»Strategie gegen die Schikanen der Ämter«

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Paolo_Pinkel

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Roman Langner ist Aktivist der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO). Mit dem Konzept der solidarischen Begleitungen versucht die Gruppe, den Betroffenen den Ämtern gegenüber den Rücken zu stärken. Langner bemüht sich um einen Ausbau dieses Konzeptes. Durch Workshops will ALSO weitere Menschen dazu ermutigen, Erwerbslose bei ihren Jobcenter-Besuchen zu unterstützen.


Die Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg gilt als eine der Erfinderinnen der solidarischen Begleitung Erwerbsloser. Wie ist Idee dazu entstanden?

Wir bieten dreimal wöchentlich eine unabhängige und an den Interessen der Betroffenen orientierte Beratung an. Die Idee von Beiständen basiert darauf, daß wir den Druck, der durch das chaotische Handeln der Ämter für die Betroffenen entsteht, dahin zurückgeben wollen, wo er entstanden ist, nämlich in den Ämtern. So ist das Konzept der solidarischen Begleitung entstanden und wurde im Dezember 2007 unter dem Namen »Aktion Zahltag« von Erwerbslosen in Köln erstmals durchgeführt...

11.03.2009: »Strategie gegen die Schikanen der Ämter« (Tageszeitung junge Welt)

Gruss

Paolo
 

Dora

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Wir leisten schon seit Mitte der 90-er Jahre Beistand. Allerdings nicht in der hier gezeigten Form oder als "Zahltag". Mit jedem, dem wir Beistand leisten, hatten wir vorher mindestens einmal, meist aber mehrmals Kontakt, haben alle Unterlagen gesehen und uns die ganze Geschichte von Anfang an erzählen lassen, informiert und Rechtsgrundlagen recherchiert, Termin geplant und die Vorgehensweise für diesen abgesprochen. Erst dann sind wir als Beistand tätig geworden für die Betroffenen.

Wir sehen Beistand als Teil eines möglichen bzw. wahrscheinlichen, gerichtlichen Verfahrens. Der Termin wird unsererseits protokolliert und das Protokoll hinterher von den Betroffenen und Beiständen unterschrieben. Einträge des Mitarbeiters in die digitale Akte während des Termins lassen wir uns vor Beendigung als Ausdrück geben und bestätigen. Der wird dem Gedächtnisprotokoll beigefügt.

Die hier gezeigten Aktionen finde ich gut, habe aber auch gemischte Gefühle dabei, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie die von uns praktizierte und über Jahre bewährte Arbeitsweise bei solchen Aktionen noch greifen kann.

Erwerbslose vor Jobcentern und ARGEn anzusprechen und zu informieren und auf sich bzw. die Ini oder den Verein aufmerksam zu machen ist für uns eine Sache, Termine vorbereiten und Beistand leisten eine andere. Letztere ist Teil der juristischen Gegenwehr. Die betreiben wir mit guter Vorbereitung, Sachkenntnis, solidarischer Zusammenarbeit und gründlicher Umsetzung. In ruhiger Umgebung im Büro, zu Hause, bei den Terminen und vor Gerichten.

Sehr erfrischend die Berichte zu sehen und ich wünsche allen Akteuren weiterhin viel Erfolg!
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