Sperrzeit bei befristetem Arbeitsvertrag (1 Betrachter)

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Nordstern

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Vielleicht kann mir jemand helfen:
Mein Sohn hat nach der Ausbildung nur befristete Arbeitsverträge bekommen. Der letzte sollte am 30.06.09 enden. Man signalisierte ihm, daß der Vertrag verlängert wird.
am 29.05. erfuhr er, dass man den Vertrag nicht verlängern wird. Da dann das Pfingstfest folgte, suchte mein Sohn am darauffolgenden nächsten Werktag (Dienstag) das Arbeitsamt auf.
Er bekam mündlich mitgeteilt, daß er sich zu spät gemeldet hätte und daher diese Sperrfrist bekommt. Bis heute hat er keinerlei schriftlichen Nachweis bekommen.
Bekommt man für Miete oder Leben anderweitige Unterstützung? Sozialhilfe oder garnichts??
Danke
S.
 
E

ExitUser

Gast
Grundsätzlich muß man sich spätestens drei Monate vor dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses arbeitssuchend melden, es sei denn, daß man mit kürzerer Frist gekündigt wird (dann innerhalb von drei Tagen). Bei einem befristeten Arbeitsvertrag kennt man das voraussichtliche Ende bereits, so daß man sich auch da drei Monate vorher melden muß. Irgendwelche unverbindlichen Versprechungen eines Folgevertrages oder Verhandlungen darüber sind bedeutungslos, solange nicht tatsächlich ein Folgevertrag vorliegt.

Allerdings gibt es auch ein BSG-Urteil, wonach bei unverschuldeter Unkenntnis dieser Meldeverpflichtung eine solche Sperrfrist nicht verhängt werden darf.

Das Arbeitsamt muß auf jeden Fall einen schriftlichen Bescheid über die Sperrzeit erstellen. Diesen kann man dann, falls das obige zutrifft, unter Hinweis auf dieses Urteil per Widerspruch angreifen. So einfach sollte man sich damit also nicht abgeben.
 

nightangel

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Was heißt zu spät gemeldet? Der 29.05. war ein Freitag und übers WE wird wohl bei den Ämtern keiner arbeiten, also ging es doch nicht eher.
Ich hatte letztes Jahr auch einen befristeten Vertrag mit Option auf Übernahmen.
1 Woche bevor der auslief kam die schriftliche Kündigung, bin direkt am nächsten Tag damit zur Arge und gut war.

Hatte er das schriftlich das er nicht weiter beschäftigt wird? Auch bei befristetem Vertrag bedarf es einer schriftlichen Kündigung soweit ich weiß und diese sollte der Arge reichen. Bevor man die nicht hat weiß man doch garnicht ob man weiter beschäftigt wird oder nicht.

Ich seh grad, am 30.06. lief der Vertrag aus und am 29.05. bekam er mitgeteilt das er dann nicht weiter beschäftigt wird? Dann hat er das doch eh einen Monat bevor Schluss war eingereicht das müsste doch genügen.
Solange von der Arge nichts schriftliches kommt von wegen Sperre denke ich mal wollten sie ihn damit nur unter Druck setzen, ein wenig Panik verbreiten, denn sowas muss schriftlich angekündigt werden.
 

Nordstern

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Vielen Dank für die schnellen Antworten. Aber wie ist es in einem Fall, wenn die Sperrfrist echt verhängt wird. Wer unterstützt finanziell? Oder ist es tatsächlich so, dass derjenige zusehen muss, wie er über dir Runden kommt, wäre ja echt ein Hammer...
 

nightangel

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...etwas seltsam, denn ein befristeter Vertrag bedarf keiner Kündigung...???:icon_neutral:
Naja, es wurden 15 Leute gleichzeitig entlassen, alle hatten nur befristet.
Am selben Tag als die Kündigung kam fanden aber schon wieder Vorstellungsgespräche statt. :icon_kotz:

Ich hatte schon öfter befristete Verträge und ich glaube alle wurden schriftlich gekündigt. Zumindest die meisten.

