SPD-Plan: Langzeiterwerbslose sollen gemeinnützige Arbeit leisten (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.412
Bewertungen
16.038
Es war zwar schon im Koalitionsvertrag beschlossen, aber es ist trotzdem ernst gemeint:

Der neue Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), will Langzeitarbeitslose mit Hilfe eines Milliardenprogramms in gemeinnützige Arbeit bringen. "Wir wollen Langzeitarbeitslose nicht von einer kurzfristigen Maßnahme zur nächsten schubsen, sondern vier Milliarden Euro bereitstellen, um Menschen eine langfristige Perspektive auf einem sozialen Arbeitsmarkt anzubieten", sagte Heil den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
[...]
Die Grünen begrüßten den Vorstoß für Langzeitarbeitslose grundsätzlich, forderten aber mehr Arbeitsmarktnähe. [...] Allerdings sei es der falsche Weg, nur gemeinnützige Arbeit im Blick zu haben. Geförderte Beschäftigung müsse arbeitsmarktnah sein.
[Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hubertus-heil-spd-langzeit-arbeitslose-sollen-gemeinnuetzige-arbeit-leisten-a-1198692.html ]
Mehr Arbeitsmarktnähe: Vielleicht die Dieselumrüstung für VW?
Oder die Sanierung von Schultoiletten? :biggrin:

Nachtrag zur Ergänzung aus dem Koalitionsvertrag, PDF-Seite 50:
Mit einem ganzheitlichen Ansatz wollen wir die Qualifizierung, Vermittlung und Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt vorantreiben. Unser Ziel ist, bei der Betreuung der Langzeitarbeitslosen die ganze Familie in den Blick zu nehmen.

Die Teilhabe am Arbeitsmarkt erfolgt dabei sowohl auf dem ersten Arbeitsmarkt als auch auf dem sozialen Arbeitsmarkt z. B. durch Lohnkostenzuschüsse. Das schließt Arbeitgeber der freien Wirtschaft, gemeinnützige Einrichtungen und Kommunen ein. Bei den sozialversicherungspflichtig bezuschussten Arbeitsverhältnissen im sozialen Arbeitsmarkt orientiert sich der Zuschuss am Mindestlohn. Dazu schaffen wir u. a. ein neues unbürokratisches Regelinstrument im Sozialgesetzbuch II „Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle“. Wir stellen uns eine Beteiligung von bis zu 150.000 Menschen vor. Die Finanzierung erfolgt über den Eingliederungstitel, den wir hierfür um vier Milliarden Euro im Zeitraum 2018 bis 2021 aufstocken werden. Wir ermöglichen außerdem den Passiv-Aktiv-Transfer in den Ländern. Der Bund stellt dazu die eingesparten Passiv-Leistungen zusätzlich für die Finanzierung der Maßnahmen zur Verfügung.

Wir erhöhen die Restmittelübertragung für das Sozialgesetzbuch II auf 400 Millionen Euro jährlich und entfristen die Regelung.
Dazu noch Erbauliches aus der WELT:
Der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Christoph M. Schmidt, beurteilt die Pläne der großen Koalition zur Zukunft des Arbeitsmarkts skeptisch. Mit dem Ausbau des sozialen Arbeitsmarktes gebe man mehr oder weniger das Ziel auf, Langzeitarbeitslose doch irgendwann wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, sagte der Wirtschaftsweise WELT AM SONNTAG. Mit der geplanten Einschränkung befristeter Beschäftigung würden die Einstiegshürden für Langzeitarbeitslose sogar noch erhöht.
[...]
Flexiblere Regelungen sollen es Jobcentern zudem ermöglichen, mehr Geld für die Aktivierung von Langzeitarbeitslosen einzusetzen. „Vor allem junge Erwerbslose werden künftig intensiver begleitet, denn wir müssen den Teufelskreis der vererbten Armut jetzt durchbrechen, solange die gute Arbeitsmarktlage die Chance dazu gibt“, sagte Peter Weiß, Sozialexperte der Union.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bananenbieger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
9 Oktober 2012
Beiträge
2.229
Bewertungen
1.012
Oder wie Erwin Pelzig in Pelzig stellt sich
- die Arbeitlosen sollen sich bei Flaute vor die Windräder stellen und pusten.
- Arbeitslosen sollen sich an die Hauswände stellen, um die Häuser zu isolieren.
- Arbeitslose sollen sich in die Schlaglöcher (Straßen) legen.

