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Test der Arbeitsbereitschaft - Zwang zum Erntehelfer?...

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Shelty

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#1
Hallo,

wollte eigentlich als Neuling nicht gleich mit meinem ersten Beitrag ein neues Thema eröffnen aber ich habe über die Suchfunktion nichts gefunden.

Und zwar wollte ich nur fragen, ob die Vermittler einen zwingen können, wenn auch indirekt, eine Stelle als Erntehelfer anzunehmen?

Bin noch ALGI-Empfänger, habe aber kürzlich meinen ALGII-Antrag gestellt...und genauso kürzlich kam nach ca. 6 Monaten ohne Stellenangebot der Arbeitagentur ein Anruf zwecks Stellenangebot als Erntehelfer....sehr aufällig! :kinn:
Nachdem dieses aufgrund 30 km Entfernung zum Arbeitsort und mangels PKW sich gleich wieder erledigt hatte, wurde mir von der netten Dame gleich eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch bezügl. `Stellenangebot als Erntehelfer` angekündigt, worauf heute gleich die entsprechende schriftliche Einladung kam.
Also so ein Engagement hätte ich mir die letzten 6 Monate gewünscht.

Aber das sind wohl die Vorboten des neuen HartzIV-Gesetzes zum Test der Arbeitswilligkeit von ALGII-Empfängern. Aber es hieß in der Informationsveranstaltung zum Einsatz im Erntebereich noch, das wäre alles freiwillig usw...

Ist das jetzt immer noch so (wegen Optimierungsgesetz), oder könnte sich die Ablehnung einer solchen Stelle für mich negativ auswirken bezüglich ALGII, weil mangelnde Arbeitsbereitschaft?

Ganz grundlos wäre meine Ablehnung ja nicht...denn eineinhalb Stunden Fahrtweg für eine 2monatige Stelle als Erntehelfer, ohne Aussicht auf Weiterbeschäftigung oder sonstige Integrierung in den Arbeitsmarkt... eine Stelle, die die Arbeitsagentur bei uns(Potsdam/Brandenburg) mit 25€/Tag bezuschusst, nur damit der Landwirt ja weiter seine Polenlöhne (3,80€ bei uns) zahlen kann um im Prinzip ein "Luxusprodukt", nämlich Spargel, weiter preiswert anbieten zu können...tut mir leid, aber das seh ich nicht ein. :hmm:
 

Arania

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#2
Ich fürchte das gehört wirklich schon zum Opti-Gesetz und das würde Sanktionen für Dich bedeuten wenn Du es ablehnst, das Gesetz soll ja zum 01.08. in Kraft treten
 

Arania

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#4
Vergiß aber nicht, da ändert sich jetzt etwas durch das neue Gesetz
 
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#5
Arania sagte :
Vergiß aber nicht, da ändert sich jetzt etwas durch das neue Gesetz
Aber erst zum 01.08.2006 - vorher nicht. Das gilt auch für das Problem von Shelty.
 

Arania

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#6
Shelty ist noch ALG I Empfänger, ich weiß ja nicht ob er erst zum 01.08 in ALG II kommt?
 

RobertKS

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#7
Hallo zusammen,

also die Geschichte mit dem Erntehelfer gibts bei uns auch und soweit ich weiss, ist das Angebot freiwillig, denn es kann ja niemand gezwungen werden das zu machen, der es - aus gesundheitlichen Gründen - nicht kann.Ich meine aber gelesen zu haben, das das jungen Arbeitslosen bis 25 Jahren angeboten wird??

Gruß Robert ;)
 

Arania

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#8
Das kann nicht stimmen, soviel ich weiß ist Catweazle auch schon etwas älter!

Natürlich kann man es nicht machen wenn man körperlich nicht dazu in der Lage ist, aber wenn man gesund ist wird es wohl schwieriger sein abzulehnen
 
E

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#9
Arania sagte :
Das kann nicht stimmen, soviel ich weiß ist Catweazle auch schon etwas älter!
Guten Abend Arania,

ich bin 46 Jahre jung. :mrgreen:
 

RobertKS

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#10
Hallo Arania,

Arania sagte :
Das kann nicht stimmen, soviel ich weiß ist Catweazle auch schon etwas älter!

Natürlich kann man es nicht machen wenn man körperlich nicht dazu in der Lage ist, aber wenn man gesund ist wird es wohl schwieriger sein abzulehnen
ich sagte auch nur "ich meine", weil ich mir nicht sicher war, da man mir das kaum anbieten wird, auf Grund meines Wirbelsäulenleidens.

Gruß Robert ;)
 

Vera....ter

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#11
Hallo, ich habe auch ein Wirbelsäulenleiden und kann manchmal kaum laufen und wurde zur Erdbeerernte geschickt !

Natürlich auch nicht freiwillig !
 

Shelty

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#12
Vielen Dank für die vielen raschen Antworten... :daumen:

Also ich komme ab Anfang Juni in ALGII.
Ich denke aber, dass das nicht so eine bedeutende Rolle spielt, ob das Optimierungsgesetz erst ab 01.08. kommt, die Einführungsphase dafür hat doch schon begonnen. Oder werden nur ALGI-Empfängern solche Ernte-Stellen angeboten?

