Stromsperre vor Weihnachten - ein Leben daheim bei null Grad

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Kaleika

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Stromsperre vor Weihnachten - ein Leben daheim bei null Grad

Keine Heizung, kein Licht, kein warmes Wasser. Hunderttausende Mal in Deutschland. Eine Kleinfamilie schildert, wie sich das anfühlt.



von Yuriko Wahl-Immel



Wuppertal (dpa) - Kerzenlicht, Mutter und Tochter aneinander gekuschelt. Ein behaglicher Abend kurz vor Heiligabend. Könnte man meinen. Der Teelichter-Schein trügt. In der Wohnung ist es eisig. Sophie (13) und ihre Mutter Stefanie wärmen einander. Kein Licht, keine Heizung. Der Strom ist abgeklemmt. Jedes Jahr erleben das Hunderttausende, weil sie ihre Rechnung nicht bezahlt haben. Die Energiesperre dauert Tage, Wochen, manchmal länger.
(...)
Stromsperre vor Weihnachten - ein Leben daheim bei null Grad - RNZ-Online
 

TazD

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Natürlich nicht hinnehmbar. Aber da kann man auch (bei Vorliegen der Voraussetzungen) eine einstweilige Verfügung erwirken. Aber das hätte den Artikel natürlich ungemein abgeschwächt, wenn man dem interessierten Bürger, der evtl mal vor dem gleichen Problem stehen könnte, diesen Hinweis gegeben hätte.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn wie in den meisten Fällen "Mangelnde Planungs-und Finanzkompetenz" die Ursache ist, dann bringen hier Themen wie "Einstweilige Verfügung" oder "Suchfunktion Nutzen" nichts.

Man darf fürchten, die betreffenden Menschen können mit diesen Begriffen gar nichts anfangen.

Einen Ausweg erkenne ich aber nicht.

Eine Lieferpflicht des Grundversorgers trotz hoher Schulden kann es jedenfalls wegen dem zu befürchteten Mitnahmeeffekt nicht sein
 

hunter11

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Wozu braucht man eine "Planungs- und Finanzkompetenz" um seine Stromrechnung zu zahlen ?

Es ist einfach zu wenig Kohle vorhanden und die Preise sind explodiert in den letzten Jahren. Und der sensationelle Hinweis der vergangenen Monate "Strom wird endlich billiger" hieß bei einer 4 - köpfigen Familie eine Jahreseinsparung von 6,50 € !!!!!

Das hat der Versorger schon mit einmaligen Mahngebühren wieder raus, bei etwas verspäteter Zahlung. Wir armen Verbraucher müssen wieder die ganze Sch.... der verbockten Energiepolitik zahlen und haben keine Chance da raus zu kommen.

Ebenso wenig wie die vielen Rentner, die gefangen sind mit ihren Nachtstromöfen
die Ihnen als Top - Produkt in den 80er Jahren angedreht wurden.
 
E

ExitUser

Gast
2000 Euro Stromschulden, wie im Beispiel genannt, kommen nicht allein wegen zu hoher Strompreise zusammen.

Da darf man schon von fehlender "Planungs- und Finanzkompetenz" sprechen.
 
I

Immerlicht

Gast
Einstweilige Verfügung - das dauert (leider)

Mir wurde auch Ende November der Strom gesperrt wegen drei fehlender Abschläge in Höhe von insgesamt 150 Euro. Das nicht einmal, weil ich zahlungsunwillig war, sondern weil das Jobcenter nicht geleistet hat.

Die Idee mit der einstweiligen Anordnung ist zwar ein netter Tip, nur war es bei mir so, dass das Gericht dann erst mal dem JC Gelegenheit gibt Stellung zu nehmen. Das behauptet dann natürlich erst einmal, man hätte die Stromsperrung selbst herbei geführt. Dann erklärt man dem Gericht das und wieso diese Behauptung nicht stimmt. Das Gericht gibt dann wieder dem JC Gelegenheit dazu Stellung zu beziehen usw.

Lange Rede kurzer Sinn. Erst im Januar war das JC bereit die Stromschulden darlehensweise zu übernehmen.

Ein Leben ohne Strom, warm Wasser und die Möglichkeit warm zu kochen ist unbeschreiblich belastend, insbesondere wenn man in diesem "Zustand" auch noch für einen Niedriglohn aufstockend arbeiten muss.

Nicht mal der Umstand, dass sich meine Tochter im achten Monat schwanger bei mir aufhielt, weil eine Frühgeburt drohte und ich nahe dem Krankenhaus wohne, veranlasste das JC oder das Gericht schnell zu handeln, so dass meine Tochter in ihre eigene Wohnung zurück musste. In ihrer Heimatstadt hat das Krankenhaus jedoch keine Frühchenstation, so dass im schlimmsten Fall der kleine Wurm, welcher inzwischen zum Glück wohlbehalten zur Welt gekommen ist, auf der Strecke geblieben wäre.

Immer wenn man denkt im Leistungsbezug und im Umgang mit dem JC könne es nicht mehr schlimmer kommen, setzen die Sachbearbeiter/innen einen drauf.
 

TazD

Super-Moderation
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@Immerlicht:
Dann muss bei dir aber irgendwas komisch gelaufen sein. Normalerweise wird die einstweilige Verfügung dem zuständigen Richter direkt vorgelegt und der entscheidet auch direkt, sofern hier die Voraussetzungen vorliegen und das würde ich bei einer hochschwangeren Frau im Haushalt definitiv bejahen.
Wenn der einstweiligen stattgegeben wird, dann wird hier binnen weniger Stunden der Strom wiederhergestellt.