Nichts ist so absurd, dass...
 

Solanus

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 August 2006
Beiträge
2.552
Bewertungen
2.340
Das Einzige, was ich daran absurd finde, ist dass Arbeitslose diese Arbeiten ohne Lohn ausführen sollen.

M. E. sinnvoll wäre, einfach einen Arbeitsmarkt zu schaffen in dem Langzeitarbeitslose durch BEZAHLTE Arbeit Ihre Unterstützung aufbessern können.

Sprich die geleistete Arbeit wird regulär vom Bund/Land/Gemeinde entlohnt und muss immer Gemeinnützig sein. Sprich es darf sich kein kommerzieller Anbieter finden, der die Arbeiten ausführen kann oder anbietet.

Im Gegenzug werden diese Arbeitslosen aus der Statistik rausgenommen und haben alle Rechte und Pflichten normal Beschäftigter in regulären Beschäftigungsverhältnissen. Sprich Urlaubsanspruch, Freizügigkeit, Arbeitsgerichtsbarkeit....etc.

Dann und nur dann wäre dies ein gerechtes und soziales Projekt.

M. E. müsste dann allerdings auch die Regel geschaffen werden, wer mindestens 3 Stunden erwerbsfähig ist, wird auf diese Arbeitsstellen verwiesen. Ausschließlich Krankheit, Kindererziehung, Familienpflege und 100%ige Erwerbsunfähigkeit wären Gründe weiterhin die Leistung ohne so ein Arbeitsverhältnis in Anspruch nehmen zu können.
 

hartzerkaese

Elo-User*in
Mitglied seit
21 November 2008
Beiträge
367
Bewertungen
223
Sollen gemmeinnützige Arbeite leisten, sie leisten schon welche ...

=> ABM 1988-2010? 2010 gab es nur noch 1000 ABM Stellen.
=> 1€ Jobs seit 2004, auch bekannt als AGH, MAE, §16d SGB II ...
=> Bürgerarbeit
=> §16e SGB II Jobs
=> Kommunal-Kombi-Lohn

auf freiwilliger Basis
=> BundesfreiwilligenDienst / BUFDI

Und jetzt kommt ein weiterer Dünnpfiff-Einfall wetten?
Achso, ganz ganz früher gabs auch den Reichsarbeitsdienst ....

Bei keinem Modell, hat man richtig nachhaltig profitiert - nur die Beschäftigungsträger. Von allen Modellen war noch die ABM am fairsten geregelt - Renten Ansprüche und Arbeitslosengeld Ansprüche wurden erworben.

Ich denke mal, die lassen sich nur einen neuen kreativen Namen einfallen, man wird paar alte Gesetze umschreiben - wobei der Inhalt in etwa gleich bleiben wird => Alter Wein in neue Schläuche halt.

HEILARBEIT 1.0

„Vor allem junge Erwerbslose werden künftig intensiver begleitet, denn wir müssen den Teufelskreis der vererbten Armut jetzt durchbrechen, solange die gute Arbeitsmarktlage die Chance dazu gibt“, sagte Peter Weiß, Sozialexperte der Union.
Schreibt jemand, der
Begleitung => Coaching, also die schon existenten Programme wie LZA, gut findet. Also noch mehr oder neue Coaching- / Verfolgungsbetreuungs- Programme. Ein neuer, gut klingender Name muss her:

WEISS-HEIL-PROGRAMM

Schreibt jemand, der von Biologie keine Ahnung hat - gibt es ein Armutsgen? Vererbung, häh? Armut ist politisch gewollt. Noch weniger Ahnung hat der Sozialexperte im sozialen Bereich.
 
Zuletzt bearbeitet:

wolf77

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
26 Oktober 2006
Beiträge
707
Bewertungen
611
Arbeit verschafft uns der Herr HEIL!

EDIT:
@hartzerkaese
Ja, der Name hat schon was... der hat viel Potential für Wortspiele
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.412
Bewertungen
16.038
Also eigentlich setzt die GroKo damit das Wahlprogramm der AfD 2017 um, von PDF-Seite 52:
Die AfD setzt sich ferner für die Schaffung eines Angebots
zur Bürgerarbeit ein.

