Termin bei neuem SB: Ich soll eine meiner Bewerbungen mitbringen! Fragen dazu (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Maddrax

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Hallo,
ich bin über 50, aber nicht in einem Ü-50 Programm (da war ich mal eine Zeit lang).
Bin schon mehrere Jahre Arbeitslos.

Anfang Februar habe ich einen Termin bei neuem SB.
Allgemeiner Grund
'Ich möchte mit Ihnen Ihre berufliche Situation besprechen'

"Einladung" kam vor ca. 10 Tagen.
Habe SB einen kurzen, höflichen Brief geschrieben, SB möge mir bitte schriftlich präzisieren, um was es in dem Gespräch bitte konkret gehen solle, damit ich mich vorbereiten könne.

Das war wohl eine Fehler !!

Darauf hin kam Ende letzter Wochen Abends ein Anruf von SB auf mein Handy.

Ich wollte das Gespräch eigentlich gleich wieder beenden, aber SB war retorisch dermassen gut drauf und hat mich demassen retorisch überrollt.
Dem bin ich nicht gewachsen.

Hier eine kurze Zusammenfassung des Telefonats


Auf meinen Brief den ich geschrieben habe, wollte SB mir nun am Telefon sagen, um was es in dem Gespräch gehen soll.
Auf meine Antwort, ob SB mir das nicht in einem Brief schreiben könne, sagte SB, ein Brief sei da nicht üblich, SB wolle mir das jetzt sagen. Und ich würde ja schon länger im Leistungsbezug stehen und würde diese Gespräche doch kennen.

SB wollte mit mir bei dem Gespräch darüber reden, wie SB mir helfen könne, wieder eine Arbeit zu finden.
Ich solle mir bis zum Gespräch darüber Gedanken machen, wie SB mir dabei helfen könne.

Ich soll meine Bewerbungsbemühungen mitbringen

Ausserdem solle ich eines meiner Bewerbungsschreiben mitbringen. Auf meinen Einwand, ein Bewerbung sei eine Privatangelegenheit reagierte SB genervt. das
sei nicht wahr, ich würde die Bewerbungen ja auch zu den Arbeitgebern schicken.
SB wolle die Bewerbung online in mein Bewerberprofil aufnehmen.

Ausserdem wolle SB mit mir bei dem Termin eine neue EGV abschliessen:


SB lies mich kaum zu Wort kommen und hat das Gespräch, nachdem SB angebracht hatte, was SB loswerden wollte, SOFORT und kurz angebunden beendet.
Ich konnte mich so schnell gar nicht richtig verabschieden.
soweit das Gespräch nach meiner Erinnerung.

SB ist mir retorisch haushoch überlegen und daher brandgefährlich !!
Ich habe riesen Angst vor dem Termin.
Ob mein Beistand, der sonst schon öfter dabei war, mit kommen kann, ist leider sehr fraglich.

Ich hätte jetzt mal einige Fragen, bitte:

MUSS ich wirklich eines meiner Bewerbungsschreiben mitbringen?
Oder gibt es da irgendwas, was ich dagegen vorbringen kann ?
Und dann, in meine Bewerberprofil aufnehmen ?
Das will ich eigentlich nicht.


Dieses
Ich solle sagen, wie SB mir helfen könne
halte ich für ganz gefährlich und eine Falle!!
Wie soll ich mich da verhalten ?
Was soll ich da sagen ?
Helfen kann SB mir eh nicht, lediglich schaden !!

Bitte helft mir durch gute Tipps, Vorschläge, Ratschläge

Danke !
 

Ramsesrock

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Egal, wie gut Deine Brwerbung ist - SB wird sie als schlecht beurteilen und sieht dringenden Bedarf für ein x-wöchiges Bewerbungstraining. Dieses wirst Du dann in Deiner neuen EGV finden. Da wird auch d'rinstehen, daß Du alle Dir Vorgelegten Verträge und Schriftstücke unterschreiben musst (Vom Bewerbungstrainingmaßnahmeträger)((geiles Wort)) Und genau das wirst Du hoffentlich nicht tun. Stichwort: Persönliche Vertragsfreiheit.
 

