Teilhabechancengesetz in Meldetermin beim Jobcenter Kreis Warendorf (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

romeo1222

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Sowas hatte ich auch von meinem Jobcenter, Rendsburg, letztens in der Post. Problem, ich bin aus der Arbeitsvermittlung aus gesundheitlichen gründen draußen. Ob ich jemals wieder arbeiten kann, ich bezweifle es. Hatte dort auch nachgefragt, warum ich dahin sollte. Antwort war, dass sie es nicht wüsste, ich meine Fachkraft fragen solle. Auch andere bei dem Termin waren schon länger krank bzw. krankgeschrieben und wissen nicht wann und ob überhaupt sie wieder arbeiten können. Ging bei uns ca. 30 Minuten. Dann wurden noch Arbeitgeber bzw. Berufsangebote vorgestellt und das JC hatte einen Partybus für einen anderen Tag gemietet, mit möglichst viele mal einen Betrieb (Abfallwirtschaft) besuchen können, dieses wäre aber freiwillig.

Hatte auch 4 Tage später ein Termin beim JC, bei meiner Fachkraft, aber die war krank und es hatte jemand Vertretung gemacht. Die hat immer so nervend gefragt, ob für mich nichts dabei gewesen wäre. Ich meinte, ich bin nicht arbeitsfähig und das wurde auch vom Berufspsychlogischen Dienst festgestellt. Hätte gerne ihr Gesicht gesehen, wenn ich nach der erneuten Frage, ob etwas für mich dabei wäre, sie gefragt hätte, ob ich es ihr aufschreiben soll, dass ich nicht arbeitsfähig bin :p
 

Gollum1964

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Hallo Timo,

sind denn bei dir die Voraussetzungen erfüllt für §16i SGB2?
d.h. 7 Jahre Leistungsbezug, davon 6 Jahre ALG2
außerdem diverse Vermittlungshemmnisse
 

TimoNRW

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Nachdem Gesetzestext liegen die Voraussetzungen vor. Aber der § 16i als solcher könnte verfassungswidrig sein. Das muss über ein Sozialgericht zum BVerfG weitergeleitet werden.
Mit Wahrnehmung des Termins entfällt Normalerweise das Rechtsschutzbedürfnis. Es kommt aber eine Fortsetzungsfeststellungsklage in Betracht.

Das Gesetz sagt nichts darüber aus, warum jemand schwer vermittelbar ist. Dazu kommt noch, dass ich nicht ausschließlich unter SGB II falle (Gleichstellung Schwerbehinderung) = SGB IX

Das Gesetz gehört daher gerichtlich geprüft
 

TimoNRW

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So hat man zB seit 2017 keinen Anspruch auf Eingliederungsleistungen nach §§ 16 ff. SGB II, wenn man Alg1 bekommt und mit Hartz4 zusätzlich aufstocken muss. Dann ist nämlich die Agentur für Arbeit zuständig und nicht mehr das Jobcenter.
 

Frank71

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@TimoNRW ... ich habe auch Vermittlungshemmnisse und meine letzte Sozialversicherungspflichtige Anstellung liegt 3,5 Jahre zurück.

Da stellt sich mir die Frage was ich ja nicht hoffen möchte ob ich für das Programm in Frage kommen könnte?

Eine FAV Maßnahme habe ich von 2013-2015 gemacht.
 

Gollum1964

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@TimoNRW ... ich habe auch Vermittlungshemmnisse und meine letzte Sozialversicherungspflichtige Anstellung liegt 3,5 Jahre zurück.

