Tochter (36) wohnt mit 5 Kindern beim Vater (Rentner) in dessen Eigenheim, wie KDU beantragen?

Caye

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Ich würde wie empfohlen mich auch am KDU-Höchstsatz orientieren und diesen als Pauschalmiete ansetzen.

Das Geld, was davon für die laufenden Kosten draufgeht, ist steuerrechtlich ein "durchlaufender Posten" und muss nicht versteuert werden.
Was darüber hinaus noch übrig bleibt, kann in Modernisierungsmaßnahmen gesteckt werden - neue Heizung, Fenster, Dach... Das wiederum lässt sich steuerlich absetzen, so dass man da nichts versteuern muss.

Da die Rente vom Vater ja nicht hoch ist, besteht da im Haus sicher ein gewisser Bedarf.

Tochter und Steuerberater können dabei helfen, damit der Vater davor keine Angst haben muss.

Mit dem Mietvertrag (wie gesagt, Pauschalmiete, ohne jegliche Aufschlüsselung der NK) gehts zum Amt.
Da betont man, dass Vater und Tochter vollkommen getrennt wirtschaften und füllt die Anlage HG nicht aus.
Der Vater taucht im Antrag nur an zwei Punkten auf: Als Vermieter und im KDU-Bogen bei der Frage, ob weitere, nicht zur HG gehörende Personen im selben Wohnraum leben, als 1.

Wenn das JC irgendwas vom Vater will, Unterlagen oder so, nichts aushändigen und ans Forum wenden.
 

saurbier

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Also ich kann da Caye nur zupflichten.

Also wenn dein vater jetzt bereits 71 ist, dann dürfte sein Anrechnungsbetrag bei der Rente eh sehr gering sein, womit noch einiges an Luft für zusätzliche Einnahmen vorhanden sein dürfte.

Als Hauseigentümer könnte man es bei einer so geringen Rente auch so sehen das es positiv wäre hier ein paar Euro zusätzliche Einnahmen zu erhalten um erforderliche Reparaturen/Modernisierungen vornehmen zu können.

Warum sollte er sich da jetzt zurück halten und nicht das nehmen was andere Vermieter auch machen.

Also schau was in eurer Gemeinde max. für 6 Personen als KdU bewilligt wird und stellt den Antrag dazu.

Beim Fiskus stellt dein Vater dann allen Einnahmen die notwenige Reparaturen und Modernisierungen entgegen, genauso verhält es sich dann bei den nun ja zwangsweise erhöhten Nebenkosten. Das was da an möglichem Gewinn übbig bliebe kann man locker in Modernisierung stecken, womit für den Fiskus eben nichts bliebe.

Vom Alter der Kinder deiner Schwester mal ausgehend, dürfte diese ja wohl auf längere Zeit auf die Unterkunft bei deinem Vater angewiesen sein, oder findet man bei euch passenden Wohnraum für eine Mutter mit 5 Kindern für allgemein so geringe KdU wie sie vom JC in der Regel gezahlt werden.


Grüße saurbier
 

Caye

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Nicht alle nehmen/fordern immer das Maximale, was sie kriegen könnten. Manchen reicht auch das, was sie brauchen.
Der Vater bzw. das Haus brauchen das Geld mit Sicherheit.
Die Elterngeneration hat ihr Haus bis zur Rente abgezahlt, aber danach bleibt selten noch was für Modernisierungen übrig - wenns daran nicht sogar eh schon vorher hapert.
Vater und die Tochter mit fünf Kindern können (und wollen hoffentlich auch) locker noch mindestens 15 Jahre in dem Haus leben.

Das geht aber nicht, wenn ihnen das Haus unterm Hintern weggammelt.

Von Reparaturen rede ich hier ja noch nichtmal - was, wenn der Vater sich jetzt wirklich nur die Beteiligung an den NK zahlen lässt und dann die Heizungsanlage ihren Geist aufgibt? Das JC wird sich dafür nicht interessieren, es ist ja nicht das Wohneigentum der Tochter.
Wie soll der Vater dann diese Reparatur von seiner mickrigen Rente stemmen?
Klar, er könnte das Haus wieder mit einer Hypothek belasten, die er dann aber nicht abbezahlen kann.

Mit Pech muss dann ein oder zwei Jahre später eh eine fürs JC teure Wohnung für die Familie mit 5 Kindern her, weil das Haus verkauft werden muss.

Es wäre dumm, hier nicht wirtschaftlich zu denken und die Möglichkeit zu nutzen, das Haus langfristig zu erhalten.

Diesbezüglich würde ich übrigens auch über ein Testament nachdenken. Es gibt ja offensichtlich noch mindestens ein anderes Geschwister, aber man wird sich da hoffentlich in irgendeiner Form einig, dass die Familie mit den fünf Kindern das Haus sicher bewohnen kann, bis die Kids groß sind.
 

schwarzes-laemmchen

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Also ich kann da Caye nur zupflichten.

Also wenn dein vater jetzt bereits 71 ist, dann dürfte sein Anrechnungsbetrag bei der Rente eh sehr gering sein, womit noch einiges an Luft für zusätzliche Einnahmen vorhanden sein dürfte.

Als Hauseigentümer könnte man es bei einer so geringen Rente auch so sehen das es positiv wäre hier ein paar Euro zusätzliche Einnahmen zu erhalten um erforderliche Reparaturen/Modernisierungen vornehmen zu können.

Warum sollte er sich da jetzt zurück halten und nicht das nehmen was andere Vermieter auch machen.

Also schau was in eurer Gemeinde max. für 6 Personen als KdU bewilligt wird und stellt den Antrag dazu.

