SPIEGEL: Interview mit Götz W. Werner 15.06.2008

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ExitUser

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dm-Gründer Werner: "Ich will die Leute skeptisch machen" - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

SPIEGEL ONLINE: Warum findet die Idee gerade jetzt so viel Anklang?


Werner: Der Auslöser war der vergangene Bundestagswahlkampf. Alle Parteien haben von Vollbeschäftigung gesprochen. Aber die Menschen merken, dass in ihrem Umfeld Arbeitsplätze verloren gehen und sie in alten Arbeitsbereichen nicht mehr gebraucht werden. Um die neuen Dienstleistungsbereiche wie Bildung, Kultur, Soziales, Pflege und Familienarbeit, wo wir viel mehr Menschen bräuchten, kümmern wir uns noch nicht. Wir sehen den Überfluss - aber auch Menschen, die von Papierkorb zu Papierkorb laufen und den Müll durchwühlen.
Nochmal Werner:
"Wichtiger ist, dass es ausreichend Waren zum Konsumieren gibt."

Na, na Herr Werner...
Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Ich finde ihn trotzdem knuffig :)

Er hätte es ja nicht nötig, sich für das bGe SO einzusetzen.

meint
morph
 

claudiak

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Herr Götz W. Werner ist ein echter Unternehmer mirt Hirn. Er ist der Meinung, wenn die Menschen anständig verdienen, dann können sie das wieder ausgeben. Das ist nämlich unser Problem in D. Wir haben keinen Binnenmarkt mehr. Denn es heißt so schön: Ohne Moos nichts los. Herr Werner war immer weitsichtig, was unseren Großunternehmern in jeder Hinsicht fehlt. Das schätze ich an diesem Mann so.
 
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ExitUser

Gast
Herr Götz W. Werner ist ein echter Unternehmer mirt Hirn. Er ist der Meinung, wenn die Menschen anständig verdienen, dann können sie das wieder ausgeben. Das ist nämlich unser Problem in D. Wir haben keinen Binnenmarkt mehr. Denn es heißt so schön: Ohne Moos nichts los. Herr Werner war immer weitsichtig, was unseren Großunternehmern in jeder Hinsicht fehlt. Das schätze ich an diesem Mann so.

Herr Werner ist auch Anthroposoph.
Seine Tochter war letztes Jahr bei Sekem in Ägypten zum Praktikum (Biodynamischer Landbau). Alle seine Kinder Waldorfschüler.
Das ist aber ein anderes Thema.

morph
 
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ExitUser

Gast
Auch hier gilt...

Wenn du sehr heftig kritisiert wirst, dann musst du irgendetwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
 
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FrankyBoy

Gast
Schade dass das Interview nicht länger war, die eigentlichen Fragen und die volkswirtschaftlichen Konsequenzen, würden eigentlich erst in Teil II und III des Interviews zur Debatte stehen.

Lasst uns doch mal den Ansatz nehmen: Zitat: "Werner: Die Höhe richtet sich nach den Preisen, und zwar so, dass jeder davon bescheiden, aber in Würde leben kann. Diese Beträge gewähren wir auch heute, aber unter schikanösen Bedingungen. Wichtiger ist, dass es ausreichend Waren zum Konsumieren gibt. Das ist bei uns in Deutschland der Fall."

Für mich bedeutet diese Aussage im Umkehrschluss, dass der einzige Nutznießer der jetzigen Situation die Großkonzernlobby ist und die vielen kleinen- und mittleren Unternehmen, die nicht gerade durch Exportaufträge glänzen, leiden unter der jetzigen Situation weil wir eben 96.000 Verwaltungsvorschriften im Steuerrecht haben, die eigentlich nur den Global-Playern zugute kommen.