Es steht natürlich nichts über Erntehelfer in dem Gesetz, nur "Sofortangebote" für Antragssteller von ALGII.
Aber die Frage ist doch, hat die Arbeitsagentur wirklich das Recht, mir sagen wir mal, das ALGII-Geld nicht zu bewilligen bei Ablehnung einer solchen "freiwilligen" Stelle. Ich konnte jedenfalls dazu nichts finden.

Ich meine, bei einer regulären Stelle wäre das selbstverständlich, aber das ist es ja nunmal nicht. Und im Endeffekt würde bei mir die Agentur sogar draufzahlen mit dem Lohnzuschuss von 500€/Monat, da ich keine Unterkunftskosten o.ä. beantragt habe, sondern nur ALGII-Geld(345€).
 

Arania

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#13
Ob die ARGE das Recht dazu hat wird im Zweifelsfall wohl wieder mal ein Gericht entscheiden müssen, möglich das sie es tut ist es auf jeden Fall
 

Shelty

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#14
So...um das Thema dann zu beenden, heute war ich zu meiner Einladung der Arbeitsagentur bezüglich "Stellenangebote im Erntebereich".
Hat ca. 2 min gedauert, war dieselbe nette Dame wie bei der Informationsveranstaltung und sie hat mir nur 2 neue Stellenangebote, diesmal für Erdbeeren oder Kirschen, vorgelegt.
Im Prinzip gings nur darum, vorher nur nochmal persönlich abzuklären, welche Angebote sie mir zuschicken soll und ob wohl überhaupt. Hab mir 2 rausgesucht, die nicht ganz soweit entfernt liegen wie die mit dem Spargel damals, und das wars schon. Ist ja nicht so, dass ich nicht arbeiten will.

Also ist für mich jedenfalls damit eindeutig klar, dass noch kein Zwang zur Arbeit auf dem Felde besteht...und warscheinlich auch nie wird.
Was sollen die Landwirte auch mit unmotivierten, permanent krankgeschriebenen und ständig verschlafenen Zwangsarbeitern. :mued:
 
E

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#15
Was sollen die Landwirte auch mit unmotivierten, permanent krankgeschriebenen und ständig verschlafenen Zwangsarbeitern.
Sie sollten sie motivieren! Und das läuft bei lohnabhängig Beschäftigten immer noch über eben diesen. Nur für ein Entgelt, das zum Leben nicht reicht, dürfte dies nicht möglich sein.

Und bitte, komm mir nicht mit, dann kann man die Kirschen/Erdbeeren nicht mehr bezahlen. Wie kann dann ein Spargelbauer bei 2 fehlenden Arbeitskräften von 2000,- € Verlust pro Tag sprechen? Ich nehme an, bei den Kirschen/Erdbeeren dürfte es sich um ähnliche Verlustquoten handeln.
Aber lieber läßt mann die Früchte am Baum vergammelnn, als dass echte Löhne gezahlt werden. :dampf:
 
E

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#16
Barney sagte :
Aber lieber läßt mann die Früchte am Baum vergammelnn, als dass echte Löhne gezahlt werden. :dampf:
Ich dachte gerade daran, wie ich als 16 jähriger in den Ferien bei der Obsternte geholfen hatte. Das ist jetzt 30 Jahre her. Damals bekam ich für die 6 Wochen 900,- DM, was wirklich nicht wenig war.
Aber man soll ja nicht der Vergangenheit nachtrauern.
 

Shelty

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#17
Genauso siehts aus...der beste Motivator ist immer noch das Geld...außerdem machen diese "Spargelkonzerne", bei uns Beelitz, ja die kleinen Bauern eh kaputt. Für die lohnt sich der Anbau doch garnicht mehr bei ´nem Kilopreis von 3-4 €...beim meinem Großvater wars genauso.
Ich versteh nicht, das die so subventioniert werden...das sind private Unternehmer!
 

eisbaer

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#18
Shelty sagte :
Bin noch ALGI-Empfänger, habe aber kürzlich meinen ALGII-Antrag gestellt...und genauso kürzlich kam nach ca. 6 Monaten ohne Stellenangebot der Arbeitagentur ein Anruf zwecks Stellenangebot als Erntehelfer....sehr aufällig! :kinn:
Nicht auffällig, sondern bewusst gewolltes System. Je mehr ALG-2-Empfänger auf der Strasse stehen, desto erpressbarer ist der, der noch in Arbeit ist. Da aber der, der noch in Arbeit ist, sich als der bessere Mensch fühlt, begreifen die meisten Menschen diesen Zusammenhang nicht, denn der noch in Arbeit Befindliche müsste in seinem eigenen Interesse sich auf die Seite der Arbeitslosen stellen und mit dafür kämpfen, dass deren Zahl sich verringert.
Mit der steigenden Zahl der Arbeitslosen sinkt nämlich dessen Wert seiner Ware Arbeitskraft.

Shelty sagte :
Also so ein Engagement hätte ich mir die letzten 6 Monate gewünscht.
ja aber die Politik wünscht das nicht. du sollst jetzt nur noch 12 Monate abgeparkt und dann zur Erpressung benutzt werden. Das ist der Zusammenhang und deshalb hast Du in den zurückliegenden Monaten keine Angebote gesehen.
 

Shelty

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#19
Habe zu diesem Thema noch ein perfekt passendes Zitat aus einem Bericht eines anderen Themas gefunden (Titel: Die unendliche Story von der Spargelernte verfasst am: 15.05.2006 12:49 )
...

