Stigma Hartz4: Muss man sich heute noch immer schämen Leistungsbezieher zu sein?

Stigma Hartz4: Muss man sich heute noch immer schämen Leistungbezieher zu sein?


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Gast
Was sollte denn nach dem Kapitalismus kommen? Der Kapitalismus ist zwar ein Schweine System, aber es ist das einzigste System, das funktioniert...
Das System funktioniert ja wohl gar nicht, wenn wir uns mal anschauen was bei "Grenzenloses Wachstum" passiert mit dem Klimawandel. Wir fahren wortwörtlich gerade gegen ein Eisberg obwohl wir schon seit Jahrzehnten diesen sehen.

Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es vor der Kolonialismus durh den Westen damals viele verschiedene Arten von Gruppen gab, die ohne ein Währungsystem auskamen, z.B. mit Geschänktauschsystem.
Ich hätte da auch ein ziemlich brisantes Buch welches davon spricht, ich darf es aber nicht verlinken. Das Buch nennt sich Anarchy Works von Peter Gelderloos, ist aber auf Englisch geschrieben. Mit dem DeepL Übersetzer mit modernster K.I. basierten Übersetzertechnologie sollte das aber kein Problem sein.

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Ich bin momentan nebenbei erwähnt auch ziemlich froh, in keiner Maßnahme sein zu dürfen, da behandelt manch einer dich ja auch so mit dem Hartz 4 Stigma.
 

Onkel Tom

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Wie würdest du es bewerten, wenn in deinem Bekanntenkreis oder einer der Arbeitskollegen immer nur groß tönt, sich aber nie an seine Aussagen hält?

Uff, der Vergleich zu diesen Forum passt schlecht in einem Schuh..

In meinem Bekanntenkeis kann ich nich geduldig oder ungeduldig frei entscheiden in wie
weit isch sowas mit mache oder dulde, hängt auch davon ab worum es sich dreht..
Anbei sind mir ja auch die Gesichter sowie Erscheinung / Vehalten etc.. besser bekannt..

Bei Arbeitskollegen kann ich auf Radikalaktzeptanz a la " Lass den Komplexe-Män sabbeln oder
nachen" Nervt er mich, lasse ich mir etwas einfallen, das ihm der Appetit auf mich für seine
"verstörte Spielwiese" vergeht.

Im Elo-Forum kenne ich die Gesichter nicht und Erscheinungen lassen sich nur erahnen..
Anbei kann ich mir erst ein Bild machen, wenn User_innen schon länger dabei sind ihre
Meinungen zu posten.

Und der Sektor Hilfebereich ist eng verbunden mit Sozial(intimen) Inhalten. Da ist es doch
wohl logisch, das da die Schwelle von unsicher zu "kannst Du vertrauen" viel höher ist und
mehr Zeit bedarf eine entgültige Entscheidung zu fassen oder ?

Ich glaube, betreffene_r User_in braucht noch Zeit zum Kennenlernen dieses Forum, um für
sich zu entscheiden, ob es passt oder sich verlaufen hat.. Ist ja schon lange her, mein
Erstbeitrag.. Hatte auch mein Ringkampf "Kannst Du mit sowas kommen oder werde ich gleich
ausgelacht etc.." Halt allgemeine Unsicherheiten, die mir anbei durch den Kopf gingen..

Was mich mehr zur Kritik reizte, war der Lach-Emoi. Das hätte ich nicht erwartet..
 

TazD

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@Onkel Tom
Jetzt hast du viel geschrieben, aber warum man sich endgültige Aussagen nicht einfach verkneifen sollte, wenn man diese nciht einhalten kann, weiß ich immer noch nicht. Das hat auch nichts mit Kennenlernen zu tun und gerade dann sollte man zurückhaltender sein.
Lassen wir es gut sein.
 

SB Feind

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Guten Abend.
Also schämen sollte man sich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen auch wenn es Hartz 4 ist, also ich tue es jedenfalls nicht. Ich wurde auch schon gefragt warum ich denn nicht arbeiten würde, ganz einfach weil ich keine Zusage hatte von ner Firma war meine Antwort. Oder auch so Sachen meinte ein Kumpel mal ich solle zu ihn in die Produktion kommen, nur der Haken an seinem Vorschlag war Zeitarbeit und Fließbandarbeit und auch Nachtschicht ist nichts für mich da hatte ich schon Erfahrungen mit gemacht. Und die Zeit vergeht bei solchen arbeiten auch nicht.
 
