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Termin zur Antragsabgabe

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Ollli

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#1
Hallo,

ich setze meinen Beitrag auch einmal in dieses Forum und hoffe dass hier auch kompetene Leute sind. Nein, ich bin sicher, daß hier kompetente Leute sind...

Erst einmal möchte ich alle in diesem Forum begrüßen und mich dafür bedanken, daß es so etwas Tolles überhaupt gibt!

Ich habe eine ganz einfache Frage, möchte allerdings auch mal kurz meinen Hintergrund schildern. Ich finde es gut, daß es hier mal die Möglichkeit gibt, sein Herz "auszuschütten":

Ich bin ein 1 Mann Selbständiger mit Frau und 2 kleinen Kindern. Mein Geschäft läuft leider nicht so gut, allerdings ernährt es uns. Wir leben auf Sparflamme und ich in ständiger Angst und Sorge, was passiert, wenn ich mal krank im Bett liege. Diese Sorge ist mittlerweile so groß geworden, daß ich oft darüber nachdenke, den ganzen Kram hinzuschmeißen und eine Zeitarbeit anzunehmen. Das würde mich zwar ins Tal der Hoffnungslosigkeit stoßen, aber wenigstens hätte ich mal Urlaub und dürfte krank werden. Aktuell arbeite ich seit fast 7 Jahren nonstop von montags bis freitags und war glücklicherweise noch nie ernsthaft krank (allerdings bin ich schon krank vor Sorge!)

So erhalten wir Wohngeld und ich habe einen Antrag auf Kinderzuschlag gestellt, der leider abgelehnt wurde, mit dem Hinweis, ich habe zuwenig für die ganze Familie, ich müsse ALG 2 beantragen.

Da ich das ALG2 Prozedere allerdings als ein Bürokratiemonster empfinde (das ist meine Meinung!) will ich vermeiden diesen Antrag zu stellen, also habe ich einen Widerspruch gegen die Ablehnung/Kinderzuschlag gestellt. Dieser Widerspruch wird jetzt seit 1 Jahr "bearbeitet". Ich habe immer wieder nachgefragt und nun nimmt man sich der Sache noch in diesem Monat an (diesmal glaube ich es wirklich!)

Gleichzeitig habe ich jetzt jedoch auch einen Antrag bei der Arge gestellt und einen ersten Termin zur Antragsabgabe erhalten. Ich habe versucht dieses Formularmonster zu bändigen und bin sicher, ich habe es nicht geschafft. Mein Sachbearbeiter ist leider ein sehr unfreundlicher herablassender Typ, der einem das Wort im Munde verdreht. Weitere Beschreibung erspare ich mir.

Diesen Termin zur Antragsabgabe habe ich gebeten um 2 Wochen zu verschieben, weil ich erst meinen Widerspruch bei der Familienkasse abwarten wollte. Man hat mir bei der Familienkasse positive Signale gegeben.

Da ich nun der Hartz Hölle nicht betreten will:

Kann ich meinen Termin zur Abgabe des Antrages noch einmal verschieben, oder hat das zur Folge, daß man mir sagt, ich müsse dann erneut einen Antrag stellen, weil dann erst ab erneuter Antragsstellung Anspruch auf Leistungen entstehen?

Kleiner Nachsatz: Mein Sachbearbeiter hat mir bereits mitgeteilt, daß er mir die Leistungen um 10 Prozent kürzen will, weil mir zwar der Termin zur Antragsabgabe verschoben wurde, nicht jedoch der anschließende Termin, wo er mich sprechen wollte, um mit mir über die berufliche Situation zu sprechen.

M.W. darf man vor Antragsabgabe garkeine Leistungen vorsorglich kürzen?

Zu dem Termin MUSSTE ich arbeiten. Der bei dem Kürzungsschreiben beigefügten Folgeeinladung muß ich jetzt auch absagen, da ich arbeiten muß. Das habe ich ihm jetzt auch geschrieben, mit der Bitte mit mir einen Termin zu VEREINBAREN, bzw. ich habe Terminvorschläge gemacht. Kürzung von was ? ich habe noch keinen cent von der Arge bekommen.

Meine Ursprungsfrage lautet:

Kann ich meinen Termin zur Abgabe des Antrages noch einmal verschieben, weil ich ja der Entscheidung über den Widerspruch im Kinderzuschlag, der in diesem Monat folgen soll (so wurde es mir versprochen) abwarten will, um die Hartz Hölle nicht zu betreten? Und muß ich vor Antragsabgabe überhaupt die Termine wahrnehmen, wo dieser unfreundliche Herr mit mir über meine berufliche Situation sprechen will, bzw. eine Eingliederungsvereinbarung abschließen will?

Ejrlich gesagt: ich bin garnicht mehr scharf drauf, diesen Sachbearbeiter noch einmal zu begegnen. Der dreht einem das Wort im Mund um, und wenn ich demnächst häufiger auf der Arge sitze, kann ichs auch gleich alles sein lassen.

Langer Text. Wer bis hierher gelesen hat, dem sei gedankt-

Es war gut, einmal sein Herz auszuschütten. Wenn ich was falsch gemacht habe,dann fallt nicht über mich her. Ich habs echt schon schwer genug.
 

Ollli

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#2
und ich habe in dem Partnerforum noch geschrieben:

dies gehört nicht zum Thema, bzw. zu meiner Frage, aber:

Die Studenten sind auf die Straße gegangen und haben lautstark demonstriert . Sie wurden zumindest wahrgenommen und es scheint so, daß es Veränderungen geben wird. Bei Hartz 4, die den Menschen die Würde nimmt, weil sie sich bis auf die "Unterhose" ausziehen müssen, gibt es keine Massenproteste. Warum? Selbst ich als "noch nicht betroffener" wäre sofort mitgegangen.

Da sitzen Leute in den Ämtern, die Anträge bearbeiten und abermillionen werden für die Verwaltung ausgegeben. Das ist schreiendes Unrecht. Die Wirtschaftskrise wird der Arge sicher viele viele "Kunden" (welche eine Verhöhnung ist denn das Wort "Kunden" in diesem Zusammenhang! Als Kunde werde ich daher demnächst mal meinen Sachbearbeiter um eine Tasse Kaffee bitten, denn meinen Kunden gebe ich eine aus) bescheren. Vielleicht wird das dazu führen, daß mehr Menschen auf dieses Thema aufmerksam werden, weil sie zwangsläufig damit konfrontiert werden!

Die Antwort kann daher nur ein bedingungsloses menschenwürdiges Grundeinkommen lauten.

bitte nicht meine Ursprungsfrage vergessen, aber wer nicht will, muß meine Einträge ja nicht lesen...

Ich sitze hier mal wieder mit heftigen Rückenschmerzen, weil meine Selbständigkeit eben eine körperliche Arbeit ist (neben Büromist, den ich bis eben freitagabends erledigt habe)

Die Frage die ich mir oft stelle ist die, wie lange ich das noch durchhalte, denn bis auf meiner Familie ist das den Leuten doch völlig egal, ob ich mich totarbeite oder nicht.

Wenn man also mit seiner kleinen Selbständigkeit zwar ein Einkommen generiert, mit dem man zwar überlebt, aber trotzdem auf staatliche Leistungen zwingend angewiesen ist (bei der Konstellation 2 kleine Kinder) soll man das noch weitermachen (so verrückt das klingt, ich bin bereits daran gewöhnt)

oder

lieber eine vom Staat gewünschte und geförderte Zeitarbeit annimmt (völlig egal ob man 6 Euro oder 2 Euro die Stunde verdient), dann einfach bei der Arge seinen Lohnstreifen abgibt (denn man arbeitet ja!!!) und das bis aufs Existenzminimum aufgestockt wird...

und hat endlich wieder solche Luxuvergünstigungen wie: Mit 39 Grad Fieber darf man zuhause bleiben. Man darf Urlaub machen (man kann zwar nicht in den Urlaub fahren, aber man darf 24 Tage im Jahr zuhause bleiben)


Das sind Gedanken die mich beschäftigen. Im Grundsatz läuft es darauf hinaus, daß ein Leben mit wenig Geld keinen Spaß macht. Der funfaktor geht gegen null. Der einzige Spaß den man noch hat, sind die glücklichen Kinder, denen man versucht ein schönes Leben zu ermöglichen, auch wenn man dafür auf vieles verzichten muss.

Wird man von der Arge in Ruhe gelassen, wenn man normal 40 Stunden arbeitet, aber eben zuwenig verdient?

Ich bin im übrigen für den Mindestlohn von 9 Euro! Wenn man sieht dass manche Zeitarbeitsbuden ungelernten nur 6 Euro anbieten, dann ist das beschämend. Wir leben hier nicht in China. Vor 20 jahren konnte man mit einer einfachen Arbeitsstelle seine Familie auf jeden Fall ernähren, ohne dass man sich mit der Arge rumärgern musste.
__________________
Hartz 4 beraubt den Menschen seiner Würde. Bedingunsloses menschenwürdiges Grundeinkommen muß dringend kommen!
 

Arania

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#3
da ein Anspruch erst ab Antragsabgabe besteht kann ich mir keinen Sanktionsgrund vorstellen der jetzt schon greifen sollte, es sei denn Dein Antrag gilt bereits als gestellt- wenn auch mündlich, dann allerdings musst Du termine wahrnehmen , egal ob Du noch auf Entscheidungen oder dergleichen wartest
 

ethos07

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#4
Hallo Olli, sei Willkommen im Forum :wink:!
Tja, mit den Selbständigen geht die ARGE nie ziemperlich um: man bekommt immer sehr schnell einen Termin in der Vermittlung, denn Selbständige sollen ein sog. "Sofortangebot" bekommen, was meistens ein sinnlose sog. Coaching-Maßnahme oder eine sog. Profiling-Maßnahme etc. sein kann. Das klappt zwar meistens nicht und je nach Vermittler kann man sich auch herausreden...