Unter Bürgerarbeit ist die Ausübung gemeinnütziger
Arbeit durch Langzeitarbeitslose zu verstehen, die nicht in
Konkurrenz zum Arbeitsmarkt steht. Bürgerarbeit soll ca. 30
Wochenstunden umfassen und sozialversicherungspflichtig
entlohnt werden.

Den Langzeitarbeitslosen wird so die Ausübung sinnvoller
Tätigkeiten eröffnet und die Gesellschaft erhält einen Gegenwert
für die Unterstützungsleistungen. Langzeitarbeitslose
können so wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt
werden.
:biggrin:
 

Kultura Lateralna

Elo-User*in
Mitglied seit
3 Februar 2016
Beiträge
13
Bewertungen
4
Sollen gemmeinnützige Arbeite leisten, sie leisten schon welche ...

=> ABM 1988-2010? 2010 gab es nur noch 1000 ABM Stellen.
=> 1€ Jobs seit 2004, auch bekannt als AGH, MAE, §16d SGB II ...
=> Bürgerarbeit
=> §16e SGB II Jobs
=> Kommunal-Kombi-Lohn

auf freiwilliger Basis
=> BundesfreiwilligenDienst / BUFDI
Naja, auf "freiwilliger" Basis verläuft das wohl alles, irgendwie, denn von richtiggehendem Zwang ist ja glücklicherweise, auch ausgehend von diesen Plänen jetzt, noch nicht zu sprechen und die Frage im konkreten Einzelfall eher, welchen Preis man bereit ist dafür zu zahlen. Ich glaube zu wissen manche einen sehr hohen. Aber davon mal ab, auf freiwilliger - ich nenne es lieber privater - Basis ist ja weitaus mehr möglich. So soll's Leute geben, die pflegen Angehörige, engagieren sich ehrenamtlich, mähen Rasen, führen Hunde aus, entwickeln Open Source Software, etc. pp. Aber ich bin eh der Auffassung: Wer will, der kann auch und wer kann, der will für gewöhnlich auch.

Weshalb man ganz gut beraten scheint, diesen (Wieder)aufguss nicht überzubewerten. Ob aus optimistischer oder pessimistischer Perspektive. Ein angeblich geplantes Maximum von bis zu 150.000 zu schaffenden (!) Möglichkeiten lässt anges. etwa einer Mio. Betroffener nicht gerade eine Revolution erwarten. Wobei ich eh annehme, dass man sich da auch ein Stück weit an der Nachfrage orientiert, denn so zum Spaß wird sich niemand den Kopf zerbrechen. Nur manch einer kann sich sowas natürlich durchaus vorstellen, muss man auch bedenken.

Also eigentlich setzt die GroKo damit das Wahlprogramm der AfD 2017 um, von PDF-Seite 52:

:biggrin:
Der Film läuft und nicht von ungefähr ja in Ungarn unter Orbán z.B. schon geraume Zeit, wenn auch mutmaßlich die etwas härtere Gangart. Das heißt schon eher im Sinne von Zwangsarbeit. Glaube in Dänemark gab's ähnliche Experimente? Für den dahingehend ganz großen Wurf müsste hierzulande wohl in der Tat die AfD an die Regierung. Aber das schafft man hier fürcht ich bald auch noch. :doh:

M. E. müsste dann allerdings auch die Regel geschaffen werden, wer mindestens 3 Stunden erwerbsfähig ist, wird auf diese Arbeitsstellen verwiesen. Ausschließlich Krankheit, Kindererziehung, Familienpflege und 100%ige Erwerbsunfähigkeit wären Gründe weiterhin die Leistung ohne so ein Arbeitsverhältnis in Anspruch nehmen zu können.
Aha. Und widrigenfalls? Verhungern/erfrieren lassen? Das hätte man ja längst haben können, ist schon rein rechtlich in diesem Land aber gar nicht so einfach; mancher hält das für Fortschritt. :biggrin: Dabei leuchtet mir der erste Vorschlag ja noch ein. Leistung aufbessern können. Ja sicher! Aber warum dann gleich müssen? Oder warum dann nicht gleich höher ansetzen, und darunter gar nix mehr zahlen? Doch völlig unsinnig. Und wer erwerbsunfähig ist, kriegt jetzt schon kein ALG II.
 
