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Teilhabe am Arbeitsleben in Teilzeit

ruhestein

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Hallo liebe Community,

ist jemandem von euch evtl. bekannt, ob es die Möglichkeit der Teilhabe am Arbeitsleben in Teilzeit gibt ?

Das Büro des Rehaberaters gab mir dazu nur die Auskunft, dass es Ziel der DRV sei die Menschen: „Leidensgerecht und vollschichtig auf den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern.“

Ich bin seit über 7 Jahren u.a. depressiv erkrankt, habe einen GdB von 50% und bin auf dem Wege der Besserung. Allerdings traue ich mir eine mir angebotene Vollzeitmaßnahme nach diesem Muster nicht zu, da ich dadurch inkl. Fahrzeit mehr als 10 Stunden täglich unterwegs sein müsste, was mir "2 Hausnummern" zu hoch ist.

http://www.lwl.org/klinik_muenster_download/pdf/Rehabilitation_VermittlunginArbeit2013.pdf

Vielen lieben Dank für eure Antworten und Anregungen.

Thorsten
 

Muzel

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Nach § 5 TzBfG darf keiner benachteiligt werden, der in Teilzeit arbeiten möchte.
 

Muzel

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Die Maßnahme wird in der Regel nicht in Vollzeit ausgeübt. Außerdem spielt es überhaupt keine Rolle, wenn die Person nur in Teilzeit arbeiten will.
 
E

ExitUser

Gast
Sowas wollten sie mir auch mal andrehen.

Denkst du, das ist die richtige Maßnahme für dich? Das sind Übungswerkstätten oder -büros und da wird Arbeit nachgestellt. Eine Qualifikation wird dort nicht erworben.

In Vollzeit muss das ja nicht unbedingt stattfinden. Da sollte sich der Träger nach deinen Bedürfnissen richten.

Hast du denn ein Gutachten, dass du nicht vollschichtig belastbar bist?
 

saurbier

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Hallo lieber Ruhestein,

wieso sollte es sowas nicht geben.

ich bin seit 1998 von der DRV (damals LVA) als BU-Rentner im Maschinenbau (1961er Regelung) verrentet worden.

Da habe ich fast 3 Jahre nach einer Teilzeittätigkeit gesucht und durch einen Zufall eine entsprechende Stelle gefunden, bei der ich täglich 3-4 Std. arbeiten konnte.

Der Arbeitsplatz wurde von der DRV geprüft (Arbeitsplatz, Leistungsanforderung etc.) und dann gab es sogar einen 6 monatigen Lohnzuschuss durch die DRV.

Ich habe dann bis Anfang 2011 dort gearbeitet, bis ich einen Unfall erlitt in dessen Folge eine OP notwendig wurden. Da sich mein Gesundheitszustand trotz Reha leider nicht wesentlich verbesserte, sondern im gegenteil im Laufe der Reha ein weiteres Krankheitsbild auftrat, wurde mir von der DRV auf meinen Antrag rückwirkend die volle EMR-Arbeitsmarktrente auf Zeit zugebilligt.

Natürlich weil man seitens der AfA keine Möglichkeit sah, mir eine neue sozialversicherungspflichtige Teilzeitstelle zu vermitteln. Dort gibt es für Betroffene wie mich (BU-Rentner/Frührentner) leider nur die Standartarbeitsmöglichkeit als Pfördner, eben wegen der vielen gesundheitlichen Einschränkungen.

Da die AfA bei diesem Personenkreis jedoch zur Vermittlung binnen 1 Jahres in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit verpflichtet ist (andererseits muss sie dies der DRV umgehend melden) bleibt nur der Weg der vollen EMR-Arbeitsmarktrente auf Zeit gem. BSG-Urteil übrig. Diese Rente teilen sich dann die BA und die DRV häftig.

Wenn in deinem Fall du dir selbst eine Teilzeitstelle erfolgreich suchst und findest, bzw. die AfA das schafft, dann kannst du diese auch ausführen und hast ggf. sogar einen Anspruch auf Fördermittel zugunsten deines neuen Arbeitgebers.

Das ganze in einer Rehaeinrichtung entspricht jedoch nicht einer vollwertigen sozialversicherungspflichtigen Teilzeitstelle sondern allenfall einer Arbeitsbelastungserprobung um abschätzen zu können, was bzw. wozu du noch in der Lage bist. Im Regelfall sollte dies von der DRV im Anschluss an einer Reha durchgeführt werden, wenn z.B. deine Arbeitsfähigkeit bis auf weiteres ausgeschlossen wird bzw. stark eingeschränkt ist (weiterhin AU).

Teilhabe am Arbeitsleben bedeutet auch nicht, dass man unbedingt zu 100% wieder teinehmen muss, auch eine 3-6Std./tägl. stellt bereits eine Teilhabe dar. Sinn und Zweck ist ja, aus der AU heraus zu kommen.

Nicht ganz unähnlich ist dies auch bei der KV z.b. mit der stufenweisen Wiedereingliederung in Arbeit, wo man ja auch wieder schrittweise (Stundenweise) mit wöchendlich gesteigerter Stundenzahl bis zum regulären 8Std./Tag über mehrere Wochen/Monate an denn Arbeitsablauf heran geführt wird, dessen Kosten hier die KV voll übernimmt.



Gruß saurbier
 

ruhestein

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Update

Es werden mir von der DRV - Bund ausschließlich Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Vollzeit angeboten.

Gesundheitlich bin ich jedoch so eingeschränkt, dass mehr als 20 Stunden in der Woche dauerhaft nicht zu schaffen sind.

50 % GdB sind dauerhaft vorhanden und auf dem Schwerbehindertenausweis ohne weitere Kennzeichen auch so vermerkt.

Das Arbeitsamt (Jobcenter) bietet derzeit keine entsprechenden Maßnahmen an, selbst dann nicht, wenn die DRV - Bund als Kostenträger auftreten würde.

