Steuererklärung für 2011 abgeben noch sinnvoll?

koloss

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Hallo,
das Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu und ich habe da noch eine unerledigte Angelegenheit mit dem Finanzamt, das ich schon so lange vor mir her schiebe, das ich nicht weiss ob ich davon profitieren könnte.

Da ich damals nicht wusste das ich Arbeitslos werden könnte, habe ich das immer wieder aus den Augen verloren oder schlicht vergessen.

Es geht darum, das ich bei meinem letzten Arbeitsgeber im ersten Jahr ausversehen in der Lohnsteuerklasse 6 gestuft wurde und ich das aus einem bestimmten Grund nicht bemerkt habe, da mein Gehalt "abgeführt" wurde. Aber das ist nebensache.

Kann ich denn noch eine Steuererklärung abgeben, ich glaube bis zum Ende des Jahres ist es noch möglich?
Und habe ich irgendetwas davon weil ich Alg2 beziehe, also bleibt mir irgendetwas davon über ?

Ich habe keine Ahnung wieviel Geld ich zurück bekommen würde, es ist jedenfalls nicht sehr wenig, eine schätzung wäre über 1000,- Euro ++

Da ich wieder mal nicht so schlau geworden bin aus dem Internet, musste ich hier die Frage los werden.

Hoffe auf hilfreiche Antworten.

Gruß
 

doppelhexe

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rückerstattungen aus steuererklärungen werden bei ALG2 generell als einkommen gewertet und damit angerechnet. im endeffekt hast du nichts davon, solange du ALG2 bekommst.
 

Linuxfan

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Bei mir war es mal so, dass ich in England selbständig gearbeitet habe und dann bei meiner Rückkehr nach Deutschland vergessen habe, die Steuererklärung für das Jahr abzugeben.

Das Finanzamt (Inland Revenue) hat mich dann in Deutschland angeschrieben und hat eine Schätzung (Revenue Determination) gemacht, die dann immer höher ausfällt und wenn man sich dann noch weigert, eine Erklärung einzureichen wird dieser Betrag dann festgeschrieben und man hat dann keine Möglichkeit auf Einspruch.

Davon mal ganz ab: Jeder Cent zählt.
 

franky0815

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rückerstattungen aus steuererklärungen werden bei ALG2 generell als einkommen gewertet und damit angerechnet. im endeffekt hast du nichts davon, solange du ALG2 bekommst.
das könnte man ja umgehn indem man das konto von jemand unbeteiligten angibt dem man vertraut, oder machen die fa und das jc untereinander datenabgleiche, ich glaube kaum.
 

webeleinstek

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Wenn die Forderung an einen Dritten, z.B. bei dem Du Schulden hast, abgetreten wird dann ist das ganz legal.
Finanzamt soll direkt auf dessen Konto überweisen.
 

doppelhexe

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das könnte man ja umgehn indem man das konto von jemand unbeteiligten angibt dem man vertraut, oder machen die fa und das jc untereinander datenabgleiche, ich glaube kaum.

kann da nur von mir reden, ich hatte nach der trennung von meinem mann keine steuererklärung gemacht, aber er (ex). und der hat mit dem jobcenter nix zu tun und denen bestimmt nichts erzählt.

auf jeden fall bekam ich post vom jobcenter, das mit die hälftige steuererstattung, die an meinen (zukünftigen) ex-mann gegangen ist, als einkommen angerechnet wird.

mein einwand, das ich ja nichts bekommen hätte zählte da nicht. der hälftige betrag würde mir zustehen und gilt damit als anrechenbares einkommen. ich müsse mir den betrag von meinem ex geben lassen und notfalls einklagen.

da KANN also nur eine abfrage ans finanzamt gegangen sein. denn ich hatte weder geld bekommen noch mit dem finanzamt überhaupt zu tun gehabt.

widerspruch wurde abgelehnt...
 

koloss

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Wäre es nicht dennoch sinnvoll eine einzureichen, wegen dem was übrig bliebe ?

Also wegen den 120,- Euro Freibetrag wäre der Aufwand zuviel? oder wieviel das wäre.

Soweit ich das verstanden habe, ist es nur noch zum Ende des jahres möglich die Lohnsteuererklärung fü 2011 abzugeben, richtig ?

Das ist wirklich ärgerlich soviel Geld zu verlieren, wegen der eigenen Vergesslichkeit.

Wenn die Forderung an einen Dritten, z.B. bei dem Du Schulden hast, abgetreten wird dann ist das ganz legal.
Finanzamt soll direkt auf dessen Konto überweisen.
Das würde ich sofort tun, wenn es dazu einen Gesetzestext gäbe, ohne das ich Nachteile davon trage.
Da kenne ich mich überhaupt nicht aus.
 
D

Don Vittorio

Gast
das könnte man ja umgehn indem man das konto von jemand unbeteiligten angibt dem man vertraut, oder machen die fa und das jc untereinander datenabgleiche, ich glaube kaum.
Abgesehen davon, dass das Anleitung zum Betrug ist, ist man damit auch nicht unbedingt auf der sicheren Seite :

Es bleibt auch anrechenbares Einkommen, wenn die Steuerstattung an den Steuerberater abgetreten wurde und der Leistungsbezieher somit die Erstattung nicht erhalten hat.
sozialrechtsexperte: Abgetretene Steuererstattung an den Steuerberater ist anrechenbares Einkommen
 

doppelhexe

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Wäre es nicht dennoch sinnvoll eine einzureichen, wegen dem was übrig bliebe ?

Also wegen den 120,- Euro Freibetrag
wäre der Aufwand zuviel? oder wieviel das wäre.