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Allimente

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....ganz einfach weil ich keine Zusage hatte von ner Firma war meine Antwort.
Und ich finde nach wie vor, dass Du KEINEM diesbezüglich Rechenschaft schuldig bist. Wer sich rechtfertigt, für eine Situation, wo er nichts dafür kann, macht sich für mich gleich angreifbar. Was geht es anderen an frage ich mich? Die sollen sich doch einfach mal um sich und ihre eigene Familie kümmern, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen.
 

xj3Qr1nL7ys

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Nein weil es weniger freie Stellen als Erwerbslose gibt.

Gewisse Argumente greifen eigentlich erst bei Vollbeschäftigung, steht sogar im Münder und die ist nunmal nicht vorhanden.

Ich für mich bemühe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten trotzdem der Gesellschaft was zurück zuzugeben, dafür dass sie meinen Lebensunterhalt sichert, wenn auch in vielen Fällen sicher wohl nicht freiwillig.
 

Falkenflug

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Grüßt Euch liebe Leute,
wer ALG2 bezieht bekommt in der Regel keine Wohnung vermietet.
Selbst als Geringverdiener, 1000-1200.-€, bekommst Du im besten Fall- in der Stadt- einen Karnickelstall vermietet.
Wer will mit Hartz4 schon eine Familie gründen und zusehen müssen, wie das eigene Kind mit dem Hartz4 Stigma aufwächst?
Ich hatte im Dezember des letzten Jahres eine amtsärztliche Untersuchung in Bezug zu meiner Leistungsfähigkeit in Hinblick zu einer Umschulung zum Hausmeister in einem Berufsförderungswerk.
Die Psychologin und die Amtsärztin des amtsärztlichen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt/ M haben beide ausdrücklich der Umschulung zugestimmt.
Die Bereichsleitung des Jobcenters hier in Darmstadt lehnt die Umschulung ab, mit der Begründung ich sei erheblich körperlich und psychisch eingeschränkt, dies wäre dem ärztlichen Gutachten zu entnehmen.
Ich habe nun die Ombudsstelle Darmstadt, die Antidiskriminierungsstelle des Hessischen Sozialministeriums und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin mit Übersendung des Gutachtens und des Ablehnungsbescheides darüber in Kenntnis gesetzt, mit welchen perfiden Machenschaften die Mitarbeiter des Jobcenters mir ein selbstbestimmtes Leben verwehren.
Ich bin 53 Jahre alt und war zuletzt als Fahrradkurier tätig und musste wegen meiner Wirbelsäule aufhören.
Jedoch bin ich weit davon entfernt erheblich körperlich und psychisch eingeschränkt zu sein.
Ich will damit zum Ausdruck bringen, denn nach dem Bezug von Kranken und Arbeitslosengeld 1 beziehe ich jetzt auch schon wieder über 2 Jahre ALG2, das wenn Du einmal in der Hartz4 Mühle drin bist, kommst Du eigentlich nicht mehr raus, außer Du malochst Dich in irgendeinen miesen Job kaputt und bekommst am Ende wieder Hartz4.
Als Geringverdiener bekommst Du immer noch ergänzende Leistungen und offensichtlich zahlen die lieber Hartz4 als jemanden beruflich zu qualifizieren.
Warum das so ist bleibt mir nachwievor ein Rätsel aber es liegt für mich klar auf der Hand, das in einem Ablehnungsbescheid sogar Unwahrheiten herangezogen werden und ein amtsärztliches Gutachten vorsätzlich verdreht wird, um eine berufliche Qualifizierung abzulehnen.
Ich hoffe das die Bereichsleitung von der Antidiskriminierungsstelle oder dem Ministerium für Arbeit und Soziales einen auf den Deckel bekommt oder von beiden.
Da ich bereits das Arbeitsamt wegen Ablehnung einer Umschulung zum Hausmeister verklagt habe und seit 15 Monaten auf einen Termin warte, bringt es wohl kaum etwas jetzt noch den Jobcenter zu verklagen, sogar mein Anwalt meint, das die einen erheblichen Ermessungs und Handlungsspielraum haben.
Das Lügen zum legitimen Reportoire gehört um jemanden von der Teilhabe am Arbeitsleben auszugrenzen ist mir zwar Neu, aber man lernt ja nie aus.
In Anbetracht der Cum-ex Geschäfte, die den Steuerzahler gut 20 Milliarden kosteten zeigt es sich, das lieber den oberen Klassen das Geld säckeweise in die Taschen geschaufelt wird, anstatt Menschen die gering oder gar nicht qualifiziert sind zu qualifizieren, wie es mit dem im Mai des letzten Jahres mit dem Gesetz zur Qualifizierung im Strukturwandel ( Arbeit von morgen Gesetz, ab Seite 47 ) für Arbeitsämter und Jobcenter, bei entsprechender Eignung der Person, zur gesetzlichen Pflicht geworden ist.
Selbst wenn Du im Niedriglohnsektor oder geringfügig beschäftigt bist hast Du seit letztem Jahr den gesetzlich zugesicherten Anspruch auf Nachqualifizierung bzw. den Anspruch auf einen berufsbezogenen Bildungsabschluss.
Lasst Euch nicht mit billigen Sprüchen oder Ausreden von den Mitarbeiter/in den Jobcentern oder Arbeitsämtern abspeissen, kämpft um Euer Recht auf eine berufliche Qualifizierung und anständig bezahlte Arbeit.