Da stellt sich mir die Frage was ich ja nicht hoffen möchte ob ich für das Programm in Frage kommen könnte?
Hallo Frank71,

dann kommst du noch nicht in den Genuß von §16i SGB2 und musst wohl noch weitere 3,5 Jahre warten.:devilish:
Allerdings droht hier schon Ungemach nach §16e SGB2, eine abgeschwächte Form der Hardcorevariante.:unsure:
 
D

Dinobot

Gast
Ob das auch für Schwerbehinderte gilt? Dann da gibt es ja noch das SGB IX.
Das Jobcenter kann durchaus den Passus meinen, der im Teilhabenchancengesetz auch für Schwerbehinderte gelten soll, wobei dann folgende Kriteiren gelten sollen:

weitere Bezieher mit Kindern oder einer Schwerbehinderung, die in den vorangegangenen fünf Jahren Hartz-IV-Leistungen bezogen und währenddessen kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt hatten.
Quelle: Teilhabechancengesetz: Mindestens 571.000 Kandidaten für sozialen Arbeitsmarkt | O-Ton Arbeitsmarkt

Natürlich nur, wenn das bei Dir zutrifft.Aus dem Kreis Warendorf gibt es auch News, die das vorgenannte bestätigen:

Kreisverwaltung Warendorf: Zweite Arbeitsmarktkonferenz für Wadersloher Unternehmen stand unter dem Motto „Potentiale nutzen“
 

TimoNRW

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Trifft zu :-(

Ich habe aber immer für Leistungen zur Teilhabe und Beschäftigung mit Integrationsfachdienst plädiert etc
Aus diesen Förderkreis/topf würde ich nie und Nimmer verzichten wollen.
 
D

Dinobot

Gast
Das Gesetz sagt nichts darüber aus, warum jemand schwer vermittelbar ist. Dazu kommt noch, dass ich nicht ausschließlich unter SGB II falle (Gleichstellung Schwerbehinderung) = SGB IX
ergänzend mein Tipp, im Hinblick auf SGB IX. Du kannst seblstverständlich versuchen den Fokus auf einen vorrangigen Bedarf nach einer Reha lenken zu wollen. Hierbei gebe ich Dir mal Denkanstässe , die aus einer ausgeschreibenen Maßnahme im Kris Olpe stammen, wo der Träger einen solchen Bedarf beim Teilnehmer feststellen soll, innerhalb der Maßnahme Förderzentrum:

..[Erkennen von persönlichen Risikofaktoren und Belastungen, die auf Dauer die Erwerbsfähigkeit mindern können.
9 Erkennen von vermittlungsrelevanten Optimierungspotentialen
Sofern sich Anhaltspunkte für einen Rehabilitationsbedarf ergeben, ist durch gezielte Fragen der mögliche Rehabilitationsbedarf abzuklären: • Gibt es Hinweise auf vermittlungsrelevante Einschränkungen im Leistungsvermögen (z. B. körperliche, psychische, seelische oder geistige Einschränkungen)?
• Erfolgte der Abbruch einer Ausbildung oder zuletzt ausgeübten Tätigkeit aufgrund eines veränderten Leistungsvermögens (z. B. aufgrund berufsbezogener Allergien)?
• Liegen Hinweise auf eine Lernbehinderung vor (z.B. anhand entsprechender Unterlagen/Zeugnisse)? • Wurde eine Förder- oder Sonderschule besucht?
• Ergeben sich Hinweise auf eine sonderpädagogische Unterstützung während des Schulbesuchs?
• Wird der Teilnehmer derzeit von einem Träger der Jugendhilfe betreut oder bezieht er von diesem Leistungen?
• Liegt ein klar erkennbares Reha-Anliegen vor (z. B. Ärztliche oder Psychologische Gutachten, Empfehlung des Hausarztes zum Berufswechsel wegen gesundheitlicher Einschränkungen, entsprechende Empfehlung als Ergebnis einer medizinischen Rehabilitation)? • Liegen offensichtliche Sinnesbehinderungen oder Körperbehinderungen vor?
• Hat der Teilnehmer eine anerkannte Behinderung (Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes)?
• Ist der Teilnehmer von der Agentur für Arbeit einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt worden oder ist ihm dies schriftlich zugesichert worden?
• Geht aus Unterlagen oder Aussagen des Teilnehmers hervor, dass ein eingeschränktes Leistungsvermögen zwischen drei und sechs Stunden/täglich vorliegt?
• Bezieht der Teilnehmer eine Rente?
• Liegt einBei Fragen bezüglich der Erkennung/Bewertung von Einschränkungen des Leistungsvermögens eines Teilnehmers entscheidet der Bedarfsträger (Jobcenter)über die Einschaltung der Fachdienste der Agentur für Arbeit.

