Spende im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit

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DeppvomDienst

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Aus einem anderen Thread ergab sich folgende Fragestellung:
Darf oder kann ein Selbständiger im Leistungsbezug eine gewerblich von der Steuer absetzbare Spende, z. B. an einen Verein, gegen Spendenquittung leisten?

spenden und kapitalertragssteuer in zusammenhang mit alg I oder alg II liest sich schon etwas wie comedy.
anders wäre das sicher wenn hier hier im forum der lottomillionäre wären.

Beispiel:
Ich habe eine zeitlich befristete Spendenaktion gemacht, bei der ich mitgeteilt habe, dass ein bestimmter prozentualer Anteil des Umsatzes am Ende des Zeitraumes als Spende an Verein XY fließen wird.

Ergebnis:
Entsprechende Mehreinnahmen in dem Monat, eine Umsatzsteigerung in dem Geschäftsmonat im Gegensatz zum Vorjahr um ca. 100%.
Das heisst, selbst wenn ich den Betrag, den ich spende (und der durchaus ein guter dreistelliger Betrag wurde!), von den Umsätzen abziehe, habe ich immer noch mehr Umsätze erzielt als im Vorjahr im selben Zeitraum.

Die Spendenaktion war für Verein XY ein Erfolg und ich habe dadurch sogar auch noch höhere Umsätze erzielt.

Und hinzu kommt noch, dass ich durch diese Spendenaktion bei XY begeistert empfangen wurde und dadurch nun auch Aufträge generiere, das heisst, mich bereits für einen Auftrag gebucht hat und mich künftig auch als offiziellen Sponsor führen möchte (aka "kostenlose Werbung")

Auswirkungen?
Ich bin mal gespannt, wenn ich meine abschließende EKS abgebe, ob die mir den Spendenbetrag rausstreichen werden. Ich freu mich schon, wenn das ganze vor das Sozialgericht geht ^^, ich habe tonnenschwere Argumente, das Jobcenter wird dabei einfach nur mit Volldampf vor die Wand fahren :icon_twisted:

Meine Frage ist höchstens:
Wo verbucht man die?
Werbekosten?
Oder in die Extrafelder, die man manuell ergänzen kann?
 

DeppvomDienst

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Unsinn!
Ich habe schon einmal für ein Fußballturnier Pokale im Wert von 800 Euro gespendet, dafür dass ich dann dort exklusiv tätig werden durfte.
Am Ende ging ich aufgrund widriger Bedingungen (da kam wirklich viel zusammen) leider nur mit +/-0 dabei raus.
Dort erhielt ich auch keine Spendenquittung, sondern habe lediglich die Rechnung für die Herstellung der Pokale in die Unterlagen genommen.

Das Jobcenter meinte, das wäre nicht angemessen gewesen und strich die Ausgabe aus der EKS.
Das Sozialgericht urteilte am 11.11.2011 zu meinem Gunsten, das Jobcenter musste die Ausgaben als Geschäftskosten vollständig anerkennen.
 

Hartzeola

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Steuererklärung: Spenden sind Sonderausgaben!

Das Ergebnis unserer dritten Sommerloch-Umfrage beweist es: Unsere User kennen sich mit dem Ausfüllen der Steuererklärung aus. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer lagen richtig. Sie klickten das richtige Ergebnis unserer Steuerumfrage an. Und das lautet: Sonderausgaben! Unter diesem Punkt werden nämlich die Spenden in der Steuererklärung eingetragen. Ein wenig überraschend ist das Ergebnis aber schon. Sechs Prozent der Teilnehmer glauben nämlich, dass man Spenden gar nicht mehr von der Steuer absetzen kann. Was für ein Irrtum! Weniger überraschend: Fast jeder Vierte meint, dass Spenden unter die Steuerpunkte Werbungskosten und Außergewöhnliche Belastungen fallen.
Steuererklärung: Spenden sind Sonderausgaben! - GELD kompakt
 

DeppvomDienst

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Die Steuererklärung ist nicht mein Problem, das Ding geht im Februar zum Steuerberater und dann ist das seine Arbeit.
Es geht um die Abrechnung beim Jobcenter in der EKS...
und ja, ich tendiere auch das zu, es unter Werbung zu verbuchen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
Die Spenden sind je nach SB Ermessenssache.
Würde an Deiner Stelle vor Abgabe oder bei Abgabe der EKS, mal das Gespräch mit den SB´s suchen und dort anhand Deiner EÜR dies erläutern.
Ggf. wird es als "Geschäftsanbahnung" deklariert und wenn das Verhältnis stimmt, dann auch anerkannt.
Zum SG kannst Du ja immernoch wackeln...