Beste Grüße,
Falkenflug

Was Du schreibst kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ich komme aus einer ganz anderen Ecke.
Ich war insgesamt16 Jahre drogenabhängig, einige Jahre politisch aktiv bei den Linksradikalen und vier Jahre im Knast.
Ich bin 20 Jahre clean und werde seit meiner Haftentlassung vom System gedisdt.
Tischlerlehre mit Einstellung aller Leistungen beendet, zweimal eine Umschulung trotz fester Zusagen der Träger abgelehnt, Führerschein abgelehnt und nach Anmeldung eines Gewerbes eine Unterstützung zum Aufbau desselben abgelehnt.
2019 ist mein Antrag G130 Teilhabe am Arbeitsleben in Bezug zu einer Umschulung, aus einer med. Reha. abgelehnt und aktuell eine Umschulung, trotz ausdrücklicher Befürwortung des amtsärztlichen medizinischen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit Frankfurt/M, von der Bereichsleitung des Jobcenters Darmstadt abgelehnt worden.
Wahrscheinlich werde ich mich noch 1-2 Jahre mit diesen Leuten herumärgern, bis ich die, seit letztem Jahr endlich durch das Gesetz zur beruflichen Qualifizierung im Strukturwandel ( Arbeit von Morgen Gesetz ), mir gesetzlich zugesicherte Qualifizierung durchgesetzt habe.
Letztlich muss ich mir schon die Frage stellen, in was für einem System lebe ich eigentlich?
 

lino

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Grüßt Euch liebe Leute,
wer ALG2 bezieht bekommt in der Regel keine Wohnung vermietet.
Selbst als Geringverdiener, 1000-1200.-€, bekommst Du im besten Fall- in der Stadt- einen Karnickelstall vermietet.
Die eigentliche Diskriminierung von Hartz4 besteht darin, die ehemaligen Arbeitslosenhilfe-Empfänger auf Sozialhilfe abgewertet hat, indem du dir die Wohnung vom JC genehmigen lassen musst. Das war bei der Alh nicht so, da konntest du frei eine Wohnung suchen und umziehen. Hier wird ganz geschickt von hintenherum das Grundrecht auf Freizügigkeit eingeschränkt. Besonders perfide ist, das sich der Vermieter die Miete direkt vom JC überweisen lassen kann. Damit wird suggeriert, das der Elo nicht mit Geld umgehen kann und unter erheblichem Betrugsverdacht steht.
Abgesehen davon spielt bei der Bewilligung einer Wohnung durch das JC nur der Preis eine Rolle, nicht, obs am Wohnort auch Arbeit gibt ist egal.
Ich hatte im Dezember des letzten Jahres eine amtsärztliche Untersuchung in Bezug zu meiner Leistungsfähigkeit in Hinblick zu einer Umschulung zum Hausmeister in einem Berufsförderungswerk.
Die Psychologin und die Amtsärztin des amtsärztlichen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt/ M haben beide ausdrücklich der Umschulung zugestimmt.
Die Bereichsleitung des Jobcenters hier in Darmstadt lehnt die Umschulung ab, mit der Begründung ich sei erheblich körperlich und psychisch eingeschränkt, dies wäre dem ärztlichen Gutachten zu entnehmen.
Das heisst nix. So ein Gutachten ist zu lesen wie ein Arbeitszeugnis, es kommt auf Formulierungen und Widersprüche in den Aussagen an.
Ausserdem ist das eh nur eine Empfehlung, das JC braucht sich da an nix zu halten, Förderungen sind nur "kann" Gebote.