Der sozialpsychiatrische Dienst hat keinerlei Angebote, die auch nur entfernt etwas mit dem Erwerbsarbeitsleben zu tun haben.

Das Sozialgericht, vor dem ich um die Weiterzahlung einer Teilrente kämpfe, lässt auf sich warten.

Alles sehr erbaulich.
 

saurbier

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Hallo ruhestein,

ja ja, da denken sich Politiker was aus, was im realen Leben und im besonderen in der heutigen Arbeitswelt so gut wie gar nicht umsetzbar ist.

Alle die einen Teilzeitarbeitsplatz eben aufgrund einer oder mehrerer Behinderungen suchen, können davon ein Lied singen.

Bei mir gabs es wieder einmal eine Verlängerung der Arbeitsmarktrente. Tja wo sind die Arbeitgeber, dazu noch in deiner Umgebung die einen Behinderten einen Teilzeitarbeitsplatz bieten, wenn man solche arbeiten doch viel günstiger von ZAF´s erhält.

Behinderte haben eben den Nachteil das man sie nicht heuern und feuern kann wie man will, dass klappt mit den ZAF´s eben tadellos.

Selbst die Möglichkeit einer Subvention über Jahre hinweg (bei mir ganze 96 Monate) bringen da nicht viel, wenn keine Arbeitsplätze angeboten werden.

Dazu dann auch noch die wenigen Tagen Sonderurlaub wegen einer SchwerB, puh das kosten einem Unternehmer viel zu viel Geld, nicht zu vergessen das Krankheitsrisiko bei unsereins.

Wenn du eh schon am Klagen bist, dann hoffe ich für dich das du einen guten Anwalt hast, der dir zumindest mal eine Teil-EMR heraus holt.

Damit könntest du dann ggf. bei einer nicht vorhandenen Vermittlungsmöglichkeit durch die AfA hinsichtlich einer sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeit in den Genuss einer Arbeitsmarktrente auf Zeit im Zusammenhang mit der vollen EMR kommen.

Du darfst dies allerdings nicht mit einer vollen EMR verwechseln, denn mit der Arbeitsmarktrente musst du dich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, also weiter nach Jobs suchen. Nur bis dahin hättest du zumindest eine Rentenabsicherung zum überleben.

Schlimmer wäre das ganze, wenn du vom Jobcenter betreut würdest, denn die wollen leider immer alle in jeden Job drängen, ganz gleich ob Behindert oder nicht. Da muss man dann ganz gehörig aufpassen, ob deren Forderungen überhaupt zulässig sind, was ma da gerne mit 1,-€ Jobs und Fortbildungen zu umgehen versucht.

Aber warten wir mal ab, wie das Sozialgericht entscheidet.


Gruss saurbier
 

smash2012

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ich würde eventuell bei Ablehnung oder bei Anstellerei der DRV einen rechtskräftigen Bescheid erwirken und dann über den Sozialverband Widerspruch einlegen. Nur so als Tipp
 

smash2012

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Bei mir war das ähnlich mit dem JC. Die haben nur darauf gewartet das dem LTA zugesprochen wird. Da haben die schön in die Hände geklatscht, weil sie jetzt nicht mehr verantwortlich sind, mir einen Leidensgerechten Arbeitsplatz zu besorgen. Hätte Sie eh nicht geschafft weil es solche Positionen hier nicht gibt.


Leider ist man Ende immer der jenige der sich selbst was suchen muss. Die DRV ist dann nämlich schön raus und diese BFW und BNW unterstützen dich auch nicht.
 

ruhestein

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Hallo! Es wäre auch besser, wenn du dir selbst etwas passendes raussuchst. Das JC ist froh, wenn es keine teure Reha zusätzlich zum Alg-II bezahlen muss.
Was das Arbeitsamt "froh" macht, das ist mir herzlich so etwas von egal !

Wir werden uns sowieso noch alle schier erschrecken. Wenn die Schuldenbremse vollständig greift (2016) dann wird das Fordern immer noch sehr groß geschrieben, das Fördern allerdings zu einem Nichts heruntergefahren und im Grunde ist das Fördern für Menschen, die dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr voll zuträglich sein können doch sowieso schon längst abgeschafft.

Zur Erinnerung aber:

SGB II
§ 8 Erwerbsfähigkeit
(1) Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens >>> drei <<< Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
 

ruhestein

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ich würde eventuell bei Ablehnung oder bei Anstellerei der DRV einen rechtskräftigen Bescheid erwirken und dann über den Sozialverband Widerspruch einlegen. Nur so als Tipp
Das Problem ist doch, dass es LTA für Schwerbehinderte in Teilzeit (20 Stunden pro Woche) so gar nicht gibt.

Meine Rehaberaterin sagte mir dazu nur: Reha vor Rente. Die Maßnahmen sind formell alle in Vollzeit.

Meinen Einwand: Dies trifft für alle die, die 6 Stunden und mehr schaffen auch zu. Jedoch nicht für die, die weniger als 6 Stunden schaffen.

Sagt sie nur: Warten wir das Urteil des Sozialgerichtes ab. Teilrente und Teilreha, das wäre ja ein Grundsatzurteil.

Eben dieses drückt das ganze Dilemma aus.
 

ruhestein

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Zur Erinnerung:

§9 SGB VI
"Aufgabe der Leistungen zur Teilhabe

(1) Die Rentenversicherung erbringt Leistungen [...], Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben [...], um

den Auswirkungen einer Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung auf die Erwerbsfähigkeit der Versicherten entgegenzuwirken oder sie zu überwinden

und

dadurch Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit der Versicherten oder ihr vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern oder sie möglichst dauerhaft in das Erwerbsleben wiedereinzugliedern.

Die Leistungen zur Teilhabe haben Vorrang vor Rentenleistungen, die bei erfolgreichen Leistungen zur Teilhabe nicht oder voraussichtlich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erbringen sind."