Ob du die Selbständigkeit wegen Stress - der mit der ARGE sicher nicht geringer wird! - und eine Zeitarbeitskiste anfängtst - tja, das scheint mir so von aussen wie die Wahl zwischen Skylla und Skarabis ... Vermutlich werden sich deine beiden Kids irgendwann daran gewöhnen müssen, dass es auch arme Eltern gibt - und man damit vielleicht auch, wenn nur im sehr kleinen, Glücksmomente finden kann... Hmmm. Jedenfalls besser arm als totgeschuftet - nicht?

Wieder zurück zu den "hard facts":
Warum gibt es denn bei euch einen Extratermin für die Abgabe des Antrags? Den fühlst du doch nach bestem Wissen und Gewissen aus und dann MUSS die ARGE den annehmen. Sie kann dann immer noch den einen oder anderen Beleg, der dir wirklich entgangen sein sollte, nachfordern.
Denke daran, dass du von allem was du abgibst eine Quittung brauchst - d.h. eine Kopie machen und dir diese mit Datum von deiner ARGE abstempeln zu lassen - ansonsten geht vieles "verloren".

So wie ich das Ganze bei dir einschätze: suche dir unbedingt eine ALGII-erfahrene Begleitperson für deine Termine im Amt (Termine verschieben ist dot übrigens gar nicht zu empfehlen, es sei denn du bist vom Arzt krankgeschrieben - du bist eben kleiner Untertan und "Besuche" dort sind Zwangstermine... es sei denn du erwischt einen der wenigen wirklich freundlichen Vermittler. Ansonsten ist das kein normales Amt, wie wir es bisher gewohnt sind, sondern eine Repressionsmaschine - sowohl für uns Betroffene wie für die dort Beschäftigten, übrigens.)

Hier über das entsprechende Unterforum oder je nach Stadt auch vor Ort findest du ggf. eine Begleitperson.

Und lies dich bitte oben im Unterforum Gegenwehr nach und nach ein - denn nur mit erhobenem Haupt und einigem Wissen kann man mit diesem Amt einigermaßen zurecht kommen...

Aus welcher Stadt bist du denn?
 

Mario Nette

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#5
Ich nehme an, die ARGE hat deine erste Vorsprache bzw. in welcher Form auch immer du dich dort gemeldet hast, bereits als Antragstellung gewertet, was sie gemäß der Fachlichen Hinweise der BA ja auch tun soll. Im Computersystem steht also drin, dass du da warst und einen formlosen Antrag gestellt hast, man dir die Unterlagen ausgehändigt hat - auch das soll so sein - und du zur Abgabe einen Termin bekommen hast.

Es ist häufig zu beobachten, dass, sobald ein formloser Antrag auf Leistungen gestellt wird, sofort auch die Arbeitsvermittlung eingeschaltet wird und man dort einen Termin bekommt, obwohl über den Antrag selbst noch nicht entschieden wurde. Ist eine Vermeidungsstrategie: Man denkt, wenn man dich sofort "fordert", dann kann es sein, dass sich der Bezug der Leistungen auf einen oder zwei Monate beschränkt. Würde die ARGE erst die Antragsbearbeitung abwarten, könnte es sein, dass in der Zwischenzeit du angeblich keine Bemühungen zeigst und abwartest. Und da derartige Anträge gern mal drei Monate dauern, wäre die ARGE der Meinung, dass sie hier ggf. Geld nicht wirtschaftlich verwendet hat.

Ich habe die ARGE mal nach einer Auflistung wichtiger Gründe für das Fernbleiben zu einem Termin befragt. Keine Antwort.

Mit deinem Antrag jedenfalls bekundest du aber, dass du der Meinung bist, einen Leistungsanspruch zu haben und den auch wahrnehmen willst. Unter dieser Voraussetzung musst du dich den Regeln das Sozialgesetzbuches beugen und hast Mitwirkungspflichten. Ein Abwarten auf den Bescheid über vorrangige Leistungen ist zwar ehrenwert und man ist ja sogar gesetzlich verpflichtet, derartige Leistungen vor den Leistungen nach dem SGB II zu beantragen (und zu beziehen), dennoch bekundest du mit der Antragstellung auf Leistungen nach dem SGB II, dass du jetzt einen Bedarf hast. Und dann wäre natürlich die Frage der ARGE: "Wenn Sie meinen, jetzt einen Bedarf zu haben, warum wollen Sie dann die Antragsabgabe verschieben? Was ist mit dem Bedarf - ist der doch nicht so dringend?"

Mario Nette
 

gelibeh

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#6
also habe ich einen Widerspruch gegen die Ablehnung/Kinderzuschlag gestellt. Dieser Widerspruch wird jetzt seit 1 Jahr "bearbeitet".
Mal eine Frage an die Fachleute. Hätte man da nicht auch eine Untätigkeitsklage nach 3 Monaten einreichen können?
 

ShankyTMW

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#7
Hallo Olli. Das wichtigste wurde Dir bereits schon genannt.

Antragsabgabe möglichst nur mit Beistand, Nachreichen von gewissen Sachen etc.

Du wirst evt. sogar schon Stellenvorschläge bekommen obwohl Du noch nciht einemal den Antrag abgegeben hast - hierzu noch: reagier lieber darauf und schau ob eine Rechtsfolgebelehrung (RFB) daran hängt. In der Regel dürfen sie es auch nicht bevor der Antrag genehmigt worden ist, aber man sanktioniert auch gern dann zu unrecht wenn Du hier gar nichts tust, sogar ohne angehängte RFB. Ist ein Film der nicht nur bei Ex-Selbstständigen läuft.

Ich wünsch Dir bei der ARGE viel Puste und Glück, halt die Nerven straff und nicht Unterkriegen lassen.

Ich bin ein 1 Mann Selbständiger mit Frau und 2 kleinen Kindern. Mein Geschäft läuft leider nicht so gut, allerdings ernährt es uns. Wir leben auf Sparflamme und ich in ständiger Angst und Sorge, was passiert, wenn ich mal krank im Bett liege. Diese Sorge ist mittlerweile so groß geworden, daß ich oft darüber nachdenke, den ganzen Kram hinzuschmeißen und eine Zeitarbeit anzunehmen. Das würde mich zwar ins Tal der Hoffnungslosigkeit stoßen, aber wenigstens hätte ich mal Urlaub und dürfte krank werden.
Ist zwar in diesem Bereich ein wenig OT, aber als Zeitarbeitsgegner lass ich es mir nciht nehmen Dir hier zu sagen: Überleg es Dir gut. Diese Branche ist kein Zuckerschlecken und genauso Menschenbverachtend wie Hartz4. Mal davon abgesehn das auch hier grad ziemliche Einstellungsflaute ist wirst du feststellen das Du an allen Ecken und Kanten "geprellt" wirst, wo es denen nur immer möglich ist. Das mit dem Krank werden mag im Gesetz stehen, aber nach der gesundung ist dir meistens dann auch eine Kündigung sicher. Aushandeln von Fahrtkosten bei jedem Auftrag neu und keine geregelten Arbeitszeiten. Dazu Urlaub nur auf Abruf, die Sozialen Kontakte leiden genauso und Depressionsfördernd ist diese Branche auch noch. Vom Lohn udn den sogenannten Tarifverträgen die nur die entsprechenden Arbeitsrechte aushebeln will ich gar nicht erst anfangen... - Ich mach an der Stelle lieber den Sack zu, sonst schreib ich mich wieder in Rage.

Da ich das ALG2 Prozedere allerdings als ein Bürokratiemonster empfinde (das ist meine Meinung!) will ich vermeiden diesen Antrag zu stellen,
Deien Meinung täuscht dich nicht, es ist ein Bürokratiemonster das dich darüber hinaus auch noch stigmatisiert.

also habe ich einen Widerspruch gegen die Ablehnung/Kinderzuschlag gestellt. Dieser Widerspruch wird jetzt seit 1 Jahr "bearbeitet". Ich habe immer wieder nachgefragt und nun nimmt man sich der Sache noch in diesem Monat an (diesmal glaube ich es wirklich!)
Ich kenn mich hier nicht so genau aus, aber ich denke das man auch hier beim Amtsgericht einen Eilantrag und Klage wegen Dringlichkeit ansetzen kann. 12 Monate bearebeitung ist recht lang.

EDIT weil ichs auch erst nach Abschicken meines Posts gesehn hab: ich schließ mich Gelibehs Frage an dieser Stelle an.

Mein Sachbearbeiter ist leider ein sehr unfreundlicher herablassender Typ, der einem das Wort im Munde verdreht. Weitere Beschreibung erspare ich mir.
Nichts neues - ist schon fast quasi die Regel. Und Du wirst noch viele SBs kennen lernen, die alle Unterschiedliche Aufgaben bei Dir haben und dich anschreiben werden.

Als Beispiel bei meiner ARGE: es gibt die Leute unten an der Rezeption, dann die Leute für Antragsstellung, dann die Projektgruppe wo dann eien Art Vorprofiling nebst Antragsausgabe stattfindet, dann Antragsabgabe. Dann kommt der Sachbearbeiter der Leistungsabteilung plus seinen Untergebeen denen er die bearbeitung der Fälle zuschanzt (meist Halbtags/Halbe Stellen, die nur an 1 bis 2 Tagen die Woche da sind - wie ich festgestellt habe. Würd mcih nciht wundern wenn da auch 400 EUR Kräfte darunter wären). PArallel dazu der Persönlich Ansprechpartner der dann erstmal das eigentliche Profiling machen wird (zunmindest soll es das darstellen) und dann die sogenannte Vermittlung einleitet. Da hängen dann ebenfalls noch einige Leute mit drann, die Dir irgendwas (im Auftrag) zuschicken werden. Und für besondere Härtefälle kommen noch etliche Mitarbeiter mehr die alle was anderes von Dir wollen.
Der damalige angebliche Bürokratieabbau ab der Einführung der Agenda 2010 im Bereich umstrukturierung der BA hatte eher einen Bürokratieaufbau zur Folge.