Ich habe nun die Ombudsstelle Darmstadt, die Antidiskriminierungsstelle des Hessischen Sozialministeriums und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin mit Übersendung des Gutachtens und des Ablehnungsbescheides darüber in Kenntnis gesetzt, mit welchen perfiden Machenschaften die Mitarbeiter des Jobcenters mir ein selbstbestimmtes Leben verwehren.
Ich bin 53 Jahre alt und war zuletzt als Fahrradkurier tätig und musste wegen meiner Wirbelsäule aufhören.
Jedoch bin ich weit davon entfernt erheblich körperlich und psychisch eingeschränkt zu sein.
Interessiert das JC nur nicht, über 50 bekommst du so gut wie Umschulung mehr, das wäre ja rausgeschmissenes Geld.
Die stehen vor der Entscheidung: Bewilligen wir das Geld für eine Umschulung einem 50jährigen oder einer 25jährigen?
Was lohnt sich fürs JC mehr?
Ich will damit zum Ausdruck bringen, denn nach dem Bezug von Kranken und Arbeitslosengeld 1 beziehe ich jetzt auch schon wieder über 2 Jahre ALG2, das wenn Du einmal in der Hartz4 Mühle drin bist, kommst Du eigentlich nicht mehr raus, außer Du malochst Dich in irgendeinen miesen Job kaputt und bekommst am Ende wieder Hartz4.
Da über 50 die Chancen auf einen Job gegen Null gehen, hast du so gut wie keine Möglichkeit mehr, aus Hartz4 herauszukommen, zumindest legal.
Als Geringverdiener bekommst Du immer noch ergänzende Leistungen und offensichtlich zahlen die lieber Hartz4 als jemanden beruflich zu qualifizieren.
Warum das so ist bleibt mir nachwievor ein Rätsel aber es liegt für mich klar auf der Hand, das in einem Ablehnungsbescheid sogar Unwahrheiten herangezogen werden und ein amtsärztliches Gutachten vorsätzlich verdreht wird, um eine berufliche Qualifizierung abzulehnen.
Hartz4 ist auch nur eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme für die Leute, die da besser bezahlt ihre Zeit absitzen. Ansonsten hätten wir ein paar zigtausend Arbeitslose mehr, das ist alles.
Ich hoffe das die Bereichsleitung von der Antidiskriminierungsstelle oder dem Ministerium für Arbeit und Soziales einen auf den Deckel bekommt oder von beiden.
Da ich bereits das Arbeitsamt wegen Ablehnung einer Umschulung zum Hausmeister verklagt habe und seit 15 Monaten auf einen Termin warte, bringt es wohl kaum etwas jetzt noch den Jobcenter zu verklagen, sogar mein Anwalt meint, das die einen erheblichen Ermessungs und Handlungsspielraum haben.
Da wünsche ich dir viel Glück, vermutlich werden die sich irgendwie rausreden.
Berichte, wie es ausgegangen ist.
Das Lügen zum legitimen Reportoire gehört um jemanden von der Teilhabe am Arbeitsleben auszugrenzen ist mir zwar Neu, aber man lernt ja nie aus.
In Anbetracht der Cum-ex Geschäfte, die den Steuerzahler gut 20 Milliarden kosteten zeigt es sich, das lieber den oberen Klassen das Geld säckeweise in die Taschen geschaufelt wird, anstatt Menschen die gering oder gar nicht qualifiziert sind zu qualifizieren, wie es mit dem im Mai des letzten Jahres mit dem Gesetz zur Qualifizierung im Strukturwandel ( Arbeit von morgen Gesetz, ab Seite 47 ) für Arbeitsämter und Jobcenter, bei entsprechender Eignung der Person, zur gesetzlichen Pflicht geworden ist.
Selbst wenn Du im Niedriglohnsektor oder geringfügig beschäftigt bist hast Du seit letztem Jahr den gesetzlich zugesicherten Anspruch auf Nachqualifizierung bzw. den Anspruch auf einen berufsbezogenen Bildungsabschluss.
Hartz4 bestraft nicht, das du keine Arbeit, sondern das du kein Geld hast.
Hast du genug Geld, wirst du auch nicht sanktioniert.
Selbst dann, wenn du auf der faulen Haut liegst.
 