Das Jobcenter meinte, das wäre nicht angemessen gewesen und strich die Ausgabe aus der EKS.
Das Sozialgericht urteilte am 11.11.2011 zu meinem Gunsten, das Jobcenter musste die Ausgaben als Geschäftskosten vollständig anerkennen.
Könntest Du dies Urteil mal bitte als pdf posten wenn es Dir möglich ist (oder hast Du es schon und ich hab es nur nicht gefunden...).

VG nochten
 

Mollmops

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und ja, ich tendiere auch das zu, es unter Werbung zu verbuchen.
So würde bzw. werde ich es auch handhaben. Mein Fall ist ähnlich; ich trete einem lokalen Verein zum 01.01. bei, der damit verbundene Beitrag wird bei mir als Werbungskosten verbucht, da ich über deren Webseite verlinkt werde, was einfach mal Werbung ist für mich. Falls SB sich zickig hat, sieht Plan B vor, den Verein um eine geänderte Quittung/Rechnung zu bitten, die auf "Sponsoring" oder weiß der Fuchs was lautet. Von der Logik her sind es Werbungskosten, bei dir auch.
 

DeppvomDienst

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Die Spenden sind je nach SB Ermessenssache.
Würde an Deiner Stelle vor Abgabe oder bei Abgabe der EKS, mal das Gespräch mit den SB´s suchen und dort anhand Deiner EÜR dies erläutern.
Ggf. wird es als "Geschäftsanbahnung" deklariert und wenn das Verhältnis stimmt, dann auch anerkannt.
Zum SG kannst Du ja immernoch wackeln...

Ich werde diesbezüglich sicher kein Gespräch mit einem SB suchen, die haben ihre Nichtahnung schon unzählige Male unter Beweis gestellt. Für mich ist das Werbung und so trage ich es auch in der EKS ein. Nachfragen dürfen sie gerne, Belege schicke ich grundsätzlich nicht mit, siehe auch Schreiben des Bundesdatenschutzbeauftragten.

Stichwort: "Vorlage zur Einsichtnahme beim persönlichen Termin reicht aus, nur im begründeten Fall kann eine Abgabe von geschwärzten Kopien verlangt werden."

Wenn das Jobcenter es anders sieht, meine Anwältin freut sich drauf... :icon_twisted:

Das war eine geplante Aktion, dadurch habe ich die Umsätze in dem Zeitraum deutlich gesteigert und nun sogar Folgeaufträge generiert, die ich ohne die Aktion nie bekommen hätte, das heisst, es hat mir ein Türchen mehr geöffnet.
Soll mir da mal jemand mit "Unwirtschaftlichkeit" oder "Absichtliches Herbeiführen der Hilfsbedürftigkeit" kommen. Die Aktion hat mich weniger gekostet, als sie am Ende gebracht hat und mir zu einiger Reputation verholfen.

Das ist doch exakt das, was die eigentlich wollen müssen. Denn nur wer positiv bekannt ist, macht auch Geschäfte...

Könntest Du dies Urteil mal bitte als pdf posten wenn es Dir möglich ist (oder hast Du es schon und ich hab es nur nicht gefunden...). VG nochten

Urteil findest Du hier:
https://www.elo-forum.org/diskussio...icher-darlehen-werbekosten-investitionen.html
 
R

Rounddancer

Gast
Also ich verbuche sowas unter Werbung,- schließlich dient es der Werbung für meine Firma, meinen Bekanntheitsgrad und den meiner Produkte und Dienstleistungen.