Bestätigt sich der potentielle Rehabilitationsbedarf, ist der voraussichtlich zuständige Rehabilitationsträger, bei dem der Antrag auf Leistungen zur Teilhabe zu stellen ist, durch den Auftragnehmer zu ermitteln. Welcher Rehabilitationsträger im Einzelfall zuständig ist, ergibt sich aus den für diese geltenden Rechtsgrundlagen. Bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben handelt es sich um vorrangige Sozialleistungen: Der Teilnehmer ist nach § 12a SGB II verpflichtet, diese Leistungen beim voraussichtlich zuständigen Rehabilitationsträger zu beantragen. Der Auftragnehmer motiviert und unterstützt den Teilnehmer bei der Kontaktaufnahme mit dem (voraussichtlich) zuständigen Rehabilitationsträger e gesetzliche Betreuung vor?
/QUOTE]
Quelle: Stand: 20.12.2018 301-Geschäftszeichen 19-45ind-90015 S
Auszug aus der Maßnahme Förderzentrum für Jobcenter Kreis Olpe über REZ der BA
Insofern könntest du dementsprechend noch Optimierungsbedarf :wink: -VOR Aufnahme einer Tätigkeit im sozialen Arbeitsmakt als solches versuchen anzumelden.
 
D

Dinobot

Gast
Das Massen Anschreiben im Dezember sugeriert für mich Freiwilligkeit
das ist eher eine dummdreistes Werbeschreiben. Sind sie interessiert -und gleichzeitig " wollen sie arbeiten " Beides ist doch wohl Voraussetzung , um Leistung zu erhalten. Aber eben allein das Instrument und die Zeitspanne machen aus Dir noch keine geeigneten Kandidaten, der dazu auch noch so arbeitsmarktfern sein muss UND mehrere Vermittlungshemmnisse dazu. Genau das würde ich auch so mal driekt ansprechen wollen. Denn das ganze schreiben ist ansonsten eine unbestimmte Absichtserklärung bzw auch eine Test -wie du dich jetzt daraufhin verhältst oder reagierst.
 

Gollum1964

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Das Massen Anschreiben im Dezember sugeriert für mich Freiwilligkeit
Hallo Timo,

das ist eindeutig ein Werbeschreiben, worauf ich nicht reagieren würde. Diese Art von Schreiben kenne ich eher von ZAF. Da erhofft sich wohl der Amtsleiter auf die Suggestivfrage eine bestimmte Antwort, um die Leistung sofort einstellen zu können.:cool: Ein wirklich schlauer Fuchs.
 

Gollum1964

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Nicht wirklich, denn dann würde er kaum so eine saudämlichen Werbeflyer (und nichts anderes ist das für mich) versenden und damit öffentliche Gelder verschwenden. ;)
naja der durchschnittliche JC-Mitarbeiter denkt sich bei bei Leuten mit so langer Erwerbslosigkeit, dass die eh nicht mehr arbeiten wollen und vermutet (oder erhofft) einen Zusammenhang zwischen finanzieller Schwäche und geistiger Impotenz. Trotzdem ein netter Versuch.:geek:
 
D

Dinobot

Gast
Das Massen Anschreiben im Dezember sugeriert für mich Freiwilligkeit
Auf die Dauer gesehen eher wohl nicht . Nach Recherche glaube ich zu wissen, was dem da für dich vorgeschwebt hat oder immer noch als solches existent ist. Stichwort: Der Ort Oelde und ein angedachter Start des Unternehmens mit der Bezeichnung eines kriegerischen Stammes von ausschließlich Frauen, , als Logo -Namen verkürzt in der Einzahl . Bin eben auf diesen Artikel gestoßen und habe einfach naheliegend kombiniert.

Quelle: Amazon ist eine Chance

Eine weitere Mutmaßung: Der Brief könnte ein Test sein, inwieweit du freiwillg dafür gewonnen werden könntest -ohne vorherige Maßnahme und Zuweisung bis zur Vertragsunterzeichnung.

