Totale Sozialkontrolle (1 Betrachter)

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Paolo_Pinkel

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Von IGNACIO RAMONET, 6. Mai 2009 -
Sogar wenn er allein ist, kann er nie sicher sein, ob er wirklich allein ist. Wo er auch sein mag, ob er schläft oder wacht, arbeitet oder ausruht, in der Badewanne oder im Bett liegt, kann er ohne Warnung und ohne Kenntnis beobachtet werden. Nichts, was er tut, ist gleichgültig. Seine Freundschaften, seine Zerstreuungen, sein Verhalten gegen Frau und Kinder, sein Gesichtsausdruck, wenn er allein ist, die Worte, die er im Schlaf murmelt, sogar die charakteristischen Bewegungen seines Körpers, alles wird einer peinlich genauen Prüfung unterzogen. (…) Er hat in keiner Hinsicht die freie Wahl.
(George Orwell, 1984)

Niemand kann mehr bezweifeln, dass wir alle beobachtet observiert und erfasst werden. Während eines Spaziergangs, auf dem Markt, im Bus, in der Bank, in der U-Bahn, im Sportstadium, in der Buchhandlung, auf den Straßen – stets schaut uns jemand durch die neuen digitalen Schlüssellöcher zu. Wir sind weltweit in den Maschen des Überwachungsnetzes gefangen, dem penetranten Blick der Satelliten aus dem Weltall ausgesetzt. Die Pupillen der Kameras überwachen uns still auf den Straßen. Das Echolon-System überprüft unsere E-Mail-Kommunikation und unsere Telefongespräche. (1) RFID-Chips auf den von uns erworbenen Waren erstellen ein Profil unseres Konsumverhaltens. (2) Jeder Gebrauch eines Computers, des Internets oder der Kreditkarte hinterlässt unlöschbare Spuren, die unsere Identität verraten, unsere Persönlichkeit, unsere Neigungen. Die einstigen Befürchtungen George Orwells, die uns so lange utopisch und fast schon paranoid vorkamen, haben sich bestätigt...(3)
hintergrund.de - Totale Sozialkontrolle

Gruss

Paolo
 

Clint

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Ich bestreite nicht, dass es die technischen Möglichkeiten gibt, ich glaube auch bestimmt nicht an Hemmungen sie zu benutzen und in bewußt gewählten Einzelfällen können sie sich ausgesprochen zerstörererisch auswirken. Aber mach dir nicht ins Hemd, flächendeckend ist das gar nicht verwaltbar, zumal, wie die Stasi demonstriert hat, man wissen muß, was und wen man eigentlich sucht.
Ich halte es deshalb für wesentlich, jeden Verstoß gegen die b ereits geltenden Datenschutzgesetze anzuzeigen, bei Verdacht mit der Daten-schutzbehörde des Bundeslandes Kontakt aufzunehmen, aber von 1984 sind wir weit entfernt und bei aller Qualität des Romans, wie die Überwachung dort funktionieren soll, ist mir nie klar gewesen. Eigentlich braucht es im Roman pro Person menschliche Auswertung rund um die Uhr, da Daten, die nicht geordnet und bewertet werden, einfach nur Schrott sind.
Ich habe zur Raf-Zeiten gegen Rasterfahndung demonstriert, ich kenne auch Leute, die betroffen waren, aber rein kriminaltechnisch hat sie lausig funktioniert, weil man halt nicht wußte, wie man rastern sollte und außerdem noch nicht mal ordentlich ausgewertet hat. Das hat die Wohnung meiner Bekannten nicht repariert, den Schock der WG und vor allem der Kinder braucht man nicht vergessen. Aber ich glaube, dass Leute die mit einem Tausendstel der Informationen, die heute theóretisch möglich sind, praktisch nicht umgehen konnten, heute erst recht überfordert sind. Es hat Opfer gegeben, es gibt auch heute Opfer und wenn man sich nicht kümmert, werden es auch mehr. Aber Panik ist nicht angesagt. Als Unterdrückungsinstrument taugt das alles nur sehr bedingt.
Elisabeth
 

fritzi

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... aber von 1984 sind wir weit entfernt
Ja, ungefähr 62 Jahre.

Eigentlich braucht es im Roman pro Person menschliche Auswertung rund um die Uhr, da Daten, die nicht geordnet und bewertet werden, einfach nur Schrott sind.
Was heute tatsächlich möglich ist, war vor vielleicht 20 Jahren schon nicht absehbar, geschweige denn zu Zeiten Orwells.
 

Ralf Hagelstein

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Lügendetektoren
Misstrauische Maschinen

Von Tina Klopp

Die Briten belauschen Sozialhilfeempfänger mit Lügendetektoren, um Betrüger zu jagen. Das funktioniert, allerdings aufgrund menschlicher Einfalt, nicht wegen der Technik
Quelle: Zeit online
 

Atlantis

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Die totale Sozialkontrolle gibt es nicht, der Amoklauf an der Schule in Winende währe auch nicht mit Sozialkontrolle zu Verhindern gewesen.
Mann wird den Mensch nie ganz kontrollieren können.
 
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