Tips zu ALG II und Bankkonto

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poldibaer

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Hi,

hiermal ein paar Tips zu ALG II und zum Bankkonto:

1. Banken oder Abbucher dürfen keine Rücklastschriftgebühren berechnen - das hat der Bundesgerichtshof zweimal klar und deutlich entschieden.

https://www.mdr.de/ratgeber/aktuelle-urteile/1891327.html

Leider halten sich viele Banken nicht dadran. Deshalb mit den im o.a. Link genannten Urteilen zur Bank gehen, denen vorlegen, und das Zurückbuchen der Rücklastschriftgebühren verlangen. Gleiches gilt für Abbucher, die einem diese angeblich entstandenen Gebühren in Rechnung stellen wollen - da solcherlei Gebühren rechtswidrig sind, sind sie auch den Abbuchern nicht entstanden, bzw. müssen die Abbucher diese Gebühren von ihrer Bank zurückverlangen.

2. Der kluge Erwerbslose zahlt nur per Überweisung und lässt niemanden abbuchen

Dies deshalb, weil man so eine bessere Kontrolle übers Konto hat und nicht so sehr Gefahr läuft, es zu überziehen. Wir raten in unserer Betreuung allen, für das Konto bei der Bank sofort eine Abbuchungssperre einrichten zu lassen (ist kostenlos) und den Abbuchern mitzuteilen, daß man ab sofort nur noch per Überweisung an sie zahlt. Wobei natürlich die Überweisungen dann auch pünktlich am Monatsersten rausgehen müssen, wenn die Kohle vom Amt da ist. Versicherungen und Stromlieferanten machen da gerne Ärger, auch Vermieter. Davon sollte sich niemand beindrucken lassen, ordentlich und pünktlich überweisen und dann beruhigen die sich auch wieder.

3. Der kluge Erwerbslose lässt niemals Geld auf dem Konto.

Dies deshalb, weil ein Gläubiger Geld vom Konto pfänden kann, auch, wenn es sich um eine Sozialleistung handelt. Sozialleistungen, wozu auch Kindergeld und Wohngeld zählen, sind stets binnen 7 (sieben) Tagen ab Eingang auf dem Konto komplett abzuheben und zu Hause sicher zu verwahren, denn ansonsten können diese Sozialeistungen nach Ablauf der 7 Tage auch gepfändet werden (§ 55 SGB I).

Man kann zwar, wenn man unpfändbar ist (gemäß der aktuellen Pfändungsfreigrenzentabelle zu § 850c ZPO) den Gläubiger dann wegen Mißachtung der gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen belangen - aber sowas dauert ewig und solange ist das Geld erstmal weg.

4. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - Kontoauszüge und Überweisungsbelege immer aufheben

Viele Leuten ziehen ihre Kontoauszüge am Automaten, gucken drauf, und schmeissen sie dann gleich bei der Bank weg, oder Zuhause. Kontoauszüge und die Überweisungsbelegkopien, die man sich beim Überweisungsvorgang übrigens stets von der Bank abstempeln lassen sollte, sollte man Zuhause in Aktenordnern geordnet nach Zeit und Belegnummer abheften und über Jahre hinweg aufheben. Viele machen zudem den Fehler, und heften die Überweisungsbelegkopien nicht zum passenden Kontoauszug - Auszüge und Überweisungsbelegkopien gehören immer zusammen, so daß man, wenn man Zahlungen nachweisen muß, nicht lange herumsucht. Rechnungen, die man überwiesen hat, kann man zudem ebenfalls in den Kontoauszugsordner direkt zur Überweisungsbelegkopie hinzuheften.

Es kann nämlich zum Beispiel passieren, daß nach Jahren ein Vermieter ankommt, und behauptet, man habe für einen bestimmten Monat keine Miete überweisen oder keine Nebenkosten bezahlt - hat man dann alle Belege zusammen, kann man problemlos nachweisen, daß man gezahlt hat, wenns so war...

Merke: Ordnung in allen Papieren ist im täglichen Leben eine Riesenhilfe. Wenn man selbst nicht weiß, wie man Belege und Papiere ordnet, kann man z.B. zu Erwerbslosen-Initiativen gehen, und sich dort alles zeigen und dabei helfen lassen

(Bei uns z.B. ist es für jeden, der zu uns kommt, Pflicht, seine Papiere in Ordnung zu haben und zu halten. Wir helfen einmal bei Ordnen, zeigen, wie das geht, und dann muß das künftig funktionieren, denn ansonsten lehnen wir die Hilfe ab. Ordnung muß sein, anders gehts nicht.)

P.
 

heuschrecke

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Ich kann nur empfehlen sich nach einem wirklich kostenlosen (oder mindestens fast) Konto umzusehen.

Ich war vorher bei der Cit*bank. Da hab ich jeden Monat knapp 10 Eur Kontoführungsgebühren abgedrückt.
Jetzt bin ich bei der Spard*-Bank. Da zahl ich NIX! NullKommaNIX!
Auch NIX für die EC-Karte oder Daueraufträge oder Überweisungen.

Einziger Nachteil: Man muss einmalig einen Anteil an der Bank erweben: Kostet glaub ich 51 Eur. Der wird jährlich verzinst (ca 5% glaub ich) und wenn man kündigt kriegt man es vollständig zurück.

Bei denen ist es auch egal, wie hoch das eigene Einkommen ist, beziehungsweise wie gering. Nicht wie bei Pos*bank und Konsorten mit 2000,-Eur Mindesteingang pro Monat.

Und das Coolste: Das ist 'ne Genossenschaftsbank. Das heisst die Kunden sind selbst die Eigentümer der Bank. Deswegen geht das mit dem kostenlos auch bloss. Denn sonst müssten ja stolze Gewinne an die Aktionäre bezahlt werden...

Sehr angenehm ist auch, dass die deutlich netter zu mir sind als in der Cit*bank, wo die mich immer von oben herab angeschaut haben so à la "der mit seinen paar Kröten, was will der denn schon wieder...".

So. Werbeveranstaltung beendet :mrgreen:
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rannseier

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heuschrecke meinte:
Einziger Nachteil: Man muss einmalig einen Anteil an der Bank erweben: Kostet glaub ich 51 Eur. Der wird jährlich verzinst (ca 5% glaub ich) und wenn man kündigt kriegt man es vollständig zurück.

Die Zinsen werden dir aber dann jedes Jahr abgezogen (5% von 51, wieviel war das wohl gleich? 25Cent? Die bekommst du dann im Januar weniger ALG II . Und den Freistellungsauftrag nicht vergessen..
 
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