Stellungnahme um ggf. eine Reha zu beantragen. Und vieles mehr.

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Silvia123

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Ein freundliches Hallo,

gelesen habe ich schon viel, bin aber gerade echt durcheinander und hoffe mir mag jemand helfen.

Nach der Geburt meines Kindes war ich lange arbeitslos, endlose Bewerbungen bis ich endlich eine TZ-Stelle bekam. Da habe ich über 10 Jahre durchgehalten, unter anderem indem ich dann schon seehr früh anfing um diversem aus dem Weg zu gehen. Dann habe ich irgendwann angefangen mich zu wehren und auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Nachdem ich dann auch mal 2 Tage krank war, was eh kaum vorkam war ich auf der Abschussliste. Das war klares Mobbing vom Chef, das hielt ich nicht aus, ging zum Arzt (leider ein neuer, meine alte HA ist in Rente) und wurde erstmal wegen einem Infekt krank geschrieben. Erneut in die Arbeit: Gleiches Spiel, das hatte ich auch schon bei anderen gesehen also wieder zur Ärztin. Da wurde auch festgestellt dass ich einen viel zu hohen Blutdruck habe, Cholesterin....


Es wurde mir immer klarer dass ich an den Arbeitsplatz nicht mehr kann. Ich bin dann zum Psychiater, AU wegen Depression, hatte ich schon öfter. Der bestand dann darauf dass ich "richtige" Medikamente nehme. Beim ersten wurde ich noch aufgeregter, zittriger, beim 2ten ungemein sediert. Dann Kontrolle bei meiner HA die aufgrund der Werte sagte: Absetzen! Gesagt getan.

Achja, ich war auch bei einer Therpeutin die mich dann nicht genommen hat weil ich ihr zu stark belastet bin, sie meinte Posttraumatische Belastung und Retraumatisierung - Danke. (Blutdruck rauf auf 179)

Inzwischen habe ich einen GdB von 30 und bin gleichgestellt. Der hohe Blutdruck wurde nicht berücksichtigt weil ich meiner HA einmal gesagt habe dass er auf 140 wäre (hatte mich gefreut) das war aber die Ausnahme, aber, sie hat das wohl so angegeben dass er jetzt runter wäre.

Beim letzten Termin machte mich der Psychiater "nieder" weil ich das Medikament abgesetzt habe und meinte sinngemäß "sie wollen nicht arbeiten, sie nehmen keine Medikamente (doch Laif) sie wollen keine Reha, wer schreibt sie dann krank, ich nicht! Ich sagte ihm dass ich keine stationäre Reha will weil ich wenigstens die Nacht daheim verbringen will.

So, dann habe ich den Tipp bekommen über die KVB nach Therapeuten zu suchen, die müssen einen nehmen, habe ich auch mit dem Vermerk Trauma und habe jetzt eine die zu passen scheint. Sie meinte der Psychiater hat seinen Beruf verfehlt, hat mir eine empfohlen, die nimmt aber niemanden mehr, hab dort im Oktober einen Termin bei einer Kollegin und hoffe die ist auch gut. Aufgrund der Diagnose der ersten Therpeutin habe ich einen Termin zur Diagnostik in einer Klinik für Traumafolgestörungen, aber das dauert auch noch etwas.

Zwischendrin hat auch noch die KK bei mir angerufen. Die Sachbearbeiterin machte mich "rund" war schlimmer wie bei der ARGE. Sie meinte es stünde da mobbing und warum ich nicht am BEM teilnehme usw. usf. wollte mit mir einen Termin vereinbaren um zu besprechen.... Letztendlich konnte ich nur noch sagen sie möge das mit meinem Arzt klären und jetzt ginge es mir noch schlechter. Abgestellt habe ich das dann indem ich meine TelNr. habe löschen lassen.

So, jetzt kam ein Brief ich möge binnen 2 Wochen meine Einschätzung zu einer Reha mitteilen, die der MDK befürwortet und ich steh wieder fertig da. Beim BEM weiß ich auch nicht, meine Recherchen sagen nein.

So, jetzt danke ich erstmal fürs lesen und würde mich freuen wenn mir jemand beim sortieren hilft. Ist böse wenns einem eh schon schlecht geht und man von allen Seiten bombadiert wird. Das zieht runter und macht noch mehr Angst. Allein die Vorstellung nicht mal abends daheim sein zu können ist der Horror. Ja, ich habe Angst, und wer Angst hat macht Fehler. Deshalb frage ich Euch.

