Sperrzeit bei ALG 1 12 Wochen ohne Kündigung

TanteKlara

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Hallo liebe Forumsmitglieder,

folgender Sachverhalt.

Mein Neffe hat eine neue Stelle angetreten. Er kann sehr viel Berufserfahrung vorweisen. Nach ca. 2 Wochen hat der neue Chef ihn zu sich zitiert und ihm zurecht gewiesen. (lautstark) Ein Mitarbeiter hätte die Qualität seiner Arbeit bemängelt. Der Chef ist nur seltenst in seiner Firma.

Nach ca. 4 weiteren Wochen wurde die Arbeit immer weniger. Nach ca. 4 vielleicht 4,5 Std. war Feierabend. Wenn man nach Stunden bezahlt wird kommt am Monatsende nicht viel bei rum. Anfang Juli gab es dann eine telefonische Aussprache zwischen meinem Neffen und seinem Chef. Da mein Neffe noch in der Probezeit war verblieb man am Telefon so, dass ohne Angabe von gründen gekündigt wird von seiten der Firma.

Das blieb bis heute aus!

Die Arbeitsbescheinigung wurde erst sehr spät vom alten AG ausgefüllt und dann auch noch unzureichend. Es wurde eine Anhörung vereinbart. Auch dies hat der AG nur nach nochmaliger Aufforderung ausgefüllt.

Laut Arbeitsagentur für Arbeit hat der AG reingeschrieben, dass mein Neffe am Telefon mündlich gekündigt hat und einfach nicht arbeiten gekommen ist.

Das akzeptiert die Arbeitsagentur so und hat eine Sperrzeit verhängt.

Mein Neffe hat weder mündlich noch schriftlich gekündigt und ist auch nicht einfach so der Arbeit ferngeblieben. Vertraglich ist eine 5 Tage woche vereinbart worden(bei 6 Tagen Öffnungszeit) Er hatte einen freien Tag und dann hat am Telefon der Chef gesagt, dann bleiben Sie zuhause.

Für mich besteht das Arbeitsverhältnis nach wie vor, da die Schriftform nicht eingehalten wurde.

Allerdings halte ich auch die Sperrzeit für ungerechtfertigt.

Was würdet ihr uns raten ?

Vielen Dank fürs Lesen bis hier hin. Es ist doch sehr lang geworden, aber ich hoffe ich habe alle wichtigen Angaben gemacht.

VG
TK
 

RobbiRob

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Wenn er keine schriftliche Kündigung erhalten hat, warum meldet er sich dann arbeitslos?

Ist er denn nun zur Arbeit erschienen oder nicht?
Wenn ich keine schriftliche Kündigung erhalte, muss ich meine Arbeitskraft anbieten.

https://dejure.org/gesetze/BGB/623.html
 

TanteKlara

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Als sein Chef gesagt hat, dass er zu Hause bleiben soll, nahm er das als Kündigung hin. Er dachte dass die schriftliche Kündigung folgt.

Deshalb ist er zum Amt gegangen hat das so erklärt und die haben ihm gesagt dass er sich auf jeden Fall arbeitslos melden muss.

Er hat dann noch einmal schriftlich nachgefragt und geschrieben, dass das Arbeitsverhältnis weiter besteht, da keine schriftliche Kündigung erfolgt ist und wie jetzt die weitere Zusammenarbeit aussehen soll. Auch hier keine Rückmeldung.
 

avalanche

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Hallo @tanteklara und :welcome:,

einschlägig für den Sachverhalt hier ist das Schriftformerfordernis des §623 BGB.

Liegt ein solches Erfordernis nicht vor, besteht das Arbeitsverhältnis weiterhin unverändert, das heißt, der Arbeitgeber befindet sich mit der Annahme der Dienste im Verzug. Dies ist allerdings vom Arbeitnehmer auch (schriftlich) anzuzeigen.

Erhält der Arbeitnehmer dann am Monatsletzten kein Entgelt, so wäre dagegen vor dem Arbeitsgericht zu klagen.

Die AfA geht davon aus, das dies dem Arbeitnehmer bekannt ist und erwartet dann eben auch eine Klage vor dem Arbeitsgericht oder reagiert mit Sperrzeit, weil davon ausgegangen wird, dass der Arbeitnehmer dann mit der Kündigung einverstanden ist.

Im Moment hängt viel davon ab, wie lange der Arbeitnehmer schon zu Hause sitzt ohne seine Arbeitskraft schriftlich nachweisbar angeboten zu haben.

Schönen Gruß, ave
 
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