Vielen Dank für die schnellen Antworten. Aber wie ist es in einem Fall, wenn die Sperrfrist echt verhängt wird. Wer unterstützt finanziell? Oder ist es tatsächlich so, dass derjenige zusehen muss, wie er über dir Runden kommt, wäre ja echt ein Hammer...
Hat er denn schon eine Sperre? Sprich wurde schon weniger gezahlt?
Wenn nein würde ich erstmal abwarten ob noch was schriftliches wegen der Sperre kommt.
Wenn ja, sollte das wie gesagt vorher schriftlich angekündigt werden, dagegen kann man Widerspruch einlegen, was ich in eurem Fall auch tun würde. Wie das ganze dann mit Beratungsschein und Anwalt abläuft da können sicher andere noch was zu sagen. Kenn mich da nicht so wirklich mit aus, ich übergeb sowas immer an die Gewerkschaft die dann alles weitere veranlassen.
Und ja leider steht man dann, wenn schon gesperrt wurde, erstmal mit weniger da bis das endgültig geklärt ist.
 

Ela

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Leider muss derjenige sehn wie er über die Runden kommt, jedenfalls erstmal........
nimm dir sofort 10 Euros und geh zum Anwald. Der soll sofort einen saftigen Wiederspruch schreiben und EA bei Gericht beantragen.
Nur wenn du dich sofort währst hast du ne Cchance.
 

nightangel

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Habe dazu hier noch was gefunden:

Befristung und Kündigung

Ein ordentliches Kündigungsrecht besteht bei einem befristeten Arbeitsvertrag nicht, d.h. der Arbeitgeber kann ordentlich frühestens zum vereinbarten Ende des Arbeitsverhältnisses kündigen. Ausnahme: es ist im Arbeitsvertrag etwas anderes vereinbart worden. Das Recht zu einer außerordentlichen Kündigung besteht allerdings auch bei einem befristeten Arbeitsverhältnis zu jeder Zeit (wenn die entsprechenden Gründe vorliegen).

Befristung und Arbeitsagentur


Es besteht eine Verpflichtung, sich drei Monate vor Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnisses bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend zu melden. Falls die Befristung kürzer als drei Monate ist, muss sofort mit der Arbeitsagentur Kontakt aufgenommen werden, innerhalb von drei Kalendertagen.
Wenn der Arbeitsvertrag aufgrund von Zweckerfüllung endet, so muss der Arbeitgeber zwei Wochen zuvor über die Zweckerreichung informieren. Nun muss man sich umgehend bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend melden.
Folge einer verspäteten Meldung bei der Arbeitsagentur: das Arbeitslosengeld wird gekürzt. Man erhält eine Sperrzeit von einer Woche.
Quelle: Befristeter Arbeitsvertrag

Da er das ja umgehend gemeldet hat, kann hier wohl kaum von einer verspäteten Meldung die Rede sein, oder.
Denke mal er hatte dem Arbeitsamt doch auch bei Beginn der Beschäftigung mitgeteilt das diese nur befristet ist oder. Dann wussten die das doch schon. Also war das Ende doch bekannt.
 

WorkSeeker

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Hallo Nordstern,

folgendes: Es ist richtig, daß man sich 3 Monate vor Beendigung eines
Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend melden muß. Bei einem befristeten
Arbeitsverhältnis weiß man das auch zu diesem Zeitpunkt.

Zum Problem der Sperrfrist kann ich dir aus eigener Erfahrung berichten.
Ich habe 12 Wochen Sperre des ALG I nach selbst verschuldeter fristloser
Kündigung. Für diese Zeit habe ich Anspruch auf ALG II, daß allerdings
aufgrund meiner "Pflichtverletzung" um 30 % gekürzt wird. Außerdem muß
man ALG II meines Wissens nach zurückbezahlen, sofern es nicht länger als 6 Monate bezogen wurde.

Der Anspruch auf ALG II beginnt aber erst ab dem Tag der Antragstellung !
Also schleunigst hin !
 
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