Liebe Grüße

Silvia
 

grün_fink

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Hallo Silvia,

da hast du ja momentan einiges an der Backe.
Laut SGB V dürfen die Krankenkassen tatsächlich keine andere "Institution" installieren als die Gutachter des MdK.
habe da den Artikel raus gekramt, warum die das so machen:
Wenn die KK keine Ruhe gibt, sollen sie sich ruhig an deinen Arzt wenden. Der wird dann hoffentlich nur auf schriftliche Anfrage des MdK reagieren. Vielleicht weiß er ja, ob deine KK zu denen gehört, die da so rechtswidrig brutal und krankheitsverschlimmernd handeln, das darf er dir schon sagen.

Das Löschen der Telefonnummer ist da die einzig richtige Maßnahme, denn laut dem Bericht des Herrn Bämayr versuchen die Damen und Herren ja genau den Überrumpelungseffekt zu nutzen.

Vor Jahren hatte ich mal den höchsten gemessenen Blutdruck gerade bei und nach einer Untersuchung beim MdK, nach 2stündiger Befragung. Danach wieder traumhaft normal.

Gruß vom grünen Finken
 

Silvia123

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Hallo Grünfink,

so wie ich das sehe hat der Arzt wohl geschrieben Reha weil er auf meinen Einwand meinte er kann ja vermerken ambulant, ob ich eine kennen würde. Ich denke ich schreib ihm wie ich auf das Schreiben reagieren soll.

Danke für den Artikel, ich meine den schon mal gelesen zu haben. Mit dem vielen suchen "was mach ich nur" hatte ich auch entdeckt was ich schreiben sollte dass ich eine Gleichstellung bekomme.

Meine Befürchtung ist dass der Arzt mich bei Rehaunfähigkeit nicht unterstützt, ich bin dort nicht gut aufgehoben und es dauert sooo lange bis man wo anders einen Termin bekommt. Mir ging es schon etwas besser bis ich dann ständig Druck bekam von verschiedenen Seiten. Ich weiß grad so gar nicht was ich am besten machen soll :-(

Natürlich würde ich am liebsten arbeiten gehen, mein Gehalt bekommen und gut. Habe es extra bei TZ belassen dass ich laaaange durchhalte. Und ausgerechnet mein Chef, der genau weiß dass ich sowas nicht aushalte, geht mich derart an. Im Grunde bleibt mir nur zu versuchen intern einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, aber, ich weiß auch nicht wie am besten und welche Rechte ich habe.

Liebe Grüße

Silvia
 

Kerstin_K

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Was du jetzt von der KK bekommen hast ist eine Anhörung. Da kannst Du dich äussern, musst es aber nicht.

Als nächstes wird die Aufforderung kommen, dass du bei der DRV eine Reha beantragen sollst. Dafür hast Du dann 10 Wochen Zeit. machst Du das nicht, wird das Krankengeld eingestellt.

Benutze für den Antrag auf Reha bitte nicht die Formulare, die die KK dir zuschickt und gib den Antrag auch nicht bei der KK ab. Du kannst Dir die Formulare entweder im Internet selber runterladen oder von der DRV zuschicken lassen.

Der ausgefüllte Antrag geht dann auch nur direkt zur DRV. Die KK bekommt nur den Nachweis der Antragstellung. TIPP: In den Beratungsstellen der DRV kann man solche Anträge ganz eingfach ohne Termin abgeben und bekommt oft sogar ohne Nachfrage automatisch eine Eingangsbestätigung.

Zum Antrag: Fang jetzt schonmal an, eine für dich passende Klinik zu suchen. Eventuell hat ja deine Therapeutin einen Tipp. Du hast ein Wunsch- und Wahlrecht was die Klinik betrifft. Dafür gbt es aber kein Feld im Antragsformular. Das schreibst Du auf einen separaten Zettel und tackerst den Fest an den Antrag dran, damit er nicht verschwindet.
 

Silvia123

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Vielen Dank Kerstin!

Ich will auf keinen Fall in eine stationäre Reha und habe jetzt das gefunden:


Allerdings ist da nur eine dabei die locker 40km von mir weg ist und das obwohl ich in einer Großstadt mit viiieeelen Kliniken lebe. Ich bin noch völlig durcheinander und weiß nicht wie am besten vorgehen.

