Studie:... stereotype Bewertungen Arbeitsloser in den Regionalzeitungen ...

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ethos07

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"Arbeitslos und keine Ahnung - Hier werden Sie geholfen!" Zum Framing stereotyper Bewertungen Arbeitsloser in den Regionalzeitungen Nordkurier und Volksstimme
Stephan Sielschott
[Journal für Psychologie, Jg. 18 (2010), Ausgabe 2]


Zusammenfassung

In deutschen Print-Medien werden Arbeitslose gemeinhin als Faulenzer, Drückeberger oder Schmarotzer stereotypisiert und abgewertet. Wie diese Studie auf Basis einer theoretischen und empirischen Verknüpfung des sozialpsychologischen Stereotype Content Models mit dem kommunikationswissenschaftlichen Framing-Konzept belegt, wird die Berichterstattung der ostdeutschen Regionalzeitungen Nordkurier und Volksstimme dagegen vom Stereotyp des inkompetenten Arbeitslosen dominiert. Inkompetenz-Zuschreibungen sind dabei häufig Bestandteile eines Frames, der Arbeitslosigkeit als Folge mangelnder Qualifikation problematisiert. Innerhalb des "Qualifizierungs-Frames" wird der Arbeitslose zwar selten explizit für seine Lage verantwortlich gemacht, im Zuge eines unbedingten Qualifizierungsoptimismus wohl aber in die Pflicht genommen, sich mittels staatlicher Hilfe weiter zu bilden, um seine Arbeitslosigkeit zu überwinden. Sowohl innerhalb des "Faulenzer-Frames" als auch innerhalb des "Qualifizierungs-Frames" vermittelt sich Anerkennung einzig und allein über Anstrengungen zur Überwindung von Arbeitslosigkeit. Wie einige wenige Beiträge über sozial engagierte Arbeitslose zeigen, kann die Leistung Arbeitsloser jedoch auch unabhängig von Erwerbsarbeit gewürdigt und anerkannt werden. Gerade im Rahmen der Lokalberichterstattung besteht für Regionalzeitungen die Chance, ausführlicher über bürgerschaftliches Engagement Erwerbsloser zu berichten.

Schlagwörter: Stereotype, Framing, Arbeitslose, Anerkennung, Qualifizierung, Medien, Zeitungen
...für uns zwar nur eine weitere wissenschaftliche Bestätigung der von uns alltäglich gemachten Erfahrung mit den Mainstream-Printmedien; aber wer doch den gesamten Aufsatz zu dieser Forschungsstudie lesen möchte:
Journal für Psychologie: jfp-2-2010-03
 

Virginie

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Gehört alles zur Psycho-Hygiene:


Das Leid anderer entlastet die Seele

Es baut die eigene Psyche auf, wenn es anderen schlechter geht. Emotionaler Stress und depressive Verstimmungen können die Folge von Fehlentscheidungen oder verpassten Gelegenheiten sein. Wer erkennt, dass es anderen noch schlechter geht, kommt schneller aus dem Stimmungstief

Kanadische Forscher haben ein einfaches Rezept gefunden, mit dem sich das Bedauern nach Fehlentscheidungen bekämpfen lässt: Betroffene sollten sich mit anderen vergleichen, denen es noch schlechter geht, empfehlen sie. Das klingt zwar hart, scheint aber zu helfen, wie das Team um die Psychologin Isabelle Bauer von der Concordia-Universität im kanadischen Montreal zeigen konnten.

Trost im Missgeschick anderer

Das Ergebnis der Auswertung: Hatten die Probanden das Gefühl, anderen um sie herum gehe es schlechter als ihnen selbst, verloren die eigenen negativen Gefühle und Defizite im Lauf der Zeit an emotionalem Gewicht.
So gaben die Testteilnehmer, die Probleme anderer als schwerwiegender bewerteten als ihre eigenen, auch wesentlich häufiger an, dass sie sich in den vorangegangenen zwei Monaten besser gefühlt hätten als im Jahr davor. Offenbar ist ein unbewusster Vergleich mit einer benachteiligten Gruppe eine gute Kompensationsstrategie für die eigenen Schwierigkeiten, folgern die Forscher.

„Spannenderweise verbessert dieser Vergleich mit schlechter Gestellten nicht nur das Wohlbefinden, sondern beugt auch gesundheitlichen Problemen vor“, sagt Carsten Wrosch, Psychologe an der Concordia-Universität und Mitautor der Studie. Probanden, die mit dieser Strategie ihre Reuegefühle in den Griff bekamen, waren weniger anfällig für Erkältungskrankheiten, ermittelten die Forscher in einem zweiten Teil der Studie. Wrosch begründet das so: „Der emotionale Stress durch Reuegefühle kann Hormonhaushalt und Immunsystem aus dem Takt bringen und Folgeerkrankungen begünstigen.“

quelle: Psychologie: Das Leid anderer entlastet die Seele - News - FOCUS Online




Neu ist das ganze nicht, es basiert auf der Theorie von Leon Festinger aus dem Jahr 1954.

Die Theorie des sozialen Vergleichs besagt, dass Menschen Informationen über ihr Selbst durch den Vergleich mit anderen gewinnen.[1] Sie wurde 1954 durch Leon Festingers Arbeit „A Theory of Social Comparison Processes“ begründet und wird seitdem ständig weiterentwickelt.

Der Vergleich mit Mitmenschen hat drei mögliche Funktionen:

Wer realistische Informationen über sein gegenwärtiges Selbst benötigt, vergleicht sich mit Ähnlichen, Gleichgestellten, peers.

Wer sein Selbstwertgefühl schützen oder verbessern will, vergleicht sich mit Menschen, die im interessierenden Merkmal unterlegen sind, der sogenannte abwärts gerichtete Vergleich. Beispiel: Krebspatienten neigen eher dazu, sich mit Kranken zu vergleichen, denen es schlechter geht, als ihnen selbst.[2]

Wer wissen will, welche Möglichkeiten er hat, welche Verbesserungen möglich sind, vergleicht sich mit Menschen, die im interessierenden Merkmal überlegen sind; das ist der aufwärts gerichtete Vergleich.

quelle: Theorie des sozialen Vergleichs



Ich orientiere mich lieber nach oben als nach unten, weil mich das "unten" im allgemeinen nur noch mehr runterzieht (statt aufzubauen).
 
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