Dessen Tenor aus dem Artikel klingt leider entschlossen im Anspruch. Kann aber gut sein -dass der jetzt erst einmal anderweitig Kandidaten sucht -und erst später noch mal von sich hören lässt. Wissen kann man das aber auch nicht.

Das als Info, was Dein Jobcenter schon vor dem Start so alles ins Kalkül zieht..
 

TimoNRW

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Ja Amazon macht die Tore auf dort und will über 1000 Arbeitsplätze schaffen und das JC reibt sich natürlich jetzt schon die Hände.
 

Gollum1964

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Eine weitere Mutmaßung: Der Brief könnte ein Test sein, inwieweit du freiwillg dafür gewonnen werden könntest -ohne vorherige Maßnahme und Zuweisung bis zur Vertragsunterzeichnung.

Dessen Tenor aus dem Artikel klingt leider entschlossen im Anspruch. Kann aber gut sein -dass der jetzt erst einmal anderweitig Kandidaten sucht -und erst später noch mal von sich hören lässt.
ich vermute auch, dass man zuerst die Freiwilligen ködern will mit solchen Schreiben.
Wenn Timo also nicht bei Amazon arbeiten möchte (Standardlöhne so ca. 10-10,50 EUR brutto), würde ich nicht antworten und hoffen, dass sich genügend Freiwillige finden.
Bei der Zahl an zu besetzenden Arbeitsplätzen kann es allerdings trotzdem eng werden.

Das gleiche Spiel kenne ich schon zur Genüge von Bewerbermessen für ZAF und Call-Center in Hamburg. Bei den Vorstellungen der Firmen wurde auch erst die Freiwilligkeit von Bewerbungen hochgehalten. Nach ca. 1 Woche kamen dann jedoch VV mit RFB für genau die selben Firmen angeflattert, da sich wohl kaum "Freiwillige" gemeldet hatten.
 

TimoNRW

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Amazon könnte schwierig werden durch Gutachten beim ÄD und durch BFWs...
Oder bieter Amazon Verwaltungstätigkeiten oder Chancen für Eingliederung von Schwerbehinderten/Gleichgestellten an ?

Das Jobcenter will ja auch einen eigenen Amazon SB aber Amazon lehnt das ganze noch ab die wollen selber rekrutieren. Und das wäre auch besser.
 
D

Dinobot

Gast
Amazon könnte schwierig werden durch Gutachten beim ÄD und durch BFWs...
Oder bieter Amazon Verwaltungstätigkeiten oder Chancen für Eingliederung von Schwerbehinderten/Gleichgestellten an ?
Woanders hat das Unternehmen durchaus schon Schwerbehinderte beschäftigt.:

Christine Osterkemper ist blind – und hat ihren Traumjob gefunden


Insofern scheint das Unternehmen grundsätzlich nicht abgeneigt zu sein. Ob es das allerdings auch dort bei Dir vor Ort -in Deinem Fall -wäre, das ist im Moment reine Spekulation.
 

TimoNRW

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Betriebliche Ausbildungen oder eben Umschlungen (BFWs oder andere Träger) bzw Leistungen zur Teilhabe am Artbeitsleben (Träger Agentur für Arbeit) gehen doch vor § SGB II 16i oder nicht ?
 

Regensburg

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Moin :)

bei meinem letzten Meldetermin wurde ich nach 16i gefragt -> nein, Danke.

Hier möchten die JC´s den Medien eine Freiwilligkeit vortäuschen.
Was ist hier mit dem ELO eigentlich zu besprechen?
16i wendet sich doch an AG > Lohnübernahme. Da hat doch ELO gar kein Mitspracherecht.

Zu Medienwirksamkeit:
Schon 4.1.2019 hat ARD in Tagesschau ein Beitrag über erfolgreichen 16i Umsetzung.
Hier ab Min. 5

Auch nicht schlecht:
Wir brauchen Betriebe die Sozial sind...
Genauso wie z.B. Maßnahme.
Da wird der ELO auch nicht gefragt ob er hin will.

Dies gilt für beides = 16i + Maßnahmen:
- Zuweisung.
entweder man macht mit, oder
man sucht Wege die "Teilnahme" zu verhindern.

Nur meine Meinung.
 
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