Zur Erwerbsfähigkeit:

Rechtliche Arbeitsanweisungen und Gesetzestexte - Rechtliche Arbeitsanweisungen - R2**Begriff der Erwerbsfähigkeit

"R2 Begriff der Erwerbsfähigkeit

Nach § 8 Abs. 1 SGB II ist erwerbsfähig, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Im Umkehrschluss bzw. spiegelbildlich entspricht die Vorschrift damit § 43 Abs. 2 S. 2 SGB VI, wonach Versicherte voll erwerbsgemindert sind, "die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein".

Als erwerbsfähig i. S. d. § 8 Abs. 1 SGB II wird folgerichtig angesehen, wer noch nicht voll erwerbsgemindert i. S. d. § 43 Abs. 2 S. 2 SGB VI ist. Die Frage der Erwerbsfähigkeit beurteilt sich also nach denselben Kriterien, die in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Feststellung von voller Erwerbsminderung aus medizinischen Gründen ohne Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage maßgebend sind. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende einerseits und die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung andererseits regelmäßig nicht zu divergierenden Leistungsbeurteilungen gelangen.
Da - wie bereits erwähnt - für die nach § 8 Abs. 1 SGB II und nach § 43 Abs. 2 S. 2 SGB VI zu treffenden Feststellungen von einheitlichen Grundsätzen auszugehen ist, kann an dieser Stelle auf die insoweit einschlägigen Ausführungen in der RAA zu § 43 SGB VI >>(SGB VI § 43 R2) >>(SGB VI § 43 R3) verwiesen werden.

Nach § 8 Abs. 1 SGB II ist indes allein das medizinischerseits festgestellte Leistungsvermögen des Berechtigten entscheidend. Ist der Berechtigte in der Lage, täglich drei bis unter sechs Stunden unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig zu sein, ist dieser weiterhin erwerbsfähig i. S. d. § 8 Abs. 1 SGB II, auch wenn aufgrund eines für ihn verschlossenen Arbeitsmarktes bereits die Annahme voller Erwerbsminderung i. S. d. § 43 Abs. 2 SGB VI gerechtfertigt sein kann >>(SGB VI § 43 R3.2.2). Gegebenenfalls besteht für diese Berechtigten ein ergänzender Anspruch auf Arbeitslosengeld II."
 

Doppeloma

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Hallo ruhestein,

Das Problem ist doch, dass es LTA für Schwerbehinderte in Teilzeit (20 Stunden pro Woche) so gar nicht gibt.
Das Problem ist, dass du annimmst deswegen nicht mehr Vollzeit arbeiten (oder an Schulungen teilnehmen) zu können, es gibt kein Recht auf Teilzeit-Umschulung weil man einen Schwerbehinderten-Ausweis hat ... :icon_evil:

Meine Rehaberaterin sagte mir dazu nur: Reha vor Rente. Die Maßnahmen sind formell alle in Vollzeit.
Da hat sie "formell" leider Recht, Reha soll ja (anschließend) eine Vollzeit-Tätigkeit ermöglichen von der man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann ... ob das am aktuellen Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte eine "Illusion" ist, interessiert doch die DRV und deren Reha-Berater nicht.

Meinen Einwand: Dies trifft für alle die, die 6 Stunden und mehr schaffen auch zu. Jedoch nicht für die, die weniger als 6 Stunden schaffen.
Die DRV sieht es aber im Moment noch so, dass du 6 und mehr Stunden schaffen kannst, das wäre erst anders wenn man dir eine teilweise EM-Rente (Erwerbsfähig zwischen 3 und unter 6 Stunden) anerkennen würde.

Sagt sie nur: Warten wir das Urteil des Sozialgerichtes ab. Teilrente und Teilreha, das wäre ja ein Grundsatzurteil.
Da hat sich nicht ganz unrecht, dass die Entscheidung maßgeblich sein wird welche LTA-Leistungen bei eingeschränkter Erwerbsfähigkeit noch in Frage kommen würden.

Das ist aber noch nicht entschieden und ein Bescheid darüber liegt dir (von der DRV) nicht vor, dass du nicht mehr Vollzeit arbeiten kannst, es reicht leider nicht aus, dass man das selber so sieht.

Allerdings glaube ich auch nicht an eine Teilzeitreha-Maßnahme (für die Umschulung in einen anderen Beruf) wenn man dir eine Teilrente zubilligen würde am Gericht ... Umschulungen sollen ja dafür dienen, dass man wieder (in Vollzeit und möglichst ohne Rente dazu) alleine sein Geld verdienen könnte und das ist in Teilzeitbeschäftigung kaum möglich.

Es ist ja nicht anzunehmen, dass du dich nach einer solchen Teilzeit-Maßnahme wieder in der Lage siehst Vollzeit arbeiten zu gehen ... oder ... :icon_kinn:

MfG Doppeloma
 

Muzel

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Meine Gutachter wollten mich in die Reha haben, damit zwischen 3 und 6 h arbeitsfähig werde. Für meinen Beruf konnte auch die Reha nichts bewirken.
 

ruhestein

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Hallo Doppeloma, hallo Muzel,

ob ich je wieder einen Vollzeitarbeitsplatz ausfüllen kann, das sieht mein Arzt äußerst kritisch und befürchtet bei einer Belastung von über 20 Stunden in der Woche eine Verschlechterung meiner Leiden.


Er stellt fest:

"Aus seiner Sicht sollte eine Tätigkeit höchstens 20 Stunden umfassen. Darüber hinaus ist er definitiv überfordert. Es ist ein großer Forstschritt, dass er sich um eine berufliche Reha bemüht.