Der Arbeitgeber muss mir mit einer Gleichstellung doch einen behindertengerechten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen? Nachdem ich in meiner Dienststelle über 10 Jahre war und genug gesehen und erlebt habe weiß ich genau dass ich dort nicht mehr hin kann, das halte ich nicht aus was da abgehen wird. Es erging auch schon anderen so, die waren aber jünger und haben sich was anderes gesucht. Mit über 50 eine unbefristete Stelle aufgeben wäre wohl das dümmste was ich machen könnte. Am übelsten finde ich wenn mir dann auch noch gesagt wird ich wolle nicht arbeiten :-( hab viiiele unbezahlte Überstunden gemacht..... bitter das alles, aber: Kopf hoch und durch.

Wenn ich das richtig sehe ist das so: Wenn ich den Rehaantrag stelle und mich keiner Rehaunfähig schreibt bleibt mir nur in die Arbeit zu gehen. Oder erst gar nicht den Antrag stellen und in die Arbeit. Dabei bin ich alles andere wie stabil. Die Therapeutin meinte den Arzt fragen, der weiß aber auch nichts, hab ich jetzt auch kapiert dass ich bei dem falsch bin.

Vom BEM wird auch abgeraten und zur äußersten Vorsicht, ggf. nur wenn man den Betriebsrat hinter sich hat. Klingt auch nicht erstrebenswert. Ich recherchier mir einen Wolf und komm auf keinen grünen Zweig, das ist eher enorm belastend. Mein Arbeitgeber hat inzwischen bestimmt um die 3000 MA bloß die ausgeschriebenen Stellen passen für mich nicht und bei einer auf die ich mich beworben habe, habe ich nicht mal eine Antwort bekommen.

Silvia

Wie sagt man hier Danke? Finde die Funktion nicht.
 
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Kerstin_K

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Der Arbeitgeber muss mir mit einer Gleichstellung doch einen behindertengerechten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen?
Wenn es den gibt und der frei ist, dan ja, wenn er aber eine solchen Arbeitsplatz nicht hat, dann muss er ihn auch nicht schaffen.

Wegen einer ambulanen Reha ergibt sich auch die Problmatik, dass die DRV sowas ungerne bewilligt bei psychosomatischen Rehas. Man ggeht nämlich davon aus, dass hier eine Herausnahe aus dem gewohnten Umfeld erforderlich ist.
 

Silvia123

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Eine Herausnahme wäre für mich Gift. Ohne mein gewohntes Umfeld, Junior.... Und dann fremde Betten.... Eine wahre Horrorvorstellung.Habe vor vielen Jahren mal eine Mutter-Kind Kur gemacht: Einmal und nie wieder.
 

Kerstin_K

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Es muss nicht so kommen.

Meine Bekannte, PTBS, mehrere Suizidversuche, weiterleben wollte sie eigentlich nur für ihren Sohn.

Der MDK empfahl eine Reha unter Herausnahme aus dem häuslicen Umfeld und Mitnahme des Kindes.

Sohnemann mitzunehmen kam aber nicht in betracht, weil der gerad eingeschult war und erziehungsmässig auch etwas problematisch.

Die DRV bewilligte zunächst eine Ambulante Reha, aber die Klinik war sowas von unpassend, die hatten zwar PTBS im Leistungspektrum stehen, aber man kann einfach nicht jemandem mit rauma tagsüber thearpeiren wollen und wenn dann alles aufgewühlt ist, ihn abends und am wochenende ohne Auffängmöglichkeit lassen. Das hätte wohl zum nächsten Suizidversuch geführ, vermte ich. Was dann in Bewertungen über diese Klinik zu lesen war, war auch nicht ermutigend und dann noch die Doppelbelastung, wenn man dann abend anch der Reha noch Haushalt und Kind versorgen muss.

Wir haben dann eine etwa 130 Km entfernte Klinik gefunden, wp sie vollststationär war. Klar ist Mutter und Kind die Trennung zunächst schwergefallen, aber ie haben es überlebt und im Nachhinein war es für beide die beste Lösung. ein Wochenendbesuch wr bei der Emtfernung kein Problem.
 

Silvia123

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Selbstmordgefährdet bin ich Gott sei Dank nicht!

Ich bin nur sehr Schreckhaft und habe einen ausgeprägten Fluchtreflex und kann mich schlecht wehren. Junior ist auch schon groß, die gemeinsamen Rituale sind einfach nur schön. Er kennt meinen Arbeitsplatz, ist damit groß geworden. Seine erste Reaktion nach den Vorfällen war: DA gehst Du nicht mehr hin.

