Tagesgeldkonto eröffnen im Sozialhilfe-Bezug: Sind Zinsen Einkommen? (1 Betrachter)

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Novembernacht

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Hallo liebes Forum,

ich beziehe Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3.Kapitel SGB XII, ab April 2015 dann Grundsicherung nach dem 4.Kapitel SGB XII, weil ich dann eine volle EM-Rente auf unbestimmte Zeit erhalte.

Nun wurden mir Leistungen nach dem OEG, in Verbindung mit dem BVG, rückwirkend ab Antragsstellung bewilligt.

Die Grundrente nach § 31 BVG ist ja anrechnungsfrei, ebenso die Nachzahlung. Über die Bewilligung dieser Leistung ist das Sozialamt dennoch informiert, klar.

Nun möchte ich gern die OEG-Nachzahlung von meinem monatlichen Einkommen trennen und auf ein Tagesgeldkonto transferieren.

Für das Parken auf dem Tagesgeldkonto bekomme ich 1,30 % Zinsen p.a.

Ist es richtig, dass die Zinsen, die ich erwirtschafte und die mir einmal im Jahr gutgeschrieben werden, Einkommen im Sinne des SGB XII sind und auf meine laufende Leistung angerechnet werden?

Bei diesem geringen Zinssatz ist nicht viel zu erwarten, aber erfolgt die Anrechnung in einem Monat oder wird auf mehrere Monate verteilt?

Wie verhalte ich mich, wo ich das Tagesgeldkonto gerade erst eröffnet habe?

Einfach nur melden, dass es existiert und dann von mir aus 1x im Jahr einen Nachweis über die Zinsen einreichen?

Oder schreibt das Sozialamt einen dann von selbst an und verlangt einen Nachweis über die Zinsen, wenn es weiss, dass ein Tagesgeldkonto existiert?

Zusätzlich monatlich etwas Geld ansparen, d.h. z.B. 50 € auf mein Tagesgeldkonto überweisen, ist das erlaubt?

Wird das dann separat als Vermögen betrachtet, weil ja die OEG-Grundrente weder Einkommen noch Vermögen ist, da geschützt?

Wieviel Vermögen darf man haben? Bin 30 Jahre alt und alleinstehend.

Ich habe ja, durch den Bezug der OEG-Grundrente, etwas mehr Geld als der typische Sozialhilfe-Empfänger.

Danke.
 
E

ExitUser

Gast
§ 82 SGB XII Begriff des Einkommens

Ja, die Zinsen werden dir angerechnet.

Vermögen darf 2600 Euro nicht übersteigen. (§ 90 SGB XII)

Überlege dir mal, ob der gute alte Sparstrumpf da nicht die bessere Option ist. :wink:

p.s.: Wenn du deine Grundrente sparst, wird sie leider doch zum Vermögen.
 

Novembernacht

Elo-User*in
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§ 82 SGB XII Begriff des Einkommens

Ja, die Zinsen werden dir angerechnet.

Vermögen darf 2600 Euro nicht übersteigen. (§ 90 SGB XII)

Überlege dir mal, ob der gute alte Sparstrumpf da nicht die bessere Option ist. :wink:

p.s.: Wenn du deine Grundrente sparst, wird sie leider doch zum Vermögen.
Danke für Deine Antwort.

Also einfach erstmal formlos die Eröffnung melden...?

Wenn ich es im Sparstrumpf habe, kann ich nur leider keine Überweisungen tätigen...und Bargeld in grosser Höhe wieder aufs Girokonto einzahlen, das kann bei einer Kontrolle auch wieder zu unangenehmen Fragen führen...

Hier geht es zwar um Eingliederungshilfe, aber das ist ja auch eine Leistung nach dem SGB XII, aber demzufolge ist die angesparte Grundrente kein Vermögen:

https://www.arbeitslosenselbsthilfe.org/forum/alg-2-allgemein/185197-ansparung-grundrente-bvg-vermoegen-einzusetzen.html

Gruß.
 
E

ExitUser

Gast
Das war mir auch neu.

Auf eine Grundsatzentscheidung kannst du dich natürlich berufen.

Allerdings, würde ich fast damit rechnen, dass die Behörde dennoch Scherereien machen wird.

Überweisungen kann man auch mal über Konten von Bekannten tätigen. Melden würde ich nichts, was sich noch innerhalb der Freibeträge befindet. Die holen sich die Informationen eh beim Datenabgleich.
 

Fritz Fleißig

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Was für ein Tagesgeldkonto mit 1,3 % Zinsen p.a. soll das denn sein? So etwas sind heutzutage lediglich Eröffnungsangebote, welche für ein paar Monate gültig sind, um neue Kunden anzulocken, denen man dann vielleicht später Kredite verkaufen kann. Sparer sind bei der heutigen Geldpolitik doch nicht mehr erwünscht. Auf Dauer gesehen wirst du in der heutigen Zeit allenfalls 0,5 % Zinsen auf Tagesgeld bekommen, mit Glück bei einigen Anbietern vielleicht 0,9 % (bestes Dauerangebot, das ich kenne).

Da läßt sich kein Vermögen zusammensparen. Der gute alte Sparstrumpf ist da vielleicht die bessere Wahl, zumal du da kein Banken-Ausfallrisiko (sprich: Bankenpleite) hast.
 
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