Spitze der Frauenfeindlichkeit: Mini-Jobs!

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.307
Bewertungen
832

  1. Knapp fünf Millionen, 80 Prozent aller Mini-Jobs werden von Frauen ausgeübt. 3,3 Millionen arbeiten ausschließlich für weniger als 450 Euro. Mini-Jobs sind die frauenfeindlichste Veranstaltung in diesem Land. In großem Stil wird die geschlechtsspezifische Spaltung des Arbeitsmarktes vertieft und Frauen an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
    Mini-Jobs funktionieren häufig nur als Hinzuverdienst bei Hartz IV oder im alt hergebrachten männlichen Familienernährer-Modell, in dem die Frau nur einen Zuverdienst hat. Frauen wählen diese Beschäftigungsform nicht freiwillig. Zwei Drittel würden gerne länger arbeiten.
    Weder wurde Schwarzarbeit durch Mini-Jobs bekämpft, noch wurden mit Mini-Jobs mehr Verdienstmöglichkeiten in privaten Haushalten geschaffen. Etwa 3,8 Millionen Privathaushalte beschäftigen eine Putz- oder Haushaltshilfe, jedoch nur 200.000 Arbeitskräfte in Haushalten sind offiziell als Mini-Jobberinnen angemeldet.
    Im gewerblichen Bereich werden Mini-Jobs zur Verschleierung von Schwarzarbeit und zusätzlicher Lohndrückerei genutzt. Der Mini-Job wird regulär angemeldet, der Rest wird schwarz ausgezahlt oder es werden Gratis-Stunden verlangt. Bei Kontrollen fällt dies in der Regel nicht auf, weil die geleistete Arbeitszeit nicht kontrolliert werden kann und sich die Mini-Jobberin legal im Betrieb aufhält. Absehbar ist, dass so mit Mini-Jobs der gesetzliche Mindestlohn zum Teil aushebelt wird.
    Mini-Jobs bedeuten Mini-Löhne und Lohndumping: Acht von zehn geringfügig Beschäftigten arbeiten zu Niedriglöhnen. Der überwiegende Teil der Mini-Jobs findet sich in Dienstleistungsbranchen. In der Gastronomie, dem Reinigungsgewerbe oder im Einzelhandel stellen sie schon jeden zweiten bis dritten Arbeitsplatz.
    Das ist für den Staat teuer: Mit jährlich rund fünf Milliarden Euro stockt er die Einkommen aus Mini-Jobs auf. Im Kern eine verkappte Subvention für Unternehmer, die zu geizig sind ihren Beschäftigen anständige Löhne zu bezahlen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn der GroKo wird die Situation etwas entschärft – sofern er nicht gerade mit Mini-Jobs umgangen wird – aber auch 8,50 sind noch ein Niedriglohn und erfordern häufig das Aufstocken durch Hartz IV!
    Um dem größten frauenfeindlichen Skandal Einhalt zu gebieten müssen Mini-Jobs in Jobs umgewandelt werden, von denen frau Leben kann. Und sie sozial abgesichert ist. Wir brauchen die Sozialversicherungspflicht für jede geleistete Arbeitsstunde. Begleitet werden muss dies durch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro und der Verbesserung der Tarifbindung…
    Quelle: Michael Schlecht MdB Anmerkung JB: Wäre ich jetzt boshaft sarkastisch, würde ich sagen: „Aber dafür kriegen die Frauen doch nun ihre Quote in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen“.
  2. Studie zeigt »verheerende« Folgen von Hartz-Sanktionen
    Unmut über die massenhaften Sanktionen gegen Erwerbslose gibt es schon länger. Nun können sich die Kritiker durch eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung über die Ursachen und Auswirkungen von sozialrechtlichen Strafen bestätigt sehen. Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, erklärte mit Blick auf die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums entstandene Expertise, es habe sich erneut gezeigt, dass Sanktionen »überwiegend wegen geringfügiger Versäumnisse verhängt« würden. Zudem belasten sie »die Betroffenen stark und führen in einer Spirale von Verschuldung und Hoffnungslosigkeit«…
    Aus Sicht der Betroffenen, so die Studie, sind die verhängten Sperrzeiten des Bezugs von Transferleistungen nur etwa zur Hälfte gerechtfertigt. Jeder Zehnte wurde offenbar nicht über mögliche Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen die bürokratischen Auflagen der Arbeitsagenturen und Jobcenter informiert. Etwa 20 Prozent derer, die nur schriftlich über die Konsequenzen in Kenntnis gesetzt wurden, haben dies nicht verstanden. In »nicht unerheblichem Maße werden die Sperrzeiten von den Arbeitslosen jedoch bewusst in Kauf genommen«, heißt es in der Studie allerdings auch.
    Bereits bei einer einwöchigen Sperrung des Arbeitslosengeldes gerät über die Hälfte der Betroffenen »sehr« oder »eher« in finanzielle Schwierigkeiten. Über die Hälfte der im Rahmen der Studie Befragten erklärte, sich wegen der Sanktionen einschränken und auf Dinge verzichten zu müssen. Bis zur Hälfte der Betroffenen mussten Schulden bei Freunden oder Verwandten machen. In vielen Fällen konnten sanktionierte Erwerbslose Strom und Miete nicht mehr pünktlich zahlen, bei den unter 25-Jährigen wurde zudem deutlich, dass an warmen Mahlzeiten gespart wurde.
    Die Sanktionen werden von der überwiegenden Anzahl der Betroffenen »als sehr belastend empfunden«…
    Quelle 1: ND
    Quelle 2: Unabhängige wissenschaftliche Untersuchung zur Erforschung der Ursachen und Auswirkungen von Sanktionen nach § 31 SGB 11 und nach dem SGB 111 in NRW im Auftrag des Ministerium tür Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen [PDF - 8.4 MB]
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.667
Bewertungen
8.831
Der überwiegende Teil der Mini-Jobs findet sich in Dienstleistungsbranchen. In der Gastronomie, dem Reinigungsgewerbe oder im Einzelhandel stellen sie schon jeden zweiten bis dritten Arbeitsplatz.
Hier kann man davon ausgehen, dass diese Jobs die regulären Stellen, die nem Tarifvertrag unterliegen, ersetzen. Dabei werden die - meist Frauen - nur in den Stunden eingesetzt, in denen so richtich was los ist. :icon_stop:
Das haben wir der Aufweichung der Öffnungszeiten zu verdanken, die eben nicht zu vermehrter Einstellung von qualifizierten Arbeitskräften in Vollzeit geführt haben. Da habe ich von Seiten der Gewerkschaften bisher wenich gehört. Aber: es geht ja häufich nur um Frauen, wen interessiert das schon... :icon_twisted:
Dem Unwesen mit diesen Jobs muss Einhalt geboten werden!
 

Mutter Beimer

Elo-User*in
Mitglied seit
9 Oktober 2013
Beiträge
500
Bewertungen
1.554
Da ich schon einige Zeit auf der Suche eines Minijobs im Einzelhandel bin, machte ich mich gestern auf Ciao etwas schlau. Dort werden auch Arbeitgeber bewertet. So wurde ich neugierig und las mir einige Bewertungen,der für mich in Frage kommenden Firmen durch.
Leider kam ich zu dem Ergebnis, das keine dieser Firmen für mich in Betracht kommt. Alles grottenschlechte Bewertungen. Vom Betriebsklima angefangen, bis zu kostenlosen Überstunden und Mobbing.
Ich war schockiert und traurig zugleich, da wir hier in einer Kleinstadt wohnen und die Fussgängerzone nur ein paar Minuten zu Fuss zu erreichen ist.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten