungsjahr werdet ihr wohl "irgendwie" überstehen müssen (notfalls auch in einer gemeinsamen Wohnung), denn man wird es wohl noch nicht als "bereits abgelaufen" akzeptieren, wenn das jüngste gemeinsame Kind gerade erst 7 Monate alt ist.

Habe das selber damals so gemacht aber ich konnte schon angeben, dass Trennungsjahr wäre bereits vorbei (zumindest aus meiner Sicht), ich wusste aber auch schon, dass mein "EX" das ganz anders beurteilen wird.

Er "wollte" noch nach 3 Jahren (eigentlich) nicht geschieden werden, da habe ich mit unserer Jüngsten schon lange gar nicht mehr dort gewohnt. :icon_evil:
Wir hatten allerdings nur 2 Kinder, die Große war schon Volljährig und die Jüngere wäre auf keinen Fall freiwillig bei ihm geblieben mit damals knapp 15 Jahren.

Fakten:
- 8 gemeinsame Kinder zwischen 7 Monaten u 13 Jahren

Das ist natürlich bei euch eine ganz andere Ausgangsbasis, zumal er wohl annehmen dürfte du KANNST es gar nicht "ernst meinen", weil du (auch) von seinem Einkommen abhängig bist aktuell.

Zumindest eine gewisse Trennung innerhalb der Wohnung solltest du also versuchen "anzustreben" und nicht mehr im gemeinsamen Schlafzimmer nächtigen, nicht für ihn mit einkaufen, keine Wäsche mehr für ihn waschen usw.

- er ist Arbeitnehmer, ich bin Hausfrau

Aktuell wirst du diese Trennung beim zuständigen JC wohl zusätzlich mit dieser benannten oben Bescheinigung nachweisen müssen, damit kenne ich mich nicht so genau aus, denn Hartz 4 gab es damals bei uns noch nicht.

Ich habe dann beim Jugendamt den Unterhalt für unsere Tochter festlegen lassen (hatte Zugriff auf seine Einkommens-Unterlagen) und bekam einen einklagbaren Unterhalts-Titel, der ihm dann auch zugestellt wurde.

Das hat zumindest bei ihm genug Wirkung gehabt, dass er dann den Kindesunterhalt relativ regelmäßig gezahlt hat, als wir (recht schnell) ausgezogen waren aus dem gemeinsamen Wohneigentum in eine Sozial-Wohnung.
Von alleine wäre er darauf vermutlich auch nicht gekommen, dass er dazu nun verpflichtet sein könnte ...

Ich selbst habe auf "Trennungs-Unterhalt" verzichtet, weil ich dann über eine Umschulung bald wieder eigenes Einkommen hatte aber in deinem Falle dürfte auch darüber nachzudenken sein, das ist natürlich von der Höhe seines Erwerbseinkommens abhängig.

Vorrang hat da immer der Kindesunterhalt soweit er vom Jugendamt als finanziell "Leistungsfähig" geprüft wurde.
Mach da "Nägel mit Köpfen" von Beginn an, gerade die JC möchten dazu schriftliche Unterlagen sehen und nichts von "privaten Vereinbarungen oder gar Verzichten hören" ... :icon_evil:

- stehen beide im Mietvertrag

Ist ja so üblich als Ehepaar, ich nehme mal an diese Wohnung ist der Kinderzahl angemessen groß und so wird er wohl irgendwann ausziehen MÜSSEN, auch dann wenn ihm das nicht passt, kann er vom Familiengericht dazu "verurteilt" werden.

Der Mietvertrag muss dann beim Vermieter geändert werden, spätestens nach seinem Auszug sollte das auch kein (rechtliches) Problem mehr darstellen.

- ich bekomme Wohngeld u KiZ

Das könnt ihr aktuell nur gemeinsam beziehen, denn sein Einkommen wird ja dafür überall eingerechnet, mag sein, dass es auf deinen Namen läuft (was ich mir kaum vorstellen kann wenn ER der Verdiener ist aktuell) ... aber völlig OHNE eigenes Einkommen bekommt man meiner Kenntnis nach weder das Eine noch das Andere.

Achte auch auf die rechtzeitige Konten-Trennung, sofern das nicht schon getrennt ist und welches Geld auf welches Konto geht (wer hat die Macht darüber, dass es so bleibt ???), da kann man viel manipulieren wenn "Mann" nicht so will wie Frau sich das denkt.

