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Suche Rat wegen möglicher Arbeitsaufnahme im Callcenter

shinryu

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Leute, ich habe da ein Anliegen und muss direkt mal meinen Missmut zum Ausdruck bringen. Wer hat sich bloß dieses bescheidene System ausgedacht?! Politisch weiß ich Bescheid, aber trotzdem…

Bin nun seit einem halben Jahrzehnt ohne Arbeit und habe eine Ausbildung+Studium. Hier und da mal ein VG bei einem richtigen Arbeitgeber, ja, aber leider ist nie etwas daraus geworden.
Zeitarbeit wollte mich anscheinend immer haben, für Helferstellen über VV, aber denen habe ich IMMER in die Suppe gespuckt, da ich auf diesen Krampf so gar keine Lust habe und da bin ich ganz ehrlich. Diesen Sektor möchte ich nicht mit meiner Schaffenskraft unterstützen.

Finde es selber nicht angenehm von der Allgemeinheit abhängig zu sein, allerdings gebe ich wenigstens im engsten Familienkreis durch meine Freizeit viel zurück. Ich helfe wo ich kann und habe trotz langjähriger Arbeitslosigkeit ein „entbehrungsreiches aber schönes Leben“ und einen geregelten Tagesablauf- ich lasse mich nicht hängen, schreibe kräftig Bewerbungen. Langweilig ist mir nie.
Ja ja, nun werden einige sagen, dass sich ja jeder die eigene Situation schönreden muss. Mir gefällt es in weiten Teilen allerdings wirklich so wie es ist.

Nur jetzt habe eine für mich eine berufsfremde, interessante Stelle gefunden- und zwar im Call-Center. Keine Co-Sourcer- direkt bei einem Unternehmen selbst und nachdem ich mir Informationen von Arbeitern dort eingeholt habe, kann ich mir sehr gut vorstellen es auszuprobieren. Denn die Stelle ist auf viele meiner Bedürfnisse zugeschnitten, so dass ich sogar den niedrigen Lohn in Kauf nehmen würde, jedenfalls für eine gewisse Zeit!
Im Grunde genommen bin ich keine kommunikative Persönlichkeit und auch überhaupt nicht kontaktfreudig, jedenfalls gegenüber Fremden. Auch bin ich kein Freund von diesen niedrigen Löhnen und deshalb war z.B. Zeitarbeit für mich immer ein no go.

ABER HALT. Ausprobieren und Jobcenter/ALG2 ist nicht?! Erstens scheine ich dann dort gefangen zu sein, da ich beispielsweise nicht ohne wichtigen Grund in oder außerhalb der Probezeit kündigen darf, ohne eine Sanktion zu erhalten. Zweitens hängt mir dann wahrscheinlich das JC mit VVs für Callcenter im Nacken, da ich es dann mal gemacht habe. Diese Gründe halten mich echt davon ab es einfach mal auszuprobieren, denn im Grunde genommen sind Callcenter nicht mein Gebiet- ich möchte also nicht im Nachhinein eine Böse Überraschung erleben :icon_evil:.

Schon heftig, dass einem da so dicke Steine in den Weg gelegt werden und man nicht einfach mal austesten darf ohne gleich gebrandmarkt zu sein.
Denn so passiert es ja nicht wenigen, dass sie aus ihren Niedriglohnjobs nicht mehr rauskommen und das nur, weil sie irgendwann mal damit angefangen haben :censored:. Studien zufolge verringert die Ausübung eines 1Euro Jobs bei Männern sogar die Wahrscheinlichkeit in einen richtigen Job zu rutschen- wenn sie den 1Euro-Job nicht gemacht hätten wären die Chancen höher. Gilt sicher nicht nur für 1Euro Jobs, sondern auch noch für andere Helferstellen bzw. generell Zeitarbeit. Das ist doch krank. Da würde es mir tatsächlich mehr bringen weiter mit meiner Freizeit zu leben :doh:.

Gibt es denn überhaupt keine Möglichkeit ein berufsfremdes Feld ohne "Angst" vor Sanktionen oder weiteren VVs nach evtl. Abbruch in der Probezeit bei Nichtgefallen auszutesten?