Kleiner Nachsatz: Mein Sachbearbeiter hat mir bereits mitgeteilt, daß er mir die Leistungen um 10 Prozent kürzen will, weil mir zwar der Termin zur Antragsabgabe verschoben wurde, nicht jedoch der anschließende Termin, wo er mich sprechen wollte, um mit mir über die berufliche Situation zu sprechen.
Du glaubst gar nicht wie egal denen Deine Gründe eigentlich sind oder sein werden. Nicht kommen ohne Absage heißt automatisch Kürzung. Anhörungsbögen ausfüllen, ist auch wurscht was drinsteht. Oft mußt du Klagen um sowas rückgängig zu machen.

Da es um Deine berufliche Situation geht werden Sie dir eins EGV unterschieben wollen. Unterschreib ncihts und nimm erstmal alles mit nach Hause zwecks Prüfung. 2 Wochen müssen Sie Dir dafür eigentlich gewähren. Und sobald Dein Antrag durch ist müßtest Du evt. coh eien weitere EGV abschließen da sich Deien Lebenslage dann wieder geändert hätte .. da würd ich drauf klopfen.

Ejrlich gesagt: ich bin garnicht mehr scharf drauf, diesen Sachbearbeiter noch einmal zu begegnen. Der dreht einem das Wort im Mund um, und wenn ich demnächst häufiger auf der Arge sitze, kann ichs auch gleich alles sein lassen.
Ja, aussuchen kann man sich die Typen leider nicht wirklich. Einzige Möglichkeit für die Ausnahmeliste wäre ein begründeter Befangenheitsantrag wenn Du den SB persönlich kennst udn ihr Euch auch nachweislich Privat nicht versteht. Ansonsten wirst mit denen die man Dir vorsetzt irgendwie leben müssen - egal wie....

Die Studenten sind auf die Straße gegangen und haben lautstark demonstriert . Sie wurden zumindest wahrgenommen und es scheint so, daß es Veränderungen geben wird. Bei Hartz 4, die den Menschen die Würde nimmt, weil sie sich bis auf die "Unterhose" ausziehen müssen, gibt es keine Massenproteste. Warum? Selbst ich als "noch nicht betroffener" wäre sofort mitgegangen.
schwierig ja. Grundsätzlich haben Erwerbslose, udn auch Hartz4 Empfänger keien Art von Lobby. Es gibt Anstrengungen, Demos und dergleichen schon vor der Einführung seit Hartz4. Montagsdemos sind dir sicher noch ein Begriff. Nur: mitlerweile taucht fast keine Aktion mehr in den Medien (öffentlichen Mainstream) auf. Andere haben aufgegeben weil es scheinbar egal ist ob man auf die Straße geht oder nicht. Es ist sicher auch weniger geworden. Dennoch brodelt es unter der Oberfläche - es fehlt wohl allein der richtige Funken um den bis jetzt über 5 Jahre angestaute Wut dann entzünden zu lassen. Nur wann das einmal sein wird.... ?????

Bei Studenten ist es anders, da wird man dem Bildungssystem unbequem - die eltern ziehen mit und Bildung bei Jungen Menschen ist unsere Zukunft. Hier reagiert man vermutlich deswegen schon eher. Der Arbeitslose auf der Straße hingegen wird nicht weiter beachtet solang er friedlich bleibt, udn kann das schön unter den Teppich kehren. Etwaige Verzweiflungsaktionen von einzelnen Betroffenen hingegen werden hoch geputscht bis hin zum fast Terrorismus. Lies dich hier weiter durch, dann kannst du dir ein Bild machen.

Die Wirtschaftskrise wird der Arge sicher viele viele "Kunden" (welche eine Verhöhnung ist denn das Wort "Kunden" in diesem Zusammenhang! Als Kunde werde ich daher demnächst mal meinen Sachbearbeiter um eine Tasse Kaffee bitten, denn meinen Kunden gebe ich eine aus) bescheren. Vielleicht wird das dazu führen, daß mehr Menschen auf dieses Thema aufmerksam werden, weil sie zwangsläufig damit konfrontiert werden!
Oh, das hat Sie schon - ich erwähnte es oben schon in der Branche Zeitarbeit. Und nun schau mal die Realität an: die Grokonzerne packe alles in die Kurzarbeit was fest bei denen angestellt ist, andere werden damit demnächst aufhören um wieder voll durch zu starten. Die ZAF-MAs durften gehn. Hinter denen kräht man nciht hinterher, denn sie sind in diesen Firmen keien angestellte - udn damit hat man eien gute Presse bekommen. Was die ZAFs dann mit dem Überschuss machen, ganz klar. MAn hat auch den ZAFs plötzlich Kurzarbeit zugestanden (von Politischer Ebene aus) um da die Entlassungswelle ein wenig abzuebben um die Statistiken schön zu reden. DAS und nichts anderes ist passiert und wird weiter so gehandhabt. Wer das nicht mitkriegt und nur nach den Nachrichten geht wird davon gar nichts groß mit bekommen und sich nur an den Manipulierten Arbeitslosenzahlen ergötzen.

Die Antwort kann daher nur ein bedingungsloses menschenwürdiges Grundeinkommen lauten.
Ja - aber passt nicht zu Deinen Plan ausgerechnet in der Zeitarbeit anfangen zu wollen...:icon_kinn:

...lieber eine vom Staat gewünschte und geförderte Zeitarbeit annimmt (völlig egal ob man 6 Euro oder 2 Euro die Stunde verdient), dann einfach bei der Arge seinen Lohnstreifen abgibt (denn man arbeitet ja!!!) und das bis aufs Existenzminimum aufgestockt wird...
..und denselben Zirkus der ARGE mit machst mit allen unbequemlichkeiten, ja sogar eien Job suchen mußt der besser bezahlt wird damit Du nciht mehr Aufstocken mußt .. es bleibt derselbe Rummel udn die selben unbequemen Sachbearbeiter. Dazu bist Du als Aufstocker genauso stigmatisiert wie als reiner Hartz4 Empfänger und es erleichtert Dir sicher nciht Dein Leben.

und hat endlich wieder solche Luxuvergünstigungen wie: Mit 39 Grad Fieber darf man zuhause bleiben. Man darf Urlaub machen (man kann zwar nicht in den Urlaub fahren, aber man darf 24 Tage im Jahr zuhause bleiben)
*hust* ich erwähnte es schon - Zeitargbeit ist kein Luxus udn ob du 24 tage Zuhause bleiben darfst entscheidet die Auftragslage. Arbeiten über 50 Stunden die Woche hinaus und mehr ist auch normal, wenig Geld plus Arbeitszeitkonten die nie abschmelzen sind ebenfalls die Regel plus diverser Abrechnungstricks um dich zu "behumsen" wo es nur geht.

Ganz ehrlich, ALG2 plus 400 EUR Job oder ein Midi Job ohne Sklaven-Zuhälter der sich an dir auch noch bereichert wären echt sinnvoller und würde Dein Selbstvertrauen eher stärken als es im nachhinein doch noch zu untergraben. Und staatlich geförderte Zeitarbeit würd ich persönlich erst recht nicht drauf eingehen (Lohnzuschüsse zur Wiedereingliederung vom Staat gibts hier tatsächlich). Für Dich ändert sich da ncit viel, es bleibt ein Leben mit wenig Geld aber viel Ausbeute.

Wird man von der Arge in Ruhe gelassen, wenn man normal 40 Stunden arbeitet, aber eben zuwenig verdient?
Sobald du aufstocker wirst: NEIN - lediglich mit Maßnahmen verschont man dich.

Ich bin im übrigen für den Mindestlohn von 9 Euro!
Ich für einen für 10 EUR und ALG2 Regelsatz von 500 EUR.

Wenn man sieht dass manche Zeitarbeitsbuden ungelernten nur 6 Euro anbieten, dann ist das beschämend.
Du wolltest sagen: Gelernten nur 6 EUR anbieten - bzw. höchstens Entgeltstufe 5 (da brauchts dann aber schon den Meister Titel) von 15 (hier wären Akademiker dann angelangt) - udn dann wäre da ncoh die Salvatorische Vertragsklausel mit wirklichen Entgelt nach Klassifizierung der Arbeit und das ausgehandelte im Vertrag nur bei Berufsnahen Tätigkeiten. DAS ist die realität in der Zeitarbeitsbranche.

Wir leben hier nicht in China. Vor 20 jahren konnte man mit einer einfachen Arbeitsstelle seine Familie auf jeden Fall ernähren, ohne dass man sich mit der Arge rumärgern musste.
Damals gab es noch keine ARGE, aber die Sozialhilfe mit der man sich dann rumärgern konnte. Aber ALG2 ist dagegen SozHi Lite plus Stigmatisierung pur.

So, hoffe Dir war mein Text nicht zu lang.
 

ethos07

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#8
Mal eine Frage an die Fachleute. Hätte man da nicht auch eine Untätigkeitsklage nach 3 Monaten einreichen können?
Vermute ich auch. Aber offenbar wissen wir hier das alle nicht genau, ob diese 3-Monats-Frist auch beim Kinderzuschlag gilt. Daher mein Rat an Olli: stelle diese Frage nochmals separat im Unterforum Bedarfs-/Haushaltgemeinschaft/Familie - ( oder über eine freundliche kleine PN an User biddy, kennt sich sehr vermutlich damit gut aus ;-). )
 

biddy

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#9
Nö, gut nicht, aber ich komme aus einem einfachen Grund bzw. einfacher Schlussfolgerung auf kein anderes Ergebnis als gelibeh:

Sozialgerichte entscheiden auch bei mögl. Unstimmigkeiten den Kinderzuschlag betreffend. Also gilt auch hier das Sozialgerichtsgesetz SGG, hier dann der § 88, isn't it?

*klick* § 88 SGG - Sozialgerichtsgesetz -
 

Ollli

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#10
erst einmal bedanke ich mich SEHR für die Unterstützung und dass ihr meinen Beitrag gelesen habt.! Shanky, ich danke Dir auch sehr für diesen ausführlichen Beitrag und Kommentare zu meinem Eingangsposting. Das drucke ich mir aus. Das ist aber eine herbe Enttäuschung, daß man selbst als Zeitarbeiter i.d.R. nicht in Ruhe gelassen wird! Du hast daher meinen Entschluß Ausweg Zeitarbeit ins Wanken gebracht. Kleine Randnotiz: Als ich dem SB von der Arge mitteilte, daß ich 6 EURO die Stunde bei der ZA als Ausbeutung empfinde, ist der fast ausgeflippt...

