Tacheles Newsletter (1 Betrachter)

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wolliohne

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mein heutiger Newsletter zu folgenden Themen:

1. Tacheles benötigt Unterstützung in der Beratung
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Wir haben jetzt über Monate teilweise 30, 40 Ratsuchende pro Beratungstag vor unserer Tür stehen. Die Fälle der behördlichen Unfähigkeit werden immer heftiger, Herzkranke werden ohne Regelleistung und somit ohne Medikamente stehen gelassen lassen oder eine vier köpfige Familien erhält über vier Monate keine Leistungen, Leistungsanspruch weit über 5.000 EUR. Um nur mal ein paar Hardcorefälle zu nennen. Das leistungsrechtliche Handling des Wuppertaler Jobcenter wird immer katastrophaler. Die Beratungsanfragen im Tacheles steigern sich stetig, die Dinge um die es geht, werden immer heftiger. Wir können den Beratungsbedarf kaum noch decken.

Um dieser Situation weiterhin etwas entgegen setzen zu können, müssen wir unser Beratungsteam ausbauen. Wir suchen daher Menschen, die sich in der Sozialberatung dauerhaft engagieren wollen. Wir bieten Ehrenamtstätigkeit, ein tolles Team, eine fundierte Ausbildung und Schulung in der Sozialberatung, viel Chaos und ganz viele Situationen in denen engagiertes Einschreiten notwendig ist.

Gerne können die Mitstreiter vom Fach sein, ehemalige Verwaltungsmitarbeiter, pensionierte Juristen, Sozialarbeiter und natürlich auch Nicht-Fach-Menschen, die sich aber vorstellen können solch eine Arbeit durchzuführen. Super wäre natürlich wenn ihr aus Wuppertal kämt, aber aus Nachbarstätten wäre das auch möglich.
Wer Interesse hat, möge sich bitte bei info@tacheles-sozialhilfe.de melden.


2. Neues zum „SGB II–Rechtsverschärfungsgesetz“
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Es sickert die Info durch, dass das "SGB II-Rechtsverschärfungsgesetz" nicht
am 5. Nov. 2014 ins Bundeskabinett gehen soll, sondern erst Anfang 2015.
Hintergrund ist wohl, dass Ministerpräsident Seehofer mit den geplanten Änderungen bei den Sanktionen nicht einverstanden ist. Weiterer Grund könnte sein, dass der EuGH am 11. Nov. über den Leipziger Vorlagebeschluss zu den EU-Bürgern entscheiden will und die Konsequenzen aus dem EuGH Urteil natürlich ins SGB II eingearbeitet werden müssen. Also das Geschacher um die geplanten SGB II –Änderungen dürfte weiter spannend bleiben.


3. Aktuelles "sozialrecht justament" zum Thema SGB II-Ausschluss von EU-BürgerInnen und zur anstehenden EuGH Entscheidung
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Mein Kollege Bernd Eckhardt hat im neuesten "sozialrecht justament" das Thema SGB II Ausschluss von EU-BürgerInnen aufgearbeitet. Dabei geht es um die mögliche Ergebnisse und Konsequenzen aus der für den 11.11. angekündigten EuGH Entscheidung.
Aber auch beratungsmäßige Gedanken zum kommen Winter und wie die Anzahl der obdachlosen EU-Zuwanderer steigt und vielerorts ist unklar, wer für die Unterbringung bei Gefahr für Leib und Leben verantwortlich ist...
Das neue "sozialrecht justament" gibt es hier: https://www.harald-thome.de/media/files/sozialrecht-justament-3-2014_Nummer-7.pdf


4. Aktuelle BA-Weisung zu Dolmetscher- und Übersetzungskosten bei Unionsbürgern
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Die im letzten Newsletter genannte HEGA zur „Inanspruchnahme von Dolmetscher- und Übersetzungsdiensten" für EU-Bürger Im Rahmen der Freizügigkeit ist nicht mehr gültig, die AnschlussHEGA, welche bis zum 31.12.2016 gültig ist, gibt es hier: https://ggua.de/fileadmin/downloads/EU/HEGA_05_11-08-3.pdf


