Stay Behind - Agenten sterben einsam

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Paolo_Pinkel

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Im Luxemburger Bombenleger-Prozess wurde am Dienstag der bislang wohl spektakulärste Zeuge Andreas Kramer vernommen. Der Duisburger Historiker hatte vor einigen Wochen u.a. den deutschen Bundesnachrichtendienst in einer eidesstattliche Versicherung belastet, in den 1980er Jahren in inszenierte Terroranschläge verwickelt gewesen zu sein. Kramers Vater, Johannes Karl Kramer, sei beim BND ein Strippenzieher gewesen, der mit dem damaligen Leiter des Luxemburger Geheimdienstes SREL Bombenanschläge geplant habe, um die Bevölkerung auf einen Rechtsruck einzuschwören.
==> Stay Behind - Agenten sterben einsam | Telepolis
 

Paolo_Pinkel

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BND-Schattenmann Kramer in tödlicher Mission?

Markus Kompa 16.04.2013
Interview mit dem Stay-Behind-Forscher Daniele Ganser zu den aktuellen Enthüllungen in Luxemburg

Letzte Woche belastete der Zeuge Andreas Kramer vor einem Luxemburger Gericht seinen verstorbenen Vater, den offenbar für den BND tätigen Johannes Karl Kramer, in den 1970er und 1980er Jahren Drahtzieher der scheinbar linksterroristischen Anschläge in Bologna, beim Münchener Oktoberfest und in Luxemburg gewesen zu sein. Der rechtskonservative Schattenmann Kramer soll dabei eigenmächtig Strukturen des von der NATO aufgebauten paramilitärischen Stay-Behind-Netzwerks missbraucht haben. Hierzu haben wir den Stay-Behind-Forscher, Historiker und Gründer des Swiss Institute for Peace and Energy Studies Dr. Daniele Ganser um seine Einschätzung gebeten.
==> BND-Schattenmann Kramer in tödlicher Mission? | Telepolis
 

roterhusar

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Wie passt das alles zu heute?
stay- behind, Gladio, NSU, alles Begriffe, für die es keine Nachweise gibt.
Das einzig Verlässliche ist das Blood and Honour Netzwerk mit seinem führerlosen Führungskonzept. Dazu zählt in D. Hoffmann mit seinen Wehrsportgruppen und verstorbener Anwalt Rieger
Was er da erzählt, fügt sich teilweise schon in die Geschichte der Nachkriegsnazis ein. Ob damit die jeweiligen Regierungen aus der Schusslinie gebracht weren sollen, oder was sonst?
 

Paolo_Pinkel

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BND und Gladio in Oktoberfestattentat verwickelt?

Marcus Klöckner 07.05.2013
Duisburger Historiker Andrea Kramer behauptet, sein Vater sei für den Anschlag mit verantwortlich gewesen

Sagt Andreas Kramer die Wahrheit? War sein Vater für das Attentat auf dem Münchner Oktoberfest aus dem Jahr 1980 verantwortlich? Wenn es stimmt, was der Duisburger Historiker derzeit erzählt, dann steht der Bundesrepublik ein gewaltiger Skandal bevor. Telepolis berichtete bereits ausführlich über Kramer und seine Rolle in dem derzeit in Luxemburg stattfindenden Bommeleeër-Prozess (Bombenleger), bei dem zwei ehemalige Polizisten, die Mitglieder einer Spezialeinheit der Luxemburger Polizei waren, angeklagt sind (Stay Behind - Agenten sterben einsam, BND-Schattenmann Kramer in tödlicher Mission?). Ihnen wird zur Last gelegt für diverse Anschläge auf Infrastruktureinrichtungen, die vor beinahe 30 Jahren in Luxemburg verübt worden sind, verantwortlich zu sein.
==> BND und Gladio in Oktoberfestattentat verwickelt? | Telepolis
 
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Minimina

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Das bemerkenswerte an diesem Prozess ist ja, dass er in Luxemburg überhaupt geführt wird.

Vorher und in Deutschland wurden viele Geheimdienstoperationen mit BND/Gladio/Stay-Behind mit Hilfe der deutschen Justiz unter den Teppich gekehrt, wie z.B. im Fall des Generalstaatsanwaltes Buback, dessen Sohn Michael den Fall noch mal aufrollen ließ, um die wirklichen Strippenzieher der RAF ans Tageslicht zu zerren.

Becker-Urteil: Die vergebliche Mission des Michael Buback | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

DAS geht in unserem Land natürlich nicht.

LG MM
 

roterhusar

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Du spielst an auf Ex- RAF Horst Mahler, der später bei den Nazis zu finden ist. Warum auf einmal die linksradikale RAF mit Geheimagenten gemeinsame Sache gemacht haben sollen?
Das ist die übliche Gleichsetungsschublade Linke == Rechte; gähn.

Du magst das entzückend finden.
 
M

Minimina

Gast
Du spielst an auf Ex- RAF Horst Mahler, der später bei den Nazis zu finden ist. Warum auf einmal die linksradikale RAF mit Geheimagenten gemeinsame Sache gemacht haben sollen?

Wozu verlinke ich eigentlich. Wenn Du nicht liest worauf ich "anspiele", dann solltest Du Deine Schlussfolgerungen sein lassen.

