Studium beendet --> ALG2 --> Gewerbe --> Festanstellung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

peschtjunk

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2015
Beiträge
3
Bewertungen
0
Hallo,
leider sehe ich mich gezwungen dieses Forum in Anspruch zu nehmen. "Leider" deshalb, weil ich mich normalerweise selbst informiere und dann das beste daraus mache.
Ich glaube aber, dass in meinem Fall zu viele Eventualitäten zusammenkommen und daher bräuchte ich Informationen von euch, die sich vielleicht besser auskennen.

Kurze meine Fallgeschichte:
Ich habe im September mein Studium erfolgreich als Wirtschaftsingenieur abgeschlossen.
Im August war ich das erste mal beim JC und wurde wieder nachhause geschickt, weil der Studienabschluss zu weit in der Zukunft liegt (dachte eigentlich drei Monate sind das Maximum, aber gut...)
Im Oktober habe ich den Antrag dann mit Leistungsbezugswunsch 1.11., (da im Oktober noch Gehalt aus Nebenbeschäftigung und Steuerrückerstattung einging) abgegeben und auch alles bewilligt bekommen (Grundsicherung + KdU)
Nun bin ich auf Jobsuche und ich bin guter Dinge während des kommenden Frühjahrs etwas zu finden...

Im Dezember (konkret ab 30.11., wobei der nicht auf der Rechnung auftauchen muss) habe ich die Möglichkeit für einen meiner Auftraggeber, für den ich auch schon während des Studiums tätig war, einen Auftrag auszuführen und knapp 2000 € zu verdienen.

Damit bin ich ja locker über meinem Monatsbedarf. Bei (nebenbei) Selbstständigen wird der voraussichtliche Gewinn ja auf die verbleibenden Bedarfszeitraummonate aufgeteilt und ein neuer Bescheid mit den entsprechenden Anrechnungen erstellt.

Mein jetziger Bescheid gilt bis Herbst nächsten Jahres und mein Ziel ist es ja, eine Festanstellung zu finden.

1. Wenn ich nun diese 2000 € auf die verbleibenden 10 Monate aufteile kann ich mit der Kürzung um 80€? leben. Was aber passiert bei eine Arbeitsaufnahme im Februar. Wird dann rückwirkend das Geld nur auf Dez 2015 und Jan 2016 aufgeteilt und ich muss mein ALG 2 zurückzahlen?

2. Zählt der November, in dem ich noch nicht Selbstständig tätig war, wieder zum Selbstständigenbedarfszeitraum dazu?

3. Angenommen ich schreibe meine Rechnung erst Ende Dezember und bekomme den Betrag dann im Januar, obwohl ich dann vielleicht schon in Anstellung bin? Wie ist dann die Anrechnung?

4. Alle Unterkunftkosten und Benzinkosten muss ich von meinen Konten bezahlen, erhalte aber schon im November einen Teil als Auslagen überwiesen.

5. Was ist mit der sogenannten Tatortkommissarregelung:-D also, dass man sich für eine vorübergehende Zeit abmeldet? Vielleicht ist das bei mir möglich, vielleicht aber auch gar nicht nötig. Setzt wahrscheinlich voraus, dass mir mein Chef alles im Dezember bezahlt.

Ich wäre froh, wenn ihr euren Senf dazugebt. Ich weiß nicht, ob ich dem JC das sofort mitteilen soll, oder erst Anfang Dez, wenn ich das ALG2 für Dez auf dem Konto habe.
:icon_question:
Sollten noch Fragen offen sein, stellt Sie ruhig. Ich bin den Nachmittag am PC.:wink:

Grüße
 

Koelschejong

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
5.186
Bewertungen
1.641
Kurz und knapp:

Der lange Bewilligungszeitraum (BWZ) ist ungewöhnlich, gibt's dafür eine Begründung?

Einkommen aus Selbstständigkeit wird (zumindest) auf 6 Monate verteilt.

Kommt dann Einkommen aus Gehalt dazu, so wird dieses nur im jeweiligen Zuflussmonat angerechnet.
 

peschtjunk

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2015
Beiträge
3
Bewertungen
0
Ich kann nur spekulieren, warum der BWZ so lang ausfällt: Erstbezug von ALG2, Studiumabschluss, lange Bearbeitungszeiten infolge der Antragsflut.