D

Dinobot

Gast
Arbeit verschafft uns der Herr HEIL!
Welche ARBEIT? Zunächst sollte man dazu wissen: Ein verurteilter Straftäter kann einen Antrag auf gemeinnützige Arbeit anstatt Verbüßung der Ersatzfreheitsstrafe stellen.

Hierbei kann er schon heute sogar seine bevorzugten Arbeitszeiten oder Arbeitsort gegenüber der Staatsanwaltschaft mitteilen.

Insofern bewegen sich dann möglicherweise die Straftäter zusammen mit den Elo auf einem Terrain.

Wo die Elo dann welche Geldstrafe welcher Straftat? ableisten sollen?
 

Gollum1964

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
1.225
Bewertungen
1.950
nabend,

ich tippe mal, wenn man die zugewiesene Tätigkeit ablehnt, wird man natürlich sanktioniert.
Das Modell ist ja in den USA auch unter dem Begriff "Workfare" seit den 90 er Jahren am laufen und dient ungeschönt der "Aktivierung" der Erwerbslosen in die Richtung, jeden Sch..job auf dem 1. Arbeitsmarkt anzunehmen.
Allerdings ist das bestehende Hartz4-Regime ohnehin nicht mehr allzuweit von dieser Schreckensvision entfernt. Also was solls.
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.412
Bewertungen
16.038
Den Fokus der Zielgruppe sah der DGB NRW am 14.03.18 bei den älteren Erwerbslosen:
"In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD auf Bundesebene endlich den Weg für einen sozialen Arbeitsmarkt freigemacht, der seinen Namen verdient. Durch jährlich 1 Milliarde Euro und den vereinbarten Passiv-Aktiv-Transfer könnten bis zu 50.000 Jobs für Langzeitarbeitslose in NRW geschaffen werden. Die Landesregierung muss sich nun dafür starkmachen, dass die Gelder schnellstmöglich vor Ort ankommen und gute Beschäftigungsverhältnisse entstehen. Das heißt: Die neu geschaffenen Jobs müssen unbefristet, sozialversichert und tariflich bezahlt sein." Vor allem die öffentliche Hand sei gefordert, Stellen auf dem sozialen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, sagt Weber. "Durch kluge Konzepte kann der soziale Arbeitsmarkt zur Win-win-Situation für Langzeitarbeitslose und Kommunen werden. So könnte die Attraktivität von Städten und Gemeinden zum Beispiel durch eine bessere Pflege von öffentlichen Gebäuden und Grünanlagen spürbar erhöht werden."

Während sich der soziale Arbeitsmarkt vor allem an ältere Langzeitarbeitslose richte, müsste bei den unter-35-Jährigen Bildung im Mittelpunkt stehen, fährt Weber fort.
Man sieht vor dem geistigen Auge so richtig die GGGs [1] durchs Grüne huschen. :biggrin:

[1] Grauhaar-Gärtner-Gang ;)
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.341
Bewertungen
4.139
Du kriegst was du wählst! Bätschi sag ich da nur... Bätschi... Bei den Politikern müsste Bildung auch im Mittelpunkt stehen (ein Auge nach links guck, das andere Auge nach rechts guck und "Mit HartzIV ist man nicht arm" und "hätte Mutti mich mal weggemacht" gesagt). Bätschi...
 

hartzerkaese

Elo-User*in
Mitglied seit
21 November 2008
Beiträge
367
Bewertungen
223
Den Fokus der Zielgruppe sah der DGB NRW am 14.03.18 bei den älteren Erwerbslosen:


Man sieht vor dem geistigen Auge so richtig die GGGs [1] durchs Grüne huschen. :biggrin:

[1] Grauhaar-Gärtner-Gang ;)
Aber nur wenn die Grauhaar-Gärtner-Gang alles gutgläubig und ungeprüft vor Ort beim Bildungsträger oder Armutsindustrieunternehmer (Pseudosozialfirma) unterschreibt. Bin mir sicher, es werden wieder eklige Fliegen in der angebotenen Suppe drin sein. Da man immer noch die Schröderschen Ekelrezepte dem Volk verschreibt, die Rezepte und Zutatenliste nur etwas umformulieren, dass ändert nichts. Shice bleibt Kacke, auch wenn Kacke jetzt Shice heißen tut.

Ähnlich für die Jüngeren - nur sinnvolle, nachhaltige Umschulungen/Weiterbildungen sind gut - also man dann später auskömmliche Arbeit hat.
 

XxMikexX

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Februar 2012
Beiträge
2.860
Bewertungen
10
Gemeinnützige Zwangsarbeit für lau, das kann ja nur von der SPD kommen.:biggrin:

Für Sozialleistungen arbeiten müssen, das Traumprojekt von so manchen Sadisten wird bald wahr.:eek:
 

noillusions

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Oktober 2012
Beiträge
2.889
Bewertungen
2.179
Das heißt: Die neu geschaffenen Jobs müssen unbefristet, sozialversichert und tariflich bezahlt sein.
...schreibt der DGB.
...sagt VIELLEICHT die SPD.
...verhindert spätestens die Union.

--> Fertig ist der umgelabelte Ein-Euro-Job.
 

Wholesaler

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2017
Beiträge
1.184
Bewertungen
615
Gemeinnützige Zwangsarbeit für lau, das kann ja nur von der SPD kommen.:biggrin:
Die CDU in Person von Herrn Kauder(welsch) hatte sich schon vor 12 Jahren für so etwas ausgesprochen:

https://www.rp-online.de/politik/deutschland/kauder-arbeitslose-sollen-ohne-bezahlung-arbeiten-aid-1.2316679

Derartige Maßnahmen dienen doch hauptsächlich der Schönung der Arbeitslosenstatistik und der Demütigung von Erwerbslosen. Den Sprung aus der Arbeitslosigkeit wird niemand schaffen.
 

Sowhat

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
1 August 2016
Beiträge
1.119
Bewertungen
656
Da sieht man es ja wieder, wir sind doch vom Gutmenschtum weit entfernt. Am liebensten wieder Arbeitslager für Menschen Ü50. alte und kranke einführen.Wo soll das noch hinführen?
Ich bin Mitte 50 und schwerbehindert, hoffentlich muss ich da nich auch irgendwo rumkrabbeln und Unkraut zupfen oder Schmutz auf sammeln. Naja ändern wird man es ja eh nicht können.

Aber irgendwann werden ja die Gruppen heruntergekommener, hinkender, grauhaariger Dreck aufsammelnder Menschen doch das Bild der Städte stören. Dann müssen Reservate eingerichetet werden.
 

Aurora

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2018
Beiträge
132
Bewertungen
7
SPD fordert Solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose

Hallo,

gerade habe ich bei Welt (früher mal N24 glaube ich) bei den Nachrichten den Beitrag gesehen.
Die SPD fordert, dass Langzeitarbeitslose für Mindestlohn, 1500 EUR brutto, von der Kommune einen festen Arbeitsplatz angeboten bekommen. Also das was früher mal die Ein Euro Jobs waren soll laut deren Vorstellung jetzt zu einer festen Beschäftigung werden.
Die FDP ist natürlich dagegen. Die Position anderer Parteien wurde nicht benannt.

Was haltet ihr von der Idee? Der Nachrichtensprecher nannte es ein Recht auf Arbeit. Ich sehe es etwas anders. Wir definieren uns hier viel zu sehr durch bezahlte Arbeit. Das halte ich für nicht gesund.
 
G

Gast1

Gast
AW: SPD fordert Solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose

Hi Aurora,

das Thema hatten wir gestern schon hier:

https://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/192338-berlins-buergermeister-michael-mueller-spd-schluss-hartz-iv.html

=> Da stehen Originalinfos von Michael Müller drin (komplettes Interview mit ihm zum Thema). Die "Welt" hat die Darstellung des "solidarischen Grundeinkommens" sicherlich verkürzt dargestellt.

Was ich an dem solidarischen Grundeinkommen gut finde:

1. Der ALG-II-Leistungsbezieher kann eine öffentlich geförderte Arbeit aufnehmen. Er oder sie wird dazu nicht gezwungen (keine Androhung von Sanktionen). Lehnt er oder sie diese Arbeit ab, kann er weiterhin ALG II beziehen

2. Über die Ausübung dieser öffentlich geförderten Arbeit werden Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Das heißt, der ehemalige Leistungsbezieher baut sich durch diese Arbeit einen Anspruch auf ALG I auf. So etwas gab es bisher nicht seit Einführung von Hartz IV, also bei Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit und diesen LZA-Programmen.

