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Status als (teilzeit-)pflegender Angehöriger bei ALG2

Franz Pfaff

Elo-User/in
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Hallo Euch allen,

meine Situation ist folgende:
Mein Vater wird nach einem schweren Schlaganfall nun als Pflegefall aus der Reha entlassen und so richtig bewusst, was da alles auf mich zu kommt ist's mir noch immer nicht. Ich merke nur jetzt schon das es mich reichlich in Anspruch nehmen wird (ich habe auch mit meiner Mutter zusammen die Vorsorge- und Betreuungsvollmacht).
Auf jeden Fall ist angedacht, dass ich mir mit meiner Mutter zusammen die Pflege teilen will und ich definitiv mindestens sozusagen den Aussendienst übernehme (Besorgungen, Einkäufe, Behördengänge, Arztangelegenheiten und was weiß ich nicht noch alles da so kommt...)

Meine Frage ist nun:

Gibt's für mich als ALG2-Empfänger einen Status, der mir irgendwie gegenüber dem Jobcenter etwas den Rücken freihält, damit ich meiner (mindestens moralischen) Verpflichtung gegenüber meinen Eltern nachkommen kann (z.B. wenn irgendwelche Jobcentertermine/-Angelegenheiten von mir mit Terminen/Erledigungen meines Vaters nicht zu vereinbaren sind o.ä.)?

Kennt sich jemand von Euch mit so einer Situation aus?

Grüß Euch,
Franz
 
E

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Gast
Hallo Franz Pfaff,

Schau mal den SGB II §10 nach:

§ 10 SGB II Zumutbarkeit - dejure.org

Weiterhin geht das JC davon aus, das bei PS 0 und PS I

vollschichtig gearbeitet werden kann.

Bei PS II bis zu 6 Stunden

Bei PS III gar nicht.


Pflegende Angehörige bekommen grundsätzlich das volle Prozedere zu spüren, so war bisher mein Eindruck gewesen.

Die Zeiten sind schlicht unrealistisch, und selten mit einem Arbeitsverhältnis vereinbar. Aber(!) man kann sich wehren, das hängt dann ein wenig an Euch, also Deiner Mutter und Dir.

Welche Pflegestufe hat Dein Vater bekommen? Seid Ihr eine BG?
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Franz,

im allgemeinen wirst du ab Pflegestufe 2 (ich weiß bei Stufe 2 laut Definition immer noch bis 5 Stunden Erwerbstätigkeit zumutbar) so denn sie dein Vater hat und du die Pflege übernimmst in "Ruhe gelassen"...

So meine Erfahrung. Denn Pflegestufe 2 ist schon heftig...!

Und wer da sagt: 5 Stunden noch zumutbar den würde ich gerne mal "Verpflichten" einen Monat lang die Pflege zu übernehmen und extra noch 5 Stunden arbeiten zu gehen!

Und: Der zu pflegende Angehörige hat das Wahlrecht! Wenn er von dir und nicht von einem Pflegedienst gepflegt werden will ist das zu akzeptieren!



liesa
 
E

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Gast
Zitat: Pflegende Angehörige bekommen grundsätzlich das volle Prozedere zu spüren, so war bisher mein Eindruck gewesen.


Kann ich nicht teilen....!

Ich habe meinen Vater viele Jahre mit meiner Mutter in der Pflegestufe 2 gepflegt.

Die Vorlage des Pflegebescheides Stufe 2 reichte aus um den "Rücken" frei zu haben.

War aber eine Optionskommune.

Allerdings: Meine Mutter hat dabei selber letztendlich ihr bisschen Gesundheit ruiniert...! Pflege zuhause ist kein Spass....Physisch wie Psychisch extrem belastend....!!!

Viel Kraft wünsche ich dir...!!!


liesa






liesa
 

Franz Pfaff

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Danke für die schnellen Antworten!!!

Nein, eine BG sind wir nicht. Habe 'nen eigenen Hausstand.

Seitens der Reha-Klinik wurde bereits eine vorläufige Pflegestufe beantragt. Eine endgültige Pflegestufe ist aber nicht festgestellt, was wohl auch noch was dauern wird, da mein Vater bald nochmals operiert werden muss (die Halsschlagader muss frei gemacht werden) und er ja wohl erst einige Zeit zuhause gepflegt werden muss um den Pflegeaufwand feststellen und dokumentieren zu können (wenn ich dies bis jetzt richtig verstanden habe...).
 
E

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Gast
mein Sohn hat PS 2, ich bin auch u.a. deswegen aus der Arbeitsvermittlung raus, allerdings hat er noch den Zusatz mit erschwerter Alltagsbetreuung (weiss grad nicht wie das genau heisst).
befürchte allerdings, da sich der TE mit seiner Mutter die Pflege teilt, wirds denn heissen, dass seine Mutter ihm vertreten soll, wenn er verhindert ist.
 