Hätten wir wirklich 100% Konsumsteuer und würden diese in ganz Europa harmonisieren, dann hätten wir eine Antwort, auf all jene Fragen, die in Deutschland und Europa gelöst werden müssen - und zwar bei gleicher Staatsquote nur von dem Moment an, wo 80 - 100% Mehrwertsteuer auf "alle Güter" (hier könnte mann streiten) erhoben werden, zahlen im Prinzip auch die Großkonzerne Steuern und auf dem Weltmarkt hätte sie nach derzeitigem Recht sogar noch weitere Wettbewerbsvorteile; nur die brauchen wir nicht; sind auch so Exportweltmeister und könnten damit die Staatsschulden effektiv bekämpfen.

O. K. für dieses Konzept bedarf es Ökonomen mit "Fingerspitzengefühl" aber Herr Werner beschreibt ja indirekt, dass an der "Staatsquote" (die ist viel komplizierter als man gemeinhin denkt) Staatsquote – Wikipedia
Staatsquote sinkt wie noch nie ''Weniger Staat!'' wird wahr - Wirtschaft - sueddeutsche.de
eigentlich nicht "rumgeschraubt werden muss" ja Claudiak, Weitsicht ist die notwendige Strategie:icon_idee:.
 
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ExitUser

Gast
Für mich bedeutet diese Aussage im Umkehrschluss, dass der einzige Nutznießer der jetzigen Situation die Großkonzernlobby ist und die vielen kleinen- und mittleren Unternehmen, die nicht gerade durch Exportaufträge glänzen, leiden unter der jetzigen Situation weil wir eben 96.000 Verwaltungsvorschriften im Steuerrecht haben, die eigentlich nur den Global-Playern zugute kommen.

Hi Fanky,

alles Fit?
Wenn ich das Richtig verstehe, dann entfallen diese 96.000 Verwaltungsvorschriften im Steuerrecht, da alle Steuern abgeschafft werden. Na - die Tabak- sowie Mineralöl wohl nicht. Aber die anderen (Die kleinen Unternehmen profitieren davon ebenfalls.)

Aber ich stimme Dir bedingt zu, wenn Du sagst, das die Global-Player davon am meisten HABEN, wenn es nur ums Haben bei der Sache ginge. Aber da es auch ums SEIN geht, eben nur bedingt.

Klar ist auch hier das Motto:
Wo Licht ist ist auch Schatten. Doch würde, bei ständiger Anpassung an die Inflation, die kleinen Leute ebenfalls ein würdigeres Leben führen.

Staatsschulden?
Wo haben wir die denn? Bei Wem?
Wem müssen wir die zurück bezahlen und wofür?
Ich würde eine meiner Forderungen beim Widerstand so formulieren, das der Staat erklären soll, wo wir wem Geld schulden und warum wir so viele Zinsen zahlen. Sie sollen einfach mal sagen, wir werden diese Summe NIEMALS zurück bezahlen können, da wir die Zinsen nicht haben und NIE hatten!
Das wäre ein erstes akzeptables Zeichen. Mehr nicht!

Liebe Grüße
morph
 

druide65

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Hätten wir wirklich 100% Konsumsteuer und würden diese in ganz Europa harmonisieren

Würden sie das?

Herr Werner möchte im Gegenzug auch sämtliche Einkommenssteuern abschaffen(Ein Schelm?)

Sozialversicherung wäre Privatsache....wie soll das gehen?
 
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FrankyBoy

Gast
Das einzige Problem an der Geschichte wird sein, die hohen Einkommen "angemessen" an der Finanzierung der Volkswirtschaft teilhaben zu lassen; aber wer Quellsteuern für "Kleinsparer" einführen kann, dem wird sicher auch ein Gesetzestext für die Lichtensteinconnection einfallen, jedenfalls wenn man möchte.

Bin da weniger pessimistisch wie ihr, weil Sozialversicherungsbeiträge ebenfalls in der Staatsquote enthalten sind und ja derzeit auch bezahlt werden - nur könnte auch hier was neues passieren (weniger Patienten, höhere Lebensqualität); könnte jetzt noch anführen, dass das deutsche Steuersystem dem amerikanischem angepasst wird (zahlt ein Amerikaner im Ausland weniger Einkommenssteuer als im Inland, hat er die Differenz an die amerikanische Staatskasse zu zahlen) etc. anführen.