Ich werde erst einmal so verfahren:

a) Ich spende diesem Forum 10 Euro. Ich weiß, ist nicht viel, aber jeder Euro zählt, weil ich die Arbeit dieses Forums durch diesen symbolischen Beitrag unterstützen will und super finde das es sowas gibt. Das Spendenkonto steht oben aufm Bildschirm :)

b)Ich habe mir mal die allgemeinen Hinweise hier durchgelesen und werde meine Rechtsschutzversicherung erst einmal "aufstocken" weil diese kein Sozialrechtsschutz anbietet. Sicher muß man da auch 3 Monate warten, bevor man sich u.U mit der Arge anlegt, aber warten wir mal ab.

c) Laut TELEFONISCHER Auskunft der Dame von der Familienkasse wird sie meinen Widerspruch in großen Teilen stattgeben. Versprechen kann sie es natürlich nicht. Ich weiss die Aussage der SB bedeutet nicht viel oder auch nichts und ist daher eigentlich nicht erwähnenswert, aber ich bin ziemlich sicher, daß uns dieser Kinderzuschlag + Wohngeld reichen würde. Erwähnen möchte ich mal, daß der Herr, der meinen Wohngeldantrag entgegennimmt, zwar auch immer schlecht gelaunt ist, aber bis jetzt grunsätzlich immer sehr fair mit mir war und im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Entgegenkommen gezeigt hat.

d) ich komme seelisch mit der Prozedur bei der Arge nicht klar. Ich bin nicht blöd und bestimmt auch kein Weichei, aber ich kriege das streßmäßig wirklich nicht auf der Reihe! Ich wache morgens um 4 Uhr mit Kopfschmerzen auf und denke an diese unmenschliche Arge Agentur.
Daher werde ich, sobald ich einen erneuten Antrag stellen muss, weil mir beispielsweise der versprochene Kinderzuschlag aus welchen Gründen nicht gezahlt werden kann NUR MIT EINER BEGLEITPERSON DAS AMT AUFSUCHEN.

Meine wirklich echte Sorge ist die, (vielleicht ist das jetzt aber auch abstrus) mal sehr ernstaft krank zu werden und dann garnicht mehr in der Lage zu sein, überhaupt einen Antrag abzugeben. Meine Frau kann das nicht (ich möchte jetzt aber nicht näher darauf eingehen, warum). Aber dann kan ja auch sicher ein Anwalt helfen oder dieser Verein.

Meine unverbindliche Frage: Kann ich hier Mitglied werden und wenn ja wie? Ich bin ja im klassischen Sinne nicht erwerbslos, sondern "nur" monetär recht dürftig ausgestattet ;-)

Die Arge passt nicht in unsere Zeit. Sie ist unmenschlich und menschenverachtend. Oder wie der user ethos so schön gesagt hat: Eine Repressionsmaschine. Die wirklich Stärke eine Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht.
 

ethos07

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#12
Klar kannst du auch als prekärer Selbständiger hier "Mitglied" sein - schau mal ins Unterforum Existenzgründung hier, da triffst du viele wie dich, die als Selbständige nicht ohne AlgII über die Runden kommen, aber auch mit der ARGE nicht klarkommen.
Manche der User hier spenden regelmäßiger ans Forum, aber Pflicht ist das nicht ;-). Wir sind eine freie bunt gemischte Usergemeinde, die sich hier gegenseitig bzw. auch mit Hilfe von Profis unterstützt - und schon mehr oder weniger links ihr politisches Herz trägt.

Ich drück dir die :icon_daumen:, dass dein Kindergeld- und Wohngeldantrag so durchkommt, wie von dir gewünscht und du auf die Schikanen der ARGE erstmal pfeiffen kannst.

Schaff dir einen täglichen kleinen Freiraum, wo du nur an dich und dein Wohlbefinden denkst - würde ich dir noch so empfehlen betr. deiner gesundheitlichen Ängste. Oder wenndiese gar zu überhand nehmen, suche dir einenPsychologen auf Krankenschein, mit dem du das ab und zu besprechen kannst.
Allers natürlich immer leichter gesagt als getan - ich weiß...
 

ShankyTMW

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#13
Nö, gut nicht, aber ich komme aus einem einfachen Grund bzw. einfacher Schlussfolgerung auf kein anderes Ergebnis als gelibeh:

Sozialgerichte entscheiden auch bei mögl. Unstimmigkeiten den Kinderzuschlag betreffend. Also gilt auch hier das Sozialgerichtsgesetz SGG, hier dann der § 88, isn't it?

*klick* § 88 SGG - Sozialgerichtsgesetz -
Auch wenn ich den Danke Button geklickt habe wollt ich das nochmal an der Stelle einfach mal so schreiben "Danke" für jeden Deiner Beiträge. Du wirst mir fast unheimlich mit deiner Rechtskennstniss :wink: (und man lernt dennoch immer ein Stück dazu)

erst einmal bedanke ich mich SEHR für die Unterstützung und dass ihr meinen Beitrag gelesen habt.! Shanky, ich danke Dir auch sehr für diesen ausführlichen Beitrag und Kommentare zu meinem Eingangsposting. Das drucke ich mir aus. Das ist aber eine herbe Enttäuschung, daß man selbst als Zeitarbeiter i.d.R. nicht in Ruhe gelassen wird! Du hast daher meinen Entschluß Ausweg Zeitarbeit ins Wanken gebracht. Kleine Randnotiz: Als ich dem SB von der Arge mitteilte, daß ich 6 EURO die Stunde bei der ZA als Ausbeutung empfinde, ist der fast ausgeflippt...
Gern geschehn, auch wenn ich sicher nicht alles weiß. Aber ich helf wo ich kann.

Das Dein Sachbearbeiter da ausflippt war klar. Als Hartz4 Empfänger hat man gefälligst alles an Arbeit anzunehmen, was einen vor geworfen wird. Das ist auch gesetzlich so bestimmt. Lediglich Sittenwiedrige Löhne kann man monieren. Wobei ZAFs da echte Problemfälle sind. Tariflicher Minimallohn nach anerkannten Tarif xyz, dazu gibts hier noch immer die Ost/Westlohnunterschiede ... damit sind für das SBchen viele dieser Löhen Grundsätzlich legal.

Noch ein Tip: NIEMALS NICHT den Leuten der ARGE ins Gesicht sagen das du solcherlei Angebote wegen diesem und jenem nciht annehmen wirst. Daduirch Katapultierst du dich Automatisch in noch mehr Schwierigkeiten uind man drückt Dir mit Vorliebe seltsame Kurse zwecks Wiedereingliesderung in den 1ten Arbeitsmarkt auf, oder dank Deines Verhaltens machst du dich zur Zielscheibe für Sanktionen.
(Weshalb Du (unauffällig gesagt) bei Bewerbungsgesprächen dann den Job nicht bekommen hast ist dann etwas anderes und das muß er nicht erfahren solang es nicht ausschaut als hättest du da absichtlich die Einstellung torpediert - aber das schreib ich grad nicht als öffentlichen Tip :wink:)

Zum Thema ZAF hats hier im Forum eine Menge Threads, die wenigsten davon positiv.

b)Ich habe mir mal die allgemeinen Hinweise hier durchgelesen und werde meine Rechtsschutzversicherung erst einmal "aufstocken" weil diese kein Sozialrechtsschutz anbietet. Sicher muß man da auch 3 Monate warten, bevor man sich u.U mit der Arge anlegt, aber warten wir mal ab.
Sicher keine schlechte Idee, aber nicht unbedingt zwingend nötig. Es gibt Prozesskostenbeihilfe und Beratungsscheine. Meist ausreichend. Das nur als Hinweis. Dazu merk ich noch an: je mehr Prozesse Du über die Versicherung führst, desto mehr gerätst du selbst bei positiven Ausgängen in den negativen Bereich des --> HIS <-- Index (eine Art Schufa für Versicherungen) und könntest so plötzlich aus der Versicherung fliegen. ISt shcon so einigen ELOs passiert, auch wenn es offiziell nciht am HIS fest gemacht wird/werden darf. Deshalb erwähn ich das an dieser Stelle. Aber nutze sie, solang und oft du kannst.

c) Laut TELEFONISCHER Auskunft der Dame von der Familienkasse wird sie meinen Widerspruch in großen Teilen stattgeben. Versprechen kann sie es natürlich nicht. ...[SNIP]...
:icon_daumen: - das klingt doch schonmal gut. Die anderen Kassen sind eh umgänglicher als die meisten argen ARGE Mitarbeiter.

d) ich komme seelisch mit der Prozedur bei der Arge nicht klar. Ich bin nicht blöd und bestimmt auch kein Weichei, aber ich kriege das streßmäßig wirklich nicht auf der Reihe!
Kann hier sicher jeder verstehn. Das geht den meisten so und du bist nicht allein damit (auch wenn Dir das jetzt persönlich wenig helfen sollte).

Daher werde ich, sobald ich einen erneuten Antrag stellen muss, weil mir beispielsweise der versprochene Kinderzuschlag aus welchen Gründen nicht gezahlt werden kann NUR MIT EINER BEGLEITPERSON DAS AMT AUFSUCHEN.
Solltest du Grundsätzlich immer, wenn da jemand ist. Es besteht nach --> §13 Abs.4 SGB X <-- ein Rechtsanspruch darauf jemanden (auch wenn es dort nicht drin steht, bis zu 3 Begleiter) seines Vertrauens dorthin mitnehmen zu dürfen. Allerdings darfst auch keinen Termin platzen lassen wenn Dir so ein jemand mal nicht zur Verfügung steht.

Meine wirklich echte Sorge ist die, (vielleicht ist das jetzt aber auch abstrus) mal sehr ernstaft krank zu werden und dann garnicht mehr in der Lage zu sein, überhaupt einen Antrag abzugeben. Meine Frau kann das nicht (ich möchte jetzt aber nicht näher darauf eingehen, warum). Aber dann kan ja auch sicher ein Anwalt helfen oder dieser Verein.
Siehe --> §13 Abs.1 und 2 SGB X <-- bei dem Du einen Bevollmächtigten dorthin schicken kannst. Wobei auch dieser besser mit einem Begleiter als Zeugen dort ankommen sollte.
 