Martin Behrsing sagte :
"Es ist sinnlos, unmotivierte Helfer zu schicken, die mit verschränkten Armen durch die Beete laufen", sagt Jürgen Knauff, Leiter des Arbeitsamtes Wedel. Gezwungen werde zum Spargelstechen niemand. Nur wer einen Job angenommen hat, ihn aber nicht antritt, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Ein Großteil lehne sofort ab - aus "gesundheitlichen Gründen".

Die Spargelfelder in Wedel zeigen: Die Gastarbeiterquote, ein Vorstoß von Vizekanzler Franz Müntefering (SPD), geht hier an der Realität vorbei. Ein Tariflohn von 5,72 Euro je Stunde ist offenbar nur für Arbeiter attraktiv, in deren Heimatländern geringere Löhne gezahlt werden. Ein Monat Spargelstechen, werktags sechseinhalb Stunden, bringt rund 900 Euro netto. Ein Hartz-IV-Empfänger bekommt hingegen 345 Euro im Monat. Und zusätzlich, je nach Familienverhältnissen, bis zu 511 Euro für die Miete.
 

terri

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#20
Um nicht zu vergessen.
Wie viele wohnen denn schon in der Nähe eines Spargelbauern?
Kfz-Besitz wird ja nicht gerade gefördert.
Pendlerpauschale wird herab gesetzt.
Das gehört ja auch zur Verdienst-Kalkulation dazu.
Wenn einer dann noch beim Spargelbauern wohnen muss dann zahlt er für die Unterkunft noch den Geldwerten Vorteil.
terri
 

eisbaer

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#21
Barney sagte :
Was sollen die Landwirte auch mit unmotivierten, permanent krankgeschriebenen und ständig verschlafenen Zwangsarbeitern.
Sie sollten sie motivieren!
ich könnte ja wiedermal ein Beispiel bringen, aber ich lasse es stecken. Will ja keiner wissen.
"Motivierung" von besitzlosen Tagelöhner, die Geschichte kennt noch andere Beispiele als das schnöde Geld. Vielleicht sind wir nicht mehr soweit davon entfernt
 
E

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#22
eisbaer sagte :
Je mehr ALG-2-Empfänger auf der Strasse stehen, desto erpressbarer ist der, der noch in Arbeit ist.
Genau so ist es. Melde mich mal nach zweimonatiger Abwesenheit hier wieder zurück. Den Job habe ich noch, bin noch ein paar Monate in der Probezeit, die - wie im Vertrag vermerkt - auch verlängert werden kann... Was Eisbär sagt, dem kann ich nur zustimmen. Wenn Ihr wüsstet, was in der Firma in der ich arbeite, los ist ... Die beißen sich vor Existenzangst gegenseitig die Köpfe ab. Wie die Ratten, die auf zu engem Raum eingesperrt werden, überleben das einigermaßen gesund nur die, die sich einen absolut dicken Panzer zugelegt haben. Von "oben" kommen immer neue Zahlen, wie viel Umsatz gemacht werden muss, und der Druck, der nach unten weiter gegeben wird, ist entsetzlich. Die Leute flippen reihenweise aus. Was noch schlimmer ist, es gibt keinen Betriebsrat, und wenn das Thema Arbeitslosigkeit angesprochen wird, sagt niemand etwas dazu, weil das Thema einfach vor lauter Angst verdrängt oder verschwiegen wird (tue mein Bestes um aufzuklären) - und auch, weil niemand weiß, wo er vertrauenswürdige Informationen her kriegen kann (tue auch hier mein Bestes).

Nach zweijähriger Arbeitslosigkeit bin ich geschockt, wie es mittlerweile in den Unternehmen zu geht. Es gilt das Gesetz des Stärkeren, die Leute sind bis aufs Blut erpressbar, weil die Mainstream-Medien ja so schön deutlich vor Augen halten, was passiert, wenn wir nicht fügsam sind ... Wenn man dann nach einem 11-Stunden-Tag müde und ausgepowert auf die Couch fällt und sowas sieht und hört, geht es einem gleich noch besser.

Dennoch werde ich im Unternehmen bleiben, weil ich zu ALG II auf keinen Fall zurück will. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte.

Übrigens, über Solidarität mit den Arbeitslosen wird bei den Arbeitenden nicht aus Bösartigkeit nicht nachgedacht. Es ist einfach so, dass nach einem solchen Tag absolut null Energie mehr verfügbar ist, sich vernünftige Informationen über Misstände und deren Ursachen zu beschaffen, geschweige denn sich zu überlegen, was man dagegen tun könnte.

Und da wird auch ganz klar, warum alle EEJs und Eingliederungsvereinbarungen nur noch bis zum 1.8.2006 gelten: wer durch ´Job Plus´ vor (Zwangs-) Arbeit nicht aus den Augen gucken kann, wird nicht rebellisch.

Grüße von
Luna
 

gelibeh

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#23
Huhu, Luna, schön, Dich zu lesen.
Das was Du schreibst, deckt sich mit dem was ich so mitkriege.
 

Bruno1st

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#24
Luna sagte :
Den Job habe ich noch, bin noch ein paar Monate in der Probezeit, die - wie im Vertrag vermerkt - auch verlängert werden kann...
Gratuliere zum Job - aber bei der "Probezeit" gingen meine Warnlichter an. SO einen Vertrag hatte ich 1990 auch mal. Der stellte sich hinterher vor dem Arbeitsgericht als befristeter Arbeitsvertrag heraus.
"Die Probezeit wird durch ausdrückiche Erklärung des Arbeitgebers beendet, sonst verlängert sie sich um 6 Monate" oder so ähnlich.
Dürfte dir aber egal sein und wäre es mir auch - Hauptsache Job und Kohlen.
 