5. Aufteilung nach EVS-Abteilungen des Regel-Bedarfs – 2011 – 2012 – 2013 – 2014 – 2015
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Rüdiger Böker hat eine Aufteilung des Regelsätze von 2011 bis 2015 gemacht, daraus ist ersichtlich in welcher Höhe welcher Bedarf im Regelbedarf enthalten ist, die gibt es hier: https://www.harald-thome.de/media/files/Aufteilung-RB-2011-2015.pdf

6. Neueste Quer/11. Ausgabe steht zum Download bereit
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Einen Schwerpunkt des Heftes bildet die Auseinandersetzung mit den sog. „Rechtsvereinfachungen“ im Sozialgesetzbuch II. Daneben gibt es Infos, Berichte, eine Buchbesprechung und und und. Selbstverständlich auch wieder eine Menge Urteilsbesprechungen, die den Dschungel der Sozialgesetzgebung hoffentlich etwas durchsichtiger werden lassen.

Uns erscheint im Blick auf die heutige Presselandschaft, dass es enorm wichtig ist, zu schauen was denn die Mainstreammedien nicht vermelden. Die Herausforderungen diesbezüglich sind groß. Wir versuchen „klein aber fein“ zu sein und können nur einen Teil dessen bewältigen, welcher uns notwendig erscheint. Die Quer gibt es hier: Downloadbereich - ALSO - Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V.


7. Nahles legt „Förderprogramm“ auf
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Arbeitsministerin Nahles legt ein Förderprogramm für Langzeitarbeitslose auf, dieses veröffentliche ich unkommentiert. Das Papier gibt es hier: https://www.harald-thome.de/media/files/entwurf_der_foerderbedingungen_zum_esf-bundesprogramm_langzeitarbeitslosigkeit.pdf
 

XxMikexX

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Ich habe mir mal das "Förderprogramm" unter Punkt 7. angesehen.


Sehr verwaltungsintensiv. Da darf man sich auch nicht wundern, wenn ein Großteil der Fördersumme für Verwaltungs- und Personalkosten draufgeht.

Großen Wert legt man auch darauf, Arbeitgeber großzügig für "Minderleistungen" zu entschädigen.


Für die eigentliche Qualifizierung der Langzeitarbeitslosen bleibt dann nicht mehr viel übrig.

240 € je Teilnehmer, das ist ein Witz!


Dafür dürfen sich die Teilnehmer über eine Verbesserung der "zentralen Grundkompetenzen" freuen, der wohl den Hauptteil der Qualifizierung ausmacht.

Zusätzlich gibts noch ein intensives "Coaching" von Anfangs 5 Std/Woche, damit man sich als kleiner dummer Junge fühlen kann.


Wer hat sich diesen Blödsinn wieder ausgedacht?


Nein danke sage ich dazu.


Die Teilnahme am Programm ist freiwillig
Ob das wohl so bleibt?
 

götzb

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Schade das es illegal ist- auszusprechen-, was ich über den Seedoofer jetzt denke und mir für so einen wünsche.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Dafür dürfen sich die Teilnehmer über eine Verbesserung der "zentralen Grundkompetenzen" freuen, der wohl den Hauptteil der Qualifizierung ausmacht.
Endlich lesen und schreiben lernen, geil! :icon_mrgreen:
Zusätzlich gibts noch ein intensives "Coaching" von Anfangs 5 Std/Woche, damit man sich als kleiner dummer Junge fühlen kann.
Und das u.U. für die gesamte Dauer des geförderten Arbeitsverhältnisses und evtl. sogar bei dir zu Hause. Noch weiter entgegekommen kann dir das JC eigentlich kaum noch. :icon_hihi:
Wer hat sich diesen Blödsinn wieder ausgedacht?
Ich war's nicht, ich bin unschuldig!
Die Teilnahme am Programm ist freiwillig
Ob das wohl so bleibt?
Da das Ganze als normales Arbeitsverhältnis ausgestaltet werden soll greifen die Zumutbarkeitsregeln des §10 SGB2. Die Frage nach der Freiwilligkeit dürfte damit wohl geklärt sein.
 
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