Eigentlich sollte der Staat froh über jeden sein, der sich nach so langer Arbeitslosigkeit noch aus seiner Komfortzone wagt und etwas verändern möchte.
 

Gescheitert1524

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Ich stellte vor einigen Wochen mal eine ähnliche Frage hier und kann daraus nur an Dich weitergeben :

"Lasse doch einfach mal auf Dich zukommen was Dich in dem Callcenter praktisch erwarten wird ".

Probezeit an sich ist ja auch keine schlechte Sache, aber dann musst Du halt so denken : " Entweder schaffe ich es, oder der Arbeitgeber kündigt MIR, weil ich trotz Engagements die Vorgaben doch nicht erfülle. "

In solch einem Falle allgemeiner Nichteignung musst Du in der Regel keine Sanktionen bei arbeitgeberseitiger Kündigung fürchten. Du darfst halt nur nicht "absichtlich" versagen .

Das "Stigma Niedriglohn" bekommst Du leider schon fast automatisch mit dem Eintritt in den ALG II - Bezug aufgedrückt. Über das Jobcenter kommst Du da auch nicht raus... die wollen Dich ja selbst nur schnell wieder loswerden.

So lange Du also körperlich noch hinreichend fit bist in Deinem Qualifikationsbereich, bleibt Dir hier nur die reine Eigeninitiative aus dem möglichen Cc - Job heraus.

Vom JC darfst Du in diesem Anliegen meist keinerlei wirkliche Supportambitionen verlangen. Dir ist bewusst, dass JC mehr oder weniger gezielt die Recruiter für die Zuhälter der Arbeitswelt spielen ?

Solltest Du eine Weile in einem Cc tatsächlich bestehen, ist dieses aber für Dich und weitere Bewerbungen in Eigeninitiative kein "Stigma" in sich.

In manchen Branchen haben sich diese leidigen Zuhälter aber dank unserer Politik inzwischen derart breit machen können, dass Du ohne herausragende ( Arbeits-) Zeugnisse und "Vitamin B" kaum noch direkt aus ALG II in entsprechenden Firmen gemäss Deiner Qualifikation unterkommen kannst.
 

erwerbsuchend

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Zum Thema CC wäre dieser relativ aktuelle Thread zu empfehlen. Ansonsten kannst du über die Forensuche viele weitere Erfahrungsberichte zu deinem Anliegen finden.
 

shinryu

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@Gescheitert1524

Ich bin mir zu 100% sicher den Anforderungen gewachsen zu sein... linke Pobacke :peace:.

Nur ist es eben die Frage, ob die Tätigkeit Spaß macht, was dringende Voraussetzung für mich wäre. Und da ich das kaum vorab beurteilen kann, böte die Probezeit die optimale Gelegenheit.
Allerdings lässt sich das mit dem Sanktionsapparat im Hintergrund nicht vernünftig umsetzen.

Und gezielt Minderleistung zu bringen um dann in der Probezeit gekündigt zu werden, wäre irgendwie nicht mein Ding und empfände ich auch nicht fair dem Arbeitgeber gegenüber. Bringt für alle Beteiligten mehr Schaden als Nutzen. Ok, die Sanktion hätte sich erledigt, aber sonst? Ist doch total bescheuert und endet bei mir in einer kognitiven Dissonanz. :doh:

Und egal wie es ausgeht, läuft es doch nach Ende der Beschäftigung auf CC VVs hinaus, oder nicht?
 

atasteofbunny

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Call-Center-VVs kannst du ja theoretisch immer bekommen, egal ob du dort schon einmal gearbeitet hast oder nicht.

Ich würde mir ja nicht so viele Gedanken machen. Wenn du die Möglichkeit hast, es auszuprobieren, und Lust hast dazu, dann probiere es. (Ich habe es probiert, finde es furchtbar und hätte auf diese Erfahrung lieber verzichtet. Aber das muss nichts heißen, in dem Betrieb waren auch Leute beschäftigt, die das schon mehrere Jahre machten und damit völlig zufrieden waren. Die Menschen sind eben verschieden.)

