Teilzeitarbeitslos, VV mit RFB bekommen für Vollzeit, Entfernung 58,8km

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Ich bekomme ALG aus einem 32-Stunden-Job und habe mich für maximal 32 Stunden dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt. Beim ersten Termin bekam ich eine EGV, in der es unter Ziele heißt:

"Aufnahme einer solzialversicherungspflichtigen Beschäftigung als xxx in Teilzeit bis max. 32 Wochenstunden in xxx und bis zu 40 km Umkreis."

Den zweiten Termin hatte ich dann bei einem anderen SB. Eine neue EGV habe ich nicht bekommen. Er hat aber in mein Bewerberprofil Vollzeit geschrieben und unter Bemerkungen: maximal 32 Wochenstunden. Ich habe das im Internet in meinem Profil gesehen. Die Folge ist, daß ich einen Haufen VV's für Vollzeit bekomme, bislang aber alle ohne RFB. Jetzt ist eine mit RFB gekommen, und das ausgerechnet für einen Arbeitsplatz, der laut Google 58,8 km von meinem Wohnort entfernt liegt, allerdings wegen Autobahn nur eine Fahrzeit von 38 min hat laut maps. Der Job ist für mich aufgrund der Tätigkeitsbeschreibung nicht interessant, mal ganz abgesehen davon, daß ich dort vor Jahren schon mal beim Probearbeiten war und die Arbeit einfach nur schrecklich fand.

Wie gehe ich jetzt vor? In die Bewerbung reinschreiben, daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte? Oder kann ich den VV gleich ablehnen, da für Vollzeit ausgeschrieben UND Entfernung über 40 km?
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
1.977
Bewertungen
1.896
Moin @HansimGluck,
Wie gehe ich jetzt vor? In die Bewerbung reinschreiben, daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte? Oder kann ich den VV gleich ablehnen, da für Vollzeit ausgeschrieben UND Entfernung über 40 km?
Sollte in dem Vermittlungsvorschlag nicht explizit eine wöchentliche Arbeitszeit von 32 Stunden in der Woche angegeben sein, weise diesen VV mit dem Hinweis auf deine EGV zurück.

Hinsichtlich der Fahrzeit ist es hier wichtig zu ermitteln wie viel Zeit du für die Hin - und Rückfahrt zum Arbeitsplatz benötigst. Es zählt hier die Zeit vom Verlassen der Wohnung bis zum Arbeitsort und zurück. Den Weg zu deinem künftigen Arbeitsort möchtest du dann natürlich nur mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln vornehmen.:idea: Man kann dich nicht zwingen dein (altes?) Auto zu verwenden, oder verschleißen zu müssen.
Auszug aus dem §140 SGB III (4,2)
Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen.
Über die sonstigen Zumutbarkeiten findest du hier einige Hinweise: https://dejure.org/gesetze/SGB_III/140.html
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Ja, vielen Dank. Da hast du mir schon sehr geholfen. Also lehne ich dankend ab, da 1. für 40 Stunden ausgeschrieben und 2. die Fahrzeit mit Öffentlichen gute 3 Stunden einfach betragen würde. Mein Auto ist tatsächlich schon recht alt mit 320 000 km. Allerdings habe ich im Gespräch angegeben, daß ich mit meinem Auto zum Arbeitsplatz fahren würde, aber eben nur bis 40 km Entfernung. Ich wohne hier auf dem Land und würde ohne Auto wohl nie mehr einen Job finden.
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Also inzwischen hat mein SB sich zu der Angelegenheit geäußert. Er hat den VV rausgenommen, weil die Entfernung zu groß ist. Was die 40 Stunden betrifft, meinte er aber, daß das für sich alleine keinen Grund darstellen würde. Da es keine Stellenangebote für 32 Stunden geben würde, wäre ich verpflichtet mich auch auf Stellen für 40 Stunden zu bewerben. Ich solle dann halt in die Bewerbung reinschreiben, daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte oder es im Vorstellungsgespräch sagen. Zwischen 40 und 32 Stunden wäre seiner Meinung nach ja auch gar nicht so ein großer Unterschied. Was meint ihr dazu?
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
1.977
Bewertungen
1.896
Da es keine Stellenangebote für 32 Stunden geben würde, wäre ich verpflichtet mich auch auf Stellen für 40 Stunden zu bewerben
Da du sicherlich vorher auch nur einen 32 Std. - Wochenjob gehabt hast, und du auch angegeben hast weiter nur 32 Std. arbeiten zu wollen, wurde dein ALG-1 sicherlich auch nur auf eine ausgeübte 32 Std./Wo. errechnet. Deshalb meine ich, dass du dich nicht über diese Stundenzahl hinaus auf Jobangebote bewerben müsstest. Verlange doch mal von deinem SB die Nennung der Rechtsgrundlage darüber, worauf sich seine getätigte Feststellung stützt.
Ich solle dann halt in die Bewerbung reinschreiben, daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte...
Wäre zwar eine Überlegung wert, aber eine Verpflichtung dich derart zu bewerben sehe ich nicht. Gerade auch mit Hinblick darauf, wenn das Unternehmen eindeutig eine Vollzeitkraft suchen sollte.