3. Diese öffentlich geförderten Stellen sind unbefristet.

4. Es wird Mindestlohn gezahlt. Bei einer 40-h-Woche kommen dabei ca. 1500 € brutto und 1200 netto bei rum. Der Unterschied zwischen den ALG-II-Leistungen und diesem Nettolohn kann sich lohnen, und zwar dann, wenn der Leistungsbezieher (eine Single-BG) vergleichsweise geringe Mietkosten bezahlen muss. Sprich: In Gegenden mit niedrigen Mieten lohnt sich so ein Job, aber z.B. nicht in München.

5. Es werden Beiträge in die Rentenversicherung abgeführt.

Im Großen und Ganzen finde ich dieses "solidarische Grundeinkommen" schon mal nicht schlecht, jedenfalls für Leute, die jeweils eine Single-BG bilden.
 

Aurora

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2018
Beiträge
132
Bewertungen
7
AW: SPD fordert Solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose

Ich sehe es ehrlich gesagt etwas kritischer.
In einem Punkt, dass es zwangsfrei ist, gebe ich dir Recht. Das ist gut. In der Theorie. Wie es in der Praxis aussehen wird muss sich dann wohl zeigen wenn es denn so kommt.
Dennoch finde ich den Mindestlohn generell zu niedrig. Aber das ist eine andere Diskussion denke ich. Und um die 1.100 EUR dürfte treffender sein als die 1.200 von dir. Finde ich für einen Fulltime Job zu niedrig. unter 1.500 Netto halte ich es für nicht gerechtfertigt 40h oder mehr zu arbeiten.
Ich sehe in Arbeit ein Mittel zum Zweck, nämlich mein Leben genießen zu können, ich hab schließlich nur das eine. Für Mindestlohn kriegt der Arbeitgeber auch nur Mindestleistung und Überstunden gibts auch nicht.
Dummerweise sehen wir hier in Deutschland das Leben als Mittel zum Zweck der Arbeit.
 
G

Gast1

Gast
AW: SPD fordert Solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose

Ich sehe es ehrlich gesagt etwas kritischer.
In einem Punkt, dass es zwangsfrei ist, gebe ich dir Recht. Das ist gut. In der Theorie. Wie es in der Praxis aussehen wird muss sich dann wohl zeigen wenn es denn so kommt.
Das ist mir bewusst. Michael Müller stellt ja erstmal Maximalforderungen auf. Was dann am Ende dabei rauskommt (falls seine Idee überhaupt in irgendeiner Weise umgesetzt wird durch die GroKo), ist wahrscheinlich irgendein weichgekochter Murks zu Ungunsten der Leistungsbezieher.

Ich finde es nur erstaunlich, dass von Seiten der SPD mal ein vergleichsweise vernünftiger Vorschlag in Bezug auf Hartz IV kommt. Warum hat das die SPD nicht während des Bundestagswahlkampfs gemacht?

Dennoch finde ich den Mindestlohn generell zu niedrig.
Da gebe ich Dir Recht.

Und um die 1.100 EUR dürfte treffender sein als die 1.200 von dir.
Stimmt, habe das grade mal mit nem Brutto-Netto-Rechner ermittelt: Netto kommen da ca. 1116 € bei rum.

Finde ich für einen Fulltime Job zu niedrig.
Da gebe ich Dir Recht.

unter 1.500 Netto halte ich es für nicht gerechtfertigt 40h oder mehr zu arbeiten.
Finde ich auch.

Dummerweise sehen wir hier in Deutschland das Leben als Mittel zum Zweck der Arbeit.
Jupp.
 

Aurora

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2018
Beiträge
132
Bewertungen
7
AW: SPD fordert Solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose

Das ist mir bewusst. Michael Müller stellt ja erstmal Maximalforderungen auf. Was dann am Ende dabei rauskommt (falls seine Idee überhaupt in irgendeiner Weise umgesetzt wird durch die GroKo), ist wahrscheinlich irgendein weichgekochter Murks zu Ungunsten der Leistungsbezieher.
Ich sehe hier schon eine Neuauflage der Ein Euro Jobs auf uns zukommen. Wenn es ein unbefristeter Vertrag ist dann hat er auch eine Probezeit. Ich wäre nicht erstaunt, wenn kurz vor Ende der Probezeit eine Entlassungswelle stattfinden würde.

