Stelleninformation mit VV-Antwortbogen - Dubioser Arbeitsvermittler (1 Betrachter)

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Claudia72

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Gestern ist mir von meinem fleissigen Arbeitsvermittler mal wieder eine Stelleninformation mit VV-Antwortbogen ins Haus geflattert. Es handelt sich um eine Stelle als Helfer.

Als Arbeitgeber steht dort "Arbeitsvermittlungsbüro", sonst nichts. Bei den Kontaktdaten steht dort zwar ein Name und eine Adresse. Bei E-Mail steht eine GMX-Adresse. Über sein Unternehmen bzw. seinen Namen finde ich nichts im Internet, keine Website, nix. Hat aber in der Jobbörse über 150 "Jobs" zu vergeben :biggrin:
Der Herr wünscht im Voraus einen telefonischen Erstkontakt und möchte die Angabe einer Telefonnummer "unter der man auch erreichbar ist" (wie schade das ich keines habe). Zudem möchte er die Kopie eines Vermittlungsgutscheines (sowas hab ich auch nicht). Dem ganzen setzt er noch die Krone auf, indem er auffordert ein privates Führrungszeugnis (für eine Helferstelle mit Akkordarbeit!!!) zu beantragen und bei Arbeitsantritt vorzulegen.

Wie würdet Ihr weiter vorgehen? Muß ich vor jemandem über den ich nichts weiß und solche Stellenangebote reinstellt die Hosen runter lassen, sprich meine Bewerbungsunterlagen senden? Soll ich jetzt einen Vermittlungsgutschein beantragen (bekommt man den überhaupt so einfach)? Wie komm ich aus der Nummer sanktionsfrei raus?

Ach ja, hinzufügen sollte ich noch das der Gute 800km weit entfernt von mir sitzt, also mir da schnell mal ein Bild vor Ort machen geht leider auch nicht.
 

Texter50

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Neue Regelung zum Vermittlungsgutschein siehe #1:

https://www.elo-forum.org/afa-jobcenter-optionskommunen/89501-vermittlungsgutschein-neuregelungen-01-04-2012-a.html#post1090097

Weiter gilt - besonders für Deinen Krauter :biggrin: :
Seit dem Beginn des Jahres 2013 ist es endgültig: mit dem AVGS dürfen nur noch Personalvermittler beauftragt werden, die eine Zertifizierung nachweisen können. Viele kleine Arbeitsvermittler dürften damit ihren Betrieb eingestellt haben und nun selbst ein Fall für die Bundesagentur für Arbeit geworden sein…
Kann er die Zertifizierung überhaupt vorweisen?

Ne böse Falle wäre es wenn:
Anders gesagt: die teuren Zertifizierungsgebühren machen nur für größere Vermittler Sinn, Ein-Mann-Unternehmen (die kein Fall für die Arbeitsagentur werden möchten) werden sich diesen nun eben als Freelancer andienen. Im Prinzip führen sie ihre Geschäfte ganz normal weiter, nur die Abrechnung des AVGS wird eben über einen Dritten, d.h. den zertifizierten Mittelständler erfolgen.
Da Du keinen Gutschein hast, wäre das ein schöne Verzögerungsmöglichkeit.
Achtung: Auch beim PAV gilt es, so denke ich, sich auf eine bestimmte Stelle zu bewerben?
 

Fritz Fleißig

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Eine "Stelleninformation" ist kein Vermittlungsvorschlag, auch wenn ein entsprechender Antwortbogen dabei sein mag. Eine RFB war wahrscheinlich auch nicht dabei.

Vermutlich steht sinngemäß dabei, daß man dich auf eine Stelle aufmerksam machen will, die nicht von der Arbeitsagentur betreut wird (typisch für reine Stelleninformationen).

Bei einem verbindlichen VV ist dieser als solcher gekennzeichnet und trägt meistens eine Formulierung wie "ich freue mich, Ihnen nachfolgende Stelle vorschlagen zu können". Genauso ist dann immer eine RFB für den Fall der Nichtbewerbung aufgedruckt.

