Test der Arbeitsbereitschaft - Zwang zum Erntehelfer?...

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Shelty

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Hallo,

wollte eigentlich als Neuling nicht gleich mit meinem ersten Beitrag ein neues Thema eröffnen aber ich habe über die Suchfunktion nichts gefunden.

Und zwar wollte ich nur fragen, ob die Vermittler einen zwingen können, wenn auch indirekt, eine Stelle als Erntehelfer anzunehmen?

Bin noch ALGI-Empfänger, habe aber kürzlich meinen ALGII-Antrag gestellt...und genauso kürzlich kam nach ca. 6 Monaten ohne Stellenangebot der Arbeitagentur ein Anruf zwecks Stellenangebot als Erntehelfer....sehr aufällig! :kinn:
Nachdem dieses aufgrund 30 km Entfernung zum Arbeitsort und mangels PKW sich gleich wieder erledigt hatte, wurde mir von der netten Dame gleich eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch bezügl. `Stellenangebot als Erntehelfer` angekündigt, worauf heute gleich die entsprechende schriftliche Einladung kam.
Also so ein Engagement hätte ich mir die letzten 6 Monate gewünscht.

Aber das sind wohl die Vorboten des neuen HartzIV-Gesetzes zum Test der Arbeitswilligkeit von ALGII-Empfängern. Aber es hieß in der Informationsveranstaltung zum Einsatz im Erntebereich noch, das wäre alles freiwillig usw...

Ist das jetzt immer noch so (wegen Optimierungsgesetz), oder könnte sich die Ablehnung einer solchen Stelle für mich negativ auswirken bezüglich ALGII, weil mangelnde Arbeitsbereitschaft?

Ganz grundlos wäre meine Ablehnung ja nicht...denn eineinhalb Stunden Fahrtweg für eine 2monatige Stelle als Erntehelfer, ohne Aussicht auf Weiterbeschäftigung oder sonstige Integrierung in den Arbeitsmarkt... eine Stelle, die die Arbeitsagentur bei uns(Potsdam/Brandenburg) mit 25€/Tag bezuschusst, nur damit der Landwirt ja weiter seine Polenlöhne (3,80€ bei uns) zahlen kann um im Prinzip ein "Luxusprodukt", nämlich Spargel, weiter preiswert anbieten zu können...tut mir leid, aber das seh ich nicht ein. :hmm:
 

Arania

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Ich fürchte das gehört wirklich schon zum Opti-Gesetz und das würde Sanktionen für Dich bedeuten wenn Du es ablehnst, das Gesetz soll ja zum 01.08. in Kraft treten
 

Arania

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Vergiß aber nicht, da ändert sich jetzt etwas durch das neue Gesetz
 

Arania

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Shelty ist noch ALG I Empfänger, ich weiß ja nicht ob er erst zum 01.08 in ALG II kommt?
 

RobertKS

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Hallo zusammen,

also die Geschichte mit dem Erntehelfer gibts bei uns auch und soweit ich weiss, ist das Angebot freiwillig, denn es kann ja niemand gezwungen werden das zu machen, der es - aus gesundheitlichen Gründen - nicht kann.Ich meine aber gelesen zu haben, das das jungen Arbeitslosen bis 25 Jahren angeboten wird??

Gruß Robert ;)
 

Arania

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Das kann nicht stimmen, soviel ich weiß ist Catweazle auch schon etwas älter!

Natürlich kann man es nicht machen wenn man körperlich nicht dazu in der Lage ist, aber wenn man gesund ist wird es wohl schwieriger sein abzulehnen
 

RobertKS

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Hallo Arania,

Arania meinte:
Das kann nicht stimmen, soviel ich weiß ist Catweazle auch schon etwas älter!

Natürlich kann man es nicht machen wenn man körperlich nicht dazu in der Lage ist, aber wenn man gesund ist wird es wohl schwieriger sein abzulehnen
ich sagte auch nur "ich meine", weil ich mir nicht sicher war, da man mir das kaum anbieten wird, auf Grund meines Wirbelsäulenleidens.