Tripod

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Guten Morgen - bin ja nicht so oft aktiv hier, aber bei diesem Thema -
Gestern hatte ich einen (ersten) Telefontermin mit meiner SB - meine letzte Maßnahme ist im Jan. ausgelaufen (ich werde 64 demnächst)
Tenor des Gespräches - ich werde ihnen in Arbeit helfen, sie sollten sich mehr um Minijobs bemühen.(Die Telefonstimme klang sehr jung und tatendurstig)
Man kann sich ja schlecht empören - es hat dabei m. E. weniger mit "schämen" zu tun, als mit der gesellschaftlichen Situation. Es gibt halt viele, denen es schlecht geht, die Empfänger staatlicher "Wohltaten" stellen da ja nur eine Gruppe dar. Schämen - das ist eine sehr individuelle Haltung - muss man sich natürlich nicht, aber beeinträchtigt "wird" man völlig unabhängig davon, ob man das tut oder nicht. Das ist wie bei Beeinträchtigten, die sagen man ist nicht, man wird "behindert". Das liegt aber auch z. B. an der schlichten Form der Umsetzung der SGB's. Die heute zum Teil abgearbeiteten Schwächen im "Hartz System" stellen ja nur Teile dessen dar, was zu ändern wäre.
Weil hier das Thema Wohnen angesprochen wurde und wir gerade selbst suchen und nix kriegen, natürlich sind die Beschwernisse, die einen gealterte/gealterten Hartzer abhalten seinen Wohnort aufs Land zu verlegen (KDU Sätze/ bürokratische Hürden/ wenig Sozialwohnungen auf dem Land etc..) eines der selten thematisierten Probleme. Die Probleme sind zu guten Teilen hausgemacht und sie Abzustellen obliegt dem Gesetzgeber - den zu motivieren obliegt dem Wähler - also packen wir es an.
Flaschen Sammeln ohne Diskriminierung geht nicht, dafür sorgen Gassi Beutel und Krähen und die vielen Mitbewerber zur Tafel gehen hat andere aber keine schöneren Formen der Diskriminierung im Gepäck - letztlich erinnert das alles an das herumkrabbeln auf der Müllhalde, wie es aus Drittweltländern kolportiert wird und letztlich gilt das auch für den Wohnungsmarkt - wir müssen halt (sofern keine besonderen Faktoren gelten) neben dem Mülleimer suchen, damit wir uns beim gerade machen unseres Rückens stehts unserer Situation vergewissern müssen.
 

Buerosklave

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Sobald man im ALG-Bezug drin ist (egal ob ALG1 oder ALG2),ist man nach meiner Erfahrung quasi "stigmaiisiert". Hab das gemerkt,als mein letzter Arbeitsvertrag endete und ich im ALG1 landete. Natürlich habe ich mich schon in der Kündigungsfrist beworben und hatte auch diverse Vorstellungsgespräche: und mit dem Tag, wo ich im ALG1-Bezug war, ging auch die Zahl der Vorstellungsgespräche plötzlich zurück.
 

Falkenflug

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Ich weiß zwar nicht wer mir da geantwortet hat, jedoch ist es so daß nach einer kleinen Anfrage der Linkspartei ein entsprechender Ausschuss des Bundestages mitteilt, das bereits im Jahr 2025 jeder vierte Arbeitnehmer über 50 Jahre sein wird.
Der Arbeitsmarkt im Niedriglohnsektor ist hart umkämpft oder leergefegt, gerade durch Billiglohnarbeiter aus Osteuropa oder anderen Ländern.
Während der Fachkräftemangel kein Fabelwesen aus der Zukunft ist, sondern mittlerweile das Wachstum im Mittelstand absenkt ist es durchaus sinnvoll auf über 50 Jährige zurückzugreifen und diese beruflich Neu oder Nachzuqualifizieren, weil schlichtweg die Masse der jungen Leute die diese Lücken schließen könnten nicht existieren.
Und der erhoffte Zuzug von Arbeitern/in aus anderen Ländern um das mittlere Segment abzudecken bleibt ebenfalls aus.
Lediglich hochqualifizierte kommen nach Deutschland die von Internationalen agierenden Konzernen wie BASF, BMW oder ähnlichen Konzernen rekrutiert werden, weil dort Zweitsprache English ist, während in mittelständischen Betrieben meist lediglich Deutsch gesprochen wird.
Es macht also durchaus Sinn, sich noch als über 50 jähriger um eine berufliche Neuorientierung zu bemühen, auch wenn die Sachbearbeiter der Ämter noch auf dem Stand der Jahrtausendwende sind und meinen Leuten in diesem Alter eine Qualifizierung ablehnen zu müssen.
Leider ist es ein zähes Ringen und schade um die verlorene Zeit, die mir später in der Rente fehlen wird.
Da das Renteneintrittsalter aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, wegen der steigenden Lebenserwartung, auf 69 oder 70 angehoben wird, kann ich z.b. nach einer 12 monatigen Qualifizierung zum Hausinspektor nach 15 oder 16 Jahre arbeiten und bei entsprechender Gesundheit darüber hinaus.
Warum also soll ich mich von den Bürokraten bügeln lassen und im Hartz4 Alltag mit Hartz TV und Gang zur Tafel versinken?
Wer nicht kämpft hat schon verloren!
 