Ollli

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#14
kleines update.

Hallo,

wenn auch ziemlich spät, so doch noch allen ein frohes Neues Jahr!

Ich möchte euch die Fortsetzung meiner Story nicht ersparen ;-)

Ich wurde heute erneut von der Dame der Familienkasse angerufen, daß alle Unterlagen komplett sind, mein Widerspruch in bezug auf den Kinderzuschlag rückwirkend erfolgreich und das Geld überwiesen wurde. (Wieviel hat sie nicht gesagt. Es müsste jedoch schon was zusammenkommen, da ich ja sehr lange drauf gewartet habe))

Hartz 4 macht Streß und absolut unfrei. Grundsätzlich verdiene ich ja Geld in meiner kleinen Selbständigkeit, aber eben nicht genug für 4 Personen.

Mein Sachbearbeiter mit dem ich erste Erfahrungen bei der Arge sammeln "durfte" hat Sanktion als zweiten Vornamen und lässt nichts aus, um die Hilfesuchenden zu gängeln.

Ich habe die zwei Besuche und die Arge als Institution als massiven Streß empfunden und bedauere jeden der da hin muß! Die Bezeichnung Kunde ist der reinste Hohn!

Bis Ende Juni habe ich erst einmal meine Ruhe weil wir den Kinderzuschlag erhalten. Kleine Zusatzfrage: Muß ich den zurückzahlen, wenn festgestellt wird, daß ich laut Steuerbescheid WENIGER verdiene?

Meine Frage + "mein Plan"

Wenn ich sanktioniert werde, gilt das dann "nur" für meinen persönlichen Regelsatz oder auch für andere Familiemitglieder, bzw. auch für andere Bestandteile des Hartzgeldes unserer Bedarfsgemeinschaft die aus 2 Erwachsenen und unseren 2 kleinen Kindern besteht? (Wohnungkosten usw.)

Plan:

Ich gebe meinen Antrag vollständig ab. Wenn mir ein Termin nicht passt, weil ich arbeiten muß, erscheine ich einfach nicht bei der Arge und lehne auch sonst alles ab, was ich als unfair empfinde!

Eingliederungsvereinbarung? lehne ich komplett ab. Die Rechtmäßigkeit muß erst einmal auf dem Klageweg festgestellt werden! Ich mache mir also absolut keinen Streß mehr.

Stellvertretend für alle sage ich was ich denke. Schluß mit jeglicher Form des Duckmäusertums. Aber sachlich bleiben!

Sodann sind wir innerhalb kürzester Zeit um 200 Prozent ;-) sanktioniert. Völlig egal. Dann klage ich eben!

Was bleibt uns?

jeweils ca. 100 EURO für die Kinder + die Übernahme der Kosten für unsere Wohnung die angemessen ist. Schließlich können meine Kinder ja nicht auf der Straße liegen, nur weil ihr Alter (also ich :icon_knutsch: ) immer seine sachliche Meinung über den verein kundtut

Ist das richtig oder ist das ein schwerer Denkfehler? ich danke sehr für konstruktive Beiträge!!!

Viele liebe Grüße an alle!
PSGrundsätzlich kann ich meine Ansprüche einklagen, da ich seit langem eine Rechtsschutzversicherung mit Sozialgerichtsrechtschutz habe. Das habe ich mal vorsichtshalber in den Versicherungsbedingungen nachgelesen und den Versicherungsmann gefragt.
 

ethos07

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#15
...

Ich wurde heute erneut von der Dame der Familienkasse angerufen, daß alle Unterlagen komplett sind, mein Widerspruch in bezug auf den Kinderzuschlag rückwirkend erfolgreich und das Geld überwiesen wurde. (Wieviel hat sie nicht gesagt. Es müsste jedoch schon was zusammenkommen, da ich ja sehr lange drauf gewartet habe))
Hört sich ja schon mal gut an - gratuliere!
Aber erstmal doch noch abwarten was auf dem Konto ist, ob alles korrekt berechnet ist usw. )

Hartz 4 macht Streß und absolut unfrei. Grundsätzlich verdiene ich ja Geld in meiner kleinen Selbständigkeit, aber eben nicht genug für 4 Personen.

Mein Sachbearbeiter mit dem ich erste Erfahrungen bei der Arge sammeln "durfte" hat Sanktion als zweiten Vornamen und lässt nichts aus, um die Hilfesuchenden zu gängeln.

Ich habe die zwei Besuche und die Arge als Institution als massiven Streß empfunden und bedauere jeden der da hin muß! Die Bezeichnung Kunde ist der reinste Hohn!
... alles vollkommen richtig. Aber du bist mit diesem Unglück nicht allein...

Bis Ende Juni habe ich erst einmal meine Ruhe weil wir den Kinderzuschlag erhalten. Kleine Zusatzfrage: Muß ich den zurückzahlen, wenn festgestellt wird, daß ich laut Steuerbescheid WENIGER verdiene?

Meine Frage + "mein Plan"

Wenn ich sanktioniert werde, gilt das dann "nur" für meinen persönlichen Regelsatz oder auch für andere Familiemitglieder, bzw. auch für andere Bestandteile des Hartzgeldes unserer Bedarfsgemeinschaft die aus 2 Erwachsenen und unseren 2 kleinen Kindern besteht? (Wohnungkosten usw.)
Zur ersten Frage kenne ich mich nicht aus.
Zur letzten Frage:
Es werden immer nur die Leistungen für die zu sanktionierende Person gekürzt. Dieses kann aber auch Auswirkungen auf die ganze BG haben (wenn z.B keine Mietzahlungen mehr übernommen werden, muss der fehlende Mietanteil von den übrigen BG-Mitgliedern aufgebracht werden).

Hier ein - ich hoffe noch aktueller - Überblick über Sanktionsmöglichkeiten der ARGEN

Plan:

Ich gebe meinen Antrag vollständig ab. Wenn mir ein Termin nicht passt, weil ich arbeiten muß, erscheine ich einfach nicht bei der Arge und lehne auch sonst alles ab, was ich als unfair empfinde!

Eingliederungsvereinbarung? lehne ich komplett ab. Die Rechtmäßigkeit muß erst einmal auf dem Klageweg festgestellt werden! Ich mache mir also absolut keinen Streß mehr.
Grundsätzlich richtig, aber du musst das dem Jobcenter so wie wir's empfehlen in kleinen Häppchen nahebringen - du wirkst offzieziell mit, indem du verhandeln und verhandeln und verhandeln willst - so kommen sie und nicht du in die Defensive.

Stellvertretend für alle sage ich was ich denke. Schluß mit jeglicher Form des Duckmäusertums. Aber sachlich bleiben!

Sodann sind wir innerhalb kürzester Zeit um 200 Prozent ;-) sanktioniert. Völlig egal. Dann klage ich eben!
Was bleibt uns?

jeweils ca. 100 EURO für die Kinder + die Übernahme der Kosten für unsere Wohnung die angemessen ist. Schließlich können meine Kinder ja nicht auf der Straße liegen, nur weil ihr Alter (also ich :icon_knutsch: ) immer seine sachliche Meinung über den verein kundtut

Ist das richtig oder ist das ein schwerer Denkfehler? ich danke sehr für konstruktive Beiträge!!!

Viele liebe Grüße an alle!
PSGrundsätzlich kann ich meine Ansprüche einklagen, da ich seit langem eine Rechtsschutzversicherung mit Sozialgerichtsrechtschutz habe. Das habe ich mal vorsichtshalber in den Versicherungsbedingungen nachgelesen
Ich halte deinen Plan nicht für gut und glaube, dass du einen Denkfehler hast:
Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Dinge.

Und ganz besonders bei Hartz IV musst du auch noch in nüzlicher Frist Recht bekommen - zu schnell sitzt du + vor allem auch deine Familie ansonsten vor dem Nichts - sprich Obdachlosgeit, Hunger, Kindesentzug durch das Jugendamt...
Auch wird dir deine Rechtsversicherung vermutlich nach den ersten verlorenen Prozesschen schnell kündigen usw. usf.

Ich würde in den einzelnen Schritten so wie wir das hier in den meisten Themen empfehlen immer schön deine Rechte verteidigen.
Eher mit der Schwejk-Methode als mit "Kopf durch die Wand".
Denn jedes Gericht wird natürlich die "brave Mitwirkungspflicht" bei der ARGe gemäß den Gesetzen ebenfalls sehen wollen und dich abblitzen lassen, wenn du zu offensiv auftritts - denn schließlich ist und bleiben auch die Gerichte bügerliche Gerichte ;-).

Und ggf. schließe dich einer Erwrbslosen- oder ähnlichen Initative an. Denn erst dann kann man sinnvoll Gegenmacht aufbauen, Widerstand leisten - "Gemeinsam sind wir unausstehlich - allein machen sie dich ein" heisst es richtig in einem alten spruch der Protestewegungen.
 

Ollli

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#16
Hallo Ethos,

ich danke Dir wirklich sehr für Deinen Kommentar und Deine Handlungsempfehlungen die ich mir sehr zu Herzen nehme.

Ich möchte meine Frage und meine derzeitigen Voraussetzungen noch mal etwas präzisieren..

Es ging mir darum, daß ich starken Streß empfinde, wenn ich mit Behörden (insbesondere der Arge) in Berührung komme. Auf mein Kundtun der Meinung vor dem SB kann ich ja erstmal verzichten. Ich rühre halt mit, werde aber, meinen Kindern zuliebe, nichts versauen, sofern ich da noch mal hin muß.

Der Staat versucht ja auch mit allen Mitteln vielen Menschen die Zahlungen vorzuenthalten, auf die sie kraft Gesetzes einen Rechtsanspruch haben. Ungefähr ein Drittel der Bescheide sind falsch, wie ich neulich gehört habe. Wohlgemerkt 1/3 der Bescheide, gegen die geklagt wurde. Ich will nicht wissen, wieviele Bescheide NICHT ANGEGANGEN WURDEN, WEIL MAN ANGST VOR WEITEREN REPRESSALIEN DER ARGE HATTE!