E

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Gast
#25
Hallo Geli,

ja, ist schön, mal wieder hier zu sein. Schön, dass Du auch noch hier bist (übrigens wieder ein klasse Bild von Dir). Da jetzt auch mein Internetanschluss wieder geht (Umstellung auf DSL hat tatsächlich volle 2 Monate gedauert :dampf: ), werde ich am Wochenende oder morgens ganz früh immer mal wieder hier reinschauen.

Bruno, wg. der Probezeit mache ich mir keine Sorgen. Ist kein befristeter Vertrag, und die Probezeit endet stillschweigend, wenn sie nicht ausdrücklich verlängert wird - was aber schon vorkommen kann, wenn jemand sich zu aufklärerisch verhält.

Und Du hast Recht, die Kohle und der Job sind schon wichtig. Aber wenn die Arbeitsbedingungen immer unmenschlicher werden und die Leute reihenweise Amok laufen - darüber gibt es in den Mainstream-Medien noch weniger ungefärbte Info als über die Hartz-IV.

Grüße von
Luna
 

eisbaer

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#26
Luna sagte :
Und da wird auch ganz klar, warum alle EEJs und Eingliederungsvereinbarungen nur noch bis zum 1.8.2006 gelten: wer durch ´Job Plus´ vor (Zwangs-) Arbeit nicht aus den Augen gucken kann, wird nicht rebellisch.
eventuell betreffen die beschriebenen 120 Euro gar nicht den Stundenlohn, sondern Mehraufwendungen, die dem Maßnahmeteilnehmer (schönes Wort :uebel: ) zusätzlich erstattet werden für Fahrtkosten u.a. :kinn: :kinn:
Der "Stundenlohn" bliebe zusätzlich dann bei den üblichen 1,10 Euro bis maximal 1,60 Euro.
Es gibt im Web Links, die das vermuten lassen.
http://www.gib.nrw.de/de/download/data/FoerdersteckbriefJobPLUS.p df
Vielleicht sollten wir doch erstmal abwarten, ehe wir uns wieder den Blutdruck hochjagen. Zugegeben, ich rege mich ja auch immer sehr schnell auf. Aber etwas mit JobPlus zu bezeichnen, wofür es letztendlich nur noch die Hälfte geben sollte, hat mich doch etwas stutzig gemacht und mal tiefergehend suchen lassen.
 

dickpi

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#27
Gucke gerade "Meuterei auf der Bounty", gutes Beispiel für
menschliche Unterdrückung und Brutalität!
 

Johannes

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#28
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten? Es geht ja wohl nicht um eine Dauerbeschäftigung in der Landwirtschaft und auch das wäre ja nicht ganz so schrecklich.
Vielmehr nimmt ein Arbeitsloser Leistungen des Staates in Anspruch, dann muss er oder sie auch eine zumutbare Tätigkeit annehmen und damit auch eine Gegenleistung für unsere Gesellschaft erbringen.
 

Arania

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#29
Hast Du Erfahrung damit? Schon mal gemacht? Schon mal zu etwas gezwungen worden? Schon mal Pianist oder Arzt gewesen und dann Deine Hände ruiniert beim Spargelstechen?

Finde ich jetzt etwas übertrieben Dein Posting, wir haben nicht Krieg, denn dann würde ich sagen da macht man alles um etwas zu essen zu haben
 
E

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#30
Johannes sagte :
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten? Es geht ja wohl nicht um eine Dauerbeschäftigung in der Landwirtschaft und auch das wäre ja nicht ganz so schrecklich.
Vielmehr nimmt ein Arbeitsloser Leistungen des Staates in Anspruch, dann muss er oder sie auch eine zumutbare Tätigkeit annehmen und damit auch eine Gegenleistung für unsere Gesellschaft erbringen.
Gegenfrage: Was spricht eigentlich dagegen, für gut geleistete, harte Arbeit einen menschenwürdigen Lohn zu zahlen?
Niemand hier wertet irgendeine Arbeit als Minderwertig ab - weder in der Landwirtschaft noch sonst wo. Ich würde mich an deiner Stelle zunächst einmal durch dieses Forum lesen. Dann wirst du schon erkennen, was gegen Zwangsarbeit spricht, jedoch nicht gegen Erntehelfer an sich.
 

kohlhaas

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#31
Johannes sagte :
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten?
Eigentlich nichts. Warum tust du es dann nicht ?
 

eisbaer

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#32
ich hätte damit kein Problem, könnte ich es gesundheitlich durchziehen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, einen EEJ anzunehmen, wenn er meinem Gesundheitszustand entspräche. Ich habe nur Angst davor, zu etwas gezwungen zu werden, was meine Rückenprobleme noch schlimmer werden ließe, als sie so schon sind.

Ansonsten bin ich eigentlich etwas dämlich, denn ich rechne nicht nur den einen Euro zu einem fiktiven Stundensatz zusammen, sondern auch die weiteren Leistungen, die ich erhielte. Das habe ich z.B. mal für ein mir bekanntes Paar gemacht und wir kamen mit der Miete und den übrigen Leistungen auf einen Stundenlohn, der zwar nicht berauschend war, aber für den hier drüben andere auch 8 Stunden lang täglich arbeiten müssen.