Franz Pfaff

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Hallo Marion63,
genau so eine realitätsferne Aussage befürchte ich auch. Tatsache aber ist, das mein Vater definitiv nicht ohne direkte,permanente Aufsicht bleiben und nur ich den Aussendienst übernehmen kann (meine Ma ist schließlich nicht mehr die Jüngste, hat z.B. auch keinen Führerschein, ÖPNV kostet zuviel Zeit und Geld). Es gibt sonst einfach niemanden, der dies alles erledigen könnte.
Könntest Du mir ev. noch den genauen Wortlaut der "erschwerten Alltagsbetreuung" mitteilen, damit ich mich dahingehend mal schlau machen könnt?

VG Franz
 
E

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Gast
Du brauchst doch nur dem JC oder der AFA mitteilen das du jeden Tag zu deinen Eltern fahren musst um die Pflege deines Vaters sicherzustellen da deine Mutter selbige aus Altersgründen gar nicht alleine bewältigen kann.

Das du auch noch nebenbei alle Besorgungen übernehmen musst ist doch naheliegend. Und in dieser Zeit passt eben deine Mutter auf deinen Vater auf.

Aber erst mal kommt ja noch die Begutachtung durch den MDK. Also erstmal abwarten...da habe ich Sachen erlebt...!!!


liesa
 

Franz Pfaff

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Hi EMRK, die Arbeiten die dieser übernimmt (Waschen, Windeln wechseln etc.) macht meine Ma wohl besser, weil sorgfältiger und würde sie auch nur für ein paar Minuten am Tag entlasten. Mir wäre dadurch sicher nicht geholfen...:icon_kinn:
 

Franz Pfaff

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Hallo liesa,
dem JC einfach was mitteilen? Habe selten erlebt das dies diesen netten Mitmenschen genügt...und was unsereinem naheliegt, entzieht sich doch meistens deren Lebenshorizont.

Was Deine Aussage zur Begutachtung des MDK's betrifft:
Du nährst meine schlimmsten Befürchtungen!

VG Franz
 
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Gast
Stimmt, ein Pflegedienst kommt 3 mal am Tag und die andere Zeit muss man alleine sehen wie man klar kommt!

Was den MDK betrifft könnt ihr nur abwarten auf den Bescheid und ggf. dann unbedingt das Gutachten anfordern!

Ab nächstes Jahr soll ja die Einstufung im Zuge der Pflegereform nicht mehr nach diesen Zeitvorgaben stattfinden was längst überfällig ist...!!!


liesa
 
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Gast
Hallo Marion63,
genau so eine realitätsferne Aussage befürchte ich auch. Tatsache aber ist, das mein Vater definitiv nicht ohne direkte,permanente Aufsicht bleiben und nur ich den Aussendienst übernehmen kann (meine Ma ist schließlich nicht mehr die Jüngste, hat z.B. auch keinen Führerschein, ÖPNV kostet zuviel Zeit und Geld). Es gibt sonst einfach niemanden, der dies alles erledigen könnte.
Könntest Du mir ev. noch den genauen Wortlaut der "erschwerten Alltagsbetreuung" mitteilen, damit ich mich dahingehend mal schlau machen könnt?

VG Franz
dann müsste er den Zusatz zur Pflege bekommen, zum einen die zusätzlichen Betreuungsleistungen, das sind entweder 100 Euro oder 200 Euro zusätzlich. da könnt ihr euch denn jemanden nehmen, muss aber von einer zugelassenen Stelle wie Caritas oder Pflegedienst sein.
dann gibt es noch ein Betreuungsgeld in Höhe von ca. 70 Euro für die pflegebedürftigen die nicht alleingelassen werden können, aufgrund Eigen-und Fremdgefährdung.
ganz wichtig ist, vor dem Besuch des MDKs ein Pflegetagebuch über mehrere Tage, am besten mindestens eine Woche lang führen und die Pflegezeiten aufschreiben. meist kommt mehr zusammen, als man selbst gedacht hat. ebenso die pflegeerschwerenden Faktoren mitdokumentieren. und keine Scham, es gibt denn vom MDK auch etwas delikate Fragen, wie bspw. Thema Toilette. wenn dein Vater da Hilfe und Pflege braucht, das auch sagen und nicht, er geht noch selbst zur Toilette.
und holt euch am besten jemand von einem Pflegestützpunkt etc dazu.

Sans Souci - Pflegebedürftig, was tun?
auf der Website findest du etliches Infomaterial.
 

Franz Pfaff

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Ich denke ich werd mal ein Schreiben ans JC aufsetzen in dem ich auf meine neue Situation aufmerksam mache, diese schildere, den §10 SGB2 einfliessen lasse und füge noch Kopien der auf mich laufenden Vorsorge- und Betreuungsvollmacht meines Vaters bei. Mal schauen was dann passiert....

VG Franz

PS: @Marion63: Danke für Deine Hinweise! Werden wir so machen und keine Sorge: diese Art von falscher Scham hab ich mir schon lange abgewöhnt!
 
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