Texter50

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Tipp 1:
Bitte höre auf mit Deinem SBchen zu telefonieren. Das bringt Dich nicht weiter und zieht Dich nur runter. :icon_knutsch:

Tipp 2:
Schau, dass Du nur noch mit nem Beistand da aufschlägst, wenn Dich Dein SBchen zu sich zitiert.
Neben den Leuten aus dem Forum kannste Dich auch an die Mitläufer wenden, die es in vielen Städten gibt. :icon_knutsch:

Tipp 3:
Nimm eine optimale Bewerbung mit, die Du vorzeigen kannst. Und ich meine da, nur vorzeigen und nicht aus den Händen geben. :biggrin:

Tipp 4:
Beschäftige das SBchen. Such Dir ne passende Weiterbildung aus dem Kursnet, die Du haben möchtest und beantrage dafür nen Bildungsgutschein. Der Papierkram dafür ist immer wieder zeitraubend.

Tipp 5:
EGV nicht vor Ort unterschreiben sondern zur Durchsicht mitnehmen. Falls es ein fieses SBchen ist, hälst Du nen Stift parat, als würdest Du unterschreiben. Statt den Stift auch zu schwingen, steckste das Teil inne Tasche und gut is.

Tipp 6:
Nimm Dir nen Block und nen Stift mit und schreibe mit, was das SBchen so von sich gibt. Das verunsichert die SBs ganz schrecklich und damit kannst Du Zeit schinden, bis Du antworten möchtest. Lass Dir das Gespräcjsprotokoll ausdrucken, das steigert das Mitschreiben nochmals.

Kopf hoch, auch das SBchen lebt von Steuergeldern und das scheints länger als ne Woche. Nur diese Steuergelder sind verschwendet, wenn sie nur ausgegeben werden, um Dich zu nerven statt Dich zu unterstützen. :wink:
 

0zymandias

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Ergänzung zu Tipp 1: Lerne aufzulegen. Insbesondere bei rhetorisch Begabten erhöhter Brandklasse.

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz zum Thema Telefonauskünfte unter Internetauftritt des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit - Fragen und Antworten - Arbeitslosengeld II

Telefonauskünfte

Angabe der Telefonnummer Die Angabe der Telefonnummer ist freiwillig. Sie zählt zu den Sozialdaten i.S.d. § 67 SGB X, die vom Jobcenter aber nur erhoben werden dürfen, sofern sie für die Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind. Bei Telefonnummern ist dies aber nicht zwingend der Fall. Die BA weist in ihren Ausfüllhinweisen zum Antragsvordruck Arbeitslosengeld II auf die Freiwilligkeit der Angabe hin. Befragung durch Call-Center im Auftrag der BA Bei einer telefonischen Befragung durch Call-Center im Auftrag der BA besteht keine Pflicht zur Beantwortung. Die Teilnahme ist stets freiwillig. Hierauf ist zu Beginn der Befragung durch den Anrufer hinzuweisen. Mitwirkung des Antragstellers Am Telefon müssen keine Auskünfte gegeben werden. Zwar hat ein Antragsteller die Pflicht, alle Tatsachen anzugeben, die für den Leistungsbezug erheblich sind (§ 60 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 SGB I). Eine Pflicht zur telefonischen Auskunftserteilung ergibt sich daraus jedoch nicht. Eine Bitte um telefonische Auskunft kann ohne Nachteile bei der Leistungsgewährung verweigert werden. Sofern weitere Informationen erforderlich sind, kann der zuständige Sachbearbeiter den Antragsteller zu einem persönlichen Gespräch einladen und die benötigten Daten erfragen. Es ist aber zu beachten, dass eine Weigerung, bestimmte Auskünfte zu erteilen, nachteilige Folgen haben kann (§ 66 SGB I).
 

Feuerdorn

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Was ich, auf Anraten der erfahrenen User hier, auf jeden Fall gemacht habe und was ich Dir auch raten würde, lass deine Telefonnummern und Emailadresse löschen.
Hier das Anschreiben dafür:

Einfach nur anpassen und nachweisbar abschicken :biggrin: :

Name......................................................
Strasse....................................................
PLZ/Ort....................................................
BG.-Nr......................................................

xx.xx.2014

An das
Jobcenter .............................................
Strasse ............................................................ .
PLZ/Ort ............................................................ .






Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Antrag auf Löschung meiner bereits erhobenen, aber nicht erforderlichen Daten (§ 84 Abs. 2 SGB X)


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesbeauftragte für Datenschutz hat beim Antrag auf Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II folgende Datenerhebungen problematisiert:


Festnetznummer/Mobilfunknummer und E-Mail Angaben sind nicht notwendig
sondern freiwillig.

Ich fordere hiermit gemäß § 84 Abs. 2 SGB X die Löschung meiner bereits gemachten Angaben. Um die Datenlöschung überprüfen zu können, erwarte ich bis zum (Frist von 14 Tagen setzen, Datum) einen entsprechenden Nachweis.


Mit freundlichem Gruß
 

Fritz Fleißig

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@Maddrax

Wenn ich die bisherigen Ratschläge noch ein bißchen ergänzen darf:

1. Der Arbeitsvermittler darf lediglich Einsicht in eine Musterbewerbung von dir verlangen, um zu beurteilen, ob diese den üblichen Maßstäben genügt. Eine Abspeicherung deiner Bewerbungsunterlagen oder deren ungefragte Weiterleitung an Arbeitgeber ist nicht gestattet. Es handelt sich bei deinen Bewerbungen in der Tat um Privatkorrespondenz zwischen dir und einer Firma. Die Arbeitsagentur ist lediglich außenstehender Dritter und darf dir VV schicken. Wie du dich bewirbst, entscheidest immer noch du.

2. Nimm dir ein besonders gut gelungene Bewerbung von dir zum Vorzeigen mit. Auf einigen Bewerbungsseiten - ich glaube, es war stepstone.de - findest du sogar eine Art Generator für bewährte Bewerbungen, auch hinsichtlich der äußeren Form. Was will der SB gegen eine Bewerbung sagen, die den Maßstäben eines professionellen Bewerbungsportals entspricht?

3. Außerdem ist der SB dir keinesfalls rhetorisch überlegen, wie du meinst. Das geschilderte Verhalten entspricht dem eines aufdringlichen Haustürvertreters, der sein Gegenüber nicht zu Wort kommen läßt und mit einem Wortbrei überschüttet. Wer rhetorisch wirklich gut ist, setzt hingegen Sprache prägnant und gezielt ein. Wenn dich der SB also vollzusabbeln versucht, dann atme einfach mal tief durch, mache eine Pause und überlege dir kurz, ob das alles überhaupt stimmt.

4. Genauso kann es niemals schaden, wenn du dir tatsächlich vorab überlegst, was die AfA für dich tun könnte, zumindest theoretisch. Beispielsweise eine wirklich sinnvolle Fortbildung bezahlen. Du solltest solche Vorschläge niemals nur der Gegenseite überlassen, sonst kommt oft nur Unsinn heraus.
 

Texter50

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Warum fragst du da auch nach... wenn in dem Schreiben nicht steht, dass du etwas mitbringen sollst, gehst du ohne alles zum Termin!
Wenn das TE eine schriftliche Nachfrage startet, ist das nicht immer und zwingend ein Fehler. Derartige Reaktionen des SBchens zu unterbinden, darin sollte das Ziel liegen.

Wenn du schon mehrere Jahre beschäftigungslos bist, ist es in der Tat komisch, dass du wegen einem Meldetermin jetzt so einen Aufriss machst. Ist doch nicht dein Erster???
Muss ich diesen Kommentar im Hilfebereich haben?
Nein, sicher nicht. :icon_knutsch:
Es soll schon öfters vorgekommen sein, dass ein TE die Dinge spät hinterfragt, weil die Dinge irgendwann nerven. :icon_knutsch:
 

Roter Bock

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Moment mal...

...wo bitte ist die rechtliche Grundlage dafür eine Bewerbung als Musterbewerbung vorzuzeigen. Das möchte ich doch vorher wissen.
Hat er eine? Und jetzt bitte nicht mit dem Kaugummi - Mitwirkungs § kommen.

Dazu kommt das er den Wunsch, wenn ich das mitbekommen habe "mündlich" per Telefon geäußert hat. Also - nicht gehört, nicht belegbar.

