“Steuer-CD sei Dank” (1 Betrachter)

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Gäbe es keine Steuer-CDs, man müsste sie erfinden. Der rege Handel mit in der Schweiz geklauten Bankdaten hat Deutschland hunderte Millionen Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen beschert und tausende Steuersünder überführt. Die CDs verhalfen Fahndern nebenbei zu einem grundlegenden Durchbruch: Dank (gestohlener) Informationen aus mehreren Bankhäusern konnten Finanzämter erstmals belegen, dass Schweizer Institute systematisch um Schwarzgelder buhlen. Die Credit Suisse bezahlte dafür 2010 150
Millionen Euro Bußgeld in Deutschland…

Denn die von Deutschland, Großbritannien und Österreich mit der Schweiz geschlossenen Abkommen sind eine mangelhafte Antwort auf den systematischen Steuerbetrug im Nachbarland….

Das Kernproblem mit den Steuerdeals ist, dass sie an dem System nicht rütteln, das Steuerflucht ermöglicht. Die Verträge mit Bern sehen die Legalisierung von Schwarzgeldern durch Abschlagzahlungen vor. Solange das Schweizer Bankgeheimnis unangetastet bleibt, ist ein effektiver Kampf gegen Steuerbetrug in Europa unmöglich…

Die EU-Kommission hätte den grenzüberschreitenden Austausch von Kontoinformationen in Europa gern etabliert. Mit der geballten Wirtschaftsmacht aller 27 Unionsländer im Rücken hätte dafür eine Chance bestanden. Doch der Alleingang Deutschlands, Großbritanniens
und Österreichs machte das Unterfangen zunichte. Dabei wäre ein geschlossenes Vorgehen derzeit mehr geboten denn je: Nach Schätzungen des Unternehmensberaters KPMG haben allein die Italiener 180 Milliarden Euro unversteuertes Vermögen in der Schweiz geparkt.

Angesichts dieser Dimensionen könnte der Zugriff auf die Schwarzgelder sogar in der Eurokrise eine entscheidende Rolle spielen. ...
"DER STANDARD"-Kommentar: "Steuer-CD sei Dank" von András Szigetvari | Artikel | Boerse-Go.de
 
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