Das Blöde an der Sache ist nur, dass über meinen Kindern das Damokles-Schwert schwebt, zurück zahlen zu müssen, was ihre Eltern als H4 erhalten haben. Würde zumindest für die Dauer des EEJ die "Schuld" verringert, dann hätte ich kein Problem damit, bis zur Rente einen gesundheitlich machbaren EEJ nach dem anderen anzunehmen und täglich zu arbeiten, um meinen Kindern ein solches Problem möglicherweise mal zu ersparen.

Ich befürchte nur, dass man der Willkür des Betreuers ausgesetzt ist, denn braucht nur vorsätzlich drei Arbeitsangebote zu machen (Bäume fällen im Wald, Eisenbahngleise mit Schotter stopfen oder Gräben ausheben) die ich dann dreimal ablehnen müsste und schon stände ich als fauler Arbeitsverweigerer da.

Übrigens - Spargel stechen habe ich als junger Mann jedes Jahr gemacht. Das nannte sich Sozialistische Hilfe und war in den Betrieben normal, dass immer einige Brigaden zu den Landwirtschaftlichen Kooperativen aufs Feld hinaus gingen und während der Erntezeit mit anpackten. Ohne zusätzliche Bezahlung. Dafür halfen uns die Bauern gegebenfalls, so gut sie es konnten, wenn wir im Winter in Schnee und Eis in den Braunkohlentagebauen versanken oder wenn uns der Schlamm im Frühjahr bei Tauwetter verschluckte und fast alles Arbeiten unmöglich machte. Für die Bauern nannte sich das dann Winterkampf. Wir hatten damit aber keine Probleme und keiner fühlte sich gedemütigt.
 

Andi_

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#33
eisbaer sagte :
Übrigens - Spargel stechen habe ich als junger Mann jedes Jahr gemacht. Das nannte sich Sozialistische Hilfe und war in den Betrieben normal, dass immer einige Brigaden zu den Landwirtschaftlichen Kooperativen aufs Feld hinaus gingen und während der Erntezeit mit anpackten. Ohne zusätzliche Bezahlung. Dafür halfen uns die Bauern gegebenfalls, so gut sie es konnten, wenn wir im Winter in Schnee und Eis in den Braunkohlentagebauen versanken oder wenn uns der Schlamm im Frühjahr bei Tauwetter verschluckte und fast alles Arbeiten unmöglich machte. Für die Bauern nannte sich das dann Winterkampf. Wir hatten damit aber keine Probleme und keiner fühlte sich gedemütigt.
Danke für die Info. Ich fragte an anderer Stelle ob es früher in der DDR auch üblich war, Polen aus dem sozialistischen Nachbarland zur Spargelernte einzuladen, statt volkswirtschaftlich sinnvoller die Ernte durch einheimische Kräfte zu erledigen. In der BRD ist es schon seit vielen Jahren üblich gewesen, weshalb mich eigentlich wundert, daß man erst heute auf die Idee kommt dafür Arbeitslose einzustellen.

Als "Prüfung zur Arbeitsbereitschaft" ist die Geschichte aber nach meiner Ansicht völlig ungeeignet. Dazu wäre ein korrekter Arbeitsplatz nötig und wenn man bedenkt, wieviele EEJ geplant waren und wieviele nur geschaffen wurden, sieht man überdeutlich das keine Arbeit vorhanden ist, nichtmal umsonst. Wenn überhaupt sollte man die Jobs für subventionierte 15 EUR anbieten.

Dann fänden sich sicherlich auch genug Arbeitswillige ;)
 

eisbaer

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#34
Andi_ sagte :
Danke für die Info. Ich fragte an anderer Stelle ob es früher in der DDR auch üblich war, Polen aus dem sozialistischen Nachbarland zur Spargelernte einzuladen, statt volkswirtschaftlich sinnvoller die Ernte durch einheimische Kräfte zu erledigen.
Nein, die hätten ja auch kaum für die Aluminium-Mark der DDR arbeiten wollen, denn . . . .
Andi_ sagte :
In der BRD ist es schon seit vielen Jahren üblich gewesen, weshalb mich eigentlich wundert, daß man erst heute auf die Idee kommt dafür Arbeitslose einzustellen.
... denn wie Du selbst schreibst, konnten Sie ja dafür auch D-Mark im Westen bekommen. Und die Polen durften in die BRD reisen, im Gegensatz zu uns. Ich bin überzeugt, hätten die DDR-Bürger reisen dürfen, dann hätten die wohl auch Spargel für D-Mark gestochen
Andi_ sagte :
Als "Prüfung zur Arbeitsbereitschaft" ist die Geschichte aber nach meiner Ansicht völlig ungeeignet. Dazu wäre ein korrekter Arbeitsplatz nötig
was unbestritten ist. Aber so wie sich das hierzulande darstellt, gibt es keine Arbeitsplätze und Herrn Professor Biedenkopfs Auslassungen, dass es mindestens 5 Millionen unbesetzte "Schatten"arbeitsplätze in der BRD gäbe (Phönix Berliner Runde oder Christiansen - eines von beiden war das), kann ich nur als das erbärmlich senile Gewäsch eines alten Mannes nachvollziehen, der viel besser in seinen Ruhestand gegangen wäre, weil er die Realitäten nicht mehr erfasst.
 