Hast du eigentlich eine EGV mit der AfA abgeschlossen?
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
In der EGV wurde ausdrücklich Teilzeit vereinbart. Ich habe jetzt aber einen anderen SB, von dem ich keine EGV bekommen habe. Die EGV dürfte dadurch aber doch nicht ihre Wirkung verlieren. Und ja, mein ALG wird aus einem 32-Stunden-Job berechnet, so daß die mir da auch nichts kürzen können.

Ich habe mich inzwischen schon auf viele VV's ohne RFB für 40-Stunden-Woche beworben, um meinen guten Willen zu zeigen. Aber die Antworten, die ich bekomme, sind immer dieselben. Die Leute fragen mich in der Regel ganz ungläubig, wo sie denn eine Teilzeitstelle ausgeschrieben hätten. Für mich ist das völlig unnützer Arbeitsaufwand. Wenn die da reinschreiben, daß sie eine Vollzeitkraft suchen, werden sie nicht eine Teilzeitkraft einstellen. Mein SB meint aber, daß die Arbeitszeit doch verhandelbar wäre.
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
1.977
Bewertungen
1.896
In der EGV wurde ausdrücklich Teilzeit vereinbart. Ich habe jetzt aber einen anderen SB, von dem ich keine EGV bekommen habe.
Solange du eine gültige EGV hast, müssen sich die Partner auch daran halten. Auch der neue SB hat sich dieser EGV unterzuordnen. Sollte die Gültigkeit deiner EGV unbefristet sein und bereits 6 Monate bestand haben, müsste/könnte die EGV ggf. angepasst werden, sofern hier wichtige Gründe vorhanden sein sollten. Die Forderung jetzt 32 Std. statt 40 Std./Wo. arbeiten gehen zu müssen, sehe ich dann aber nicht als ausreichend begründet an. Sollte deine EGV eine genaue Gültigkeit von 6 Monate haben, und die Zeit ist noch nicht abgelaufen, müsste diese EGV sowie erst von der AfA aufgekündigt werden, um mit dir eine „Neue“ vereinbaren zu können. Diese Kündigung müsste ausführlich begründet werden. Nur die Änderung der Arbeitsstunden als Grund heranzuziehen zu wollen, dürfte hierfür jedoch nicht ausreichend genug sein die vorhandene noch gültige EGV aufzukündigen.
 

AnonNemo

Vorlagenmoderation
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.511
Bewertungen
6.037
vidar meinte:
Wäre zwar eine Überlegung wert, aber eine Verpflichtung dich derart zu bewerben sehe ich nicht. Gerade auch mit Hinblick darauf, wenn das Unternehmen eindeutig eine Vollzeitkraft suchen sollte.
Der Unterschied zwischen einer 32h- zu einer (in der tarifgebundenen Industrie, oder bei ZAFen) 35h-Woche ist nicht so groß, dass es da keine Verständigungsmöglichkeit zwischen AN und AG geben könnte.
Ob der AG sich darauf einlässt ... ist ein anderes Thema ~> vermehrt wollen die AG (auch tarifgebundene) die Wochenarbeitszeit ausweiten!

HansimGluck meinte:
Ich solle dann halt in die Bewerbung reinschreiben, daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte...
... nur wenn es schriftlich vom SB abgesegnet wurde!
Ansonsten: mündliches ist Schall und Rauch.

