Studie: Jedes sechste Kind lebt in Armut (1 Betrachter)

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Woodruff

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München. Mehr als jedes sechste Kind in Deutschland lebt nach einem Bericht des Prognos-Instituts für das Bundesfamilienministerium in Armut. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Montag) unter Berufung auf das Papier.

Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) wolle den Bericht an diesem Montag in Berlin vorstellen. Im nationalen Armutsbericht, dessen Entwurf Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) vor einer Woche vorgestellt hatte, war die Kinderarmut niedriger eingeschätzt worden: Nur etwa jedes achte Kind in Deutschland ist demnach von Armut bedroht.

Der Bericht ermittelt laut Zeitung hohe Armutsrisiken für einzelne Gruppen. So seien etwa 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden von Armut bedroht, 30 Prozent der Migrantenkinder sowie fast zwei Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Das Kindergeld leiste den größten Beitrag zur Armutsbekämpfung: Gäbe es kein Kindergeld, würden demnach zusätzlich etwa 1,7 Millionen Kinder unter die Armutsgrenze rutschen.
Hier geht's weiter: Studie: Jedes sechste Kind lebt in Armut - Nachrichten - DerWesten
 
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Der Bericht ermittelt laut Zeitung hohe Armutsrisiken für einzelne Gruppen. So seien etwa 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden von Armut bedroht, 30 Prozent der Migrantenkinder sowie fast zwei Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern.
Was ist denn mit dem dritten Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern? Kann mir mal jemand erklären, warum die nicht unter die Armutsgrenze gefallen sind?
Die Regelsätze für Kinder inkl. KdU sind unter der Armutsgrenze!

Ich hasse solche Artikel. Schlecht recherchierte Vollksverblödung.

Viele Grüße,
angel
 

Woodruff

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Was ist denn mit dem dritten Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern? Kann mir mal jemand erklären, warum die nicht unter die Armutsgrenze gefallen sind?
Die Regelsätze für Kinder inkl. KdU sind unter der Armutsgrenze!

Vielleicht, weil die Eltern noch über ein Schonvermögen verfügen? Eine andere Erklärung hätte ich nicht :icon_kinn:
 
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Vielleicht, weil die Eltern noch über ein Schonvermögen verfügen? Eine andere Erklärung hätte ich nicht :icon_kinn:
Selbst Schonvermögen wäre kein Einkommen der Kinder.
Hier traut sich doch nur niemand öffentlich auszusprechen, daß Hartz IV einfach unter der Armutsgrenze liegt - am übelsten bei Kindern und jungen Erwachsenen bis 25.

Ja, wo kämen wir denn hin, wenn mal einer das Kind beim Namen nennen würde: Hartz IV ist bitterste Armut, vor allem und unvermeidbar mit Kindern!

Viele Grüße,
angel
 

Woodruff

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Hier traut sich doch nur niemand öffentlich auszusprechen, daß Hartz IV einfach unter der Armutsgrenze liegt - am übelsten bei Kindern und jungen Erwachsenen bis 25.

Ja, wo kämen wir denn hin, wenn mal einer das Kind beim Namen nennen würde: Hartz IV ist bitterste Armut, vor allem und unvermeidbar mit Kindern!

Was nicht sein darf, darf eben nicht sein. Hartz IV wurde ja bereits zum Erfolgsmodell erklärt :icon_rolleyes:


Hier übrigens ein Interview mit von der Leyen in der Süddeutschen zu dem Thema:

Ursula von der Leyen über Kinderarmut ''Kinderreiche Familien dürfen nicht in die Armut rutschen'' - Deutschland - sueddeutsche.de
 

Georgia

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SZ: Arbeitsminister Scholz betont, dass der Sozialstaat generell gut funktioniert und zu seiner Verbesserung vor allem einen Mindestlohn benötigt.

Von der Leyen
: Mein Fokus richtet sich auf die Familien. Der Mindestlohn reicht gerade für eine Person alleine. Er hilft keiner Familie mit mehreren Kindern. Im Gegenteil, weil er Arbeitsplätze zerstört, erhöht er das Armutsrisiko. Familien mit kleinen Einkommen brauchen gezielte finanzielle Hilfen, zum Beispiel den Kinderzuschlag, zum Beispiel das Kindergeld. Und Alleinerziehende brauchen vor allem Kinderbetreuung, damit sie bei der jetzt guten Arbeitsmarktlage eine Stelle annehmen können.

SZ: Stichwort Hartz-IV-Empfänger: Deren Armutsrisiko ist am allerhöchsten. Sollte man die Regelsätze erhöhen?

Von der Leyen: Das Entscheidende ist doch: Nicht Kinder machen arm, sondern Familien mit Kindern sind arm, wenn ihre Eltern keine Arbeit haben. Das sehen Sie an dem Drittel der Familien in Armut, das sich innerhalb von zwei Jahren daraus befreit. Das läuft immer über den Arbeitsmarkt - also darüber, dass die Eltern eine Beschäftigung finden.