So, wie sich auch in meinem Stadtportal jeder Verein der Region kostenfrei eintragen, seine Vereinsvorstellung, seine Vereinsnachrichten, Bilder und Termine einstellen kann. Klar sollen diese Vereinsrepräsentanzen auch deren Mitglieder als User, und deren Sponsoren als zahlende Kunden mit hereinbringen. Auch die Ausgaben für dieses Franchise buche ich als Werbungsausgaben in der EKS.
 

Minifisch

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Hallo Rounddancer, ich habe auch ein Portal und auf dem Gewerbeschein steht bis jetzt "Betrieb eines Online-Portals". Ich möchte das jetzt aber erweitern und passende Vorträge und Exkursionen anbieten (ich organisiere und buche Dozenten/Guides) anbieten und außerdem Souvenirs im Online-Versand verkaufen. Hättest du einen guten Tip für mich was ich diesbezüglich auf die Gewerbeummeldung schreiben soll?
 

ZynHH

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Hallo Rounddancer, ich habe auch ein Portal und auf dem Gewerbeschein steht bis jetzt "Betrieb eines Online-Portals". Ich möchte das jetzt aber erweitern und passende Vorträge und Exkursionen anbieten (ich organisiere und buche Dozenten/Guides) anbieten und außerdem Souvenirs im Online-Versand verkaufen. Hättest du einen guten Tip für mich was ich diesbezüglich auf die Gewerbeummeldung schreiben soll?
Was willst du denn mit der Ummeldung erreichen?

Es ist egal was da drauf steht.
 
R

Rounddancer

Gast
Hättest du einen guten Tip für mich was ich diesbezüglich auf die Gewerbeummeldung schreiben soll?

Hm, ich sehe das ganz entspannt. Wichtig ist es, das Gewerbe angemeldet zu haben,- im Zweifel würde ich alles, was vorkommen kann, stichwortmäßig reinschreiben, lieber mehr als zu wenig, - und damit dann zum Gewerbeamt marschieren. Aber vermutlich würde ich daran denken, daß jede Änderung wieder Geld kostet. Vermutlich würde ich an den Rat denken. Den Rat, der meint, immer Hut und Mantel parat zu haben,- und die anzuziehen, wenn es klingelt.
Dann zu öffnen,- und, wenn der Besuch gut ist, zu sagen: "Hach, Du hast Glück, ich kam gerade heim!",- Ist der Besuch aber böse, dann könnte ich sagen: "Tut mir leid, aber ich bin gerade dabei, aus dem Haus zu gehen!".

Will sagen, ich würde die fertig formulierte und ausgedruckte Gewerbeummeldung ohne Datum in der Schublade für den Fall haben, daß wirklich einer meckern würde ...
 

Koelschejong

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Ich habe z.B. in meiner Gewerbebeschreibung die schöne Formulierung mit drin: ".... oder Handel mit Gütern oder Dienstleistungen sonstiger Art."

Damit kann ich auch Eis am Stiel verkaufen.
 

Minifisch

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Dankeschön das klingt vielsagend und nichtssagend zugleich. Ich bin etwas vorsichtig geworden. Ich war vor einigen Jahren schonmal selbstständig und wurde von einer Konkurrentin angezeigt wegen angeblicher Schwarzarbeit. Ich konnte alles 1a belegen und nachweisen. Aber es macht mir doch etwas Angst wenn ich mein Angebot erweitere und dann bekäme ich vielleicht mal eins dran weil ich den Verkauf von Souvenirs nicht angemeldet habe. So eine allgemeine Formulierung ist da wirklich gut.
 
G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
".... oder Handel mit Gütern oder Dienstleistungen sonstiger Art."
Erinnert mich an ein Abbruchunternehmen, was sich als "Hoch- und Tiefbau" deklariert hatte.:biggrin:
Nicht nur die Versicherungsbeiträge, sondern auch die BG Abgaben waren, glaub ich, somit um einiges geringer.
Ob die allerdings bis zum heutigen Tage damit durchgekommen sind, kann ich leider nicht sagen!:icon_sad:

vg nochten
 

Koelschejong

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Entscheidend ist, das ich damit alles erschlagen habe, was § 14 Abs. 1 Nr. 2 GewO verlangt, ich kann handeln, womit ich will und kann Dienstleistungen erbringen. Herstellen will ich ohnehin nichts.
 
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