Die Idee alleine kann aber zu soviel Kreativität führen (und wird es meiner Überzeugung nach auch), dass die kleinen Nachteile (Hängemattentypen...) da gar nicht mehr ins Gewicht fallen weil die sich betätigen können - halt nur so wie sie wollen und nicht so wie sie müssen:icon_daumen:.
 

druide65

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Das einzige Problem an der Geschichte wird sein, die hohen Einkommen "angemessen" an der Finanzierung der Volkswirtschaft teilhaben zu lassen; aber wer Quellsteuern für "Kleinsparer" einführen kann, dem wird sicher auch ein Gesetzestext für die Lichtensteinconnection einfallen, jedenfalls wenn man möchte.

Wer bestimmt angemessen?
Sorry ....die Frage muss man sich immer stellen...

Die Idee alleine kann aber zu soviel Kreativität führen (und wird es meiner Überzeugung nach auch), dass die kleinen Nachteile (Hängemattentypen...) da gar nicht mehr ins Gewicht fallen weil die sich betätigen können - halt nur so wie sie wollen und nicht so wie sie müssen


Müsste man analysieren
 

Martin Behrsing

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Herr Werner ist auch Anthroposoph.
Seine Tochter war letztes Jahr bei Sekem in Ägypten zum Praktikum (Biodynamischer Landbau). Alle seine Kinder Waldorfschüler.
Das ist aber ein anderes Thema.

morph
so etwas mach mich dann äußerst skeptisch.

Aber bleiben wir dabei. Das Modell von götz Werner ist ein kapitalistisches Modell, dass ausschließlich auf Gewinnmaximierung von Unternehmen gerichtet ist. Soziale und umweltpolitische Verantwortung wird abgewältzt. Ebenso das Potential der nicht benötigten Arbeitskräfte. Finanziert soll das ganze über Verbrauchssteuern, die für Unternehmen eh nur Durchlaufposten sind.

Es kann keinen Kapitalismus geben, der sozial ist. Dies wäre ein vegetarisch mutierter Tiger.
 

Merkur

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Sei bitte nicht böse aber
Es kann einen Kapitalismus geben, der sozial ist. Dies wäre ein vegetarisch mutierter Tiger.
Einen Sozialismus der sozial ist gibt es auch nicht ! Es leben doch immer nur die Eliten gut nicht der Arbeiter.
Warum sollte die Idee zerredet werden? Lasst es doch mal versuchen ,es ist ein Anfang und wie man hier auch an der Diskussion sieht ,so ist die Menschheit noch nicht so weit. Aber mit diesem Anfang wird sich ein Wandel
vollziehen der Menschen und die nach uns werden es weiter entwickeln und besser machen oder was anderes aber zuerst muss mal Bewegungsfreiheit her.
Ein Staat der so viel für die Rüstung verpulvert kann auch mal was Neues wagen. Ändern kann man es alle mal.
 

Martin Behrsing

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es sollte auch heißen keinen (Schreibfehler)
Sei bitte nicht böse aber
Einen Sozialismus der sozial ist gibt es auch nicht ! Es leben doch immer nur die Eliten gut nicht der Arbeiter.
Warum sollte die Idee zerredet werden? Lasst es doch mal versuchen ,es ist ein Anfang und wie man hier auch an der Diskussion sieht ,so ist die Menschheit noch nicht so weit. Aber mit diesem Anfang wird sich ein Wandel
vollziehen der Menschen und die nach uns werden es weiter entwickeln und besser machen oder was anderes aber zuerst muss mal Bewegungsfreiheit her.
Ein Staat der so viel für die Rüstung verpulvert kann auch mal was Neues wagen. Ändern kann man es alle mal.
 

Merkur

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Hatte es schon als keinen gelesen und wusste wo es hin sollte.
 
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