Trauen sich Sachbearbeiter des Jobcenters weniger gewisse rechtliche Grenzen zu überschreiten, wenn sie wissen, daß man sich wehrt? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

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Gelöschtes Mitglied 68786

Gast
Hallo

Ich wollte im allgemeinen mal eure Meinung hören,

denn ich habe den Eindruck das man beim Jobcenter hauptsächlich/ eher bei den Arbeitslosen rechtliche Grenzen überschreitet ( Kontoauszüge für 6 Monate beim Weiterbewilligungsantrag ohne Grund statt 3 Monate, EGV Vertragslaufzeit für 4 Jahre statt 6 Monate, Sanktionen ohne Anhörungsbogen usw.) bei denen man merkt das sie sich nicht dagegen wehren...

Ist mein Eindruck da richtig oder täusche ich mich? was meint ihr?
 

Uhus

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Bei formalen Sachverhalten, die von der Geschäftsführung oder Teamleitung vorgegeben werden, macht es keinen Unterschied, was zunächst von den Arbeitslosen gefordert wird.

Ansonsten ist schon zu beobachten, dass "Kunden", die sich wehren, durchsetzungsstark sind, die intellektuell und juristisch auf einem gewissen Niveau angesiedelt sind, von den Angestellten der Jobcenter/Arbeitsagenturen oftmals besser behandelt werden resp. nicht so dreist verarscht werden, wie es sonst oft der Fall ist.

Merke: Wer eh schon am Boden liegt, auf dem trampeln viele Vollstrecker des SGB II und III oftmals erst richtig rum. Es gibt aber durchaus auch menschliche Angestellte dieser Behörden, die ihre Entscheidungsspielräume zugunsten der Arbeitslosen ausnutzen. Die Masse macht wohl einfach stur und emotionslos das, was man "Dienst nach Vorschrift" nennt, wobei die interne Weisungslage für sie faktisch meist über dem Gesetz steht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Uhus

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Yannic2019 meinte:
Meine Fallmanagerin z.b. mag mich..das habe ich daran gemerkt das sie mir bei jedem Termin sagt sie würde am liebsten noch paar Stunden mit mir Reden aber sie muss mich jetzt leider wegschicken..
Vielleicht steht sie ja auf dich? :love:
 

Allimente

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Ich kann da nur von mir und meiner Frau reden. Bei uns war es so, dass SB nach massiver, rechtskonformer Gegenwehr vorsichtiger geworden ist und wohl auch keinen Bock auf zusätzliche Arbeit hat. Wobei ich denke, dass man da einen gesunden Mittelweg finden sollte. Es kommt sicher auch immer individuell auf die Situation und auf den SB an.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68786

Gast
Vieleicht steht sie nur noch weniger auf die, die danach kommen und sich nicht benehmen können....

Das kann natürlich auch sein...
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Vielleicht steht sie ja auf dich? :love:

Hm naja auch Sachbearbeiter sind nur Menschen und ich denke man wird unteranderem auch dann besser behandelt wenn der Sachbearbeiter einen Mag..
 

Werktätiger

Neu hier...
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Vielleicht steht sie ja auf dich? :love:
Mich hat mal eine privat in der Stadt abgefangen und gefragt, ob sie mit mir reden könne.

Als ich auf eine Anhörung mit Sachkenntnis reagierte und mich gegen die Anrechnung von Zinserträgen aussprach, kam der (korrekte) Erstattungsbescheid per Einschreiben, was sonst nie der Fall war.
Ähnlich als ich mich vor Jahren mal gegen eine falsche EGV wehrte.
 