SZ: Trotzdem: Hartz-IV-Empfänger erhalten 207 Euro monatlich, um ein Kind großzuziehen. Das kann nicht genügen.

Von der Leyen: Dazu wird die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 Aussagen liefern. Das Ergebnis warten wir ab.

SZ: Eine Tendenz?
Von der Leyen: Ich warte ab, was unsere Fachleute dazu sagen.



Ursula von der Leyen über Kinderarmut ''Kinderreiche Familien dürfen nicht in die Armut rutschen'' - Deutschland - sueddeutsche.de
Von der Leyen, eine von der übelsten Sorte, Selektion betreibend.

Exakt das geht aus ihren Aussagen hervor.


 

Nimrodel

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Was ist denn mit dem dritten Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern? Kann mir mal jemand erklären, warum die nicht unter die Armutsgrenze gefallen sind?
Das sind die Kinder, die nicht in der BG der Eltern sind, weil sie mit Unterhalt, Ausbildungsgeld usw. und Kindergeld ihren Lebensunterhalt selbst decken können, durch die Anrechnung von überhängendem Kindergeld und anderem Einkommen aber genauso arm dran sind, als wären sie noch in der BG der Eltern.
Diese Kinder werden doch statistisch garnicht erfasst, haben aber genauso wenig zum Leben, wie Kinder die Sozialgeld beziehen.
Aber Hauptsache, die Statistik stimmt.

Nimrodel
 
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Die Kluft zwischen reichen und armen Kinder wird größer

Berlin (ddp). In Deutschland leben zwei Drittel der Kinder von Alleinerziehenden mindestens ein Jahr lang in Armut. Jedes zehnte Kind, das nur bei seiner Mutter oder seinem Vater aufwächst, ist sogar dauerhaft arm, geht aus dem am Montag in Berlin vorgestellten «UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland» hervor. Ebenso wichtig wie die materielle Versorgung sei es, «Eigenaktivität, Verantwortungsgefühl, und Konfliktfähigkeit von klein auf zu fördern», sagte der Vorstandschef der deutschen UNICEF-Sektion, Jürgen Heraeus, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.
Der Studie zufolge zeigen 15 Prozent der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren Anzeichen von Verhaltensauffälligkeit, 17 Prozent seien übergewichtig. Mit über 20 Prozent der 11- bis 17-Jährigen rauchen in Deutschland mehr Jugendliche als in jedem anderen Industrieland.
Das selektive Bildungssystem trage zur Ungleichbehandlung bei, heißt es in der Studie weiter. Schwächere Schüler würden ausgegrenzt, die besseren Schüler wiederum nicht ausreichend gefördert. Auffallend sei zudem, dass Kinder aus ausländischen Familien seltener einen Kindergarten besuchten, in Sonder- und Hauptschulen hingegen überrepräsentiert seien. 17 Prozent von ihnen verließen die Schule ohne Abschluss.
Der Präsident des Sozialverbands VdK, Walter Hirrlinger, forderte angesichts der Zahlen eine Anhebung des «Hartz-IV»-Regelsatzes für Kinder. Dieser müsse von 208 auf 250 Euro steigen, »damit betroffene Kinder nicht Gefahr laufen, dauerhaft ausgegrenzt zu werden", sagte Hirrlinger.

Quelle: (ddp)

Ich weiß nicht, wieviel abertausend Berichte und Feststellungen dieser Art uns seit Wochen begleiten. Aber mal im Ernst, bemerkt jemand, dass etwas konkretes dagegen geschieht.
Die Tatsache ist nunmal nicht von der Hand zu weisen.

Sicherlich ist es aber so, dass ähnlich der Politikverdrosssenheit, diese andauernde uneffiziente Berichterstattung lediglich zur Taubheit aller Sinne führt.
 
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Wolli, das meine ich doch!

Aber lies doch, auch hier wird nur "angeprangert" ohne weiteren Nährwert.

Aber nicht mal Mitleid erweckt es in den Geldschichten, bedauerliche Unfälle, aber immer selber schuld. Genau damit aber hat man sich was feines zur Gewissenberuhigung zugelegt:

Denn wenn jemand selbstverschuldet in eine Misere gerät, muss er dieser auch selber wieder entkommen.

Das klingt nicht nur einfach, es läßt sich auch leben, wie man sieht.
 
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SZ: Trotzdem: Hartz-IV-Empfänger erhalten 207 Euro monatlich, um ein Kind großzuziehen. Das kann nicht genügen.

Von der Leyen: Dazu wird die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 Aussagen liefern. Das Ergebnis warten wir ab.

SZ: Eine Tendenz?
Von der Leyen: Ich warte ab, was unsere Fachleute dazu sagen.
Wie weit an der Realität vorbei ist die denn, wenn sie dazu Fachleute braucht. :icon_motz::icon_kinn:
 
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