stand märz 2010 in einer kleinen stadt im südwest

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Gast
hallo zusammen,

ich möchte euch das nicht vorenthalten was ich soeben erfahren habe: in meiner heimatstadt im südwesten mit ca. 33 000 EW (seit ca. 3 jahren schwer rückläufig) leben allen ernstes 11 500 menschen von hartz4!

wie dramatisch die lage ist erfahre ich heut zum ersten mal über echte zahlen, vorher waren es meist nur schätzungen von linken und grünen, ansonsten funkstille.

ich bin hier aufgewachsen und es war eigentlich lange zeit eine friedliche und blühende kleinstadt. seit ich vor 8 jahren hierher zurückkehrte hat sich das dramatisch verändert, firmen waren komplett verschwunden, läden dicht (eigentlich die halbe fußgängerzone). ausser apotheken, brillengeschäften und 2 oder 3 geschenkelädchen gibt es hier nücht. 3 oder 4 damenboutiquen und männer gehen leer aus. d. H. für ein paar herrensocken muß man schon 10 km fahren:biggrin:. ein paar discounter das wars.

früher gab es hier einige große fabriken und stahlverarbeitende betriebe (mit einem war ich schließlich auch familiär verbunden). nichts mehr alles weg! rechtsradikale machen sich hier breit, und finden auch noch ihre stammtischklientel die nach hitler, arbeitslagern für hartz4 empfänger plärren. und vergessen wo sie wohl hier am ***** der welt gelandet sind, und woher ihre lausigen renten und nichtvorhandenen arbeitsplätze herkommen.

himmel herrgott hier gibt es nichts, nicht mal hoffnung. hier lebt jeder 3te von hartz 4!:icon_dampf:

letztens hab ich das einem freund per mail geschrieben, jetzt mal dem ganzen forum und dem rest der da draussen mitliest. in einer kleinen fast leerstehenden einkaufspassage hängen sie ab, die überflüssigen, die ungebrauchten, sie rauchen, trinken, pöbeln oder schnorren auch mal und wärmen sich dort auf. ich hab dort auch mal eine zeit fleyer verteilt, zur mitarbeit konnt ich allerdings niemanden gewinnen. dort schlummert ein anderes potential, das der wut. und ich kann es ihnen nicht verdenken auch wenn sie mir angst machen. ich parke dort von zeit zu zeit im parkhaus, ich muß durch die kleine passage dafür. wisst ihr was dort am 9. februar los war? am tag des urteils vom BVerG? Randale! schlägereien, autos haben gebrannt, mülltonnen, wer nicht aufpasste bezog dort prügel, egal wer: junge, alte, frauen, alle! nein das waren keine rechten schläger, sondern einfach ELOs ohne jede perspektive, ohne job, ohne je gelernt zu haben sich gegen die tagtägliche repression und allgegenwärtige hetze zu wehren. ich glaube nicht das irgendeiner von denen je auffällig geworden wäre wenn er menschenwürdig behandelt würde. aber so?

ich hatte angst an dem tag dort, ich wollte ich wäre woanders gewesen, aber ich hab inzwischen den vorgeschmack was einmal hier abgehen wird. ich fürchte mich vor denen, deren position ich eigentlich vertrete. ein echtes paradoxum. und diese gesellschaft die das möglich machte hat es in meinen augen nicht anders verdient, auch wenn ich angst hab vor dem was da kommen sollte.

liebe grüße von barbara
 
E

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Gast
Du hast völlig Recht, es ist beklemmend, erschreckend. Deine Stadt ist sicher keine Ausnahme. Typisch deutsch, scheint mir. Ewig lange wird sich weggeduckt. Protest und Widerstand .... Fehlanzeige. Irgendwann entlädt sich dann die Frustration ohne Ziel, Hirn und Verstand. Nicht die Argen brennen, nicht die Villen der korrupten "Elite". Die Wut arbeitet sich an denen ab, die gerade in der Nähe sind. So sind wir halt, wir Deutschen, ... erbärmliche Versager. :icon_kotz2:
 

wolliohne

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Hi Barbara,

es brodelt, erschreckend wie es einmal im ganzen Land aussehen könnte.

Von den städtischen Verantwortlichen und der örtl.Presse sicher todgeschwiegen bzw.ignoriert?

wie wäre es mit Report Mainz, Monitor,Panorama oder Frontal 21
etc.
 
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hallo wolli,

dafür intressiert sich das fernsehen leider nicht, für die ganzen anderen kleinen städte, in denen es auch nicht besser zugeht auch nicht. früher waren hier große stahlverarbeitende betriebe und zechen, das militär und schuhfabriken. seit den 80ern hat sich diese entlegene region nie mehr erholt, seit die großen arbeitgeber weg sind oder schlicht zugemacht wurden. diese region wird auf dauer sterben. was eben miteinhergeht ist der rasante verfall, brücken können nicht mehr saniert werden, also sperrung, kaputte straßen, häuser die zu ruinen verkommen, gegenden in die man besser nicht gehen sollte. messerangriffe zur besten tageszeit vormittags um 11 00 uhr an einer vielbefahrenen straße, wohnungseinbrüche tagsüber. immer wieder extreme gewaltausbrüche. ganze stadtteile sind NGOs areas.

das ganze wird übertünscht mit einem outletcenter - sorry ich kaufe keine jogginghose für 100€, auch keine reduzierte für 50€ -
für die schnäppchenjäger schickeria, die 2 mal wöchentlich per billigflug hergekarrt wird. und sich im anschluß in der minigolfworld bei nachtlicht als römer verkleidet amüsieren darf. dieser zirkus hat natürlich ein paar minijobs geschaffen , und ZAs versorgen die luftnummer mit billigem arbeitsvieh. dies wird selbstredend als erfolg verkauft. nun ja eine sanktion wär noch härter, wissen wir ja....

ich möchte wetten es gibt noch viel mehr regionen in denen es so aussieht.

liebe grüße von barbara
 

Silvia V

Redaktion
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ich möchte wetten es gibt noch viel mehr regionen in denen es so aussieht.

Die Wette hast Du schon gewonnen.Wenn es hier zur Sache geht,dann wird es böse.
Ich möchte dann nicht zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort sein.
Es gibt schon jetzt einige Ecken,da sollte man sich nach 21 Uhr nicht mehr allein aufhalten und das in einer Kleinstadt mit gerade mal 20.000 Einwohnern.
Die Perspektivlosigkeit zerfrisst die Menschen und irgendwann haben sie dann nichts mehr zu verlieren.
 

Helga Ulla

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Das geht schon seid längerm auch so in den kleinsten Gemeinschaftort, dem Dorf so zu.
Es wird erst einem als Dorfsanierung, soll ja alles besser werden, verkauft. Dann bleiben die neuen Anbieter weg.

Hier im Dorf, hatten wir vor 10 Jahren noch, 1 Bäcker, 1 Frisörladen, 1 Fleischer, 1 Bekleidungshaus, 1 Gemischtwarenhandel, 1 Fahrradhandel und 1 Tankstelle. 3 Baubetriebe, 1 Autohaus. Zudem noch eine kleine Bankfiniale, Postnebenstelle sowie 1 Bahnhofgastätte und 2 weitere kleine Dorfkneipen.

Da die Bahnstrecke an einem Knotenpunkt nach in dreilei Richtungen liegt, hatten alle ein Auskommen. Nur die Schliessungen der Bank, Post und den kleinen Läden, ist nichts mehr hier, außer dem Bahnhof.
Die Bahnhofsgaststätte hat nun vor Monaten als letztes geschlossen, seid dem kann man alles vergessen.