Falkenflug

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Es ist doch ein Unterschied ob ich arbeiten gehe mein Lebensunterhaltungskosten selbst bestreite und mein Selbstwertgefühl besser ist, als möglicherweise ein paar Hundert Euro weniger mit Hartz4 bekomme und den ganzen Tag herumhänge.
Außerdem macht es einen erheblichen Unterschied ob ich 446-€ Hartz4+ Miete erhalte oder, wenn ich 1500.-€ verdiene, und nach Abzug meiner Fixkosten noch 650-750.-€ mtl zur Verfügung habe.
In Frankfurt gab es einige Viertel wo es oft gutes Trinkgeld gab- manchmal 10-15.-€ am Abend auf die Hand- so kam ich durchaus auf 900-950.-€ die ich im Monat zur freien Verfügung hatte, denn das was ich auf die Hand bekommen habe, gab ich dem Jobcenter nicht bekannt.
Denn wer für 10.- € die Stunde sich bei Wind&Wetter den Allerwertesten aufreisst muß dem Jobcenter nicht alles erzählen.
Diese Zeiten sind aber auch gelaufen, weil es Trinkgelder nur noch auf Karte gibt und das in der Lohnabrechnung auftaucht.
Prinzipiell ziehe ich es vor arbeiten zu gehen, allerdings nicht mehr für den Preis des Ausbrennens, das habe ich durch und deshalb kämpfe ich für meine Umschulung.
 

Gollum1964

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Außerdem macht es einen erheblichen Unterschied ob ich 446-€ Hartz4+ Miete erhalte oder, wenn ich 1500.-€ verdiene, und nach Abzug meiner Fixkosten noch 650-750.-€ mtl zur Verfügung habe.
hmmm,

für 200 EUR mehr ganztags arbeiten?

Als 3. Alternative wäre noch ein 450 EUR Minijob überlegenswert:

Mit sehr viel weniger Aufwand hätte man dann 170 EUR mehr (100+(350*0,2)).

Ich glaube, das machen sehr viele Leute.
 

Teebaum

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Sorry, aber Ihr denkt in viel zu kleinen Maßstäben. Richtige Berufe haben ein breitgefächertes Aufgabenspektrum, welches oft kräftezehrend ist. Das hat mit Kellnern und Produktionslinie nichts am Hut. 4000 Brutto sind da auch ohne Studium standard, zumindest vor 15 Jahren. Damit kann man Planen und eine Familie ernähren. Die Leute lassen sich von Medien, Computer, Party etc. zu ganz einfachen Lohnsklaven umfunktionieren, ohne Durchblick was überhaupt Ihr derzeitiger Joballtag ist. Regale auffüllen oder Kassieren kann fast jeder. Sorry, dass hört sich jetzt abwertend an, aber es gibt genug Menschen, die wollen und können auch nicht mehr.
 

Stauer

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4000 Brutto sind da auch ohne Studium standard, zumindest vor 15 Jahren.
Ja, früher gab es mehr Lametta. Wir leben aber jetzt und jetzt gibt es kaum noch bezahlte Arbeit, nur noch erzwungene Lohnsklaverei.
Regale auffüllen oder Kassieren kann fast jeder. Sorry, dass hört sich jetzt abwertend an, aber es gibt genug Menschen, die wollen und können auch nicht mehr.

Die Leute lehnen nicht die Arbeit ab, sondern den Betrug. Das wertet die Leute auf und nicht ab.
 

Teebaum

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Umschulungen ohne Betrieb, ist ELOs Parken auf hohem Niveau. Diese Weiterbildungsindustrie dahinter bringt dem Teilnehmer nichts außer vergeudete Lebenszeit. Das wissen auch Betriebe, und lehnen diese Umschüler dankend ab. Und dann geht das Theater im Niedriglohnsektor mit völlig fachfremden Tätigkeiten erneut los. Für viele dieser Jobs, muss man nicht mal ein Schulabschluss haben. Die Gesellschaft und die Wirtschaft hat kein Nutzen, wenn Potentiale einfach entsorgt werden. Aber das Kommentieren im Internet bringt ja bekanntlich nichts. Ich wollte nur anmerken, was ein Beruf mal war. Das hat mit Jobs nichts zu tun. Viele der Jüngeren kennen sowas gar nicht mehr. Da geht der Unfug schon in der Lehre los, als billige Arbeitskraft von irgendwelchen Ketten mit standarisierten Arbeitsabläufen ausgenutzt zu werden. Deswegen gehen ja auch viele gleich studieren. Das sowas den Niedriglohnsklaven nicht passt, ist klar. Die Jobaussichten sind danach nämlich auch nicht die besten. Lehrer werden auch kaum mehr verbeamtet etc. Überall geht das Niveau den Bach runter.

Nachtrag: Volkswirtschaftlich kann sich Deutschland nicht mit China messen. Hier wurde früher Qualität abgeliefert und kein Plastikschrott. Der Kurs sollte auch tunlichst korrigiert werden. Gewerkschaften leben nur noch von den gutbezahlten Konzernbeamten und scheren sich inzw ein feuchten Kericht der Politik in diesem Land Beine zu machen. Parteien beitreten, als älteres Semester führt meistens zu nichts. Wurde hier im Forum aber auch schon erwähnt. Ab 30 gehört man in Deutschland schon zum alten Eisen, mit 40 kannst in Rente. Das ist die Realität.