Fabiola

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Merke: Wer eh schon am Boden liegt, auf dem trampeln viele Vollstrecker des SGB II und III oftmals erst richtig rum.
Für mich sind diese Vollstrecker nichts anderes als die Erfüllungsgehilfen aus vorvergangenen sehr dunklen Zeiten. So genannter "Dienst nach Vorschrift" um sich nachträglich rein waschen zu können. Die Obrigkeitshörigkeit ist trotz deutscher dunkler Vergangenheit scheinbar wie ein Herpesvirus nicht ausrottbar.
Es gibt aber durchaus auch menschliche Angestellte dieser Behörden, die ihre Entscheidungsspielräume zugunsten der Arbeitslosen ausnutzen.
Und das ist die gute Nachricht. Diese Menschen gab es auch in erwähnter 'dunklen Zeit'. Die andern o.e. waren aber leider in der Überzahl und so nahm das dunkle deutsche Schicksal seinen Lauf. Die erwähnten 'menschlichen Angestellten' gerieten dann ebenso in die Vernichtungsmaschinerie.
Heute ebenso durch Entlassungen oder Verweigerung der Vertragsverlängerung.

Die viel gepriesen Aufarbeitung hat es bis heute nicht geschafft, die Wurzeln des damaligen Übels wirklich zu benennen. Solange das nicht geschieht, sind die meaculpa und Beweihräucherungen innerhalb der alljährlichen hochkarätig besetzten Dunkle-Zeit-Veranstaltungen halbherzige Buß- & Betveranstaltungen, die auch nur der Reinwaschung dienen, sich aber scheinbar scheuen sich den wirklichen Wurzel des 'Problems' zu stellen. Zumindest im politischen Raum.

Nach meinem Empfinden sind die Wurzeln in der schwarzen Pädagogik und der daraus resultierenden (preussischen) Obrigkeitshörigkeit zu finden.

Viele Sachbearbeiter haben noch eine Erziehung 'genossen', die sie entsprechend indoktriniert haben. Es ist also Glücksache, an wen man gerät. Das dürfte so aber nicht sein. Sachbearbeiter sollten vor ihrem Einsatz einer fundierten Schulung unterzogen werden mit entsprechender 'Umerziehung' zu humanistischen Werten.
Diese Einsicht ist scheinbar nicht vorhanden oder sogar gar nicht gewollt ...
Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn die SB des/der JC, AfA etc. teils so grottenschlechte Arbeit auf Kosten der Jobsuchenden leisten.

Ich breche meinen Monolog hier mal ab, damit es nicht allzusehr OT wird ...obwohl es zum Verständnis des Themen'problemes' ja auch passt.
 

Larsson

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Manche SB denken es sitzen ihm Schmarotzer gegenüber.
Manche Elos denken es sitzt ihnen ein Wolf gegenüber.
Die schlechten Erfahrungen, die in Foren gepostet werden sind nicht repräsentativ.
Trotzdem gruselig, was manch ein SB sich versucht herauszunehmen.
 

Heidschnucke

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Ich meine viele Sachbearbeiter geben den Druck nur weiter, und schlagen noch ein drauf um sich ins rechte Licht zu setzen, und um Ihre Arbeit gegenüber einen Vorgesetzten zu rechtfertigen, Schlussendlich sind sie auch nur Arbeitnehmer und letztes Glied in Ihrer Nahrungskette. Und wir kennen auch das Sprichwort, wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.

Weiterhin möchte ich die These aufstellen, das viele SB durch Arbeits-/ Dienstanweisung dazu angehalten werden gegen geltendes Recht zu verstoßen, besonders bei den Kommunen (wir wissen alle, das die gern Ihre eigenen Gesetze und Verordnungen machen), denn jeder Cent der da nicht ausgegeben wird fließt in das Stadtsäckel.

Bei uns im JC wird z.B. massiv bei den KdU getrickst. Es geht pro Jahr um einen dicken 6 stelligen Betrag! (über 600‘000,00 €) Und der Leiter des Amts hat auf einer Kreistagssitzung dieses auch öffentlich zu gegeben, und mit den Worten kommentiert, der Leistungsempfänger können ja dagegen klagen! (Das Protokoll liegt mir vor und ist öffentlich und auch im Internett einsehbar!)

Ich Klage dagegen und warte nun schon das vierte Jahr auf ein Urteil (!) ich habe allein schon zwei Jahre damit verbracht geforderte Untersuchungen und Atteste beizubringen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68786

Gast
Also was ich an den Gesetzesgebungen fürs SGB2 teilweise auch so gaga finde ist auch..

z.B. bei dem WBA

"Die Leistungsabteilung kann Kontoauszüge verlangen für 3 Monte aber sie muss nicht" und dazu dann eben noch der Aspekt das die Vorgaben der Bundesagentur fragwürdigerweise nicht unbedingt was mit den geltenden Gesetzen zutun haben aber dennoch tut der Staat dagegen nichts, sicher warum auch irgendwie muss man sich ja seine Arbeitssklaven sichern.

Also wenn es nach den Vorgaben der Bundesagentur geht dann soll man ja mittlerweile beim WBA die Kontoauszüge der letzten 6 Monate vorlegen, die einzig logische Erklärung die ich dafür habe ist dass sie die Auffassung vertreten der Bewilligungszeitraum hat sich verdoppelt also darf auch das doppelte an Kontoauszügen verlangt werden.

Das ist allerdings ein Logikfehler denn an den Gesetzesgebungen bezüglich der Monatshöhe der Kontoauszüge beim WBA hat sich nichts geändert.

Ich frage mich immer was können Menschen gegen diese Schikane tun wenn grundlos Kontoauszüge für die letzten 6 Monate verlangt werden beim WBA?

Und warum müssen manche seit mehreren Jahren keine Kontoauszüge vorlegen beim WBA und andere werden permanent gefragt?
 

Matt45

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Ganz ehrlich: Die Kontoauszüge sind für mich eher ein kleines "Problem". Dies interessiert mich eher weniger.
Ich finde viel schlimmer: Sinnlose Maßnahmen, EGV, Niedriglohnsektor....

Zurück zum Thema: Wer mehr seine Rechte kennt und wahr nimmt, wird dementsprechend auch mehr ernst genommen beim Amt.
Gleiches gilt auch verstärkt im Arbeitsrecht. Jeder sollte halbwegs seinen Arbeitsvertrag kennen und ein gewisses "Basiswissen" beherbergen.

Wenn ein "Kunde" im Amt allerdings nur auf Streit ist bzw. "provoziert" wird es dadurch nicht besser.

Mein Eindruck.
 

Maximus Decimus

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Weiterhin möchte ich die These aufstellen, das viele SB durch Arbeits-/ Dienstanweisung dazu angehalten werden gegen geltendes Recht zu verstoßen, besonders bei den Kommunen (wir wissen alle, das die gern Ihre eigenen Gesetze und Verordnungen machen), denn jeder Cent der da nicht ausgegeben wird fließt in das Stadtsäckel.
Hast du dafür eine Quelle oder kannst es aufgrund eines Haushaltsplans beweisen? Wie wird das haushaltsmässig bei den Kommunen behandelt? Kannst du das mal ein wenig erläutern insbesondere wieviel Cents in den Stadtsäckel fliessen?
 

Kerstin_K

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Ich denke schon, dass man sich wehren sollte und grenzen setzen. Manchmal hilft das, alzu übergriffige SBs zur Räson zu brringen.

Das wirkliche Problem ist aber ein anderes: Wir müssen gesellschftlich wieder da hinkommen, das Menschen, die Sozialleistungen in Anspruch nehmen, egal ob das ALG I, II, Leistungen aus dem SGB XII, Krankengeld oder irgend eine Rente ist, nicht mehr als Schmarotzer behandelt werden, die nur eine Belastung für die Allgemeinheit sind (Letztlich trifft dies auch auf alte Menschen zu, auch wenn das nicht so offen gezeigt wird wie bei Arbeitslosen.), wir müsse da inkommen, dass wir ein soziales Sicherungsnetz haben und dass diese Menschen das Recht haben, dieses soziale Sicherungsnetz in Anspruch zu nehmen.

Wir müssen als Gesellschaft entscheiden, wieviel soziale Sicherung wir uns leisten können und wollen. Und dann muss dieses Soziale Sicherheitsnetz so umgestaltet werden, dass es finanzierbar ist. Dass wir dann zur Verwaltung deses Netzes vernünftig ausgebildetes Personal brauchen, dass der Pflicht zur Beratung auch nachkommen kann, versteht sich von selbst.