Dort kann man sich auch abends nicht mehr blicken lassen, weil die
Ausbauung und Trassen und Tunnelführung der Bahn dazu geführt hat, das sich dort in den Tunnels die Jankys, Obdachlosen, und auch ganze Banden aufhalten.
Das führt dazu, das behinderte Menschen die bei der Bahn, den Aufzug nutzen wollen oftmals von Polizei und Feuerwehr dort herausgeholt werden, weil sie von diesen bedroht, oder festgehalten werden.

Somit wurde die Infrastruktur innerhalb weniger Jahren kurzfristig total zerstört.
 
E

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hallo ihr lieben,

eigentlich ist es genau so wie ich es mir dachte, es gibt noch viele kleinstädte mehr, wo genau dasselbe passiert. nicht nur im osten, sondern überall in tradiionell schwachen regionen. die erste größere stadt die hier pleite ist saarbrücken. da geht nix mehr. die kleinen sind schon lange zu hungerleidern verkommen in saarpfalz.

wenn auch noch die gewerbesteuer wegfällt, frag ich mich wo das endgültig hinführen soll. umtriebige immobilienhändler kaufen auf zu billigstpreisen und sanieren kalt :biggrin:. investiert wird freilich nichts, lediglich EU geld abgegriffen für die briefkastenfirma.

polizeistationen sind hoffnungslos unterbesetzt. ich kam letztens nur auf die abgesperrte wache nachdem ich meinen pass an die scheibe geklatscht habe. ich wollt was wissen und niemanden erschießen...

vor einigen jahren war es noch so. ein einbruch oder gar mord waren ein entsetzliches verbrechen, das hier jeden in angst und schrecken versetzte. heut passiert alle 4 wochen einer, oder mal wieder eine schwere körperverletzung, misshandlung, vernachlässigte kinder, hehlerei. man ist froh wenn es einen selbst nicht trifft, aber die verbrechensrate ist hier explodiert, im gegensatz zu 1990. es sind hier wenig migranten auf die man das alles schieben könnte, ohne russisches taxenunternehmen gäbe es hier sonst gar kein taxi mehr, mal als beispiel. grad gestern wurd auf dem glände einer ZAF wieder eine tote frau gefunden.

wie kann unsere politik all das nur tolerieren? ich bin etwas ratlos!

liebe grüße von barbara
 

haef

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Hi Barbara,

es brodelt, erschreckend wie es einmal im ganzen Land aussehen könnte.

Von den städtischen Verantwortlichen und der örtl.Presse sicher todgeschwiegen bzw.ignoriert?

wie wäre es mit Report Mainz, Monitor,Panorama oder Frontal 21
etc.

wie soll Öffntlichkeit hergestellt werden, wenn noch nicht einmal hier bekannt ist um welche Stadt es sich handelt?
Das ist keine Kritik, Barbara wird ihre Gründe? haben, lediglich eine Feststellung.
Aber so kommen wir letztlich nicht weiter, denn wie Du richtig bemerkst wird die Stadt, Politik und Verwaltung, kein Interesse daran haben, das auch nur irgendwo erwähnt zu sehen.
Aber wir? Als Gradmesser sozialer Unruhen?

fG
Horst

fG
Horst
 

haef

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ganze stadtteile sind NGOs areas.

das wäre ja schön :icon_twisted: - NGO=Non-Governmental Organization=Nichtregierungsorganisation

aber "NoGo areas" (Recht des Stärkeren; Faustrecht) sind leider nicht zum Schmunzeln oder Lachen (hoffe du verzeihst mir) sondern, wie Du beschreibst, die Folge von Perspektivlosigkeit als Folge hoher Arbeitslosigkeit, Rückzug sozialer und Ordnungs- Institutionen und Vernachlässigung der Infrastruktur.