Der Durchschnitt hat eigentlich keine Chancen mehr ein halbwegs gut situiertes Leben in diesem Land zu leben. Ghettoisierung ist doch schon lange Realität.
 
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Buerosklave

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Umschulungen ohne Betrieb, ist ELOs Parken auf hohem Niveau. Diese Weiterbildungsindustrie dahinter bringt dem Teilnehmer nichts außer vergeudete Lebenszeit. Das wissen auch Betriebe, und lehnen diese Umschüler dankend ab.

Ich habe von 2013 bis 2015 eine Umschulung zum Fachinformatiker gemacht und kann das nur bestätigen. Das war eine rein schulische Umschulung, die an der Praxis zum Teil weit vorbei ging. Wichtige Teile (z.B. die Planung eines größeren Netzwerks) wurden in der Umschulung komplett "vergessen". In einem Serverraum war ich zum ersten Mal 3 Jahre NACH der Umschulung (im 2.Job im Beruf). Von daher würde ich -wenns denn nochmal eine Umschulung sein soll- nur eine betriebliche Umschulung machen,d.h. im dualer Ausbildung Praxis+Berufsschule,wie das bei normalen Azubis auch der Fall ist.

Und dann geht das Theater im Niedriglohnsektor mit völlig fachfremden Tätigkeiten erneut los. Für viele dieser Jobs, muss man nicht mal ein Schulabschluss haben. Die Gesellschaft und die Wirtschaft hat kein Nutzen, wenn Potentiale einfach entsorgt werden.

Das eigentlich Schlimme ist ja, dass man viel zu sehr nach dem definiert wird, was man in Form von Zeugnissen, Zertifikaten usw nachweisen kann. In vielen Köpfen der Chefetagen geistert noch immer das Bild herum, dass nur jemand, der Fähigkeiten anhand solcher Papierchen nachweisen kann, diese tatsächlich beherrscht und alle anderen höchstens bei McDonalds arbeiten können.

Da geht der Unfug schon in der Lehre los, als billige Arbeitskraft von irgendwelchen Ketten mit standardisierten Arbeitsabläufen ausgenutzt zu werden.

So ganz neu ist das aber nicht...in meiner Erstausbildung vor fast 30 Jahren war das auch schon so, dass die Azubis nur die Arbeitssklaven waren, die den Dreck der Gesellen wegmachen durften. Je größer eine Firma ist,umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dem so ist. Zumindest im Handwerk würde ich im Nachhinein gesehen nie wieder bei einer größeren Firma anfangen,sondern nur bei einer kleinen.


Deswegen gehen ja auch viele gleich studieren.

Ganz ehrlich ? Würde ich im Nachhinein auch tun. Wie schon geschrieben, bin ich inzwischen umgeschulter Fachinformatiker. Aber wenn ich mich irgendwo bewerbe, werde ich doof angesehen, weil ich kein Studium habe, obwohl ein studierter Informatiker für die Jobs, auf die ich mich bewerbe, vollkommen überqualifiziert wäre. Firmen leben halt bei Einstellungen nach dem Motto "Viel hilft viel!". Sich quasi auf den geforderten Stand "nachzubilden" (z.B. ein Studium nachzuholen),kann man oft schon aufgrund des Alters oder finanzieller Gründe vergessen. Will sagen: wenn man sich erstmal einen gewissen Lebensstandard mit entsprechenden Kosten und Verpflichtungen aufgebaut hat, kann man es sich einfach nicht mehr leisten, wieder vom Bafög zu leben (so man darauf überhaupt noch Anspruch hat).
 

Teebaum

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In deinem Bereich kann man sich zum Glück viele Zertifikate holen von Cisco bis Microsoft etc. Nur die kosten halt immer eine Stange Geld. Mit denen kann man aber das Studium umschiffen. Ist gern gesehen.
 

KindredSpirit

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(...) Regale auffüllen oder Kassieren kann fast jeder. Sorry, dass hört sich jetzt abwertend an, aber es gibt genug Menschen, die wollen und können auch nicht mehr.
Tatsächlich bin ich am Regale auffüllen gescheiert und hab seitdem einen ziemlichen Einbüß auf mein Selbstvertrauen gehabt. Ich fühle nicht mal mehr, als könnte ich die Aufgaben erledigen, die in Zeitarbeit verlangt wird. Und das ist oft nicht nur drei, sondern vier oder mehr. Und ich habe bisher keine Berufserfahrung. Wird eh noch spaßig, hier sind seit einigen Tagen in meinem Ort nicht mal mehr Zeitarbeitsjobs aufgelistet.
 