In diesem Sinne komme ich zu der Einschätzung, die allg. Arbeitsfähigkeit realistisch auf 3 bis 6 Std. tägl. zu taxieren, woraus sich andererseits auch ein weitergehender Rentenanspruch im Sinne einer 50% Erwerbsminderungsrente ergeben würde."


Es geht hier auch gar nicht primär um eine Umschulung. LTA in Vollzeit bedeuten 8 - 9 Stunden Anwesenheit plus bis zu 2 Stunden Fahrzeit.

10 bis 11 Stunden außer Haus, das ist für mich definitiv zu viel. Die Maßnahme würde scheitern.

Der Punkt ist: Ich bin erwerbsfähig, aber eben eingeschränkt. Tatsächlich jetzt schon, rechtlich steht die Bewertung durch das Gericht ja noch aus. Als erwerbsfähiger Schwerbehinderter darf ich erwarten können, dass sich der Kostenträger auf meine Einschränkungen einstellt und auf meine berechtigten Wünsche Rücksicht nimmt.

Prinzipiell kann ich an fast jeder Maßnahme teilnehmen, so lange sie in Teilzeit durchgeführt wird. Die DRV hat jedoch hier überhaupt gar nichts Sinnvolles angeboten.

Eine Maßnahme in Vollzeit und eine Maßnahme mit reduzierter Stundenzahl (unter der Hand vereinbart), die jedoch als Vollzeitmaßnahme gilt und auch so bezahlt wird.


Beide helfen mir nicht weiter, denn eine nur stundenreduzierte Maßnahme, die von der Dauer her nicht länger ist als eine Vollzeitmaßnahme, der fehlen wesentliche Inhalte um das Maßnahmeziel zu erreichen: Die Teilhabe am Arbeitsleben.

--------------------------------

Zum Punkte Reha vor Rente. Auch bei einer Teilrente / Teilreha würde dieses Prinzip nicht verletzt, da für die Dauer der Reha anteilig keine Rente gezahlt würde. Ich kann aus dem Gesetz nicht Vollzeitreha vor Vollrente lesen, sondern nur "Reha vor Rente" (Leistungen zur Teilhabe haben Vorrang vor Rentenleistungen) ;)

Auch im § 4 SGB IX (Leistungen zur Teilhabe) finde ich keine Beschränkung der LTA auf Vollzeit.

Im Gegenteil. Dort heißt es:

Die Leistungen zur Teilhabe umfassen die notwendigen Sozialleistungen, um unabhängig von der Ursache der Behinderung
1. die Behinderung abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern,

2. Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten sowie den vorzeitigen Bezug anderer Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern,

3. die Teilhabe am Arbeitsleben entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten dauerhaft zu sichern oder

4. die persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sowie eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen oder zu erleichtern.

------------------

Oder lässt sich hieraus etwas erlesen ? Ich finde da nichts.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/G0103.pdf?__blob=publicationFile&v=13
 

Doppeloma

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Hallo ruhestein,

ob ich je wieder einen Vollzeitarbeitsplatz ausfüllen kann, das sieht mein Arzt äußerst kritisch und befürchtet bei einer Belastung von über 20 Stunden in der Woche eine Verschlechterung meiner Leiden.
das muss aber die DRV erst genau so bestätigen, damit es irgendeine rechtliche Bedeutung erlangt.
Mehr wollte ich dazu auch oben im Beitrag nicht aussagen, es hilft dir nicht wirklich weiter was du selber meinst, denkst oder dein behandelnder Arzt ... an diesem Punkt waren ich und meine Ärzte auch schon lange angekommen, als die DRV noch immer der Meinung war, dass ich Vollzeit (6 und mehr Stunden) am allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein könne.

In diesem Sinne komme ich zu der Einschätzung, die allg. Arbeitsfähigkeit realistisch auf 3 bis 6 Std. tägl. zu taxieren, woraus sich andererseits auch ein weitergehender Rentenanspruch im Sinne einer 50% Erwerbsminderungsrente ergeben würde."
Ob sich daraus (aus der eigenen Ansicht und der Bestätigung durch die behandelnden Ärzte) aber auch eine Einsicht/Feststellung bei der DRV dazu ergeben wird ist doch die Frage, die geklärt werden muss.

Es bringt dich dabei auch nicht voran, akribisch die Gesetze dafür interpretieren zu wollen, davon ist (leider) vieles "schöne Theorie", die in der Praxis nur selten auch so folgerichtig angewendet wird ... die Entscheidungen (Erwerbsfähig oder nicht erwerbsfähig) dazu trifft (alleine und selbstherrlich) die DRV ...

Wenn du es mal genauer überdenkst geht jede Art von LTA zunächst mal darauf hinaus, dass man anschließend (möglichst) wieder Vollzeit erwerbsfähig sein "Leben selbst gestalten kann", also auch möglichst ohne eine Teilrente zu benötigen ...

Die DRV gibt kein Geld für LTA-Maßnahmen aus, wenn sie dabei auch (trotzdem) noch eine Teil-Rente zahlen soll, das endet ja (mangels leidensgerechter, versicherungspflichtiger Teilzeit-Arbeitsplätze) in vielen Fällen auch in der Zahlung einer vollen Arbeitsmarktrente.

Weiß gerade nicht in welchem Alter du bist, aber so unbekannt ist denen (bei der DRV) die Arbeitsmarktlage nun auch wieder nicht und, dass es mit entsprechenden Teilzeit-Arbeitsplätzen für Teil-EM-Rentner /Schwerbehinderte/Gesundheitlich Eingeschränkte nicht weit her ist, beweist ja schon die Tatsache, dass die Meisten davon dann die volle Rente bekommen müssen, trotz Teil-Erwerbsfähigkeit (für 3 - unter 6 Stunden).