Die Konsequenz? Beispiel USA, mit dem Abbau der staatlichen Transferleistungen (70er - 80er im Sozialbereich, nicht die Spitzengehälter :biggrin:) ging die Inanspruchnahme, auch durch Rausschmiß, drastisch zurück.
Im exakt gleichen Umfang stieg zahlenmässig die Kriminalität i.w.S. und die Unterbringung in Gefängnissen.
Trotz des Baus neuer Gefängnisse sind diese chronisch überbelegt und spätestens mit der Privatisierung auch deutlich billiger, wenn man, wie beim Atomstrom, Bau und Folgekosten einfach nicht rechnet.
Auch eine Möglichkeit Arbeitslosigkeit etc. pp. zu bekämpfen.

fG
Horst
 

Volker

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aber "NoGo areas" (Recht des Stärkeren; Faustrecht) sind leider nicht zum Schmunzeln oder Lachen (hoffe du verzeihst mir) sondern, wie Du beschreibst, die Folge von Perspektivlosigkeit als Folge hoher Arbeitslosigkeit, Rückzug sozialer und Ordnungs- Institutionen und Vernachlässigung der Infrastruktur.

Ist doch noch gar nichts zu Italienes Süden. Da gibs ganze Stadtteile
und Dörfer die stehen unter der Fuchtel der Mafia. Wenn wer mal da
reingeht, zum Beispiel zum Filmen einer Dokumentation, also nicht
berauschendes, der kriegt nee Polizei Armee mit. Das scheint mir
teilweise schlimmer als in Irak oder Afghanistan zu sein.

30 km von Stuttgart weg, ich fass es nicht... :eek:

Gruss
 

haef

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Ist doch noch gar nichts zu Italienes Süden. Da gibs ganze Stadtteile
und Dörfer die stehen unter der Fuchtel der Mafia. Wenn wer mal da
reingeht, zum Beispiel zum Filmen einer Dokumentation, also nicht
berauschendes, der kriegt nee Polizei Armee mit. Das scheint mir
teilweise schlimmer als in Irak oder Afghanistan zu sein.

30 km von Stuttgart weg, ich fass es nicht... :eek:

Gruss

das sind aber, seit jeher, andere Umstände und Ursachen, und, zugegebenermaßen sehr zynisch, sorgt die Mafia i.d.R. besser für die Mitglieder ihrer "ehrenwerten Gesellschaft".
Obgleich, anders betrachtet, ist es doch wieder dasselbe. auch hier sorgt ja "unsere Mafia" der Polit-, Wirtschafts- und Entertainmentklasse für ihre Mitglieder.

fG
Horst
 

wolliohne

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hm,Metzingen bei Stuttgart hat Barbara aus der Pfalz sicher nicht gemeint.

habe ne eigene Rubrik zum Sammeln dafür angeregt.
 

reidi

Neu hier...
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hallo frettchen ich kenne diese kleinstadt,liegt nicht weit von uns entfernt,haben ca. 50000 einwohner und bei uns ist es genau das selbe.
hier gibt es stadtteile in die man nur noch gehen kann wenn man mehrere personen ist.
 
E

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hallo ihr lieben,

nein metzingen bei studtgart ist es nicht, sondern in der saarpfalz, andere ecke :icon_smile:. wenn stadtverordneter aber metzingen meint, dann scheinen die hiesigen verhältnisse dort ähnlich zu sein :icon_sad:.

das mit der NGO war mir nicht ganz klar, die schreibweise. aber danke für den hinweis, ich werde ihn in zukunft beachten.

hallo reidi, ja dann weiß ich auch woher du kommst. und ja dort sieht es noch schlimmer aus. das phänomen, ist hier grausame realität, nicht nur in meiner heimatstadt, sondern in der gesamten region. wobei hier bei mir auch immer wieder in "luxus" investiert wird, von dem die einheimischen schlicht nichts haben, nicht mal einen anständigen lohn (siehe billigflug gruppe mit flugbegleitern um die 650€ brutto!) wieviel personal braucht man um einen "DOZ" laden (outlet) zu unterhalten? einen festen von der ZAF für 30 stunden und 3 oder 4 400€ kräfte. die gewerbesteuer ist natürlich schwer ermäßigt, weil sonst der DOZ sich in einen wanderzirkus verwandelt. maximaler profit, selbstredend.