Die einstweilige Anordnung hat nur was im Beschwerdeverfahren zu suchen und deswegen wird sich das wahrscheinlich hingezogen haben, denn da sind Anhörungen völlig normal.
Sicher, dass es sich bei dir um eine einstweilige Verfügung gehandelt hat? Damit hätte das JC nämlich auch gar nichts zu tun. Die Verfügung trifft den Energieversorger.
 

Helga40

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Sicher, dass es sich bei dir um eine einstweilige Verfügung gehandelt hat? Damit hätte das JC nämlich auch gar nichts zu tun. Die Verfügung trifft den Energieversorger.

Aber doch nicht bei ALG 2-Empfängern. Da beantragt man die darlehensweise Übernahme der Schulden, die wird abgelehnt, dann geht man mit einer eA vors Sozialgericht und wundert sich, dass der dortige Richter was von "zumutbare Selbsthilfemöglichkeiten - Ratenzahlung, Vorkassenzähler, Anbieterwechsel, einstweiliger Rechtsschutz beim Amtsgericht gegen Stromversorger..." faselt und der Antrag zurückgewiesen wird.
 
I

Immerlicht

Gast
@TazD
ja du hast schon recht. Meine Erinnerung hat mich verlassen und ich habe den Sachverhalt nicht komplett geschildert. Ich habe natürlich zu Erst eine einstweilige Anordnung gegen das Energieversorgungsunternehmen beantragt. Diese Anordnung wurde auch vom Richter ausgestellt. Allerdings hat mich der Rechtspfleger beim Amtsgericht - ich sag mal höflich - hängen gelassen. Er hat nämlich in den Antrag auf die einstweilige Anordnung keine Strafe für die Nichtbefolgung der Anordnung aufgenommen. Darüber hinaus hat er mich nicht darauf hingewiesen, dass ich selbst für die Zustellung durch den Gerichtsvollzieher an das Energieversorgungsunternehmen zuständig bin. Ich ging davon aus, dass die Zustellung durch das die Anordnung erlassende Gericht erfolgt.
Somit hat die Anordnung das Energieversorgungsunternehmen erst wenige Stunden nach der Sperrung erreicht.

Trotz Hinweis auf die einstweilige Anordnung hat das Energieversorgung einfach "toter Mann" gespielt, da es ja keine Konsequenzen zu fürchten hatte..

Eine Rücksprache bei meinem Anwalt ergab auch, dass ich den Energieversorger nicht auf fordern kann, den Strom nicht ab zu stellen, da er ja schon abgestellt ist.

Dann erst habe ich über das JC die Übernahme der Stromschulden und nach deren Weigerung per Sozialgericht versucht das JC im Wege der einstweiligen Anordnung zu verpflichten, die Stromschulden zu zahlen.

Sry, noch mal, dass ich nicht die korrekten rechtlichen Fachbegriffe verwende aber ich denke so ist der Sachverhalt klar.
 

TazD

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Aber doch nicht bei ALG 2-Empfängern. Da beantragt man die darlehensweise Übernahme der Schulden, die wird abgelehnt, dann geht man mit einer eA vors Sozialgericht und wundert sich, dass der dortige Richter was von "zumutbare Selbsthilfemöglichkeiten - Ratenzahlung, Vorkassenzähler, Anbieterwechsel, einstweiliger Rechtsschutz beim Amtsgericht gegen Stromversorger..." faselt und der Antrag zurückgewiesen wird.
Bitte den Unterschied zwischen einer einstweiligen Anordnung und einer einstw. Verfügung beachten. Die eVfg hat nichts, aber auch gar nichts mit der Übernahme der Stromkosten durch das JC zu tun. Bei der eVfg geht es darum, dass der Grundversorger dazu gezwungen wird, den Strom wieder anzustellen.

Bei der eA geht es darum, dass das JC rechtswidrig die Stromkosten nicht oder nicht in voller Höhe übernimmt und ich im Beschwerdeverfahren dagegen vorgehe.

@Immerlicht:
Kein Problem. Nicht jedem sind die Fachbegriffe geläufig und deswegen habe ich ja nachgefragt, ob es bei dir tatsächlich um eine Verfügung ging. Ist ja jetzt geklärt. :wink:
 

Helga40

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Bei der eA geht es darum, dass das JC rechtswidrig die Stromkosten nicht oder nicht in voller Höhe übernimmt und ich im Beschwerdeverfahren dagegen vorgehe.

Stromkosten nicht oder nicht in voller Höhe?! Die sind im Regelsatz enthalten. Und ob ein User nun eA schreibt oder eVfg: auf die Wortwahl solltest du da kein zu hohes Augenmerk legen. Allein schon aus der Schilderung ist doch erkennbar, dass hier das SG um vorläufigen Rechtsschutz ersucht wurde, wohl, weil man sich sofort ans JC wandte hinsichtlich eines Darlehens für die Schulden und das JC dies ablehnte.
 

TazD

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@Helga40:
Immerlich antwortete auf meinen Beitrag, dass das mit der eA ja "...ein netter Tip sei, aber ...." . Daraufhin habe ich den Unterschied zwischen eVfg und eA klargestellt, weil das, was am Ende dabei rauskommt (und das Verfahren) für den User ein himmelweiter Unterschied ist.
Mag für dich nicht so relevant zu sein, aber andere haben vllt was dazugelernt und wissen, wie man sich bei einer Stromsperre effektiv wehren kann.
 
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