Welche konkrete Vorstellung von LTA hast du denn und in welchem Bereich glaubst du dann auch Arbeit zu finden für 20 Wochenstunden und wer soll dir den restlichen Lebensunterhalt dann finanzieren, die Teilweise EM-Rente gibt es nicht "automatisch dazu" ... :icon_kinn:

Im Gesetz steht zwar drin, wann man (theoretisch) teilweise oder voll EM wäre, ob das bei dir auch zutreffend ist entscheiden aber Menschen und die Gutachter der DRV sehen das oft gewaltig anders.
Es genügt doch nicht ganz "Bereitschaft zur LTA zu zeigen", ohne selber zu wissen, wohin der Zug dann später eigentlich mal fahren soll, falls man dir eine LTA wirklich genehmigen würde ...

Die Teilweise EM-Rente kann man da auch nicht mit einplanen, wenn man aktuell keine wirkliche Aussicht darauf hat ... egal ob die nun "ruhen" würde oder nicht, das käme ja dann auch auf das konkrete sonstige Einkommen dabei an.

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo ruhestein,

nun ich hab dieses Spiel bereits 1997/1998 zum erbrechen selbst erleben dürfen.

Ich hatte nicht nur die Profs. der behandelnden Uni hinter mir, nein auch jeden Arzt der Rehahäuser der DRV der mich behandeln durfte.

Dennoch musste ich Jahrelang vor dem Sozialgericht klagen.

Da ich mich schon wärend der Reha für eine ABE entschieden hatte, kam ich in die ABE seitens der DRV, wo man mir dann eine Umschulung anbot.Da ich allerdings nicht von morgens 8:00 - teilweise 17:00Uhr in der Schule auf den miserablen Stühlen still sitzen konnte, kam es wies es kommen musste, ich wurde wieder rückfällig und viel mit AU aus.

Da die DRV dies natürlich direkt zum Anlass nahm mir die Umschulung zu streichen (2 Jahre kosten denen viel Übergangsgeld) lande auch dies beim Sozialgericht auf den Tisch.

Mein Glück war, dass meine Angelegenheit ein Richter zu bearbeiten hatte und der wurde im warsten Sinne stink sauer.

Meine Rentenverhandlung (BU-Rente = 2/3 Rente und nicht wie heute nur noch Teil-EMR = 50% Rente) wurde nach nur 10 Minuten verkündet.

Einen Monat später folgte dann die Verhandlung bezüglich der abgebrochenen Umschulung und auch die dauerte keine 10 Minuten - Urteil Fortführung des Übergangsgeldes ab Schulungsabbruch und Bewilligung einer neuen Massnahme.

Klar das die DRV dagegen vor das LSG zog, aber auch dort kam heraus, dass man mir eine neue Umschulung anzubieten hat.

Mein echtes Glück war zu dem zeitpunkt, dass mein alter Arbeitgeber eine Fachkraft für mich als Ersatz suchte und mir selbst als Halbtagskraft die Arbeit zuerst anbot. Das wurde dann von der DRV geprüft und sogar mit einem 6-monatigen Lohnzuschuss bewillig.

Das ganze ging jetzt bis 2010 mehr oder weniger gut, eben bis zu meinem Freizeitunfall auf Glatteis. Seitdem stellten die Orthopäden so manche Baustelle fest welche eben nur noch mittels OP zu beheben war. Im Raum steht aber weiterhin neue Hüftgelenke, vor welchen ich scheue trotz erheblicher Beeinträchtigung und Schmerzen.

Festzustellen ist eben, dass man mit einer BU-Rente und einem anständig bezahlten Teilzeitarbeitsplatz sicherlich leben kann (bei mir war es eine BU-Rente), aber das setzt eben leider einen echt guten Verdienst voraus. Wer nur im Billiglohnsektor arbeitet, der dürfte leider mit einer heutigen Teil-EMR sperrlich auskommen.

Und noch ein Wort, Gesetze stehen auf Papier und Papier ist sehr geduldig und wird von manchem auch noch so ausgelegt wie es ihm gerade passt.

Abgesehen davon steht dann immer noch die wichtigste Hürde im Raum, nämlich überhaupt einen geeigneten sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeitsplatz zu finden.

Ich habe derzeit eine volle EMR-Arbeitsmarktrente auf Zeit, eben weil es hier keinerlei sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsplatzangebote gibt.

Zum Glück habe ich aufgrund meines Alters (ü55) die Möglichkeit gehabt immer gut zu verdienen und damit eine Rente welche trotz Zwangsabzüge (10,8%) immer noch ein paar Cent oberhalb des Hartz IV Satzes liegt.

Dazu hab ich glücklicher Weise einen Minijob gefunden wo ich zwar täglich dafür aber nur 2 Std. eine ganz leichte Arbeit dazu noch am späten Nachmittag zu verrichten habe. Somit kann ich morgens mit meinen Schmerzen noch twas liegen bleiben bis die Medikamente wirken.

Das ist alles Glück im Unglück bei mir.

Nun stell dir mal die Frage, wieviel Rente du in deinem Alter erhalten wirst.

Notfalls würdest du dann beim Jobcenter landen und da musst du dich mit einer Teil-EMR der Vermittlung zur Verfügung stellen.

Mit viel Pech dann wie Doppeloma auch mal in einem Call-Center für 20 Std./Woche zu welchem Lohn?

Es ist leider so, dass die DRV selbst für eingeschränkt Leistungsfähige nur Umschulungen anbietet, die eben über den normalen Schultag laufen, denn solche Umschulungen müssen eben wegen dem Gesetz in 24 Monaten das durchziehen wofür Gesunde in der Ausbildung eben mal 36 Monate Zeit erhalten.

Und selbst dann musst du dir die Frage wieder selbst beantworten, könntest du mit der neuen Ausbildung später den ganzen Tag arbeiten, selbst wenn die Arbeit ggf. nur im Büro stattfinden würde.