Gruß Robert ;)
 

Vera....ter

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Hallo, ich habe auch ein Wirbelsäulenleiden und kann manchmal kaum laufen und wurde zur Erdbeerernte geschickt !

Natürlich auch nicht freiwillig !
 

Shelty

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Vielen Dank für die vielen raschen Antworten... :daumen:

Also ich komme ab Anfang Juni in ALGII.
Ich denke aber, dass das nicht so eine bedeutende Rolle spielt, ob das Optimierungsgesetz erst ab 01.08. kommt, die Einführungsphase dafür hat doch schon begonnen. Oder werden nur ALGI-Empfängern solche Ernte-Stellen angeboten?

Es steht natürlich nichts über Erntehelfer in dem Gesetz, nur "Sofortangebote" für Antragssteller von ALGII.
Aber die Frage ist doch, hat die Arbeitsagentur wirklich das Recht, mir sagen wir mal, das ALGII-Geld nicht zu bewilligen bei Ablehnung einer solchen "freiwilligen" Stelle. Ich konnte jedenfalls dazu nichts finden.

Ich meine, bei einer regulären Stelle wäre das selbstverständlich, aber das ist es ja nunmal nicht. Und im Endeffekt würde bei mir die Agentur sogar draufzahlen mit dem Lohnzuschuss von 500€/Monat, da ich keine Unterkunftskosten o.ä. beantragt habe, sondern nur ALGII-Geld(345€).
 

Arania

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Ob die ARGE das Recht dazu hat wird im Zweifelsfall wohl wieder mal ein Gericht entscheiden müssen, möglich das sie es tut ist es auf jeden Fall
 

Shelty

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So...um das Thema dann zu beenden, heute war ich zu meiner Einladung der Arbeitsagentur bezüglich "Stellenangebote im Erntebereich".
Hat ca. 2 min gedauert, war dieselbe nette Dame wie bei der Informationsveranstaltung und sie hat mir nur 2 neue Stellenangebote, diesmal für Erdbeeren oder Kirschen, vorgelegt.
Im Prinzip gings nur darum, vorher nur nochmal persönlich abzuklären, welche Angebote sie mir zuschicken soll und ob wohl überhaupt. Hab mir 2 rausgesucht, die nicht ganz soweit entfernt liegen wie die mit dem Spargel damals, und das wars schon. Ist ja nicht so, dass ich nicht arbeiten will.

Also ist für mich jedenfalls damit eindeutig klar, dass noch kein Zwang zur Arbeit auf dem Felde besteht...und warscheinlich auch nie wird.
Was sollen die Landwirte auch mit unmotivierten, permanent krankgeschriebenen und ständig verschlafenen Zwangsarbeitern. :mued:
 
E

ExitUser

Gast
Was sollen die Landwirte auch mit unmotivierten, permanent krankgeschriebenen und ständig verschlafenen Zwangsarbeitern.
Sie sollten sie motivieren! Und das läuft bei lohnabhängig Beschäftigten immer noch über eben diesen. Nur für ein Entgelt, das zum Leben nicht reicht, dürfte dies nicht möglich sein.

Und bitte, komm mir nicht mit, dann kann man die Kirschen/Erdbeeren nicht mehr bezahlen. Wie kann dann ein Spargelbauer bei 2 fehlenden Arbeitskräften von 2000,- € Verlust pro Tag sprechen? Ich nehme an, bei den Kirschen/Erdbeeren dürfte es sich um ähnliche Verlustquoten handeln.
Aber lieber läßt mann die Früchte am Baum vergammelnn, als dass echte Löhne gezahlt werden. :dampf:
 
E

ExitUser

Gast
Barney meinte:
Aber lieber läßt mann die Früchte am Baum vergammelnn, als dass echte Löhne gezahlt werden. :dampf:
Ich dachte gerade daran, wie ich als 16 jähriger in den Ferien bei der Obsternte geholfen hatte. Das ist jetzt 30 Jahre her. Damals bekam ich für die 6 Wochen 900,- DM, was wirklich nicht wenig war.
Aber man soll ja nicht der Vergangenheit nachtrauern.
 