Deine Antwort würde bedeuten, dass ich einen neuen Bescheid bekomme.
Eine Anstellung würde für mich bedeuten, dass ich komplett aus dem Bezug falle, würde dann auch das Gewerbe aufgeben.

Ich wollte ja wissen, was passiert, wenn ich während dieser 6 Monate in Festanstellung komme. Ist dieser Fall zu theoretisch?
Ich versuche mal zu überspitzen:

Angenommen ich gebe für meinen Selbstständigen-Bezugszeitraum ein Anrechenbaren Gewinn von 3000 € an. Dann werden diese 3000 € doch auf diese 6 Monate aufgeteilt --> macht 500 € vermuteter Gewinn pro Monat, oder? Somit erhalte ich von einem angenommenen Bedarf i.H.v. 600 € nur noch 100 € pro Monat Inkl. Krankenversicherung als Leistung vom JC.

Weiter angenommen, ich erwirtschafte diese 3000 € komplett im ersten Monat und erreiche im dritten Monat eine Festanstellung mit einem Gehalt ohne dass weiter Bedürftigkeit vorliegt. Werden dann nachträglich diese 3000 € auf zwei Monate zurückverteilt, sodass ich auf einmal die erhaltenen 200 € zurückzahlen und mich selbst krankenversichern muss?

Grüße vom Querdenker:biggrin:
 

Koelschejong

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
5.186
Bewertungen
1.641
Im Prinzip siehst Du das richtig, aber Du müsstest in Deinem Beispiel (600 ALG II Bedarf = "grob" 400 Regelbedarf und 200 Miete) zurückerstatten.

800,00 = 2 x 400 Regelbedarf
176,00 = 2 x 44% von 200 Miete (§ 40 Abs. 4 SGB II)
976,00 Gesamterstattung - KV-Beiträge sind nicht zurück zu erstatten
 

peschtjunk

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2015
Beiträge
3
Bewertungen
0
Verstanden. Okay danke.

Nun wird es ja knapp mit dem Einreichen UND Bewilligen der vEKS, da ich nächste Woche schon unterwegs sein werde.
Ich spiele mit dem Gedanken, mir für den Auftrag notwendiges Werkzeug zuzulegen (Akkuschrauber), da ich den Auftrag sonst nicht ausführen könnte.
Muss das Rechnungsdatum zwangsweise im BWZ sein, oder nur die Zahlung?
Ehrlich gesagt habe ich das noch nicht mit den tatsächlich notwendigen und geplanten Anschaffungen/Ausgaben verstanden.

Der Schrauber würde ca. 230 € kosten (inkl. Koffer, Zubehör und zweiter Akku). Sind diese Ausgaben noch geplant und damit in der vEKS anzugeben? Ich kann ja nicht mehr auf Bestätigung bzw. Bearbeitung warten. Ich müsste ihn lieber gestern als morgen bestellen, damit er noch rechtzeitig hier wäre.

Wenn ich erst auf die Bewilligung warten muss, dann müsste ich mir erstmal einen leihen bzw. meinen ganz alten (schwer unhandlich, lange Ladezyklen...) nehmen. Natürlich geht es bei der Anschaffung ja auch darum die Einnahmen zu drücken.

Bei meinen veranschlagten Umsätzen für die kommenden 6 Monate (wobei allein der eine Auftrag die Summe einspielt und weitere Aufträge echt nicht abzusehen sind (Glaskugel ist nicht geputzt) wäre dieses absolut notwendige Werkzeug gerade mal 10% der Einnahmen und würde damit mMn nicht im Missverhältnis stehen....

Grüße
 

Koelschejong

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
5.186
Bewertungen
1.641
Es gilt das "heilige" Zuflussprinzip, also erst wenn Geld fließt, ist das zu berücksichtigen.

Die Anschaffung packst Du in die vEKS - und begründe im Anschreiben, warum es hier nicht das Sonderangebot von "Billig-Billig" für € 12,99 tut
 
Oben Unten