ein zum hotel ausgebautes kloster, ständig von Ein-Euro-Jobbern saniert (die Ein-Euro-Jobber natünlich wegen des denkmalschutzes:biggrin:) und wer dort im service ist rennt barfuß in einer mönchskutte rum und soll bitte auch noch wegen der autentiät die heiligen böden des konsums auf knien schrubben. zum dumpinglohn, versteht sich...

pferdegalas (ich reite selbst, nur am rande) in einem ehemaligen staatlichen gestüt das jetzt privatisiert ist, und anscheinend nur mit remidemi für betuchte (die oftmals nicht reiten können) zu halten ist. der misthaufen mitten in der stadt stinkt zum himmel! eine drittklassige FH wo es sogar einen lehrstuhl für startrek gibt (es gibt tatsächlich 2 dozenten dafür mit doktortitel!) also wo ist da die dekadenz?

minigolf bei schwarzlicht, in verschiedenen spielewelten, incl. cocktails und entsprechender verkleidung für die lumpeneliten. da gabs mal einen film (silkon world), so darf man sich das vorstellen.

die andere seite: mal wieder ein großer drogendealerring hochgenommen. letzten monat eine 73 jährige in ihrer wohnung erschlagen, wegen 300€. ein toter säugling, ausgesetzt. eine 14 jährige türmt aus dem mutter-kind haus und lässt ihr kind einfach zurück....einbrüche sogar in kindergärten. dort wo ich früher mal wohnte (meine erste kleine wohnung von meinen eltern gesucht) haben viele junge und alte gelebt, hübsche altbauten mit rosen vor der türe und wiese mit wäscheleine hinter dem haus. im sommer saßen dort alle beinander zum grillen oder federballspielen, es war gemütlich und mit 20 fühlte man sich sehr gut aufgehoben, wenn man noch etwas unsicher ist. heute ist es NoGo, die hinterhöfe vermüllt, die klappläden dienten wahrscheinlich als feuerholz. immer wieder schlägereien in den unterführungen wo man zu den schrebergärten hingelangte. ja früher war das richtig schön und bezahlbar für studenten und alte omis.

nun jetzt sind fertiggestellt neue behindertengerechte wohnungen, toll! hurra! ja wenn mann/frau mal jeden monat 700€ kaltmiete abdrücken kann für 70 qm rollstuhlgerecht. die meisten behinderten haben doch nicht mal soviel rente, soweit ich das beurteilen kann. das GruSi amt und die arge verweisen da lieber auf 285€, eh voll großzügig was? zu meiner verwunderung fand ich letztens in meiner garage ein mir fremdes motorrad vor (das war der grund warum ich auf der polizeiwache war) es hatte sich dann geklärt. es gehört einem jungen mann, der hat es dort eingestellt damit es ihm nicht geklaut wird, den zettel mit der bitte und dem angebot 10€ im monat zu zahlen hat ich nicht gesehen. 2 entsprechende vorherige fahrzeuge sind ihm vor der haustüre schon abhanden gekommen. 3 überfahrene schulkinder weil eine eindeutige fußgängerampel fehlt, was lange bekannt war.

eine sanirung für eine halle, die eigentlich nie ausgebucht war und sein wird mit einem etatüberzug von mehr als 1,5 millionen€. zur ersten großen faschingssause der oberen 10 000 wurde sinnigerweise der ehemalige bürgermeister dort angeheitert überfahren, von einem mit wahrscheinlich drogen intus (tests laufen noch). wie ich für mich resümierte ein würdiger tod für einen aus meiner stadt die man im umkreis hier "Herzogsnarren" nennt.