Ich stelle sachlich fest: Aufgrund meines Einkommens von ca. 700-900 EURO monatlich und der entsprechenden Anrechnung haben meine Frau und ich ja sowieso keinen Anspruch auf Leistungen in Form von ca. 2 mal 350 Euro (Regelsatz) von der Arge, weil der persönliche Regelsatz ja locker für 2 Personen erreicht wird. Richtig?

Also laufen Sanktionen die meines Wissens nur gegen den persönlichen Regelsatz erfolgen gegen uns sowieso völlig ins Leere. Davon das man das Wohnen nicht bezahlt bekommt, lese ich nichts. Sehr wohl jedoch haben meine Kinder Anspruch auf Leistungen, die zumindest in der Übernahme der Kosten für einen angemessenen Wohnraum plus Nebenkosten sind.

Ist das richtig? Ich sehe das schon so. Oder gibt es Einwände?

Natürlich werde ich "keinen Larry" :biggrin: auf der Arge machen und ich hoffe dass das nicht so rüberkommt. Aber ich versuche die Sache eben deutlich gelassener anzugehen!!! Das soll der Hauptunterschied sein! Ich danke Dir für den Tip. Ich werde natürlich nur in Begleitung gehen, wenn ich gehen muss
Ich arbeite gerne mit, aber was kann mir persönlich schon großartig passieren? Und unsere Kinder werden im Rahmen unserer Möglichkeiten großartig versorgt, bevor die uns weggenommen werden sollten, steht das auf Seite 1 in der Bild.
 

Ollli

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#17
In meiner weitläufigen Verwandtschaft kenne ich jemanden, der jetzt Hartz 4 bezieht:

Antrag abgegeben. Dort wurde mitgeteilt, er müssse sich 1-3 Monate auf Antwort gedulden.
Ergebnis:Nach nur 1 Woche (!) hatte er seinen Bescheid, alles easy und absolut streßfrei. :confused:

Hat noch jemand Lust einen Satz zu meinem Beitrag vom 13.01 zu schreiben? Aber eigentlich ist dazu ja auch schon alles geschrieben worden...

PS: Noch eine Fußnote. Es gibt ja ständig Gesetzesänderungen!
Was passiert eigentlich, wenn ich erkläre: Ich möchte kein HartzGeld, sondern nur weiterhin unten genannten Kinderzuschlag und Wohngeld beziehen (so wie es jetzt ja aktuell ist!)


"Andere sozialleistungen wie Wohngeld und Kinderzuschlag sind allesamt vorrangig vor Hartz 4 Bezug.

Der DGB begrüßt die neue Politik der Behörde. „Die vorgeschalteten Sicherungssysteme müssen ausgebaut werden, weil Hartz IV das demütigendste Hilfssystem ist“, erklärt Regionschef Uwe Polkaehn. Die Arge solle die Betroffenen beraten und nicht mit verschärften Überprüfungen reagieren, fordert Polkaehn. Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) verteidigt die Neuregelung. Viele würden den Bezug von Hartz IV als belastend empfinden. Dank Kindergeldzuschlag und höherem Wohngeld könnte man mehr Familien aus der Leistung herausholen....
 

ShankyTMW

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#18
Hallo Olli. Nur mal kurz auf die schnelle.

In meiner weitläufigen Verwandtschaft kenne ich jemanden, der jetzt Hartz 4 bezieht:

Antrag abgegeben. Dort wurde mitgeteilt, er müssse sich 1-3 Monate auf Antwort gedulden.
Ergebnis:Nach nur 1 Woche (!) hatte er seinen Bescheid, alles easy und absolut streßfrei. :confused:
Jetzt werd ich neidisch :icon_sad: Bei mir hats jetzt rund 2 Monate gedauert und muß wohl noch weiter gegen die KDU Geschichte bei mir vor gehen.

Hat noch jemand Lust einen Satz zu meinem Beitrag vom 13.01 zu schreiben? Aber eigentlich ist dazu ja auch schon alles geschrieben worden...
Keine Angst, nicht immer wenn niemand schreibt heißt das das da keiner Ideen zu hat etc. Aber wenn du ohnehin schon ähnliches passende im Forum gefunden hast - dennoch schau ich mal und vermix es hier im Post.

...Ich habe die zwei Besuche und die Arge als Institution als massiven Streß empfunden und bedauere jeden der da hin muß! Die Bezeichnung Kunde ist der reinste Hohn!...
Willkommen im Behördenhamsterrad von Hartz4 - die Feuertaufe hast jetzt hinter Dir :wink:
Aber stimmt schon. Das treibt einen echt in den Wahnsinn, ist ermüdend und nervend.

PS: Noch eine Fußnote. Es gibt ja ständig Gesetzesänderungen!
Was passiert eigentlich, wenn ich erkläre: Ich möchte kein HartzGeld, sondern nur weiterhin unten genannten Kinderzuschlag und Wohngeld beziehen (so wie es jetzt ja aktuell ist!)
Muß ich grad passen - aber Wohngeld und andere Ämter würd ich jederzueit gern gegen die ARGE eintauschen wenn ich das grad aktuell könnte.

Es ging mir darum, daß ich starken Streß empfinde, wenn ich mit Behörden (insbesondere der Arge) in Berührung komme. Auf mein Kundtun der Meinung vor dem SB kann ich ja erstmal verzichten. Ich rühre halt mit, werde aber, meinen Kindern zuliebe, nichts versauen, sofern ich da noch mal hin muß.
Ist besser so, aber lass Dir von denen auch nicht alles gefallen und.. (ach, das hatten wir ja schon, Du weißt was ich mein denk ich :)

Ich stelle sachlich fest: Aufgrund meines Einkommens von ca. 700-900 EURO monatlich und der entsprechenden Anrechnung haben meine Frau und ich ja sowieso keinen Anspruch auf Leistungen in Form von ca. 2 mal 350 Euro (Regelsatz) von der Arge, weil der persönliche Regelsatz ja locker für 2 Personen erreicht wird. Richtig?
Jain - also Berechnet wird das bei Euch - jetzt nur ganz ganz grob ohne jegliche evt. noch vorhanden Feinheiten - so festgelegt:

Regelsatz pro Person (sind bei 2 Leuten 323 EUR pro Kopf, 359 bei Singlehaushalten) plus dem Mietanteil pro Kopf - und das Ergebnis wird Dem jeweiligem Personeneinkommen gegenüber gestellt. Was über bleibt wäre dann der Bedarf den die ARGE zahlt.

Also laufen Sanktionen die meines Wissens nur gegen den persönlichen Regelsatz erfolgen gegen uns sowieso völlig ins Leere. Davon das man das Wohnen nicht bezahlt bekommt, lese ich nichts.
Gegen den Regelsatz sicher, aber wenn da Mietgelder usw. im Spiel sind schon. Haarig wirds auch bei 100% Sanktionen, da fällt gleich alles weg mit inkl. der Kranken- & Rentenversicherung für die Zeit. (Das jetzt nur allgemein zum: sowas gibts anscheinend nicht)

Sehr wohl jedoch haben meine Kinder Anspruch auf Leistungen, die zumindest in der Übernahme der Kosten für einen angemessenen Wohnraum plus Nebenkosten sind.
korrekt denk ich, aber ich muß gestehn das ich erst nachlesen muß wie das jetzt genau bei Dir alles zusammen gesetzt ist.

Natürlich werde ich "keinen Larry" :biggrin: auf der Arge machen und ich hoffe dass das nicht so rüberkommt. Aber ich versuche die Sache eben deutlich gelassener anzugehen!!!
Besser ist das - und es gibt dazu noch so ein paar schöne Tricks um auf andere Art und Weise seinen "Larry" dort raus zu lassen - Bürokratie Rückschlag zum Beispiel (so nenn ich es) und ein paar andere nette Dinge wie Klagen ohne vorher zu sagen (ist eh besser denen nciht gleich alles zu verraten ;-)

Ich arbeite gerne mit, aber was kann mir persönlich schon großartig passieren? Und unsere Kinder werden im Rahmen unserer Möglichkeiten großartig versorgt, bevor die uns weggenommen werden sollten, steht das auf Seite 1 in der Bild.
Och, glaub man - die sind erfinderisch. Gerade was EGVs und Bürointerne Einschüchterungen angeht, Pokern um Luftblasen...

Warts erstmal ab. Wenn Du Glück hast hast du Ruh, ansonsten sind wir auch noch alle da - wenigstens im Forum.
 

Ollli

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#19
auch wenn ich wenig schreibe, so lese ich doch immer noch häufig mit. Großer Dank an alle, die hier mit Rat und Tat zur Seite stehen! Die SB der Familienkasse hat übrigens die Wahrheit gesagt und ich habe eine gute Nachzahlung vom Kinderzuschlag bekommen, die ich bis jetzt nur z.T. anrühren musste, da wir uns "an ein Leben in relativer Armut gewöhnt haben, trotz Arbeit"

Ich habe mir gestern bei Media Markt einen 117 cm Breitbildschirm... :icon_evil: Nein, nein das war Ironie... :biggrin:

Wenn ich mir das alles so richtig überlege...man müsste mit allen Wassern gewaschen sein. Son ekliger SB so wie ich den hatte, der dürfte einen garnicht erschrecken können. Das müsste gepflegt an mir abtropfen und mich nicht gedanklich so stark beschäftigen, wie es mich beschäftigt hat, obwohl ich noch nicht einmal meinen Antrag abgegeben habe!!!

