Studentin in BG mit Mutter, Bafög und ALG2, neue Regeln ab 1.8. - ich brauche wieder Rat

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pankowammeer

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Hallo, icke wieder:

Nachdem mir bereits so geduldig aufgedröselt wurde, wie das mit dem Mietkostenzuschuss für Studenten war, ist das wohl jetzt alles wieder anders?

Ich habe mir die ab 1.8. geltenden Regelungen durchgelesen und ich kapier das nicht.

Wenn jetzt "ganz normal" gerechnet wird, dann hieße das ja, dass das Kind seinen Mietanteil aus dem laufenden Bafög decken müsste, das kann doch nicht sein? Wenn es vorher doch den Zuschuss gab?

In dem normalen Bafög-Satz sind ja keine Wohnkosten drin, dafür gibt es ja die 52 Euro, wenn der Studierende zuhause wohnt.

Kann mir bitte jemand nochmal (für blöd, sorry) erklären, wie das jetzt geht? Jobcenter-Hotline hat keinen Plan.
 
AW: Studentin in BG mit Mutter, Bafög und ALG2, neue Regeln ab 1.8. - ich brauche wieder

Hallo,

erstmals abwarten.

Änderungen durch Neuntes Gesetz zur Änderung des SGB II zum 01.08.2016

§ 27 Abs. 3 SGB II gibt es künftig nicht mehr wie bisher. Die Möglichkeit eines Wohnkostenzuschusses ergibt sich künftig unserer Kenntnis aus dem Zusammenwirken anderer Paragraphen.
Dieser Artikel wird überarbeitet, das wird aber wahrscheinlich bis Ende August / Anfang September 2016 dauern. Solange sind Teile des Artikels leider nicht mehr korrekt.
Der Wohnkostenzuschuss (§ 27 Abs. 3 SGB II) - Studis Online
 
AW: Studentin in BG mit Mutter, Bafög und ALG2, neue Regeln ab 1.8. - ich brauche wieder

Wenn jetzt "ganz normal" gerechnet wird, dann hieße das ja, dass das Kind seinen Mietanteil aus dem laufenden Bafög decken müsste, das kann doch nicht sein?
Das Kind bekommt ja dann keinen KdU -Zuschuss nach § 27 SGB II (alt) mehr, sondern ist Alg-II-berechtigt, was es vorher nicht war. Ob sich allerdings ein Betrag errechnet durch die Änderung der Absetzbeträge, ist eine andere Sache.

Sie hat ihren Regelbedarf und ihren KdU -Bedarf (genauso hoch wie Dein Anteil an den KdU ), worauf dann ihr Kindergeld und ihr Bafög (wovon mind. 100 € Absetzbetrag nicht angerechnet werden) angerechnet werden.

Ich nehme die Beträge mal aus Deinem *klick* anderen Thread, in dem neulich schon geschrieben wurde:

451 € Bafög-Bedarf (399 € + 52 € für's Wohnen nach *klick* § 13 BAföG)
- 100,00 € ausbildungsbedingter Absetzbetrag (neu statt der früheren 20 %)
+ 190 € Kindergeld
-----------------------
= 541,00 € zu berücksichtigendes Einkommen

(mittlerweile denke ich auch, dass die 30 € Vers.pauschale nicht mehr abgesetzt werden von ihrem Einkommen, sondern dass sie in den 100 € Absetzbetrag schon enthalten sind, siehe dazu noch mal *klick* § 11b Abs. 2 Satz 5 SGB II ... dazu kann ich jetzt noch nicht's Verbindliches sagen, vielleicht jmd. anderer hier)

324,00 € Regelbedarf Student
+ 220,00 € KdU -Bedarf Student
- 541,00 € anrechenbares Einkommen Student
-----------------------
= 3 € hat der Student mehr Einkommen als Bedarf, also gäbe es kein ALGII für ihn.

Vor Änderung des SGB II hätte es für sie ca. 62,80 € KdU -Zuschuss gegeben, aber durch die Änderung des Absetzbetrags (129,80 € wären es früher gewesen) und Wegfall der 30 € Vers.pauschale (so denke ich mittlerweile, aber vielleicht liege ich da falsch, was ja gut wäre), da ggf. schon in den 100 € Absetzbetrag enthalten, sind es eben einmal 29,80 € weniger und noch mal 30 € weniger als 62,80 € = bleiben 3 € übrig.

Zur Verfügung hat sie 451 € Bafög und 190 € Kindergeld = 641 €; nach Abzug des Wohnkostenanteils bleiben dann 421 € übrig für den Rest wie z. B. Ernährung, Haushalt, Klamotten, Stromanteil, Freizeit, Studium.
 
AW: Studentin in BG mit Mutter, Bafög und ALG2, neue Regeln ab 1.8. - ich brauche wieder

Der Student kann aber auch die tatsächlichen Kosten geltend machen, also 30 € Versicherungspauschale + Fahrtkosten zur Uni + Schulbücher etc., wenn diese zusammen höher als 100 € sind.
 
AW: Studentin in BG mit Mutter, Bafög und ALG2, neue Regeln ab 1.8. - ich brauche wieder

Das bedeutet dann aber per se auf jeden Fall eine Verschlechterung zum Zustand vor den Änderungen. Ich wundere mich, weil diese Neuregelung jetzt als Verbesserung verkauft wird.

Ich finde es zudem höchst ungerecht, weil die Summe von 399 Euro Bafög ja einen Sinn hat, das Bafög wurde extra erhöht. Und nun steht einem "Hartz IV "-Student nicht einmal diese Summe zu? Eigentlich ein Grund dafür, eine Klage anzustrengen.

Ich bin gerade so wütend. Jetzt muss das "Kind" mit weniger Geld auskommen als ein Kind aus einem "normalen" Haushalt, auch wenn das noch zuhause wohnt? Das ist so ungerecht. Ich muss irgendwas kaputtmachen, ich bin so sauer.
 
AW: Studentin in BG mit Mutter, Bafög und ALG2, neue Regeln ab 1.8. - jetzt wirds ernst

Hallo,

jetzt wird es ernst, der BaföG - Bescheid ist da. Biddy hatte mir ja freundlicherweise schon gaanz ausführlich geantwortet, was die Berechnung des ALG2 der Bedarfsgemeinschaft unter diesen Umständen angeht. Dafür noch einmal dankeschön. :)

Gibt es inzwischen Hinweise und/oder Erfahrungen, welcher Freibetrag vom Einkommen (BaföG) abgezogen wird vor der Anrechnung? Biddy ging hier von 100 Euro aus, ist der Betrag so richtig?

Vielen Dank!
 
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