Was Sanktionen angeht: Meinen letzten Job habe ich während der Probezeit wieder verloren, der Arbeitgeber hatte gekündigt, aber eine Sanktion war nie "spruchreif." Die SB wollte wissen, wie es zur Kündigung kam, ich hatte ihr das kurz erklärt, damit war das erledigt. Ich hatte auch keine "Schuld" an der Kündigung, war aber eben nach Meinung des Arbeitgebers für diese Stelle doch nicht geeignet (das war keine Call-Center-Stelle, sondern eine ganz andere, das hier nur als Beispiel, dass eine Arbeitgeber-Kündigung in der Probezeit nicht zur Sanktion führen muss.)
 

NoAvail

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Call-Center-VVs kannst du ja theoretisch immer bekommen, egal ob du dort schon einmal gearbeitet hast oder nicht.
Meine Vermutung hierzu lautet, dass es dabei doch sehr auf die Vorbildung (oder das jeweilige Jobcenter?!) ankommt.

Zu meiner ALG2-Zeit habe ich jedenfalls nur passgenaue VVs oder Helferstellen aus meinem Bereich angeboten bekommen, nichts berufsfremdes, und das über viele Jahre hinweg ohne Ausnahme. Kann natürlich bei anderen HE komplett anders sein.

Und ja, es stimmt, KEINE Sanktion bei Kündigung von Seiten des Arbeitgebers in der Probezeit, außer man kann Herbeiführung der Kündigung nachweisen, was in der Praxis aller Wahrscheinlichkeit nach nie passieren wird, außer jemand stellt sich äußerst hilflos an.

Der TE mag Recht damit haben nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses weitere Callcenter-VVs zu bekommen, auch wenn es absolut keinen Sinn ergeben würde.Denn immerhin ist nicht jeder für diese Tätigkeit geschaffen. Zumindest kann ich mir das große Interesse der CC bzw. ZAF! schon vorstellen, da die CC-Tätigkeit dann im Lebenslauf steht. Die nehmen eh alles was Arme und Beine hat und sei es nur um Fördergelder abzustauben --- Mitnahmeeffekt :censored:

Je länger man darüber nachdenkt, desto absurder wird es :cheer2:.
 

Gescheitert1524

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@shinryu,

Nur ist es eben die Frage, ob die Tätigkeit Spaß macht, was dringende Voraussetzung für mich wäre.
Das kannst Du halt nur dann herausfinden, wenn Du es selbst mal ausprobierst. Informiere Dich doch am besten mal, welche grundlegenden Themenbereiche es Inbound / Outbound für Callcenter überhaupt gibt und wo Du dann am ehesten von Dir aus zurechtkommen könntest.

Und da ich das kaum vorab beurteilen kann, böte die Probezeit die optimale Gelegenheit.
Allerdings lässt sich das mit dem Sanktionsapparat im Hintergrund nicht vernünftig umsetzen.
Warum solltest Du grundlegend Sanktionen befürchten müssen ? Je nach gewähltem Themengebiet im Callcenter erfüllst Du dann die Vorgaben , oder trotz eigener Bemühungen halt nicht. Es wird ja vermutlich auch nicht jedes Callcenter gleich sein im Arbeitsklima, Anforderungen, Stress u.s.w. .

Persönlich würde ich es "Inbound" am ehesten mal in den Themenbereichen Kundenbetreuung, Bestellannahme und Reklamationen versuchen.

Und egal wie es ausgeht, läuft es doch nach Ende der Beschäftigung auf CC VVs hinaus, oder nicht?
Dazu müsstest Du ja erst einmal in ersten Eigeninitiativen für Dich selber feststellen, ob Du diesem Tätigkeitsfeld grundlegend gewachsen bist, oder halt nicht und wegen tatsächlicher Uneignung nicht lange in der Firma bist und "sauber" deswegen gekündigt wirst. Verantwortungsvolle SB sollten dann in der Regel erkennen, ob es dann überhaupt Sinn ergibt, Dir weiterhin VV in diesem Metier zukommen zu lassen.

Arbeitgeber werden ja wohl auch mal mit den Jobcentern Rücksprache halten, wenn es ihnen vollkommen ungeeignete Bewerber zuweist. Das geht dann letztlich wieder an die Adresse der SB, welche sich dann ja auch erklären müsste wegen Zuweisung ungeeigneter Rekruten .
 
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