Für mich ist es wichtig zu wissen was auf mich zukommt und z.B. Gruppen sind für mich gar nichts. Die Therapeutin bei der ich jetzt bin hat auch Trauma drin stehen und als ich ihr sagte dass vor einigen Jahren eine Therapeutin zu mir sagte "da kann man nicht mehr machen" meinte sie das kann man sehr wohl, daran arbeiten wir wenn sie wollen.

Ich brauch das daheim frei zu sein, mein Bett, meine Badewanne, Kaffeemaschine ... Nicht lachen, bitte, dazu kommt dass ich gar nicht die Kleidung für so einen Aufenthalt habe. Ich wasche jeden 2ten, spätestens 3 Tag sonst käme ich nicht zurecht. Ich bin der Überzeugung dass dass es nur hilfreich ist wenn ich mich auch wohl fühle.

Hier gibts z.B. auch Tageskliniken für Psychosomatische Erkranken und die haben als Ausschlußkriterium Ptbs weil man, denke ich, mit diesen Menschen behutsam umgehen muss. Ich bin mal gespannt was die in der Klinik als Diagnose erstellen. Irgenwie zerren alle an mir. Eine Kollegin die mal bei der Mitarbeitervertretung war habe ich kontaktiert. Sie meinte ich solle erstmal auf die Beide kommen. D.h. sie hilft mir nicht wg. einem internen Job zur jetzigen Zeit. Die Therapeutin meint für eine Reha wäre es viel zu früh. Die KK will dass ich am BEM teilnehme, der Arzt dass ich Reha mache oder Medis nehme die krasse Nebenwirkungen haben oder arbeiten gehe.

Tolle Wurst. Ich weiß nur dass ich in meinem Alter nicht kündigen darf. Wer soll so ein rumgezerre denn aushalten und dabei genesen? Seufz.

Liebe Grüße und DANKE für die Antworten!

Silvia
 

Kerstin_K

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KAnn sien, dass esfür eine Reha zu früh ist. Du musst begreifen, dass der eizige Grund, warum die KK dich in eine Reha haben will der ist, dass sie in der Zeit kein Krankengeld zahlen müssen, das abertrotzdem auf die 78 Wochen bis zur Aussteuerung angerechnet wird. Sie sparen lso Geld.

Ob du am BEM teilnummst, dass jt nicht die KK zu entscheiden, sondern nur du alleine.

Du wirst um die Reha nicht herumkommen und nach dem, was du so preisgegeben hast, wird sich auch kein Arzt finden, der dich regaunfähig schreibt.

Also nutze die Chance, die eine vernünftige Klinik auszusuchen.

Die Klinik für meine Bekannte haben wor durch eine Empfehlung von jemandem, der dort bereits war, gefunden. Dort geht man achtsam mit den Patienten um, überfordert sie nicht und versucht sie nicht um jeden Preis arbeitsfähig zu entlassen. Helfen konnte man meiner Bekannten dort nicht wirklich. Aber sie haben es versucht. Und sie hat einige Anstösse bekommen, wie es für sie weitergehen kann.
 

Kibini

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Liebe Silvia123,

Zwischendrin hat auch noch die KK bei mir angerufen. Die Sachbearbeiterin machte mich "rund" war schlimmer wie bei der ARGE. Sie meinte es stünde da mobbing und warum ich nicht am BEM teilnehme usw. usf. wollte mit mir einen Termin vereinbaren um zu besprechen

Hat dich tatsächlich die Krankenkasse aufgefordert, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) zu machen? Nach SGB 9 (Paragraph 167) ist das BEM Aufgabe des Arbeitgebers, d.h. der AG muss dich zum BEM-Gespräch einladen. Alles andere würde gar keinen Sinn machen.

Wenn du das BEM-Gesprächs ablehnst, kann sich das negativ für dich auswirken, falls der Arbeitgeber dir krankheitsbedingt kündigen will.
Gibt es bei euch einen Betriebsrat und/oder Schwerbehindertenvertretung?

Wenn du konkrete Fragen zum BEM hast, kannst du sie gerne stellen. Ich kann gut verstehen, dass du Angst davor hast, besonders, weil bei dir Mobbing die Ursache für die AU zu sein scheint.