Ich spiele auf Verena Becker an, die mit grosser Wahrscheinlichkeit die wahre Schützin auf Buback und seinen Chauffeur war und mit ebenso grosser Wahrscheinlichkeit im Dienste eines oder meherer Geheimdienste stand/steht. Wirklich heraufinden werden wir das wohl nicht.

Das ist die übliche Gleichsetungsschublade Linke == Rechte; gähn

Du magst das entzückend finden.

Nicht das ich das tun würde. Also gleichsetzen oder entzückend finden. Heiss ja nich Snorre.

Wenn ich die da oben mit Machtfantasien wäre, wäre mir jede Seite recht die ich für meine Zwecke benutzen könnte.

Andererseits ein ausgeglicherner Geist kennt keine Seiten oder Farben oder Ideologien für die er sich entscheiden muss.

LG MM
 
E

ExitUser0090

Gast
Die offizielle Darstellung, an der es ohnehin genügend Zweifel gibt, ist ein Märchen. Der Terrorakt war eine gezielte und lange vorbereitete Aktion des Bundesnachrichtendienstes, für den mein Vater gearbeitet hat und in dessen Auftrag er auch gehandelt hat.
Der Einsatz der Bombe sollte dazu beitragen, dass in der westdeutschen Bevölkerung eine Stimmung erzeugt wurde, die eine politische Abwahl der Regierung von Kanzler Helmut Schmidt herbeiführte. Franz Josef Strauß stand schon als Kanzlerkandidat der CSU bereit. In Westdeutschland wurde die klassische „Strategie der Spannung“, wie etwa auch in Italien, angewendet.
Spricht Bände und dann macht auch Onkel Schmidts Aussage in diesem "Zeit" Interview von 2007 Sinn:
ZEIT: Gab es denn eine besondere Form des Terrorismus in Deutschland durch Baader, Meinhof und die anderen?
Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.
ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?
Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.
Seite 7 von 7 | Deutscher Herbst: »Ich bin in Schuld verstrickt« | Dossier | ZEIT ONLINE
 
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Minimina

Gast
Spricht Bände und dann macht auch Onkel Schmidts Aussage in diesem "Zeit" Interview von 2007 Sinn:
Zitat:
ZEIT: Gab es denn eine besondere Form des Terrorismus in Deutschland durch Baader, Meinhof und die anderen?
Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.
ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?
Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.
Seite 7 von 7 | Deutscher Herbst: »Ich bin in Schuld verstrickt« | Dossier | ZEIT ONLINE
:icon_daumen: Boah. Danke für die interessante Info.

Man darf bei Michael Buback auch nicht vergessen, dass es hier um Jemanden geht, der aus einem erzkonservativen Haus stammt und der nicht so einfach als "Verschwörungstheoretiker" oder "Rechts-Links-Radikaler" abgestempelt werden kann.

Auch wenn M.B. keine Gerechtigkeit für seinen Vater erfahren hat, bin ich ihm sehr dankbar, dass er durch das Wiederaufrollen des Verfahrens, zumindest für mich wieder ein Stück der Staatsfratze gelüftet hat.

LG MM
 

Paolo_Pinkel

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Gladio in Luxemburg?

Markus Kompa 22.10.2013

Weitere Spur im Bommeleeër-Prozess

Schon über 76 Verhandlungstage dauert in Luxemburg der sogenannte „Jahrhundertprozess“ gegen zwei angeklagte ehemalige Elite-Polizisten, denen die Bombenserie im Großherzogtum Mitte der 1980er Jahre zur Last gelegt wird. Die beiden Angeklagten hatten sich gegenüber Kollegen mit Äußerungen in Verdacht gebracht, bei denen nun streitig ist, ob es sich um Flachs handelte, oder aber um ernst gemeinte Prahlerei mit den Taten. Die Elite-Einheit hätte damals von einem präsenten Feind profitiert, hätte also ein Motiv zur Inszenierung der offensichtlich mit Insiderwissen verübten Attentate gehabt.
==> Gladio in Luxemburg? | Telepolis
 

Roter Bock

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Es ist ein offenes Geheimnis, das es den "provozierenden Agenten" im Sold des Staatsschutzes gibt und gegeben hat.

Die Gefährdung wurde bewusst erhöht um jede Art der Freiheitseinschränkung im Nachgang zu rechtfertigen.

Die Methoden sind alt - uralt. So manche Waffe, so mancher Sprengstoff kam vom Staat selbst um hinterher das Kontrollpotenzial zu erhöhen.

Ich gehe hier gedanklich mal zurück in die 80er Jahre - zu meiner Heimat in eine hessische Großstadt und zu der WG deren Mitbewohner ich kannte. Und so mancher "Flüchtling" der Bundeswehr tauchte auch noch dort unter. Eine gute Gelegenheit "linke" WG's auszumisten. Wenn's morgens um 5 Uhr klingelte dann war es nicht immer der Milchmann.

Und hier und da gab es "Gestalten" die scheinbar saturiert und progressiv dynamisch im linken Einheitsdress am Tresen bestimmter "locations" lehnten und alles beschaffen konnten. Einige Zeit später waren die weg - keiner wusste wohin. Die hatten eine Schleifspur hinterlassen der die Polizei nur nachlaufen musste. Gelegenheit macht "Revoluzzer" und der Staat lieferte - notfalls auch mal ne Knarre - kein Problem.

Keine Verschwörung - Realität.

Roter Bock
 

Paolo_Pinkel

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