Und wie immer der Standardhinweis: der Zugang von VV muß von der Arbeitsagentur im Streitfall nachgewiesen werden, was bei einem einfachen Brief unmöglich ist.
 

Claudia72

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@Texter50: Danke für den Beitrag, der sicher nicht nur für mich sehr aufschlußreich war.

Eine "Stelleninformation" ist kein Vermittlungsvorschlag, auch wenn entsprechender Antwortbogen dabei sein mag. Eine RFB war wahrscheinlich auch nicht dabei.

Vermutlich steht sinngemäß dabei, daß man dich auf eine Stelle aufmerksam machen will, die nicht von der Arbeitsagentur betreut wird (typisch für reine Stelleninformationen).
OK, ich weiß auf was Du hinaus willst. Aber wie soll ich mich Deiner Meinung nach jetzt nun verhalten, nicht bewerben? Kriegt mein Arbeitsvermittler mit, wenn ich mich dort nicht beworben habe und bombadiert mich dann noch mehr mit LugoBetrugo Stelleninfos? Noch anmerken möchte ich, dass ich diese Standard-EGV unterschrieben habe. Sicher das ich nicht sanktoniert werden kann? Ich bin Patentante von 8 Neffen/Nichten (keine Angst die Etern sind alle in Arbeit). Eine Sanktionierung vor Weihnachten kann ich mir nicht leisten :biggrin:
 

Fritz Fleißig

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Entscheidung mußt du selber treffen. Was ich machen würde, wenn die Stelle sowieso nichts taugt: Schreiben abheften, nie erhalten, fertig. Bei einer reinen Stelleninformation, die kein VV ist, bist du dazu sowieso nicht verpflichtet.

Was du als EGV unterschrieben hast oder nicht (hier wäre auch noch nach Rechtskreisen SGB III und SGB II zu unterscheiden), wissen wir nicht. Eine "Standard-EGV" gibt es nicht.
 

Couchhartzer

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Sicher das ich nicht sanktoniert werden kann?
Ziemlich sicher sogar, weil es eben KEIN offizieller Vermittlungsvorschlag (so deine Eigenangabe) sondern lediglich eine Stelleninformation (folglich sowas ähnliches wie ein Werbeflyer vom Pizzaservice) ist.
Und du wirst ja wohl nicht von jeden Pizzawerbeflyer sämtliche Pizzen kaufen wollen, aus Angst, dass irgendein Fantast dir ankündigen würde dich sonst möglicherweise in eine Regresspflicht wegen Geschäftsschädigung zu nehmen, wenn du es nicht machst. :wink:

Außerdem ist auch das Nachfolgende zusätzlich ein guter Grund:
Zudem möchte er die Kopie eines Vermittlungsgutscheines (sowas hab ich auch nicht)
denn was du nicht hast kannst du nicht nutzen.
 

Claudia72

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Ziemlich sicher sogar, weil es eben KEIN offizieller Vermittlungsvorschlag (so deine Eigenangabe) sondern lediglich eine Stelleninformation (folglich sowas ähnliches wie ein Werbeflyer vom Pizzaservice) ist.
Und du wirst ja wohl nicht von jeden Pizzawerbeflyer sämtliche Pizzen kaufen wollen, aus Angst, dass irgendein Fantast dir ankündigen würde dich sonst möglicherweise in eine Regresspflicht wegen Geschäftsschädigung zu nehmen, wenn du es nicht machst. :wink:
Bäääääm. Volltreffer :biggrin: Ich denke, dass ich mit meiner auf Olivenholz gebackenen Pizza Magherita ganz gut mit dem Da Michele in Napoli mithalten kann. Bei den Pizzawerbeflyern krieg ich schon beim anschauen Brechreiz. Die schmeiß ich immer gleich weg.

Danke für Deine Auskunft.
 
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