Liebe Grüße
 

Kibini

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Ich hatte es so verstanden, dass Silvia123 nicht kündigen darf/will und eher an einer Umsetzung interessiert ist. Für diesen Fall wäre das BEM geeignet.

Liebe Grüße
 

Silvia123

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Liebe Silvia123,



Hat dich tatsächlich die Krankenkasse aufgefordert, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) zu machen? Nach SGB 9 (Paragraph 167) ist das BEM Aufgabe des Arbeitgebers, d.h. der AG muss dich zum BEM-Gespräch einladen. Alles andere würde gar keinen Sinn machen.

Wenn du das BEM-Gesprächs ablehnst, kann sich das negativ für dich auswirken, falls der Arbeitgeber dir krankheitsbedingt kündigen will.
Gibt es bei euch einen Betriebsrat und/oder Schwerbehindertenvertretung?

Wenn du konkrete Fragen zum BEM hast, kannst du sie gerne stellen. Ich kann gut verstehen, dass du Angst davor hast, besonders, weil bei dir Mobbing die Ursache für die AU zu sein scheint.

Liebe Grüße

Liebe Kibini,

danke für die Antwort! Ja die Mitarbeiterin der KK die bei mir angerufen hat sagte sinngemäß warum ich nicht am BEM teilnehme, das würde mein Arbeitgeber ja sicher anbieten, ich müsse sie sehen wie meinen AG und wäre ihr Rechenschaft schuldig und solle mit ihr einen Telefontermin machen was wann wo wie, das Gespräch war der Horror. Und, Du hast es richtig verstanden, ich kann an diese Dienststelle nicht mehr. Das halte ich schlichtweg nicht aus. Ich habe gesehen wie das bei anderen lief und jetzt hat es mich erwischt. Hatte mich die letzten 2 Jahre gerettet indem ich sehr früh angefangen habe, aber nachdem ich auf Anfrage Sonntags etwas zu machen argumentierte warum ich das nicht machen werde war ich dran.

Wir haben eine Mitarbeitervertretung, die Schwehrbehinderten weiß ich nicht, aber, ich weiß dass mein Chef alle die er brauchen kann gut einlullt..... Saß ja bei vielen Gesprächen dabei. Ja, ich habe Angst vor dem BEM, erst Recht nach meinen Recherchen und NEIN ich will NICHT gekündigt werden, ich habe Existenzangst, ich will an einen Arbeitsplatz wo man mich nicht fertig macht. Was mir an meiner alten Dienststelle blüht halte ich nicht aus.

Ich danke Dir ganz herzlich fürs Verstehen

Silvia
 

Kibini

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Liebe Silvia123,

Ja die Mitarbeiterin der KK die bei mir angerufen hat sagte sinngemäß warum ich nicht am BEM teilnehme, das würde mein Arbeitgeber ja sicher anbieten, ich müsse sie sehen wie meinen AG und wäre ihr Rechenschaft schuldig und solle mit ihr einen Telefontermin machen was wann wo wie, das Gespräch war der Horror.

Das ist ja ungeheuerlich... Gut, dass du deine Telefonnummer hast löschen lassen.

Falls dir der Arbeitgeber ein BEM in der nächsten Zeit anbieten sollte, kannst du ihm auch schriftlich (!) mitteilen, dass du grundsätzlich daran interessiert bist, jedoch nicht zum jetzigen Zeitpunkt, weil z.B. noch therapeutische Maßnahmen anstehen. Du musst das auch gar nicht begründen, solltest aber zunächst deine Bereitschaft zeigen.

Um eine Reha wirst du wahrscheinlich nicht herumkommen. Ich hatte 2008 eine und es waren die längsten 6 Wochen meines Lebens. Trotzdem hat es mir sehr geholfen und ich habe danach noch 8 Jahre durchgehalten. Bei dir geht es um PTBS und Mobbing, das ist sicher eine schwierige Konstellation. Du bist wahrscheinlich auch sehr dünnhäutig geworden, da kann ein barscher Ton oder ein falsches Wort viel Schaden anrichten.

Ich wünsche dir, dass sich für dich alles gut fügt in der Zukunft.
 

Silvia123

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Falls dir der Arbeitgeber ein BEM in der nächsten Zeit anbieten sollte, kannst du ihm auch schriftlich (!) mitteilen, dass du grundsätzlich daran interessiert bist, jedoch nicht zum jetzigen Zeitpunkt, weil z.B. noch therapeutische Maßnahmen anstehen. Du musst das auch gar nicht begründen, solltest aber zunächst deine Bereitschaft zeigen.