Shelty

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Genauso siehts aus...der beste Motivator ist immer noch das Geld...außerdem machen diese "Spargelkonzerne", bei uns Beelitz, ja die kleinen Bauern eh kaputt. Für die lohnt sich der Anbau doch garnicht mehr bei ´nem Kilopreis von 3-4 €...beim meinem Großvater wars genauso.
Ich versteh nicht, das die so subventioniert werden...das sind private Unternehmer!
 

eisbaer

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Shelty meinte:
Bin noch ALGI-Empfänger, habe aber kürzlich meinen ALGII-Antrag gestellt...und genauso kürzlich kam nach ca. 6 Monaten ohne Stellenangebot der Arbeitagentur ein Anruf zwecks Stellenangebot als Erntehelfer....sehr aufällig! :kinn:
Nicht auffällig, sondern bewusst gewolltes System. Je mehr ALG-2-Empfänger auf der Strasse stehen, desto erpressbarer ist der, der noch in Arbeit ist. Da aber der, der noch in Arbeit ist, sich als der bessere Mensch fühlt, begreifen die meisten Menschen diesen Zusammenhang nicht, denn der noch in Arbeit Befindliche müsste in seinem eigenen Interesse sich auf die Seite der Arbeitslosen stellen und mit dafür kämpfen, dass deren Zahl sich verringert.
Mit der steigenden Zahl der Arbeitslosen sinkt nämlich dessen Wert seiner Ware Arbeitskraft.

Shelty meinte:
Also so ein Engagement hätte ich mir die letzten 6 Monate gewünscht.
ja aber die Politik wünscht das nicht. du sollst jetzt nur noch 12 Monate abgeparkt und dann zur Erpressung benutzt werden. Das ist der Zusammenhang und deshalb hast Du in den zurückliegenden Monaten keine Angebote gesehen.
 

Shelty

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Habe zu diesem Thema noch ein perfekt passendes Zitat aus einem Bericht eines anderen Themas gefunden (Titel: Die unendliche Story von der Spargelernte verfasst am: 15.05.2006 12:49 )
...

Martin Behrsing meinte:
"Es ist sinnlos, unmotivierte Helfer zu schicken, die mit verschränkten Armen durch die Beete laufen", sagt Jürgen Knauff, Leiter des Arbeitsamtes Wedel. Gezwungen werde zum Spargelstechen niemand. Nur wer einen Job angenommen hat, ihn aber nicht antritt, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Ein Großteil lehne sofort ab - aus "gesundheitlichen Gründen".

Die Spargelfelder in Wedel zeigen: Die Gastarbeiterquote, ein Vorstoß von Vizekanzler Franz Müntefering (SPD), geht hier an der Realität vorbei. Ein Tariflohn von 5,72 Euro je Stunde ist offenbar nur für Arbeiter attraktiv, in deren Heimatländern geringere Löhne gezahlt werden. Ein Monat Spargelstechen, werktags sechseinhalb Stunden, bringt rund 900 Euro netto. Ein Hartz-IV-Empfänger bekommt hingegen 345 Euro im Monat. Und zusätzlich, je nach Familienverhältnissen, bis zu 511 Euro für die Miete.
 

terri

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Um nicht zu vergessen.
Wie viele wohnen denn schon in der Nähe eines Spargelbauern?
Kfz-Besitz wird ja nicht gerade gefördert.
Pendlerpauschale wird herab gesetzt.
Das gehört ja auch zur Verdienst-Kalkulation dazu.
Wenn einer dann noch beim Spargelbauern wohnen muss dann zahlt er für die Unterkunft noch den Geldwerten Vorteil.
terri
 
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