Gruss saurbier
 

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Der Reha-Abteilung liegt doch auch eine Leistungseinschätzung vor und wenn ich das so lese ist das wohl mehr als 6h täglich? Solange kein Gericht das anders sieht werden Sie dir wohl weiter nur Vollzeitmaßnahmen anbieten. Mal abgesehen, dass es wohl wirklich auch keine Maßnahme in Teilzeit gibt.

Was streben Sie eigentlich für eine Maßnahme an über LTA?

Teil-EM-Rente und LTA gleichzeitig gibts doch heute schon. Oder liege ich da falsch? Was soll das für ein Grundsatzurteil sein? Kenne einen Rollifahrer der bekommt ne Teilrente dazu hat er ne 20h Stelle und für diese bekommt er fleißig KfZ-Hilfe über LTA durch DRV.
 

ruhestein

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Update:

Richtig, der Reha-Abteilung liegt eine Leistungsbeurteilung (Kur 2013) vor. Zuletzt ausgeübter Beruf 3 - 6 Stunden, allg. Arbeitsmarkt 6 und mehr Stunden.

Ebenso liegen aktuelle Arztberichte vor, die eine dauerhafte Leistungsfähigkeit von über 3 aber weniger als 6 Stunden für realistisch halten. Mit Depressionen und Belastungen ist das ja so eine Sache. Der Kurzbericht von letzter Woche (nach vier Wochen Tagesklinik) bescheinigt eine "Mittelgradige depressive Episode". Dieser liegt dem SG noch nicht vor, wird aber wohl angefordert werden.

Die DRV bietet im Rentenverfahren als Vergleich an:

"Der Kläger nimmt die Klage zurück. Eine adäquate LTA wird durchgeführt."

Aufgemerkt: Eine LTA hatte die DRV bereits im getrennten Antragsverfahren dem Grunde nach genehmigt. Waren die bisherigen Angebote hier dann nicht adäquat und gibt es - entgegen der Aussage der Rehaberatung - eben doch andere Formen einer LTA als die bisher als "alternativlos" vorgeschlagenen, gerade im Hinblick auf Möglichkeiten als Schwerbehinderter mehr Einfluß auf die LTA nehmen zu können ? ;)

Ganz davon ab habe ich den "zuletzt ausgeübten Beruf" nicht wirklich lange ausgeübt, da ich kurz nach der Umschulung dann 2006 erkrankt bin und seit dem gar nicht mehr gearbeitet habe. Die aus diesem Beruf noch vorhandenen Kenntnisse sind bestenfalls rudimentär.
 

ruhestein

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Was streben Sie eigentlich für eine Maßnahme an über LTA?
Das muss ja nun auch erst einmal erarbeitet werden. Bin 9 Jahre raus aus der Arbeitswelt. Was wird gesucht und gebraucht und was kann ich mit meinen Möglichkeiten überhaupt noch dementsprechend ?

Große Sprünge sind da sicher nicht mehr zu erwarten, aber ein Erwerbseinkommen, das neben einer halben EU-Rente wesentlich zur Existenzsicherung beiträgt, ist das Ziel. Fachabitur ist vorhanden. Eine unterrichtende Tätigkeit im Bereich der Nachhilfe / Lerncoaching für Kinder / Jugendliche wie für Erwachsene kann ich mir sehr gut vorstellen.
 

Doppeloma

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Hallo ruhestein,

Der Kurzbericht von letzter Woche (nach vier Wochen Tagesklinik) bescheinigt eine "Mittelgradige depressive Episode". Dieser liegt dem SG noch nicht vor, wird aber wohl angefordert werden.
das solltest du schnellstens dem Gericht zukommen lassen, im aktuellen Stadium fordern die eher keine Arzt- und /oder Klinikberichte mehr eigenständig an.
Die DRV bietet im Rentenverfahren als Vergleich an ... :icon_evil:

"Der Kläger nimmt die Klage zurück. Eine adäquate LTA wird durchgeführt."
Das ist doch "Wischi-Waschi" ... was bitte soll den konkret eine "adäquate LTA" bedeuten ... "dem Grunde nach" wurde dir ja bereits bewilligt wie du schreibst und was dann die DRV als "adäquat" betrachtet kann das Gericht ohnehin nicht festlegen.

Du nimmst die Klage zurück und die Sache ist für Gericht und DRV an diesem Punkt als "erledigt" zu betrachten ... wurde denn vom Gericht mal ein Gutachten angeordnet um deine aktuelle Erwerbsfähigkeit zu überprüfen ???

Ähnlich hat man es bei meinem Partner gemacht, LTA (AG-Zuschuss) wurde großzügig verlängert, um weitere 2 Jahre und damit hatte er sich dann "glücklich zu schätzen" und die Klage zurück zu nehmen ...

Gebracht hat es ihm schon vorher nichts am "allgemeinen Arbeitsmarkt" aber das EM-Rentenverfahren war zunächst als erledigt zu betrachten und die DRV brauchte ihm keine Rente zu zahlen.

So begann sein Anspruch auf Rentenleistungen dann auch erst ab dem Datum der 2. Antragstellung und die DRV hatte rund 4 Jahre seine Rente eingespart ... denn AU war er auch schon seit 2006 gewesen und hatte nie mehr einen einzigen Tag wirklich arbeiten können.

Er hatte sogar seinen letzten Arbeitsplatz noch (Pförtner) aber dafür war er (sogar lt. DRV-Gutachten) unter 3 Stunden Erwerbsfähig, also gar nicht mehr ... der Rest war sein Problem, Rente gab es trotzdem nicht ... nur LTA "dem Grunde nach" ...

Dieses "Vergleichs-Angebot" bei dir ist also absolut lächerlich, denn es soll nur der DRV dienen sauber aus diesem Gerichts-Verfahren herauszukommen, du wirst anschließend weiter "mit leeren Händen" da stehen und kannst dann nur noch einen neuen Antrag auf EM-Rente in Gang bringen.