Als kleiner Selbständiger viel gearbeitet (ich will garnicht wissen, wieviel Stunden das waren) und wirklich in den letzten Jahren keinen Urlaub gemacht und an eine "Urlaubs Reise" war schon garnicht zu denken, immer in der Hoffnung, daß Geschäft läuft schon mal gut an. Hoffnung ist aber ein falscher Ratgeber. Leider. :frown:

Ich stelle fest, daß ich mich an dieses "arme" Leben schon irgendwie gewöhnt habe. Beispiel: Das ist kein Witz. Wenn wir nicht die Kinder hätten, dann wäre hier nirgendwo die Heizung an und zwar auch jetzt (!) oder höchstens auf Sparflamme. Ok meine Frau hat da auch Probleme mit, aber wenn Du nie die Heizung aufdrehst und nie heiß duschst, dann hat auch einen Abhärtungseffekt zur Folge. Ich sitze hier im Wohnzimmer allein bei 17 Grad. macht mir nichts aus, ich könnte hier sogar im T Shirt sitzen.

Ich hoffe dass meine Folgeanträge bezüglich Wohngeld und Kinderzuschlag problemloer bearbeitet werden. Ansonsten habe ich mich bereits nach einer ALGII-erfahrene Begleitperson umgeschaut. Die Arge betrete ich nicht mehr allein. Das war schon mal ein wichtiger Tip.

Noch was zum Schluß. Armut ist scheisse! Ich möchte zum Beispiel streßfrei die heizung aufdrehen können.

Das Urteil heute war ja zumindest hoffentlich nicht schlechter für uns. Dann müsste das Wohngeld und der Kinderzuschlag ja auch etwas angepasst werden oder wies seht ihr das?!
 

ethos07

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#20
Hi Olli, gut, dass du Frau und Kids nicht im allzu Kühlen sitzen lässt ;-) - wir haben alle unterschiedliche Wärmebedarfe und bei _zu_ viel Abhärtung holen sich manche auch einfach ständige dicke Erkältungen ...
Da sich das heutige Urteil mit den Regelsätzen befasste, wird das soweit ich sehe, Wohngeld oder Kindergeld nicht berühren.

Besten, dass du nun weisst, dass man nur mit Beistand zum Amt geht :icon_daumen: - das nimmt einem schon sehr viel Druck, weil in der Regel dann auch die SBs sehr viel anständiger gleich sind .
 

Ollli

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#21
Off Topic:

Ich stelle fest, dass das Urteil bez. Hartz Sätzen für Kinder doch Mist ist. Da wird also der Bock zum Gärtner gemacht und ein neuer "Leistungskatalog" von der Arge mit heißer Nadel gestrickt, der genauso Müll ist, wie das ganze HartzUnrecht, DENN es wird seitens der Behörde alles getan und unternommen, um Menschen die Zahlungen auf die sie einen Rechtsanspruch haben, vorzuenthalten!

War völlig klar, daß die Richter nicht in der Lage waren, ein klares Urteil zu sprechen, daß z.B. heisst: 50 Euro mehr für Kinder. Nein, denn sie sind auch Profiteure dieses Systems.

Mit geht es garnicht so sehr allein um die Höhe der Hartz Sätze. Mir geht es darum, daß man offensichtlich als Harzer seine Menschenwürde an der Garderobe abgeben muß ! und ein schlecht gelaunter Sachbearbeiter aus Luftblasen Probleme gestalten kann und bei den Hilfebedürftigen nach Belieben EXISTENZÄNGSTE auslöst... dabei gibt es ein Grundrecht auf ein menschewürdiges Leben - in der Theorie!. In der Praxis wird gegängelt, Unterlagen noch und nöcher gefordert und die Menschen werden in die Ecke gedrückt mit dem Ziel am besten niemals einen Antrag zu stellen (so wie ich!) und nach Möglichkeit weniger zu haben als Hartz, bzw. der Staatkasse nicht zur Last zu fallen.

Ich habe meine Anträge auf Kinderzuschlag erneut gestellt. Der Wohngeldantrag wird nächsten Monat gestellt.

Sollte die mir Probleme machen, werde ich umgehend mit einer Begleitperson zur Arge gehen, denn ich bin nicht mehr bereit, weniger zu haben als das definierte Existenzminimum.

Die Blöd Zeitung macht mit, denn sie hetzt Niedriglöhner gegen Harzer auf, zum Vorteil des Großkapitals. So und nicht anders ist das! Ich habe lange gebraucht um das zu erkennen, aber besser zu spät als nie.
 

Ollli

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#22
Kleiner Nachtrag:

Wie verachtenswert die BlödZeitung ist, sieht man doch daran, wie sie den offensichtlich mindestens psychisch schwer angeschlagenen DauerHarzer Arno D. zum Nachteil aller Harzbezieher instrumentalisiert oder besser gesagt durch den Dreck zieht und vorführt. Gibt es hier eigentlich kein Kotzsmiley?
 

DVD2k

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#23
OT doch es gibt sogar 2 : :icon_kotz::icon_kotz2:
Kleiner Nachtrag:

Wie verachtenswert die BlödZeitung ist, sieht man doch daran, wie sie den offensichtlich mindestens psychisch schwer angeschlagenen DauerHarzer Arno D. zum Nachteil aller Harzbezieher instrumentalisiert oder besser gesagt durch den Dreck zieht und vorführt. Gibt es hier eigentlich kein Kotzsmiley?
 
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#24
da ein Anspruch erst ab Antragsabgabe besteht kann ich mir keinen Sanktionsgrund vorstellen der jetzt schon greifen sollte, es sei denn Dein Antrag gilt bereits als gestellt- wenn auch mündlich, dann allerdings musst Du termine wahrnehmen , egal ob Du noch auf Entscheidungen oder dergleichen wartest


Arania, Du irrst!
Der Zeitpunkt der ersten Meldung ist Tag der Antragstellung.
Und da rückwirkend bewilligt wird (beii Anspruch) kann auch rückwirkend sanktioniert werden.
 

Ollli

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#25
Danke für die Info! :icon_smile:


Hier noch ein interessanter Meinungsbeitrag aus der Blöd. Die ich mir im übrigen wirklich (!) nie kaufe, weil ich diesen Müll nicht unterstützen kann. Allenfalls schaue ich in die onlineausgabe. Interessant das auch Menschen mit Verstand da manchmal schreiben.

:

Es hat nichtsd mit Stammtischpolitik zu tun wenn man das Existenzsicherungseinkommen für 160 Std. monatsarbeitsleistung fordert. Das erst ermöglicht nach dem unserem Grundgesetzt ein menschenwürdiges Dasein. Es kann nicht angehen das Bankgeier, Steuertrickser und Managergangster sich auf Kosten der Gewringverdiener auch noch an Hungerlöhnen bereichern. Das hat etwas mit Ethik und Solidarität zu tun. Aber diese "Vielfraße" würden das Erbrochene noch einmal runterschlucken, bevor sie die Notwendigkeit der Existenzsicxherungseinkommen einsehen würden. Egal ob die Binnenkaufkraft stiege und die Sozialabgaben für die Renten- und Krankenversicherung ebenfalls. Deshalb wollen Werstwelle & Co. die Systeme langsam aber sicher zerstören und amerikanische Verhältnisse in Deutschand eingeführt sehen. Jeder der das anders sieht, wird nicht nur arm, sondern auch dumm sterben.
 

Ollli

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#26
Off Topic:

Dieses Forum ist echt gut, weil 1. die Leute hier echt nett sind. Ich bin ziemlich sicher, daß ich mit den meisten auch in real live gut klarkommen würde und mit Sicherheit ein Bierchen trinken würde. 2. hier wird einem schnell und sehr kompetent weitergeholfen! 3. Wenn einer hier ein bißchen sein Herz ausschüttet, (siehe meinen ersten Beitrag) was für den einen oder anderen auch wichtig ist, wird man nicht gleich ans Kreuz genagelt. Das finde ich super! Da habe ich nämlich auch schon andere Erfahrungen gemacht!

Daher eine Frage: Hier wird ja auch zum Spenden aufgerufen, was ich auch schon gemacht habe. Wie ist denn die "finanzielle Lage" unseres Forums auf einer Skala von 1-10?! Muss man sich also Sorgen machen, dass man irgendwann einen schwarzen Bildschirm hat, weil nicht genug Kohle zusammen gekommen ist? Ich bitte um Aufklärung!

Daran sollte und darf es hier ja wirklich nicht hapern!
 

Falke

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#27
Wie ist denn die "finanzielle Lage" unseres Forums auf einer Skala von 1-10?! Muss man sich also Sorgen machen, dass man irgendwann einen schwarzen Bildschirm hat, weil nicht genug Kohle zusammen gekommen ist? Ich bitte um Aufklärung!

Dann schicke mal bitte dem Martin eine PN, evtl. kann er Dir etwas dazu sagen. :icon_smile:

Denke aber genau so wie Du. :icon_daumen:
Gruss
Falke
 

Ollli

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#28
Ich habe jetzt den Folgeantrag für den Kinderzuschlag ab 1.1.10 für unsere 2 Kinder abgegeben und bin mal gespannt, ob das wieder 1 Jahr und drei Monate dauert.
Zudem werde ich im Laufe der Woche einen Folgeantrag beim Wohngeldamt holen. Wohngeld läuft am 31.03. aus.

...und wieder geht der Streß los.

Für mich persönlich ist das nach den Erlebnissen auf der Arge erst einmal die bessere Alternative, als ein Hartz Aufstocker zu sein. Hoffentlich werden meine Anträge wenigstens einmal für mich streßfrei bearbeitet...

Ich werde Euch ungefragt auf den Laufenden halten. :biggrin:

Off Topic:

Heute war eine Superdiskussion im Radio, die ich leider nur teilweise verfolgen konnte. Da war die Vorsitzende der Erwerbsloseninitiative und ein Radioteilnehmer (und noch son paar andere ArbeitgeberPampel, die nicht wissen, was arm sein bedeutet)

Diese Dame und der Hörerbeitrag haben dermaßen Klartext geredet, daß mir fast die Tränen gekommen sind, ich rechts ranfahren musste und den Rest sehr aufmerksam zugehört habe.

Glasklare verständliche Worte, mir aus der Tiefe meiner Seele gesprochen!