Daaanke es wurde mir wieder angeboten und weder meine Therapeutin noch ich wußten wie darauf reagieren, sie meinte das Schreiben ist so sülzig nicht machen....

Ja, ich bin dünnhäutig und mein Chef weiß genau dass der Ton Schaden anrichtet. Er sagte mal: Du hast für Dein Leben genug Fresse bekommen. Umso fieser was er macht.

Ich danke Dir ganz herzlich fürs
Verstehen

Silvia
 
G

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Gast
Bei Trauma ist es in der Tat wichtig, eine Klinik zu haben, die ein "richtiges" Konzept dafür hat (da gibts x verschiedene, nicht jedes passt zu jedem, aber es sollte zumindest vorhanden sein!) und nicht eine, bei der die PTBS halt auf der Indikationsliste steht, weil da alle psychischen Erkrankungen drauf stehen.
Wenn es das bei dir wohnortnah nicht gibt, wäre eine stationäre Behandlung die bessere Alternative, denn du brauchst wirklich nur wenig Pech, damit dir eine unpassende Klinik mehr schadet als nutzt.

Hast du schon nach (Tages-)Kliniken geschaut, die über eine reguläre Krankenhauseinweisung abrechnen? In der Behandlung psychischer Erkrankungen ist der Unterschied zwischen einer psychotherapeutischen Akutklinik und einer psychotherapeutischen Rehaklinik nicht besonders groß.

Deine Ängste und Befürchtungen bzgl. einer stationären Behandlung kann man dir vermutlich durch Erklärungen, "wie das so ist", größtenteils nehmen.
Das fremde Bett kannst du mit eigener Bettwäsche heimischer gestalten, in Rehakliniken sowieso und auch in einigen Akutkliniken hast du ein Einzelzimmer, oft gibt es voll ausgestattete "Teeküchen" für die Patienten, Waschmaschine und Trockner sind vorhanden, viele der Gruppen ganz anders als du dir vorstellst usw..
 

Silvia123

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Hallo Caye,

es gibt eine städtische Klinik in der Nähe:

Wartezeit von etwa 1-4 Wochen
akute seelische Krise, Depression, Angsterkrankung, Körperliche Beschwerden ohne klare organische Ursache, Burn-out und Essstörungen.
Wartezeit von etwa 2-6 Monaten
Persönlichkeitsstörungen
Wartezeit von etwa 9-15 Monaten
Traumafolgestörungen

in 2 Wochen habe ich in einer Fachabteilung einer anderen Klinik einen Termin zur Diagnostik, bisher habe ich die Diagnos ja "nur" von der Therapeutin. Bei der, die ich jetzt habe fühle ich mich viel besser aufgehoben.

Heißt das ich kann das als Reha über mein Wahlrecht fordern dass ich in diese Klinik gehe? Das alles grad ist Gift für mich. Im Grunde wäre der wichtigste Schritt zu einer Besserung zu wissen dass ich an einen Arbeitsplatz komme der passt. Meine größten Horrorvorstellungen sind in die alte Dienststelle, Arbeitslos zu werden..... Da in einer Rehaklinik stationär zu sein hilft mir am allerwenigsten weiter. Dann auch noch der Psychiater, bei dem die Therapeutin meint er hat seinen Beruf verfehlt und bei der empfohlenen dauert es bis zum Termin...

Andernorts liest man das BEM wäre mit äußerster Vorsicht zu genießen und man soll vorab den Betriebsrat im Boot haben, also müßte ich da wohl mal hin.

Liebe Grüße

Silvia
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Das BEM macht keinen Sinn, solange gar nicht absehbar ist, wann und unter welchen Voraussetzungen du wieder arbeitsfähig sein wirst. Wenn dein AG dich deswegen anschreibt, teilst du ihm mit, dass du sehr gerne am BEM teilnehmen wirst, sobald du gesund genug dafür bist. Damit bist du auch arbeitsrechtlich auf der sicheren Seite.
Wenn du meinst, dass dir das BEM sinnvoll helfen kann, eine Umsetzung zu erreichen, dann kannst du das natürlich auch jetzt schon angehen. Aber selbst dann würde ich an deiner Stelle warten, bis es mit der Therapeutin gut läuft, damit ihr das gemeinsam vorbereiten könnt.