ich bin froh nicht mehr vor 5 30 uhr zur arbeit losfahren zu müssen, weil ich schon selbst 2 mal in brenzlige situationen kam um diese zeit. so sieht hier die realität aus. und wie mir die rege beteiligung zeigt, nicht nur hier, meine kleinstadt ist überall.

liebe grüße von barbara
 

ethos07

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Hi Frettchen, mit etwas Überarbeitung fände ich deine Beschreibung deiner kleinen Stadt heute einen guten Beitrag für pr-sozial - veröffentliche deine Beschreibung doch bitte mal!

Wenn du das erstmal nicht mit deiner STadt konkret beannnt haben willst, find ich das auch ok, erstmal müssten wir ja die vielen Ecken Deutschlands sammeln, wo's fast genau so ausschaut wie bei dir - bevor wir dann unser eigenes hoffentlich mafiafreies Wiederaufbauprogramm von der Provinz her installieren...:icon_twisted: Aber dafür braucht's ja noch ein paar Monätchen , was?! :biggrin:
 

Arania

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Gelsenkirchen, Herten, Duisburg-Marxloh, Herne, Wanne-Eickel, soll weiter aufgezählt werden?
 
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hallle zusammen,

die sache ist so, ich und meine familie sind schlicht bekannt hier. ich wurd auch schon angezeigt, also muß ich schon auf etwas selbstschutz achten. hier kannst du ganz schnell probleme der besonderen art bekommen, nein nicht von den ELOs die ich auch letztens gefürchtet hab. aber von denen die hier das sagen haben. was meint ihr wie schnell unser behindertenparkplatz weg war nachdem ich einen linken verband mitgegründet hab? 2 tage später...

liebe grüße von barbara
 

ethos07

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Hi Frettchen, mit etwas Überarbeitung fände ich deine Beschreibung einer kleinen Stadt heute einen echt guten Beitrag für pr-sozial - veröffentliche deine Beschreibung doch bitte mal!

Wenn du das erstmal nicht mit deiner Stadt als Beispiel konkret benannt haben willst, find ich das auch ok.
Erstmal müssten wir ja die vielen Ecken Deutschlands sammeln, wo's fast genau so ausschaut wie bei dir...

HalbIronie on: ... bevor wir dann unser eigenes, hoffentlich mafiafreies, Wiederaufbauprogramm von der Provinz her installieren :icon_twisted:.
Aber dafür brauchen wir (!?) ja noch ein paar Monätchen oder Jährchen , was?! :biggrin:
 
E

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hallo stadtverordneter,

du liegst richtig. geht es bei dir genauso zu? dann verstehst du viellicht warum ich so frustriert bin, und nicht mehr an politik glauben mag. diesen niedergang sehe ich jetzt so lange zu, wollt selbst was verändern und bin letztendlich gescheitert. auch kein ruhmesblatt von mir. so wie ich es sehe liegen M, G oder Z egal wo und in welchem bundesland. wir sind hier alle verlierer. jeder beklagt die zustände und glaubt es müsse ja nur der/die richtige kommen, dann wird alles wieder gut, voll naiv. selbst mal zu reflektieren was kann ich tun um meine heimatstadt ein stück weit lebenswerter zu machen ist jedem der jammert auch noch zu mühselig (grad die, die es nötig hätten, und auch an den richtigen strippen ziehen könnten). es sind eben die "oberen 10 000" und vermeintlichen mittelständler die das alles so lauthals beklagen, aber eigentlich keinen blassen schimmer der ursachen haben und sie zum großen teil mit zu verantworten haben.