Blowin in the wind..

Roter Bock
 

Fritz Fleißig

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...wo bitte ist die rechtliche Grundlage dafür eine Bewerbung als Musterbewerbung vorzuzeigen. Das möchte ich doch vorher wissen.
Hat er eine? Und jetzt bitte nicht mit dem Kaugummi - Mitwirkungs § kommen.
Es muß nicht alles haarklein und explizit geregelt sein, was unter die (noch zulässige) Mitwirkungspflicht fällt. Nur ist es halt so: wenn sich jemand strikt weigert, ein Musterexemplar seiner Bewerbungen auch nur kurz zur Einsichtnahme vorzulegen, liegt der Schluß sehr nahe, daß er eine inhaltlich mangelhafte Bewerbung verstecken will, weil er generell nicht fähig ist, gute Bewerbungen zu schreiben. Im nächsten Schritt wird es sehr nahe liegen, daß er mit einer der tollen Bewerbungsmaßnahmen beglückt wird.

Das alles muß nicht so kommen. Aber es kann so kommen. Es gibt auch für Maßnahmezuweisungen keine strikt gesetzlich geregelten Kriterien. Der SB kann zuweisen, wenn er nach - wie heißt es so schön - "pflichtgemäßem Ermessen" den Eindruck hat, daß die Maßnahme für den Kunden hilfreich sein wird. Wenn man dann argumentieren will, daß eine Bewerbungsmaßnahme nichts bringt, weil man das alles schon beherrscht, wird es früher oder später unumgänglich sein, einen Beweis seines diesbezüglichen Könnens vorzulegen.

Unter rein praktischen Gesichtspunkten würde ich deshalb hier dem SB eine besonders gut gelungene Bewerbung präsentieren, um ihm gleich von Anfang an ein bißchen diesbezüglich "den Wind aus den Segeln" zu nehmen.
 

Maddrax

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Danke an alle die bislang geantwortet haben.
Ich seh jetzt ein bissel klarer.

Ich werde eine besonders gelungen Bewerbung mitnehmen (alle meine Bewerbungen sind sehr gut), diese aber nur zur Einsichtnahme geben. Kein Copieren, kein auf irgendwelchem Internetprofil veröffentlichen.
BEVOR ich die aber zum Lesen geben, möcht ich eine rechtliche Grundlage wissen.

Ob ich meine Handynummer beim Jobcenter löschen lasse, weiss ich noch nicht (Festnetznummer ist eh schon lange gelöscht beim Jobcenter). Weil die Nummer von SB ist jetzt gespeicher und ich lass mich net nochmal so überfallen.
Problem ist allerdings wenn SB irgendwann wieder wechselt. Also, ich überleg noch...

Ich werd versuchen meinen Beitstand zu aktivieren.

Ich werd EGV selbstverständlich zum prüfen mitnehmen (ihr dürft dann mitprüfen )

Das mit der Weiterbildung vorschlagen, gestaltet sich schwierig, da bin ich noch am Suchen ...

Das mit dem Mitschreiben während des Gespräches ist ein guter Tip.
Werde Block und Stift mitnehmen.
 

Maddrax

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Tipp 6:
Nimm Dir nen Block und nen Stift mit und schreibe mit, was das SBchen so von sich gibt. Das verunsichert die SBs ganz schrecklich und damit kannst Du Zeit schinden, bis Du antworten möchtest. Lass Dir das Gespräcjsprotokoll ausdrucken, das steigert das Mitschreiben nochmals.
Hallo Texter50,

eines ist mir jetzt bei deinen Tipps noch aufgefallen.
Lass "Dir das Gesprächsprotokoll ausdrucken"


Welches Gesprächsprotokoll ?
Direkt jetzt das vom / beim Gespräch oder wie meinst du das?
 

n2ame22

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Ich solle sagen, wie SB mir helfen könne
halte ich für ganz gefährlich und eine Falle!!

Ein 0815 Termin "Ich möchte mit Ihnen Ihre berufliche Situation besprechen" und bringen sie ihre Bewerbungsunterlagen mit wird zum Weltuntergang erklärt :icon_mad:
 
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