Was du da zitierst liest sich nach einer Akutklinik. Das ist keine Reha. Dafür meldest du dich bei der Klinik an und holst dir kurz vor dem Aufnahmetermin eine Krankenhauseinweisung vom Arzt - das kann auch der Hausarzt sein, solange man keinen geeigneten Psychiater hat.

Bei einer Reha solltest du dir auch auf jeden Fall selbst eine Klinik aussuchen, dabei kommt eigentlich immer was besseres raus als bei dem, was die DRV einem zuweist. Ob die zuständigeDRV mit der Klinik arbeitet ist dabei zweitrangig, jede DRV muss jede passende anerkannte Reha-Klinik bezahlen, ob sie wollen oder nicht.

Aktuell möchte die KK von dir ja nur eine Stellungnahme dazu, dass der MDK meint, dass eine Reha dich gesund machen wird.
Wenn dudarauf z. B. mitteilst, dass deine ambulante Behandlung gerade erst beginnt und eine Behandlung in einer Akutklinik im Raum steht, kann es ganz gut sein, dass sie dich gar nicht sofort zum Reha-Antrag auffordern.

Und selbst wenn gibt es die Option, sich rehaunfähig schreiben zu lassen.

Du musst dich also auf gar keinen Fall hetzen lassen, aber ich denke, dass du wirklich versuchen solltest, dich auf eine stationäre Behandlung (natürlich in der Klinik deiner Wahl und zu deinen Konditionen) einzulassen. Leider haben die wenigsten Menschen eine passende und gute teilstationäre Behandlungsmöglichkeit vor Ort. Stationär kann man in kurzer Zeit so viel erreichen.
 

Silvia123

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Oh man,

erstmal vielen lieben Dank für Euere Antworten!! Caye, hab das mehrfach gelesen und jetzt etwas kapiert: Ich muss nach einer anerkannten Rehaklinik hier suchen die ambulante Therapie anbietet.

Das habe ich gefunden:
Im Sinne von positiven Zuweisungskriterien zur ambulanten Rehabilitation können folgende Entscheidungshilfen genannt werden:
  • Nutzung eines gesundheitsförderlichen häuslichen Umfeldes (Familie) zum Erreichen des Rehazieles
  • persönliche Kontaktaufnahme mit dem Betrieb, Einbeziehung von Betriebsarzt und betrieblichem Sozialdienst, Belastungserprobung am eigenen Arbeitsplatz während der Rehabilitation, Kontaktaufnahme zur regionalen Agentur für Arbeit, Vernetzung mit spezifischen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsplatz
  • Einbeziehung von Angehörigen in Schulungsprogramme (z. B. Ernährung)
  • Wahrnehmung von nichtdelegierbaren häuslichen Pflichten (z. B. Kinderbetreuung)
  • Fortführung bereits laufender Hilfsangebote (z. B. Selbsthilfegruppen)
  • Belastungserprobung im häuslichen Bereich, alltagsnahes Training
  • spezielle Einbindung der vor- und nachbehandelnden Ärzte in die Reha-Kette, gezielte Initiierung von Nachsorgeaktivitäten
Habe meinem Psychiater geschrieben dass die jetzige Therapeutin gut ist, meint für eine Reha wäre es viel zu früh und wie ich auf das Schreiben reagieren soll. Antwort war sinngemäß nein es wird höchste Zeit für eine stationäre Reha.

Kapiert habe ich auch dass es drum geht dass die KK Kosten spart. Mich macht das alles kirre. Anstatt dass mich jemand aufbaut, wie die jetzige Therapeutin, werde ich behandelt wie ein Objekt mit dem man machen kann was man will. Anstatt Kraft zu sammeln und stärker zu werden und einen gangbaren Weg zu finden bekomm ichs von alles Seiten :-(

Zu gerne würde ich einfach nur arbeiten gehen, aber, das Wissen darum was mich an meiner Dienststelle erwartet macht das unmöglich.

War schon immer Meisterin darin "Pech" anzuziehen.

Das mit dem BEM werde ich so beantworten, DANKE. Mir macht das alles Angst, hab je genug gesehen und miterlebt.

Silvia
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Das wäre erreichbar

 
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Gelöschtes Mitglied 28373

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Normalerweise wird man ambulant oder stationär beinahe "gesund gepflegt", bevor dann eine Reha dafür sorgt, dass man wieder in den Beruf einsteigen kann.