Arania

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#35
Dann gibt es momentan aber eine Menge seniler Politiker :kinn:
 

Rinzwind

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#36
Arania sagte :
Dann gibt es momentan aber eine Menge seniler Politiker :kinn:
:evil: Das ist der Eindruck, den diese Politiker erwecken wollen, in Wirklichkeit wissen die ganz genau was sie tun :| und genau das ist das Schlimme an der Sache! :kotz:

Schönen Gruß, Andreas
 
E

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Gast
#37
Spargel hätten viele Bewohner der DDR gerne gestochen. Dann hätten sie wenigstens welchen abbekommen.

Es gab auch in der DDR Arbeiter/innen aus anderen Ländern.
Diejenigen, die aus Ungarn, Vietnam, Mocambique u.a. Ländern in die DDR zum arbeiten kamen, nannte man Vertragsarbeiter. Sie wurden in Heime gesteckt, damit sie ja keinen Kontakt zur Landesbevölkerung hatten.

Die Vietnamesen beispielsweise sparten ihren gesamten Lohn und kauften sich dann Mopeds, Nähmaschinen und anderes, was zu Neidattacken der ansässigen Bevölkerung führte.(Meiner Meinung nach eine der Wurzeln der Ausländerfeindlichkeit.) Die meinten nämlich, dass die Vietnamesen diese Sachen hinterhergeschmissen bekommen, während sie entweder darauf lange angemeldet sein mußten, Beziehungen haben oder die Verkäufer mit blauen Fliesen (100-DM-Scheine) bestechen mußten.

Als dann die Wende kam, standen die Vietnamesen ziemlich dumm da. Diejenigen, die in ihre Heimat zurückgingen, wurden dort all ihrer Ersparnisse beraubt und die gekauften Konsumgüter wurden ihnen abgenommen. Einige kamen ins Gefägnis, weil sie beim Klassenfeind geblieben waren.
 

Sonntagsmaja

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#38
Johannes sagte :
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten? Es geht ja wohl nicht um eine Dauerbeschäftigung in der Landwirtschaft und auch das wäre ja nicht ganz so schrecklich.
Vielmehr nimmt ein Arbeitsloser Leistungen des Staates in Anspruch, dann muss er oder sie auch eine zumutbare Tätigkeit annehmen und damit auch eine Gegenleistung für unsere Gesellschaft erbringen.
Dieser Schreibstil kommt mir sehr bekannt vor :kinn:

Wenn jetzt noch der Spruch von der leeren Staatskasse folgt, ist eigentlich klar, wer "Johannes" ist :pfeiff:
 
E

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#40
Sonntagsmaja sagte :
Wenn jetzt noch der Spruch von der leeren Staatskasse folgt, ist eigentlich klar, wer "Johannes" ist :pfeiff:
Der wird nicht wiederkommen. Er hat seine ferngesteuerte Meinung kund getan.
 

Andi_

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#41
@Barney

An die Vietnamesen kann ich mich nur als Zigarettenverkäufer erinnern. Als ich zur Wendezeit in Ost-Berlin war, fand man die an jeder Markthalle mit billigen Zigaretten. Immerhin kann ich von mir behaupten, den Osten gesehen zu haben, bevor er kapitalisiert wurde. Ich war damals nicht nur in Ost-Berlin, sondern auch in ländlichen Gebieten, Frankfurt / Oder und auf dem Polenmarkt kurz nach der Grenze. HB für 12 DM, ich kann nicht glauben was man so alles vermissen kann :cry:

Die Problematik der Vietschis kannte ich bisher nicht. Dachte die meisten wären hier geblieben oder nach Polen, da sah man sie auch öfter. Das ist aber nunmal so, wenn du als Gast in ein Land gehst. Gehe mal nach Vietnam und beantrage dort Sozialhilfe, weil du keine Arbeit (mehr) hast, meinst du die behalten dich? Neid ist natürlich meistens ein Problem in Verbindung mit Ausländerfeindlichkeit. Deutschland dürfte aber eines der ausländerfreundlichsten Länder unserer Welt sein.

Andererseits sind wir kein Einwanderungsland und selbst wenn man das aufgrund der deutschen Geburtenrate (die soziale Gründe hat) anders sehen möchte, Einwanderungsländer wie Australien stellen heute enorme Anforderungen an Einwanderer. Da kann ich als Hartz IV Opfer auch nicht einfach mal einwandern, weil es mir dort vielleicht besser gehen könnte. Was glaubt du wohl, ich kratze meine letzten Reserven zusammen, fliege nach Australien und melde mich beim dortigen Sozialamt?

Was werden die mir wohl erzählen? Ich kann es dir sagen:

Ganze 110.000 Plätze sieht das migration program des fünften Kontinents für 2002/03 vor – also bei weitem nicht so viel, wie es interessierte Einwanderer gibt. Denn in dieser Quote ist auch die Familienzusammenführung enthalten. Die Einwanderungsbestimmungen setzen sich aus diversen Visumklassen zusammen, die wiederum in Untergruppen aufgegliedert sind. Das Antragsverfahren selbst ist dementsprechend kompliziert, zumal es innerhalb der Visumklassen aus unterschiedlichen Teilen besteht. Generell lässt sich sagen, dass hauptsächlich hochqualifizierte Bewerber mit entsprechenden beruflichen oder akademischen Erfahrungen die besten Chancen haben – so sie denn unter 45 Jahre alt sind! Diese Bewerber werden in ein Punktesystem eingeordnet, das unter anderem Ausbildung, Praxis und Englischkenntnisse bewertet. Welche Berufe bzw. Berufsgruppen überhaupt als „einwanderungswürdig“ anerkannt werden, wie viele Punkte es für welche Fähigkeit gibt – diese Basisdaten ändern sich häufig. Wie kompliziert die Materie ist, zeigt auch die Tatsache, dass nur geprüfte und staatlich zugelassene migration agents ihre Mandanten gegenüber der Einwanderungsbehörde vertreten dürfen.
Die Fakten sind schon älter, neuere findest du sicher unter http://www.immi.gov.au/ ... da ist doch Deutschland ein Einwanderungsparadies? Ich denke, wir können keinen unbegrenzten Zuzug verkraften, wobei mir die Einsparungsmaßnahmen für teilweise in 2. oder 3. Generation migrierte Nicht-EU-Bürger auch etwas suspekt sind. Die sollen ja nun kein ALG2 mehr bekommen.

Da gibt es sogar Politiker, welche auch die EU-Bürger ausschliessen wollen. Die prüfen zur Zeit ob es mit den EU Rechten konform ist. Ich denke dabei an einen Griechen mit dem ich befreundet bin, der bezieht ALG2. Ist nach Trennung von seiner deutschen Freundin alleine in Deutschland, schon seit vielen Jahren, spricht aktzentfrei deutsch, hat hier seinen Beruf gelernt und würde über Nacht plötzlich kein Geld mehr bekommen.

Ganze BG mit Kindern wären davon betroffen, die schon in 2. oder 3. Genration in Deutschland leben. Unabhängig zu meiner Kritik an einer zu netten Einwanderungspolitik ist dies für mich sozial äusserst befremdlich, auch wenn ich wohl selbst nicht ohne weiteres in ein EU Land gehen könnte, um dort ohne je gearbeitet zu haben (selbst wenn, je nach Land) Sozialleistungen zu beziehen.

Wenn jemand bereits seit seiner Kindheit hier lebte, kann man ihn nicht auf die Strasse setzen oder in einer für ihn oft fremden "Heimat" aussetzen. Ich habe darüber schon öfter diskutiert, da ich auch nicht verstehe, wie man Kriegsflüchtlinge, deren Kinder nur Deutschland kennen und die deutsche Schulen besuchen, eine Duldung entziehen kann. Auch wenn ich das Schicksal der Vietschis nicht kannte, kenne ich Vergleichbare.

Aber jetzt sind wir völlig vom Thema abgekommen, nimmt hoffentlich niemand übel :psst:
 

eisbaer

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#42
Barney sagte :
Spargel hätten viele Bewohner der DDR gerne gestochen. Dann hätten sie wenigstens welchen abbekommen.

Es gab auch in der DDR Arbeiter/innen aus anderen Ländern.
Diejenigen, die aus Ungarn, Vietnam, Mocambique u.a. Ländern in die DDR zum arbeiten kamen, nannte man Vertragsarbeiter. Sie wurden in Heime gesteckt, damit sie ja keinen Kontakt zur Landesbevölkerung hatten.
Also nimm es bitte nicht persönlich, das ist wirklich nun totaler Blödsinn! Wir hatten Vietnamesen, Mongolen, Kubaner und Mosambikaner in Mengen im Bergbau und in der Textil-Industrtie. Die Leute erlernten hier ihren Beruf, manche studierten dann an der Bergakademie. Die einzigen echten Schwierigkeiten machten wirklich nur die Ungarn. Aber auch die waren nicht in Heimen "isoliert", obwohl es manchmal besser gewesen wäre, wir hätten die Ungarn liebend gern woanders untergebracht, weil sie die waren, die über das meiste Westgeld verfügten und damit regelrechte Puffs in den Wohnungen betrieben und von denen kam auch das erste Rauschgift in Größenordnungen in die DDR! Die Leute waren nicht isoliert, die lebten inmitten der Wohngebiete der Bevölkerung, z.T. in gemischten Wohnblöcken und da waren es die normalen Bürger, die unter diesem ganzen Treiben leiden mussten, nicht diese "Vertragsarbeiter". Trotzdem durfte die DDR nicht einschreiten, sondern es mussten ungarische Kriminalbeamte eingeflogen werden, um der Sache wieder Herr zu werden.

Heime, Isoliert, keinen Kontakt zur Bevölkerung. Also langsam habe ich den Eindruck, dass Du die DDR nicht kanntest und über Dinge redest, die Du nur vöm Hörensagen kennst.
Die waren auch nicht in Heimen, sondern in den neuen Wohnungen, die wir verzweifelt gerne für unsere jungen Leute gehabt hätten. Und frage nicht, wie die Buden nach zwei Jahren aussahen - die Wohnungen waren unbewohnbar, als die wieder nach Ungarn zurück gingen! Die waren auch nicht isoliert - egal welche Nationalität, die sind früh so mit jedermann in den werkseigenen Bussen zur Schicht gekommen, wie jeder andere Deutsche. Ich habe jahrelang Vietnamesen familiär in alles einbezogen und zu allem mitgenommen - wir haben heute noch brieflichen Kontakt.

Was hier rüberkommt, ist wirklich bösartiges Zeug und ich habe keine Lust die DDR pauschal (und damit mich selbst und mein zurückliegendes Leben) kriminalisieren zu lassen, bloß damit dieses aktuell bestehende System seinen menschenverachtenden Charakter bemänteln und begründen kann.