Das Grundproblem ist doch, dass alle politischen Entscheidungen und Gesetze mit der heissen Nadel gestrickt werden. Da ist nichts nachhaltig zu ende Gedacht, da wird nur auf schnelle, kurzfristige Effekte gesetzt.

Beispeiel der Niedriglohnsektor: Auf den ersten Blick toll. die Arbeitgeber werden entlastet, mehr Menschen kommen in Arbeit, Deutschland wird international konkurrenzfähiger, was die Arbeitskosten betrifft. Aber auf den 2. Blick? Die Sozialkassen weden stärker belastet, weil mehr Menschen nicht mehr von ihrer Arbeit leben können, sondern aufstocken müsssen. DIese Menschen bekommen später dann auch weniger Rente und verbleiben im Sozialleistungsbezug. Dazu kommt; Wer weniger verdient, zahlt auch weniger Sozialleistungen und Steuern, kann weniger konsumieren.....
 

grün_fink

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Ich kenne alles bzw. habe von allem gehört.
Von Leuten, die wenn sie sich gewehrt haben, dann Respekt bekommen haben, oder auch noch mehr drangsaliert wurden.
Von zurückhaltenden Leuten, die Hilfe bekamen, die in Maßnahmen gesteckt wurden, die profitierten oder auch nicht.
Wohin die Tendenz geht, kann man dann in der Literatur lesen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68703

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Wir müssen gesellschftlich wieder da hinkommen, das Menschen, die Sozialleistungen in Anspruch nehmen, egal ob das ALG I, II, Leistungen aus dem SGB XII, Krankengeld oder irgend eine Rente ist, nicht mehr als Schmarotzer behandelt werden, die nur eine Belastung für die Allgemeinheit sind
Das wird nix.

Nur ein gütiger Gott verhindert, daß dieses Forum der Allgemeinheit bekannt wird. Sollte sich das jemals ändern, können die hier Beteiligten einpacken.
"Soziale Phobien" - kannste gleich vergessen. Dafür gibt es im wirklichen Leben keine Sympathie.

Ich kann dies nicht, ich kann jenes nicht...
Interessiert niemanden.

Ich will eine Rente (EM; EU), weil bei mir dies und jenes nicht mehr funktioniert...
Interessiert niemanden.

Es fehlt in diesem Forum gelegentlich der Blick nach Außen.
 

Mutter Beimer

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Ja, unser Buergermeister, Oberhaupt unserer Optionskommune z.B.
Er hat es uns sogar schriftlich gegeben, dass ihm zum Schutz der Mitarbeiter der Datenschutz praktisch egal ist.

Wir hatten uns nämlich beschwert, weil zwischen den Büros immer die Türen offen sind, so dass wir von Kunden deren Anliegen mitbekamen, und diese unsere Anliegen.
 

Kerstin_K

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Es fehlt in diesem Forum gelegentlich der Blick nach Außen.
Da muss ich dir widersprechen. Es gibt auch ausserhalb dieses Forums viele menschen, die sich für die sozislen Rechte ihrer Mitmenschen einsetzen, teils über die eigenen Kräfte hinaus. Ich kenne einige von ihnen sehr gut.

Wir müssen nur dfür sorgen, dass es mehr werden, viel mehr.
 

Woodruff

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Hallo Yannic2019,

denn ich habe den Eindruck das man beim Jobcenter hauptsächlich/ eher bei den Arbeitslosen rechtliche Grenzen überschreitet ( Kontoauszüge für 6 Monate beim Weiterbewilligungsantrag ohne Grund statt 3 Monate, EGV Vertragslaufzeit für 4 Jahre statt 6 Monate, Sanktionen ohne Anhörungsbogen usw.) bei denen man merkt das sie sich nicht dagegen wehren...
Was ist Dein Beweggrund dafür Meinungen zu hören?

Bist Du selber erwerbslos oder bist Du berufstätig bzw. hast Du eine Berufsausbildung (wie ist Dein Alter)?

Hast Du persönlich diese oben genannten Erfahrungen gemacht (bist also Betroffener)?

Wenn ja ,wie hast Du Dich gegen solche Grenzüberschreitungen gewehrt?

Kannst Du die Antworten auf Deine gestellte Frage für Dich selber nutzen?
 

Onkel Tom

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Was @Fabiola hier angerissen hat mit "Obrigkeitshörigkeit", kann ich durchaus unterstreichen.
Gerade das JC bis hin zur BA ist eine straff organisierte Hirachie. Der SB, der anbei die Schnittstelle
zum Erwerbslosen darstellt, wird von Kollegen und Vorgesetzten unterstützt, wenn Vorhaben nicht so
funzen, wie sie ausgemalt wurden.

Meine ehemaligen Erwerbslosenerfahrungen (2005-2016) haben gezeigt, das zwischen dem SB und dem
Erwerbslosen eine dicke Mauer steht.

Erwerbslose machen sich meistens auch Gedanken darüber, wie sie dem Teufelskreislauf entkommen
könnten. Oft kommen anbei sinnvolle Ideen heraus, wie sich Erwerbsloser weiterbilden könnte, um so
seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Diese dicke Mauer zwischen SB und Elo sorgt dafür, das Ideen des Elos weniger Berücksichtigung finden
und stattdessen mit Maßnahmen "beglückt" wird, die man aus Gefälligkeit schon x mal absolviert hat und
Erinnerungen einer mafiösen Erwerbslosenindustrie, sowie das "Wegparken" des Arbeitsuchenden
hervor rufen..

Meinen damaligen Schätzungen zufolge ist 1 SB von 10 gutmütig und fabriziert sinnvolles und 1 SB von 10
so drauf, wie man es nicht erleben mag. Die meisten gehen jedoch "autistisch" den Vorgaben ihrer
Teamleitung und den BA-Weisungen nach.

Sich gegen Absurditäten des SB / JC zu wehren lohnt sich meines Erachten immer und wenn es nur dazu
dient, sich als Erwerbsloser so zu outen, das SB merkt, das Mist es dann richtig Arbeit kostet, Konflikte
zu lösen..

Dieses ganze Umsetzungskonstrukt des H4-Syndrom ist :poop: ! Es fängt schon bei der Vergabepraxis zu
Ausschreibungen von Maßnahmen an. Wie im Sinne "geiz ist geil" unterbieten sich Erwerbslosenindustrielle
bei ihren Angeboten, die sooo toll klingen, jedoch in der Praxis oft zu dem, was sie auf Papier dem REZ so
versprochen haben, nicht mehr wieder zu erkennen sind..

Anbei wird viel von "Wir gehen auf den Teilnehmer individuell ein und blabla.." geworben. Schaut man jedoch
hinter den Kulissen, ist die Arbeit meist schon Richtung Fließbandarbeit ausgelegt, wo der Erwerbslose wie
ein Standardwerkstück "bearbeitet" wird.

Ist Elo nicht dazu bereit, sich standardisiert verarbeiten zu lassen, helfen knebelnde Zeilen, wie auf EGV
und Teilnahmevereinbarung kräftig nach.. Mitspracherecht des Erwerbslosen bleibt bei dem gegenwärtigen
Konstrukt voll auf der Strecke und das ist auch so gewollt.. Hauptsache die Statistik stimmt.

Wir sind zwar nicht auf dem Ponyhof a la wünsch Dir was aber das JC erst mal das Mitspracherecht und
die Entscheidungsfreiheit des Arbeitsuchenden massiv beschneidet, sehe ich als größtes Deaster.
Der Erwerbslose soll nicht gehört werden. Man tut nur so als ob und in der Schublade des SB lauert schon
die nächste Daumenschraube die den Erwerbslosen angelegt werden will.

Interesannt dazu, die diversen Erinnerungsprotokolle von JC-Besuchen zu vergleichen.. Dieses Thema
ist eigendlich überschaubar und berechenbar, nur weiß man gerade noch nicht, was SB in der Schublade
hat.. Anwendung schwarzer Pädagogik und Mürbe machen, machen den Weg frei den Erwerbslosen nur
zu fordern und teils auch fertig zu machen..

Plüschologische Gewalt lässt sich schwer nachweisen. Medien haben Außenstehenden das Bild von
"faulen Harzies" ins Gehirn gebrannt. Insbesondere RTL bedienen immer wieder solche Klischees, das es
sogar schon bei manchen SG-Richter als "allgemein sei es so" verinnerlicht wird.