MfG Doppeloma
 

Muzel

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Ich habe nach dem BVG eine Leistung auf Teilhabe 2007 gestellt. Mir hätte auch eine medizinische Reha zugestanden. Aber die LTA nur nach dem Bewilligungsantrag Dieser ist erst 2012 erfolgt. Ich bin Jahrgang 55 und so einen Antrag sollte ich unter Ulk verbuchen. 'Als Nichtleistungsbeziehrin hätte ich keinen anspruch auf Übergangsgeld gehabt. Das ist anders,wenn einen BVG Anspruch hat. Da man sowieso im höheren Alter nicht mit einer Beschäftigung rechnen muss und das Übergangsgeld auch etwas Schönes ist, hätte ich mich bei sofortiger Bewilligung darauf eingelassenen.
 

saurbier

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Hallo ruhestein,

vorab schließe ich mich Doppeloma schon mal an.

Aber auch weiter stellt sich für mich die Frage worauf du eigentlich hoffst.

Glaubst du mit einer Teil-EMR und einem dazu passenden Arbeitsplatz auf Teilzeitbasis bist du viel besser gestellt.

Na dann muss ich dich aus eigener Leidvoller Erfahrung eines besseren belehren.

Ich hab dieses Spiel mit der DRV (damals noch LVA) hinlänglich durch.

Gut ich hab mit meiner BU-Rente (2/3-Rente) und die ist immer noch höher als die Teil-EMR (50%-Rente) plus den daran gestaffelten Einkommensgrenzen ein Einkommen erzielt was mich von anderen unabhängig machte, nur Spünge ja gar Urlaubsreisen war damit auch nicht drin denn dafür sorgt die DRV schon.

Das ganze Spiel ist seitens der DRV mit Unterstützung des Gesetzgebers so perfide ausgetüftelt, dass man zwar davon einigermaßen Leben kann, mehr aber auch nicht.

Alleine in den letzten 14 Jahren wurde meine Rente gegenüber dem Einkommen meiner ehemaligen Kollegen um mehr als 20% gekürzt. Gekürzt warum und wie ist einfach gesagt - indem die Rente jährlich wenn überhaupt nur minimal steigen darf, hingegen aber die Arbeitslöhne durch die Gewerkschaften demgegenüber um ein vielfaches angehoben wurden. Z.B. wurden die Renten-West seit 2000 um 16,59% erhöht, was sich damit auch auf die Hinzuverdienstgrenze auswirkte, demgegenüber stiegen allerdings die Löhne in der Metall und Elektroindustrie z.B. um sage und schreibe 49,53%.

Real wurde mir also ein Einkommensverlust (wohlgemerkt auf die Hinzuverdienstmöglichkeit) 49,53 - 16,59 = 32,94% zugemutet. Anders gesagt ich hab ganze 33% weniger in der Tasche.

Warum, na weil die DRV ja nicht Dumm, die Statistik für alles heran zieht und da werden neuerlich bei den Einkommensgruppen gleich auch noch die Einkünfte in Behindertenwerkstätten berücksichtigt. Das alles nur um die Hinzuverdienstgrenze so klein wie möglich zu halten, denn wer die überschreitet fliegt aus dem Rentenbezug heraus.

Als einzigen Ausweg gäbe es da nur, die Lohnerhöhungen mitzunehmen (so lange es tragbar ist) und so die Arbeitszeit zu reduzieren. Nur irgendwann bringt dies nichts mehr, weil man zuwenig Arbeitsstunden hat und damit für den Arbeitgeber als Teilzeitkraft (immerhin 4 von 8 Std./tägl.) uninteressant wird.

Demgegen über stünde dann lediglich der Minijob bei voller EMR.

Ich kann es nur so sagen, neben der Teil-EMR Teilzeit zu arbeiten, da muss wirklich mit dem spitzen Stift gerechnet werden, damit man sich nicht zu billig verkauft.

Ungaechtet dessen, wirkt sich das ganze auch noch negativ auf die Rente aus je nachdem mit wieviel Jahren man in die Teil-EMR ging. Denn ein Teil-EMR bekommt ja nur auf das Bruttogehalt seine Renteneckpunkte und die sind eben im Regelfall (Optimal) nur noch mit 0,3 bis 0,5 anstatt bisher 1 ansehen.

Bleibt man bis zur Regelaltersrente im Teil-EMR Bezug könnte man damit die Altersrente noch aufbessern, denn jeder Punkt zählt ja, nur sollte der Fall eintreten (bei mir und vielen anderen bereits geschehen) das man dann vor der Regelaltersrente plötzlich sogar noch in die volle EMR beziehungsweise sogar in die Arbeitsmarktrente rutscht, gestaltet sich das ganze viel dramatischer.

Dann nämlich macht die DRV eine sogenannte Vergleichsberechnung was für den Betroffenen günstiger ist. Da wird dann die alte Rechnungsgrundlage mit den neuen Fakten (Hinzuverdienst bei Teil-EMR ab Rentenbeginn) gegenüber gestellt und fällt die neue Rechnung nicht besser aus, na dann bleibt man bei den bisherigen Renteneckwertpunkten. Dann hat man die letzten Jahre für die Rentenversicherung umsonst gearbeitet (bei mir der Fall, trotz 10 Jahre Rentenbeiträge).

Eine sinnvolle LTA wird dir die DRV eh nicht bieten, denn die kostet denen viel zuviel Geld.

Dazu kommt ja auch, was willst du machen, immerhin hattest du ja jetzt bereits 9 jahre Zeit dir eine neue Zukunft auszumalen und da ist auch nichts gelaufen.


Ich käme allenfalls zu dem Schluss, hak es ab!


Gruss saurbier
 

ruhestein

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Das Sozialgericht hat einen Gutachter mit der Erstellung eines Gutachtens - innerhalb der nächsten 4 Monate - beauftragt.
 

ruhestein

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Die Begutachtung ist gestern gelaufen. Das Ergebnis wird in ca. 3 Wochen erwartet.