derwiki link ist voll gut :icon_kinn: nur sieht die realität nun nicht so aus. die hübschen altbauten sind runtergekommen und verfallen. ausser dem rathausarreal:biggrin: in der fußgängerzone gibt es einen enormen leerstand, arbeitsplätze fielen noch mehr weg. die arbeitslosigkeit ist weiter auf rekordniveau, aber das wird hartnäckig geleugnet und vertuscht. die presse (lokale) kuscht. die bevölkerung rentner, behinderte, oder die wenigen die arbeit haben kaufen nicht im DOZ sondern müßen in die nachbarstädte für hosenträger und socken. oder du mußt eine katalogpalette zuhaus liegen haben. in den äusseren stadtteilen gibt es weder lebensmittel noch metzger und bäcker oder gar bankautomat. für alte und nicht so betuchte ist die infrasruktur schlicht zu weitmaschig. ich hab letzten sommer auf dem vielgepriesenen "Flughafen" gestanden. irgndwo am rollfeld, malerisch surreal eine altmodische fahrtreppe im nirgendwo. ich brauchte einen leihwagen für einen bekannten, also furhen wir hin und versuchten am stacheldraht entlang die blechbude wo S***t dransteht zu erreichen. nichts, niemand, keine autos, eigentlich erwartete ich das jetzt noch ein paar grasbüschel an uns vorbeiwehen würden und im hintergrund eine mundharmonika erklingt.... soviel zum konversionsprojekt.... hier wurden mehr millionen verbrannt als sondst wo in der republik, wofür?

hier herrscht in 2 jahren der wilde westen.



ich hoffe du hast dort wo du im stadtrat bist ein glücklicheres händchen und bessere nerven als ich.

liebe grüße von barbara
 

Feind=Bild

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Man sollte solche Beschreibungen sammeln und engagierten Journalisten zur Verfügung stellen, wie z.B. der Frau, die über die Armutsindustrie berichtete (Claudia Klinger? Martin hatte glaube ich Kontakt zu ihr).
Dann könnte mal wieder ne breitere Öffentlichkeit informiert werden, was für tolle Blüten die von der Mehrheit gewählte (aber sicher nicht gewollte) Politik treibt.
 

haef

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hallle zusammen,

die sache ist so, ich und meine familie sind schlicht bekannt hier. ich wurd auch schon angezeigt, also muß ich schon auf etwas selbstschutz achten. hier kannst du ganz schnell probleme der besonderen art bekommen, nein nicht von den ELOs die ich auch letztens gefürchtet hab. aber von denen die hier das sagen haben. was meint ihr wie schnell unser behindertenparkplatz weg war nachdem ich einen linken verband mitgegründet hab? 2 tage später...

liebe grüße von barbara

jetzt hast Du aber schon so viel Einzelheiten von Deiner Stadt berichtet, da ist es nicht sehr schwer sie zu "finden". :biggrin:

fG
Horst
 

Volker

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Vermutlich war ich um 2002 in diesen Ort. Bin mir aber nicht sicher,
ob meine Beobachtungen dort, in diesen oder ein anderer Ort war.

Jedenfalls fuhren die Autos dermassen rücksichtlos durch die
Gegend, behinderten Frauen mit Kinderwagen, mehrmals
hintereinander, immer andere. Die Frau kam nicht über den
Zebrastreifen. Radfahrer, Fussgänger werden dermassen ignoriert,
bedroht und nah drauf, irre brutal. Ich dachte allles Nichtauto soll
aussterben... Die sind alle immer schnell weggesprungen, so hab ich
es noch in erinnerung.

Dies sah ich 2-3 Tage so, dann fuhr ich wieder heim.

Diese Rücksichtslosigkeit und Autogewalt (kann man durchaus so
schreiben) hab ich nie vergessen. Gewundert und gefragt woher das
wohl kommt, wieso die Behörden da nichts machen. Jetzt wundere
ich mich jetzt allerdings nicht mehr. Interessant. nach 8 Jahren,
kommt so nee Erleuchtung... :eek:

Hilfe, Gott las Hirn fallen, am besten alles erstmal auf Westerwelle.

Gruss
 
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