Ich kann das nicht alles im einzelnen widergeben, aber der Hörer hat sinngemäß gesagt (und jeder der älter ist als 30 kann das bestätigen) daß es früher für ihn möglich war von seinem Zeitarbeitsgehalt seinen UND den Unterhalt seine Kinder zu bezahlen!
Soviele Berufe, von denen man früher zwar keine großen Sprünge, aber immer leben konnte sind einfach weggebrochen. Friseurin, Pflegekräfte und und und... sie alle arbeiten Vollzeit und müssen noch zum Amt betteln gehen (ich auch!). Früher war das völlig unnötig! Der Hörer meinte, er kenne viele, die neben Hauptjob noch Nebenjobs ausüben, damit sie über die Runden kommen. Die garkeine Zeit mehr haben, für Hobbys wie Sport sondern stattdessen von Job zu Job hetzen.

Das Fazit ist jedenfalls das die Arbeit menschenwürdig bezahlt werden muss und gut ist. Zeitarbeit ist nichts weiter als staatlich subventionierter Sklavenlohn. Von der Politik so gewollt, daher ändert sich auch nichts! Derzeit wird die Zeitarbeitsmafia vom Staat unterstützt und Arbeiitslosigkeit nicht als gesellschaftliches Massen-Problem anerkannt. Stattdessen wird der einzelne Arbeitslose beschimpft und als Faulenzer diffamiert! Das ist ein unhaltbarer Zustand! Laut Erich Fromm (habe ich auch noch nie von gehört) ist es so, daß die meisten Menschen definitiv arbeiten wollen, (ich ja defintiv auch!) . An diesem Umstand würde auch ein Bedingungsloses Grundeinkommen nichts ändern. Der Mensch ist dazu geboren, etwas sinnvolles zu tun!
An Beispiel des Arno D., der derzeit von der Mainstreampresse mißbraucht wird, sieht man doch, dass die Unterschicht gegeneinader aufgehezt werden soll, damit andere sich weiterhin die Taschen vollstopfen können.
Das Arno psychisch nicht auf der Höhe ist, sieht man doch sofort! Warum sollte man also einen Menschen wie Arno D. oder ältere Menschen überhaupt noch zum Arbeiten zwingen? Völlig unsinnig!

Bei mir hat der Blöd-Bericht (die ich im übrigen nur online reinschaue, diesen Müll würde ich nie mit meinem Geld unterstützen!) über Arno D. nur MITLEID mit ihm ausgelöst. Bezahlt den Mann sein Apartment, und sein Essen. Bietet ihm Hilfe an, auch psychologische, aber zwingt ihm nicht weiter, denn das ist pervers!

Jegliche Sanktionszwangsmaßnahmen betreffend eines Existenzminimus was Hartz4 ja zweifellos darstellt gehören im übrigen ersatzlos für alle abgeschafft!
 

Ollli

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#29
Ich habe mal eine Frage. Ohne große Vorerklärungen komme ich sofort zur Sache. :biggrin:

Ich möchte gerne einen "Notordner" anlegen.

Das ganze mit einen "Notfallparagrafen", bzw. "Gesetzestext", falls es denn hoffentlich sowas gibt, für die Arge versehen, um meine Familie, falls ich Unfall/Krankheit habe, abzusichern!

Denn meine Frau ist aus Gründen, die ich hier nicht näher erläutern möchte, nicht in der Lage mit einem SB der Arge herumzuärgern.


Im Falle meiner schweren Arbeitsunfähigkeit (und ich meine wirklich arbeitsunfähig und nicht 38 Grad Fieber) brauchen wir Hilfe SOFORT und SCHNELL. Und sei es auch nur dass die Arge in diesem Fall die Miete übernimmt und Essensgutscheine herausgibt, OHNE GROSSES TAMMTAMM!!!!!!!!!!!

Denn was passiert denn aktuell, wenn ich als Niedriglohn-Kleinkrauter Selbständiger arbeitusunfähig erkranke?

Richtig. Meine Frau, unsere 2 Kinder und ich haben dann NICHTS. Wir stehen mit leerem Kühlschrank da! Da darf ich garnicht drüber nachdenken!

Was gehört in den Ordner Seite 1: Telefonnummer eines Rechtsanwaltes? Kontoauszüge?! oder besser: Der Paragraf der die Arge bindend verpflichtet im Falle der Mittellosigkeit durch Krankheit uns SOFORT und UNMITTELBAR ZU helfen. Am besten gleich die möglichen Folgen/Anzeigen die sofort von uns gegen die Arge erstattet werden, wenn sie meine Frau - egal aus welchen Grund mit leeren Händen ohne Essensgutscheine und Kostenübernahme wieder wegschicken!

Das ist eine wirklich große Sorge die mich umtreibt.
 

Ollli

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#30
hat jemand ne Idee für mich oder ist das wieder son doofer Beitrag von mir?! :icon_smile:
 

gast_

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#31
Olli, so einen Notordner anlegen - schön wärs, wenn das möglich wäre!

Man kann sich Infos abspeichern - ja - aber die werden nie in jedem Fall und jeder Situation weiter helfen.

Wenn deine Frau im Notfall nicht klar käme, mußt du versuchen jemanden zu finden, der ihr beistehen kann.
 

ShankyTMW

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#32
Ich möchte gerne einen "Notordner" anlegen.

"hat jemand ne Idee für mich oder ist das wieder son doofer Beitrag von mir?!"
Blöde Idee nicht, aber auch nicht völlig einfach. Dazu siehe auch Kiwis Post vorher.

Ein paar Dinge gibts aber schon, die so ein Ordner enthalten kann:

Das ganze mit einen "Notfallparagrafen", bzw. "Gesetzestext", falls es denn hoffentlich sowas gibt, für die Arge versehen, um meine Familie, falls ich Unfall/Krankheit habe, abzusichern!
Vergiss es. Sowas gibts nicht. Die nächst mögliche Ortsansässige Ini, an die sich Deien Frau/Familie wenden kann oder Vertrauenspersonen. Das ist alles was da bleibt. (Hoffe ich hab den Abschnitt richtig verstanden - ging Dir nur um den ARGEn Krampf und alles drum herum)

Im Falle meiner schweren Arbeitsunfähigkeit (und ich meine wirklich arbeitsunfähig und nicht 38 Grad Fieber) brauchen wir Hilfe SOFORT und SCHNELL. Und sei es auch nur dass die Arge in diesem Fall die Miete übernimmt und Essensgutscheine herausgibt, OHNE GROSSES TAMMTAMM!!!!!!!!!!!
OHNE großes TamTam geht bei der ARGE dann generell nix. Selbst wenn ihr die Gesetzestexte ausgedruckt habt und den Teamleitern um die Ohren haut. Sich da nicht abwimmeln lassen bleibt da niemanden ersparrt.

Also was legt man da in so einen Ordner?

Eine Kontaktseite für den Rechtsbeistand inkl. Internetadressen für Rechtsauskünfte, Örtliches Amtsgericht udn Sozialgericht. Plusd, sofern Vorhanden, Ortsnächste ELO-Ini/Inis.
Auch wenn mich der ein oder andere steinigen mag: die Kontaktadresse zu der Caritas und der Diakonie und der Tafel. Das auch nur für den akutesten Notfall. Die Caritas vergibt zur Not auch beglaubigungsschreiben und wenn alle stricke reißen gibts bei beiden Vereinen erstmal Beratungsstellen (auch wenn ich zu beiden Vereinen als 1EUR Kräfte Nutznießer wirklich eher geteilter Meinung bin - es ist eine Anlaufstelle für den absoluten Notfall).

Dann noch die Seite mit dem Gesetzestext zum Paragraphen SGB 10 §13 Absatz 4 für den Begleitservice - nur für alle Fälle.

Gerichtsurteile, nur das was aktuell von Belang ist und für euch wichtig, plus Dienstanweisungen und sonstiges wichtiges dazu (das ist der schwierige Teil den man zum einen nicht vorher sehen kann, zum anderen wo sich immer mal was verändert).

Auch wichtig wären Notizen zu SBs/PAPs und sonstigen Leuten udn deren Teamleitern plus Kontaktdaten. Dazu die Beschwerdestelle in Nürnberg (steht hier irgendwo alles)

Und dazu noch:
Das kleine 1×1 Zahltag Duisburg

Und auch hier findest Du einiges was Du ausdrucken und in die Mappe einpflegen kannst:
Harald Thome - Download

Der Folienvortrag zum Beispiel fürs bessere Verständnis mit dem SGB und allem drum herum.

Zugegeben, das sind jetzt mehr Verhaltensregeln/tips und Allgemeininfos statt Paragrafen. Aber auch äußerst Hilfreich.

Zu guter letzt noch Blätter für Notizen und einige Vordrucke und eine Vorlage für Gesprächsprotokolle. Diese kann ein Begleiter oder man selbst dann bei jedem Termin oder ARGE Besuch verwenden.
Ausfüllen und am Ende des gesprächs abstempeln udn unterschreiben lassen (gilt auch für Unterlagen die Eingereicht wurden plus deren Kopien).

Das wären so meine Ansätze dafür, auch wenns etwas dürftig ist. Aber Deine Frau wird halt nie drum rum kommen sich mit der ein oder anderen PAPnase herum streiten zu müssen wenns drauf ankommt - das kann einen so ein Ordner niemals abnehmen. Evt. nur ein Anwalt für Sozialrecht.
 

Ollli

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#33
Dein Beitrag ist ja nun wirklich nicht dürftig, sonder wieder mehr, als ich erwarten durfte.!Vielen Dank dafür, lieber Shanky!

Den Notfallordner habe ich jetzt mal angefangen anzulegen. Dort befindet sich mein bereits komplett ausgefüllter Antrag, den ich damals nicht weiterverfolgen musste, weil Kizuschlag gewährt wurde.

Zudem oben drauf die Adresse und Ansprechpartner der örtlichen Inititative. Der Sozialarbeiter ist ein wirklich SEHR netter Mensch und ich bin mit ihm gelegentlich in Kontakt. Zudem die Anwältin für Sozialrecht bei der ich mal war. Und Deinen Paragrafen mit dem Beistand, bzw diesenb hochinteressanten link!
Das ist schon mal ganz gut fürn Anfang! :icon_smile:
 
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