...
120€ freibetrag?

ich durfte meine gesammten 250€ , die mir aus der rückerstattung zustanden dem amt zur verfügung stellen, da war NICHTS mit freibetrag...

da bin ich jetzt aber mal gespannt auf antworten von denen, die sich richtig (mit paragraphen) damit auskennen...
 
E

ExitUser

Gast
Eine Steuererstattung gehört laut den fachlichen Hinweisen der BA zu den einmaligen Einnahmen und wird auf sechs Monate verteilt.

siehe auch § 11 SGB II: § 11 SGB II Zu berücksichtigendes Einkommen - dejure.org

Meines Wissens zählt das nicht als Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Damit gibt es nur maximal den Freibetrag in Höhe von 30 Euro - den allerdings pro Monat, also sechs mal.
 

koloss

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Zitat von koloss
Wäre es nicht dennoch sinnvoll eine einzureichen, wegen dem was übrig bliebe ?

Also wegen den 120,- Euro Freibetrag
wäre der Aufwand zuviel? oder wieviel das wäre.

...

120€ freibetrag?

ich durfte meine gesammten 250€ , die mir aus der rückerstattung zustanden dem amt zur verfügung stellen, da war NICHTS mit freibetrag...

da bin ich jetzt aber mal gespannt auf antworten von denen, die sich richtig (mit paragraphen) damit auskennen...
Das war jetzt eine Anspielung auf das so genannte Aufstocker Einkommen.

Entschuldige wenn ich was falsches geschrieben habe, ich bin in sachen H4 recht unbeholfen und dachte das wäre der richtige Betrag von 120Euronen. :icon_mrgreen:

Ich habe das dadurch abgeleitet, weil das ja als Einkommen angerechnet wird, da dachte ich eben an den sogenannten "Freibetrag".

Korigiere mich bitte wenn ich blödsinn schreibe. :icon_mrgreen:
 

koloss

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Eine Steuererstattung gehört laut den fachlichen Hinweisen der BA zu den einmaligen Einnahmen und wird auf sechs Monate verteilt.

siehe auch § 11 SGB II: § 11 SGB II Zu berücksichtigendes Einkommen - dejure.org

Meines Wissens zählt das nicht als Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Damit gibt es nur maximal den Freibetrag in Höhe von 30 Euro - den allerdings pro Monat, also sechs mal.
Danke.

Hatte deinen Beitrag übersehen, weil es sich auf Seite 2 versteckte. :icon_mrgreen:

Das nicht viel übrig bleibt, war mir klar, aber so wenig nicht. :icon_kotz2:

Schade das man diese Steuererklärung nicht irgendwie einfrieren,hinauszögern oder sonst was kann, um das hart verdiente Geld zu schützen. :icon_pfeiff:

franky0815 Zitat von koloss
Wäre es nicht dennoch sinnvoll eine einzureichen, wegen dem was übrig bliebe ?

klär doch ertmal ab ob du nich sowieso eine abgeben musst.
wüsste nicht was dagegen sprechen sollte, da ich eindeutig auf Lohnsteuerklasse 6 gearbeitet habe und das auch auf der Lohnsteuerkarte so erfasst wurde.
 

webeleinstek

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Sofern die Steuerestattung abgetreten wurde bevor Du Leistungen des JC beantragt hast, könnte das funktionieren.

Hartz IV: Einkommensteuerrückzahlung? Abtreten!

Hab beim googlen noch was gefunden:
"Einkünfte, die Sie an Gläubiger schon längere Zeit (mind. 6 Monate) vor Antragstellung wirksam abgetreten haben, sind nicht verfügbar und dürfen nicht angerechnet werden"
[OVG NRW - info also 2000, 222]
Die Abtretung muss aber auch vom Empfänger unterschrieben sein, sonst ist sie unwirksam.

Noch was von google:
Sozialgericht Leipzig, S 9 405/05 ER

Einkommensteuererstattung ist zugeflossenes Vermögen im Sinne des § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II und daher nicht als Einkommen anzurechnen



Sozialgericht Leipzig,
S 9 405/05 ER
Muss hier wohl auch so drin stehen. Habe es mir aber nicht durchgelesen.
15. Senat des LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 03.02.2010, - L 15 AS 1081/09 B -
 

koloss

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Hallo webeleinstek,

also wie gesagt, der Job war 2011-2013 und das Jahr um es geht war 2011, was eben falsch berechnet und auch vom Arbeitgeber bestätigt wurde.

ALG 2 Leistungen habe ich erst ab Januar 2014 beantragt gehabt, wie sieht die Lage also jetzt klartext aus, blicke da dennoch nicht durch ?
 

webeleinstek

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Hallo webeleinstek,

also wie gesagt, der Job war 2011-2013 und das Jahr um es geht war 2011, was eben falsch berechnet und auch vom Arbeitgeber bestätigt wurde.

ALG 2 Leistungen habe ich erst ab Januar 2014 beantragt gehabt, wie sieht die Lage also jetzt klartext aus, blicke da dennoch nicht durch ?
Ich denke, wenn die Abtretungserklärung vor Juli 2013 war, dann müsste das nicht angreifbar sein. Sofern ich das von mir zitierte richtig verstanden habe.

Abtretung ein halbes Jahr vor erstmaligem Bezug von ALG2-Leistungen, dann zählt es. Ist die Abtretung noch weit vorher, umso besser.
 

nik72

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Ich hatte gerade die gleiche Sache. Die Steuererstattung wird um die Versicherungspauschale von 30 € und die Kfz- Haftpflicht (wenn vorhanden) bereinigt, so dass ich ca. 50 € behalten habe.

Der Freibetrag von 120 € gilt nicht, weil es kein Erwerbseinkommen ist, sondern unter "sonstigem" Zufluss läuft.
 
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