Ich finde es nur erstaunlich, dass von Seiten der SPD mal ein vergleichsweise vernünftiger Vorschlag in Bezug auf Hartz IV kommt. Warum hat das die SPD nicht während des Bundestagswahlkampfs gemacht?
Naja, die Parteien wollen doch jetzt Kante zeigen und sich untereinander differenzieren. Außerdem könnte man doch auf die Idee kommen, sie vielleicht mal dafür zur Verantwortung zu ziehen was sie im Wahlkampf versprochen haben.

Stimmt, habe das grade mal mit nem Brutto-Netto-Rechner ermittelt: Netto kommen da ca. 1116 € bei rum.
Da bei Arbeitsaufnahme die Kosten im allgemeinen steigen (vermehrter Nahrungsbedarf, Fahrkosten, Kleidungsbedarf ggf. witterungsbedingt) dürften die knapp 300 EUR mehr (also in meinem Fall) die gestiegenen Kosten gerade so abdecken. Am Ende wäre es für mich, und wahrscheinlich für viele andere auch, ein + - Null Spiel, nur mit dem Unterschied dass man sich nun wieder abstressen muss.
 

Solanus

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 August 2006
Beiträge
2.552
Bewertungen
2.340
Diese ganze Diskussion geht ein einer einzigen Kardinalfrage vorbei.

WARUM ARBEITSLOSIGKEIT UND HILFLOSIGKEIT VERWALTEN UND KEINE JOBS SCHAFFEN?

Jeder soll doch das soziokulturelle Mindesteinkommen, was allerdings auch höher wie der derzeitige H4 Satz sein muss, haben. Mindesteinkommen sollte 40 stunden mal gesetzlicher Mindestlohn mal 52 Wochen durch 13 Monate sein und 13 mal im Jahr gezahlt werden.

Aber warum sollen die Bevölkerungsteile, die jetzt nur verwaltet werden und nach Arbeit händeringend suchen, nicht auch Arbeit bekommen?

Die Privatwirtschaft ist daran nicht interessiert, der Staat aber verpflichtet das Existenzminimum zu gewährleisten und Millionen suchen einen Job und bekommen dafür mehr oder weniger Geld, dass sie verwaltet werden.

Was ist daran schlecht, wenn der Staat Jobs schafft, die dem Gemeinwohl dienen und dafür eine faire und ausreichende Bezahlung gewährleistet wird. Der Staat schafft den Mindestlohn um Lohndumping zu unterbinden und bietet selbst nichts besseres an, ich meine damit AGH und 1-EURO-Jobs und gibt Milliarden für Verwaltung aus.

M. E. sollte jeder heutige H4 Bezieher, der in der Lage (Kriterium sind die gleichen Bedingungen wie für "normale AN") ist, einen Job bekommen in dem er sich sein Lebensunterhalt verdienen kann. Dazu zählen halt der gesetzliche Mindestlohn, dazu zählen die gleichen Rechte und aber auch Pflichten wie "normale" AN in der Privatwirtschaft.

Aufstocker bekommen Ihren Lohn in Mindestlohn/Stunde umgerechnet und dann kann der Restbetrag, der noch fehlt zusätzlich erarbeitet werden.

Wichtig dabei sollte sein, niemand wird gezwungen, jeder kann für sich entscheiden, ob er Aufstocken möchte oder nicht. Wenn nicht, dann hat er halt weniger zum Leben, weniger wie ein wirklich Hilfsbedürftiger.

Ich persönlich sehe keine Benachteiligung, wenn der Staat reguläre Jobs schafft und damit Arbeitslosen die Möglichkeit gibt, wie jeder AN sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, halt beim Staat angestellt und in gemeinnütziger Arbeit.
 

Aurora

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2018
Beiträge
132
Bewertungen
7
M. E. sollte jeder heutige H4 Bezieher, der in der Lage (Kriterium sind die gleichen Bedingungen wie für "normale AN") ist, einen Job bekommen in dem er sich sein Lebensunterhalt verdienen kann.
Na bei der Aussage krieg ich aber Bauchschmerzen. Arbeit um der Arbeit willen kann kein Ansatz sein. Das steigert nur den Frust und führt zu Depressionen.
 
G

Gast1

Gast
AW: SPD fordert Solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose

Daher auch zusammengeführt.
TazD, das "solidarische Grundeinkommen" von Michael Müller ist aber was Anderes als dieses neue LZA-Programm vom neuen Arbeitsminister Hubertus Heil.
 
Oben Unten