Da du ja noch gar nicht groß behandelt wurdest, könnte man es so sehen, dass eine Reha viel zu früh ist.
Aber gerade in der Psychosomatik verschwimmen die Grenzen zwischen Akutbehandlung und Reha. Da kann die Reha schon deutlich eher mit einem anderen Behandlungsziel als zügiger Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit stattfinden.

Passt also beides irgendwie.

Du kannst auch eine (teilstationäre) Akutklinik wählen. Da ist der Kostenträger die Krankenkasse und nicht die DRV und du musst nix beantragen. Das ist aktuell nicht das, was deine Krankenkasse will, aber das kann dir ja egal sein.

Die von dir verlinkte Einrichtung hat die PTBS ja nichtmal auf der Indikationsliste stehen... Das liest sich eher nach einer Therapie, in der man sich vom Burnout erholt, nicht nach einer, in der eine chronifizierte psychische Erkrankung behandelt werden kann.

Die von dir aufgezählten "Vorteile" sind meiner Meinung nach keine. Teilstationär schaffst du lange keine so intensive Arbeit in der Therapie wie vollstationär. Du hängst immer im Alltag, musst dich neben der harten Therapiearbeit auch sonst um alles kümmern, hast bei der Therapie immer im Hinterkopf, dass du nachmittags zuhause noch funktionieren musst.
Das als positiv herauszustellen ist ein so extrem verhaltenstherapeutischer Ansatz, das macht im Zweifel alles schlimmer anstatt besser.
Bzgl. deiner Arbeit frage ich mich, ob du wirklich an dem Punkt bist, da schon einen Wiedereinstieg zu planen, oder ob es dafür nicht viel zu früh ist. Du wurdest doch noch gar nicht behandelt. Nur in einer Reha wirst du nicht gesund (egal ob voll- oder teilstationär).

Ein idealer Ablauf wäre, sich jetzt für eine gute vollstationär Akut- oder Rehaklinik anzumelden bzw es zu beantragen. Bis zur Aufnahme dauert es eh, da hast du Zeit, deine Therapeutin richtig kennen zu lernen und anzufangen mit ihr zu arbeiten.
Das machst du dann nach der stationären Behandlung weiter. Und vielleicht in nem Jahr oder so kommt nochmal die teilstationäre Reha, um konkret den Wiedereinstieg in den Job anzugehen. Früher wirst du dafür nicht gesund genug sein.

Kannste natürlich trotzdem machen, bist damit nicht allein.
Bei mir hats drei Jahre gedauert, bis ich mich auf eine traumaspezifische Therapie eingelassen habe. Und zehn, bis ich eingesehen habe, dass ich durch Verdrängung nicht arbeitsfähig werde.
 

Silvia123

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Hallo Caye,

Du hast schon Recht damit dass im Grunde bisher nichts behandelt wurde. Die verordneten Medikamente haben es im Grunde schlimmer und nicht besser gemacht und der Psychiater setzt mich unter Druck. Seine Antwort auf meine Frage wie auf das Schreiben reagieren war eindeutig Reha es klang heraus dass er nichts von der Tagesklinik hält. Die erste Therapeutin war auch alles andere als hilfreich.

Ich werde derart unter Druck gesetzt dass ich total kirre bin. Die Therapeutin hat ja gemeint der hat seinen Beruf verfehlt und nachdem sie das sagte wurde mir auch bewußt dass seine Reaktion auf etwas gesagtes nicht ein "Test" war sondern seine tatsächliche Reaktion und die hat gezeigt dass er nicht versteht was das gesagte nach sich gezogen hat..

Jetzt habe ich bald den Termin zur Diagnostik in der Fachklinik, aber den Termin bei der Psychiaterin die mir die Therapeutin empfohlen hat erst nachdem ich die nächste AU brauche.

Das schöne ist ja gerade dass ich zuhause NICHT funktionieren muss.

Silvia
 

Silvia123

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Da gibts nicht so viel zu machen ggf.. Junior ist groß, teilweise weg, ansonsten hilft er mit wie es sich in einer altersgemischten WG gehört. Und wenn ich weg wäre würde auch keiner Fenster putzen... Waschen müsste ich auch wenn ich weg wäre und hier hab ich alles was ich mag und brauche.

Ich fände es belastend weg zu sein, ich fahre auch nicht in den Urlaub. Hinzu kommt dass ich ambulant weiter zu meiner Therapeutin könnte, wo ich endlich eine habe die wohl gut ist.

Silvia
 
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