Beim Fiskus stellt dein Vater dann allen Einnahmen die notwenige Reparaturen und Modernisierungen entgegen, genauso verhält es sich dann bei den nun ja zwangsweise erhöhten Nebenkosten. Das was da an möglichem Gewinn übbig bliebe kann man locker in Modernisierung stecken, womit für den Fiskus eben nichts bliebe.

Vom Alter der Kinder deiner Schwester mal ausgehend, dürfte diese ja wohl auf längere Zeit auf die Unterkunft bei deinem Vater angewiesen sein, oder findet man bei euch passenden Wohnraum für eine Mutter mit 5 Kindern für allgemein so geringe KdU wie sie vom JC in der Regel gezahlt werden.


Grüße saurbier
Das werden wir so versuchen und den Höchstsatz angeben. Oh ja, das Haus ist alt und es gibt immer was zu tun.
Auf jeden Fall werden wir dann meinem Vater die Buchhaltung machen müssen und wirklich alles aufschreiben und Belege sammeln. Sicher ist sicher.
Und ich frag mal beim Steuerberater nach, was er rät, da wie gesagt, mein Vater noch nie eine Steuererklärung abgegeben hat. Ob wir das einfach mal so unter den Tisch fallen lassen oder uns regen bevor das Finanzamt sich meldet..
 

Caye

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Bzgl der Steuererklärung kommt es wohl drauf an, wie viel von der Miete nach Abzug der sowieso durchlaufenden Posten überhaupt noch übrig bleibt.

Mit seiner Rente ist dein Vater ja eh in einem Bereich, in dem er keine Steuern zahlen muss. Wenn der "Überschuss" durch die Miete so gering ist, dass klar ist dass das bei nur einer Reparatur eh draufgeht, lächelt das FA eh nur müde.
In solchen Fällen kenne ich es so, dass ein FA-SB, den man dazu fragt, antwortet, dass man ja verpflichtet sei ne Steuererklärung abzugeben... und man sich alle Nachweise gut aufheben solle. Und dabei vermutlich hofft, dass seine Botschaft, ihn nicht mit sinnloser Arbeit zu belästigen, angekommen ist. ;)

Wenn - was ich für euch hoffe - der Überschuss etwas höher ist, müsstet ihr wohl eine Steuererklärung machen und dabei halt drauf achten, den Gewinn spätestens am Ende des Jahres ins Haus zu stecken.
Für den Anfang ist da ein Steuerberater sicher sinnvoll, aber langfristig bekommt ihr das sicher auch allein hin.
Dafür müsst ihr das FA eigentlich auch jetzt noch nicht kirre machen.
 

dagobert1

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da wie gesagt, mein Vater noch nie eine Steuererklärung abgegeben hat. Ob wir das einfach mal so unter den Tisch fallen lassen
Das dürfte die schlechteste von allen Möglichkeiten sein.
Werden Einkünfte aus Untervermietung verschwiegen oder aber keine Steuererklärung abgegeben, gilt das als Steuerhinterziehung. Steuerstraftaten können bis 10 Jahre rückwirkend geahndet werden.
 

Caye

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Das setzt voraus, dass man tatsächlich Einkünfte hat.
Wenn der "Überschuss", der nach dem Abzug der laufenden Kosten noch bleibt, vielleicht bei 50€ im Monat liegt, ist ziemlich offensichtlich, dass das im Lauf des Jahres eh für unerwartete Kosten wie Klempner usw. draufgeht - mal ganz davon abgesehen, dass hier ja eh eine möglichst komplette Reinvestition geplant ist.

Im Zweifel ist man mit der Steuererklärung auf der sicheren Seite, aber wie gesagt... Meine Erfahrung ist, dass FA-SB in Fällen, in denen zwar eine theoretische Pflicht zur Steuererklärung gegeben ist, die Einkünfte aber offensichtlich so gering sind, dass ohnehin keine Steuern anfallen, versuchen dieser Arbeit aus dem Weg zu gehen.
 

dagobert1

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Und du hilfst der Familie, wenn die Steuerfahndung anklopft?
 

Caye

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Wie wärs mal mit Lesen? Brauchste da Nachhilfe? Oder ein Brillenputztuch?

Ich hab mehrfach geschrieben, dass die Steuererklärung der sichere Weg ist und betont, dass es sich um meine persönliche Erfahrung handelt, dass das Finanzamt wenig Interesse an einer Steuererklärung hat, wenn sowieso klar ist, dass da an Steuern nix rumkommt. Wo keine Steuern anfallen, kann man auch keine hinterziehen.
Von daher wird es das FA vor allem kaum jucken, dass der Vater bisher keine Steuererklärung gemacht hat, obwohl er dazu verpflichtet gewesen wäre. Das war glaube ich eine der Sorgen des TE.
 

dagobert1

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Von daher wird es das FA vor allem kaum jucken, dass der Vater bisher keine Steuererklärung gemacht hat, obwohl er dazu verpflichtet gewesen wäre.
Das wird sich mit Sicherheit ändern, wenn da Mieteinnahmen hinzukommen.

Wo keine Steuern anfallen, kann man auch keine hinterziehen.
Ob Steuern anfallen, entscheidest aber nicht du.
Und ob Ausgaben für das Haus im vorliegenden Fall steuerlich absetzbar wären, ist auch nicht sicher. Schließlich wohnt der Vermieter ja selber mit drin.
 

schwarzes-laemmchen

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So,
das Jobcenter will nur ein Schreiben von meinem Vater, dass sich meine Schwester mit 650 € an den Nebenkosten beteiligt, das wird genehmigt.
Der Höchstsatz wäre 738 € wenn es Miete wäre.
Die 650 € passen und reichen.
Den Steuerberater hab ich noch nicht erreicht aber ich denke das wird dann auch kein Problem sein.
Ich danke euch für eure Tipps
 
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