HansimGluck meinte:
Er hat den VV rausgenommen, weil die Entfernung zu groß ist.
Jetzt warte ich nur noch darauf, bis der Spruch - egal ob vom SB oder dem AG - kommt:
Es gibt genügend [ungesagt bleibt: Führungskräfte, gutbezahlte Spezialisten usw.] Leute, die noch längere Strecken fahren. Deshalb ist es auch einem HE zuzumuten.

HansimGluck meinte:
Mein SB meint aber, daß die Arbeitszeit doch verhandelbar wäre.
Auf dem Papier ... sicherlich.
Ebenso, wenn der SB auf den - immer noch - arbeitslosen HE Druck ausüben will.

In deren (SBs) Elfenbeinturm ist es auch möglich bei einer ZAF die Lücke zwischen 11,50EUR/h und 20EUR/h weg zu verhandeln :doh:
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Wo gibt es denn heutzutage noch eine 35-Stunden-Woche? Bei fast allen Stellenangeboten, die ich bekomme, steht unter Arbeitszeit 40 Stunden angegeben. Und oft steht dann im Text auch noch, daß Überstundenbereitschaft vorausgesetzt wird. Da kommt man meistens auf eine 48-Stunden-Woche, die nicht im Vertrag steht. Ich habe sowas schon mitgemacht.

Manche ZAF bieten 35-Stunden-Woche im Vertrag an. Das steht dann aber nur auf dem Papier und bedeutet, daß der Mitarbeiter für 35 Stunden bezahlt wird. Arbeiten muß er 40 oder 48, Überstunden werden nicht ausbezahlt.

Wenn ich aber eine 32-Stunden-Woche auf dem Papier habe, kann der AG keine Überstunden verlangen, sofern es nicht ausdrücklich im Vertrag ausgemacht wurde. Und dabei muß dann auch die Anzahl der maximal anfallenden Überstunden vertraglich festgehalten werden, eine allgemeine Klausel, daß Überstunden zu leisten sind, ist in einem 32-Stunden-Vertrag unwirksam. Auch deshalb besteht ein großer Unterschied zwischen einer 32- und einer 35-Stunden-Woche.

Sollte in dem Vermittlungsvorschlag nicht explizit eine wöchentliche Arbeitszeit von 32 Stunden in der Woche angegeben sein, weise diesen VV mit dem Hinweis auf deine EGV zurück.
Stimmt das nun oder nicht? Die 32 Stunden habe ich schriftlich. Es wird ja auch mein ALG aus einer 32-Stunden-Woche berechnet. Die Aufforderung, mich auf 40-Stunden-Jobs zu bewerben und dabei anzugeben, daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte, habe ich nur mündlich. Allerdings steht in dem Profil, das der SB angelegt hat, unter Arbeitszeit Vollzeit und unter Bemerkungen "maximal 32 Stunden".
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
1.977
Bewertungen
1.896
Die 32 Stunden habe ich schriftlich .../ ... daß ich nur 32 Stunden arbeiten möchte, habe ich nur mündlich.. /... Allerdings steht in dem Profil ..."maximal 32 Stunden".
Wenn aus dem EGV-Text explizit hervorgeht, dass du nur für 32 Std./Woche zur Verfügung stehst, dann sollte diese Einschränkung auch maßgeblich sein. Sollte aber dieser Stundenpassus nicht eindeutig in deiner EGV enthalten sein, wirst du ggf. nicht drum herum kommen, dich auch auf Angebote mit einer höhere Wochenstundenzahl zu bewerben. Nur mündliche Zusagen irgendeines SB sind, aufgrund schlechter Beweiskraft, sowieso nur als “ein Muster ohne Wert“ zu betrachten. Lass dir von deinem neuen SB die rechtliche Grundlage über seine Forderung nennen. Verlange zusätzlich, ob du dann auch nachträglich ein höheres ALG-1, adäquat einer Vollzeitstelle, erhalten könntest. Bei Ablehnung auch hier nach der rechtlichen Grundlage nachhaken. Am Besten wäre es, wenn du dies alles schriftlich deinem SB einreichst. Lass dir auf einer Kopie den Erhalt des Schreibens bestätigen.
 
Oben Unten