Teebaum

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Tatsächlich bin ich am Regale auffüllen gescheiert und hab seitdem einen ziemlichen Einbüß auf mein Selbstvertrauen gehabt.
Dann bist du aber körperlich nicht belastbar, dass ist was ganz anderes. Weil die Aufgabe Produkt A zu Produkt A gemäß MHD zu legen und ggf. das Regal zu reinigen, ist jetzt keine Rocket Science.
Deswegen auch grottenschlecht bezahlt. Hat ja kaum Nutzen für den Betrieb. So sollte es aber eben nicht sein. Gerade körperliche anstrengende Arbeit gehört gut bezahlt.
 

Lausbub

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Sorry, aber Ihr denkt in viel zu kleinen Maßstäben. Richtige Berufe haben ein breitgefächertes Aufgabenspektrum, welches oft kräftezehrend ist. Das hat mit Kellnern und Produktionslinie nichts am Hut. 4000 Brutto sind da auch ohne Studium standard, zumindest vor 15 Jahren. Damit kann man Planen und eine Familie ernähren. Die Leute lassen sich von Medien, Computer, Party etc. zu ganz einfachen Lohnsklaven umfunktionieren, ohne Durchblick was überhaupt Ihr derzeitiger Joballtag ist. Regale auffüllen oder Kassieren kann fast jeder. Sorry, dass hört sich jetzt abwertend an, aber es gibt genug Menschen, die wollen und können auch nicht mehr.
Sorry, du lebst aber in der falschen Zeit. Heutzutage sind für die meisten Beruf 12 bis 13€ Stundenlohn normal. Berufe im Handwerk z.B. werfen sowas ab. Ich selbst bin seit zwei Jahren fertig, habe da noch zwei Jahre gearbeitet und nun arbeitslos. Ob ich 1500€ Netto habe oder knapp 1000€ vom Arbeitsamt, dann sind mir die 1000€ vom Arbeitsamt lieber. Allein die Fahrtkosten zur Arbeit von 250€ spare ich mir. Die Zeit, wo man so gut verdient hat sind vorbei. Entweder man nimmt die Arbeit an für 12€ oder es wird nicht eingestellt. Dann schreien die Arbeitgeber allerdings von Fachkräftemangel. Wenn das Arbeitsamt eine VV gibt, gehste hin und lässt dich abservieren. Habe aber nur noch zwei Monate ALG1, schreibe gerade Bewerbungen in Industriebetriebe, wo man sich nicht kaputt macht. Wir halten fest, arbeiten lohnt nicht in den meisten Berufen.
 

Gollum1964

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Also es geht doch darum selbstbestimmt zu leben und nicht die Sachbearbeiter vom Amt im Nacken zu haben, die wenn ich auf Minijob mache, mir immer noch einen miesen Vollzeitjob aufs Auge drücken können.
Ich finde diese Haltung mit möglichst wenig Aufwand und obskuren Rechenmodellen, möglichst viel von Staat rauszuschlagen nicht gut.
Wenn das alle machen würden, würdet Ihr ganz schnell dabei zusehen müssen, wie das Sozialsystem zusammenbricht, weil keiner mehr einzahlt.
moin Falkenflug,

du darfst das ganze nicht isoliert betrachten, sonders als logische Konsequenz und auch Intention der Einführung von Hartz4. Ich zitiere noch einmal Gerhard Schröder 2005 in Davos: "Wir haben dank Hartz4 nun einen der besten Niedriglohnsektoren in Europa". Wenn die Leute merken, sie kommen nicht mehr richtig aus dem Hamsterrad raus, dann fangen diese irgendwann an, "logisch" zu reagieren und so zu handeln, wie ich oben aufgeführt habe. Dann ist die Wahl, sich mit dem JC mit oder ohne Minijob herumzuschlagen oder einen Niedriglohnjob nachzugehen, letztlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Zudem viele Niedriglohnjobber - sofern noch ein arbeitsloser Partner oder Kinder dranhängen - ohnehin trotz Vollzeittätigkeit weiterhin am Tropf JC hängen.

Ich selber habe trotz Ausbildung und Studium im jüngeren Alter über 6 Jahre bei ZAF festgehangen, nun aber in den 50ern keine Lust mehr dazu. Ich verdiene mittlerweile als aufstockender Selbstständiger mir den obigen Betrag hinzu und habe kein schlechtes Gewissen dabei.
 

Onkel Tom

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Warum sollte Arbeiter_in anbei ein schlechtes Gewissen haben, wenn SGB-Leistungsbezug anhand
Lohndumping und Co. subtil aufgezwungen wird ?

Hüstel.. Hatte vor H4 noch 18,50 Euronen als Tischler verdient, wovon man nach Einführung von H4
nur noch von träumen kann, zumal sich Zaffen wie die Krätze zwichen AG und AN gedrängelt hat..
 
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