Inhalt war, neben einer körperlichen Untersuchung, auch durch penibles Abfragen des Lebenslaufes und der Krankheitsgeschichte sowohl Glaubwürdigkeit als auch mentale Ausdauer zu prüfen.

Dauer der Begutachtung insgesamt mit Pausen: 6 - 7 Stunden
 

ruhestein

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Nach 4 Wochen noch keine Post vom Sozialgericht. Wegen des Poststreiks wird sich das wohl verzögern.

Ergänzend:

Jobcenter schlägt, unter Berufung auf die von mir angezweifelten Feststellungen - des DRV - Bund, eine Maßnahme bei einem Bildungsinstitut zur

"Feststellung und Aktivierung für gesundheitlich eingeschränkte Personen"

vor.

Dem Jobcenter ist das Verfahren vor dem SG bekannt.

Der VA steht bei Nichtzusage innerhalb einer Woche aus. Eine 30% Sanktion ist dann angedroht.

Inhalt der Maßnahme:

Festellung vorhandener Kenntnisse sowie etwaiger berufs- bzw. arbeitsplatzbezogener (Kurz-) Qualifizierungsbedarfe, Klärung der gesundheitlichen Einschränkungen in Bezug auf die Stellensuche, Vermittlung und Durchführung eines betrieblichen Praktikums, Bewerbungsunterstützung und Vermittlung in eine versicherungspflichtige Arbeit.

Präsenzeiten:

Die Präsenszeiten in der Maßnahme "F-55DÜL ..." ist mind. ein wöchentlicher Termin a 60 Minuten bzw. ein alternatives Kleingruppenangebot mit 3 - 4 Stunden pro Angebot; in den Praktikumsphasen gemäß den betrieblichen Anforderungen.

-------------

Nach meinem Hinweis, dass der VA - wie heute ja üblich - dann in das Widerspruchsverfahren gehe und man sich dann wohl vor dem SG sehen würde wurde der SB doch leicht rot. Auch nachdem ich ihm eröffnete, dass die DRV keine LTA in Teilzeit anbietet und sie da wohl lieber eine Arbeitsmarktrente zahlen würden schaute er sehr entgeistert. Im JC sollte sich das nicht "Hilfeplanung" nennen, "Hilfezwang" trifft es besser.

Bildungsinstitut:

http://bildungsinstitut.de/

Hier werden Deutschkurse in Teilzeit angeboten. Sonst finde ich nur Vollzeitangebote, aber ich glaube Deutsch kann ich schon.
 

ruhestein

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Umfang des Gutachtens: 51 Seiten

Auszug:

Der Gutachter bescheinigt:

Dysthymia
Computerspielabhängigkeit
Allergische Diathese
Hörminderung mit Tinnitus
Hüftgelenkleiden
Hautleiden
Arterielle Hypertonie
Augenleiden mit Tränenmangelsyndrom und Keratoglobus / Conus
Adipositas

....

Herr xxx kann noch körperliche leichte und gelegentlich mittschwere Arbeiten ausüben.

Es können noch Tätigkeiten ausgeübt werden im Sitzen sowie Tätigkeiten mit der Möglichkeit des Wechsels zwischen Gegen, Stehen und Stizen.

Es sollten keine Tätigkeiten mehr ausgeübt werden länger bzw. häufig in Zwangshaltungen oder einseitigen Körperhaltungen. Lasten bis 15 Kg können zumindest kurzfristig gehoben und getragen werden. Nicht mehr ausgeübt werden können Gerüst- und Leiterarbeiten.

Nicht mehr ausgeübt werden können Tätigkeiten mit starker Gefährdung durch Hitze, Temperaturschwankungen, Zugluft, Nässe, Lärm, Staub, Gas, Dampf und Rauch.

Es können nur Arbeiten ausgeübt werden mit durchschnittlichen Anforderungen an das Seh- bzw. Hörvermögen.

Nicht mehr ausgeübt werden können Tätigkeiten in Wechselschicht, Nachtschicht sowie unter besonderem Zeitdruck. Ansonsten keine eindeutigen Einschränkungen.

.....

Es besteht vollschichtiges Leistungsvermögen.

Herr xxx kann noch unter betriebsüblichen Bedinungen arbeiten.

Herr xxx kann im Rahmen der zu Ziffen ... genannten Einschränkungen noch an fünf Tagen in der Woche regelmäßig arbeiten.

---------

Habe Einzelhandelskaufmann und Steuerfachangestellter gelernt. Beide Berufe fallen nach der Begutachtung wohl aus und wer weiß was noch alles.

Rente gibt es nach der Begutachtung natürlich gar nicht. Nicht einmal eine Teilrente und eine LTA in Teilzeit wohl schon gleich gar nicht. Ich bin jetzt fast 10 Jahre komplett aus dem Berufsleben heraus und ich sehe mich schon arm bis zum Tod. Tolle Aussichten und dafür hat man in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt.
 

ruhestein

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Sehr lustig. Klage vor dem Sozialgericht vor zwei Woche zurückgenommen und du denkst du hast einfach mal 8 Woche Ruhe. Ruhe am Popo. Schon meldet sich "meine" Rehaberaterin wieder bei mir. Sie ist ja so ein "guter Mensch". Eine Reha in Teilzeit hat sie ja leider nicht im Angebot. Berufliche Vollzeitreha bedeutet aber mit Fahrzeit dann tägl. ca.10 bis 11 Stunden "da" sein. Mein Gefühl sagt mir, das geht nicht gut. Was erwarten die eigentlich, wenn man gut 9 Jahre raus ist?


Einladung kam gerade mit der Post für morgen um 9 Uhr in der nächsten Stadt.


Ich glaube die Post kommt erst morgen um 10 Uhr an.
 
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