Hmm, könnte man auch als Volksverhetzung verstehen und solang das nicht erkannt und analysiert ist,
wird sich das H4-Hamsterrad weiter drehen. Hoffnungen auf die Politik sind m.E. vergebens.
Betroffene sollten sich wieder treffen und ja.. Bildet Banden, wehrt Euch und werdet auf der Straße laut.

Solange es kein Terz bei den Verantwortlichen gibt, ändert sich auch nix außer das weiter Schritt für
Schritt H4 verschärft wird.

:unsure:
 
G

Gelöschtes Mitglied 68786

Gast
Was ist Dein Beweggrund dafür Meinungen zu hören?
Nun mein Beweggrund ist der dass ich mich quasi für den Fall der Fälle ich nenne es mal weiterbilden möchte damit ich nicht mit Schock blick vor meinem Sachbearbeiter sitze wenn mal wieder etwas ist.


Bist Du selber erwerbslos oder bist Du berufstätig bzw. hast Du eine Berufsausbildung (wie ist Dein Alter)?
Ich bin unter 25 und derzeit mehr oder weniger arbeitsunfähig ( Muss jedes halbe Jahr zum medizinischen Dienst)


Hast Du persönlich diese oben genannten Erfahrungen gemacht (bist also Betroffener)?
Ich habe schon die Erfahrung gemacht dass man mich in Maßnahmen steckt und nicht wusste wie man damit umgehen soll das ich nichts unterschreibe und ich habe schon erlebt dass meine Arbeitsvermittlerin mir eine EGV andreht die mehrere Jahre gültig gewesen wäre und das obwohl sie mich zum medizinischen Dienst geschickt hat, genau das stand übrigens auch in der EGV.

Also quasi das ich den Termin wahrzunehmen hab und so


Wenn ja ,wie hast Du Dich gegen solche Grenzüberschreitungen gewehrt?
Ich habe mich gegen die EGV gewehrt indem ich meiner Fallmanagerin gesagt habe dass ich das nicht unterschreiben werde und auf Bedenkzeit poche, sie hat mir daraufhin sofort einen ersetzenden Verwaltungsakt ausgedruckt, dem ich wiedersprach und zugleich schickte ich dem Sozialgericht auch etwas zu, der Verwaltungsakt wurde dann ganz schnell zurückgenommen.

Die EGV wäre in dem Fall auch mehrere Jahre gültig gewesen, ich hab manchmal den Eindruck sie testen so aus was man mit sich machen lässt und wenn sie bei der "EGV" schon merken dass du dich wehrst dann wirst du im Jobcenter meiner Meinung nach intern als schweriger Kunde makiert und man ist Vorsichtiger wie man bei dir agiert.

Zumindest kommt es mir so vor denn meine Arbeitsvermittlerin schaut seit dem Moment ganz genau dass sie nichts falsches sagt oder macht, sie hat dann als ich wieder mal n Termin bei ihr hatte noch bisschen versucht mir ins Gewissen zu reden aber keine Chance.

Ich bin auch so, ich lasse mir die Verbiseinträge zeigen und Ausdrucken und ich nehme die Fragebögen und was da noch so drin ist für den Medizinischen dienst mit und schicke sie auch selbst dort hin, also man kann schon sagen dass ich die Fallmanagerin ein bisschen in die Mangel nehme damit sie merkt dass sie mit mir nicht rumspringen kann wie sie will.

letztendlich zählt bei einem Termin nicht was sie mir erzählt sondern was im Verbis drin steht.


Kannst Du die Antworten auf Deine gestellte Frage für Dich selber nutzen?
Ja das kann ich super selbst nutzen, meine Fallmanagerin ist ja an-sich wirklich nett und fordert von mir immer ein dass ich ihr mehr Vertraue weil sie mir ja nichts böses möchte, ich sage ihr daraufhin immer dass ich ihr mehr Vertrauen schenken würde allerdings nicht solang ihr diese Knebelparagraphen im Nacken sitzen.[/QUOTE]

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