Mein "EX" hatte plötzlich ein neues Konto (auf dem sein gesamtes Geld eingegangen ist) zu dem ICH keinen Zugriff hatte, das "gemeinsame Konto" (wo alles monatlich abgebucht wurde an Verpflichtungen) blieb irgendwann LEER , ich konnte also kurzfristig weder Einkaufen noch sonst irgendwie an Geld kommen ... :icon_neutral:

Es kam nur noch das Kindergeld für unsere Tochter auf dieses Konto, der Rest wurde aus dem Dispo "bezahlt" soweit bis der auch ausgereizt war.
Bekam zu der Zeit (arbeitslos /krank) auch kein Geld mehr vom Arbeitsamt (Arbeitslosen-HILFE) "weil er ja genug verdient" (ALGI war schon abgelaufen) wurde mir abgelehnt ...

Ich weiß, dass ich erst H4 beantragen kann, wenn er oder ich eine neue Wohnadresse angeben kann.

Das ist also nicht korrekt, du kannst durchaus schon ALG II beantragen und bekommen wenn er noch in der gleichen Wohnung wohnt, du MUSST diese Trennung nur glaubwürdig genug belegen können.

So lange er dort noch wohnt MUSS er seinen Anteil an der Miete auch weiter bezahlen, das wird man dir dann weniger zahlen.

Da würde ich aber wohl auf Granit beißen. Eher zieht er in den Garten in die Laube oder zu seinen Eltern.

Wo immer er hinziehen würde wenn er diese Wohnung verlässt, kann dir eigentlich völlig EGAL sein, er muss sich überall (nach einer gewissen Zeit als "Besucher") offiziell polizeilich anmelden, ob es ihm passt oder nicht, sonst macht er sich strafbar.

Vielleicht macht ja "Mama" dann seine Wäsche und kocht ihm was wenn du das NICHT mehr machst ... :idea:

Ich hätte es den Kindern zuliebe sehr sehr gern ohne Rosenkrieg über die Bühne gebracht, doch das scheint mir fast aussichtslos.

Das glaube ich dir gerne aber den Kindern wäre wohl am schnellsten geholfen, wenn ER diese Wohnung bald verlässt, um nicht mitten in euren Trennungs-Streit zu geraten.

Das dürfte auch für ALLE öffendlichen Stellen wohl die "bessere Lösung" sein, denn du wirst mit deiner Kinderschaar sicher so schnell keine andere (bezahlbare) Wohnung finden können.

Hier solltest du auch die Hilfe des zuständigen Jugendamtes in Anspruch nehmen, es ist nicht falsch um Hilfe zu bitten in so einer schwierigen Situation und die können viel tun wenn sie "das Kindeswohl" gefährdet sehen sollten, weil der Vater dort "keine Ruhe gibt" ...

Und bezahlbar (angemessen) muss sie sein, damit das JC dann die KdU (Wohnkosten) auch komplett übernehmen muss ... Wohngeld und KI-Zuschlag dürften sich dann erledigt haben, das gibt es nicht (mehr) bei Voll-Anspruch auf ALGII.

Ich habe damals gute Erfahrungen gemacht mit unserem örtlichen Jugendamt, so waren die auch schon gut informiert und vorbereitet als es dann später um die Sorgerechtsfrage und das "Aufenthaltsbestimmungsrecht" ging.
Denn mein "EX" meinte plötzlich ganz dringend auf unsere Tochter (möglichst ALLEINE) aufpassen zu müssen (was er bis dahin auch gerne mir überlassen hatte), wenn ich dann bald in die Umschulung gehen werde.

Dabei hätte er nicht mal mitbekommen wenn sie die Schule geschwänzt hätte ... er war schon lange vor Schulbeginn aus dem Haus und kam erst spät abends wieder nach Hause.

Es gab dann ein Gespräch zusammen mit meiner Tochter beim Jugendamt und man konnte sich nicht erklären, wovor mein (noch) Ehemann meinte sie bewahren zu müssen, zumal ihre große Schwester in der Nähe (unserer neuen Wohnung) wohnte und sie gut betreuen wollte, falls sie mal Probleme hätte während meiner Abwesenheiten durch die Umschulung.

Zur Scheidung blieb es in unserem Falle dann beim gemeinsamen Sorgerecht, sie war ohnehin bald danach Volljährig.

Ist mit deiner Situation natürlich nicht vergleichbar, ich wollte dir damit nur etwas die Scheu vor dem Jugendamt nehmen, die können auch sehr hilfreich sein und haben (in der Regel) kein vordergründiges Interesse den Eltern die Kinder "weg zu nehmen". :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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