Blaue Fliesen - diesen Quatsch kenne ich auch, das war ein Witz der Dialektiker im Kessel Buntes, den dann jeder nachgeplappert hat. Sicher - Bestechung gab und gibt es überall. Ich habe in den Jahren der DDR aber nie jemanden bestechen müssen und irgendwann und irgendwie bin ich am Ende doch zu dem gekommen, was ich haben wollte. Man musste flink und kreativ sein und musste wissen, wo man hingegangen ist (Werksverkäufe bei Zeiss z.B., wer so blöd war und im Kaufhaus auf einen Zeiss-Feldstecher gewartet hat, der war selbst schuld) Ich habe noch heute astronomische Technik in Besitz, die heute mehr als eine halbe Million Euro wert ist, die habe ich legal in Jena gekauft, ohne eine einzige Mark Bestechung, ohne jemanden zu kennen; ich war nur hartnäckig und kreativ. Ich musste auch keine Auto-Anmeldung dafür hergeben. dieser Schwachsinn, der heute verbreitet wird, ist ja ein solcher geistiger Dünnschiss. wie in jeder Gesellschaftsordnung gab und gibt es Fälle von Korruption, aber das war nicht die Regel in der DDR.
Ich weiß heute in diesem Staat gibt es sowas nicht mehr. Alle sind ehrlich, keiner besticht wen! :uebel:

Wenn man in der DDR aufgewachsen ist als normaler Bürger und ohne kriminell gewesen zu sein, wie kann man denn dann auf seiner eigenen Vergangenheit so herumtrampeln und sein eigenes Nest derart mit Kot bekleckern? :kotz:

@Barney
ich nehme mal an, dass Du aus der ehemaligen DDR bist? Ist Dir deine eigene Vergangenheit so wenig wert, sie einfach zu kriminalisieren? Oder warst Du zu jung, warst Kind zu DDR-Zeiten, wurdest von Deinen Eltern noch versorgt, hattest keine Verantwortung, musstest für nichts den Kopf hinhalten. Dann kann ich es verstehen. Dann sollte man sich aber auch mal durch den Kopf gehen lassen, ob man mit solchen Pauschalisierungen nicht auch das Leben seiner Eltern kriminalisiert - und das ist mit mir nicht zu machen.
 

Pomena

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#43
@eisbaer

Berliner haben die DDR anders erlebt als wir. Sie haben eine andere Wahrnehmung.
Liebe Grüße aus Thüringen, aus Jena, der Zeiss-Stadt ; )
 

eisbaer

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#44
Pomena sagte :
@eisbaer

Berliner haben die DDR anders erlebt als wir. Sie haben eine andere Wahrnehmung.
Liebe Grüße aus Thüringen, aus Jena, der Zeiss-Stadt ; )
@Pomena
stimmt, das habe ich vergessen. Wir haben ja alle mal etliche Jahre lang für die Jubeljahr-Feier der Berliner (was war das ? die 750ste?) im ganzen Land nach Berlin abgeliefert. Wie konnte mir das nur entgehen :|
Herzliche Grüsse zurück, besonders an meine Geburtstadt Weimar, bei euch sieht es ja mit Arbeit auch nicht gut aus, war erst gerade wieder 14 Tage dort. Nur die Pendler-Situation ist etwas günstiger als von hier aus. Meine Verwandtschaft arbeitet in Coburg für den halben Lohn ihrer Westkollegen, aber wenigstens haben sie Arbeit.
 

Ironwhistle

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#45
Bei meinen mittlerweile 879 Bewerbungen gibt es - zumindest bei denen auf die ich eine Antwort erhielt - ein paar eindeutige Grundklänge; ich bin a.) unterqualifiziert, b.) zu Jung, c.) zu alt, d.) zu qualifiziert...

Doch, ich würde Spargelstechen - würde michz auch sehr motiviert zeigen. Aber da ich ja zu blöde zum arbeiten bin, was kann ich dafür wenn ich den Spargel falsch steche und die Köpfe dort verbleiben wo sie gewachsen sind??

Ich zeige gerne meine Arbeitsbereitschaft - was kann ich dafür wenn ich einfach zu dumm dazu bin? Hat man mir jetzt lange genug eingeredet, also kann ich mich auch entsprechend verhalten.

Wenn das Kapital und der Verkaufswert einer Ware/Dienstleistung der höchste Wert der Ausbeuter ist, dann erwischt sie genau da wo es ihnen weh tut! Die Chance dazu bieten sie ja... ;)
 

eisbaer

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#46
Ironwhistle sagte :
Bei meinen mittlerweile 879 Bewerbungen gibt es - zumindest bei denen auf die ich eine Antwort erhielt - ein paar eindeutige Grundklänge; ich bin a.) unterqualifiziert, b.) zu Jung, c.) zu alt, d.) zu qualifiziert...
bei mir ist das noch eindeutiger :D

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und da sagt das AA, bewerben sie sich ruhig, stelle sie sich mal doof, als ob sie nicht rechnen können, machen sie sich zum Clown. Irgendwann aber fragt mich doch mal einer, wie alt ich bin und die dann dort sitzen, selbst die Ältesrten in dieser vorgegebenen Spanne, das könnten alle meine Kinder sein :kinn:
Ein Witz und dann lallt Münte, dass die Alten noch länger arbeiten sollen. Ich frage mich nur wo.
 
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